Illustrious names

The list of previous scholars in the Old Latin School is long. You find famous people amongst them: Paul Luther, personal Physician of the Saxon elector; Wilhelm Weber, the Physicist and inventor of the electro-magnetic telegraph (forerunner of the iPhone) and Johann G. Galle, the astronomer and discoverer of the planet Neptune. The latter is one of three now decorating the outside of the Old Latin School together with Hans Sachs and Friedrich Brandt.

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There´s a skeleton in our lift

Check it out: That´s what they found, when they dug deeper into the foundations of the Old Latin School to fit in the elevator (lift). Remember, it was originally part of the bigger cemetary of St.Mary´s and there was a bone-house here before the Old Latin School was built back in 1564.

Today those skeletons are in safe-keeping in Halle – and the appropriate authorities watch over them. Further research is expensive, but we´re working on it. Hopefully, you´ll be able to see them up in the Old Latin School one of these days. Hey, they´ve been part of the family here for much longer than me 😉

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Griechenland: Ade (12)

Nach einem schönen Wochenende auf Pilion ging es Richtung Athen und zwar in die Nähe des Hafens Piräus in die Wohnung eines Chinesen, der einen Schlüsselverwahrungskästchen nutzte. Das war sehr praktisch. Da haben wir das Auto noch mal geparkt und konnten Verandas auf 2 Seiten nutzen. Die Wohnung war perfekt ausgerüstet und war verkehrsmäßig gut gelegen. Wir konnten nicht nur am nächsten Tag das Auto gut zurückbringen, um dann nach noch einem Einkaufsbummel in der Altstadt mit dem Bus zurückzukehren, sondern waren auch nah an der Buslinie zum Flugplatz X96. Ich war sehr dankbar, dass wir das Auto problemlos wieder abgeben konnten. Wie gut, dass wir kein Unfall oder Unglück damit hatten! Abends sind wir noch mal zum Fischessen ausgegangen und haben auf dem Nachhauseweg eine tolle Schokoliere für den Nachtisch gefunden, die noch am späten Abend offen war. Das war ein schöner Abschluss dieser Zeit in Athen.

Am Dienstagmorgen haben wir alles gut in die Koffer verstaut und machten uns rechtzeitig auf den Weg zur Bushaltestelle. Das war gut, denn der erste Bus rauschte einfach an uns vorbei und so mussten wir nochmal eine halbe Stunde warten. Dieses Mal waren wir – und unsere Mitfahrkumpanen (Mutter & Tochter) aber gut gerüstet. Mit winkenden Armen stürzten wir uns vor den nächsten Bus um ihn zum Halten zu bringen – und stiegen dann glücklich in diesen relativ leeren Bus ein und kamen nach einer guten Stunde pünktlich am Flugplatz an. Nach der Gepäckabgabe haben wir noch Frühstück gegessen – kalte Küche – und warteten dann gemütlich auf den Abflug. Wir hatten gute Plätze und konnten sogar noch etwas ausruhen auf dem Flug über den Balkan zurück nach Berlin. Hier haben wir uns von Halle C nach A gemacht, um uns noch kostenfrei auf Corona testen zu lassen. Bundeswehr und Charité waren gut vertreten – und wir waren fast die einzigen, die getestet werden sollten. Das war alles sehr professionell und nachdem wir die nötige Papierarbeit erledigt hatten, gings auch sehr schnell. Zuhause bekamen wir dann 2 Tage später die befreiende Nachricht, dass bei uns das Virus nicht feststellbar sei. Das war eine große Erleichterung – und nicht nur für Angelika, die ja dann schnell wieder in den Schulbetrieb musste.

Inzwischen hatten Vivian ein paar Runden gedreht und holte uns dann direkt nach dem Test ab. Das ging nach einigen Versuchen und Abwarten reibungslos, obwohl ich erstmal wieder umdenken und mich an die Gangschaltung gewöhnen musste.  Vivian hat uns auch gut durch den Berliner Verkehr manövriert – besser als jedes Handy – und als ich dann doch falsch abgebogen war, kamen wir mit ihrer Hilfe bald wieder auf den rechten Weg. Wir fuhren über Landstraße nach Hause – und dabei wurde ich nur an einer Stelle vom Blitzer überrascht. 15€, aber keinen Eintrag: Das ist nochmal gut gegangen! Vivian brachte uns auf den neusten Stand bezüglich der Alten Lateinschule – Topfpflanzen, Post und sonstige Geschäfte – und wir sie zurück nach Hause, um dann glücklich wieder unsere kl. Dachwohnung zu beziehen. Das war fast so warm wie in Griechenland – aber mit guter Aussicht auf Regen und baldige Abkühlung. Nach 3 Wochen Griechenland freuen wir uns schon auf das nächste Mal – und unseren kommenden Urlaub!  

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Kala nera: Am schönen Strand auf Pilion (11)

Die Zeit in den Klöstern war uns nicht zu lang. Gerne wären wir noch geblieben, aber wir haben ja ganz ähnliche Verhältnisse daheim – wenigstens ich in der Alten Lateinschule. Da ist auch von morgens bis abends der Fremdenverkehr, doch vorher und anschließend gehen wir unserer Beschäftigung hinter verschlossenen Türen nach – und das alles auch zum Glockenschlag von St.Marien, die zwar nicht so abwechslungsreich sind wie die orthodoxen Glockenmelodien, aber dafür um so pünktlicher.  Die Klöster haben auch alle an bestimmten Wochentagen geschlossen, so daß sie ihren alltäglichen Geschäften nachgehen können, obwohl z.Z. der Touristenandrang sehr kärglich erscheint und sie sicherlich auch sonst viel mehr durch die Besucher eingebunden sind als in dieser Zeit.

In der Kalambaka kauften ich mir einen Schäferstock für 7.00€. Das erschien mir preiswert und ich habe ja ein Faible für Stöcke. Nachdem Angelika ihn durch den Zoll und die Gepäckabfertigung getragen hat, gebrauche ich ihn jetzt auf der Jagd als Zielstock und zwar noch öfter als die Bestecke aus Olivenholz. Er ist fast so praktisch wie der Honiglöffel, den wir auch noch erstanden haben. Vater und Sohn waren beide sehr hilfsbereit bei der Auswahl. Es gab auch richtige Krück- und Bischofsstöcke, aber die brauche ich ja nicht mehr und das hätte höchstens noch Erinnerungswert gehabt. Traditionell gebrauchen die Griechen die auch um ihre Streitigkeiten auszusortieren – und zwar mit Gewalt – praktisch wie ein „nut-cracker“ auf die Birne bzw Fangstock um die Fußfesseln.

Über Landstraße und Autobahn fuhren wir dann an Volos vorbei und zu unserer nächsten Herberge – in Gehabstand von Kala Nera – dem schönen Strand – unter dem Piliogipfel und auf der Pilionhalbinsel, die den Pagasitischem Golf umrahmt. Da war die Mutter des Vermieters zwar sehr rede- und sprachgewandt. Ihr ganzes Wesen strahle Gastfreundschaft aus, aber wir verstanden kein Wort. Zur Sicherheit wandten wir uns telefonisch an ihren Sohn und der hat uns dann erklärt, dass seine Mutter uns nur Tomaten, Paprika und Eierfrüchte schenken wollte… Es war ein kl.Zimmer und der Balkon war tagsüber in der prallen Sonne. Darum sind wir diese letzten Tage meist unterwegs gewesen und zwar zum Strand, zum Schwimmen und zum gemütlichen Rundfahren über Berge und durch tiefe Täler bzw immer am schönen blauen Meer entlang. Es sind berühmte Strände wie Fakistra Beach oder dem märchenhaften Argo Kiriaki. Agria ist der Geburtsort des Komponisten Vangelis (1492: Conquest of Paradise). Ferien pur. Der deutsche Schriftsteller Werner Helwig schrieb drei Romane, deren Handlung im Pilio spielt: Raubfischer in Hellas (1939), Im Dickicht des Pelion (1941) und Gegenwind (1945). So schön wars und zu kurz! Ich habe noch nicht mal angefangen diese Romane zu lesen…

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Meteora: In himmlischen Höhen (10)

Wer die Wahl hat, hat die Qual und so wars auch mit uns. Griechenland in 3 Wochen hat natürlich auch endlose Möglichkeiten und so haben wir allerlei Szenarien durchgespielt: Inselbesuch (Santorini/Korfu), die heiligen Klöster vom Athos, Spuren des Paulus in Philippi und Thessaloniki, Chalkida/Evia haben wir alles nicht gemacht.

Durch Corona war auch das Festland längst nicht so überlaufen und auf den Stränden viel Platz. Da haben wir uns dann entschieden die hl. Klöster von Meteora zu besuchen und dort würden wir uns dann entscheiden, was wir anschließend machen wollten. Bisher ging es ja gut mit den Entscheidungen und so waren wir ganz getrost, dass auch die letzte Woche gut ablaufen würde. Schließlich war Meteora ja ziemlich zentral – und wir waren so gut platziert weitere Ziele anzufahren. Dass unsere Heimreise von Athen starten würde, hat uns wenigstens einen Fixpunkt determiniert. Dahin würden wir schließlich wieder zurückkehren.

Vom Flugplatz ging es dann auf der Autobahn gehen Norden. Wir kamen gut voran und auf der Suche nach einer Rast- und Gaststätte fragten wir mal bei einer Tankstelle, doch der Tankwart meinte nur, dass das nicht in dem Dorf zu haben sei. Wir fuhren also ziemlich zielstrebig die Klöster an. Irgendwo wollten wir in einem Schattenplatz Rast machen, aber den zu finden, fiel uns nicht so leicht. Wir kamen also in ziemlicher Mittagshitze in Kalambaka an und zogen dort in vielleicht unsere schönste Wohnung auf dieser Reise. Das war eine Herberge von Dimitra direkt unter einem der Klosterfelsen und obwohl das Auto etwas weiter im Schatten geparkt wurde, war dieses einfach nur idyllisch. Unsere Tür war auf dem Erdgeschoß hatte dicken Mauern, die aber hell angestrichen und wie die restliche Einrichtung geschmackvoll hergerichtet war. Es gefiel uns so gut, dass wir den Mietvertrag hier verlängern wollten, aber das ging nicht, da schon Nachmieter angesagt waren. Also hatten wir die 2 Übernachtungen und knapp 3 Tage voll auszukosten. Draußen saßen wir mit Blick auf das Bergkreuz und in der Wohnung hatten wir plenty Platz und auch eine gut eingerichtete Küche und im Badezimmer war auch eine Waschmaschiene 🙂

In diesen Tagen besuchten wir alle Klöster dort. Bestiegen hohe Berge zu Fuß und machten auch eindrückliche Rundfahrten mit dem Auto. Wir kauften uns hier Ikone, Schäferkrücke und manche Mahlzeit – auch ganz oben in den Bergen: Monaxia oder im Lieblingsrestaurant von Dimitria. Das war gemütlich, aussichtsreich und herrlich entspannend. Den berühmten Sonnenuntergang beobachteten wir zusammen mit anderen Touristen auf einem der hohen Felsen. Dort lernten wir Sami und seine Patricia aus Berlin kennen. Er fotografierte hier mit seiner Drohne und störte gekonnt die romantische Atmosphäre, aber ihn brachte das nicht aus der Ruhe. Im Gegenteil, die Aufmerksamkeit, die er erregte, schien ihm zu gefallen. Einige Tage später hat er seine Drohne dann verloren, weil er sie zu hoch hat fliegen lassen. Scheinbar ein herber und kostspieliger Verlust – geschweige denn von den malerischen Filmen, die so hops gingen.

In den Klöstern hatte der griechische Wiederstand gegen die Türken überlebt. Sie haben Schulen und Ausbildungsstätten gefördert und sind in diesen luftigen Höhen ihrer geistigen Beschäftigung nachgegangen. Heute leben da in den verschiedenen Klöstern und Konventen auch wieder eine Reihe mehr oder weniger junger Nonnen und Mönche. Unsere Gastgeberin berichtete von den festlichen Andachten, die sie dort oben sonntäglich feiern. Auch wir haben die hübsch ausgeschmückten Gotteshäuser mit ihren Ikonen, Kerzen und Weihrauchständern aufgenommen so gut es ging. Man versteht die Psalmensänger: „Wie lieblich sind Deine Wohnungen Herr Gott Zebaoth!“

Angelika musste sich bei jedem Besuch ihr Badetuch umwickeln. Ich fand, es stand ihr hervorragend, aber sie wollte davon gar nichts wissen. Wir mussten auch stets die Masken tragen und auch sonst Abstand halten. Das war in den schmalen Gängen, Treppenhäusern und kl. Höhlen gar nicht so einfach. Die Klöster sind Horte orthodoxer Heiligkeit und haben mich doch sehr beeindruckt. Sie sind schön eingerichtet, gut gepflegt und offensichtlich auch gut besucht. Selbst in dieser Epidemie waren Busse unterwegs – auch wenn fast keine Chinesen und Inder zu sehen waren – außer unser Drohnen-Sami. Viele griechische Familien waren unter den Besuchern. Immer wieder hörte man Eltern ihren Kindern erzählen von den vielen Wundern und bedeutungsvollen Zeichen dieser geschichtsträchtigen Orte. Nebenbei lese ich ja den Reisebericht von Lord Robert Byron: „The Station: Travels to the Holy Mountain of Greece“ (iBooks) und Lawrence Durrell: “The Greek Islands“ (Kindle). Da kriegt man das auch gut mit – und ist viel besser als kurze Sketsche. Also, wer Zeit und Lust hat, dürfte damit gute Unterhaltung finden.

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Delfi: Nabel der Welt (9)

In Patras mussten wir uns langsam an die Idee gewöhnen, dass Christophs Flug nach Berlin für Dienstag festgelegt war, weil Easyjet uns ja noch in Deutschland Bescheid gegeben hatte, dass sein Flug am Freitag ausfiel. Solche Ausfälle machen, dass dann auch die zugesagten Termine fragwürdig erscheinen. Das bringt natürlich gewisse Unruhe mit sich. Außerdem herrschte ja auch Corona – und gerade auf den Flugplätzen. Da kam ebenso natürlich die Frage auf, ob wir uns inzwischen angesteckt und somit für Rückflüge disqualifiziert seien. Schließlich mussten wir nach Athen zurück, um dort für die Heimreise parat zu sein. Deswegen fuhren wir am Montagmorgen über die weitgestreckte Rio-Andirrio-Brücke und dann gen Osten am Korinthischen Golf entlang über Delfi und nach Athen. Dort hatten wir ein Quartier für eine Nacht in der Nähe des Flughafens, um Christoph rechtzeitig dort abzuladen. Wir hatten ja noch eine Woche zusätzlich.

Delfi war ein Höhepunkt für Christoph und somit kam seine Reise auch zu einem guten Ende. Hier waren wie in Epidauros und Mykene mehr Ausländer unterwegs als wir sonst sahen. Trotzdem waren die riesigen Parkplätze für hunderte, wenn nicht tausende Gäste erschreckend leer. In der Reihe am Kartenkiosk brauchten wir nicht lange warten, das Auto hatten wir neben der Straße am steilen Abhang im Schatten eines Olivenbaumes geparkt. Wir waren ready für noch ein Haufen Ruinen und alter Bausteine. Doch mit dieser Fülle und komplexen Heilsanstalt hatten wir nicht gerechnet. Die geschichtlichen Bezüge waren sagenhaft und man konnte sich gut vorstellen, dass das mal ein politisch bedeutsames Zentrum gewesen sein muss – fast so wie heutzutage das Wirtschaftstreffen in Davos, wenigstens bis vor kurzem. Hier – im Orakel von Delfi – wurde ja die Weissagung laut, dass die Griechen unter Menelaus den troyanischen Krieg endlich gewinnen würden. Wär hätte gedacht, dass das dann Jahrzehnte dauern würde? Delfi verlor an Bedeutung als Rom die Macht im Mittelmeer übernahm. Da haben auch die Versuche der römischen Kaiser den alten Glanz und politische Bedeutsamkeit zu restaurieren nicht gefruchtet, da hier kein politisches Machtgefüge mehr zuständig und ausschlaggebend war. Schließlich hat Theodosius I (392 AD) die Schließlung dieser heidnischen Kultstätte veranlaßt. Die mythische Vorstellung, dass hier der Mittelpunkt (Nabel) der Erde und Zentrum der Welt lag – weil das riesige Ei – der Omphalos (Nabel) – dass die Adler im Namen Zeus hatten fallen lassen, gerade hier aufgeprallt und somit den Mittelpunkt angegeben hatten – war schon merkwürdig. Das Gefühl ist so ähnlich wie wenn man in Rom im Vatikan auf dem Petersplatz steht (bzw auf dem dem Forum Romanum, wo sie ihren umbilicus urbis feiern oder in New York auf der großen 5th Avenue oder vielleicht auch in Jerusalem, aber das letztere würde ich noch nicht wissen. Das will ich noch erleben… Das Museum war auch sehenswert, auch wenn das Postamt geschlossen und der kl. Laden nicht viel hergaben.

Die vielen Schatzhäuser für die Opfergaben dem Apollon (Er der nachmalige Vater des Heilsgottes Asklepios) geweiht, der Schauplatz für die Pythischen Spiele, Tempel und Gymnasion sind alle ausgiebigst zu bewundern und passen wunderbar in dieser herrliche Landschaft des griechischen Festlandes. Delfi war definitiv eine Reise wert!

In Athen angekommen, haben wir nochmal im Meer geschwommen nachdem wir auf dem Parkplatz reife Feigen vom Baum schmausten – so viel wir wollten. Morgens waren wir dann in einem großen Bogen zum Flugplatz gekommen und Christoph flog ohne nennenswerte Zwischenfälle bis Berlin, wo Vivian ihn abholte und nach Wittenberg brachte. So endete sein Urlaub in Griechenland und unser ging noch eine Woche länger, aber das kommt morgen dran…    

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Hin und her über die Peloponnes (8)

Von Korinth gings dann geradlinig über die Peloponnes auf gut ausgebauter Autobahn und Zollstraße nach Kalamata – durch viele Tunnel und malerische Landschaften. Dort hatten wir knapp 500 Meter vom Strand in einer kl. Ferienwohnung Platz für 2 Übernachtungen. Zuerst hatten wir uns überlegt Sparta zu besuchen, aber vorerst hatten wir genug von Ruinen, alten Fundamenten und unzähligen Steinen. Außerdem hatte das Schwimmen in griechischen Gewässern es uns angetan. Wir hatten ja schon im Golf von Korinth Salzwasser geschluckt – und zwar an den malerischsten Stränden, die wir noch gesehen hatten. Da wollten wir mal sehen ob das im Messenischen Golf ähnlich wäre. Vielleicht hatten wir auch endlich Lust auf Urlaub pur – im Wasser plätschern und vor uns dahin driften, abkühlen und uns von der Sonne wieder abtrocknen lassen. Es war herrlich. So haben wir es dann auch gehalten.

Zwischendurch sind wir dann auch mal auf den Markt gefahren, wo wir Oliven, Weintrauben, Honig und auch Gemüse einkauften. Dazu auch Wein in Plastikflaschen vom Händler. Er schien ganz überzeugt zu sein, dass er den besten Wein Griechenlands verkaufte. Wie sauer stieß mir dagegen auf, dass der schöne, gelbe Wein bestenfalls mit Essig zu vergleichen war. Als Strafe habe ich dann regelmäßig davon getrunken. Kalt aus dem Eisschrank wars aber auch nicht besser. Naja, Strafe muss sein. Fragt sich nur, wofür?

Weiter südlich fuhren wir nicht, sondern machten uns dann über Messene und Olympia an der Westküste Griechenlands wieder nördlich auf den Weg nach Patras, wo wir wieder eine Dachwohnung mit toller Aussicht über gleichnamige Bucht hatten. Von dort ging es wieder an den Strand und über die kunstvoll gestreckte Rio-Andirrio-Brücke zum Heldenacker nach Mesolóngi, wo nicht nur der gefallene Lord Byron, sondern fast alle europäischen Länder wegen ihrer Unterstützung der griechischen Unabhängigkeitsbewegung gegen die Türkei in Gedenksteinen verewigt sind. Zum Schauplatz der Schlacht von Lepanto, wo der linke Arm von Miguel de Cervantes (Don Quichote) gelähmt wurde, fuhren wir dann nicht mehr. Wir hatten genug Heldenverehrung für ein Wochenende!   

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Loutraki ist voller Überraschungen… (7)

In „Tranquility“ (Olive Grove) in Lautraki waren wir zu Gast bei einem griechisch-polnischen Ehepaar, das sich in Kanada kennen gelernt hatte. Richard ist Fahrradfahrer und Anastasia freischaffende Künstlerin. Nun sind sie wieder im alten Europa und offensichtlich sehr erfolgreich, sich dort zu etablieren. Wir hatten wiederholt Schwierigkeiten die genaue Adresse zu finden, da der GPS uns dort durch kleine und kleinste Gässchen führte – fast wie wenn man zu Gonter & Rita auf den Plot fährt – aber im großen und ganzen war dieses einer unserer Lieblingsorte.

Hier konnten wir all unsere Wäsche erstmals waschen – und zwar in einer top Waschmaschine. Die Küche war hervorragend eingerichtet und das Haus sehr geschmackvoll und ansprechend. Wir fühlten uns also puddelwohl, auch wenn es nur im Schlafzimmer eine Klimaanlage gab und Christoph auf einer Couch schlafen musste, die nur per Fan gekühlt wurde. Ich habe mich auf der Veranda auf eine der Liegesessel zur Nacht hingelegt, aber irgendwann bin ich doch ins Schlafzimmer umgezogen. Die Nächte sind in Griechenland ziemlich bewegt und geräuschvoll. Da gibt’s immer wieder was zum Hinhören und Ablenken.

Unsere Gastgeber haben uns wärmstens empfohlen ein Kloster hoch am Geraniaberg zu besuchen. Darum sind wir rechtzeitig aufgebrochen und zum Konvent der Nonnen von St Osios Patapios, die dort von Sonnenaufgang bis zum Untergang ein offenes Haus betreiben – und griechischen Kaffee, Sweets und Zwieback anbieten und natürlich auch Ikonen, Texte und sonstige Devotionalien, gefahren. Von dort hatten wir den schönsten Blick über den Golf von Korinth, den Hafen und das tief blaue Meer – eine Augenweide, wo man nur hinschaut.

Außerdem haben wir uns Epidauros, Mykene und dann auch noch zu den Ausflugszielen Perachora Heraion und der Lagune von Heraion angeschaut. Das war ein volles Tagesprogramm. Schließlich sind wir auch noch zur Ruhe in Meer gekommen in der blauen Bucht des Heraion. Endlich. Das war herrlich und längst nicht so windig und von Hochzeitsleuten gekappert wie die bei den Tempel Ruinen des Heraion. Das wir unterwegs in einer Taverne zur Olive herrlich Schaf gegessen haben – einen ganzen großen Teller voller Tjobs – gehört auf ein anderes Mal, aber zu meinen besten Mahlzeiten hier.

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Manning the Old Latin School this summer

With the Weber family on vacation, it was a quiet three weeks at the Latin school. Still, there was always somebody around: Charles and Connie Cortright visited from Latvia, a couple from Denmark and one from Germany stayed for a few nights, and a visitor who needed a place for the night while on a bike tour all the way to Vienna enjoyed her stay so much that she decided to spend an extra night! It truly felt like summer: The weather was hot, the pace was leisurely, and there was time for walks and to get coffee or to chat with everyone who stayed.

On Sundays, Dr. Cortright filled in and led the Sunday morning services, thrilled to preach right across from St. Mary’s, while the organ, I’m certain, enjoyed that someone as skilled as Connie Cortright played it.

During the week, I´ve been giving German lessons next to the chapel. For now, our Iranian friend who also attends services on Sundays has been coming, but hopefully soon, others from Bulgaria will join regularly as well. We have been having fun learning the difference between “Ich bin gut” (I’m a morally good person) and “Mir geht es gut” (I’m doing well) as well as the names of Bible characters in German.  

While I have really enjoyed getting to welcome the few guests who have stayed over the summer, chatting with the repairman who fixed the TV in one of the rooms and who grew up next door to the Old Latin School, and talking with the tourists that stop in to look at the chapel and read about the history of Lutheranism on the banners throughout the building, I am so glad Wilhelm and Angelika are back.

Wilhelm started work right away with an early morning appointment with the city the day after returning from Greece. He is just the person for this place: So knowledgeable, so laid-back, so open to all kinds of people, so accommodating, able to change the service from German to English on the spot depending on who shows up, and so well-liked by people all around him. It was fun to fill in for a few weeks but walking through the doors that are open all day to the familiar sight of him sitting in the bookstore, inviting everyone in with a big smile, is much better!

Vivian Kleeblatt from Lutherstadt Wittenberg, 24th August 2020

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Athen ist schön, doch Korinth lockt (6)

Eine Woche waren wir erstmals in Athen. Am letzten Tag bestellten wir per „Beat“ eins der gelben Taxis und damit gings zu „Green Motion“, wo wir unser Auto per „Bookings“ schon aus Deutschland gebucht hatten. Es war ein kl.Laden und das Auto war nicht parat. Ein Kollege war anscheinend damit irgendwo im Verkehr stecken geblieben. Naja, der junge Mann war eilfertig sich zu entschuldigen und ganz außer Atem, um eine Alternative herbeizuschaffen. Mit einer guten Stunde Verspätung gings dann mit dem etwas verbeulten Wagen, der vier unterschiedliche Räder, wovon eins sogar mangelhaft aufgepumpt war und einem halbvollen Tank, los. Das konnte ja heiter werden. Außerdem mussten wir trotz hoher Versicherung eine hohe Prämie hinterlegen – im Falle eines Falles. Alles dazu angetan mich in einen Zustand höchster Agitation zu versetzen.  

Zuerst gings also mit Hilfe von Google durch die Mittestadt von Athen zur erst besten Tankstelle, um das Defizit an Benzin im Tank und Luft im Reifen auszugleichen und dann waren wir auf der Zollstraße nach Korinth, in die Gegend des Isthmus-Kanal und dem Tatort, wo nur Kraniche Zeugen des Meuchelmordes an Ibykus waren, Goethe seine morbide “Braut von Korinth” lokalisiert und hohe Preise schon in der Antike abschreckend wirkten und das antike Sprichwort umging:

Nicht jede Sache ist die Reise nach Korinth wert.

Wir waren in irgendeinem idyllischen Olivenhain eingebucht und freuten uns schon riesig auf diesen Tapetenwechsel. Ha, welche Vorstellungen – und diese Aussicht übers Meer, über den Hafen von Piräus und die wunderbaren Berge, Buchten und Bauten. Schnell war die Anspannung vergessen. Wir schätzten die Klimaanlage und ich gewöhnte mich immer besser an die Automatik. Ich kann mich nur vage an eine Vollbremsung aus Versehen erinnern… Angelika und Christoph waren gute Mitfahrer, unser Gepäck war bestens verstaut und wir hatten Lust auf mehr Abenteuer, Entdeckungsreise im für uns Neuland Griechenland – und vorerst der Peleponnes.

„Und immer noch halte ich für die schönste deutsche Ballade jene, die vom Ibykus, dem Götterfreund, erzählt.“

Marcel Reich-Ranicki

In Korinth gings erstmal zur Altstadt, die schon in der Antike eine wichtige Hafenstadt war, aber jetzt als kleines Dorf vom Tourismus lebte. Es wirkte in der Sommershitze wie ausgestorben, aber wir fanden eine hohe Terrasse, wo wir erstmal gut verschnaufen konnten. Dort war eine Großfamilie aus den USA angereist, um hier vom griechischen Großvater in die Herrlichkeiten des Vaterlandes eingeführt zu werden. Außerdem wurde eine laute Schulklasse dort bewirtet und noch eine Reihe einheimischer Gäste. Wir fühlten uns pudelwohl. Bald waren wir gestärkt genug, um unsere Erkundungstour in Angriff zu nehmen – und gleich ging es an vielen Tavernen vorbei, Gemüsehändlern und auch zum Kunsthändler, der die nachgemalten Vasen seines Vaters verkaufen wollte und sich freute, dass wir endlich aufgetaucht waren.

Wir wanderten um die alten Ruinen herum und dachten an die Geschichte des hl. Apostels Paulus, der sich hier länger aufgehalten hatte, öffentlich gepredigt und theologisierte bis es den jüdischen Bewohnern zu viel wurde und sie handgreiflich wurden. Naja, auch davon ist nicht mehr viel zu sehen, aber nachlesen kann man es in der Apostelgeschichte eindrücklich und schließlich sind seine praktischen und kontextuell eingebundenen Briefe an die Korinther ja auch wunder erhalten und jedermann zugänglich. Schließlich kauften wir dort Wein, Oliven, Brot, Zitronen und Tomaten, aber auch eine Vase, die Angelika jemand schenken wollte.

Am Isthmus Kanal waren wir überrascht, dass wir den so leicht auffinden konnten. Das Auto war geparkt, ich besorgte uns griechische Schlagermusik (3 für den Preis von 1!) bei einem Touristenstand, wir machten Selfies und Fotos nach links und nach rechts, hoch und tief, mit und ohne Lächeln – und staunten, dass der tiefe Graben mit Hilfe der Bulgaren fertiggestellt worden war. Das war sicher noch aus der Zeit als die sozialistische Bruderschaft noch besser zusammenhielt und wir noch nicht im neo-liberalen Zeitalter den Angriff dieser gigantischen Zeugnisse einer besseren Welt hinter uns gelassen haben.

Gegen Spätnachmittag kamen wir dann in unserem Domizil an – und wir waren nicht enttäuscht. Es war ein herrlich großes Haus inmitten einer großzügig angelegten Umzäunung. Große Hunde, Hühner, Puten und Gänse gabs auch – und die klagenden Türkentauben riefen weitere Heimatgefühle in uns wach.  Eine große Veranda gabs und eine Waschmaschine und auch sonst eine sehr gut eingerichtete Küche. Unsere Ferienreise ging sehr gut weiter…

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