Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Hörversion dieser Andacht:
Wochenspruch aus Psalm 130,4
Denn bei Dir ist die Vergebung, daß man Dich fürchte.
Introitus. Psalm 123. Ein Wallfahrtslied.
Ich hebe meine Augen auf zu Dir, der Du im Himmel thronst.
Siehe, wie die Augen der Knechte auf die Hand ihrer Herren sehen, wie die Augen der Magd auf die Hand ihrer Herrin, so sehen unsre Augen auf den HERRN, unsern Gott, bis er uns gnädig werde.
Sei uns gnädig, HERR, sei uns gnädig; denn übersatt sind wir der Verachtung. Übersatt ist unsere Seele von der Stolzen Spott und der Hoffärtigen Verachtung.
Lutherisches Kirchengesangbuch Nr. 227,1-7. Paul Speratus, 1524
Es ist das Heil uns kommen her von Gnad und lauter Güte; die Werk, die helfen nimmermehr, sie können nicht behüten. Der Glaub sieht Jesus Christus an, der hat für uns genug getan, er ist der Mittler worden.
Was Gott im G’setz geboten hat, da man es nicht konnt halten, erhob sich Zorn und große Not vor Gott so mannigfalten; vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom G’setz erfordert allermeist; es war mit uns verloren.
Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt sein G’setz drum geben, als ob wir möchten selber frei nach seinem Willen leben; so ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sünd’ge Art, in unserm Fleisch verborgen.
Nicht möglich war es, diese Art aus eignen Kräften lassen. Wiewohl es oft versuchet ward, doch mehrt sich Sünd ohn Maßen; denn Gleisnerswerk Gott hoch verdammt, und je dem Fleisch der Sünde Schand allzeit war angeboren.
Doch mußt’ das G’setz erfüllet sein, sonst wärn wir all verdorben. Drum schickt’ Gott seinen Sohn herein, der selber Mensch ist worden; das ganz Gesetz hat er erfüllt, damit seins Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle.
Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jetzt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalte. Nicht mehr denn: „Lieber Herre mein, Dein Tod wird mir das Leben sein, Du hast für mich bezahlet!“
Daran ich keinen Zweifel trag, Dein Wort kann nicht betrügen. Nun sagst Du, daß kein Mensch verzag, das wirst Du nimmer lügen –: „Wer glaubt an mich und wird getauft, demselben ist der Himmel erkauft, daß er nicht werd verloren.“
Epistolische Lektion 2.Korinther 2,1-11
Ich hatte nun dies bei mir beschloßen, daß ich nicht abermals in Traurigkeit zu Euch käme. Denn wenn ich Euch traurig mache, wer macht mich dann fröhlich? Der, der von mir traurig gemacht wird?
Und ebendies habe ich geschrieben, damit ich nicht, wenn ich komme, von denen traurig gemacht werde, über die ich mich freuen sollte. Habe ich doch zu Euch allen das Vertrauen, daß meine Freude Euer aller Freude ist.
Denn ich schrieb Euch aus großer Bedrängnis und Angst des Herzens unter vielen Tränen; nicht damit Ihr betrübt werdet, sondern damit Ihr die Liebe erkennt, die ich habe, besonders zu Euch.
Wenn aber jemand Betrübnis angerichtet hat, der hat nicht mich betrübt, sondern zum Teil – damit ich nicht zu viel sage – Euch alle. Es ist genug, daß derselbe von den meisten gestraft ist, sodaß Ihr ihm nun desto mehr vergeben und ihn trösten sollt, auf daß er nicht in allzu große Traurigkeit versinke.
Darum ermahne ich Euch, daß Ihr Liebe an ihm beweist. Denn darum habe ich auch geschrieben, damit ich erkenne, ob Ihr rechtschaffen seid, gehorsam in allen Stücken. Wem aber Ihr etwas vergebt, dem vergebe ich auch.
Denn auch ich habe, wenn ich etwas zu vergeben hatte, es vergeben um Euretwillen vor Christi Angesicht, auf daß wir nicht überlistet werden vom Satan; denn uns ist nicht unbekannt, was er im Sinn hat.
Evangelium bei St. Lukas 17,1-4
Er sprach aber zu seinen Jüngern:
Es ist unmöglich, daß keine Verführungen kommen; aber weh dem, durch den sie kommen! Es wäre besser für ihn, daß man einen Mühlstein um seinen Hals hängte und würfe ihn ins Meer, als daß er einen dieser Kleinen zum Bösen verführt.
Hütet Euch! Wenn Dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht; und wenn er umkehrt, vergib ihm. Und wenn er siebenmal am Tag an Dir sündigen würde und siebenmal wieder zu Dir käme und spräche: Es reut mich!, so sollst Du ihm vergeben.
Schmalkaldische Artikel 3,III,15-26
Apostolisches Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst Du, so kannst Du eines dieser Gebete dazu sprechen
Luthers Morgensegen
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Luthers Abendsegen
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen.
Alsdann flugs und fröhlich geschlafen.









