Ich habe mir vorgenommen: Ich will mich hüten, daß ich nicht sündige mit meiner Zunge; ich will meinem Mund einen Zaum anlegen, solange ich den Frevler vor mir sehen muß. Ich bin verstummt und still und schweige fern der Freude und muß mein Leid in mich fressen. Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe; wenn ich seufze, brennt es wie Feuer.
So rede ich mit meiner Zunge: »HERR, lehre doch mich, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. Siehe, meine Tage sind eine Handbreit bei Dir, und mein Leben ist wie nichts vor Dir. Ach, wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sela.
Sie gehen daher wie ein Schatten und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird.« Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf Dich. Errette mich von aller meiner Sünde und laß mich nicht den Narren zum Spott werden. Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun; denn Du hast es getan.
Wende Deine Plage von mir; ich vergehe, weil Deine Hand nach mir greift. Wenn Du den Menschen züchtigst um der Sünde willen, so verzehrst Du seine Schönheit wie Motten ein Kleid. Ach, wie gar nichts sind doch alle Menschen. Sela.
Höre mein Gebet, HERR, und vernimm mein Schreien, schweige nicht zu meinen Tränen; denn ich bin ein Gast bei Dir, ein Fremdling wie alle meine Väter. Laß ab von mir, daß ich mich erquicke, ehe ich dahinfahre und nicht mehr bin.
Psalm 39. Ein Psalm Davids, vorzusingen, für Jedutun.
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Der Menschensohn ist nicht gekommen, daß Er sich dienen lasse, sondern daß Er diene und gebe Sein Leben als Lösegeld für viele
Mt.20,28
Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch
Ach Gott, wie herzlich liebst Du doch uns arme Leut auf Erden, daß Du uns von dem Himmel hoch Dein´ willen kund läßt werden durchs Predigtamt in Deinem Wort, welchs jetzund schallt an allem Ort, daß wir Buß tun und glauben.
Wir bitten Dich, o höchster Hort, Du wollst allzeit bescheren getreue Diener, die Dein Wort rein, unverfälscht uns lehren. Gib uns Deins Geistes Kraft und Macht, daß wir es hören mit Bedacht und heilig danach leben.
Hilf, daß wir unsre Prediger von ganzem Herzen lieben und folgen ihrer guten Lehr, darin uns täglich üben, weil sie verrichten Dein‘ Befehl und wachen über unsre Seel, auch Rechenschaft dafür geben.
Herr, gib Du, daß wir ihnen nun erzeigen Guts und Ehre, daß sie ihr Amt mit Freuden tun und nicht mit Seufzen schwere, denn solches ist uns ja nicht gut, wie uns Dein Wort selbst lehren tut. Davor wollst uns behüten.
Georg Oesterreicher 1623 (LKG 68)
Morgenlese
Nach diesem Willen sind wir geheiligt ein für alle Mal durch das Opfer des Leibes Jesu Christi. Und jeder Priester steht Tag für Tag da und versieht seinen Dienst und bringt oftmals die gleichen Opfer dar, die doch niemals die Sünden wegnehmen können.
Dieser aber hat ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht, das ewiglich gilt, und hat sich zur Rechten Gottes gesetzt und wartet hinfort, bis seine Feinde zum Schemel unter seine Füße gelegt werden.
Denn mit einem einzigen Opfer hat er für immer die vollendet, die geheiligt werden. Das bezeugt uns aber auch der Heilige Geist. Denn nachdem er gesagt hat: »Das ist der Bund, den ich mit ihnen schließen will nach diesen Tagen«, spricht der Herr: »Ich will meine Gesetze in ihr Herz geben, und in ihren Sinn will ich sie schreiben, und ihrer Sünden und ihrer Missetaten will ich nicht mehr gedenken.«
Wo aber Vergebung der Sünden ist, da geschieht kein Opfer mehr für die Sünde.
Hebräer 10,11-18
Abendlese
Denn das Gesetz hat den Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht die Gestalt der Dinge selbst. Deshalb kann es die, die opfern, niemals vollkommen machen durch die Jahr für Jahr gleichen Opfer, welche man immer wieder darbringt.
Hätte nicht sonst das Opfern aufgehört, wenn die, die Gott dienen, ein für alle Mal rein geworden wären und kein von Sünden beschwertes Gewissen mehr hätten? Vielmehr geschieht durch die Opfer alle Jahre eine Erinnerung an die Sünden.
Denn es ist unmöglich, durch das Blut von Stieren und Böcken Sünden wegzunehmen. Darum spricht er, wenn er in die Welt kommt: »Opfer und Gaben hast Du nicht gewollt; einen Leib aber hast Du mir bereitet. Brandopfer und Sündopfer gefallen Dir nicht.
Da sprach ich: Siehe, ich komme – im Buch steht von mir geschrieben –, daß ich tue, Gott, Deinen Willen.«
Zuerst hatte er gesagt: »Opfer und Gaben, Brandopfer und Sündopfer hast Du nicht gewollt und sie gefallen Dir nicht«, welche doch nach dem Gesetz geopfert werden.
Dann aber sprach er: »Siehe, ich komme, zu tun Deinen Willen.« Da hebt er das Erste auf, damit er das Zweite einsetze. Nach diesem Willen sind wir geheiligt ein für alle Mal durch das Opfer des Leibes Jesu Christi.
Hebräer 10,1-10
Bekenntnislese Schmalkaldische Artikel 3:III,27-40
Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist.









