Gedenke, wie kurz mein Leben ist, wie vergänglich Du alle Menschen geschaffen hast! (Psalm 89,39ff)

Der Prophet Nathan konfrontiert König David.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Hörversion dieser Andacht:

Wochenspruch aus Psalm 130,4

Denn bei Dir ist die Vergebung, daß man Dich fürchte.

Introitus Psalm 89,39ff: Eine Unterweisung Etans, des Esrachiters.

Aber nun hast Du verstoßen und verworfen und zürnst mit Deinem Gesalbten! Du hast zerbrochen den Bund mit Deinem Knecht und seine Krone entweiht in den Staub. Du hast eingerissen alle seine Mauern und hast zerstört seine Festungen. Es berauben ihn alle, die vorübergehen; er ist seinen Nachbarn ein Spott geworden. 

Du hast die Rechte seiner Widersacher erhöht und alle seine Feinde erfreut. Auch hast Du die Kraft seines Schwerts weggenommen und läßest ihn nicht siegen im Streit. Du hast seinem Glanz ein Ende gemacht und seinen Thron zu Boden geworfen. Du hast die Tage seiner Jugend verkürzt und ihn bedeckt mit Schande. Sela. 

Wie lange, HERR, willst Du Dich immerfort verbergen und Deinen Grimm wie Feuer brennen lassen? Gedenke, wie kurz mein Leben ist, wie vergänglich Du alle Menschen geschaffen hast! Wo ist jemand, der da lebt und den Tod nicht sähe, der seine Seele errette aus des Todes Hand? Sela. 

Herr, wo ist Deine Gnade von einst, die Du David geschworen hast in Deiner Treue? Gedenke, Herr, an die Schmach Deiner Knechte, die ich trage in meiner Brust von all den vielen Völkern, mit der, HERR, Deine Feinde Dich schmähen, mit der sie schmähen die Spuren Deines Gesalbten! Gelobt sei der HERR ewiglich! Amen! Amen! 

Lutherisches Kirchengesangbuch Nr. 240 von Christian Ludwig Scheidt, 1742

Aus Gnaden soll ich selig werden! Herz, glaubst Du’s oder glaubst Du’s nicht? Was willst Du Dich so zag gebärden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: aus Gnaden ist der Himmel Dein.

Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin; Gott, der aus Lieb im Fleisch erschienen, bringt uns den seligen Gewinn, daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht.

Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, solange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Worte preist, worauf all unser Glaube ruht, ist: Gnade durch des Lammes Blut.

Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl. Ich kenn mein sündliches Verderben, doch auch den, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht.

Jesaja 64,5-11

So wurden wir alle wie die Unreinen, und alle unsre Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid. Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsre Sünden tragen uns davon wie der Wind. 

Niemand ruft Deinen Namen an oder macht sich auf, daß er sich an Dich halte; denn Du hast Dein Angesicht vor uns verborgen und läßt uns vergehen unter der Gewalt unsrer Schuld. 

Aber nun, HERR, Du bist doch unser Vater! Wir sind Ton, Du bist unser Töpfer, und wir alle sind Deiner Hände Werk. HERR, zürne nicht so sehr und gedenke nicht ewig der Sünde! Sieh doch an, daß wir alle Dein Volk sind! 

Deine heiligen Städte sind zur Wüste geworden, Zion ist zur Wüste geworden, Jerusalem liegt zerstört. Das Haus unsrer Heiligkeit und Herrlichkeit, in dem Dich unsre Väter gelobt haben, ist mit Feuer verbrannt, und alles, was wir Schönes hatten, ist zuschanden gemacht. 

HERR, willst Du bei alledem noch zögern und schweigen und uns so sehr niederschlagen? 

2. Samuel 12,1-10.13-14 (Nathan und König David)

Und der HERR sandte Nathan zu David. Als der zu ihm kam, sprach er zu ihm:

Es waren zwei Männer in einer Stadt, der eine reich, der andere arm. Der Reiche hatte sehr viele Schafe und Rinder; aber der Arme hatte nichts als ein einziges kleines Schäflein, das er gekauft hatte.

Und er nährte es, daß es groß wurde bei ihm zugleich mit seinen Kindern. Es aß von seinem Bissen und trank aus seinem Becher und schlief in seinem Schoß, und er hielt’s wie eine Tochter. 

Als aber zu dem reichen Mann ein Gast kam, brachte er’s nicht über sich, von seinen Schafen und Rindern zu nehmen, um dem Gast etwas zuzurichten, der zu ihm gekommen war. Und er nahm das Schaf des armen Mannes und richtete es dem Mann zu, der zu ihm gekommen war. 

Da geriet David in großen Zorn über den Mann und sprach zu Nathan: So wahr der HERR lebt: Der Mann ist ein Kind des Todes, der das getan hat! Dazu soll er das Schaf vierfach bezahlen, weil er das getan und sein eigenes geschont hat. 

Da sprach Nathan zu David: Du bist der Mann!

So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe Dich zum König gesalbt über Israel und habe Dich errettet aus der Hand Sauls und habe Dir Deines Herrn Haus gegeben, dazu seine Frauen in Deinen Schoß, und habe Dir das Haus Israel und Juda gegeben; und ist das zu wenig, will ich noch dies und das dazutun. 

Warum hast Du denn das Wort des HERRN verachtet, daß Du getan hast, was ihm mißfiel? Uria, den Hetiter, hast Du erschlagen mit dem Schwert, seine Frau hast Du Dir zur Frau genommen, ihn aber hast Du umgebracht durch das Schwert der Ammoniter. Nun, so soll von Deinem Hause das Schwert nimmermehr lassen, weil Du mich verachtet und die Frau Urias, des Hetiters, genommen hast, daß sie Deine Frau sei. 

Da sprach David zu Nathan: Ich habe gesündigt gegen den HERRN. Nathan sprach zu David: So hat auch der HERR Deine Sünde weggenommen; Du wirst nicht sterben. Aber weil Du die Feinde des HERRN durch diese Sache zum Lästern gebracht hast, wird der Sohn, der Dir geboren ist, des Todes sterben.

Schmalkaldische Artikel 3,VII,1-VIII,13 Von den Schlüsseln usw.

Apostolisches Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde.

Und an Jesum Christum, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du eines dieser Gebete dazu sprechen

Luthers Morgensegen

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Luthers Abendsegen

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen.

Der Friede des Herr sei mit Euch +

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist. Amen.

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Siehe, wie fein und lieblich ist’s, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen! (Psalm 133)

Die Dreifaltigkeits Ikone von Andrej Rublëv (1360-1430) in der Tretjakov Gallerie, Moskau.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Hörversion dieser Andacht:

Wochenspruch aus Psalm 130,4

Denn bei Dir ist die Vergebung, daß man Dich fürchte.

Introitus Psalm 133: Von David, ein Wallfahrtslied.

Siehe, wie fein und lieblich ist’s, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen! 

Es ist wie das feine Salböl auf dem Haupte Aarons, das herabfließt in seinen Bart, das herabfließt zum Saum seines Kleides, wie der Tau, der vom Hermon herabfällt auf die Berge Zions!

Denn dort verheißt der HERR Segen und Leben bis in Ewigkeit.

Lutherisches Kirchengesangbuch Nr. 127 von Sebald Heyden 1525

O Mensch, bewein Dein Sünde groß, darum Christus seins Vaters Schoß äußert und kam auf Erden; von einer Jungfrau rein und zart für uns er hier geboren ward, er wollt der Mittler werden, Den Toten er das Leben gab und tat dabei all Krankheit ab, bis sich die Zeit herdrange, daß er für uns geopfert würd, trüg unsrer Sünden schwere Bürd wohl an dem Kreuze lange.

So laßt uns nun ihm dankbar sein, daß er für uns litt solche Pein, nach seinem Willen leben. Auch laßt uns sein der Sünde feind, weil uns Gotts Wort so helle scheint, Tag, Nacht danach tun streben, die Lieb erzeigen jedermann, die Christus hat an uns getan mit seinem Leiden, Sterben. O Menschenkind, betracht das recht, wie Gottes Zorn die Sünde schlägt, tu Dich davor bewahren!

1.Mose 4,17-24

Und Kain erkannte seine Frau; die ward schwanger und gebar den Henoch. Und er baute eine Stadt, die nannte er nach seines Sohnes Namen Henoch. Dem Henoch aber wurde Irad geboren, Irad zeugte Mehujaël, Mehujaël zeugte Metuschaël, Metuschaël zeugte Lamech. 

Lamech aber nahm zwei Frauen, eine hieß Ada, die andere Zilla. Und Ada gebar Jabal; von dem sind hergekommen, die in Zelten wohnen und Vieh halten. Und sein Bruder hieß Jubal; von dem sind hergekommen alle Zither- und Flötenspieler. Zilla aber gebar auch, nämlich den Tubal-Kain; der machte die Werkzeuge für alle Erz- und Eisenschmiede.

Und die Schwester des Tubal-Kain war Naama. 

Und Lamech sprach zu seinen Frauen: Ada und Zilla, höret meine Rede, Ihr Frauen Lamechs, merkt auf, was ich sage: Einen Mann erschlug ich für meine Wunde und einen Jüngling für meine Beule. Kain soll siebenmal gerächt werden, aber Lamech siebenundsiebzigmal. 

1.Mose 18,20-33

Und der HERR sprach: Es ist ein großes Geschrei über Sodom und Gomorra, denn ihre Sünden sind sehr schwer. Darum will ich hinabfahren und sehen, ob sie alles getan haben nach dem Geschrei, das vor mich gekommen ist, oder ob’s nicht so sei, damit ich’s wisse. 

Und die Männer wandten ihr Angesicht und gingen nach Sodom. Aber Abraham blieb stehen vor dem HERRN und trat herzu und sprach: Willst Du denn den Gerechten mit dem Gottlosen umbringen? 

Es könnten vielleicht fünfzig Gerechte in der Stadt sein; wolltest Du die umbringen und dem Ort nicht vergeben um fünfzig Gerechter willen, die darin wären? Das sei ferne von Dir, daß Du das tust und tötest den Gerechten mit dem Gottlosen, sodaß der Gerechte wäre gleich wie der Gottlose! Das sei ferne von Dir! Sollte der Richter aller Welt nicht gerecht richten? 

Der HERR sprach: Finde ich fünfzig Gerechte zu Sodom in der Stadt, so will ich um ihretwillen dem ganzen Ort vergeben. 

Abraham antwortete und sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden, zu reden mit dem Herrn, wiewohl ich Erde und Asche bin. Es könnten vielleicht fünf weniger als fünfzig Gerechte darin sein; wolltest Du denn die ganze Stadt verderben um der fünf willen? Er sprach: Finde ich darin fünfundvierzig, so will ich sie nicht verderben. 

Und er fuhr fort mit ihm zu reden und sprach: Man könnte vielleicht vierzig darin finden. Er aber sprach: Ich will ihnen nichts tun um der vierzig willen. 

Abraham sprach: Zürne nicht, Herr, daß ich noch mehr rede. Man könnte vielleicht dreißig darin finden. Er aber sprach: Finde ich dreißig darin, so will ich ihnen nichts tun. 

Und er sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden, mit dem Herrn zu reden. Man könnte vielleicht zwanzig darin finden. Er antwortete: Ich will sie nicht verderben um der zwanzig willen. 

Und er sprach: Ach, zürne nicht, Herr, daß ich nur noch einmal rede. Man könnte vielleicht zehn darin finden. Er aber sprach: Ich will sie nicht verderben um der zehn willen. 

Und der HERR ging weg, nachdem er aufgehört hatte, mit Abraham zu reden; und Abraham kehrte wieder um an seinen Ort. 

Schmalkaldische Artikel 3,III,41-VI,5

Apostolisches Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde.

Und an Jesum Christum, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du eines dieser Gebete dazu sprechen

Luthers Morgensegen

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Luthers Abendsegen

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen.

Der Friede des Herr sei mit Euch +

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist. Amen.

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Höre, Gott, mein Schreien und merke auf mein Gebet! (Psalm 61)

“Jakobs und Esaus Versöhnung” von Peter Paul Rubens (1577-1640)

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Hörversion dieser Andacht:

Wochenspruch aus Psalm 130,4

Denn bei Dir ist die Vergebung, daß man Dich fürchte.

Introitus Psalm 61. Von David, vorzusingen, beim Saitenspiel.

Höre, Gott, mein Schreien und merke auf mein Gebet! Vom Ende der Erde rufe ich zu Dir, denn mein Herz ist in Angst; Du wollest mich führen auf einen hohen Felsen. 

Denn Du bist meine Zuversicht, ein starker Turm vor meinen Feinden. Laß mich wohnen in Deinem Zelte ewiglich und Zuflucht haben unter Deinen Fittichen. Sela. 

Denn Du, Gott, hörst meine Gelübde und gibst mir teil am Erbe derer, die Deinen Namen fürchten. Du wollest dem König langes Leben geben, daß seine Jahre währen für und für, daß er immer throne vor Gott.

Laß Güte und Treue ihn behüten! So will ich Deinem Namen lobsingen ewiglich, daß ich meine Gelübde erfülle täglich. 

Lutherisches Kirchengesangbuch Nr. 227,8-14. Paul Speratus, 1524

Es ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset; der Glaub gibt einen hellen Schein, wenn er die Werk nicht lasset; mit Gott der Glaub ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Guts tun, bist Du aus Gott geboren.

Es wird die Sünd durchs G’setz erkannt und schlägt das G’wissen nieder, das Evangelium kommt zuhand und stärkt den Sünder wieder und spricht: „Nur kreuch zum Kreuz herzu, Im G’setz ist weder Rast noch Ruh Mit allen seinen Werken!“

Die Werk, die kommen g’wißlich her aus einem rechten Glauben; denn das nicht rechter Glaube wär, wolltst ihn der Werk berauben. Doch macht allein der Glaub gerecht, die Werke sind des Nächsten Knecht, dran wir den Glauben merken.

Die Hoffnung wart’ der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; wann das geschehen soll zur Freud, setzt Gott kein gwisse Tage. Er weiß wohl, wanns am besten ist, und braucht an uns kein arge List; des solln wir ihm vertrauen.

Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß Dich es nicht erschrecken, denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken. Sein Wort laß Dir gewisser sein, und ob Dein Fleisch spräch lauter Nein, so laß doch Dir nicht grauen.

Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gutheit willen Gott Vater, Sohn, und Heilgem Geist. Der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns ang’fangen hat zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name;

sein Reich zukomm; sein Will auf Erd g’scheh wie im Himmelsthrone; das täglich Brot noch heut uns werd; woll unsrer Schuld verschonen, wie wir auch unsern Schuldnern tun; laß uns nicht in Versuchung stehn; lös uns vom Übel. Amen.

1.Mose (Genesis) 4,1-16 (Kain und Abel)

Und Adam erkannte seine Frau Eva, und sie ward schwanger und gebar den Kain und sprach: Ich habe einen Mann gewonnen mithilfe des HERRN. Danach gebar sie Abel, seinen Bruder. Und Abel wurde ein Schäfer, Kain aber wurde ein Ackermann. 

Es begab sich aber nach etlicher Zeit, daß Kain dem HERRN Opfer brachte von den Früchten des Feldes. Und auch Abel brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HERR sah gnädig an Abel und sein Opfer, aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an.

Da ergrimmte Kain sehr und senkte finster seinen Blick. Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst Du? Und warum senkst Du Deinen Blick? Ist’s nicht so: Wenn Du fromm bist, so kannst Du frei den Blick erheben. Bist Du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach Dir hat sie Verlangen; Du aber herrsche über sie. 

Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: Laß uns aufs Feld gehen! Und es begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot. 

Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist Dein Bruder Abel? Er sprach: Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein? 

Er aber sprach: Was hast Du getan? Die Stimme des Blutes Deines Bruders schreit zu mir von der Erde. Und nun: Verflucht seist Du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und Deines Bruders Blut von Deinen Händen empfangen. Wenn Du den Acker bebauen wirst, soll er Dir hinfort seinen Ertrag nicht geben. Unstet und flüchtig sollst Du sein auf Erden. 

Kain aber sprach zu dem HERRN: Meine Schuld ist zu schwer, als daß ich sie tragen könnte. Siehe, Du treibst mich heute vom Acker, und ich muß mich vor Deinem Angesicht verbergen und muß unstet und flüchtig sein auf Erden. So wird mir’s gehen, daß mich totschlägt, wer mich findet. 

Aber der HERR sprach zu ihm: Nein, sondern wer Kain totschlägt, das soll siebenfältig gerächt werden. Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, daß ihn niemand erschlüge, der ihn fände. So ging Kain hinweg von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Lande Nod, jenseits von Eden, gegen Osten. 

1.Mose (Genesis) 33,1-16 (Jakob und Esau)

Jakob hob seine Augen auf und sah seinen Bruder Esau kommen mit vierhundert Mann. Und er verteilte seine Kinder auf Lea und auf Rahel und auf die beiden Mägde und stellte die Mägde mit ihren Kindern vornean und Lea mit ihren Kindern dahinter und Rahel mit Josef zuletzt. Und er ging vor ihnen her und neigte sich siebenmal zur Erde, bis er zu seinem Bruder kam. 

Esau aber lief ihm entgegen und herzte ihn und fiel ihm um den Hals und küßte ihn, und sie weinten.

Und Esau hob seine Augen auf und sah die Frauen mit den Kindern und sprach: Wer sind diese bei Dir? Er antwortete: Es sind die Kinder, die Gott Deinem Knecht beschert hat. Und die Mägde traten herzu mit ihren Kindern und neigten sich vor ihm. Lea trat auch herzu mit ihren Kindern, und sie neigten sich vor ihm. Danach traten Josef und Rahel herzu, und sie neigten sich auch vor ihm. 

Und Esau sprach: Was willst Du mit dem ganzen Lager, auf das ich gestoßen bin? Er antwortete: Daß ich Gnade fände vor meinem Herrn. Esau sprach: Ich habe genug, mein Bruder; behalte, was Du hast. 

Jakob antwortete: Ach nein! Hab ich Gnade gefunden vor Dir, so nimm mein Geschenk von meiner Hand; denn ich sah Dein Angesicht, als sähe ich Gottes Angesicht, und Du hast mich freundlich angesehen. Nimm doch meine Segensgabe an, die Dir gebracht wurde; denn Gott hat sie mir beschert, und ich habe von allem genug. So nötigte er ihn, daß er sie nahm. 

Und Esau sprach: Laß uns aufbrechen und fortziehen; ich will mit Dir ziehen. Er aber sprach zu ihm: Mein Herr weiß, daß ich zarte Kinder bei mir habe, dazu säugende Schafe und Kühe; wenn sie auch nur einen Tag übertrieben würden, würde mir die ganze Herde sterben. 

Mein Herr ziehe vor seinem Knechte her. Ich will gemächlich hintennach treiben, wie das Vieh und die Kinder gehen können, bis ich komme zu meinem Herrn nach Seïr. Esau sprach: So will ich doch bei Dir lassen etliche von meinen Leuten. Er antwortete: Ist das denn nötig? Laß mich nur Gnade vor meinem Herrn finden. 

So zog Esau an jenem Tage wiederum seines Weges nach Seïr. 

Schmalkaldische Artikel 3,III,27-40

Apostolisches Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde.

Und an Jesum Christum, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du eines dieser Gebete dazu sprechen

Luthers Morgensegen

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Luthers Abendsegen

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen.

Der Friede des Herr sei mit Euch +

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist. Amen.

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Ich hebe meine Augen auf zu Dir, der Du im Himmel thronst. (Psalm 123)

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Hörversion dieser Andacht:

Wochenspruch aus Psalm 130,4

Denn bei Dir ist die Vergebung, daß man Dich fürchte.

Introitus. Psalm 123. Ein Wallfahrtslied.

Ich hebe meine Augen auf zu Dir, der Du im Himmel thronst. 

Siehe, wie die Augen der Knechte auf die Hand ihrer Herren sehen, wie die Augen der Magd auf die Hand ihrer Herrin, so sehen unsre Augen auf den HERRN, unsern Gott, bis er uns gnädig werde. 

Sei uns gnädig, HERR, sei uns gnädig; denn übersatt sind wir der Verachtung. Übersatt ist unsere Seele von der Stolzen Spott und der Hoffärtigen Verachtung. 

Lutherisches Kirchengesangbuch Nr. 227,1-7. Paul Speratus, 1524

Es ist das Heil uns kommen her von Gnad und lauter Güte; die Werk, die helfen nimmermehr, sie können nicht behüten. Der Glaub sieht Jesus Christus an, der hat für uns genug getan, er ist der Mittler worden.

Was Gott im G’setz geboten hat, da man es nicht konnt halten, erhob sich Zorn und große Not vor Gott so mannigfalten; vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom G’setz erfordert allermeist; es war mit uns verloren.

Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt sein G’setz drum geben, als ob wir möchten selber frei nach seinem Willen leben; so ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sünd’ge Art, in unserm Fleisch verborgen.

Nicht möglich war es, diese Art aus eignen Kräften lassen. Wiewohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Sünd ohn Maßen; denn Gleisnerswerk Gott hoch verdammt, und je dem Fleisch der Sünde Schand allzeit war angeboren.

Doch mußt’ das G’setz erfüllet sein, sonst wärn wir all verdorben. Drum schickt’ Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch ist worden; das ganz Gesetz hat er erfüllt, damit seins Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle.

Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalte. Nicht mehr denn: „Lieber Herre mein, Dein Tod wird mir das Leben sein, Du hast für mich bezahlet!“

Daran ich keinen Zweifel trag, Dein Wort kann nicht betrügen. Nun sagst Du, daß kein Mensch verzag, das wirst Du nimmer lügen –: „Wer glaubt an mich und wird getauft, demselben ist der Himmel erkauft, daß er nicht werd verloren.“

Epistolische Lektion 2.Korinther 2,1-11

Ich hatte nun dies bei mir beschloßen, daß ich nicht abermals in Traurigkeit zu Euch käme. Denn wenn ich Euch traurig mache, wer macht mich dann fröhlich? Der, der von mir traurig gemacht wird? 

Und ebendies habe ich geschrieben, damit ich nicht, wenn ich komme, von denen traurig gemacht werde, über die ich mich freuen sollte. Habe ich doch zu Euch allen das Vertrauen, daß meine Freude Euer aller Freude ist. 

Denn ich schrieb Euch aus großer Bedrängnis und Angst des Herzens unter vielen Tränen; nicht damit Ihr betrübt werdet, sondern damit Ihr die Liebe erkennt, die ich habe, besonders zu Euch.

Wenn aber jemand Betrübnis angerichtet hat, der hat nicht mich betrübt, sondern zum Teil – damit ich nicht zu viel sage – Euch alle. Es ist genug, daß derselbe von den meisten gestraft ist, sodaß Ihr ihm nun desto mehr vergeben und ihn trösten sollt, auf daß er nicht in allzu große Traurigkeit versinke. 

Darum ermahne ich Euch, daß Ihr Liebe an ihm beweist. Denn darum habe ich auch geschrieben, damit ich erkenne, ob Ihr rechtschaffen seid, gehorsam in allen Stücken. Wem aber Ihr etwas vergebt, dem vergebe ich auch.

Denn auch ich habe, wenn ich etwas zu vergeben hatte, es vergeben um Euretwillen vor Christi Angesicht, auf daß wir nicht überlistet werden vom Satan; denn uns ist nicht unbekannt, was er im Sinn hat. 

Evangelium bei St. Lukas 17,1-4

Er sprach aber zu seinen Jüngern:

Es ist unmöglich, daß keine Verführungen kommen; aber weh dem, durch den sie kommen! Es wäre besser für ihn, daß man einen Mühlstein um seinen Hals hängte und würfe ihn ins Meer, als daß er einen dieser Kleinen zum Bösen verführt. 

Hütet Euch! Wenn Dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht; und wenn er umkehrt, vergib ihm. Und wenn er siebenmal am Tag an Dir sündigen würde und siebenmal wieder zu Dir käme und spräche: Es reut mich!, so sollst Du ihm vergeben. 

Schmalkaldische Artikel 3,III,15-26

Apostolisches Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde.

Und an Jesum Christum, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du eines dieser Gebete dazu sprechen

Luthers Morgensegen

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Luthers Abendsegen

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen.

Der Friede des Herr sei mit Euch +

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist. Amen.

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Löhe zum Gleichnis vom Schalksknecht (Mt.18,23-35)

Jan Luyken: Gleichnis vom Schalksknecht, Radierung (18. Jh.)

Pastor Johann Konrad Wilhelm Löhe (* 21. Februar 1808 in Fürth; † 2. Januar 1872 in Neuendettelsau) predigte am 22. Sonntag nach Trinitatis an Hand von Jesu Gleichnis vom Schalksknechten über Versöhnlichkeit bzw Unversöhnlichkeit wie vom heiligen Evangelisten Matthäus im 18. Kapitel in den Versen 23-35 anschaulich dargestellt wurde.

Und vorgelesen:


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Deine Güte, HERR, sei über uns, wie wir auf Dich hoffen. (Psalm 33)

Josef wird von seinen Brüdern nach Ägypten verkauft – Hortus Deliciarum der Herrad von Landsberg (12. Jahrhundert)

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Hörversion dieser Andacht:

Wochenspruch aus Psalm 130,4

Denn bei Dir ist die Vergebung, daß man Dich fürchte.

Introitus Psalm 33

Freuet Euch des HERRN, Ihr Gerechten; die Frommen sollen ihn recht preisen. Danket dem HERRN mit der Harfe; lobsinget ihm zur Harfe von zehn Saiten! Singet ihm ein neues Lied; spielt schön auf den Saiten mit fröhlichem Schall! Denn des HERRN Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiß. 

Er liebt Gerechtigkeit und Recht; die Erde ist voll der Güte des HERRN. Der Himmel ist durch das Wort des HERRN gemacht und all sein Heer durch den Hauch seines Mundes. Er hält die Wasser des Meeres zusammen wie in einem Schlauch und sammelt in Kammern die Fluten. Alle Welt fürchte den HERRN, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnet. Denn wenn er spricht, so geschieht’s; wenn er gebietet, so steht’s da. 

Der HERR macht zunichte der Heiden Rat und wehrt den Plänen der Völker. Aber der Ratschluß des HERRN bleibt ewiglich, seines Herzens Gedanken für und für. Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat! Der HERR schaut vom Himmel und sieht alle Menschenkinder. Von seinem festen Thron sieht er auf alle, die auf Erden wohnen. Der ihnen allen das Herz geschaffen hat, achtet auf alle ihre Werke. 

Einem König hilft nicht seine große Macht; ein Held kann sich nicht retten durch seine große Kraft. Rosse helfen auch nicht; da wäre man betrogen; und ihre große Stärke errettet nicht. Siehe, des HERRN Auge sieht auf alle, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen, daß er ihre Seele errette vom Tode und sie am Leben erhalte in Hungersnot. Unsre Seele harrt auf den HERRN; er ist uns Hilfe und Schild. Denn unser Herz freut sich seiner, und wir trauen auf seinen heiligen Namen. Deine Güte, HERR, sei über uns, wie wir auf Dich hoffen. 

Tageslied aus dem Lutherischen Kirchengesang Nr. 216 nach dem Außer immensam (Wittenberg 16. Jahrhundert) von Martin Moller, 1584.

Nimm von uns, Herr, Du treuer Gott, die schwere Straf und große Not, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal. Behüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid.

Erbarm Dich Deiner bösen Knecht, wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so Du, Herr, den rechten Lohn uns geben wolltst nach unserm Tun, so müßt die ganze Welt vergehn und könnt kein Mensch vor Dir bestehn.

Ach Herr Gott, durch die Treue Dein mit Trost und Rettung uns erschein. Beweis an uns Dein große Gnad und straf uns nicht auf frischer Tat, wohn uns mit Deiner Güte bei, Dein Zorn und Grimm fern von uns sei.

Warum willst Du doch zornig sein über uns arme Würmelein? Weißt Du doch wohl, Du großer Gott, daß wir nichts sind den Erd und Kot; es ist ja vor Deim Angesicht unser Schwachheit verborgen nicht.

Die Sünd hat uns verderbet sehr, der Teufel plagt uns noch viel mehr, die Welt und unser Fleisch und Blut uns allezeit verführen tut. Solch Elend kennst Du, Herr, allein, ach laß es Dir zu Herzen gehn.

Gedenk an Deines Sohnes Tod, sieh an sein heilig Wunden rot. Die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld. Des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit.

Leit uns mit Deiner rechten Hand und segne unser Stadt und Land; gib uns allzeit Dein heilig Wort, behüt vors Teufels List und Mord; ein selig End wollst uns verleihn, auf da wir ewig bei Dir sein.

Lesung aus dem 1. Mose 50,15-21 (Joseph und seine Brüder)

Die Brüder Josefs aber fürchteten sich, als ihr Vater gestorben war, und sprachen: Josef könnte uns gram sein und uns alle Bosheit vergelten, die wir an ihm getan haben. 

Darum ließen sie ihm sagen: Dein Vater befahl vor seinem Tode und sprach:  So sollt Ihr zu Josef sagen: Vergib doch Deinen Brüdern die Missetat und ihre Sünde, daß sie so übel an Dir getan haben. Nun vergib doch diese Missetat uns, den Dienern des Gottes Deines Vaters!

Aber Josef weinte, als man ihm solches sagte. 

Und seine Brüder gingen selbst hin und fielen vor ihm nieder und sprachen: Siehe, wir sind Deine Knechte. Josef aber sprach zu ihnen: Fürchtet Euch nicht!

Stehe ich denn an Gottes statt? Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk. So fürchtet Euch nun nicht; ich will Euch und Eure Kinder versorgen.

Und er tröstete sie und redete freundlich mit ihnen. 

Lesung aus dem Buche Esra 9,5-8.13-15

Und um das Abendopfer stand ich auf von meiner Buße mit zerrissenem Gewand und Mantel und fiel auf meine Knie und breitete meine Hände aus zu dem HERRN, meinem Gott, und sprach: Mein Gott, ich schäme mich und scheue mich, meine Augen aufzuheben zu Dir, mein Gott; denn unsere Missetat ist über unser Haupt gewachsen, und unsere Schuld ist groß bis an den Himmel. 

Von der Zeit unserer Väter an sind wir in großer Schuld bis auf diesen Tag, und um unserer Missetat willen sind wir und unsere Könige und Priester in die Hand der Könige der Länder gegeben worden, ins Schwert, in Gefangenschaft, zum Raub und zur Schmach, so wie es heute ist. 

Nun aber ist uns einen kleinen Augenblick Gnade vor dem HERRN, unserm Gott, geschehen, da er uns noch Errettete übrig gelassen und uns einen festen Halt an seiner heiligen Stätte gegeben hat, daß unser Gott unsere Augen aufleuchten und uns ein wenig aufleben ließ in unserer Knechtschaft. 

Aber nach allem, was über uns gekommen ist um unserer bösen Werke und großen Schuld willen – doch Du, unser Gott, hast unsere Missetat nicht bestraft, wie wir’s verdient hätten, und hast uns diese Schar von Erretteten gegeben –, sollten wir wiederum Deine Gebote übertreten, daß wir uns verschwägerten mit den Völkern, die diese Gräuel tun?

Wirst Du nicht über uns zürnen, bis es ganz aus ist, sodaß es weder einen Rest noch Entronnene gibt? HERR, Gott Israels, Du bist gerecht; denn wir sind übrig geblieben als Errettete, wie es heute ist. Siehe, hier sind wir vor Dir in unserer Schuld; denn darum kann niemand bestehen vor Dir. 

Abschnitt aus den Schmalkaldischen Artikeln 3,II,1-III,14

Apostolisches Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde.

Und an Jesum Christum, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du eines dieser Gebete dazu sprechen

Luthers Morgensegen

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Luthers Abendsegen

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen.

Der Friede des Herr sei mit Euch +

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist. Amen.

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Gott, mein Ruhm, schweige nicht! (Psalm 109)

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Hörversion:

Wochenspruch aus 2. Timotheus 2,5

Und so jemand auch kämpft, wird er doch nicht gekrönt, er kämpfe denn recht.

Introitus Psalm 109,2-20. Ein Psalm Davids, vorzusingen.

Gott, mein Ruhm, schweige nicht! Denn ihr Mund ist voll Frevel, ihr Lügenmaul haben sie wider mich aufgetan. Sie reden wider mich mit falscher Zunge und reden giftig wider mich allenthalben und streiten wider mich ohne Grund. Dafür, daß ich sie liebe, feinden sie mich an; ich aber bete. Sie erweisen mir Böses für Gutes und Haß für meine Liebe. 

Gib ihm einen Frevler zum Gegner, und ein Ankläger stehe zu seiner Rechten. Wenn er gerichtet wird, soll er schuldig gesprochen werden, und sein Gebet werde zur Sünde. Seiner Tage sollen wenige werden, und sein Amt soll ein andrer empfangen. Seine Kinder sollen Waisen werden und seine Frau eine Witwe. Seine Kinder sollen umherirren und betteln und vertrieben werden aus ihren Trümmern. 

Es soll der Gläubiger alles fordern, was er hat, und Fremde sollen seine Güter rauben. Und niemand soll ihm Gutes tun, und niemand erbarme sich seiner Waisen. Seine Nachkommen sollen ausgerottet werden, ihr Name soll schon im zweiten Glied getilgt werden. Der Schuld seiner Väter soll gedacht werden vor dem HERRN, und seiner Mutter Sünde soll nicht getilgt werden. Der HERR soll sie nie mehr aus den Augen lassen, und ihr Andenken soll ausgerottet werden auf Erden, weil er so gar keine Barmherzigkeit übte, sondern verfolgte den Elenden und Armen und den Betrübten, ihn zu töten. 

Er liebte den Fluch, so komme er auch über ihn; er wollte den Segen nicht, so bleibe er auch fern von ihm. Er zog den Fluch an wie sein Hemd; der drang in sein Inneres wie Wasser und wie Öl in seine Gebeine; er werde ihm wie ein Kleid, das er anhat, und wie ein Gürtel, mit dem er allezeit sich gürtet. So geschehe denen vom HERRN, die mich verklagen und die Böses reden wider mich. 

Lutherisches Kirchengesangbuch 205 von Dr. Martin Luther, 1528 (Psalm 46)

Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt meint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seinsgleichen.

Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren. Fragst Du, wer der ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten.

Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht: ein Wörtlein kann ihn fällen.

Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dahin, sie habens kein’ Gewinn, das Reich muß uns doch bleiben.

1.Johannes 2,15-17

Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit. 

1.Korinther 7, 29-31

Das sage ich aber, liebe Brüder: Die Zeit ist kurz. Auch sollen die, die Frauen haben, sein, als hätten sie keine; und die weinen, als weinten sie nicht; und die sich freuen, als freuten sie sich nicht; und die kaufen, als behielten sie es nicht; und die diese Welt gebrauchen, als brauchten sie sie nicht. Denn das Wesen dieser Welt vergeht.

Schmalkaldische Artikel 2, IV,12-3,I,11

Apostolisches Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde.

Und an Jesum Christum, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du eines dieser Gebete dazu sprechen

Luthers Morgensegen

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Luthers Abendsegen

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen.

Der Friede des Herr sei mit Euch +

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist. Amen.

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22. Sonntag nach Trinitatis (In Gottes Schuld)

Michael Mathias Prechtl (1926-2003): “Martin Luther, inwendig voller Figur” (1983)

Wochenspruch aus Psalm 130,4

Denn bei Dir ist die Vergebung, dass man Dich fürchte.

Kollekte

Barmherziger, gütiger Gott, Du vergibst uns reichlich und täglich alle unsre Sünde.

Gib uns Deinen heiligen Geist, daß er Deine Barmherzigkeit in unsere Herzen schreibe damit auch wir einander willig vergeben.

Durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Introitus Psalm 143,1-9

HERR, erhöre mein Gebet, vernimm mein Flehen um Deiner Treue willen, erhöre mich um Deiner Gerechtigkeit willen, und geh nicht ins Gericht mit Deinem Knecht; denn vor Dir ist kein Lebendiger gerecht.

Denn der Feind verfolgt meine Seele und schlägt mein Leben zu Boden, er legt mich ins Finstere wie die, die lange schon tot sind. Und mein Geist ist in mir geängstet, mein Herz ist erstarrt in meinem Leibe.

Ich gedenke an die früheren Zeiten; ich sinne nach über all Deine Taten und spreche von den Werken Deiner Hände. Ich breite meine Hände aus zu Dir, meine Seele dürstet nach Dir wie ein dürres Land. Sela.

HERR, erhöre mich bald, mein Geist vergeht; verbirg Dein Antlitz nicht vor mir, daß ich nicht gleich werde denen, die in die Grube fahren. Laß mich am Morgen hören Deine Gnade; denn ich hoffe auf Dich.

Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll; denn mich verlangt nach Dir. Errette mich, HERR, von meinen Feinden; zu Dir nehme ich meine Zuflucht.

Alttestamentliche Lesung Jesaja 44,21-23

Gedenke daran, Jakob, und Du, Israel, denn Du bist mein Knecht. Ich habe Dich bereitet, daß Du mein Knecht seist. Israel, ich vergesse Dich nicht!

Ich tilge Deine Missetat wie eine Wolke und Deine Sünden wie den Nebel.

Kehre Dich zu mir, denn ich erlöse Dich!

Jauchzet, Ihr Himmel, denn der HERR hat’s getan! Jubelt, Ihr Tiefen der Erde! Ihr Berge, frohlocket mit Jauchzen, der Wald und alle Bäume darin! Denn der HERR hat Jakob erlöst, an Israel verherrlicht er sich.

Epistolische Lektion Römer 7,14-25 (Predigttext)

Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich.

Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, stimme ich dem Gesetz zu, daß es gut ist. So tue ich das nicht mehr selbst, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Denn ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt.

Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. Wenn ich aber tue, was ich nicht will, vollbringe nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt.

So finde ich nun das Gesetz: Mir, der ich das Gute tun will, hängt das Böse an. Denn ich habe Freude an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Verstand und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.

Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes? Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn! So diene ich nun mit dem Verstand dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde.

Das heilige Evangelium beim seligen Evangelisten Matthäus 18:21-35

Da trat Petrus hinzu und sprach zu Jesus: Herr, wie oft muß ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Ist’s genug siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir: nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal.

Darum gleicht das Himmelreich einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war ihm zehntausend Zentner Silber schuldig.

Da er’s nun nicht bezahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und zu zahlen.

Da fiel der Knecht nieder und flehte ihn an und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will Dir’s alles bezahlen.

Da hatte der Herr Erbarmen mit diesem Knecht und ließ ihn frei und die Schuld erließ er ihm auch.

Da ging dieser Knecht hinaus und traf einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Silbergroschen schuldig; und er packte und würgte ihn und sprach: Bezahle, was Du schuldig bist!

Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will Dir’s bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war.

Als nun seine Mitknechte das sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten bei ihrem Herrn alles vor, was sich begeben hatte.

Da befahl ihn sein Herr zu sich und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Deine ganze Schuld habe ich Dir erlassen, weil Du mich gebeten hast; hättest Du Dich da nicht auch erbarmen sollen über Deinen Mitknecht, wie ich mich über Dich erbarmt habe?

Und sein Herr wurde zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis er alles bezahlt hätte, was er schuldig war.

So wird auch mein himmlischer Vater an Euch tun, wenn Ihr nicht von Herzen vergebt, ein jeder seinem Bruder.

Wochenlied LKG 216 nach dem “Aufer immensam” von Martin Moller, 1584.

Nimm von uns, Herr, Du treuer Gott, die schwere Straf und große Rut, die wir mit Sünden ohne Zahl verdienet haben allzumal. Behüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seuchen, Feur und großem Leid.

Erbarm Dich Deiner bösen Knecht, wir bitten Gnad und nicht das Recht; denn so Du, Herr, den rechten Lohn uns geben wolltst nach unserm Tun, so müsst die ganze Welt vergehn und könnt kein Mensch vor Dir bestehn.

Ach Herr Gott, durch die Treue Dein mit Trost und Rettung uns erschein. Beweis an uns Dein große Gnad und straf uns nicht auf frischer Tat, wohn uns mit Deiner Güte bei, Dein Zorn und Grimm fern von uns sei.

Warum willst Du doch zornig sein über uns arme Würmelein? Weißt Du doch wohl, Du großer Gott, daß wir nichts sind denn Erd und Kot; es ist ja vor Deim Angesicht unser Schwachheit verborgen nicht.

Die Sünd hat uns verderbet sehr, der Teufel plagt uns noch viel mehr, die Welt und unser Fleisch und Glut uns allezeit verführen tut. Solch Elend kennst Du, Herr, allein, ach laß es Dir zu Herzen gehn.

Gedenk an Deins Sohnes bittern Tod, sieh an sein heilig Wunden rot. Die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld. Des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit.

Leit uns mit Deiner rechten Hand und segne unser Stadt und Land; gib uns allzeit Dein heilig Wort, behüt vors Teufels List und Mord; verleih ein selig Stündelein, auf daß wir ewig bei Dir sein.

Das Nizänische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus,  Gottes eingeborenen Sohn,  der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt,  Gott von Gott, Licht vom Licht,wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolischeKirche.  Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Luther´s Evangeliumspredigt zu diesem Sonntag

Gebet der Kirche

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.
Der Herr laße Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.
Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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Reformationsfest (31.Oktober)

Julius Hübner (1806–1882): Luther schlägt die 95 Thesen an (1878) zu sehen im Lutherhaus (Wittenberg)

Tagesspruch aus dem 1. Korintherbrief 3,11

Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

Introitus Psalm 46. Ein Lied der Korachiter, vorzusingen, nach der Weise »Junge Frauen«. 

Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken, wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. Sela. 

Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben; Gott hilft ihr früh am Morgen. Die Völker müssen verzagen und die Königreiche fallen, das Erdreich muß vergehen, wenn er sich hören lässt. Der HERR Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz. Sela.

Kommt her und schauet die Werke des HERRN, der auf Erden solch ein Zerstören anrichtet, der den Kriegen ein Ende macht in aller Welt, der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt. Seid stille und erkennet, daß ich Gott bin! Ich will mich erheben unter den Völkern, ich will mich erheben auf Erden. Der HERR Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz. Sela. 

Kollekte

Herr, unser Gott, wir danken Dir, daß Du Dich Deiner Kirche erbarmt und Dein lauteres Evangelium wieder ans Licht gebracht hast.

Wir bitten Dich, Du wollest unsere Herzen durch Deinen Heiligen Geist regieren, daß wir allein nach Deinem Willen fragen, Deiner Gnade trauen und auf den Trost des Evangeliums leben und sterben.

Durch unsern Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Orate fratres 3.Aufl. Vandenhoeck & Ruprecht: Göttingen, 1970. S.158

Alttestamentliche Lesung aus dem Buch Jesaja 62,6-7.10-12

O Jerusalem, ich habe Wächter über deine Mauern bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen. Die Ihr den HERRN erinnern sollt, ohne Euch Ruhe zu gönnen, laßt ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder aufrichte und es setze zum Lobpreis auf Erden! 

Gehet ein, gehet ein durch die Tore! Bereitet dem Volk den Weg! Machet Bahn, machet Bahn, räumt die Steine hinweg! Richtet ein Zeichen auf für die Völker! 

Siehe, der HERR läßt es hören bis an die Enden der Erde: Sagt der Tochter Zion: Siehe, Dein Heil kommt! Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her! 

Man wird sie nennen »Heiliges Volk«, »Erlöste des HERRN«, und Dich wird man nennen »Gesuchte« und »Nicht mehr verlassene Stadt«. 

Epistolische Lektion aus dem Römerbrief im 3. Kapitel, die Verse 21-28

Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben.

Denn es ist hier kein Unterschied: Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. 

Den hat Gott für den Glauben hingestellt zur Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher begangen wurden in der Zeit der Geduld Gottes, um nun, in dieser Zeit, seine Gerechtigkeit zu erweisen, auf daß er allein gerecht sei und gerecht mache den, der da ist aus dem Glauben an Jesus. 

Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das Gesetz der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens. So halten wir nun dafür, daß der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.

Hallelujavers aus Psalm 84,12

Gott der HERR ist Sonne und Schild; der HERR gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. 

Das heilige Evangelium bei Johannes im 2. Kapitel die Verse 13-22

Und das Passafest der Juden war nahe, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. 

Und er fand im Tempel die Händler, die Rinder, Schafe und Tauben verkauften, und die Wechsler, die da saßen. 

Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus samt den Schafen und Rindern und schüttete den Wechslern das Geld aus und stieß die Tische um und sprach zu denen, die die Tauben verkauften: Tragt das weg und macht nicht meines Vaters Haus zum Kaufhaus! 

Seine Jünger aber dachten daran, daß geschrieben steht: »Der Eifer um dein Haus wird mich fressen.« 

Da antworteten nun die Juden und sprachen zu ihm: Was zeigst Du uns für ein Zeichen, daß Du dies tun darfst? 

Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brecht diesen Tempel ab und in drei Tagen will ich ihn aufrichten. Da sprachen die Juden: Dieser Tempel ist in sechsundvierzig Jahren erbaut worden, und Du willst ihn in drei Tagen aufrichten? 

Er aber redete von dem Tempel seines Leibes. Als er nun auferstanden war von den Toten, dachten seine Jünger daran, daß er dies gesagt hatte, und glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesagt hatte. 

Das nizänische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht,wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die eine, heilige, christliche, apostolische Kirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Graduallied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch 227 von Paul Speratus, 1524

Es ist das Heil uns kommen her von Gnad und lauter Güte; die Werk, die helfen nimmermehr, sie können nicht behüten. Der Glaub sieht Jesus Christus an, der hat für uns genug getan, er ist der Mittler worden.

Was Gott im G’setz geboten hat, da man es nicht konnt halten, erhob sich Zorn und große Not vor Gott so mannigfalten; vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom G’setz erfordert allermeist; es war mit uns verloren.

Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt sein G’setz drum geben, als ob wir möchten selber frei nach seinem Willen leben; so ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sünd’ge Art, in unserm Fleisch verborgen.

Nicht möglich war es, diese Art aus eignen Kräften laßen. Wiewohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Sünd ohn Maßen; denn Gleisnerswerk Gott hoch verdammt, und je dem Fleisch der Sünde Schand allzeit war angeboren.

Doch mußt’ das G’setz erfüllet sein, sonst wärn wir all verdorben. Drum schickt’ Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch ist worden; das ganz Gesetz hat er erfüllt, damit seins Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle.

Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalte. Nicht mehr denn: „Lieber Herre mein, Dein Tod wird mir das Leben sein, Du hast für mich bezahlet!“

Daran ich keinen Zweifel trag, Dein Wort kann nicht betrügen. Nun sagst Du, daß kein Mensch verzag, das wirst Du nimmer lügen –: „Wer glaubt an mich und wird getauft, demselben ist der Himmel erkauft, daß er nicht werd verloren.“

Es ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset; der Glaub gibt einen hellen Schein, wenn er die Werk nicht lasset; mit Gott der Glaub ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Guts tun, bist Du aus Gott geboren.

Es wird die Sünd durchs G’setz erkannt und schlägt das G’wissen nieder, das Evangelium kommt zuhand und stärkt den Sünder wieder und spricht: „Nur kreuch zum Kreuz herzu, Im G’setz ist weder Rast noch Ruh Mit allen seinen Werken!“

Die Werk, die kommen g’wißlich her aus einem rechten Glauben; denn das nicht rechter Glaube wär, wolltst ihn der Werk berauben. Doch macht allein der Glaub gerecht, die Werke sind des Nächsten Knecht, dran wir den Glauben merken.

Die Hoffnung wart’ der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; wann das geschehen soll zur Freud, setzt Gott kein gwisse Tage. Er weiß wohl, wanns am besten ist, und braucht an uns kein arge List; des solln wir ihm vertrauen.

Ob sichs anließ, als wollt er nicht, laß Dich es nicht erschrecken, denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken. Sein Wort laß Dir gewisser sein, und ob Dein Fleisch spräch lauter Nein, so laß doch Dir nicht grauen.

Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gutheit willen Gott Vater, Sohn, und Heilgem Geist. Der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns ang’fangen hat zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name;

sein Reich zukomm; sein Will auf Erd g’scheh wie im Himmelsthrone; das täglich Brot noch heut uns werd; woll unsrer Schuld verschonen, wie wir auch unsern Schuldnern tun; laß uns nicht in Versuchung stehn; lös uns vom Übel. Amen.

Predigttext aus Matthäus 26b-33

Denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was man nicht wissen wird. Was ich Euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was Euch gesagt wird in das Ohr, das verkündigt auf den Dächern. 

Und fürchtet Euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet viel mehr den, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle. 

Verkauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne Euren Vater. Bei Euch aber sind sogar die Haare auf dem Haupt alle gezählt. Darum fürchtet Euch nicht; Ihr seid kostbarer als viele Sperlinge. 

Wer nun mich bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem Vater im Himmel. 

Gebet zum Reformationsfest

Allmächtiger, barmherziger Gott, wir danken Dir, daß Du durch treue Zeugen und Bekenner unsern Vätern Dein Evangelium wieder lauter und rein geschenkt hast und uns heute auch heute noch Deine seligmachende Wahrheit verkündigen läßt.

Wir bitten Dich: erhalte uns und unseren Nachkommen die unverfälschte Predigt Deines Wortes und den rechten Gebrauch der heilige Sakramente und hilf, daß allezeit Dein Reich unter uns gebaut werde.

Herr, wir bitten Dich für die ganze Christenheit: erneuere Deine Kirche; heile, was krank; belebe, was tot ist. Segne unser Volk und alle, die uns regieren, und erwecke Dir treue Nachfolger in allen Lebensbereichen. Gib Kraft und Gelingen zum täglichen Werk, gib uns Geduld und Treue; hilf, daß wir uns bewähren als Deine Kinder und als Zeugen Deiner unvergänglichen Wahrheit, damit wir Dich mit Freuden preisen und allezeit Deinen Namen bekennen. Durch Jesus Christus, unsern Herrn.

Evangelische-Lutherische Kirchenagende, Bd. 1 hg.v. d. SELK (Herder: Freiburg u.a., 1997). S. 452 und 461.

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

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Denn dem HERRN gehört unser Schild (Psalm 89,20ff)

“Der Rufer” von Gerhard Marcks, 1989

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Hörversion:

Wochenspruch aus 2. Timotheus 2,5

Und so jemand auch kämpft, wird er doch nicht gekrönt, er kämpfe denn recht.

Introitus Psalm 89,20ff. Eine Unterweisung Etans, des Esrachiters.

Denn dem HERRN gehört unser Schild und dem Heiligen Israels unser König. 

Damals hast Du geredet durch ein Gesicht zu Deinen Heiligen und gesagt: Ich habe einem Helden Hilfe gewährt, ich habe erhöht einen Auserwählten aus dem Volk. Ich habe gefunden meinen Knecht David, ich habe ihn gesalbt mit meinem heiligen Öl. Meine Hand soll ihn erhalten, und mein Arm soll ihn stärken. Die Feinde sollen ihn nicht überwältigen und die Ungerechten ihn nicht demütigen; sondern ich will seine Widersacher vor ihm zerschlagen und, die ihn hassen, zu Boden stoßen. 

Aber meine Treue und Gnade soll bei ihm sein, und sein Horn soll erhöht sein in meinem Namen. Seine Hand lege ich auf das Meer und seine Rechte auf die Ströme. Er wird mich nennen: Du bist mein Vater, mein Gott und der Hort meines Heils. Und ich will ihn zum erstgeborenen Sohn machen, zum Höchsten unter den Königen auf Erden. Ich will ihm ewiglich bewahren meine Gnade, und mein Bund soll ihm fest bleiben. Ich will ihm ewiglich Nachkommen geben und seinen Thron erhalten, solange der Himmel währt.

Wenn aber seine Söhne mein Gesetz verlassen und in meinen Rechten nicht wandeln, wenn sie meine Ordnungen entheiligen und meine Gebote nicht halten, so will ich ihre Sünde mit der Rute heimsuchen und ihre Missetat mit Plagen; aber meine Gnade will ich nicht von ihm wenden und meine Treue nicht brechen. 

Ich will meinen Bund nicht entheiligen und nicht ändern, was aus meinem Munde gegangen ist. Eines habe ich geschworen bei meiner Heiligkeit und will David nicht belügen: »Sein Geschlecht soll ewig bestehen und sein Thron vor mir wie die Sonne, wie der Mond, der ewiglich bleibt, und wie der treue Zeuge in den Wolken.« Sela.

Lutherisches Kirchengesangbuch Nr. 149 von Valentin Ernst Löscher, 1722

Ich grüße Dich am Kreuzesstamm, Du hochgelobtes Gotteslamm, mit andachtsvollem Herzen. Hier hängst Du zwar in lauter Not und bist gehorsam bis zum Tod, vergehst in tausend Schmerzen; doch sieht mein Glaube wohl an Dir, daß Gottes Majestät und Zier
in diesem Leibe wohne und daß Du hier so würdig seist, daß man Dich Herr und König heißt als auf dem Ehrenthrone.

Ich folge Dir durch Tod und Leid, o Herzog meiner Seligkeit, nichts soll mich von Dir trennen. Du gehst den engen Weg voran; Dein Kreuzestod macht offne Bahn den Seelen, die Dich kennen. Ach Jesu, Deine höchste Treu macht, daß mir nichts unmöglich sei, da Du für mich gestorben; ich scheue nicht den bittern Tod und bin gewiß in aller Not: »Wer glaubt, ist unverdorben.«

Lukas 22,31-38

Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, Euch zu sieben wie den Weizen. Ich aber habe für Dich gebeten, daß Dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn Du dann umkehrst, so stärke Deine Brüder. 

Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit Dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Petrus, ich sage Dir: Der Hahn wird heute nicht krähen, ehe Du dreimal geleugnet hast, daß Du mich kennst. 

Und er sprach zu ihnen: Als ich Euch ausgesandt habe ohne Geldbeutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt Ihr je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nein, keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Geldbeutel hat, der nehme ihn, desgleichen auch eine Tasche, und wer’s nicht hat, verkaufe seinen Mantel und kaufe ein Schwert. 

Denn ich sage Euch: Es muß das an mir vollendet werden, was geschrieben steht: »Er ist zu den Übeltätern gerechnet worden.« Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. 

1.Thessalonicher 5,5-11

Denn Ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis. 

So laßt uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern laßt uns wachen und nüchtern sein. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da betrunken sind, die sind des Nachts betrunken. 

Wir aber, die wir Kinder des Tages sind, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil. 

Denn Gott hat uns nicht bestimmt zum Zorn, sondern dazu, die Seligkeit zu besitzen durch unsern Herrn Jesus Christus, der für uns gestorben ist, damit, ob wir wachen oder schlafen, wir zugleich mit ihm leben. 

Darum tröstet Euch untereinander und einer erbaue den andern, wie Ihr auch tut.

Schmalkaldischen Artikel 2,IV,1-11

Apostolisches Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde.

Und an Jesum Christum, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du eines dieser Gebete dazu sprechen

Luthers Morgensegen

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Luthers Abendsegen

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen.

Der Friede des Herr sei mit Euch +

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist. Amen.

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