J.S. Bach: “Wer nur den lieben Gott lässt walten”, Kantate am 5. Sonntag nach Trinitatis (BWV 93)

Kantor Johann Sebastian Bach (* 21. März 1685 in Eisenach; † 28. Juli 1750 in Leipzig) komponiert die Kantate: “Wer nur den lieben Gott lässt walten”, Kantate am 5. Sonntag nach Trinitatis (BWV 93).

Hier mehr auf Wikipedia und auch der Text der Kantate, dank der Vorlage von Walter F. Bischof (University of Alberta):

Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu
Und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu;
Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

Georg Neumark um 1641

Wer nur den lieben Gott lässt walten
  
1. Coro
Oboe I/II, Violino I/II, Viola, Continuo
Wer nur den lieben Gott lässt walten
Und hoffet auf ihn allezeit,
Den wird er wunderlich erhalten
In allem Kreuz und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut,
Der hat auf keinen Sand gebaut.
  
2. Choral e Recitativo B
Continuo
Was helfen uns die schweren Sorgen?
Sie drücken nur das Herz
Mit Zentnerpein, mit tausend Angst und Schmerz.
Was hilft uns unser Weh und Ach?
Es bringt nur bittres Ungemach.
Was hilft es, dass wir alle Morgen
mit Seufzen von dem Schlaf aufstehn
Und mit beträntem Angesicht des Nachts zu Bette gehn?
Wir machen unser Kreuz und Leid
Durch bange Traurigkeit nur größer.
Drum tut ein Christ viel besser,
Er trägt sein Kreuz mit christlicher Gelassenheit.
  
3. Aria T
Violino I/II, Viola, Continuo
Man halte nur ein wenig stille,
Wenn sich die Kreuzesstunde naht,
Denn unsres Gottes Gnadenwille
Verlässt uns nie mit Rat und Tat.
Gott, der die Auserwählten kennt,
Gott, der sich uns ein Vater nennt,
Wird endlich allen Kummer wenden
Und seinen Kindern Hilfe senden.
  
4. Aria (Duetto) S A
Violino I/II, Viola, Continuo
Er kennt die rechten Freudesstunden,
Er weiß wohl, wenn es nützlich sei;
Wenn er uns nur hat treu erfunden
Und merket keine Heuchelei,
So kömmt Gott, eh wir uns versehn,
Und lässet uns viel Guts geschehn.
  
5. Choral e Recitativo T
Continuo
Denk nicht in deiner Drangsalhitze,
Wenn Blitz und Donner kracht
Und dir ein schwüles Wetter bange macht,
Dass du von Gott verlassen seist.
Gott bleibt auch in der größten Not,
Ja gar bis in den Tod
Mit seiner Gnade bei den Seinen.
Du darfst nicht meinen,
Dass dieser Gott im Schoße sitze,
Der täglich wie der reiche Mann,
In Lust und Freuden leben kann.
Der sich mit stetem Glücke speist,
Bei lauter guten Tagen,
Muss oft zuletzt,
Nachdem er sich an eitler Lust ergötzt,
“Der Tod in Töpfen” sagen.
Die Folgezeit verändert viel!
Hat Petrus gleich die ganze Nacht
Mit leerer Arbeit zugebracht
Und nichts gefangen:
Auf Jesu Wort kann er noch einen Zug erlangen.
Drum traue nur in Armut, Kreuz und Pein
Auf deines Jesu Güte
Mit gläubigem Gemüte;
Nach Regen gibt er Sonnenschein
Und setzet jeglichem sein Ziel.
  
6. Aria S
Oboe I, Continuo
Ich will auf den Herren schaun
Und stets meinem Gott vertraun.
Er ist der rechte Wundermann.
Der die Reichen arm und bloß
Und die Armen reich und groß
Nach seinem Willen machen kann.
  
7. Choral
Oboe I/II e Violino I col Soprano, Violino II coll’ Alto, Viola col Tenore, Continuo
Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,
Verricht das Deine nur getreu
Und trau des Himmels reichem Segen,
So wird er bei dir werden neu;
Denn welcher seine Zuversicht
Auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

BesetzungSoli: S A T B, Coro: S A T B, Oboe I/II, Violino I/II, Viola, Continuo
Entstehungszeit9. Juli 1724
TextGeorg Neumark 1641/57; 2,3,5,6: unbekannter Verfasser
Anlass5. Sonntag nach Trinitatis
PartiturMelvin Unger’s kommentierte Partitur
DiskussionAryeh Oron Julian Mincham

Hier ein Link zu einer Aufführung mit Karl Richter.

Posted in J.S. Bach | Tagged , , , | Leave a comment

HERR, auf Dich traue ich (Psalm 31)

HERR, auf Dich traue ich,  laß mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch Deine Gerechtigkeit! Neige Deine Ohren zu mir, hilf mir eilends! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, daß Du mir helfest! 

Denn Du bist mein Fels und meine Burg, und um Deines Namens willen wollest Du mich leiten und führen. Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir heimlich stellten; denn Du bist meine Stärke. In deine Hände befehle ich meinen Geist; Du hast mich erlöst, HERR, Du treuer Gott. 

Ich hasse, die sich halten an nichtige Götzen; ich aber vertraue auf den HERRN. Ich freue mich und bin fröhlich über Deine Güte, daß Du mein Elend ansiehst und kennst die Not meiner Seele und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; Du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Psalm 31,1-9. Ein Psalm Davids, vorzusingen.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Aus Gnaden seid Ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus Euch: Gottes Gabe ist es.

Epheser 2,8

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut.

Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, dass wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit.

Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt; Gott, der uns sich hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt.

Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nützlich sei; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, eh wir’s uns versehn, und lässet uns viel Guts geschehn.

Georg Neumark 1657 (LKG 344,1-4)

Morgenlese

Und des HERRN Wort geschah zu mir: Ich kannte Dich, ehe ich Dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte Dich aus, ehe Du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte Dich zum Propheten für die Völker. 

Ich aber sprach: Ach, Herr HERR, ich tauge nicht zu predigen; denn ich bin zu jung. Der HERR sprach aber zu mir: Sage nicht: »Ich bin zu jung«, sondern Du sollst gehen, wohin ich Dich sende, und predigen alles, was ich Dir gebiete. Fürchte Dich nicht vor ihnen; denn ich bin bei Dir und will Dich erretten, spricht der HERR. 

Und der HERR streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an und sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in Deinen Mund. Siehe, ich setze Dich heute über Völker und Königreiche, daß Du ausreißen und einreißen, zerstören und verderben sollst und bauen und pflanzen. 

Und es geschah des HERRN Wort zu mir: Jeremia, was siehst Du? Ich sprach: Ich sehe einen erwachenden Zweig. Und der HERR sprach zu mir: Du hast recht gesehen; denn ich will wachen über meinem Wort, daß ich’s tue.+

Jeremia 1,4-12

Abendlese

Johannes sprach zu ihm: Meister, wir sahen einen, der trieb Dämonen in Deinem Namen aus, und wir verboten’s ihm, weil er uns nicht nachfolgt. 

Jesus aber sprach: Ihr sollt’s ihm nicht verbieten. Denn niemand, der ein Wunder tut in meinem Namen, kann so bald übel von mir reden. 

Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. Denn wer Euch einen Becher Wasser zu trinken gibt deshalb, weil Ihr Christus angehört, wahrlich, ich sage Euch: Er wird nicht um seinen Lohn kommen. 

Markus 9,38-41

Konkordienformel (Solida Declaratio) Vom freien Willen: 2,29-42

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch + AmenAmen.

Posted in Trinitatis | Tagged , , , , , , | Leave a comment

5. Sonntag nach Trinitatis (Nachfolge)

Codex Egberti, Erzbischof von Trier (977-993)

Aus Gnaden seid Ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus aus Euch: Gottes Gabe ist es.

Epheser 2,8

Introitus

Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind. Ich aber wäre fast gestrauchelt mit meinen Füßen; mein Tritt wäre beinahe geglitten. Denn ich ereiferte mich über die Ruhmredigen, da ich sah, dass es den Frevlern so gut ging. 

Sie höhnen und reden böse, sie reden und lästern hoch her. Was sie reden, das soll vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das soll gelten auf Erden. Darum läuft ihnen der Pöbel zu und schlürft ihr Wasser in vollen Zügen. 

Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an. Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. 

Psalm 73,1-3.8-10.23-26

Kollekte

Barmherziger Gott, durch die Taufe hast Du uns in deine Nachfolge gerufen. Wir danken dir, dass du uns für würdig erachtest, und bitten dich: hilf uns, dass wir deinem Ruf folgen und stets auf deinen Wegen wandeln wollen. Das bitten wir dich durch Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen

Beichtansprache

Alttestamentliche Lese

Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus Deinem Vaterland und von Deiner Verwandtschaft und aus Deines Vaters Hause in ein Land, das ich Dir zeigen will. 

Und ich will Dich zum großen Volk machen und will Dich segnen und Dir einen großen Namen machen, und Du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die Dich segnen, und verfluchen, die Dich verfluchen; und in Dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. 

Da zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm. Abram aber war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran zog.  

1. Mose (Genesis) 12,1-4

Epistel

Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es Gottes Kraft. Denn es steht geschrieben: »Ich will zunichtemachen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen.« 

Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? Denn weil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die da glauben. 

Denn die Juden fordern Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit, wir aber predigen Christus, den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis und den Heiden eine Torheit; denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit. 

Denn die göttliche Torheit ist weiser, als die Menschen sind, und die göttliche Schwachheit ist stärker, als die Menschen sind.

1. Korinther 1,18-25

Evangelium (Predigttext)

Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, zu hören das Wort Gottes, da stand er am See Genezareth. 

Und er sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus.

Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft Eure Netze zum Fang aus! Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf Dein Wort hin will ich die Netze auswerfen. 

Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und ihnen ziehen helfen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodaß sie fast sanken. 

Da Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. Denn ein Schrecken hatte ihn erfaßt und alle, die mit ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten, ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten.

Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte Dich nicht! Von nun an wirst Du Menschen fangen. Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.

Lukas 5,1-11

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht,wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolischeKirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänum

Lesung & Gesang

Wochenlied

Preis, Lob und Dank sei Gott dem Herren, der seiner Menschen Jammer wehrt und sammelt draus zu seinen Ehren sich eine ewge Kirch auf Erd, die er von Anfang schön erbauet als seine auserwählte Stadt, die allezeit auf ihn vertrauet und tröst’ sich solcher großen Gnad.
Der Heilig Geist darin regieret, hat seine Hüter eingesetzt; die wachen stets, wie sich’s gebühret, daß Gottes Haus sei unverletzt; die führn das Predigtamt darinnen und zeigen an das ewig Licht; darin wir Bürgerrecht gewinnen durch Glauben, Lieb und Zuversicht.
Die recht in dieser Kirche wohnen, die werden in Gott selig sein; des Todes Flut wird sie verschonen, denn Gottes Arche schließt sie ein. Für sie ist Christi Blut vergossen, das sie im Glauben nehmen an, und werden Gottes Hausgenossen, sind ihm auch willig untertan.
Obwohl die Pforten offen stehen und hell das Licht des Tages scheint, kann doch hinein nicht jeder gehen, zu sein mit Gott dem Herrn vereint. Es ist kein Weg, denn nur der Glaube an Jesus Christus, unsern Herrn; wer den nicht geht, muss draußen bleiben, solang er sich nicht will bekehrn.
Also wird nun Gottes Gemeine gepflegt, erhalten in der Zeit; Gott, unser Hort, schützt sie alleine und segnet sie in Ewigkeit. Auch nach dem Tod will er ihr geben aus Christi Wohltat, Füll und Gnad das freudenreiche ewge Leben. Das gib auch uns, Herr unser Gott!

Petrus Herbert 1566 (LKG 51)

Predigt zu Lukas 5,1-11

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.

Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.

Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Friede

4. Mose 6,24-26

Posted in Trinitatis | Tagged , , , , , , , , , | Leave a comment

Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten. (Psalm 103)

Ingeborg Hunzinger: “Vater mit Kind” (Berlin, 1957)

Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten. Denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er gedenkt daran, daß wir Staub sind.

Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr. 

Die Gnade aber des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, daß sie danach tun. 

Der HERR hat seinen Thron im Himmel errichtet, und sein Reich herrscht über alles. Lobet den HERRN, Ihr seine Engel, Ihr starken Helden, die Ihr sein Wort ausführt, daß man höre auf die Stimme seines Wortes! 

Lobet den HERRN, alle seine Heerscharen, seine Diener, die Ihr seinen Willen tut! Lobet den HERRN, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den HERRN, meine Seele! 

Psalm 103,13-22

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Einer trage des andern Last, so werdet Ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Galater 6,2

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Du Volk, das Du getaufet bist und Deinen Gott erkennest, auch nach dem Namen Jesus Christ Dich und die Deinen nennest, nimm’s wohl in acht und denke dran, wie viel Dir Gutes sei getan am Tage Deiner Taufe.

O großer Tag, o heilges Bad, o Wasser, dessengleichen man in der ganzen Welt nicht hat. Kein Sinn kann Dich erreichen. Du hast recht eine Wunderkraft, und die hat der, so alles schafft, Dir durch sein Wort geschenket.

Du bist ein schlechtes Wasser nicht, wie’s unsre Brunnen geben; was Gott mit seinem Munde spricht, das hast Du in Dir leben. Du bist ein Wasser, das den Geist des Allerhöchsten in sich schleußt und seinen großen Namen.

Was von Natur vermaledeit und mit dem Fluch umfangen, das wird hier in derTauf erneut, den Segen zu erlangen. Hier stirbt der Tod und würgt nicht mehr, hier bricht die Höll, und all ihr Heer muß uns zu Füßen liegen.

Hier ziehn wir Jesum Christum an und decken unser Schanden  mit dem, was er für uns getan und willig ausgestanden. Hier wäscht uns sein hochteures Blut und macht uns heilig, fromm und gut in seines Vaters Augen.

Es macht dies Bad von Sünden los und gibt die rechte Schöne. Die Satans Kerker vor beschloß,  die werden frei und Söhne des, der da trägt die höchste Kron, der läßt sie, was sein einger Sohn ererbt, auch mit ihm erben.

Brauch alles wohl, und weil Du bist nun rein in Christo worden, so leb und tu auch als ein Christ und halte Christi Orden, bis daß dort in der ewgen Freud er Dir das Ehr- und Freudenkleid um Deine Seele lege.

Paul Gerhardt 1667 (LKG 26)

Morgenlese

Darum, o Mensch, kannst Du Dich nicht entschuldigen, wer Du auch bist, der Du richtest. Denn worin Du den andern richtest, verdammst Du Dich selbst, weil Du ebendasselbe tust, was Du richtest. Wir wissen aber, daß Gottes Urteil zu Recht über die ergeht, die solches tun. 

Denkst Du aber, o Mensch, der Du die richtest, die solches tun, und tust auch dasselbe, daß Du dem Urteil Gottes entrinnen wirst? Oder verachtest Du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt Du nicht, daß Dich Gottes Güte zur Buße leitet? 

Du aber, mit Deinem verstockten und unbußfertigen Herzen, häufst Dir selbst Zorn an für den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, der einem jeden geben wird nach seinen Werken: 

ewiges Leben denen, die in aller Geduld mit guten Werken trachten nach Herrlichkeit, Ehre und unvergänglichem Leben; Zorn und Grimm aber denen, die streitsüchtig sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber der Ungerechtigkeit; Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die das Böse tun, zuerst der Juden und auch der Griechen; Herrlichkeit aber und Ehre und Frieden allen denen, die das Gute tun, zuerst den Juden und ebenso den Griechen.

Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott.

Römer 2,1-11 

Abendlese

Ihr habt gehört, daß gesagt ist: »Auge um Auge, Zahn um Zahn.« 

Ich aber sage Euch, daß Ihr nicht widerstreben sollt dem Bösen, sondern: Wenn Dich jemand auf Deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. 

Und wenn jemand mit Dir rechten will und Dir Deinen Rock nehmen, dem laß auch den Mantel. Und wenn Dich jemand eine Meile nötigt, so geh mit ihm zwei. 

Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will.

Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst Deinen Nächsten lieben« und Deinen Feind hassen.

Ich aber sage Euch: Liebt Eure Feinde und bittet für die, die Euch verfolgen, auf daß Ihr Kinder seid Eures Vaters im Himmel. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. 

Denn wenn Ihr liebt, die Euch lieben, was werdet Ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und wenn Ihr nur zu Euren Brüdern freundlich seid, was tut Ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? 

Darum sollt Ihr vollkommen sein, wie Euer himmlischer Vater vollkommen ist. 

Matthäus 5,38-48

Konkordienformdel (Solida Declaratio): Vom freien Willen (II,20-28)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

Posted in Trinitatis | Tagged , , , , , , , | Leave a comment

HERR, neige Deine Ohren und erhöre mich; denn ich bin elend und arm. (Psalm 86)

Kreuzigung Jesu von Lucas Cranach (Wien)

HERR, neige Deine Ohren und erhöre mich; denn ich bin elend und arm. Bewahre meine Seele, denn ich bin Dir treu. Hilf Du, mein Gott, Deinem Knechte, der sich verläßt auf Dich. Herr, sei mir gnädig; denn ich rufe täglich zu Dir. Erfreue die Seele Deines Knechts; denn nach Dir, Herr, verlangt mich. Denn Du, Herr, bist gut und gnädig, von großer Güte allen, die Dich anrufen. 

Vernimm, HERR, mein Gebet und merke auf die Stimme meines Flehens! In der Not rufe ich Dich an; Du wollest mich erhören! Herr, es ist Dir keiner gleich unter den Göttern, und niemand kann tun, was Du tust. Alle Völker, die Du gemacht hast, werden kommen und vor Dir anbeten, Herr, und Deinen Namen ehren, daß Du so groß bist und Wunder tust und Du allein Gott bist. Weise mir, HERR, Deinen Weg, daß ich wandle in Deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, daß ich Deinen Namen fürchte. 

Ich danke Dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre Deinen Namen ewiglich. Denn Deine Güte ist groß über mir, Du hast mein Leben errettet aus der Tiefe des Todes. Gott, es erheben sich die Stolzen gegen mich, und eine Rotte von Gewalttätern trachtet mir nach dem Leben und haben Dich nicht vor Augen. Du aber, Herr, Gott, bist barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue. 

Wende Dich zu mir und sei mir gnädig; stärke Deinen Knecht mit deiner Draft und hilf dem Sohn Deiner Magd! Tu ein Zeichen an mir, daß mir’s wohlgehe, daß es sehen, die mich haßen, und sich schämen, weil Du mir beistehst, HERR, und mich tröstest. 

Psalm 86. Ein Gebet Davids.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Einer trage des andern Last, so werdet Ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Galater 6,2

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Ich bin getauft in Christi Blut, das ist mein Schatz und höchstes Gut, des tröst ich mich in aller Not. Trotz sei dem Teufel, Höll und Tod.

Nürnberg 1611 (LKG 25)

Morgenlese

Ist nun bei Euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so macht meine Freude dadurch vollkommen, daß Ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient. 

Philipper 4,1-4

Abendlese

Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte, kreuzigten sie ihn dort und die Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun! Und sie verteilten seine Kleider und warfen das Los darum.

Es verspotteten ihn auch die Soldaten, traten herzu und brachten ihm Essig und sprachen: Bist Du der Juden König, so hilf Dir selber! 

Es war aber über ihm auch eine Aufschrift: Dies ist der Juden König. Aber einer der Übeltäter, die am Kreuz hingen, lästerte ihn und sprach: Bist Du nicht der Christus? Hilf Dir selbst und uns! 

Da antwortete der andere, wies ihn zurecht und sprach: Fürchtest Du nicht einmal Gott, der Du doch in gleicher Verdammnis bist? Wir sind es zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsre Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Und er sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn Du in Dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage Dir: Heute wirst Du mit mir im Paradies sein. 

Und es war schon um die sechste Stunde, und es kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des Tempels riß mitten entzwei. Und Jesus rief laut: Vater, ich befehle meinen Geist in Deine Hände! Und als er das gesagt hatte, verschied er. 

Lukas 23,33-34.36-46

Konkordienformel (Solida Declaratio) Vom freien Willen (2,12-19)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

Posted in Trinitatis | Tagged , , , , , , , , | Leave a comment

Herr, gedenke an Deine Gemeinde, die Du vorzeiten erworben hast… (Ps.74)

Lucas Cranach: Jesus Christus segnet seine Kinder

Gott, warum verstößest Du uns für immer und bist so zornig über die Schafe Deiner Weide? Gedenke an Deine Gemeinde, die Du vorzeiten erworben und Dir zum Erbteil erlöst hast, an den Berg Zion, auf dem Du wohnest. 

Richte doch Deine Schritte zu dem, was so lange wüste liegt. Der Feind hat alles verheert im Heiligtum. Deine Widersacher brüllen in Deinem Hause und stellen ihre Banner auf als Zeichen des Sieges. 

Hoch sieht man Äxte sich heben wie im Dickicht des Waldes. Sie zerschlagen all sein Schnitzwerk mit Beilen und Hacken. Sie verbrennen Dein Heiligtum, bis auf den Grund entweihen sie die Wohnung Deines Namens. Sie sprechen in ihrem Herzen: Laßt uns sie allesamt unterdrücken! Sie verbrennen alle Gotteshäuser im Lande. 

Unsere Zeichen sehen wir nicht, kein Prophet ist mehr da, und keiner ist bei uns, der wüßte, wie lange. Ach, Gott, wie lange soll der Widersacher schmähen und der Feind Deinen Namen immerfort lästern? Warum ziehst Du Deine Hand zurück? Nimm Deine Rechte aus dem Gewand und mach ein Ende! 

Psalm 74,1-11. Eine Unterweisung Asafs.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Einer trage des andern Last, so werdet Ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Galater 6,2

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Mein Schöpfer steh mir bei, sei meines Lebens Licht. Dein Auge leite mich, bis mir mein Auge bricht. Hier leg ich Herz und Glieder vor Dir zum Opfer nieder, und widme meiner Kräfte, für Dich und Dein Geschäfte. Du willst, daß ich Deine sei, mein Schöpfer, steh mir bei.

Mein Heiland, wasche mich mit Deinem teuren Blut, das alle Flecken tilgt und lauter Wunder tut. Schließ die verirrte Seele in Deine Wundenhöhle, daß sie von Zorn und Sünde hier wahre Freiheit finde. Ich bin voll Sünden ohne Dich, mein Heiland, wasche mich.

Mein Tröster, gib mir Kraft, wenn sich Versuchung zeigt. Regiere meinen Geist, wenn er zur Welt sich neigt. Lehr mich den Sohn erkennen, ihn meinen Herren nennen, sein Gnadenwort verstehen, auf seinen Wegen gehen. Du bist der alles Gute schafft, mein Tröster, gib mir Kraft.

Gott Vater, Sohn und Geist, Dir, bin ich, was ich bin, Ach, drücke selbst Dein Bild recht tief in meinen Sinn. Erwähle meine Gemüte  zum Tempel Deiner Güte, verkläre an mir Armen Dein gnadenreich Erbarmen. Wohl mir, wenn Du der meine heißt, Gott Vater, Sohn und Geist.

Johann Jakob Rambach 1729 (LKG 31)

Morgenlese

Sündigt aber Dein Bruder, so geh hin und weise ihn zurecht zwischen Dir und ihm allein. Hört er auf Dich, so hast Du Deinen Bruder gewonnen. Hört er nicht auf Dich, so nimm noch einen oder zwei zu Dir, damit jede Sache durch zweier oder dreier Zeugen Mund bestätigt werde. Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für Dich wie ein Heide und Zöllner. 

Wahrlich, ich sage Euch: Alles, was Ehr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was Ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein. Wahrlich, ich sage Euch auch: Wenn zwei unter Euch einig werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. 

Matthäus 18,15-20

Abendlese

Darum gleicht das Himmelreich einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war ihm zehntausend Zentner Silber schuldig. 

Da er’s nun nicht bezahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und zu zahlen. 

Da fiel der Knecht nieder und flehte ihn an und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will Dir’s alles bezahlen. Da hatte der Herr Erbarmen mit diesem Knecht und ließ ihn frei und die Schuld erließ er ihm auch. 

Da ging dieser Knecht hinaus und traf einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Silbergroschen schuldig; und er packte und würgte ihn und sprach: Bezahle, was Du schuldig bist! 

Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will Dir’s bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war. 

Als nun seine Mitknechte das sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten bei ihrem Herrn alles vor, was sich begeben hatte. 

Da befahl ihn sein Herr zu sich und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Deine ganze Schuld habe ich Dir erlassen, weil Du mich gebeten hast; hättest Du Dich da nicht auch erbarmen sollen über Deinen Mitknecht, wie ich mich über Dich erbarmt habe?

Und sein Herr wurde zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis er alles bezahlt hätte, was er schuldig war. So wird auch mein himmlischer Vater an euch tun, wenn ihr nicht von Herzen vergebt, ein jeder seinem Bruder. 

Matthäus 18,23-35

Konkordienformel (Solida Declaratio) 2:3-11 (Vom freien Willen)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

Posted in Trinitatis | Tagged , , , , , , , , | Leave a comment

Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! (Psalm 57)

Reformationsaltar in St.Marien (Lutherstadt Wittenberg, 2026)

Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf Dich traut meine Seele, und unter dem Schatten Deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe. Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt. Er sende vom Himmel und helfe mir von der Schmähung dessen, der mir nachstellt. Sela.

Gott sende seine Güte und Treue. Ich liege mitten unter Löwen; verzehrende Flammen sind die Menschen, ihre Zähne sind Spieße und Pfeile und ihre Zungen scharfe Schwerter. Erhebe Dich, Gott, über den Himmel und Deine Ehre über alle Welt! Sie haben meinen Schritten ein Netz gestellt und meine Seele gebeugt; sie haben vor mir eine Grube gegraben – und fallen doch selbst hinein. Sela. 

Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, daß ich singe und lobe. Wach auf, meine Ehre, wach auf, Psalter und Harfe, ich will das Morgenrot wecken! Herr, ich will Dir danken unter den Völkern, ich will Dir lobsingen unter den Leuten. Denn Deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und Deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Erhebe Dich, Gott, über den Himmel und Deine Ehre über alle Welt! 

Psalm 57. Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »Vertilge nicht«, als er vor Saul in die Höhle floh.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Einer trage des andern Last, so werdet Ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Galater 6,2

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Lasset mich voll Freuden sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen  dennoch ein Kind Gottes ist. Was sind alle Schätze nütze, da ich einen Schatz besitze, der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht.

Keine Sünde macht mir bange: Ich bin ein getaufter Christ; denn ich weiß gewiß: so lange dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch Dein Blut entbinden, weil das teure Wasserbad mich damit besprenget hat.

Satan, laß Dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ und damit kann ich Dich schlagen, ob Du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist Dir alle Macht genommen, und von Deiner Tyrannei machte Gottes Bund mich frei.

Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin eingetaufter Christ, denn das bringet mich zum Erbe, das im Himmel droben ist: lieg ich gleich im Todesstande, so versichert mir der Glaube, daß mir auch der Taufe Kraft, Leib und Leben wieder schafft.

Nun so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens sein; muß ich mich zu Grabe leben, schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist.

Erdmann Neumeister 1718 (LKG 28)

Morgenlese

Und David zog von dort hinauf und blieb in den Bergfesten bei En-Gedi. Als nun Saul zurückkam von der Verfolgung der Philister, wurde ihm gesagt: Siehe, David ist in der Wüste En-Gedi. Und Saul nahm dreitausend auserlesene Männer aus ganz Israel und zog hin, David samt seinen Männern zu suchen bei den Steinbockfelsen. Und als er kam zu den Schafhürden am Wege, war dort eine Höhle, und Saul ging hinein, um seine Füße zu decken.

David aber und seine Männer saßen hinten in der Höhle. Da sprachen die Männer Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, von dem der HERR zu Dir gesagt hat: Siehe, ich will Deinen Feind in Deine Hand geben, daß Du mit ihm tust, was Dir gefällt. Und David stand auf und schnitt leise einen Zipfel vom Rock Sauls. Aber danach schlug ihm sein Herz, daß er den Zipfel vom Rock Sauls abgeschnitten hatte, und er sprach zu seinen Männern: Das lasse der HERR ferne von mir sein, daß ich das tun sollte und meine Hand legen an meinen Herrn, den Gesalbten des HERRN; denn er ist der Gesalbte des HERRN. 

Und David wies seine Männer mit diesen Worten von sich und ließ sie sich nicht an Saul vergreifen. Als aber Saul sich aufmachte aus der Höhle und seines Weges ging, machte sich danach auch David auf und ging aus der Höhle und rief Saul nach und sprach: Mein Herr und König! Saul sah sich um. Und David neigte sein Antlitz zur Erde und fiel nieder. 

Und David sprach zu Saul: Warum hörst du auf das Reden der Menschen, die da sagen: David sucht Dein Unglück? Siehe, heute haben Deine Augen gesehen, daß Dich der HERR heute in meine Hand gegeben hat in der Höhle, und man hat mir gesagt, daß ich Dich töten sollte. Aber ich habe Dich verschont; denn ich dachte: Ich will meine Hand nicht an meinen Herrn legen; denn er ist der Gesalbte des HERRN. 

Mein Vater, sieh doch hier den Zipfel Deines Rocks in meiner Hand! Daß ich den Zipfel von Deinem Rock schnitt und Dich nicht tötete, daran erkenne und sieh, daß nichts Böses in meiner Hand ist und kein Vergehen. Ich habe mich nicht an Dir versündigt; aber Du jagst mir nach, um mir das Leben zu nehmen. Der HERR wird Richter sein zwischen mir und Dir und mich an Dir rächen, aber meine Hand soll nicht gegen Dich sein; wie man sagt nach dem alten Sprichwort: Von Frevlern kommt Frevel; aber meine Hand soll nicht gegen Dich sein. 

Wem zieht der König von Israel nach? Wem jagst Du nach? Einem toten Hund, einem einzelnen Floh! Der HERR sei Richter und richte zwischen mir und Dir und sehe darein und führe meine Sache, daß er mir Recht schaffe und mich rette aus Deiner Hand! 

Als nun David diese Worte zu Saul geredet hatte, sprach Saul: Ist das nicht Deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul erhob seine Stimme und weinte und sprach zu David: Du bist gerechter als ich, Du hast mir Gutes erwiesen; ich aber habe Dir Böses erwiesen. Und Du hast mir heute gezeigt, wie Du Gutes an mir getan hast, als mich der HERR in Deine Hand gegeben hatte und Du mich doch nicht getötet hast. 

Wo ist jemand, der seinen Feind findet und läßt ihn im Guten seinen Weg gehen? Der HERR vergelte Dir Gutes für das, was Du heute an mir getan hast! 

1.Samuel 24,1-20

Abendlese

Darum, wenn Du Deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, daß Dein Bruder etwas gegen Dich hat, so laß dort vor dem Altar Deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne Dich mit Deinem Bruder, und dann komm und opfere Deine Gabe. Vertrage Dich mit Deinem Widersacher sogleich, solange Du noch mit ihm auf dem Weg bist, auf daß Dich der Widersacher nicht dem Richter überantworte und der Richter dem Gerichtsdiener und Du ins Gefängnis geworfen werdest. Wahrlich, ich sage Dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis Du auch den letzten Heller bezahlt hast.

Ihr habt gehört, daß gesagt ist: »Du sollst nicht ehebrechen.« Ich aber sage Euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. Wenn Dich aber Dein rechtes Auge verführt, so reiß es aus und wirf’s von Dir. Es ist besser für Dich, daß eins Deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Wenn Dich Deine rechte Hand verführt, so hau sie ab und wirf sie von Dir. Es ist besser für Dich, daß eins Deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre. Es ist auch gesagt: »Wer sich von seiner Frau scheidet, der soll ihr einen Scheidebrief geben.« Ich aber sage Euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Unzucht, der macht, daß sie die Ehe bricht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.

Ihr habt weiter gehört, daß zu den Alten gesagt ist: »Du sollst keinen falschen Eid schwören und sollst dem Herrn Deine Eide halten.« Ich aber sage Euch, daß Ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron; noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße; noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. Auch sollst Du nicht bei Deinem Haupt schwören; denn Du vermagst nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen. Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Bösen. 

Matthäus 5,23-37

Konkordienformel (Solida Declaratio) Erbsünde 1:55-2:2

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

Posted in Uncategorized | Leave a comment

J.S. Bach: “Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ”, Kantate am 4. Sonntag nach Trinitatis (BWV 177)

Kantor Johann Sebastian Bach (* 21. März 1685 in Eisenach; † 28. Juli 1750 in Leipzig) komponiert die Kantate “Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ”, Kantate am 4. Sonntag nach Trinitatis, BWV 177:

Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen, verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen; den rechten Glauben, Herr, ich mein, den wollest Du mir geben, Dir zu leben, meim Nächsten nütz zu sein, Dein Wort zu halten eben.

Johann Agricola (wahrscheinlich 1529)

Hier mehr auf Wikipedia und auch der Text der Kantate, dank der Vorlage von Walter F. Bischof (University of Alberta):

Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ
  
1. Coro
Oboe I/II, Violino concertante, Violino I/II, Viola, Continuo
Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ,
Ich bitt, erhör mein Klagen,
Verleih mir Gnad zu dieser Frist,
Lass mich doch nicht verzagen;
Den rechten Glauben, Herr, ich mein,
Den wollest du mir geben,
Dir zu leben,
Meinm Nächsten nütz zu sein,
Dein Wort zu halten eben.
  
2. Aria A
Continuo
Ich bitt noch mehr, o Herre Gott,
Du kannst es mir wohl geben:
Dass ich werd nimmermehr zu Spott,
Die Hoffnung gib darneben,
Voraus, wenn ich muss hier davon,
Dass ich dir mög vertrauen
Und nicht bauen
Auf alles mein Tun,
Sonst wird mich’s ewig reuen.
  
3. Aria S
Oboe da caccia, Continuo
Verleih, dass ich aus Herzensgrund
Mein’ Feinden mög vergeben,
Verzeih mir auch zu dieser Stund,
Gib mir ein neues Leben;
Dein Wort mein Speis lass allweg sein,
Damit mein Seel zu nähren,
Mich zu wehren,
Wenn Unglück geht daher,
Das mich bald möcht abkehren.
  
4. Aria T
Violino concertante, Fagotto obligato, Continuo
Lass mich kein Lust noch Furcht von dir
In dieser Welt abwenden.
Beständigsein ans End gib mir,
Du hast’s allein in Händen;
Und wem du’s gibst, der hat’s umsonst:
Es kann niemand ererben
Noch erwerben
Durch Werke deine Gnad,
Die uns errett’ vom Sterben.
  
5. Choral
Oboe I/II e Violino I col Soprano, Violino II coll’ Alto, Viola col Tenore, Fagotto, Continuo
Ich lieg im Streit und widerstreb,
Hilf, o Herr Christ, dem Schwachen!
An deiner Gnad allein ich kleb,
Du kannst mich stärker machen.
Kömmt nun Anfechtung, Herr, so wehr,
Dass sie mich nicht umstoßen.
Du kannst maßen,
Dass mir’s nicht bring Gefahr;
Ich weiß, du wirst’s nicht lassen.

BesetzungSoli: S A T, Coro: S A T B, Oboe I/II, Oboe da caccia, Fagotto, Violino I/II, Viola, Continuo
Entstehungszeit6. Juli 1732
TextJohann Agricola (wahrscheinlich 1529)
Anlass4. Sonntag nach Trinitatis
PartiturMelvin Unger’s kommentierte Partitur
DiskussionAryeh Oron Julian Mincham

Posted in J.S. Bach | Tagged , , , , | Leave a comment

Löhe über Lukas 6,36-42

Pastor Johann Konrad Wilhelm Löhe (* 21. Februar 1808 in Fürth; † 2. Januar 1872 in Neuendettelsau) predigte am 4. Sonntag nach Trinitatis über das heilige Evangelium vom Evangelisten Lukas im 6. Kapitel glaubhaft in den Versen 36-42 aufgeschrieben.

Hier vorgelesen:

Posted in Wilhelm Löhe Evangelienpostille | Tagged , , , , , , , | Leave a comment

Wohl dem, der sich des Schwachen annimmt! (Psalm 41)

Wohl dem, der sich des Schwachen annimmt! Den wird der HERR erretten zur bösen Zeit. Der HERR wird ihn bewahren und beim Leben erhalten und es ihm lassen wohlgehen auf Erden und ihn nicht preisgeben dem Willen seiner Feinde. Der HERR wird ihn erquicken auf seinem Lager; Du hilfst ihm auf von aller seiner Krankheit.

Ich sprach: HERR, sei mir gnädig! Heile mich; denn ich habe an Dir gesündigt. Meine Feinde reden Arges wider mich: »Wann wird er sterben und sein Name vergehen?« Kommt einer, nach mir zu sehen, meint er’s doch nicht von Herzen; er sammelt Bosheit, geht hinaus und trägt’s weiter.

Alle, die mich hassen, flüstern miteinander über mich und denken sich Böses gegen mich aus: »Unheil ist über ihn ausgegossen; wer so daliegt, steht nicht wieder auf.« Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot aß, tritt mich mit Füßen. Du aber, HERR, sei mir gnädig und hilf mir auf, so will ich ihnen vergelten. 

Daran merke ich, daß Du Gefallen an mir hast, daß mein Feind über mich nicht frohlocken wird. Mich aber hältst Du um meiner Frömmigkeit willen und stellst mich vor Dein Angesicht ewiglich. Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! Amen! 

Psalm 41. Ein Psalm Davids, vorzusingen.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Einer trage des andern Last, so werdet Ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Galater 6,2

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Christ unser Herr zum Jordan kam nach seines Vater willen, von S. Johans die Tauffe nam, sein werck und ampt zurfüllen. Da wolt er stifften uns ein Bad, zu waschen uns von sünden, erseuffen auch den bittern Tod durch sein selbs Blut und Wunden, es galt ein newes Leben.

So hört und mercket alle wol, was Gott heisst selbs die Tauffe, und was ein Christen gleuben sol zu meyden Ketzer hauffen. Gott spricht und wil, das wasser sey, doch nicht allein schlecht Wasser, sein heiligs Wort ist auch dabey mit reichem Geist on maßen, der ist alhie der Tauffer.

Sölchs hat er uns beweiset klar mit Bilden und mit Worten. Des Vaters stim man offenbar daselbs am Jordan horte. Er sprach, Das ist mein lieber Son, an dem ich hab gefallen, DEN wil ich Euch befohlen han, das jr IHN höret Alle und folget seinem Leren.

Auch Gottes Son hie selber steht in seiner zarten Menschheit. Der heilig Geist ernider fert in Taubenbild verkleidet. Das wir nicht sollen zweiueln dran, wenn wir getauffet werden, all drey Person getauffet han, da mit bey uns auff Erden zu wohnen sich ergeben.

Sein Jünger heißt der Herre Christ, Geht hin all Welt zu leren, das sie verlorn in Sünden ist, sich sol zur Busse keren. Wer gleubet und sich teuffen lesst, sol dadurch selig werden, ein newgeborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben. Das Himelreich sol erben.

Wer nicht gleubt dieser großen Gnad der bleibt in seinen Sünden und ist verdampt zum ewigen Tod tieff in der Hellen grunde. Nicht hilfft sein eigen heiligkeit, all sein Thun ist verloren, die Erbsünd machts zur nichtigkeit, darin er ist geboren, vermag jm selbs nichts helffen.

Das Aug allein das Wasser siht, wie Menschen Wasser gießen, der Glaub im Geist die krafft versteht des Blutes Jhesu Christi. Und ist für im ein rote Flut, von Christus Blut geferbet, die allen Schaden heilen thut, von Adam her geerbet, auch von uns selbs begangen

Martin Luther 1541 (LKG 23)

Morgenlese

Ich hatte nun dies bei mir beschloßen, daß ich nicht abermals in Traurigkeit zu Euch käme. Denn wenn ich Euch traurig mache, wer macht mich dann fröhlich? Der, der von mir traurig gemacht wird? Und ebendies habe ich geschrieben, damit ich nicht, wenn ich komme, von denen traurig gemacht werde, über die ich mich freuen sollte.

Habe ich doch zu Euch allen das Vertrauen, daß meine Freude Euer aller Freude ist. Denn ich schrieb Euch aus großer Bedrängnis und Angst des Herzens unter vielen Tränen; nicht damit Ihr betrübt werdet, sondern damit Ihr die Liebe erkennt, die ich habe, besonders zu Euch.

Wenn aber jemand Betrübnis angerichtet hat, der hat nicht mich betrübt, sondern zum Teil – damit ich nicht zu viel sage – Euch alle. Es ist genug, daß derselbe von den meisten gestraft ist, sodaß Ihr ihm nun desto mehr vergeben und ihn trösten sollt, auf daß er nicht in allzu große Traurigkeit versinke. 

Darum ermahne ich Euch, daß Ihr Liebe an ihm beweist. Denn darum habe ich auch geschrieben, damit ich erkenne, ob Ihr rechtschaffen seid, gehorsam in allen Stücken. Wem aber Ihr etwas vergebt, dem vergebe ich auch. Denn auch ich habe, wenn ich etwas zu vergeben hatte, es vergeben um Euretwillen vor Christi Angesicht, auf daß wir nicht überlistet werden vom Satan; denn uns ist nicht unbekannt, was er im Sinn hat. 

2. Korinther 2,1-11

Abendlese

So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; und ertrage einer den andern und vergebt Euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr Euch vergeben hat, so vergebt auch Ihr! 

Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. 

Und der Friede Christi, zu dem Ihr berufen seid in einem Leibe, regiere in Euren Herzen; und seid dankbar. 

Kolosser 3,12-15

Konkordienformel (Solida Declaratio) Von der Erbsünde (verf) I:43-54

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

Posted in Trinitatis | Tagged , , , , , | Leave a comment