Bach: “Mein Herze schwimmt im Blut” (BWV 199)

Komponist Johann Sebastian Bach (* 21. März 1685 in Eisenach; † 28. Juli 1750 in Leipzig) komponiert zum 11.Sonntag nach Trinitatis die Kantate “Mein Herze schwimmt im Blut” (BWV 199).

Hier mehr zu der Kantate und der Text im Überblick dank Walter F. Bischof (U Alberta):

Mein Herze schwimmt im Blut
  
1. Recitativo S
Violino I/II, Viola, Fagotto, Continuo
Mein Herze schwimmt im Blut,
Weil mich der Sünden Brut
In Gottes heilgen Augen
Zum Ungeheuer macht.
Und mein Gewissen fühlet Pein,
Weil mir die Sünden nichts
Als Höllenhenker sein.
Verhaßte Lasternacht!
Du, du allein
Hast mich in solche Not gebracht;
Und du, du böser Adamssamen,
Raubst meiner Seele alle Ruh
Und schließest ihr den Himmel zu!
Ach! unerhörter Schmerz!
Mein ausgedorrtes Herz
Will ferner mehr kein Trost befeuchten,
Und ich muss mich vor dem verstecken,
Vor dem die Engel selbst ihr Angesicht verdecken.
  
2. Aria e Recitativo S
Oboe solo, Violone, Continuo
Stumme Seufzer, stille Klagen,
Ihr mögt meine Schmerzen sagen,
Weil der Mund geschlossen ist.
    Und ihr nassen Tränenquellen
    Könnt ein sichres Zeugnis stellen,
    Wie mein sündlich Herz gebüßt.
Mein Herz ist itzt ein Tränenbrunn,
Die Augen heiße Quellen.
Ach Gott! wer wird dich doch zufriedenstellen?
  
3. Recitativo S
Violino I/II, Viola, Fagotto, Violone, Continuo
Doch Gott muss mir genädig sein,
Weil ich das Haupt mit Asche,
Das Angesicht mit Tränen wasche,
Mein Herz in Reu und Leid zerschlage
Und voller Wehmut sage:
Gott sei mir Sünder gnädig!
Ach ja! sein Herze bricht,
Und meine Seele spricht:
  
4. Aria S
Violino I/II, Viola, Fagotto, Violone, Continuo
Tief gebückt und voller Reue
Lieg ich, liebster Gott, vor dir.
    Ich bekenne meine Schuld,
    Aber habe doch Geduld,
    Habe doch Geduld mit mir!
  
5. Recitativo S
Violone, Continuo
Auf diese Schmerzensreu
Fällt mir alsdenn dies Trostwort bei:
  
6. Choral
Violone, Viola solo, Continuo
Ich, dein betrübtes Kind,
Werf alle meine Sünd,
So viel ihr in mir stecken
Und mich so heftig schrecken,
In deine tiefen Wunden,
Da ich stets Heil gefunden.
  
7. Recitativo S
Violino I/II, Viola, Fagotto, Violone, Continuo
Ich lege mich in diese Wunden
Als in den rechten Felsenstein;
Die sollen meine Ruhstatt sein.
In diese will ich mich im Glauben schwingen
Und drauf vergnügt und fröhlich singen:
  
8. Aria S
Oboe, Violino I/II, Viola, Fagotto, Continuo
Wie freudig ist mein Herz,
Da Gott versöhnet ist
    Und mir auf Reu und Leid
    Nicht mehr die Seligkeit
    Noch auch sein Herz verschließt.

BesetzungSolo: S, Oboe, Violino I/II, Viola, Violone, Fagotto, Continuo
Entstehungszeit12. August 1714
TextGeorg Christian Lehms 1711; 6. Johann Heerman 1630
Anlass11. Sonntag nach Trinitatis
PartiturMelvin Unger’s kommentierte Partitur
DiskussionAryeh Oron Julian Mincham

Hier eine Aufführung mit Karl Richter:

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Löhe über Lukas 18,9-14: Pharisäer & Zöllner.

“Pharisäer und Zöllner” von Zacharias (Hoffnungskirche)

Pastor Johann Konrad Wilhelm Löhe (* 21. Februar 1808 in Fürth; † 2. Januar 1872 in Neuendettelsau) predigte am 11. Sonntag nach Trinitatis über unseres Herren Jesu Christi Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner im Tempel wie vom Evangelisten Lukas im 18. Kapitel glaubhaft in den Versen 9ff aufgeschrieben.

Er schreibt:

wie viel vorzüglicher, demüthiges Bekenntnis der Sünde sei, als der Eigenruhm des Selbstgerechten. – Wie es sich ziemt, schließen wir uns an die Worte unsers Herrn an und betrachten zuerst die Selbstgerechtigkeit des Pharisäers und dann die bußfertige Demuth des offenbaren Sünders.

Evangelienpostille für die Sonn und Festtage des Kirchenjahres. Sommer-Postille. Trinitatisfest bis zum siebenundzwanzigsten Sonntage nach Trinitatis. Von Wilhelm Löhe, lutherischem Pfarrer. 2.Auflage. Verlag von Samuel Gottlieb Liesching: Stuttgart, 1854. S. 69)

Hier vorgelesen:

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Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. (Psalm 121)

Drakensberge (2026)

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. 

Er wird Deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der Dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. 

Der HERR behütet Dich; der HERR ist Dein Schatten über Deiner rechten Hand, daß Dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts. 

Der HERR behüte Dich vor allem Übel, er behüte Deine Seele. Der HERR behüte Deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! 

Psalm 121. Ein Wallfahrtslied.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolisches Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

1.Petrus 5,5b

Lied des Tages

Aus tiefer Not schrei ich zu Dir, Herr Gott, erhöre mein Rufen. Dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner Bitt sie öffen; denn so Du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist getan, wer kann, Herr, vor Dir bleiben? 

Bei Dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Tun umsonst auch in dem besten Leben. Vor Dir niemand sich rühmen kann, des muß Dich fürchten jedermann und Deiner Gnade leben.

Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren.

Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. So tu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gotts erharre.

Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen.

Dr. Martin Luther 1524 (LKG 213: Psalm 130)

Morgenlese

Und sie kamen nach Kapernaum. Und als er im Haus war, fragte er sie: Was habt Ihr auf dem Weg besprochen? Sie aber schwiegen; denn sie hatten auf dem Weg miteinander besprochen, wer der Größte sei. 

Und er setzte sich und rief die Zwölf und sprach zu ihnen: Wenn jemand will der Erste sein, der soll der Letzte sein von allen und aller Diener. 

Und er nahm ein Kind, stellte es mitten unter sie und herzte es und sprach zu ihnen: Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat. 

Markus 9,33-37

Abendlese

Als aber der König David nach Bahurim kam, siehe, da kam ein Mann von dort heraus, vom Geschlecht des Hauses Saul, der hieß Schimi, der Sohn Geras; der kam heraus und fluchte und warf mit Steinen nach David und allen Knechten des Königs David, obwohl das ganze Kriegsvolk und alle Helden zu seiner Rechten und Linken waren. 

So aber rief Schimi, als er fluchte: Hinaus, hinaus, Du Bluthund, Du ruchloser Mann! Der HERR hat über Dich gebracht alles Blut des Hauses Sauls, an dessen statt Du König geworden bist. Jetzt hat der HERR das Königtum gegeben in die Hand Deines Sohnes Absalom; und siehe, nun steckst Du in Deinem Unglück, denn Du bist ein Bluthund. 

Aber Abischai, der Sohn der Zeruja, sprach zu dem König: Sollte dieser tote Hund meinem Herrn, dem König, fluchen dürfen? Ich will hingehen und ihm den Kopf abschlagen. Der König sprach: Ihr Söhne der Zeruja, was hab ich mit Euch zu schaffen? Laßt ihn fluchen; wenn der HERR ihm geboten hat: Fluche David!, wer darf dann sagen: Warum tust Du das? 

Und David sprach zu Abischai und zu allen seinen Knechten: Siehe, mein Sohn, der von meinem Leibe gekommen ist, trachtet mir nach dem Leben; warum nicht auch jetzt der Benjaminiter? Lasst ihn ruhig fluchen, denn der HERR hat’s ihm geboten. Vielleicht wird der HERR mein Elend ansehen und mir mit Gutem vergelten sein heutiges Fluchen. 

So ging David mit seinen Leuten des Weges; aber Schimi ging am Hang des Berges entlang, neben ihm her, und fluchte und warf mit Steinen nach ihm und bewarf ihn mit Erdklumpen. Und der König kam mit allem Volk, das bei ihm war, müde an den Jordan und ruhte dort aus. 

2. Samuel 16,5-14

Konkordienformel (Solida Declaratio): Von der Person Christi (VIII:76-86)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 

Friede sei mit Euch + AmenAmen.

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11. Sonntag nach Trinitatis (Pharisäer und Zöllner)

Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade!

1.Petrus 5,5b

Introitus

Ich will Dich erheben, mein Gott, Du König, und Deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will Dich täglich loben und Deinen Namen rühmen immer und ewiglich.

Der HERR hält alle, die da fallen, und richtet alle auf, die niedergeschlagen sind. 

Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken. Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien und hilft ihnen. Der HERR behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen. 

Mein Mund soll des HERRN Lob verkündigen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich. 

Psalm 145,1-2.14.17-21

Alttestamentliche Lesung

Und der HERR sandte Nathan zu David.

Als der zu ihm kam, sprach er zu ihm: Es waren zwei Männer in einer Stadt, der eine reich, der andere arm. Der Reiche hatte sehr viele Schafe und Rinder; aber der Arme hatte nichts als ein einziges kleines Schäflein, das er gekauft hatte.

Und er nährte es, daß es groß wurde bei ihm zugleich mit seinen Kindern. Es aß von seinem Bissen und trank aus seinem Becher und schlief in seinem Schoß, und er hielt’s wie eine Tochter. 

Als aber zu dem reichen Mann ein Gast kam, brachte er’s nicht über sich, von seinen Schafen und Rindern zu nehmen, um dem Gast etwas zuzurichten, der zu ihm gekommen war. Und er nahm das Schaf des armen Mannes und richtete es dem Mann zu, der zu ihm gekommen war.

Da geriet David in großen Zorn über den Mann und sprach zu Nathan: So wahr der HERR lebt: Der Mann ist ein Kind des Todes, der das getan hat! Dazu soll er das Schaf vierfach bezahlen, weil er das getan und sein eigenes geschont hat. 

Da sprach Nathan zu David: Du bist der Mann!

So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe Dich zum König gesalbt über Israel und habe Dich errettet aus der Hand Sauls und habe Dir Deines Herrn Haus gegeben, dazu seine Frauen in Deinen Schoß, und habe Dir das Haus Israel und Juda gegeben; und ist das zu wenig, will ich noch dies und das dazutun. 

Warum hast Du denn das Wort des HERRN verachtet, daß u getan hast, was ihm mißfiel? Uria, den Hetiter, hast Du erschlagen mit dem Schwert, seine Frau hast Du Dir zur Frau genommen, ihn aber hast du umgebracht durch das Schwert der Ammoniter. 

Nun, so soll von Deinem Hause das Schwert nimmermehr lassen, weil du mich verachtet und die Frau Urias, des Hetiters, genommen hast, daß sie Deine Frau sei… Da sprach David zu Nathan: Ich habe gesündigt gegen den HERRN.

Nathan sprach zu David: So hat auch der HERR Deine Sünde weggenommen; Du wirst nicht sterben. Aber weil Du die Feinde des HERRN durch diese Sache zum Lästern gebracht hast, wird der Sohn, der Dir geboren ist, des Todes sterben. 

Und Nathan ging heim.

2. Samuel 12,1-10.13-15a

Epistolische Lektion 

Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid Ihr gerettet –; und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus, damit er in den kommenden Zeiten erzeige den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christus Jesus. 

Denn aus Gnade seid Ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus Euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, daß wir darin wandeln sollen. 

Epheser 2,4-10

Graduallied

Aus tiefer Not schrei ich zu Dir, Herr Gott, erhöre mein Rufen. Dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner Bitt sie öffen; denn so Du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht ist getan, wer kann, Herr, vor Dir bleiben? 

Bei Dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Tun umsonst auch in dem besten Leben. Vor Dir niemand sich rühmen kann, des muß Dich fürchten jedermann und Deiner Gnade leben.

Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren.

Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. So tu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gotts erharre.

Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen.

Dr. Martin Luther 1524 (LKG 213: Psalm 130)

Das heilige Evangelium (Predigttext)

Er sagte aber zu einigen, die überzeugt waren, fromm und gerecht zu sein, und verachteten die andern, dies Gleichnis: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. 

Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: Ich danke Dir, Gott, daß ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. 

Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme. 

Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! 

Ich sage Euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden. 

Lukas 18,9-14

Der christliche Glaube

Ich glaube an einen einigen allmächtigen Gott, den Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, alles, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an einen Herrn Jesum Christum, Gottes einigen Sohn, der vom Vater geboren ist vor der ganzen Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, mit dem Vater in einerlei Wesen, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel kommen ist und leibhaftig worden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch worden; auch für uns gekreuzigt unter Pontio Pilato, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; des Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der vom Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und eine einige heilige, christliche, apostolische Kirche. Ich bekenne eine einige Taufe zur Vergebung der Sünden und warte auf die Auferstehung der Toten und ein Leben der zukünftigen Welt.

Nizänische Glaubensbekenntnis

Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.  Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden. 

4. Mose 6,24-26

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Ich will Dich erheben, mein Gott, Du König, und Deinen Namen loben immer und ewiglich. (Psalm 145)


Andrew Wyeth – White Church, 1938. Farnsworth Art Museum, Rockland, Maine, USA

Ich will Dich erheben, mein Gott, Du König, und Deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will Dich täglich loben und Deinen Namen rühmen immer und ewiglich. 

Der HERR ist groß und sehr zu loben, und seine Größe ist unausforschlich. Kindeskinder werden Deine Werke preisen und Deine gewaltigen Taten verkündigen. Sie sollen reden von Deiner hohen, herrlichen Pracht; Deinen Wundern will ich nachsinnen. Sie sollen reden von Deinen mächtigen Taten, und ich will erzählen von Deiner Herrlichkeit; sie sollen preisen Deine große Güte und deine Gerechtigkeit rühmen.

Gnädig und barmherzig ist der HERR, geduldig und von großer Güte. Der HERR ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke. Es sollen Dir danken, HERR, alle Deine Werke und Deine Heiligen Dich loben und die Ehre Deines Königtums rühmen und von Deiner Macht reden, daß den Menschenkindern Deine gewaltigen Taten kundwerden und die herrliche Pracht Deines Königtums. 

Dein Reich ist ein ewiges Reich, und Deine Herrschaft währet für und für. Der HERR ist getreu in all seinen Worten und gnädig in allen seinen Werken. Der HERR hält alle, die da fallen, und richtet alle auf, die niedergeschlagen sind. Aller Augen warten auf Dich, und Du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.  Du tust Deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen. 

Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken. Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien und hilft ihnen. Der HERR behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen. Mein Mund soll des HERRN Lob verkündigen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich. 

Psalm 145. Ein Loblied Davids.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolisches Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat.

Psalm 33,12

Lied des Tages

Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder tut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre!

Es danken Dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen; und die auf Erden, Luft und Meer, in deinem Schatten wohnen, die preisen Deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre!

Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre!

Ich rief zum Herrn in meiner Not: »Ach Gott, vernimm mein Schreien!« Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich Dir; ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre!

Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhänden leitet er die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre!

Wenn Trost und Hilf ermangeln muss, die alle Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Überfluß, der Schöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh. Gebt unserm Gott die Ehre!

Ich will Dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren, man soll, Gott, Deinen Lobgesang
an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue Dich! Gebt unserm Gott die Ehre!

Ihr, die Ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre; Ihr, die Ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Götzen macht zu Spott; der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre!

So kommet vor sein Angesicht mit jauchzenvollem Springen; bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht. Gebt unserm Gott die Ehre!

Johann Jakob Schütz 1675 (LKG 322)

Johann Jakob Schütz 1675 (LKG 322)

Morgenlese

Dies ist das Wort, das vom HERRN geschah zu Jeremia: Tritt ins Tor am Hause des HERRN und predige dort dies Wort und sprich: Höret des HERRN Wort, Ihr alle von Juda, die Ihr zu diesen Toren eingeht, den HERRN anzubeten! 

So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Bessert Euer Leben und Euer Tun, so will ich Euch wohnen lassen an diesem Ort. Verlaßt Euch nicht auf Lügenworte, wenn sie sagen: Hier ist des HERRN Tempel, hier ist des HERRN Tempel, hier ist des HERRN Tempel! 

Sondern bessert Euer Leben und Euer Tun, daß Ihr recht handelt einer gegen den andern und gegen Fremdlinge, Waisen und Witwen keine Gewalt übt und nicht unschuldiges Blut vergießt an diesem Ort und nicht andern Göttern nachlauft zu Eurem eigenen Schaden, so will ich Euch immer und ewiglich wohnen lassen an diesem Ort, in dem Lande, das ich Euren Vätern gegeben habe. 

Aber nun verlaßt Ihr Euch auf Lügenworte, die zu nichts nütze sind. Ihr seid Diebe, Mörder, Ehebrecher und Meineidige und opfert dem Baal und lauft fremden Göttern nach, die Ihr nicht kennt. 

Und dann kommt Ihr und tretet vor mich in diesem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, und sprecht: Wir sind geborgen, – und tut weiter solche Gräuel. Haltet Ihr denn dies Haus, das nach meinem Namen genannt ist, für eine Räuberhöhle? Siehe, ich sehe es wohl, spricht der HERR.

Jeremia 7,1-11

Abendlese

Ich sage die Wahrheit in Christus und lüge nicht, wie mir mein Gewissen bezeugt im Heiligen Geist, daß ich große Traurigkeit und Schmerzen ohne Unterlaß in meinem Herzen habe. Denn ich wünschte, selbst verflucht und von Christus getrennt zu sein für meine Brüder, die meine Stammverwandten sind nach dem Fleisch. Sie sind Israeliten, denen die Kindschaft gehört und die Herrlichkeit und die Bundesschlüsse und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen, denen auch die Väter gehören und aus denen Christus herkommt nach dem Fleisch. Gott, der da ist über allem, sei gelobt in Ewigkeit. Amen.

Brüder, meines Herzens Wunsch ist und ich flehe auch zu Gott für sie, daß sie gerettet werden. Denn ich bezeuge ihnen, daß sie Eifer für Gott haben, aber ohne Einsicht. Denn sie erkennen die Gerechtigkeit nicht, die vor Gott gilt, und suchen, ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten, und sind so der Gerechtigkeit Gottes nicht untertan. Denn Christus ist des Gesetzes Ende, zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt.

Ich will Euch, Brüder, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit Ihr Euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, bis die volle Zahl der Heiden hinzugekommen ist. Und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: »Es wird kommen aus Zion der Erlöser; der wird abwenden alle Gottlosigkeit von Jakob. 

Und dies ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.« Nach dem Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber nach der Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen. Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen. 

Denn wie Ihr einst Gott ungehorsam gewesen seid, nun aber Barmherzigkeit erlangt habt wegen ihres Ungehorsams, so sind auch jene jetzt ungehorsam geworden wegen der Barmherzigkeit, die Euch widerfahren ist, damit auch sie jetzt Barmherzigkeit erlangen. Denn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme. 

Römer 9,1-5; 10,1-4; 11,25-32.

Konkordienformel (Solida Declaratio): Von der Person Christi (VIII,64-75)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 

Friede sei mit Euch + AmenAmen.

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An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten. (Psalm 137)

Rudolf Schäfer (16. September, 1878-25.Oktober, 1961)

An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten. Unsere Harfen hängten wir an die Weiden im Lande. Denn dort hießen uns singen, die uns gefangen hielten, und in unserm Heulen fröhlich sein: »Singet uns ein Lied von Zion!« 

Wie könnten wir des HERRN Lied singen in fremdem Lande? Vergesse ich Dein, Jerusalem, so werde meine Rechte vergessen. Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wenn ich Deiner nicht gedenke, wenn ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude sein.

HERR, vergiß den Söhnen Edom nicht den Tag Jerusalems, da sie sagten: »Reißt nieder, reißt nieder bis auf den Grund!« Tochter Babel, Du Verwüsterin, wohl dem, der Dir vergilt, was Du uns getan hast! Wohl dem, der Deine jungen Kinder nimmt und sie am Felsen zerschmettert! 

Psalm 137.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolisches Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat.

Psalm 33,12

Lied des Tages

Ich armer Sünder komm zu Dir mit demütigem Herzen, o Gott, des Gnad ist für und für, bekenne Dir mit Schmerzen die Sünden all, ein´ jeden Fall, wie ich ihn hab begangen von Jugend auf, mit großem Hauf, drin ich jetzt bin gefangen.

Die Sünden sind, die ich getan, unmöglich zu erzählen; doch ich sie auch nicht bergen kann, weil sie mich immer quälen. Dein liebster Sohn hat mich davon durch seinen Tod entbunden; dennoch hab ich jetzt lassen mich den Satan neu verwunden.

So ist auch mein Undankbarkeit sehr groß bis auf die Stunde; ich habe Dir zu keiner Zeit gedankt von Herzengrunde für Deine Treu, die täglich neu, für Deine Lieb und Güte, die ich an mir gar reichlich spür und stets trag im Gemüte.

Wenn mein Herz dies bei sich bedenkt, in Stücken möchts zerspringen; die große Sicherheit mich kränkt, tut Mark und Bein durchdringen. Kein Höllenpein so groß mag sein, ich habe sie verschuldet; ich bin nicht wert, daß mich die Erd trägt, nährt und auf sich duldet.

O Vater der Barmherzigkeit, ich falle Dir zu Fuße; verwirf den nicht, der zu Dir schreit und tut rechtschaffne Buße. Dein Angesicht mit Gnaden richt auf mich betrübten Sünder;
gib einen Blick, der mich erquick, so wird mein Angst bald minder.

Eröffne mir Dein freudlich Herz, den Quell der ewigen Liebe, vergib die Sünd, heil meinen Schmerz, hilf, daß ich mich stets übe in dem, was Dir gefällt an mir, und alles Böse meide, bis ich hinfahr zur Engelschar, da nichts denn lauter Freude.

Johann Hermann, 1630 (LKG 221)

Morgenlese

Dies ist das Wort, das geschah vom HERRN zu Jeremia: Mach Dich auf und geh hinab in des Töpfers Haus; dort will ich Dich meine Worte hören lassen. 

Und ich ging hinab in des Töpfers Haus, und siehe, er arbeitete eben auf der Scheibe. Und wenn der Topf, den er aus dem Ton machte, ihm unter den Händen mißriet, machte er daraus wieder einen andern Topf, ganz wie es ihm gefiel. 

Da geschah des HERRN Wort zu mir: Kann ich nicht ebenso mit Euch umgehen, Ihr vom Hause Israel, wie dieser Töpfer?, spricht der HERR. Siehe, wie der Ton in des Töpfers Hand, so seid auch Ihr in meiner Hand, Haus Israel. 

Bald rede ich gegen ein Volk und Königreich, daß ich es ausreißen, einreißen und zerstören will; wenn sich aber das Volk, gegen das ich geredet habe, von seiner Bosheit bekehrt, so reut mich auch das Unheil, das ich ihm gedachte zu tun. 

Und bald rede ich über ein Volk und Königreich, daß ich es bauen und pflanzen will; wenn es aber tut, was mir mißfällt, dass es meiner Stimme nicht gehorcht, so reut mich auch das Gute, das ich ihm verheißen hatte zu tun. 

Jeremia 18,1-10

Abendlese

Denn ich will den Namen des HERRN preisen. Gebt unserm Gott allein die Ehre! Er ist der Fels. Seine Werke sind vollkommen; denn alle seine Wege sind recht. Treu ist Gott und kein Böses an ihm, gerecht und wahrhaftig ist er. Das verkehrte und böse Geschlecht hat gesündigt wider ihn; sie sind Schandflecken und nicht seine Kinder. 

Dankst Du so dem HERRN, Deinem Gott, Du tolles und törichtes Volk? Ist er nicht Dein Vater und Dein Herr? Ist’s nicht er allein, der Dich gemacht und bereitet hat? 

Gedenke der vorigen Zeiten und hab acht auf die Jahre von Geschlecht zu Geschlecht. Frage Deinen Vater, der wird Dir’s verkünden, Deine Ältesten, die werden Dir’s sagen. 

Als der Höchste den Völkern Land zuteilte und der Menschen Kinder voneinander schied, da setzte er die Grenzen der Völker nach der Zahl der Söhne Israels. Denn des HERRN Teil ist sein Volk, Jakob ist sein Erbe. 

Er fand ihn in der Steppe, in der Wüste, im Geheul der Wildnis. Er umfing ihn und hatte acht auf ihn. Er behütete ihn wie seinen Augapfel. Wie ein Adler ausführt seine Jungen und über ihnen schwebt, so breitete er seine Fittiche aus und nahm ihn und trug ihn auf seinen Flügeln. Der HERR allein leitete ihn, und kein fremder Gott war mit ihm.

Als nun Mose das alles zu Ende geredet hatte vor ganz Israel, sprach er zu ihnen: Nehmt zu Herzen alle Worte, die ich Euch heute bezeuge, daß Ihr Euren Kindern befehlt, alle Worte dieses Gesetzes zu halten und zu tun. Denn es ist nicht ein leeres Wort an Euch, sondern es ist Euer Leben, und durch dies Wort werdet Ihr lange leben in dem Lande, in das Ihr zieht über den Jordan, um es einzunehmen. 

5. Mose 32,3-12.45-47

Konkordienformel (Solida Declaratio): Von der Person Christi (VIII,54-63)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 

Friede sei mit Euch + AmenAmen.

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Sie haben mich oft bedrängt von meiner Jugend auf – so sage Israel –, sie haben mich oft bedrängt von meiner Jugend auf; aber sie haben mich nicht überwältigt. (Psalm 129)

Hochsommer am Elberadweg Richtung Wörlitz, 2026

Sie haben mich oft bedrängt von meiner Jugend auf – so sage Israel –, sie haben mich oft bedrängt von meiner Jugend auf; aber sie haben mich nicht überwältigt. Die Pflüger haben auf meinem Rücken geackert und ihre Furchen lang gezogen. Der HERR, der gerecht ist, hat der Frevler Stricke zerhauen. 

Ach daß zuschanden würden und zurückwichen alle, die Zion hassen! Ach daß sie würden wie das Gras auf den Dächern, das verdorrt, ehe man es ausrauft, mit dem der Schnitter seine Hand nicht füllt noch der Garbenbinder seinen Arm; und keiner, der vorübergeht, soll sprechen: Der Segen des HERRN sei über Euch!

Wir segnen Euch im Namen des HERRN. 

Psalm 129. Ein Wallfahrtslied.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolisches Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat.

Psalm 33,12

Lied des Tages

Die Nacht ist kommen, drin wir ruhen sollen; Gott walt’s zu Frommen nach seim Wohlgefallen, daß wir uns legen, in sein G’leit und Segen der Ruh zu pflegen.

Treib, Herr, von uns fern die unreinen Geister; halt die Nachtwach gern, sei selbst unser Schutzherr; schirm beid, Leib und Seel, unter Deine Flügel; send uns Dein Engel.

Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröhlich aufwachen und von Dir nicht wanken. Laß uns mit Züchten unser Tun und Dichten zu Deim Preis richten.

Pfleg auch der Kranken durch Deinen Geliebten; hilf den Gefangnen; tröste die Betrübten; pfleg auch der Kinder, sei selbst ihr Vormünder; des Feinds Neid hinder.

Denn wir kein ander Zuflucht können haben als zu Dir, o Herr, in dem Himmel droben. Du verläßt keinen, gibst acht auf die Deinen, die Dich recht meinen.

Vater, Dein Name werd von uns gepreiset, Dein Reich zukomme, Dein Will werd beweiset, frist unser Leben, wollst die Schuld vergeben, erlös uns. Amen.

Petrus Herbert 1566; Strophe 5: Missourisches Gesangbuch 1847. (LKG 294)

Morgenlese

Mose wandte sich und stieg vom Berge und hatte die zwei Tafeln des Gesetzes in seiner Hand; die waren beschrieben auf beiden Seiten, vorn und hinten waren sie beschrieben. Und Gott hatte sie selbst gemacht, und die Schrift war Gottes Schrift, eingegraben in die Tafeln. 

Als nun Josua das Geschrei des Volks hörte, sprach er zu Mose: Es ist ein Kriegsgeschrei im Lager. Er antwortete: Es ist kein Geschrei wie bei einem Sieg, und es ist kein Geschrei wie bei einer Niederlage, ich höre Geschrei wie beim Tanz. 

Als Mose aber nahe zum Lager kam und das Kalb und das Tanzen sah, entbrannte sein Zorn, und er warf die Tafeln aus der Hand und zerbrach sie unten am Berge und nahm das Kalb, das sie gemacht hatten, und verbrannte es im Feuer und zermalmte es zu Pulver und streute es aufs Wasser und gab’s den Israeliten zu trinken. 

Und er sprach zu Aaron: Was hat Dir dies Volk getan, daß Du eine so große Sünde über sie gebracht hast? Aaron sprach: Mein Herr lasse seinen Zorn nicht entbrennen. Du weißt, daß dies Volk böse ist. Sie sprachen zu mir: Mache uns Götter, die vor uns hergehen; denn wir wissen nicht, was mit diesem Mann Mose geschehen ist, der uns aus Ägyptenland geführt hat. Ich sprach zu ihnen: Wer Gold hat, der reiße es ab und gebe es mir. Und ich warf es ins Feuer, und daraus ist dieses Kalb geworden.

Am nächsten Morgen sprach Mose zum Volk: Ihr habt eine große Sünde getan; nun will ich hinaufsteigen zu dem HERRN, ob ich vielleicht Sühne erwirken kann für Eure Sünde. Als nun Mose wieder zu dem HERRN kam, sprach er: Ach, das Volk hat eine große Sünde getan, und sie haben sich Götter von Gold gemacht. Vergib ihnen doch ihre Sünde; wenn nicht, dann tilge mich aus Deinem Buch, das Du geschrieben hast. 

Der HERR sprach zu Mose: Ich will den aus meinem Buch tilgen, der an mir gesündigt hat. So geh nun hin und führe das Volk, wohin ich Dir gesagt habe. Siehe, mein Engel soll vor Dir hergehen. Ich werde aber ihre Sünde heimsuchen, wenn meine Zeit heimzusuchen gekommen ist. Und der HERR schlug das Volk, weil sie sich das Kalb gemacht hatten, das Aaron angefertigt hatte. 

2.Mose 32,15-24.30-35

Abendlese

Dies sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia von Jerusalem sandte an den Rest der Ältesten, die weggeführt waren, an die Priester und Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar von Jerusalem nach Babel weggeführt hatte… So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu allen Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen:

Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und esst ihre Früchte; nehmt Euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für Eure Söhne Frauen und gebt Eure Töchter Männern, daß sie Söhne und Töchter gebären; mehrt Euch dort, daß Ihr nicht weniger werdet. 

Suchet der Stadt Bestes, dahin ich Euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s Euch auch wohl. 

Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Lasst Euch durch die Propheten, die bei Euch sind, und durch die Wahrsager nicht betrügen, und hört nicht auf die Träume, die sie träumen! Denn sie weissagen Euch Lüge in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt, spricht der HERR. 

Jeremia 29,1.4-9

Konkordienformel (Solida Declaratio): Von der Person Christi (VIII,44-53)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 

Friede sei mit Euch + AmenAmen.

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Die auf den HERRN hoffen, werden nicht fallen, sondern ewig bleiben wie der Berg Zion. (Psalm 125)

Salomon auf dem Löwen­thron (unten). Buch­malerei im Heils­spiegel, um 1360

Die auf den HERRN hoffen, werden nicht fallen, sondern ewig bleiben wie der Berg Zion. Um Jerusalem her sind Berge, und der HERR ist um sein Volk her von nun an bis in Ewigkeit. 

Denn das Zepter des Frevels wird nicht bleiben über dem Erbteil der Gerechten, damit die Gerechten ihre Hände nicht ausstrecken zur Ungerechtigkeit. 

HERR, tu wohl den Guten und denen, die frommen Herzens sind. Die aber abweichen auf ihre krummen Wege, wird der HERR dahinfahren lassen mit den Übeltätern. Friede sei über Israel! 

Psalm 125. Ein Wallfahrtslied.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolisches Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat.

Psalm 33,12

Lied des Tages

Für solche Gnad und Güte groß sollst Du Gott billig danken, nicht laufen aus seim Gnadenschoß, von seinem Wort nicht wanken, Dich halten, wie sein Wort Dich lehrt, dadurch wird Gottes Reich gemehrt, geholfen auch den Kranken.

Du solltest bringen gute Frucht, so Du recht gläubig wärest, in Lieb und Treu, in Scham und Zucht, wie Du solchs selbst begehrest, in Gottes Furcht Dich halten fein und suchen Gottes Ehr allein, daß Du niemand beschwerest.

Die Wahrheit wird jetzt unterdrückt, will niemand Wahrheit hören; die Lüge wird gar fein geschmückt, man hilft ihr oft mit Schwören; dadurch wird Gottes Wort veracht’, die Wahrheit höhnisch auch verlacht, die Lüge tut man ehren.

Wach auf, Deutschland! ´s ist hohe Zeit, Du wirst sonst übereilet, die Straf Dir auf dem Halse leit, ob sichs gleich jetzt verweilet. Fürwahr, die Axt ist angesetzt auch auch zum Hieb sehr scharf gewetzt; was gilts, ob sie Dein fehlet.

Gott warnet täglich für und für, das zeugen seine Zeichen, denn Gottes Straf ist vor der Tür, Deutschland, laß Dich erweichen, tu rechte Buße in der Zeit, weil Gott Dir noch sein Gnad anbeut und tut sein Hand Dir reichen.

Das helfe Gott uns allen gleich, daß wir von Sünden lassen, und führe uns zu seinem Reich, daß wir das Unrecht hassen. Herr Jesu Christe, hilf uns nu und gib uns Deinen Geist dazu, daß wir Dein Warnung fassen.

Johann Walter 1561. Nr. 390,4-9 im ELKG hg.v. SELK. 7.Aufl. Verlag der Lutherischen Buchhandlung, Gr.Oesingen. 2005.

Morgenlese

Und der HERR erschien Salomo zu Gibeon im Traum des Nachts, und Gott sprach: Bitte, was ich Dir geben soll! 

Salomo sprach: Du hast an meinem Vater David, Deinem Knecht, große Barmherzigkeit getan, wie er denn vor Dir gewandelt ist in Wahrheit und Gerechtigkeit und mit aufrichtigem Herzen vor Dir, und hast ihm auch die große Barmherzigkeit erwiesen und ihm einen Sohn gegeben, der auf seinem Thron sitzen sollte, wie es denn jetzt ist. 

Nun, HERR, mein Gott, Du hast Deinen Knecht zum König gemacht an meines Vaters David statt. Ich aber bin noch jung, weiß weder aus noch ein. Und Dein Knecht steht mitten in Deinem Volk, das Du erwählt hast, einem Volk, so groß, daß es wegen seiner Menge niemand zählen noch berechnen kann. 

So wollest Du Deinem Knecht ein gehorsames Herz geben, daß er Dein Volk richten könne und verstehen, was gut und böse ist. Denn wer vermag dies Dein mächtiges Volk zu richten? 

Das gefiel dem Herrn, dass Salomo darum bat. Und Gott sprach zu ihm: Weil Du darum bittest und bittest weder um langes Leben noch um Reichtum noch um Deiner Feinde Tod, sondern um Verstand, auf das Recht zu hören, siehe, so tue ich nach Deinen Worten. Siehe, ich gebe Dir ein weises und verständiges Herz, sodaß Deinesgleichen vor Dir nicht gewesen ist und nach Dir nicht aufkommen wird. 

Und dazu gebe ich Dir, worum Du nicht gebeten hast, nämlich Reichtum und Ehre, sodaß Deinesgleichen keiner unter den Königen ist zu Deinen Zeiten. Und wenn Du in meinen Wegen wandeln wirst, daß Du hältst meine Satzungen und Gebote, wie Dein Vater David gewandelt ist, so will ich Dir ein langes Leben geben. 

Und als Salomo erwachte, siehe, da war es ein Traum. Und er kam nach Jerusalem und trat vor die Lade des Bundes des Herrn und opferte Brandopfer und Dankopfer und machte ein großes Festmahl für alle seine Großen. 

1.Könige 3,5-15

Abendlese

Seid untertan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem König als dem Obersten oder den Statthaltern als denen, die von ihm gesandt sind zur Bestrafung der Übeltäter und zum Lob derer, die Gutes tun. 

Denn das ist der Wille Gottes, daß Ihr durch Tun des Guten den unwissenden und törichten Menschen das Maul stopft – als Freie und nicht als hättet Ihr die Freiheit zum Deckmantel der Bosheit, sondern als Knechte Gottes. 

Ehrt jedermann, habt die Brüder lieb, fürchtet Gott, ehrt den König!

1.Petrus 2,13-17 

Konkordienformel (Solida Declaratio): Von der Person Christi (VIII,30-43)

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Ich rufe zu dem HERRN in meiner Not und er erhört mich. (Psalm 120)

Tizian: Der Zinsgroschen (1516) in der Gemäldegalerie Alte Meister (Dresden).

Ich rufe zu dem HERRN in meiner Not und er erhört mich. HERR, errette mich von den Lügenmäulern, von den falschen Zungen. Was soll er Dir antun, Du falsche Zunge, und was Dir noch geben? Scharfe Pfeile eines Starken und feurige Kohlen! Weh mir, daß ich ein Fremdling bin unter Meschech; ich muß wohnen bei den Zelten Kedars! Es wird meiner Seele lang, zu wohnen bei denen, die den Frieden hassen. Ich halte Frieden; aber wenn ich rede, so fangen sie Krieg an. 

Psalm 120. Ein Wallfahrtslied.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolisches Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat.

Psalm 33,12

Lied des Tages

Wach auf, wach auf, Du deutsches Land! Du hast genug geschlafen. Bedenk, was Gott an Dich gewandt, wozu er Dich erschaffen. Bedenk, was Gott Dir hat gesandt und Dir vertraut sein höchstes Pfand, drum magst Du wohl aufwachen.

Gott hat Dir Christus, seinen Sohn, die Wahrheit und das Leben, sein liebes Evangelium aus lauter Gnad gegeben; denn Christus ist allein der Mann, der für der Welt Sünd g’nug getan, kein Werk hilft sonst daneben.

Für solche Gnad und Güte groß sollst Du dem Herren danken, nicht laufen aus seim Gnadenschoß, von seinem Wort nicht wanken, dich halten, wie sein Wort Dich lehrt, dadurch wird Gottes Reich gemehrt, geholfen auch den Kranken.

Johann Walter 1561 (EG 145,1-3)

Morgenlese

Da kam Amalek und kämpfte gegen Israel in Refidim. Da sprach Mose zu Josua: Erwähle uns Männer, zieh aus und kämpfe gegen Amalek. Morgen will ich oben auf dem Hügel stehen mit dem Stab Gottes in meiner Hand. 

Und Josua tat, wie Mose ihm sagte, und kämpfte gegen Amalek. Mose aber und Aaron und Hur gingen auf die Höhe des Hügels. Und wenn Mose seine Hand emporhielt, siegte Israel; wenn er aber seine Hand sinken ließ, siegte Amalek. 

Aber Mose wurden die Hände schwer; darum nahmen sie einen Stein und legten ihn hin, daß er sich daraufsetzte. Aaron aber und Hur stützten ihm die Hände, auf jeder Seite einer. So blieben seine Hände erhoben, bis die Sonne unterging. 

Und Josua überwältigte Amalek und sein Volk durch des Schwertes Schärfe. Und der HERR sprach zu Mose: Schreibe dies zum Gedächtnis in ein Buch und präge es Josua ein; denn ich will die Erinnerung an Amalek unter dem Himmel austilgen. 

Und Mose baute einen Altar und nannte ihn: Der HERR mein Feldzeichen. Und er sprach: Die Hand an den Thron des HERRN! Der HERR führt Krieg gegen Amalek von Kind zu Kindeskind. 

2. Mose 17,8-15

Abendlese

Da gingen die Pharisäer hin und hielten Rat, daß sie ihn fingen in seinen Worten, und sandten zu ihm ihre Jünger samt den Anhängern des Herodes.

Die sprachen: Meister, wir wissen, daß Du wahrhaftig bist und lehrst den Weg Gottes recht und fragst nach niemand; denn Du achtest nicht das Ansehen der Menschen. 

Darum sage uns, was meinst Du: Ist’s recht, daß man dem Kaiser Steuern zahlt, oder nicht? 

Da nun Jesus ihre Bosheit merkte, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht Ihr mich? Zeigt mir die Steuermünze! Und sie reichten ihm einen Silbergroschen. 

Und er sprach zu ihnen: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! 

Als sie das hörten, wunderten sie sich, ließen von ihm ab und gingen davon. 

Matthäus 22,15-22

Konkordienformel (Solida Declaratio): Von der Person Christi (VIII:20-29)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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Löhe über Lk.19,41-44: Jesus weint über Jerusalem

Pastor Johann Konrad Wilhelm Löhe (* 21. Februar 1808 in Fürth; † 2. Januar 1872 in Neuendettelsau) predigte am 10. Sonntag nach Trinitatis über die Heimsuchung Gottes in Gericht und Gnade wie vom Evangelisten Lukas im 19. Kapitel glaubhaft in den Versen 41ff aufgeschrieben.

P.Löhe schreibt auf S.63:

Sie (die Römer) haben endlich am 10. August den Tempel angezündet, der unter dem Wehgeschrei der Juden, unter dem Siegsgeschrei der Römer in Flammen aufging.

Hier vorgelesen:

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