Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres  

Jüngstes Gerichgt Nicolo et Giovanni Vatikan

Wochenspruch

Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, auf dass ein jeder empfange nach dem, was er getan hat im Leib, es sei gut oder böse. (2.Kor.5,10)

Antiphon

Der Herr wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit. (Ps.96:13)

Introitus

HERR, erhöre mein Gebet, vernimm mein Flehen um deiner Treue willen, erhöre mich um deiner Gerechtigkeit willen, und geh nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.  Denn der Feind verfolgt meine Seele und schlägt mein Leben zu Boden, er legt mich ins Finstere wie die, die lange schon tot sind. Und mein Geist ist in mir geängstet, mein Herz ist erstarrt in meinem Leibe. 

Ich gedenke an die früheren Zeiten; ich sinne nach über all deine Taten und spreche von den Werken deiner Hände. Ich breite meine Hände aus zu dir, meine Seele dürstet nach dir wie ein dürres Land. Sela.  HERR, erhöre mich bald, mein Geist vergeht; verbirg dein Antlitz nicht vor mir, dass ich nicht gleich werde denen, die in die Grube fahren. 

Lass mich am Morgen hören deine Gnade; denn ich hoffe auf dich. Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll; denn mich verlangt nach dir.  Errette mich, HERR, von meinen Feinden; zu dir nehme ich meine Zuflucht.  Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn. 

HERR, erquicke mich um deines Namens willen; führe mich aus der Not um deiner Gerechtigkeit willen, und vernichte meine Feinde um deiner Güte willen und bringe alle um, die mich bedrängen; denn ich bin dein Knecht.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. (Ps.143)

Lesung aus dem Alten Testament beim Propheten Jeremia im 8. Kapitel

Sprich zu ihnen: So spricht der HERR: Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme? Warum will denn dies Volk zu Jerusalem irregehen für und für? Sie halten so fest am Trug, dass sie nicht umkehren wollen. Ich sehe und höre, dass sie nicht die Wahrheit reden. Es gibt niemand, dem seine Bosheit leid wäre und der spräche: Was hab ich doch getan! Sie laufen alle ihren Lauf wie ein Hengst, der in der Schlacht dahinstürmt. Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Schwalbe und Drossel halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des HERRN nicht wissen.  (Verse 4-7)

Epistolische Lektion im Römerbrief das 8. Kapitel

Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden. Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit – ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat –, doch auf Hoffnung; denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick seufzt und in Wehen liegt. (18-23)

Hallelujavers

Die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkündigen, denn Gott selber ist Richter. (Ps.50:6)

Das Evangelium von Jesus Christus bei St. Matthäus im 25. Kapitel

Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sich setzen auf den Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen.  Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben? Oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen? Oder nackt und haben dich gekleidet? Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden auch sie antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben. (Verse 31-46)

Das Nizänische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater,  Schöpfer Himmels und der Erden,  all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus,  Gottes eingeborenen Sohn,  der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt,  Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift,  und ist aufgefahren gen Himmel  und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht,  der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird,  der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolische Kirche.  Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Die Liturgische Farbe ist grün.

Kollekte zum Sonntag

Ewiger Gott, barmherziger Vater, Du hast Deinen Sohn eingesetzt zum Richter der lebenden und der Toten: lass uns allezeit warten auf den Tag seiner Wiederkunft, damit wir unser Leben hinwenden auf das Reich, das Du den Deinen bereitet hast von Anbeginn der Welt. Durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Hauptlied: Es ist gewißlich an der Zeit (EG 149)

  1. Es ist gewisslich an der Zeit,
    dass Gottes Sohn wird kommen
    in seiner großen Herrlichkeit,
    zu richten Bös und Fromme.
    Da wird das Lachen werden teu’r,
    wenn alles wird vergehn im Feu’r,
    wie Petrus davon schreibet.
  2. Posaunen wird man hören gehn
    an aller Welten Ende,
    darauf bald werden auferstehn
    die Toten all behände;
    die aber noch das Leben han,
    die wird der Herr von Stunde an
    verwandeln und erneuen.
  3. Danach wird man ablesen bald
    ein Buch, darin geschrieben,
    was alle Menschen, jung und alt,
    auf Erden je getrieben;
    da denn gewiss ein jedermann
    wird hören, was er hat getan
    in seinem ganzen Leben.
  4. O weh dem Menschen, welcher hat
    des Herren Wort verachtet
    und nur auf Erden früh und spat
    nach großem Gut getrachtet!
    Er wird fürwahr gar schlecht bestehn
    und mit dem Satan müssen gehn
    von Christus in die Hölle.
  5.  O Jesu, hilf zur selben Zeit
    von wegen deiner Wunden,
    dass ich im Buch der Seligkeit
    werd angezeichnet funden.
    Daran ich denn auch zweifle nicht,
    denn du hast ja den Feind gericht’
    und meine Schuld bezahlet.
  6. Derhalben mein Fürsprecher sei,
    wenn du nun wirst erscheinen,
    und lies mich aus dem Buche frei,
    darinnen stehn die Deinen,
    auf dass ich samt den Brüdern mein
    mit dir geh in den Himmel ein,
    den du uns hast erworben.
  7. O Jesu Christ, du machst es lang
    mit deinem Jüngsten Tage;
    den Menschen wird auf Erden bang
    von wegen vieler Plage.
    Komm doch, komm doch, du Richter groß,
    und mach uns bald in Gnaden los
    von allem Übel. Amen.

Bartholomäus Ringwaldt 1530-1589

Predigt über die Offenbarung des hl. Evangelisten und Apostels Johannes im 2 Kapitel

Und dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden: Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut – du bist aber reich – und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden, und sind’s nicht, sondern sind die Versammlung des Satans. Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr versucht werdet, und ihr werdet in Bedrängnis sein zehn Tage. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tode. (Verse 8-11)

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Sharing God´s treasures!

Another day at the Old Latin School. It´s raining today. That hasn´t happened for most of this summer. So, we´re thrilled and hoping for more! The passing summer rains, which Dr. Martin Luther uses to describe the moving church with its gospel treasures making inroads into all nations to the very ends of the earth, have passed us by this year. Physical droughts are terrible as we Africans know full well, but the hunger and thirst for God´s holy Word is much worse the Bible tells us (Amos 8:11). You might not realize it at first – just like when you get a heat stroke – yet when it finally hits you, it´s terrible. It´s too late and it´s just painful as that rich man confessed to Abraham: “I am tormented in this flame” (Lk.16:24). These things don´t just happen down in Africa, but right here in the heart of Europe even.

I´m thrilled, that the Old Latin School is known as a place for God´s treasures as they were discovered and put high on a pedestal during Luther´s reformation of the Church. Still people knock on our door and look for them. Not just the handful of SELK (Independant Evangelical Lutheran Church = Confessional Lutherans of the International Lutheran Council) vicars, who complete another Practical Theological Seminar today after studying Lutheran Theology these past 10 days, but also others – passersby, tourists and even those that drop in on-line and by phone.

Take yesterday for instance. First thing in the morning, the vicars start off with Matins in the chapel: God´s Word is shared, Psalms and other faithful hymns of the church are sung, and we all join in grateful prayers for God´s goodness and mercy, which is new every morning, pleading him for all things needful in church, state and family.

Later, when the vicars are immersed in the Lutheran confessions and other vital studies, a young lady pushing a pram enquires, where the meeting for mothers and their babies is being held. She comes and asks at our desk, because the doors are wide open and we are just so keen to help and give directions.

Just before tea, I drop an outstanding book by Bruno Preisendörfer back at the public library: “Als unser Deutsch erfunden wurde: Reise in die Lutherzeit” (Translation: Excursion into Luther´s time: When our German was invented). As I return by bicycle, there is a man beeping into our high windows. Asking, whether I can be of help, he tells me, that he´s seen precious medals and metal plaques in our Bookstore and he´s hoping to buy one. The one we had in store, was the commemorative bronze disc for the Old Latin School minted for the festive opening nearly 4 years ago. He was thrilled to tell his children, what they could give their father for Christmas. He complained somewhat about the lack of Reformation medals and Lutheran anniversary medallions in Wittenberg. In the old GDR, he was able to get those every now and again. He was a serious collector of these collectibles and was disappointed, that he could no longer get them here in Wittenberg – not even for the 500th anniversary of both the Lutheran Reformation (2017) nor Melanchthon´s inaugural address (2018) although he always passed by during his biking holidays in the hope, that he´d find a very precious one eventually. The Old Latin School remained a hopeful mark on his itinerary.

Before lunch I got this phone call from out of one of the main cities here in Saxony, asking about books from Concordia Publishing House. The caller´s comment: “CPH is the best for Lutherans nowadays. They´ve got the most solid Lutheran stuff on the market!” This reminded me of Pasor Dr. Armin Wenz, who after several years of studies in Germany had only gotten to read and appreciate Lutheran theologians first-hand during his stay in CTS Ft.Wayne back in the 80´s. Well, the guy phoning in, wanted to buy all three volumes of President Matthew Harrison´s (President of the Lutheran Church Missouri Synod) translation of Herman Sasse´s “Letters to Lutheran Pastors”. So he inquired, whether I´d ship those to him before Christmas.

Now, say for yourself, isn´t it great, that we´ve got this confessional Lutheran Centre right here in Wittenberg, where people can come to study Lutheran theology, look for Lutheran stuff like precious medals and commemorative discs and even get the priceless treasures of Lutheran theology in delightful books from Concordia Publishing House without having to pay for shipping across the Atlantic? Of course, it is great and such a fantastic offer.

Still, the marvellous offer is there, but we need to take heed of Dr. Martin Luther´s admonishment to his dear Germans:

Germany, I trust, has never heard so much of God’s Word as now; at least we find nothing like it in history. If we permit it to go by without thanks and honor, it is to be feared we shall suffer a still more dreadful darkness and plague. Buy, dear Germans, while the fair is at your doors; gather in the harvest while there is sunshine and fair weather; use the grace and Word of God while they are here. For, know this, God’s Word and grace is a passing rainstorm, which does not return where it has once been. It came to the Jews, but it passed over; now they have nothing. Paul brought it to the Greeks, but it passed over; now they have the Turk. Rome and the Latins had it, too; but it passed over; now they have the pope. And you Germans must not think you will have it forever; for ingratitude and contempt will not suffer it to remain. Take and hold fast, then, whoever can; idle hands cannot but have a lean year.

Hey, time is moving. The vicars are moving out and on, but before they do, they pick up this and that in the bookstore – like the handy help by Professor Dr. John T. Pless: “Praying Luther´s Small Catechism”. I am grateful that we can address the hunger for God´s word through faithful preaching and brilliant Lutheran theology right here in the Old Latin School even as the drought out there continues as God mercifully tries by all means to call his people back to repentance and to faith in his gracious gospel of his son Jesus Christ, our Lord and Savior.

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Drittletzter Sonntag im Kirchenjahr 

Wochenspruch

Siehe, jetzt ist die willkommene Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils! (2.Kor.6:2)

Introitus: Psalm 90 Ein Gebet des Moses, des Mannes Gottes.

Herr, du bist unsre Zuflucht für und für. /   Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.  Der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder!  Denn tausend Jahre sind vor dir / wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.  Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom, / sie sind wie ein Schlaf, wie ein Gras, das am Morgen noch sprosst, das am Morgen blüht und sprosst und des Abends welkt und verdorrt.  Das macht dein Zorn, dass wir so vergehen, und dein Grimm, dass wir so plötzlich dahinmüssen.  Denn unsre Missetaten stellst du vor dich, unsre unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht.  Darum fahren alle unsren Tage dahin durch deinen Zorn, wir bringen unsre Jahre zu wie ein Geschwätz.  Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.  Wer glaubt’s aber, dass du so sehr zürnest, und wer fürchtet sich vor dir in deinem Grimm?  Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.  HERR, kehre dich doch endlich wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig!  Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang.  Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden.  Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Herrlichkeit ihren Kindern.  Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich / und fördere das Werk unsrer Hände bei uns. Ja, das Werk unsrer Hände wollest du fördern! Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist wie im Anfang so auch jetzt und immerdar und bis in alle Ewigkeit. Amen.

Lesung aus dem Alten Testament Hiob Kapitel 14 (Predigttext)

Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe,  geht auf wie eine Blume und welkt, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht.  Doch du tust deine Augen über einen solchen auf, dass du mich vor dir ins Gericht ziehst. Kann wohl ein Reiner kommen von Unreinen? Auch nicht einer!  Sind seine Tage bestimmt, steht die Zahl seiner Monde bei dir und hast du ein Ziel gesetzt, das er nicht überschreiten kann: so blicke doch weg von ihm, damit er Ruhe hat, bis sein Tag kommt, auf den er sich wie ein Tagelöhner freut. (1-6)

Lektion aus dem Brief des Paulus an die Römer Kapitel 14

Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei. (7-9)

Das Evangelium von Jesus Christus bei St. Lukas im 17. Kapitel

Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußeren Zeichen; man wird auch nicht sagen: Siehe, hier!, oder: Da! Denn sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch. Er sprach aber zu den Jüngern: Es wird die Zeit kommen, in der ihr begehren werdet, zu sehen einen der Tage des Menschensohns, und werdet ihn nicht sehen. Und sie werden zu euch sagen: Siehe, da!, oder: Siehe, hier! Geht nicht hin und lauft nicht hinterher! Denn wie der Blitz aufblitzt und leuchtet von einem Ende des Himmels bis zum andern, so wird der Menschensohn an seinem Tage sein. (20-24)

Das Nizänische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater,  Schöpfer Himmels und der Erden,  all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus,  Gottes eingeborenen Sohn,  der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt,  Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift,  und ist aufgefahren gen Himmel  und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht,  der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird,  der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolische Kirche.  Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Die Liturgische Fabe ist grün. 

Kollekte zum Sonntag 

Allmächtiger, ewiger Gott, Du hast uns einen neuen Himmel und eine neue Erde verheißen, darin Gerechtigkeit wohnt: wir bitten dich, leite uns durch deinen Geist, daß wir auf die Wiederkunft deines Sohnes warten und in heiliger Furcht und Freude ihm entgegeneilen. Durch ihn, unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Hauptlied: Wir warten Dein, o Gottes Sohn… (EG 152)

  1. Wir warten dein, o Gottes Sohn, und lieben dein Erscheinen. Wir wissen dich auf deinem Thron und nennen uns die Deinen. Wer an dich glaubt, erhebt sein Haupt und siehet dir entgegen; du kommst uns ja zum Segen. 
  2. Wir warten deiner mit Geduld in unsern Leidenstagen; wir trösten uns, dass du die Schuld am Kreuz hast abgetragen; so können wir nun gern mit dir uns auch zum Kreuz bequemen, bis du es weg wirst nehmen. 
  3. Wir warten dein; du hast uns ja das Herz schon hingenommen. Du bist uns zwar im Geiste nah, doch sollst du sichtbar kommen; da willst uns du bei dir auch Ruh, bei dir auch Freude geben, bei dir ein herrlich Leben. 
  4. Wir warten dein, du kommst gewiss, die Zeit ist bald vergangen; wir freuen uns schon überdies mit kindlichem Verlangen. Was wird geschehn, wenn wir dich sehn, wenn du uns heim wirst bringen, wenn wir dir ewig singen! 

Philipp Friedrich Hiller 1767

Bach-Kantate BWV 26 zum 24. Sonntag nach Trinitatis hier mit dem Münchener Bachkollegium unter der Leitung von Karl Richter.

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Luther´s birthday and christening 1483

535 years ago today Dr. Martin Luther was born as the eldest child of the wedded couple Hans Luder (1459-1530) and his wife Margarethe born Lindemann (1459-1531) in Eisleben[1]. The 10thNovember was a Saturday. The very next day – Sunday – was the holiday of St. Martin of Tours. So, little Luder was christened in the church of St. Peter and Paul and named after the patron saint: Martin Luder![2]

In the beginning of the Reformation around 1517 Dr. Martin Luther changed his name from “Luder” (Literally translated it means cadaver) to the now familiar “Luther” using the Greek form “ἐλεύθερος: The liberated one![3]This name change aptly depicts his personal conversion and gospel story – moved by God´s grace from death to life through faith![4]

When the church Reformation began to be referred to as “Lutheran”, Dr. Luther vehemently rejected this idea in his pamphlet “Sincere admonition to all Christians to guard against insurrection and rebellion” (1522) for he had no illusions of grandeur or megalomania. Rather, he knew himself as a “can of worms” and “maggot-fodder” (“Madensack”) just as his old name “Luder” had graphically suggested:

In the first place, I ask that men make no reference to my name; let them call themselves Christians, not Lutherans. What is Luther? After all, the teaching is not mine [John 7:16]. Neither was I crucified for anyone [I Cor. 1:13]. St. Paul, in I Corinthians 3, would not allow the Christians to call themselves Pauline or Petrine, but Christian. How then should I—poor stinking maggot-fodder that I am—come to have men call the children of Christ by my wretched name? Not so, my dear friends; let us abolish all party names and call ourselves Christians, after him whose teaching we hold. The papists deservedly have a party name, because they are not content with the teaching and name of Christ, but want to be papist as well. Let them be papist then, since the pope is their master. I neither am nor want to be anyone’s master. I hold, together with the universal church, the one universal teaching of Christ, who is our only master [Matt. 23:8].[5]

In that year Luther writes a dialectical supplement to this negative point of view in the final paragraphs of another brochure “Receiving both kinds in the Sacrament”, which is worthwhile considering in this context too as it puts a positive spin on using the name “Luther” and “Lutheran”:

Finally, I see that I must add a good word of admonition to those whom Satan has now begun to persecute. For there are some among them who think that when they are attacked, they can escape the danger by saying: I do not hold with Luther or with anyone else, but only with the holy gospel and the holy church, or with the Roman church. For saying so they think they will be left in peace. Yet in their hearts they regard my teaching as the teaching of the gospel and stand by it. In reality this kind of statement does not help them, and it is in effect a denial of Christ. Therefore, I beg such people to be very careful.

True, by any consideration of body or soul you should never say: I am Lutheran, or Papist. For neither of them died for you or is your master. Christ alone died for you, he alone is your master, and you should confess yourself a Christian. But if you are convinced that Luther’s teaching is in accord with the gospel and that the pope’s is not, then you should not discard Luther so completely, lest with him you discard also his teaching, which you nevertheless recognize as Christ’s teaching. You should rather say: Whether Luther is a rascal or a saint I do not care; his teaching is not his, but Christ’s.

For you will observe that the tyrants are not out merely to destroy Luther, but to wipe out the teaching. It is on account of the teaching that they attack you and ask you whether you are Lutheran. Here you must be sure not to speak with slippery or evasive words but frankly to confess Christ, no matter who did the preaching—Luther, or Tom, Dick, or Harry. The person you can forget; but the teaching you must confess. Paul also writes thus to Timothy in II Tim. 1[:8]: “Do not be ashamed then of testifying to our Lord, nor of me, a prisoner for his sake.” If it had been enough here for Timothy to confess the gospel, Paul would not have commanded him not to be ashamed also of Paul—not of Paul as a person but of Paul as a prisoner for the sake of the gospel. Now if Timothy had said, I do not hold with Paul or with Peter, but with Christ, when he knew that Peter and Paul were teaching Christ, then he would actually thereby have denied Christ himself. For Christ says in Matt. 10 concerning those who preach him: “He who receives you receives me, and he who rejects you rejects me.” Why this? Because holding thus with his messengers, those who bring his word, is the same as holding with Christ himself and with his word.[6]

So, in this latter sense Dr. Martin Luther could tolerate and even charge, that his name be used like a seal and trademark for the recovered and unadulterated gospel.[7]Therefore, today we unanimously hold, teach and confess “this blessed doctrine, the beloved, holy Gospel”, which our enemies reject as partisan, heretic and just plain “Lutherisch”[8]. We, however, are confident that it holds true and puts forth the very essence of the gospel of Him,  who is faithful and gave it to us first through His apostles and prophets of old, but then again and also very clearly and abundantly and delightful clarity through his servant, pastor, teacher and bishop Dr. Martin Luther. Nobody, who puts his trust in Him and the Christian Gospel, will be put to shame. That is why, we gladly pick up the cue from Luther in the last verse of his evangelical hymn: “Dear Christians, one and all, rejoice…”[9]

“What I have done and taught, teach thou, My ways forsake thou never; So shall My kingdom flourish now And God be praised forever. Take heed lest men with base alloy The heavenly treasure should destroy; This counsel I bequeath thee.”  (Martin Luther 1523)

[1]Today their reconstructed house can be visited there at Lutherstraße 15.

[2]Taking the cue from Malcolm Gladwell “Outliers”, who has pointed out, that outstanding performers were often born early in the year and thus became the older and bigger children in their respective school classes, we could ask, what further great things the reformer would have achieved over and above his already mind boggling achievements, if he had been born earlier on in the year.

[3]Very much like Philipp Schwarzerd (Blackrock – no, I´m joking – Blackearth) changing his name into the Greek: Melanchthon.

[4]One of Luther´s many opponents – Dr. Johannes Eck – played this name-calling game in their ongoing controversies addressing the venerable Doctor as the stinking “Luder”. Luther was not slow to fire back at the opposing Doctor – Dr. Eck – using the abbreviated “Dreck” (Dirt).

[5]Luther, M. (1999). Luther’s works, vol. 45 : The Christian in Society II. (J. J. Pelikan, H. C. Oswald, & H. T. Lehmann, Eds.) (Vol. 45, pp. 70–71). Philadelphia: Fortress Press. (Pg. 70-71)

[6]Luther, M. (1999).Luther’s works, vol. 36: Word and Sacrament II. (J. J. Pelikan, H. C. Oswald, & H. T. Lehmann, Eds.) (Vol. 36, pp. 265–266). Philadelphia: Fortress Press.

[7]Friedrich Wilhelm Hopf illustrates this point in his programmatic essay: “Lutherische Kirche treibt Lutherische Mission” in his FS for the 75thanniversary of the Bleckmar mission in 1967 bearing that title translated roughly as “Lutheran Church does Lutheran Mission”. See the pages 16-17.

[8]The original German text in the 15thArticle of the Apology of the Augsburg Confession uses the term “lütherisch” with the “Umlaut”. Cf. BSLK 305, 51f in the §43-44.

[9]http://www.lutheran-hymnal.com/lyrics/lw353.htm

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23. Sonntag nach Trinitatis (5. Sonntag nach Michaelis)

Wochenspruch

Dem König aller Könige und Herr aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, der da wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen kann, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann. Dem sei Ehre und ewige Macht! Amen. (1.Tim.6,15b.16a)

Introitus: Psalm 33

Der HERR schaut vom Himmel und sieht alle Menschenkinder. Von seinem festen Thron sieht er auf alle, die auf Erden wohnen. Der ihnen allen das Herz geschaffen hat, achtet auf alle ihre Werke. Einem König hilft nicht seine große Macht; ein Held kann sich nicht retten durch seine große Kraft. Rosse helfen auch nicht; da wäre man betrogen; und ihre große Stärke errettet nicht. Siehe, des HERRN Auge sieht auf alle, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen, dass er ihre Seele errette vom Tode und sie am Leben erhalte in Hungersnot. Unsre Seele harrt auf den HERRN; er ist uns Hilfe und Schild. Denn unser Herz freut sich seiner, und wir trauen auf seinen heiligen Namen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lesung aus dem Alten Testament 1.Buch Mose (Genesis) im 18. Kapitel

Und der HERR sprach: Es ist ein großes Geschrei über Sodom und Gomorra, denn ihre Sünden sind sehr schwer. Darum will ich hinabfahren und sehen, ob sie alles getan haben nach dem Geschrei, das vor mich gekommen ist, oder ob’s nicht so sei, damit ich’s wisse. Aber Abraham blieb stehen vor dem HERRN und trat herzu und sprach: Willst du denn den Gerechten mit dem Gottlosen umbringen? Es könnten vielleicht fünfzig Gerechte in der Stadt sein; wolltest du die umbringen und dem Ort nicht vergeben um fünfzig Gerechter willen, die darin wären? Das sei ferne von dir, dass du das tust und tötest den Gerechten mit dem Gottlosen, sodass der Gerechte wäre gleich wie der Gottlose! Das sei ferne von dir! Sollte der Richter aller Welt nicht gerecht richten? Der HERR sprach: Finde ich fünfzig Gerechte zu Sodom in der Stadt, so will ich um ihretwillen dem ganzen Ort vergeben. Abraham antwortete und sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden, zu reden mit dem Herrn, wiewohl ich Erde und Asche bin. Es könnten vielleicht fünf weniger als fünfzig Gerechte darin sein; wolltest du denn die ganze Stadt verderben um der fünf willen? Er sprach: Finde ich darin fünfundvierzig, so will ich sie nicht verderben. Und er fuhr fort mit ihm zu reden und sprach: Man könnte vielleicht vierzig darin finden. Er aber sprach: Ich will ihnen nichts tun um der vierzig willen. Abraham sprach: Zürne nicht, Herr, dass ich noch mehr rede. Man könnte vielleicht dreißig darin finden. Er aber sprach: Finde ich dreißig darin, so will ich ihnen nichts tun. Und er sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden, mit dem Herrn zu reden. Man könnte vielleicht zwanzig darin finden. Er antwortete: Ich will sie nicht verderben um der zwanzig willen. Und er sprach: Ach, zürne nicht, Herr, dass ich nur noch einmal rede. Man könnte vielleicht zehn darin finden. Er aber sprach: Ich will sie nicht verderben um der zehn willen. Und der HERR ging weg, nachdem er aufgehört hatte, mit Abraham zu reden; und Abraham kehrte wieder um an seinen Ort. (Verse 20-21.22b-33)

Epistolische Lektion im Philipperbrief das 3. Kapitel

Ahmt mit mir Christus nach, Brüder und Schwester, und seht auf die, die so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt. Denn viele wandeln so, dass ich euch oft von ihnen gesagt habe, nun aber sage ich’s auch unter Tränen: Sie sind die Feinde des Kreuzes Christi. Ihr Ende ist die Verdammnis, ihr Gott ist der Bauch und ihre Ehre ist in ihrer Schande; sie sind irdisch gesinnt. Wir aber sind Bürger im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, der unsern geringen Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann. (17-21)

Das Evangelium von Jesus Christus bei St. Matthäus das 22. Kapitel

Da gingen die Pharisäer hin und hielten Rat, dass sie ihn fingen in seinen Worten, und sandten zu ihm ihre Jünger samt den Anhängern des Herodes. Die sprachen: Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und lehrst den Weg Gottes recht und fragst nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was meinst du: Ist’s recht, dass man dem Kaiser Steuern zahlt, oder nicht? Da nun Jesus ihre Bosheit merkte, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Zeigt mir die Steuermünze! Und sie reichten ihm einen Silbergroschen. Und er sprach zu ihnen: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Als sie das hörten, wunderten sie sich, ließen von ihm ab und gingen davon.

Das Nizänische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater,  Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolische Kirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Die Liturgische Farbe ist grün.

Kollekte zum Sonntag

Herr, allmächtiger Gott, Du willst, dass wir Dich vor den Menschen bekennen und Dir mit unserm Leben dienen: Darum hilf uns, Deinem Wort gehorsam zu sein und vollbringe durch uns Deinen heiligen Willen. Durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Hauptlied: In Dich hab ich gehoffet, Herr (EKG 179,1-4.7)

 

1. In dich hab ich gehoffet, Herr;
hilf, dass ich nicht zuschanden werd
noch ewiglich zu Spotte!
Das bitt ich dich: Erhalte mich
in deiner Treu, mein Gotte!

2. Dein gnädig Ohr neig her zu mir,
erhör mein Bitt, tu dich herfür,
eil bald mich zu erretten.
In Angst und Weh ich lieg und steh;
hilf mir in meinen Nöten.

3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei,
sei mir ein Burg, darin ich frei
und ritterlich mög streiten,
ob mich gar sehr der Feinde Heer
anficht auf beiden Seiten.

4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort,
mein Schild, mein Kraft – sagt mir dein Wort -,
mein Hilf, mein Heil, mein Leben,
mein starker Gott in aller Not;
wer mag mir widerstreben?

5. Mir hat die Welt trüglich gericht’
mit Lügen und falschem Gedicht
viel Netz und heimlich Stricke;
Herr, nimm mein wahr in dieser G’fahr,
b’hüt’ mich vor falscher Tücke.

6. Herr, meinen Geist befehl ich dir;
mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir,
nimm mich in deine Hände.
O wahrer Gott, aus aller Not
hilf mir am letzten Ende.

7. Preis, Ehre, Ruhm und Herrlichkeit
sei Vater, Sohn Geist bereit’,
Lob seinem heilgen Namen.
Die göttlich Kraft mach uns sieghaft
durch Jesus Christus! Amen.

 

Adam Reißner (1500 – 1582)

Predigt über Römer 13:1-7

Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, ist sie von Gott angeordnet. Darum: Wer sich der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt Gottes Anordnung; die ihr aber widerstreben, werden ihr Urteil empfangen. Denn die Gewalt haben, muss man nicht fürchten wegen guter, sondern wegen böser Werke. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue Gutes, dann wirst du Lob von ihr erhalten. Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zugut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst. Sie ist Gottes Dienerin und vollzieht die Strafe an dem, der Böses tut. Darum ist es notwendig, sich unterzuordnen, nicht allein um der Strafe, sondern auch um des Gewissens willen.  Deshalb zahlt ihr ja auch Steuer; denn sie sind Gottes Diener, auf diesen Dienst beständig bedacht.  So gebt nun jedem, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer gebührt; Zoll, dem der Zoll gebührt; Furcht, dem die Furcht gebührt; Ehre, dem die Ehre gebührt.

 

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Nun freut Euch lieben Christen gmein…

Thesenanschlag 2017

So löste Dr. Martin Luthers Thesenanschlag damals die Reformation in 1517 am 31. Oktober aus

Die Sache war lange im Kommen. Doch dann ging es ganz schnell. Schlag auf Schlag. Rückblickend äußerst Dr. Martin Luther sein Erstaunen darüber, wie der lebendige Gott sein Evangelium in Windeseile über Europa verbreitete, obwohl er selbst doch nur im Hinterland von Wittenberg steckte. Luther war weit mehr Getriebener als Treiber. Es bleibt wahr, was uns das Augsburger Bekenntnis von 1530 bekennen lehrt: „Um diesen (allein seligmachenden) Glauben zu erlangen, hat Gott das Predigtamt eingesetzt, das Evangelium und die Sakramente gegeben, durch die er als durch Mittel den Heiligen Geist gibt, der den Glauben, wo und wann er will, in denen, die das Evangelium hören, wirkt.” (Artikel 5)

Mit den 95 Thesen, die Luther an die Tür der Schlosskirche (Universitäts Aula!) genagelt hat – praktisch an das „Schwarze Brett“ seiner Uni -, brachte er den Ball ins Rollen und die Reformation nahm vor dort ihren Lauf über diesen Kontinent bis an die Enden der Erde. Das Evangelium unseres Herrn Jesus Christus, wie es der heilige Apostel Paulus in vielen Briefen verkündigt hat, war das Dynamit, das alle Aufmerksamkeit auf sich zog (Eph. 2,8-10, Röm. 5,1-2). Wir fühlen heute noch das Nachbeben auf der ganzen Welt. Oder haben Sie nicht gehört, dass die Lutheraner in Afrika und Asien zunehmen von einem Jahr zum anderen?

Leider ist es auch klar, dass gleichzeitig die Enttäuschungen nicht ausbleiben. Der heilige Paulus konnte es nicht fassen, wie schnell seine Galater das Evangelium der Rechtfertigung des Sünders durch den Glauben an Jesus Christus aufgaben und in die verderbliche Selbstgerechtigkeit zurückverfielen. Genauso hat es Luther zunehmend deprimiert, dass seine Deutschen, angefangen bei den Bauern bis hinauf in die kaiserliche und päpstliche Hierarchien, enthusiastische Sakramentierer, traditionelle Juden, aufklärerische Humanisten und systematische Scholastiker usw. das rettende Evangelium ignorierten und in ihrer verderblichen Ideologie und unchristlichen Religion beharrten. Luthers große Freude, das Evangelium als Licht Gottes und größten Schatz der Kirche zu empfangen, wird auf schmerzhafteste Weise angefochten durch diese überaus traumatische Erfahrung, dass so viele das Evangelium und den Herrn Christus ablehnen. Es erinnert mich doch sehr an das Wehklagen unseres Herrn wie es der Evangelist Matthäus überliefert: “Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt! (23,37)

Luther verglich Gottes Mission mit dem Evangelium mit einem vorüberziehenden Sommerregen. Er kommt und geht wieder. Er erkannte Gottes große Gnade im Ausgießen seines befreienden und seligmachenden Evangeliums, aber er fürchtete sich auch vor der strafenden Dürre, wenn Gott den Himmel zuschließt und als Strafe für unseren Ungehorsam und Unglauben das Evangelium zum Schweigen bringt und den gnädigen Strom des Evangeliums stoppt.

In der kurzen Zeit, die ich hier in Lutherstadt Wittenberg war, habe ich verstanden, dass Gottes Sommerregen des Evangeliums nicht nur eine einmalige Angelegenheit ist. Es ist nicht nur wie Luther betont ein einmaliges Geschehen mit dem Evangelium. Nein, in Gottes großen Gnaden gibt es auch ein Zurückkehren der Verbannten und Ausgestoßenen in das Gelobte Land. Das haben wir wiederholt im Alten Testament gehört. Das Evangelium kehrt manchmal nach Generationen wieder zurück – wie es im Osten in unserer Lebzeit überaus eindrücklich geschehen ist. Das ist Gottes Gnade geschuldet und ist nicht von uns machbar. Das ist auch nicht saisonbedingt wie Gottes Bund mit Noah. Nein, es ist ein unberechenbares Kommen und Gehen – wie und wann Gott will. Wenn wir durch die Jahrhunderte zurückblicken, wissen wir, dass viele Orte, die das Evangelium für Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte verloren haben, manchmal und nur durch die Gnade Gottes, die Segnungen des Evangeliums erneut erhalten. Afrika ist ein typisches Beispiel – und auch die Lutherstadt Wittenberg.

Nach dem Aufleuchten des Evangeliums in der lutherischen Reformation im 16. Jahrhundert wurde dieser Erdteile durch den 30-jährigen Krieg, Napoleon, preußische Besetzung, Liberalismus, Unionismus, Nationalismus, Sozialismus, Kommunismus „und andere große Schande und Laster“ schwer beeinträchtigt. Nun hat das Evangelium wieder freien Kurs. Es kann frei in Häusern, Kapellen, Kirchen und Kathedralen gepredigt werden, dazu an Schulen, Universitäten und sogar an der Alten Lateinschule. Die Sonne zeigt ihr strahlendes Gesicht, der Herr Jesus Christus lässt sein Wort mit großen Scharen Evangelisten ausgehen. Alle sind geladen, reichlich zu nehmen von den köstlichen Schätzen. Wir dürfen alle schmecken und sehen, wie freundlich unser Gott ist. Doch Vorsicht: Es ist nicht selbstverständlich! Es kann auch wieder Nacht werden. Darum, solange Gott es in seiner unverdienten Barmherzigkeit gewährt: Greift zu und lasst es nicht links liegen. Das Evangelium ist der wahre Schatz der Kirche und aller Christen – für uns und zu unserem Heil. Wohl uns des feinen Herren! Darum dürfen wir fröhlich und getrost in Dr. Martin Luthers Danklied für die höchsten Wohltaten, so uns Gott in Christo erzeigt hat, einstimmen:

  1. Nun freut euch, lieben Christen gmein,
    Und laßt uns fröhlich springen,
    Daß wir getrost und all in ein
    Mit Lust und Liebe singen,
    Was Gott an uns gewendet hat
    Und seine süße Wundertat
    Gar teur hat ers erworben.
  2. Dem Teufel ich gefangen lag,
    Im Tod war ich verloren,
    Mein Sünd mich quälet Nacht und Tag,
    Darin ich war geboren;
    Ich fiel auch immer tiefer drein,
    Es war kein Guts am Leben mein,
    Die Sünd hat mich besessen.
  3. Mein gute Werk, die galten nicht,
    Es war mit ihn verdorben,
    Der frei Will hasste Gotts Gericht,
    er war zum Gut erstorben.
    Die Angst mich zu verzweifeln treib,
    Daß nichts denn Sterben bei mir bleib,
    Zur Höllen mußt ich sinken.
  4. Da jammert Gott in Ewigkeit
    Mein Elend übermaßen,
    Er dacht an sein Barmherzigkeit,
    Er wollt mir helfen lassen.
    Er wandt zu mir das Vaterherz,
    Es war bei ihm fürwahr kein Scherz,
    Er ließ sein Bestes kosten.
  5. Er sprach zu seinem lieben Sohn:
    Die Zeit ist hier zu Erbarmen,
    Fahr hin, meins Herzens werte Kron,
    Und sei das Heil der Armen
    Und hilf ihm aus der Sünden Not,
    Erwürg für ihn den bittern Tod
    Und laß ihn mit dir leben.
  6. Der Sohn dem Vater ghorsam ward,
    Er kam zu mir auf Erden
    Von einer Jungfrau rein und zart,
    Er sollt mein Bruder werden.
    Gar heimlich führt er sein Gewalt,
    Er ging in meiner armen Gstalt,
    Den Teufel wollt er fangen.
  7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich,
    Es soll dir jetzt gelingen;
    Ich geb mich selber ganz für dich,
    Da will ich für dich ringen;
    Denn ich bin dein und du bist mein,
    Und wo ich bleib, da sollst du sein,
    Uns soll der Feind nicht scheiden.
  8. Vergießen wird er mir mein Blut,
    Dazu mein Leben rauben,
    Das leid ich alles dir zu gut,
    Das halt mit festem Glauben,
    Den Tod verschlingt das Leben mein,
    Mein Unschuld trägt die Sünde dein,
    Da bist Du selig worden.
  9. Gen Himmel zu dem Vater mein
    Fahr ich von diesem Leben,
    Da will ich sein der Meister dein,
    Den Geist will ich dir geben,
    Der dich in Trübnis trösten soll
    Und lernen mich erkennen wohl
    Und in der Wahrheit leiten.
  10. Was ich getan hab und gelehrt,
    Das sollst du tun und lehren,
    Damit das Reich Gottes werd gemehrt
    Zu Lob und seinen Ehren.
    Und hüt dich vor der Menschen Satz,
    Davon verdirbt der edle Schatz,
    Das laß ich dir zu Letze.

(Martin Luther 1523)

Vielen Dank für Ihre Unterstützung der Internationalen Lutherischen Gesellschaft Wittenberg

Angelika und ich sind überaus dankbar für Ihre großzügige Unterstützung der „International Lutheran Society Wittenberg“. Gemeinsam arbeiten wir daran, die Türen der Alten Lateinschule für Besucher aus aller Welt, christliche Freunde und lutherische Familienmitglieder weit offen zu halten. Da schätzen wir Ihre Ermutigung sehr.

Schließen Sie sich uns an, wenn wir unserem Gott loben und danken für alles Gute, was hier bereits geschehen ist. Er ist der Geber aller guten und vollkommen Gaben. Von ihm erbitten wir nun auch weiterhin, dass er das Wirken und Tun hier segnen möge, damit sein Evangelium freudig erschalle zur Erbauung der Gemeinde im rechten Glauben und zu Taten helfender Liebe. Seine Gnade und Barmherzigkeit sind alle Tage neu. Wir hoffen und beten, dass das sich auch in unserem säkularen Kontext glaubwürdig erweise und die Menschen ihn deswegen in Glauben daran fröhlich loben und preisen.

Wir bitten Euch, die folgenden Fürbitten Euch zu eigen zu machen und treu für diese Arbeit inständig zu dem dreieiningen Gott zu beten:

  • Für offene Türen für das Evangelium in Wittenberg.
  • Für die Förderung des lutherischen Bekenntnisses hier und in aller Welt.
  • Um Hilfe und Rettung für alle, die in Not und Bedrängnis sind.
  • Für Gnade, Frieden und geistliche Erbauung für alle, die hier aus- und eingehen.
  • Für die notwendigen Mittel, die Kraft und Freudigkeit, die nötige Arbeit zu bewältigen.
  • Für Gott wohlgefällige Gottesdienste in der Kapelle
  • Für alle Touristen, Besucher und Hausbewohner, damit sie die Alte Lateinschule in der Lutherstadt Wittenberg als Segensort der Erholung, Erbauung und Ermunterung erfahren.
  • Für gute Bücher, hilfreiche Schulungen, erbauliche Kurse
  • Für interessierte Besucher, Mitarbeiter und Durchreisende
  • Für fruchtbares Schaffen und aufbauendes Wirken für Dozenten, Hörer und Lernende.
  • Für gute Begegnungen, bleibende und hilfreiche Vernetzung der Lutheraner aus aller Welt

Schließlich bitten wir auch um finanzielle Unterstützung dieses wichtigen Missionswerks in der Lutherstadt Wittenberg. Sie können aus folgende Methoden wählen:

  • Wittenberg Outreach mit der Notizzeile: Internationaler Lutherischer Rat (ILC)
  • Oder per Post direkt an den Internationaler Lutherischer Rat (ILC), Postfach 18775, St. Louis, MO 63118 in den USA
  • Oder per Anruf unter der Telefonnummer +1-314-8000310#
  • Oder auf das hiesige Konto der International Lutheran Society in Wittenberg unter der Bankkontoverbindung: IBAN DE05 8607 0024 0822 2135 00  BIC (SWIFT) DEUTDEDBLEG

Vielen Dank und bleiben Sie Gott befohlen + Behalten Sie: Sie sind herzlich willkommen vorbeizuschauen oder auch länger zu bleiben. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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Dankbar in der Alten Lateinschule

 

 

 

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Reformationsfest 2018

 

Tagesspruch aus 1.Kor.3:11 Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

Introitus: Psalm 46

Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken, wenn gleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. Sela.

Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben; Gott hilft ihr früh am Morgen. Die Völker müssen verzagen und die Königreiche fallen, das Erdreich muss vergehen, wenn er sich hören lässt. Der HERR Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz. Sela.

Kommt her und schauet die Werke des HERRN, der auf Erden solch ein Zerstören anrichtet, der den Kriegen ein Ende macht in aller Welt, der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt. Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin! Ich will mich erheben unter den Völkern, ich will mich erheben auf Erden. Der HERR Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz. Sela.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lesung aus dem Alten Testament beim Propheten Jesaja im 62. Kapitel

O Jerusalem, ich habe Wächter über deine Mauern bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen. Die ihr den HERRN erinnern sollt, ohne euch Ruhe zu gönnen, lasst ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wiederaufrichte und es setze zum Lobpreis auf Erden! Der HERR hat geschworen bei seiner Rechten und bei seinem starken Arm: Ich will dein Getreide nicht mehr deinen Feinden zu essen geben noch deinen Wein, mit dem du so viel Arbeit hattest, die Fremden trinken lassen, sondern die es einsammeln, sollen’s auch essen und den HERRN rühmen, und die ihn einbringen, sollen ihn trinken in den Vorhöfen meines Heiligtums. Gehet ein, gehet ein durch die Tore! Bereitet dem Volk den Weg! Machet Bahn, machet Bahn, räumt die Steine hinweg! Richtet ein Zeichen auf für die Völker! Siehe, der HERR lässt es hören bis an die Enden der Erde: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt! Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her! Man wird sie nennen »Heiliges Volk«, »Erlöste des HERRN«, und dich wird man nennen »Gesuchte« und »Nicht mehr verlassene Stadt«.

Epistel des hl. Apostels Paulus an die Römer im 3. Kapitel

Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben. Denn es ist hier kein Unterschied: Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. Den hat Gott für den Glauben hingestellt zur Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher begangen wurden in der Zeit der Geduld Gottes, um nun, in dieser Zeit, seine Gerechtigkeit zu erweisen, auf dass er allein gerecht sei und gerecht mache den, der da ist aus dem Glauben an Jesus. Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das Gesetz der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens. So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben. (Verse 21-28)

Hallelujahvers: Gott der Herr ist Sonne und Schild; der Herr gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. (Psalm 84:12)

Das Evangelium von Jesus Christus bei St. Matthäus das 10. Kapitel

Darum fürchtet euch nicht vor ihnen. Denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was man nicht wissen wird. Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was euch gesagt wird in das Ohr, das verkündigt auf den Dächern. Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet viel mehr den, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle. Verkauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Haupt alle gezählt.  Darum fürchtet euch nicht; ihr seid kostbarer als viele Sperlinge. Wer nun mich bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem Vater im Himmel.

Das Nizänische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolische Kirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Predigt über Galater 5:1-6

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen. Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lässt, dass er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist. Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, aus der Gnade seid ihr herausgefallen. Denn wir warten im Geist durch den Glauben auf die Gerechtigkeit, auf die wir hoffen. Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.

Die Liturgische Farbe ist rot.

Kollekte zum Reformationsfest

Wir bitten dich, allmächtiger Gott: heilige und bewahre deine Kirche durch dein beständiges Erbarmen und weil sie ohne dich nicht in Frieden bestehen kann, so regiere und führe du sie allzeit nach dem Reichtum deiner Gnade. Durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Hauptlied: Nun freut euch, lieben Christen gmein… (ELKG 250)

Ein Danklied für die höchsten Wohltaten, so uns Gott in Christo erzeigt hat

1. Nun freut euch, lieben Christen gmein,
Und laßt uns fröhlich springen,
Daß wir getrost und all in ein
Mit Lust und Liebe singen,
Was Gott an uns gewendet hat
Und seine süße Wundertat
Gar teur hat ers erworben.

2. Dem Teufel ich gefangen lag,
Im Tod war ich verloren,
Mein Sünd mich quälet Nacht und Tag,
Darin ich war geboren;
Ich fiel auch immer tiefer drein,
Es war kein Guts am Leben mein,
Die Sünd hat mich besessen.

3. Mein gute Werk, die golten nicht,
Es war mit ihn verdorben,
Der frei Will hasset Gotts Gericht,
er war zum Gut erstorben.
Die Angst mich zu verzweifeln treib,
Daß nichts denn Sterben bei mir bleib,
Zur Höllen mußt ich sinken.

4. Da jammert Gott in Ewigkeit
Mein Elend übermaßen,
Er dacht an sein Barmherzigkeit,
Er wollt mir helfen lassen.
Er wandt zu mir das Vaterherz,
Es war bei ihm fürwahr kein Scherz,
Er ließ sein Bestes kosten.

5. Er sprach zu seinem lieben Sohn:
Die Zeit ist hie zurbarmen,
Fahr hin, meins Herzens werte Kron,
Und sei das Heil der Armen
Und hilf ihm aus der Sünden Not,
Erwürg für ihn den bittern Tod
Und laß ihn mit dir leben.

6. Der Sohn dem Vater ghorsam ward,
Er kam zu mir auf Erden
Von einer Jungfrau rein und zart,
Er sollt mein Bruder werden.
Gar heimlich führt er sein Gewalt,
Er ging in meiner armen Gstalt,
Den Teufel wollt er fangen.

7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich,
Es soll dir jetzt gelingen;
Ich geb mich selber ganz für dich,
Da will ich für dich ringen;
Denn ich bin dein und du bist mein,
Und wo ich bleib, da sollst du sein,
Uns soll der Feind nicht scheiden.

8. Vergießen wird er mir mein Blut,
Dazu mein Leben rauben,
Das leid ich alles dir zu gut,
Das halt mit festem Glauben,
Den Tod verschlingt das Leben mein,
Mein Unschuld trägt die Sünde dein,
Da bist Du selig worden.

9. Gen Himmel zu dem Vater mein
Fahr ich von diesem Leben,
Da will ich sein der Meister dein,
Den Geist will ich dir geben,
Der dich in Trübnis trösten soll
Und lernen mich erkennen wohl
Und in der Wahrheit leiten.

10.Was ich getan hab und gelehrt,
Das sollst du tun und lehren,
Damit das Reich Gottes werd gemehrt
Zu Lob und seinen Ehren.
Und hüt dich vor der Menschen Satz,
Davon verdirbt der edle Schatz,
Das laß ich dir zu Letze.

Martin Luther 1483-1564

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22. Sonntag nach Trinitatis (4.Sonntag nach Michaelis)

 

 

 

Wochenspruch:  Denn bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte. (Psalm 130:4)

Antiphon: Wenn Du, Herr, Sünden anrechnen willst, Herr, wer wird bestehen? Denn bei Dir ist die Vergebung, dass man Dich fürchte. (Psalm 130:3-4)

Introitus 

Ich harre des HERRN, meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort. Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen; mehr als die Wächter auf den Morgen hoffe Israel auf den HERRN! Denn bei dem HERRN ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm.  Und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden. (Psalm 130:5-8)

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Atl. Lesung beim Propheten Micha im 6. Kapitel

»Womit soll ich mich dem HERRN nahen, mich beugen vor dem Gott in der Höhe? Soll ich mich ihm mit Brandopfern nahen, mit einjährigen Kälbern? Wird wohl der HERR Gefallen haben an viel tausend Widdern, an unzähligen Strömen von Öl? Soll ich meinen Erstgeborenen für meine Übertretung geben, meines Leibes Frucht für meine Sünde?« Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. (Verse 6-8)

Epistolische Lektion aus dem Philipperbrief im 1. Kapitel

Ich danke meinem Gott, sooft ich euer gedenke – was ich allezeit tue in allen meinen Gebeten für euch alle, und ich tue das Gebet mit Freuden –,  für eure Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tage an bis heute; und ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.  So halte ich es denn für richtig, dass ich so von euch allen denke, weil ich euch in meinem Herzen habe, die ihr alle mit mir an der Gnade teilhabt in meiner Gefangenschaft und wenn ich das Evangelium verteidige und bekräftige.  Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlangt von Herzensgrund in Christus Jesus. Und ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung,  sodass ihr prüfen könnt, was das Beste sei, damit ihr lauter und unanstößig seid für den Tag Christi, erfüllt mit Frucht der Gerechtigkeit durch Jesus Christus zur Ehre und zum Lobe Gottes. (3-11)

Hallelujahvers: Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden. (Ps.147,3)

Kollekte zum Sonntag: Barmherziger, gütiger Gott, Du vergibst uns reichlich und täglich alle unsre Sünde: gib uns Deinen heiligen Geist, dass er Deine Barmherzigkeit in unsere Herzen schreibe damit auch wir einander willig vergeben. Durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Das Evangelium von Jesus Christus bei St. Matthäus im 18. Kapitel

Da trat Petrus hinzu und sprach zu Jesus: Herr, wie oft muss ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Ist’s genug siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir: nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal. Darum gleicht das Himmelreich einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war ihm zehntausend Zentner Silber schuldig. Da er’s nun nicht bezahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und zu zahlen. Da fiel der Knecht nieder und flehte ihn an und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will dir’s alles bezahlen. Da hatte der Herr Erbarmen mit diesem Knecht und ließ ihn frei und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging dieser Knecht hinaus und traf einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Silbergroschen schuldig; und er packte und würgte ihn und sprach: Bezahle, was du schuldig bist! Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will dir’s bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war. Als nun seine Mitknechte das sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten bei ihrem Herrn alles vor, was sich begeben hatte. Da befahl ihn sein Herr zu sich und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich gebeten hast; hättest du dich da nicht auch erbarmen sollen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmt habe? Und sein Herr wurde zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis er alles bezahlt hätte, was er schuldig war. So wird auch mein himmlischer Vater an euch tun, wenn ihr nicht von Herzen vergebt, ein jeder seinem Bruder. (21-35)

Hauptlied: Herr Jesu, Gnadensonne… EKG 258

  1.  Herr Jesu, Gnadensonne,
    wahrhaftes Lebenslicht:
    Mit Leben, Licht und Wonne
    wollst du mein Angesicht
    nach Deiner Gnad er freuen
    und meinen Geist erneuen,
    mein Gott, versag mir’s nicht.
  2. Vergib mir meine Sünden
    und wirf sie hinter Dich;
    lass allen Zorn verschwinden
    und hilf mir gnädiglich.
    Lass Deine Friedensgaben
    mein armes Herze laben.
    Ach Herr, erhöre mich!
  3. Vertreib aus meiner Seelen
    den alten Adamssinn
    und lass mich Dich erwählen,
    auf dass ich mich forthin
    zu Deinem Dienst ergebe
    und Dir zur Ehre lebe,
    weil ich erlöset bin.
  4. Befördre dein Erkenntnis
    in mir, mein Seelenhort,
    und öffne mein Verständnis,
    Herr, durch dein heilig Wort,
    damit ich an dich glaube
    und in der Wahrheit bleibe
    zu Trutz der Höllenpfort.
  5. Mit deiner Kraft mich rüste,
    zu kreuz´gen mein Begier
    und alle bösen Lüste,
    auf dass ich für und für
    der Sündenwelt absterbe
    und nach dem Fleisch verderbe,
    hingegen leb ich in dir.
  6. Ach zünde Deine Liebe
    in meiner Seele an,
    dass ich aus innerm Triebe
    Dich ewig lieben kann
    Und Dir zum Wohlgefallen
    Beständig möge wallen
    Auf rechter Lebensbahn.
  7. Nun, Herr, verleih mir Stärke,
    verleih mir Kraft und Mut;
    denn das sind Gnadenwerke,
    die Dein Geist schafft und tut.
    Hingegen meine Sinnen,
    mein Lassen und Beginnen
    ist böse und nicht gut.
  8. Darum, Du Gott der Gnaden,
    Du Vater aller Treu,
    wend allen Seelenschaden
    und mach mich täglich neu;
    gib, dass ich Deinen Willen
    gedenke zu erfüllen,
    und steh mir kräftig bei!

Ludwig Andreas Gotter (1661 – 1735)

Predigttext Epheserbrief 4:7-13

Einem jeden aber von uns ist die Gnade gegeben nach dem Maß der Gabe Christi. Darum heißt es (Psalm 68,19): »Er ist aufgefahren zur Höhe, hat Gefangene in die Gefangenschaft geführt und den Menschen Gaben gegeben.« Dass er aber aufgefahren ist, was heißt das anderes, als dass er auch hinabgefahren ist in die Tiefen der Erde?  Der hinabgefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, damit er alles erfülle.  Und er selbst gab den Heiligen die einen als Apostel, andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Menschen, zum vollen Maß der Fülle Christi,

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21. Sonntag nach Trinitatis (3. Sonntag nach Michaelis): Suchet der Stadt Bestes!

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Wochenspruch:

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. (Rö12,21)

Antiphon: Jesaja 41:10

Ich bin Dein Gott; ich stärke dich und helfe dir, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.

Psalm zum Sonntag: Psalm 19

Die Befehle des HERRN sind richtig und erfreuen das Herz. Die Gebote des HERRN sind lauter und erleuchten die Augen. Die Furcht des HERRN ist rein und bleibt ewiglich. Die Rechte des HERRN sind wahrhaftig, allesamt gerecht. 11 Sie sind köstlicher als Gold und viel feines Gold, sie sind süßer als Honig und Honigseim. Auch lässt dein Knecht sich durch sie warnen; und wer sie hält, der hat großen Lohn. Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Sünden! Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen, dass sie nicht über mich herrschen; so werde ich ohne Tadel sein und unschuldig bleiben von großer Missetat. Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dir, HERR, mein Fels und mein Erlöser.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lesung aus dem Alten Testament beim Propheten Jeremia im 29. Kapitel

Dies sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia von Jerusalem sandte an den Rest der Ältesten, die weggeführt waren, an die Priester und Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar von Jerusalem nach Babel weggeführt hatte – nachdem der König Jechonja und die Königinmutter mit den Kämmerern und Oberen in Juda und Jerusalem samt den Zimmerleuten und Schmieden aus Jerusalem weggeführt waren –, durch Elasa, den Sohn Schafans, und Gemarja, den Sohn Hilkijas, die Zedekia, der König von Juda, nach Babel sandte zu Nebukadnezar, dem König von Babel: So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu allen Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen: Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und esst ihre Früchte; nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für eure Söhne Frauen und gebt eure Töchter Männern, dass sie Söhne und Töchter gebären; mehrt euch dort, dass ihr nicht weniger werdet. Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s euch auch wohl. Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Lasst euch durch die Propheten, die bei euch sind, und durch die Wahrsager nicht betrügen, und hört nicht auf die Träume, die sie träumen! Denn sie weissagen euch Lüge in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt, spricht der HERR. Denn so spricht der HERR: Wenn für Babel siebzig Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen, dass ich euch wieder an diesen Ort bringe. Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung. Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhören. Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, spricht der HERR, und will euch wieder an diesen Ort bringen, von wo ich euch habe wegführen lassen. (1-14: Predigttext sind die Verse 1.4-7.10-14)

Epistolische Lektion im Epheserbrief das 6. Kapitel

Zuletzt: Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die über diese Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt. So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit und beschuht an den Füßen, bereit für das Evangelium des Friedens. Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen, und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. (10-17)

Das Evangelium von Jesus Christus bei St. Matthäus im 5. Kapitel

Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Auge um Auge, Zahn um Zahn.« Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Bösen, sondern: Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand eine Meile nötigt, so geh mit ihm zwei. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will. Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.

Die Liturgische Farbe ist grün.

Kollekte zum Sonntag

Ewiger, gütiger Gott, du allein bist unsre Macht und unser Heil: schaue gnädig auf deine Kirche und halte uns mit deiner rechten Hand, daß wir nicht straucheln und fallen, sondern in deiner Kraft den Sieg behalten. Durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Hauptlied: O König Jesu Christe (EKG 203)

 

1. O König Jesu Christe,
ein Fürst, Hauptmann und Held,
zu ewiglicher Friste
vom Vater auserwählt
ein Sohn Davids geboren:
Dein Reich ewig besteht,
das dir Gott hat geschworen,
durch seinen Geist geredt.
4. zu kämpfen und zu fechten
nach dir ganz ritterlich
und allen deinen Knechten,
die von Anfang in dich
gehoffet und vertrauet
in aller Angst und Not
auf dein Gnad fest gebauet
bis in’ zeitlichen Tod.
2. Dich, Herr, wir wollen bitten,
du edler Herzog wert,
nach rechter Kinder Sitten:
Send uns dein geistliche Schwert,
das schneidt zu beiden Seiten,
ich mein dein göttlich Wort,
damit wir mögen streiten
wider der Höllen Pfort.
5. O Gott, tu uns erhalten
in diesem großen Streit,
laß die Lieb nicht erkalten
durch Ungerechtigkeit,
darin die arge Welt
überhand genommen hat.
Hilf uns behalten das Felde
durch deine große Gnad.
3. Den Harnisch tu uns senden,
den du getragen hast,
umgürt uns unsre Lenden
mit deiner Wahrheit Glast,
den Panzer tu uns geben
deiner Gerechtigkeit,
den Schild des Glaubens eben,
damit uns zubereit’.

Leonhard Roth um 1500-1541

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Was ist los an der “Alten Lateinschule”?

Hier eine kl. Aktualisierung zum Stand der Dinge an der “Alten Lateinschule“, die hoffentlich schon in nächster Zukunft eine “Neue Lutherschule” beherbergt: OLS Vorstellung 2018.   Dazu eine kl. Form für den Datenschutz: Kontaktformular

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