Herr, gedenke an Deine Gemeinde, die Du vorzeiten erworben hast… (Ps.74)

Lucas Cranach: Jesus Christus segnet seine Kinder

Gott, warum verstößest Du uns für immer und bist so zornig über die Schafe Deiner Weide? Gedenke an Deine Gemeinde, die Du vorzeiten erworben und Dir zum Erbteil erlöst hast, an den Berg Zion, auf dem Du wohnest. 

Richte doch Deine Schritte zu dem, was so lange wüste liegt. Der Feind hat alles verheert im Heiligtum. Deine Widersacher brüllen in Deinem Hause und stellen ihre Banner auf als Zeichen des Sieges. 

Hoch sieht man Äxte sich heben wie im Dickicht des Waldes. Sie zerschlagen all sein Schnitzwerk mit Beilen und Hacken. Sie verbrennen Dein Heiligtum, bis auf den Grund entweihen sie die Wohnung Deines Namens. Sie sprechen in ihrem Herzen: Laßt uns sie allesamt unterdrücken! Sie verbrennen alle Gotteshäuser im Lande. 

Unsere Zeichen sehen wir nicht, kein Prophet ist mehr da, und keiner ist bei uns, der wüßte, wie lange. Ach, Gott, wie lange soll der Widersacher schmähen und der Feind Deinen Namen immerfort lästern? Warum ziehst Du Deine Hand zurück? Nimm Deine Rechte aus dem Gewand und mach ein Ende! 

Psalm 74,1-11. Eine Unterweisung Asafs.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Einer trage des andern Last, so werdet Ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Galater 6,2

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Mein Schöpfer steh mir bei, sei meines Lebens Licht. Dein Auge leite mich, bis mir mein Auge bricht. Hier leg ich Herz und Glieder vor Dir zum Opfer nieder, und widme meiner Kräfte, für Dich und Dein Geschäfte. Du willst, daß ich Deine sei, mein Schöpfer, steh mir bei.

Mein Heiland, wasche mich mit Deinem teuren Blut, das alle Flecken tilgt und lauter Wunder tut. Schließ die verirrte Seele in Deine Wundenhöhle, daß sie von Zorn und Sünde hier wahre Freiheit finde. Ich bin voll Sünden ohne Dich, mein Heiland, wasche mich.

Mein Tröster, gib mir Kraft, wenn sich Versuchung zeigt. Regiere meinen Geist, wenn er zur Welt sich neigt. Lehr mich den Sohn erkennen, ihn meinen Herren nennen, sein Gnadenwort verstehen, auf seinen Wegen gehen. Du bist der alles Gute schafft, mein Tröster, gib mir Kraft.

Gott Vater, Sohn und Geist, Dir, bin ich, was ich bin, Ach, drücke selbst Dein Bild recht tief in meinen Sinn. Erwähle meine Gemüte  zum Tempel Deiner Güte, verkläre an mir Armen Dein gnadenreich Erbarmen. Wohl mir, wenn Du der meine heißt, Gott Vater, Sohn und Geist.

Johann Jakob Rambach 1729 (LKG 31)

Morgenlese

Sündigt aber Dein Bruder, so geh hin und weise ihn zurecht zwischen Dir und ihm allein. Hört er auf Dich, so hast Du Deinen Bruder gewonnen. Hört er nicht auf Dich, so nimm noch einen oder zwei zu Dir, damit jede Sache durch zweier oder dreier Zeugen Mund bestätigt werde. Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für Dich wie ein Heide und Zöllner. 

Wahrlich, ich sage Euch: Alles, was Ehr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was Ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein. Wahrlich, ich sage Euch auch: Wenn zwei unter Euch einig werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. 

Matthäus 18,15-20

Abendlese

Darum gleicht das Himmelreich einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war ihm zehntausend Zentner Silber schuldig. 

Da er’s nun nicht bezahlen konnte, befahl der Herr, ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und zu zahlen. 

Da fiel der Knecht nieder und flehte ihn an und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will Dir’s alles bezahlen. Da hatte der Herr Erbarmen mit diesem Knecht und ließ ihn frei und die Schuld erließ er ihm auch. 

Da ging dieser Knecht hinaus und traf einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Silbergroschen schuldig; und er packte und würgte ihn und sprach: Bezahle, was Du schuldig bist! 

Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will Dir’s bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war. 

Als nun seine Mitknechte das sahen, wurden sie sehr betrübt und kamen und brachten bei ihrem Herrn alles vor, was sich begeben hatte. 

Da befahl ihn sein Herr zu sich und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Deine ganze Schuld habe ich Dir erlassen, weil Du mich gebeten hast; hättest Du Dich da nicht auch erbarmen sollen über Deinen Mitknecht, wie ich mich über Dich erbarmt habe?

Und sein Herr wurde zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis er alles bezahlt hätte, was er schuldig war. So wird auch mein himmlischer Vater an euch tun, wenn ihr nicht von Herzen vergebt, ein jeder seinem Bruder. 

Matthäus 18,23-35

Konkordienformel (Solida Declaratio) 2:3-11 (Vom freien Willen)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

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Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! (Psalm 57)

Reformationsaltar in St.Marien (Lutherstadt Wittenberg, 2026)

Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf Dich traut meine Seele, und unter dem Schatten Deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe. Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt. Er sende vom Himmel und helfe mir von der Schmähung dessen, der mir nachstellt. Sela.

Gott sende seine Güte und Treue. Ich liege mitten unter Löwen; verzehrende Flammen sind die Menschen, ihre Zähne sind Spieße und Pfeile und ihre Zungen scharfe Schwerter. Erhebe Dich, Gott, über den Himmel und Deine Ehre über alle Welt! Sie haben meinen Schritten ein Netz gestellt und meine Seele gebeugt; sie haben vor mir eine Grube gegraben – und fallen doch selbst hinein. Sela. 

Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, daß ich singe und lobe. Wach auf, meine Ehre, wach auf, Psalter und Harfe, ich will das Morgenrot wecken! Herr, ich will Dir danken unter den Völkern, ich will Dir lobsingen unter den Leuten. Denn Deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und Deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Erhebe Dich, Gott, über den Himmel und Deine Ehre über alle Welt! 

Psalm 57. Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »Vertilge nicht«, als er vor Saul in die Höhle floh.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Einer trage des andern Last, so werdet Ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Galater 6,2

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Lasset mich voll Freuden sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen  dennoch ein Kind Gottes ist. Was sind alle Schätze nütze, da ich einen Schatz besitze, der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht.

Keine Sünde macht mir bange: Ich bin ein getaufter Christ; denn ich weiß gewiß: so lange dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch Dein Blut entbinden, weil das teure Wasserbad mich damit besprenget hat.

Satan, laß Dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ und damit kann ich Dich schlagen, ob Du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist Dir alle Macht genommen, und von Deiner Tyrannei machte Gottes Bund mich frei.

Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin eingetaufter Christ, denn das bringet mich zum Erbe, das im Himmel droben ist: lieg ich gleich im Todesstande, so versichert mir der Glaube, daß mir auch der Taufe Kraft, Leib und Leben wieder schafft.

Nun so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens sein; muß ich mich zu Grabe leben, schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist.

Erdmann Neumeister 1718 (LKG 28)

Morgenlese

Und David zog von dort hinauf und blieb in den Bergfesten bei En-Gedi. Als nun Saul zurückkam von der Verfolgung der Philister, wurde ihm gesagt: Siehe, David ist in der Wüste En-Gedi. Und Saul nahm dreitausend auserlesene Männer aus ganz Israel und zog hin, David samt seinen Männern zu suchen bei den Steinbockfelsen. Und als er kam zu den Schafhürden am Wege, war dort eine Höhle, und Saul ging hinein, um seine Füße zu decken.

David aber und seine Männer saßen hinten in der Höhle. Da sprachen die Männer Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, von dem der HERR zu Dir gesagt hat: Siehe, ich will Deinen Feind in Deine Hand geben, daß Du mit ihm tust, was Dir gefällt. Und David stand auf und schnitt leise einen Zipfel vom Rock Sauls. Aber danach schlug ihm sein Herz, daß er den Zipfel vom Rock Sauls abgeschnitten hatte, und er sprach zu seinen Männern: Das lasse der HERR ferne von mir sein, daß ich das tun sollte und meine Hand legen an meinen Herrn, den Gesalbten des HERRN; denn er ist der Gesalbte des HERRN. 

Und David wies seine Männer mit diesen Worten von sich und ließ sie sich nicht an Saul vergreifen. Als aber Saul sich aufmachte aus der Höhle und seines Weges ging, machte sich danach auch David auf und ging aus der Höhle und rief Saul nach und sprach: Mein Herr und König! Saul sah sich um. Und David neigte sein Antlitz zur Erde und fiel nieder. 

Und David sprach zu Saul: Warum hörst du auf das Reden der Menschen, die da sagen: David sucht Dein Unglück? Siehe, heute haben Deine Augen gesehen, daß Dich der HERR heute in meine Hand gegeben hat in der Höhle, und man hat mir gesagt, daß ich Dich töten sollte. Aber ich habe Dich verschont; denn ich dachte: Ich will meine Hand nicht an meinen Herrn legen; denn er ist der Gesalbte des HERRN. 

Mein Vater, sieh doch hier den Zipfel Deines Rocks in meiner Hand! Daß ich den Zipfel von Deinem Rock schnitt und Dich nicht tötete, daran erkenne und sieh, daß nichts Böses in meiner Hand ist und kein Vergehen. Ich habe mich nicht an Dir versündigt; aber Du jagst mir nach, um mir das Leben zu nehmen. Der HERR wird Richter sein zwischen mir und Dir und mich an Dir rächen, aber meine Hand soll nicht gegen Dich sein; wie man sagt nach dem alten Sprichwort: Von Frevlern kommt Frevel; aber meine Hand soll nicht gegen Dich sein. 

Wem zieht der König von Israel nach? Wem jagst Du nach? Einem toten Hund, einem einzelnen Floh! Der HERR sei Richter und richte zwischen mir und Dir und sehe darein und führe meine Sache, daß er mir Recht schaffe und mich rette aus Deiner Hand! 

Als nun David diese Worte zu Saul geredet hatte, sprach Saul: Ist das nicht Deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul erhob seine Stimme und weinte und sprach zu David: Du bist gerechter als ich, Du hast mir Gutes erwiesen; ich aber habe Dir Böses erwiesen. Und Du hast mir heute gezeigt, wie Du Gutes an mir getan hast, als mich der HERR in Deine Hand gegeben hatte und Du mich doch nicht getötet hast. 

Wo ist jemand, der seinen Feind findet und läßt ihn im Guten seinen Weg gehen? Der HERR vergelte Dir Gutes für das, was Du heute an mir getan hast! 

1.Samuel 24,1-20

Abendlese

Darum, wenn Du Deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, daß Dein Bruder etwas gegen Dich hat, so laß dort vor dem Altar Deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne Dich mit Deinem Bruder, und dann komm und opfere Deine Gabe. Vertrage Dich mit Deinem Widersacher sogleich, solange Du noch mit ihm auf dem Weg bist, auf daß Dich der Widersacher nicht dem Richter überantworte und der Richter dem Gerichtsdiener und Du ins Gefängnis geworfen werdest. Wahrlich, ich sage Dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis Du auch den letzten Heller bezahlt hast.

Ihr habt gehört, daß gesagt ist: »Du sollst nicht ehebrechen.« Ich aber sage Euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. Wenn Dich aber Dein rechtes Auge verführt, so reiß es aus und wirf’s von Dir. Es ist besser für Dich, daß eins Deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Wenn Dich Deine rechte Hand verführt, so hau sie ab und wirf sie von Dir. Es ist besser für Dich, daß eins Deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre. Es ist auch gesagt: »Wer sich von seiner Frau scheidet, der soll ihr einen Scheidebrief geben.« Ich aber sage Euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Unzucht, der macht, daß sie die Ehe bricht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.

Ihr habt weiter gehört, daß zu den Alten gesagt ist: »Du sollst keinen falschen Eid schwören und sollst dem Herrn Deine Eide halten.« Ich aber sage Euch, daß Ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron; noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße; noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. Auch sollst Du nicht bei Deinem Haupt schwören; denn Du vermagst nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen. Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Bösen. 

Matthäus 5,23-37

Konkordienformel (Solida Declaratio) Erbsünde 1:55-2:2

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

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J.S. Bach: “Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ”, Kantate am 4. Sonntag nach Trinitatis (BWV 177)

Kantor Johann Sebastian Bach (* 21. März 1685 in Eisenach; † 28. Juli 1750 in Leipzig) komponiert die Kantate “Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ”, Kantate am 4. Sonntag nach Trinitatis, BWV 177:

Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ, ich bitt, erhör mein Klagen, verleih mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen; den rechten Glauben, Herr, ich mein, den wollest Du mir geben, Dir zu leben, meim Nächsten nütz zu sein, Dein Wort zu halten eben.

Johann Agricola (wahrscheinlich 1529)

Hier mehr auf Wikipedia und auch der Text der Kantate, dank der Vorlage von Walter F. Bischof (University of Alberta):

Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ
  
1. Coro
Oboe I/II, Violino concertante, Violino I/II, Viola, Continuo
Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ,
Ich bitt, erhör mein Klagen,
Verleih mir Gnad zu dieser Frist,
Lass mich doch nicht verzagen;
Den rechten Glauben, Herr, ich mein,
Den wollest du mir geben,
Dir zu leben,
Meinm Nächsten nütz zu sein,
Dein Wort zu halten eben.
  
2. Aria A
Continuo
Ich bitt noch mehr, o Herre Gott,
Du kannst es mir wohl geben:
Dass ich werd nimmermehr zu Spott,
Die Hoffnung gib darneben,
Voraus, wenn ich muss hier davon,
Dass ich dir mög vertrauen
Und nicht bauen
Auf alles mein Tun,
Sonst wird mich’s ewig reuen.
  
3. Aria S
Oboe da caccia, Continuo
Verleih, dass ich aus Herzensgrund
Mein’ Feinden mög vergeben,
Verzeih mir auch zu dieser Stund,
Gib mir ein neues Leben;
Dein Wort mein Speis lass allweg sein,
Damit mein Seel zu nähren,
Mich zu wehren,
Wenn Unglück geht daher,
Das mich bald möcht abkehren.
  
4. Aria T
Violino concertante, Fagotto obligato, Continuo
Lass mich kein Lust noch Furcht von dir
In dieser Welt abwenden.
Beständigsein ans End gib mir,
Du hast’s allein in Händen;
Und wem du’s gibst, der hat’s umsonst:
Es kann niemand ererben
Noch erwerben
Durch Werke deine Gnad,
Die uns errett’ vom Sterben.
  
5. Choral
Oboe I/II e Violino I col Soprano, Violino II coll’ Alto, Viola col Tenore, Fagotto, Continuo
Ich lieg im Streit und widerstreb,
Hilf, o Herr Christ, dem Schwachen!
An deiner Gnad allein ich kleb,
Du kannst mich stärker machen.
Kömmt nun Anfechtung, Herr, so wehr,
Dass sie mich nicht umstoßen.
Du kannst maßen,
Dass mir’s nicht bring Gefahr;
Ich weiß, du wirst’s nicht lassen.

BesetzungSoli: S A T, Coro: S A T B, Oboe I/II, Oboe da caccia, Fagotto, Violino I/II, Viola, Continuo
Entstehungszeit6. Juli 1732
TextJohann Agricola (wahrscheinlich 1529)
Anlass4. Sonntag nach Trinitatis
PartiturMelvin Unger’s kommentierte Partitur
DiskussionAryeh Oron Julian Mincham

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Löhe über Lukas 6,36-42

Pastor Johann Konrad Wilhelm Löhe (* 21. Februar 1808 in Fürth; † 2. Januar 1872 in Neuendettelsau) predigte am 4. Sonntag nach Trinitatis über das heilige Evangelium vom Evangelisten Lukas im 6. Kapitel glaubhaft in den Versen 36-42 aufgeschrieben.

Hier vorgelesen:

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Wohl dem, der sich des Schwachen annimmt! (Psalm 41)

Wohl dem, der sich des Schwachen annimmt! Den wird der HERR erretten zur bösen Zeit. Der HERR wird ihn bewahren und beim Leben erhalten und es ihm lassen wohlgehen auf Erden und ihn nicht preisgeben dem Willen seiner Feinde. Der HERR wird ihn erquicken auf seinem Lager; Du hilfst ihm auf von aller seiner Krankheit.

Ich sprach: HERR, sei mir gnädig! Heile mich; denn ich habe an Dir gesündigt. Meine Feinde reden Arges wider mich: »Wann wird er sterben und sein Name vergehen?« Kommt einer, nach mir zu sehen, meint er’s doch nicht von Herzen; er sammelt Bosheit, geht hinaus und trägt’s weiter.

Alle, die mich hassen, flüstern miteinander über mich und denken sich Böses gegen mich aus: »Unheil ist über ihn ausgegossen; wer so daliegt, steht nicht wieder auf.« Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot aß, tritt mich mit Füßen. Du aber, HERR, sei mir gnädig und hilf mir auf, so will ich ihnen vergelten. 

Daran merke ich, daß Du Gefallen an mir hast, daß mein Feind über mich nicht frohlocken wird. Mich aber hältst Du um meiner Frömmigkeit willen und stellst mich vor Dein Angesicht ewiglich. Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! Amen! 

Psalm 41. Ein Psalm Davids, vorzusingen.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Einer trage des andern Last, so werdet Ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Galater 6,2

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Christ unser Herr zum Jordan kam nach seines Vater willen, von S. Johans die Tauffe nam, sein werck und ampt zurfüllen. Da wolt er stifften uns ein Bad, zu waschen uns von sünden, erseuffen auch den bittern Tod durch sein selbs Blut und Wunden, es galt ein newes Leben.

So hört und mercket alle wol, was Gott heisst selbs die Tauffe, und was ein Christen gleuben sol zu meyden Ketzer hauffen. Gott spricht und wil, das wasser sey, doch nicht allein schlecht Wasser, sein heiligs Wort ist auch dabey mit reichem Geist on maßen, der ist alhie der Tauffer.

Sölchs hat er uns beweiset klar mit Bilden und mit Worten. Des Vaters stim man offenbar daselbs am Jordan horte. Er sprach, Das ist mein lieber Son, an dem ich hab gefallen, DEN wil ich Euch befohlen han, das jr IHN höret Alle und folget seinem Leren.

Auch Gottes Son hie selber steht in seiner zarten Menschheit. Der heilig Geist ernider fert in Taubenbild verkleidet. Das wir nicht sollen zweiueln dran, wenn wir getauffet werden, all drey Person getauffet han, da mit bey uns auff Erden zu wohnen sich ergeben.

Sein Jünger heißt der Herre Christ, Geht hin all Welt zu leren, das sie verlorn in Sünden ist, sich sol zur Busse keren. Wer gleubet und sich teuffen lesst, sol dadurch selig werden, ein newgeborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben. Das Himelreich sol erben.

Wer nicht gleubt dieser großen Gnad der bleibt in seinen Sünden und ist verdampt zum ewigen Tod tieff in der Hellen grunde. Nicht hilfft sein eigen heiligkeit, all sein Thun ist verloren, die Erbsünd machts zur nichtigkeit, darin er ist geboren, vermag jm selbs nichts helffen.

Das Aug allein das Wasser siht, wie Menschen Wasser gießen, der Glaub im Geist die krafft versteht des Blutes Jhesu Christi. Und ist für im ein rote Flut, von Christus Blut geferbet, die allen Schaden heilen thut, von Adam her geerbet, auch von uns selbs begangen

Martin Luther 1541 (LKG 23)

Morgenlese

Ich hatte nun dies bei mir beschloßen, daß ich nicht abermals in Traurigkeit zu Euch käme. Denn wenn ich Euch traurig mache, wer macht mich dann fröhlich? Der, der von mir traurig gemacht wird? Und ebendies habe ich geschrieben, damit ich nicht, wenn ich komme, von denen traurig gemacht werde, über die ich mich freuen sollte.

Habe ich doch zu Euch allen das Vertrauen, daß meine Freude Euer aller Freude ist. Denn ich schrieb Euch aus großer Bedrängnis und Angst des Herzens unter vielen Tränen; nicht damit Ihr betrübt werdet, sondern damit Ihr die Liebe erkennt, die ich habe, besonders zu Euch.

Wenn aber jemand Betrübnis angerichtet hat, der hat nicht mich betrübt, sondern zum Teil – damit ich nicht zu viel sage – Euch alle. Es ist genug, daß derselbe von den meisten gestraft ist, sodaß Ihr ihm nun desto mehr vergeben und ihn trösten sollt, auf daß er nicht in allzu große Traurigkeit versinke. 

Darum ermahne ich Euch, daß Ihr Liebe an ihm beweist. Denn darum habe ich auch geschrieben, damit ich erkenne, ob Ihr rechtschaffen seid, gehorsam in allen Stücken. Wem aber Ihr etwas vergebt, dem vergebe ich auch. Denn auch ich habe, wenn ich etwas zu vergeben hatte, es vergeben um Euretwillen vor Christi Angesicht, auf daß wir nicht überlistet werden vom Satan; denn uns ist nicht unbekannt, was er im Sinn hat. 

2. Korinther 2,1-11

Abendlese

So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; und ertrage einer den andern und vergebt Euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr Euch vergeben hat, so vergebt auch Ihr! 

Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. 

Und der Friede Christi, zu dem Ihr berufen seid in einem Leibe, regiere in Euren Herzen; und seid dankbar. 

Kolosser 3,12-15

Konkordienformel (Solida Declaratio) Von der Erbsünde (verf) I:43-54

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

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Wenn ich rufe zu Dir, HERR, mein Fels, so schweige mir nicht, daß ich nicht, wenn Du schweigst, gleich werde denen, die in die Grube fahren. (Psalm 28)

Taufstein in unserer Kapelle (2026)

Wenn ich rufe zu Dir, HERR, mein Fels, so schweige mir nicht, daß ich nicht, wenn Du schweigst, gleich werde denen, die in die Grube fahren. Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu Dir schreie, wenn ich meine Hände aufhebe zu Deinem heiligen Tempel. 

Raffe mich nicht hin mit den Gottlosen und Übeltätern, die freundlich reden mit ihrem Nächsten und haben Böses im Herzen. Gib ihnen nach ihrem Tun und nach ihren bösen Taten; gib ihnen nach den Werken ihrer Hände; vergilt ihnen, wie sie es verdienen. Denn sie wollen nicht achten auf das Tun des HERRN noch auf die Werke seiner Hände; darum wird er sie niederreißen und nicht wieder aufbauen. 

Gelobt sei der HERR; denn er hat erhört die Stimme meines Flehens. Der HERR ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn traut mein Herz und mir ist geholfen. Nun ist mein Herz fröhlich, und ich will ihm danken mit meinem Lied. Der HERR ist seines Volkes Stärke, Hilfe und Stärke für seinen Gesalbten. 

Hilf Deinem Volk und segne Dein Erbe und weide und trage sie ewiglich! 

Psalm 28. Von David.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Einer trage des andern Last, so werdet Ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Galater 6,2

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Ich bin getauft auf Deinen Namen, Gott Vater, Sohn und Heilger Geist, Ich bin gezählt zu Deinem Samen, zum Volk, das Dir geheiligt heißt, ich bin in Christum eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt.

Du hast zu Deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt, Du hast die Frucht von Ceinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein.

Doch habe ich Dir Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich habe auch aus reinem Triebe Dein Eigentum zu sein gewagt; hingegen sagt’ ich bis ins Grab des Satans schnöden Werken ab.

Mein treuer Gott, auf Deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so lass mich nicht verlorengehn; nimm mich, Dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall getan.

Ich gebe Dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, Deinen Willen tut.

Weich, weich, du Fürst der Finsternisse! Ich bleibe mit Dir unvermengt. Hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Christi Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es: Ich entsage euch.

Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und Heilger Geist. Halt mich in Deines Bundes Schranken, bis mich Dein Wille sterben heißt. So leb ich Dir, so sterb ich Dir, so lob ich Dich dort für und für.

Johann Jakob Rambach 1734. LKG 30

Morgenlese

Frühmorgens aber kam Jesus wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm, und er setzte sich und lehrte sie. Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, beim Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte und sprachen zu ihm:

Meister, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden. Mose hat uns im Gesetz geboten, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du? Das sagten sie aber, um ihn zu versuchen, auf daß sie etwas hätten, ihn zu verklagen.

Aber Jesus bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie ihn nun beharrlich so fragten, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. 

Als sie das hörten, gingen sie hinaus, einer nach dem andern, die Ältesten zuerst; und Jesus blieb allein mit der Frau, die in der Mitte stand. Da richtete Jesus sich auf und sprach zu ihr: Wo sind sie, Frau?

Hat Dich niemand verdammt? Sie aber sprach: Niemand, Herr. Jesus aber sprach: So verdamme ich Dich auch nicht; geh hin und sündige hinfort nicht mehr.

Johannes 8,1-11

Abendlese

Darum sage ich euch: Alles, was Ihr betet und bittet, glaubt nur, daß Ihr’s empfangt, so wird’s Euch zuteilwerden. Und wenn Ihr steht und betet, so vergebt, wenn Ihr etwas gegen jemanden habt, damit auch Euer Vater im Himmel Euch vergebe Eure Übertretungen.

Markus 11,24-26 

Konkordienformel (Solida Declaratio) I:30-42

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

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Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! (Psalm 103)

Elbe flußab- und westwärts (2026)

Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! 

Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiß nicht, was er Dir Gutes getan hat: der Dir alle Deine Sünde vergibt und heilet alle Deine Gebrechen, der Dein Leben vom Verderben erlöst, der Dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, der deinen Mund fröhlich macht und Du wieder jung wirst wie ein Adler. 

Der HERR schafft Gerechtigkeit und Recht allen, die Unrecht leiden. Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israel sein Tun. Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte. 

Er wird nicht für immer hadern noch ewig zornig bleiben. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsre Übertretungen von uns sein.

Psalm 103,1-12. Von David.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Lukas 19,10

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Ich hab erhoben zu Dir hoch droben all meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Satanas Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke; laß mich auf Deinen Geboten bestehn.

Laß mich mit Freuden ohn alles Neiden sehen den Segen, den Du wirst legen in meines Bruders und Nähesten Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus.

Menschliches Wesen, was ist’s gewesen? In einer Stunde geht es zugrunde, sobald das Lüftlein des Todes drein bläst. Alles in allen muß brechen und fallen, Himmel und Erden, die müssen das werden, was sie vor ihrer Erschaffung gewest.

Alles vergehet, Gott aber stehet ohn alles Wanken; seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen die tödlichen Schmerzen, halten uns zeitlich und ewig gesund.

Paul Gerhardt 1666 (LKG 279,5-8)

Morgenlese

Ach, HERR, wenn unsre Sünden uns verklagen, so hilf doch um Deines Namens willen! Denn unser Ungehorsam ist groß, womit wir wider Dich gesündigt haben. 

Du bist der Trost Israels und sein Nothelfer. Warum stellst Du Dich, als wärst Du ein Fremdling im Lande und ein Wanderer, der nur über Nacht bleibt? 

Warum bist Du wie einer, der verzagt ist, und wie ein Held, der nicht helfen kann? Du bist ja doch unter uns, HERR, und wir heißen nach Deinem Namen; verlaß uns nicht! 

Jeremia 14,7-9

Abendlese

Und Gott sah, daß niemand auf dem Plan war, und war bestürzt, daß niemand einschritt. Da half er sich selbst mit seinem Arm, und seine Gerechtigkeit stand ihm bei. Er zog Gerechtigkeit an wie einen Panzer und setzte den Helm des Heils auf sein Haupt und zog an das Gewand der Rache und kleidete sich mit Eifer wie mit einem Mantel. 

Nach den Taten vergilt er: mit Grimm seinen Widersachern, mit Vergeltung seinen Feinden; ja, den Inseln zahlt er heim, daß der Name des HERRN gefürchtet werde bei denen vom Niedergang der Sonne und seine Herrlichkeit bei denen von ihrem Aufgang, wenn er kommen wird wie ein reißender Strom, den der Odem des HERRN treibt. 

Aber für Zion wird ein Erlöser kommen und für die in Jakob, die sich von der Sünde abwenden, spricht der HERR. Und dies ist mein Bund mit ihnen, spricht der HERR: Mein Geist, der auf Dir ruht, und meine Worte, die ich in Deinen Mund gelegt habe, sollen von Deinem Mund nicht weichen noch von dem Mund Deiner Kinder und Kindeskinder, spricht der HERR, von nun an bis in Ewigkeit.

Jesaja 59,16-21

Konkordienformel (Solida Declaratio): Erbsünde (1:15-29)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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Wie lieblich sind Deine Wohnungen, HERR Zebaoth! (Psalm 84)

Ostfenster der Schloßkirche, Lutherstadt Wittenberg (2026)

Wie lieblich sind Deine Wohnungen, HERR Zebaoth! Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – Deine Altäre, HERR Zebaoth, mein König und mein Gott. Wohl denen, die in Deinem Hause wohnen; die loben Dich immerdar. Sela. 

Wohl den Menschen, die Dich für ihre Stärke halten und von Herzen Dir nachwandeln! Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, wird es ihnen zum Quellgrund, und Frühregen hüllt es in Segen. Sie gehen von einer Kraft zur andern und schauen den wahren Gott in Zion.

HERR, Gott Zebaoth, höre mein Gebet; vernimm es, Gott Jakobs! Sela. 

Gott, unser Schild, schaue doch; sieh an das Antlitz Deines Gesalbten! Denn ein Tag in Deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend. Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause als wohnen in den Zelten der Frevler. Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild; der HERR gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. 

HERR Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf Dich verlässt!

Psalm 84. Ein Psalm der Korachiter, vorzusingen, auf der Gittit.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Lukas 19,10

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Die güldne Sonne voll Freud und Wonne bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder; aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht.

Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schoß.

Lasset uns singen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, alles sei Gotte zum Opfer gesetzt! Die besten Güter sind unsre Gemüter; dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder, an welchen er sich am meisten ergötzt.

Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Taten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein.

Ich hab erhoben zu Dir hoch droben all meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Luzifers Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke;
laß mich auf Deinen Geboten bestehn.

Paul Gerhardt 1666 (LKG 279,1-5)

Morgenlese

Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. 

Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. 

Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns. 

Meine Kinder, dies schreibe ich Euch, damit Ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. 

Und er selbst ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.

1.Johannes 1,7-2,2

Abendlese

Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus. Durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit, die Gott geben wird.

Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, daß Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, Hoffnung aber läßt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegoßen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. Denn Christus ist schon zu der Zeit, als wir noch schwach waren, für uns Gottlose gestorben. 

Nun stirbt kaum jemand um eines Gerechten willen; um des Guten willen wagt er vielleicht sein Leben. Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, daß Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Um wie viel mehr werden wir nun durch ihn gerettet werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind. 

Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wie viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unsern Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben. 

Römer 5,1-11

Konkordienformel (Solida Declaratio) Von der Erbsünde (verf): 1,5-14

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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J.S. Bach: “Ach Herr, mich armen Sünder”, Kantate am 3. Sonntag nach Trinitiatis (BWV 135)  

J.S. Bach (Eisenach)

Kantor Johann Sebastian Bach (* 21. März 1685 in Eisenach; † 28. Juli 1750 in Leipzig) komponiert die Kantate “Ach Herr, mich armen Sünder” als Kantate zum 3. Sonntag nach Trinitiatis (BWV 135) im 2. Kantatenzyklus. Erstaufführung am 25. Juni 1724 – und zwar nach der anderen “Christ unser Herr zum Jordan kam…”

Hier mehr auf Wikipedia und auch der Text der Kantate, dank der Vorlage von Walter F. Bischof (University of Alberta):

Ach Herr, mich armen Sünder
  
1. Coro
Oboe I/II, Violino I/II, Viola, Trombone, Continuo
Ach Herr, mich armen Sünder
Straf nicht in deinem Zorn,
Dein’ ernsten Grimm doch linder,
Sonst ist’s mit mir verlorn.
Ach Herr, wollst mir vergeben
Mein Sünd und gnädig sein,
Dass ich mag ewig leben,
Entfliehn der Höllenpein.
  
2. Recitativo T
Continuo
Ach heile mich, du Arzt der Seelen,
Ich bin sehr krank und schwach;
Man möchte die Gebeine zählen,
So jämmerlich hat mich mein Ungemach,
Mein Kreuz und Leiden zugericht;
Das Angesicht Ist ganz von Tränen aufgeschwollen,
Die, schnellen Fluten gleich, von Wangen abwärts rollen.
Der Seele ist von Schrecken angst und bange;
Ach, du Herr, wie so lange?
  
3. Aria T
Oboe I/II, Continuo
Tröste mir, Jesu, mein Gemüte,
Sonst versink ich in den Tod,
Hilf mir, hilf mir durch deine Güte
Aus der großen Seelennot!
Denn im Tod ist alles stille,
Da gedenkt man deiner nicht.
Liebster Jesu, ist’s dein Wille,
So erfreu mein Angesicht!
  
4. Recitativo A
Continuo
Ich bin von Seufzen müde,
Mein Geist hat weder Kraft noch Macht,
Weil ich die ganze Nacht
Oft ohne Seelenruh und Friede
In großem Schweiß und Tränen liege.
Ich gräme mich fast tot und bin vor Trauern alt,
Denn meine Angst ist mannigfalt.
  
5. Aria B
Violino I/II, Viola, Continuo
Weicht, all ihr Übeltäter,
Mein Jesus tröstet mich!
    Er lässt nach Tränen und nach Weinen
    Die Freudensonne wieder scheinen;
    Das Trübsalswetter ändert sich,
    Die Feinde müssen plötzlich fallen
    Und ihre Pfeile rückwärts prallen.
  
6. Choral
Cornetto e Oboe I/II e Violino I col Soprano, Violino II coll’ Alto, Viola col Tenore, Continuo
Ehr sei ins Himmels Throne
Mit hohem Ruhm und Preis
Dem Vater und dem Sohne
Und auch zu gleicher Weis
Dem Heilgen Geist mit Ehren
In alle Ewigkeit,
Der woll uns all’n bescheren
Die ewge Seligkeit.

BesetzungSoli: A T B, Coro: S A T B, Cornetto, Trombone, Oboe I/II, Violino I/II, Viola, Continuo
Entstehungszeit25. Juni 1724
TextCyriakus Schneegaß 1597; 2-5: Umdichtung eines unbekannten Verfassers
Anlass3. Sonntag nach Trinitatis
PartiturMelvin Unger’s kommentierte Partitur
DiskussionAryeh Oron Julian Mincham

Hier eine Aufführung mit Anna Reynolds Alt Peter Schreier Tenor Dietrich Fischer-Dieskau Bass und dem Münchner Bach Orchester unter der Dirigentschaft von Karl Richter (1974-5)

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Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind. (Psalm 73)

Asaf spielt auf klingenden Zimbeln. Pommersfelder Bibel, Schönbornsche Bibliothek

Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind. Ich aber wäre fast gestrauchelt mit meinen Füßen; mein Tritt wäre beinahe geglitten. Denn ich ereiferte mich über die Ruhmredigen, da ich sah, daß es den Frevlern so gut ging. Denn für sie gibt es keine Qualen, gesund und feist ist ihr Leib. 

Sie sind nicht in Mühsal wie sonst die Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt. Darum prangen sie in Hoffart und hüllen sich in Frevel. Sie brüsten sich wie ein fetter Wanst, sie tun, was ihnen einfällt. Sie höhnen und reden böse, sie reden und lästern hoch her. Was sie reden, das soll vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das soll gelten auf Erden. 

Darum läuft ihnen der Pöbel zu und schlürft ihr Wasser in vollen Zügen. Sie sprechen: Wie sollte Gott es wissen? Wie sollte der Höchste etwas merken? Siehe, das sind die Frevler; die sind glücklich für immer und werden reich. Soll es denn umsonst sein, daß ich mein Herz rein hielt und meine Hände in Unschuld wasche? 

Ich bin täglich geplagt, und meine Züchtigung ist alle Morgen da. Hätte ich gedacht: Ich will reden wie sie, siehe, dann hätte ich das Geschlecht deiner Kinder verraten. So sann ich nach, ob ich’s begreifen könnte, aber es war mir zu schwer, bis ich ging in das Heiligtum Gottes und merkte auf ihr Ende. Ja, Du stellst sie auf schlüpfrigen Grund und stürzest sie zu Boden. 

Wie werden sie so plötzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken. Wie ein Traum verschmäht wird, wenn man erwacht, so verschmähst Du, Herr, ihr Bild, wenn Du Dich erhebst. Als es mir wehe tat im Herzen und mich stach in meinen Nieren, da war ich ein Narr und wußte nichts, ich war wie ein Tier vor Dir. 

Dennoch bleibe ich stets an Dir; denn Du hältst mich bei meiner rechten Hand, Du leitest mich nach Deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an. Wenn ich nur Dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist Du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil. 

Denn siehe, die von Dir weichen, werden umkommen; Du bringst um alle, die Dir die Treue brechen. Aber das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den HERRN, daß ich verkündige all Dein Tun. 

Psalm 73. Ein Psalm Asafs.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Lukas 19,10

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Die helle Sonn leucht’ jetzt herfür, fröhlich vom Schlaf aufstehen wir, Gott Lob, der uns heut diese Nacht behüt’ hat vor des Teufels Macht.

Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch Deine Güt. Laß Deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter sein,

daß unser Herz in G’horsam leb, Deim Wort und Willn nicht widerstreb, daß wir Dich stets vor Augen han in allem, das wir heben an.

Laß unser Werk geraten wohl, was ein jeder ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu Deim Lob, Ehr und Preis.

Nikolaus Herman 1560 (LKG 274)

Morgenlese

Was sagen wir denn von Abraham, unserm leiblichen Stammvater? Was hat er erlangt? Das sagen wir: Ist Abraham durch Werke gerecht, so kann er sich wohl rühmen, aber nicht vor Gott. 

Denn was sagt die Schrift? »Abraham hat Gott geglaubt, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.« Dem aber, der mit Werken umgeht, wird der Lohn nicht aus Gnade zugerechnet, sondern weil er ihm zusteht. Dem aber, der nicht mit Werken umgeht, aber an den glaubt, der den Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit. 

Wie ja auch David den Menschen seligpreist, dem Gott zurechnet die Gerechtigkeit ohne Zutun der Werke: »Selig sind die, denen die Ungerechtigkeiten vergeben und denen die Sünden bedeckt sind! Selig ist der Mann, dem der Herr die Sünde nicht zurechnet!« 

Römer 4,1-8

Abendlese

Deshalb muß die Gerechtigkeit durch den Glauben kommen, damit sie aus Gnaden sei und die Verheißung festbleibe für alle Nachkommen, nicht allein für die, die aus dem Gesetz leben, sondern auch für die, die aus Abrahams Glauben leben. Der ist unser aller Vater –  wie geschrieben steht: »Ich habe Dich gesetzt zum Vater vieler Völker« – vor Gott, dem er geglaubt hat, der die Toten lebendig macht und ruft das, was nicht ist, daß es sei. 

Wo keine Hoffnung war, hat er auf Hoffnung hin geglaubt, auf daß er der Vater vieler Völker werde, wie zu ihm gesagt ist: »So zahlreich sollen Deine Nachkommen sein.« 

Und er wurde nicht schwach im Glauben, als er auf seinen eigenen Leib sah, der schon erstorben war, weil er fast hundertjährig war, und auf den erstorbenen Mutterschoß der Sara. 

Er zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern wurde stark im Glauben und gab Gott die Ehre und wußte aufs Allergewisseste: Was Gott verheißt, das kann er auch tun. 

Darum wurde es ihm auch »zur Gerechtigkeit gerechnet« Nicht nur um seinetwillen steht aber geschrieben: »Es wurde ihm zugerechnet«, sondern auch um unsertwillen, denen es zugerechnet werden soll, die wir glauben an den, der unsern Herrn Jesus auferweckt hat von den Toten, welcher ist um unsrer Sünden willen dahingegeben und um unsrer Rechtfertigung willen auferweckt. 

Römer 4,16-25

Konkordienformel (Solida Declaratio): Summarischer Begriff & Von der Erbsünde

Von dem summarischen Begriff, Grund, Regel und Richtschnur wie alle Lehr nach Gottes Wort geurteilt und die eingefallne Irrungen christlich erkläret und entscheiden werden sollen.

BSLK 840-846, 17-1,4.

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

P

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