Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. (Psalm 24)

Christ in the House of Simon, by Dieric Bouts, 1440

Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. Denn er hat ihn über den Meeren gegründet und über den Wassern bereitet. Wer darf auf des HERRN Berg gehen, und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte? 

Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist, wer nicht bedacht ist auf Lüge und nicht schwört zum Trug: der wird den Segen vom HERRN empfangen und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils. Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt, das da sucht dein Antlitz, Gott Jakobs. Sela. 

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, daß der König der Ehre einziehe! Wer ist der König der Ehre? Es ist der HERR, stark und mächtig, der HERR, mächtig im Streit. Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe! Wer ist der König der Ehre? Es ist der HERR Zebaoth; er ist der König der Ehre. Sela. 

Psalm 24. Ein Psalm Davids.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Der Menschensohn muß erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.

Johannes 3,14b-15.

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Du großer Schmerzensmann, vom Vater so geschlagen,  Herr Jesu, Dir sei Dank für alle Deine Plagen: für Deine Seelenangst, für Deine Band und Not, für Deine Geißelung, für Deinen bittern Tod.

Ach das hat unsre Sünd und Missetat verschuldet, was Du an unsrer Statt, was Du für uns erduldet. Ach unsre Sünde bringt Dich an das Kreuz hinan; o unbeflecktes Lamm, was hast Du sonst getan?

Doch Deine Herzenslieb erweiset unserem Herzen, wie lieb wir Dir gewest; Dein Leiden, Tod und Schmerzen hat nun versöhnet Gott den Vater mit der Welt, uns seine Gnade bracht, zufrieden ihn gestellt.

Dein Kampf ist unser Sieg, Dein Tod ist unser Leben; in Deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben. Dein Kreuz ist unser Trost, die Wunden unser Heil, Dein Blut das Lösegeld, der armen Sünder Teil.

Adam Thebesius, 1663. LKG 144,1-4

Morgenlese

Sechs Tage vor dem Passafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus war, den Jesus auferweckt hatte von den Toten. Dort machten sie ihm ein Mahl, und Marta diente bei Tisch; Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch saßen. Da nahm Maria ein Pfund Salböl von unverfälschter, kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber wurde erfüllt vom Duft des Öls. 

Da sprach einer seiner Jünger, Judas Iskariot, der ihn hernach verriet: Warum wurde dieses Öl nicht für dreihundert Silbergroschen verkauft und das Geld den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, weil ihm an den Armen lag, sondern er war ein Dieb; er hatte den Geldbeutel und nahm an sich, was gegeben wurde. Da sprach Jesus: Lass sie. Es soll gelten für den Tag meines Begräbnisses. Denn Arme habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit. 

Da erfuhr eine große Menge der Juden, dass er dort war, und sie kamen nicht allein um Jesu willen, sondern um auch Lazarus zu sehen, den er von den Toten erweckt hatte.

Johannes 12,1-9

Abendlese

Gott der HERR hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören. Gott der HERR hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück. 

Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. Aber Gott der HERR hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden. Darum hab ich mein Angesicht hart gemacht wie einen Kieselstein; denn ich weiß, dass ich nicht zuschanden werde. Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will mit mir rechten? Lasst uns zusammen vortreten!

Wer will mein Recht anfechten? Der komme her zu mir! Siehe, Gott der HERR hilft mir; wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie ein Kleid zerfallen, Motten werden sie fressen. Wer ist unter euch, der den HERRN fürchtet, der auf die Stimme seines Knechts hört? Wer im Finstern wandelt und wem kein Licht scheint, der hoffe auf den Namen des HERRN und verlasse sich auf seinen Gott! 

Siehe, ihr alle, die ihr ein Feuer entfacht und Brandpfeile entzündet, geht hin in die Glut eures Feuers und in die Brandpfeile, die ihr angezündet habt! Das widerfährt euch von meiner Hand; in Schmerzen sollt ihr liegen. 

Jesaja 50,4-11

Tractatus von der Macht des Papstes 13-24

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist.

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J.S. Bach: “Himmelskönig, sei willkommen” (BWV 182)

Johann Sebastian Bach (1746) von Elias Gottlob Haußmann (1695-1774) im Alten Rathaus (Leipzig)

Komponist Johann Sebastian Bach (* 21. März 1685 in Eisenach; † 28. Juli 1750 in Leipzig) komponiert die Kantate: “Himmelskönig, sei willkommen” (BWV 182) zum Sonntag Palmarum.

Hier mehr zu der Kantate und der Text im Überblick dank Walter F. Bischof (U Alberta):

Himmelskönig, sei willkommen
  
1. Sonata
Flauto, Violino concertante, Violino di ripieno, Viola I/II, Violoncello, Continuo
  
2. Coro
Flauto, Violino, Viola I/II, Violoncello, Continuo
Himmelskönig, sei willkommen,
Lass auch uns dein Zion sein!
    Komm herein,
    Du hast uns das Herz genommen.
  
3. Recitativo B
Violoncello, Continuo
Siehe, ich komme, im Buch ist von mir geschrieben; deinen Willen, mein Gott, tu ich gerne.
  
4. Aria B
Violino, Viola I/II, Continuo
Starkes Lieben,
Das dich, großer Gottessohn,
Von dem Thron
Deiner Herrlichkeit getrieben,
Dass du dich zum Heil der Welt
Als ein Opfer vorgestellt,
Dass du dich mit Blut verschrieben.
  
5. Aria A
Flauto solo, Continuo
Leget euch dem Heiland unter,
Herzen, die ihr christlich seid!
    Tragt ein unbeflecktes Kleid
    Eures Glaubens ihm entgegen,
    Leib und Leben und Vermögen
    Sei dem König itzt geweiht.
  
6. Aria T
Violoncello, Continuo
Jesu, lass durch Wohl und Weh
Mich auch mit dir ziehen!
    Schreit die Welt nur “Kreuzige!”,
    So lass mich nicht fliehen,
    Herr, von deinem Kreuzpanier;
    Kron und Palmen find ich hier.
  
7. Choral
Flauto, Violino, Viola I/II, Violoncello, Continuo
Jesu, deine Passion
Ist mir lauter Freude,
Deine Wunden, Kron und Hohn
Meines Herzens Weide;
Meine Seel auf Rosen geht,
Wenn ich dran gedenke,
In dem Himmel eine Stätt
Uns deswegen schenke.
  
8. Coro
Flauto, Violino, Viola I/II, Violoncello, Continuo
So lasset uns gehen in Salem der Freuden,
Begleitet den König in Lieben und Leiden.
    Er gehet voran
    Und öffnet die Bahn.

Und eine ältere Aufführung mit Karl Richter (1974-75)

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P. Wilhelm Löhe predigt an Palmarum (Matthäus 21,1-9)

Pastor Johann Konrad Wilhelm Löhe (* 21. Februar 1808 in Fürth; † 2. Januar 1872 in Neuendettelsau) predigte am sechsten Sonntag in den Fasten (Palmarum) den Einzug unseres Herrn in Jerusalem als Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, nach dem Zeugnis des heiligen Evangelisten Matthäus 21,1-9.

Hier vorgelesen:

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Palmarum (6. Sonntag in den Fasten: Der Schmerzensmann)

Der Menschensohn muß erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.

Johannes 3,14b-15.

Introitus

Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist; ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen. Ich habe mich müde geschrien, mein Hals ist heiser. Meine Augen sind trübe geworden, weil ich so lange harren muss auf meinen Gott. 

Denn um Deinetwillen trage ich Schmach, mein Angesicht ist voller Schande. Ich bin fremd geworden meinen Brüdern und unbekannt den Kindern meiner Mutter; denn der Eifer um Dein Haus hat mich gefressen, und die Schmähungen derer, die Dich schmähen, sind auf mich gefallen. 

Ich aber bete, HERR, zu Dir zur Zeit der Gnade; Gott, nach Deiner großen Güte erhöre mich mit Deiner treuen Hilfe. 

Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand, und auf Tröster, aber ich finde keine. Sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinen Durst. 

Ich aber bin elend und voller Schmerzen. Gott, Deine Hilfe schütze mich!

Psalm 69,2-4.8-10.14.21b-22.30

Kollekte

Barmherziger, ewiger Gott, der Du Deines eigenen Sohnes nicht hast verschonet, sondern ihn für uns alle dahingegeben, daß er unsere Sünde am Kreuze tragen sollte: verleihe uns, daß unser Herz in solchem Glauben nimmermehr erschrecke noch verzage. Durch ihn, unseren Herrn Jesus Christus unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist ein wahrer Gott lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.128f.

Alttestamentliche Lese

Gott der HERR hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, daß ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, daßfd ich höre, wie Jünger hören. Gott der HERR hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück. Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. 

Aber Gott der HERR hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden. Darum hab ich mein Angesicht hart gemacht wie einen Kieselstein; denn ich weiß, daß ich nicht zuschanden werde. Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will mit mir rechten? Laßt uns zusammen vortreten! Wer will mein Recht anfechten? Der komme her zu mir! Siehe, Gott der HERR hilft mir; wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie ein Kleid zerfallen, Motten werden sie fressen. 

Jesaja 50,4-9

Epistel

Seid so unter Euch gesinnt, wie es der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht:

Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.

Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. 

Philipper 2,5-11

Hier meine Beichtansprache zu Phil. 2,12f:

Evangelium

Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, daß Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht: »Fürchte Dich nicht, Du Tochter Zion! Siehe, Dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.« 

Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, daß dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte. Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat. Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, daß Ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach. 

Johannes 12,12-19

Der christliche Glaube

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolische Kirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänum

Wochenlied

Du großer Schmerzensmann, vom Vater so geschlagen,  Herr Jesu, Dir sei Dank für alle Deine Plagen: für Deine Seelenangst, für Deine Band und Not, für Deine Geißelung, für Deinen bittern Tod.

Ach das hat unsre Sünd und Missetat verschuldet, was Du an unsrer Statt, was Du für uns erduldet. Ach unsre Sünde bringt Dich an das Kreuz hinan; o unbeflecktes Lamm, was hast Du sonst getan?

Doch Deine Herzenslieb erweiset unserem Herzen, wie lieb wir Dir gewest; Dein Leiden, Tod und Schmerzen hat nun versöhnet Gott den Vater mit der Welt, uns seine Gnade bracht, zufrieden ihn gestellt.

Dein Kampf ist unser Sieg, Dein Tod ist unser Leben; in Deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben. Dein Kreuz ist unser Trost, die Wunden unser Heil, Dein Blut das Lösegeld, der armen Sünder Teil.

O hilf, daß wir auch uns zum Kampf und Leiden wagen und unter unsrer Last des Kreuzes nicht verzagen; hilf tragen mit Geduld, durch Deine Dornenkron, wenns kommen soll mit uns zum Blute, Schmach und Hohn.

Dein Schweiß komm uns zugut, wenn wir im Schweiße liegen; durch Deinen Todeskampf laß uns im Tode siegen; durch Deine Bande, Herr, bind uns, wie Dir’s gefällt; hilf, daß wir kreuzigen durch Dein Kreuz Fleisch und Welt.

Laß Deine Wunden ein Arznei unserer Sünden, laß uns auf Deinen Tod den Trost im Tode gründen. O Jesu, laß an uns durch Dein Kreuz Angst und Pein Dein Leiden, Kreuz und Angst ja nicht verloren sein.

Adam Thebesius 1663 (LKG 144)

Predigttext

Es waren noch zwei Tage bis zum Passafest und den Tagen der Ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten. Denn sie sprachen: Ja nicht bei dem Fest, damit es nicht einen Aufruhr im Volk gebe.

Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit unverfälschtem, kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Gefäß und goss das Öl auf sein Haupt. 

Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. 

Jesus aber sprach: Laßt sie! Was bekümmert Ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn Ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn Ihr wollt, könnt Ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt Ihr nicht allezeit.

Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis. Wahrlich, ich sage Euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat. 

Markus 14,(1-2) 3-9

Meine Predigt dazu:

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Frieden +

4. Mose 6,24-26

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Hilf uns, Gott, unser Heiland, und laß ab von Deiner Ungnade über uns! (Psalm 85,5)

John Singer Sargent: “Frieze of Prophets,” (1937) Boston Public Library, Fogg Museum

HERR, der Du bist vormals gnädig gewesen Deinem Lande und hast erlöst die Gefangenen Jakobs; der Du die Missetat vormals vergeben hast Deinem Volk und all ihre Sünde bedeckt hast; – Sela – der Du vormals hast all Deinen Zorn fahren lassen und Dich abgewandt von der Glut Deines Zorns: Hilf uns, Gott, unser Heiland, und laß ab von Deiner Ungnade über uns! 

Willst Du denn ewiglich über uns zürnen und Deinen Zorn walten lassen für und für?Willst Du uns denn nicht wieder erquicken, daß Dein Volk sich über Dich freuen kann? 

HERR, zeige uns Deine Gnade und gib uns Dein Heil! Könnte ich doch hören, was Gott der HERR redet, daß er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf daß sie nicht in Torheit geraten. 

Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, daß in unserm Lande Ehre wohne; daß Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen; daß Treue auf der Erde wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue; daß uns auch der HERR Gutes tue und unser Land seine Frucht gebe; daß Gerechtigkeit vor ihm her gehe und seinen Schritten folge. 

Psalm 85. Ein Psalm der Korachiter, vorzusingen.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Der Menschensohn ist nicht gekommen, daß Er sich dienen lasse, sondern daß Er diene und gebe Sein Leben als Lösegeld für viele

Mt.20,28

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Komm, Heiliger Geist, erfüll die Herzen Deiner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer Deiner göttlichen Liebe, der Du in Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast in Einigkeit des Glaubens. Halleluja, Halleluja.

Nach der altkirchlichen Antiophon “Vene Sancte Spiritus” verdeutscht Erfurt 1527 (LKG 180)

Morgenlese

Denn Du, HERR, bist die Hoffnung Israels. Alle, die Dich verlassen, müssen zuschanden werden, und die Abtrünnigen müssen auf die Erde geschrieben werden; denn sie verlassen den HERRN, die Quelle des lebendigen Wassers.

Heile Du mich, HERR, so werde ich heil; hilf Du mir, so ist mir geholfen; denn Du bist mein Ruhm. Siehe, sie sprechen zu mir: »Wo ist denn des HERRN Wort? Soll es doch kommen!« Aber ich habe Dich nie gedrängt, Unheil kommen zu lassen; auch hab ich den bösen Tag nicht herbeigewünscht, das weißt Du. Was ich gepredigt habe, das liegt offen vor Dir. Sei du mir nur nicht schrecklich, meine Zuversicht in der Not! 

Jeremia 17, 13-17

Abendlese

So sprach der HERR zu mir: Geh hin und tritt ins Tor des Volks, durch das die Könige von Juda aus und ein gehen, und in alle Tore Jerusalems und sprich zu ihnen: Höret des HERRN Wort, Ihr Könige Judas und ganz Juda und alle Einwohner Jerusalems, die durch diese Tore gehen! 

So spricht der HERR: Hütet Euch um Eures Lebens willen und bringt keine Last am Sabbattag durch die Tore Jerusalems und tragt keine Last am Sabbattag aus Euren Häusern und tut keine Arbeit, sondern heiligt den Sabbattag, wie ich Euren Vätern geboten habe. Aber sie hörten nicht und neigten ihre Ohren nicht, sondern blieben halsstarrig, daß sie ja nicht auf mich hörten noch Zucht annähmen. 

Wenn Ihr nun auf mich hören werdet, spricht der HERR, daß Ihr am Sabbattag keine Last durch die Tore dieser Stadt tragt, sondern den Sabbat heiligt, daß Ihr an diesem Tage keine Arbeit tut, so sollen auch durch die Tore dieser Stadt aus und ein gehen Könige und Fürsten, die auf dem Thron Davids sitzen und die mit Ross und Wagen fahren, sie und ihre Fürsten, die Männer Judas und die Einwohner Jerusalems; und diese Stadt soll für immer bewohnt werden. 

Und sie sollen kommen aus den Städten Judas und aus der Gegend von Jerusalem und aus dem Lande Benjamin, aus dem Hügelland und vom Gebirge und vom Südland, die da bringen Brandopfer, Schlachtopfer, Speisopfer und Weihrauch und die da Dankopfer bringen zum Hause des HERRN. 

Werdet ihr aber nicht auf mein Gebot hören, den Sabbattag zu heiligen und keine Last am Sabbattag zu tragen durch die Tore Jerusalems, so will ich ein Feuer in ihren Toren anzünden, das die festen Häuser Jerusalems verzehrt und nicht gelöscht werden kann.

Jeremia 17,19-27 

Bekenntnislese Tractatus 1-12

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist.

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Errette mich aus dem Schlamm, daß ich nicht versinke… (Psalm 69,15ff)

“Weiße Kreuzigung” von Marc Chagall, 1938.

Errette mich aus dem Schlamm, daß ich nicht versinke, daß ich errettet werde vor denen, die mich hassen, und aus den tiefen Wassern; daß mich die Wasserflut nicht ersäufe und die Tiefe nicht verschlinge und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe. 

Erhöre mich, HERR, denn Deine Güte ist tröstlich; wende Dich zu mir nach Deiner großen Barmherzigkeit und verbirg Dein Angesicht nicht vor Deinem Knecht, denn mir ist angst; erhöre mich eilends. Nahe Dich meiner Seele und erlöse sie, erlöse mich um meiner Feinde willen. 

Du kennst meine Schmach, meine Schande und Scham; meine Widersacher sind Dir alle vor Augen. Die Schmach bricht mir mein Herz und macht mich krank. Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand, und auf Tröster, aber ich finde keine. 

Sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinen Durst. Ihr Tisch werde vor ihnen zur Falle, zur Vergeltung und zum Strick. Ihre Augen sollen finster werden, dass sie nicht sehen, und ihre Hüften lass immerfort wanken. 

Gieß deine Ungnade über sie aus, und dein grimmiger Zorn ergreife sie. Ihre Wohnstatt soll verwüstet werden, und niemand wohne in ihren Zelten. Denn sie verfolgen, den Du geschlagen hast, und reden gern von dem Schmerz derer, die Du hart getroffen hast. 

Laß sie aus einer Schuld in die andre fallen, daß sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit. Tilge sie aus dem Buch des Lebens, daß sie nicht geschrieben stehen bei den Gerechten. 

Ich aber bin elend und voller Schmerzen. Gott, deine Hilfe schütze mich! Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied und will ihn hoch ehren mit Dank. Das wird dem HERRN besser gefallen als ein Stier, der Hörner und Klauen hat. 

Die Elenden sehen es und freuen sich. Die ihr Gott sucht, euer Herz lebe auf! Denn der HERR hört die Armen und verachtet seine Gefangenen nicht. Es lobe ihn Himmel und Erde, die Meere und alles, was sich darin regt. 

Denn Gott wird Zion helfen und die Städte Judas bauen, dass man dort wohne und sie besitze. Und die Kinder seiner Knechte werden sie erben, und die seinen Namen lieben, werden darin bleiben. 

Psalm 69,15ff

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Der Menschensohn ist nicht gekommen, daß Er sich dienen lasse, sondern daß Er diene und gebe Sein Leben als Lösegeld für viele

Mt.20,28

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Werft das stolze Sorgen fort, bittet Gott mit Danken. Sieh, es leuchtet seine Gnad über Eurem schmalen Pfad, führt Euch durch alle Schranken.

Friede höher als Vernunft, Licht von höchster Zinne, wird Dir heut und jeder Frist hüten ganz in Jesus Christ das Herz und alle Sinne.

O so freu Dich in dem Herrn, Kirche, allezeiten! Mußt Du dulden Kreuz und Not, Gottes Sohn hebt aus dem Tod sein Volk in Ewigkeiten.

Kurt Müller-Osten 1942 (LKG 243,4-6)

Morgenlese

Und darum ist er auch der Mittler des neuen Bundes, auf daß durch seinen Tod, der geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund, die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen. Denn wo ein Testament ist, da muß der Tod dessen geschehen sein, der das Testament gemacht hat. Denn ein Testament tritt erst in Kraft mit dem Tode; es ist niemals in Kraft, solange der noch lebt, der es gemacht hat. Daher wurde auch der erste Bund nicht ohne Blut gestiftet. 

 Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht: so ist auch Christus einmal geopfert worden, die Sünden vieler wegzunehmen; zum zweiten Mal erscheint er nicht der Sünde wegen, sondern zur Rettung derer, die ihn erwarten. 

Hebräer 9,15-18.27f

Abendlese

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis, damit wir auch trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.

Denn wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus. Werden wir aber bedrängt, so geschieht es Euch zu Trost und Heil; werden wir getröstet, so geschieht es Euch zum Trost, der sich wirksam erweist, wenn Ihr mit Geduld dieselben Leiden ertragt, die auch wir leiden. 

Und unsre Hoffnung steht fest für Euch, weil wir wissen: Wie Ihr an den Leiden teilhabt, so habt Ihr auch am Trost teil. Denn wir wollen Euch, Brüder und Schwestern, nicht verschweigen die Bedrängnis, die uns in der Provinz Asia widerfahren ist, da wir über die Maßen beschwert waren und über unsere Kraft, sodaß wir auch am Leben verzagten; und wir dachten bei uns selbst, zum Tode verurteilt zu sein. Das geschah aber, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt, der uns aus solcher Todesnot errettet hat und erretten wird. Auf ihn hoffen wir, er werde uns auch hinfort erretten. Dazu helft auch Ihr durch Eure Fürbitte für uns, damit von vielen auf vielfältige Weise um unsertwillen Dank dargebracht werde für die Gabe, die uns gegeben ist. 

2.Korinther 1,3-11

Bekenntnislese Schmalkaldische Artikel 3:VII:1-3:VIII:13

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist.

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Was rühmst Du Dich der Bosheit, Du Tyrann, da doch Gottes Güte noch täglich währt? (Psalm 52)

Darstellung im Evangeliar der Äbtissin Hitda von Meschede (11. Jh.)

Was rühmst Du Dich der Bosheit, Du Tyrann, da doch Gottes Güte noch täglich währt? Deine Zunge trachtet nach Schaden wie ein scharfes Schermesser, Du Betrüger! Du liebst das Böse mehr als das Gute und redest lieber Falsches als Rechtes. Sela. 

Du redest gern alles, was zum Verderben dient, mit falscher Zunge. Darum wird Dich auch Gott für immer zerstören, Dich zerschlagen und aus Deinem Zelte reißen und aus dem Lande der Lebendigen ausrotten. Sela. 

Und die Gerechten werden es sehen und sich fürchten und werden seiner lachen: »Siehe, das ist der Mann, der nicht Gott für seinen Trost hielt, sondern verließ sich auf seinen großen Reichtum und nahm Zuflucht bei seinem verderblichen Tun.« 

Ich aber werde bleiben wie ein grünender Ölbaum im Hause Gottes; ich verlasse mich auf Gottes Güte immer und ewig. Ich danke Dir ewiglich, denn Du hast es getan. Ich will harren auf Deinen Namen vor Deinen Heiligen, denn er ist gut. 

Psalm 52. Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, als Doëg, der Edomiter, kam und zeigte es Saul an und sprach: David ist in Ahimelechs Haus gekommen. 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Der Menschensohn ist nicht gekommen, daß Er sich dienen lasse, sondern daß Er diene und gebe Sein Leben als Lösegeld für viele

Mt.20,28

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

In dem Herren freuet Euch, freut Euch allewege. Der am Kreuz den Sieg errang, der ins Reich der Himmel drang, ist nah auf Eurem Stege.

Mag der Feind mit Finsternis Euren Schritt umhüllen, seid nur um den Herrn geschart, dessen Heil und Gegenwart allstund Euch kann erfüllen.

Kündet Eure Lindigkeit allen Augen, Ohren. Keiner bannt den Sieger mehr, Christus mit dem lichten Heer erscheint schon vor den Toren.

Kurt Müller-Osten 1942 (LKG 243,1-3)

Morgenlese

Da Judas nun hinausgegangen war, spricht Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in ihm. Ist Gott verherrlicht in ihm, so wird Gott ihn auch verherrlichen in sich und wird ihn bald verherrlichen.

Ihr Kinder, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen. Und wie ich zu den Juden sagte, sage ich jetzt auch zu euch: Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen. 

Ein neues Gebot gebe ich Euch, daß Ihr Euch untereinander liebt, wie ich Euch geliebt habe, damit auch Ihr einander lieb habt. Daran wird jedermann erkennen, daß Ihr meine Jünger seid, wenn Ihr Liebe untereinander habt. 

Johannes 13:31-35

Abendlese

Und Jesus sprach zu ihm: Sieh zu, sage es niemandem, sondern geh hin und zeige Dich dem Priester und opfere die Gabe, die Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis.

Als aber Jesus nach Kapernaum hineinging, trat ein Hauptmann zu ihm; der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gelähmt und leidet große Qualen. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, daß Du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn auch ich bin ein Mensch, der einer Obrigkeit untersteht, und habe Soldaten unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh hin!, so geht er; und zu einem andern: Komm her!, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er’s. 

Als das Jesus hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage Euch: Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden! Aber ich sage euch: Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; aber die Kinder des Reichs werden hinausgestoßen in die äußerste Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappern. 

Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin; Dir geschehe, wie Du geglaubt hast. Und sein Knecht wurde gesund zu derselben Stunde.

Und Jesus kam in das Haus des Petrus und sah, daß dessen Schwiegermutter zu Bett lag und hatte das Fieber. Da berührte er ihre Hand und das Fieber verließ sie. Und sie stand auf und diente ihm. 

Am Abend aber brachten sie viele Besessene zu ihm; und er trieb die Geister aus durch sein Wort und machte alle Kranken gesund, auf daß erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: »Er hat unsre Schwachheit auf sich genommen, und unsre Krankheiten hat er getragen.« 

Matthäus 8,4-17

Bekenntnislese Schmalkaldische Artikel 3:III,41-3:VI,5

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist.

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Ich will mich hüten, daß ich nicht sündige mit meiner Zunge (Psalm 39)

Opferung Isaaks (Marc Chagall)

Ich habe mir vorgenommen: Ich will mich hüten, daß ich nicht sündige mit meiner Zunge; ich will meinem Mund einen Zaum anlegen, solange ich den Frevler vor mir sehen muß. Ich bin verstummt und still und schweige fern der Freude und muß mein Leid in mich fressen. Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe; wenn ich seufze, brennt es wie Feuer.

So rede ich mit meiner Zunge: »HERR, lehre doch mich, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Siehe, meine Tage sind eine Handbreit bei Dir, und mein Leben ist wie nichts vor Dir. Ach, wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sela.

Sie gehen daher wie ein Schatten und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird.« Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf Dich. Errette mich von aller meiner Sünde und laß mich nicht den Narren zum Spott werden. Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun; denn Du hast es getan. 

Wende Deine Plage von mir; ich vergehe, weil Deine Hand nach mir greift. Wenn Du den Menschen züchtigst um der Sünde willen, so verzehrst Du seine Schönheit wie Motten ein Kleid. Ach, wie gar nichts sind doch alle Menschen. Sela. 

Höre mein Gebet, HERR, und vernimm mein Schreien, schweige nicht zu meinen Tränen; denn ich bin ein Gast bei Dir, ein Fremdling wie alle meine Väter. Laß ab von mir, daß ich mich erquicke, ehe ich dahinfahre und nicht mehr bin. 

Psalm 39. Ein Psalm Davids, vorzusingen, für Jedutun.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Der Menschensohn ist nicht gekommen, daß Er sich dienen lasse, sondern daß Er diene und gebe Sein Leben als Lösegeld für viele

Mt.20,28

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Ach Gott, wie herzlich liebst Du doch uns arme Leut auf Erden, daß Du uns von dem Himmel hoch Dein´ willen kund läßt werden durchs Predigtamt in Deinem Wort, welchs jetzund schallt an allem Ort, daß wir Buß tun und glauben. 

Wir bitten Dich, o höchster Hort, Du wollst allzeit bescheren getreue Diener, die Dein Wort rein, unverfälscht uns lehren. Gib uns Deins Geistes Kraft und Macht, daß wir es hören mit Bedacht und heilig danach leben. 

Hilf, daß wir unsre Prediger von ganzem Herzen lieben und folgen ihrer guten Lehr, darin uns täglich üben, weil sie verrichten Dein‘ Befehl und wachen über unsre Seel, auch Rechenschaft dafür geben. 

Herr, gib Du, daß wir ihnen nun erzeigen Guts und Ehre, daß sie ihr Amt mit Freuden tun und nicht mit Seufzen schwere, denn solches ist uns ja nicht gut, wie uns Dein Wort selbst lehren tut. Davor wollst uns behüten. 

Georg Oesterreicher 1623 (LKG 68)  

Morgenlese

Nach diesem Willen sind wir geheiligt ein für alle Mal durch das Opfer des Leibes Jesu Christi. Und jeder Priester steht Tag für Tag da und versieht seinen Dienst und bringt oftmals die gleichen Opfer dar, die doch niemals die Sünden wegnehmen können. 

Dieser aber hat ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht, das ewiglich gilt, und hat sich zur Rechten Gottes gesetzt und wartet hinfort, bis seine Feinde zum Schemel unter seine Füße gelegt werden. 

Denn mit einem einzigen Opfer hat er für immer die vollendet, die geheiligt werden. Das bezeugt uns aber auch der Heilige Geist. Denn nachdem er gesagt hat: »Das ist der Bund, den ich mit ihnen schließen will nach diesen Tagen«, spricht der Herr: »Ich will meine Gesetze in ihr Herz geben, und in ihren Sinn will ich sie schreiben, und ihrer Sünden und ihrer Missetaten will ich nicht mehr gedenken.« 

Wo aber Vergebung der Sünden ist, da geschieht kein Opfer mehr für die Sünde. 

Hebräer 10,11-18

Abendlese

Denn das Gesetz hat den Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht die Gestalt der Dinge selbst. Deshalb kann es die, die opfern, niemals vollkommen machen durch die Jahr für Jahr gleichen Opfer, welche man immer wieder darbringt. 

Hätte nicht sonst das Opfern aufgehört, wenn die, die Gott dienen, ein für alle Mal rein geworden wären und kein von Sünden beschwertes Gewissen mehr hätten? Vielmehr geschieht durch die Opfer alle Jahre eine Erinnerung an die Sünden. 

Denn es ist unmöglich, durch das Blut von Stieren und Böcken Sünden wegzunehmen. Darum spricht er, wenn er in die Welt kommt: »Opfer und Gaben hast Du nicht gewollt; einen Leib aber hast Du mir bereitet. Brandopfer und Sündopfer gefallen Dir nicht.

Da sprach ich: Siehe, ich komme – im Buch steht von mir geschrieben –, daß ich tue, Gott, Deinen Willen.« 

Zuerst hatte er gesagt: »Opfer und Gaben, Brandopfer und Sündopfer hast Du nicht gewollt und sie gefallen Dir nicht«, welche doch nach dem Gesetz geopfert werden.

Dann aber sprach er: »Siehe, ich komme, zu tun Deinen Willen.« Da hebt er das Erste auf, damit er das Zweite einsetze. Nach diesem Willen sind wir geheiligt ein für alle Mal durch das Opfer des Leibes Jesu Christi.

Hebräer 10,1-10

Bekenntnislese Schmalkaldische Artikel 3:III,27-40

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist.

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P. Wilhelm Löhe predigt an Judika (Johannes 8,46-59)

P. Wilhelm Löhe (1850)

Pastor Johann Konrad Wilhelm Löhe (* 21. Februar 1808 in Fürth; † 2. Januar 1872 in Neuendettelsau) predigte am fünften Sonntag in den Fasten (Judika) über das heilige Evangelium von Sankt Johannes 8,46-59

Hier vorgelesen:

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J.S. Bach: “Laß, Fürstin, laß …” (BWV 198)

Johann Sebastian Bach (1746) von Elias Gottlob Haußmann (1695-1774) im Alten Rathaus (Leipzig)

Komponist Johann Sebastian Bach (* 21. März 1685 in Eisenach; † 28. Juli 1750 in Leipzig) komponiert die Kantate BWV 198: “Laß, Fürstin, laß doch einen Strahl…” (BWV 198).

Der Text dank Walter F. Bischof (U Alberta):

Lass, Fürstin, lass noch einen Strahl
 Trauerode
  
 Erster Teil
  
1. Coro
Flauto traverso I/II, Oboe d’amore I/II, Viola da gamba I/II, Liuto I/II, Violino I/II, Viola, Continuo
Lass, Fürstin, lass noch einen Strahl
Aus Salems Sterngewölben schießen.
Und sieh, mit wieviel Tränengüssen
Umringen wir dein Ehrenmal.
  
2. Recitativo S
Violino I/II, Viola, Continuo
Dein Sachsen, dein bestürztes Meißen
Erstarrt bei deiner Königsgruft;
Das Auge tränt, die Zunge ruft:
Mein Schmerz kann unbeschreiblich heißen!
Hier klagt August und Prinz und Land,
Der Adel ächzt, der Bürger trauert,
Wie hat dich nicht das Volk bedauert,
Sobald es deinen Fall empfand!
  
3. Aria S
Violino I/II, Viola, Continuo
Verstummt, verstummt, ihr holden Saiten!
    Kein Ton vermag der Länder Not
    Bei ihrer teuren Mutter Tod,
    O Schmerzenswort! recht anzudeuten.
  
4. Recitativo A
Flauto traverso I/II, Oboe d’amore I/II, Viola da gamba I/II, Liuto I/II, Violino I/II, Viola, Continuo
Der Glocken bebendes Getön
Soll unsrer trüben Seelen Schrecken
Durch ihr geschwungnes Erze wecken
Und uns durch Mark und Adern gehn.
O, könnte nur dies bange Klingen,
Davon das Ohr uns täglich gellt,
Der ganzen Europäerwelt
Ein Zeugnis unsres Jammers bringen!
  
5. Aria A
Viola da gamba I/II, Liuto I/II, Continuo
Wie starb die Heldin so vergnügt!
    Wie mutig hat ihr Geist gerungen,
    Da sie des Todes Arm bezwungen,
    Noch eh er ihre Brust besiegt.
  
6. Recitativo T
Oboe d’amore I/II, Continuo
Ihr Leben ließ die Kunst zu sterben
In unverrückter Übung sehn;
Unmöglich konnt es denn geschehn,
Sich vor dem Tode zu entfärben.
Ach selig! wessen großer Geist
Sich über die Natur erhebet,
Vor Gruft und Särgen nicht erbebet,
Wenn ihn sein Schöpfer scheiden heißt.
  
7. Coro
Flauto traverso I/II, Oboe d’amore I/II, Viola da gamba I/II, Liuto I/II, Violino I/II, Viola, Continuo
An dir, du Fürbild großer Frauen,
An dir, erhabne Königin,
An dir, du Glaubenspflegerin,
War dieser Großmut Bild zu schauen.
  
 Zweiter Teil
  
8. Aria T
Flauto traverso, Oboe d’amore, Viola da gamba I/II, Violino I/II, Liuto I/II, Continuo
Der Ewigkeit saphirnes Haus
Zieht, Fürstin, deine heitern Blicke
Von unsrer Niedrigkeit zurücke
Und tilgt der Erden Dreckbild aus.
Ein starker Glanz von hundert Sonnen,
Der unsern Tag zur Mitternacht
Und unsre Sonne finster macht,
Hat dein verklärtes Haupt umsponnen.
  
9. Recitativo B
Flauto traverso I/II, Oboe I/II, Continuo
Was Wunder ists? Du bist es wert,
Du Fürbild aller Königinnen!
Du musstest allen Schmuck gewinnen,
Der deine Scheitel itzt verklärt.
Nun trägst du vor des Lammes Throne
Anstatt des Purpurs Eitelkeit
Ein perlenreines Unschuldskleid
Und spottest der verlassnen Krone.
Soweit der volle Weichselstrand,
Der Niester und die Warthe fließet,
Soweit sich Elb’ und Muld’ ergießet,
Erhebt dich Stadt und Land.
Dein Torgau geht im Trauerkleide,
Dein Pretzsch wird kraftlos, starr und matt;
Denn da es dich verloren hat,
Verliert es seiner Augen Weide.
  
10. Coro
Flauto traverso I/II, Oboe d’amore I/II, Viola da gamba I/II, Liuto I/II, Violino I/II, Continuo
Doch, Königin! du stirbest nicht,
Man weiß, was man an dir besessen;
Die Nachwelt wird dich nicht vergessen,
Bis dieser Weltbau einst zerbricht.
Ihr Dichter, schreibt! wir wollens lesen:
Sie ist der Tugend Eigentum,
Der Untertanen Lust und Ruhm,
Der Königinnen Preis gewesen.

Hier eine ältere Aufnahme und mehr zum Hintergrund der Kantate.

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