So halte ich es mit dem Hl. Abendmahl…

Weit offen steht des Himmels Perlentor, es steigt vom goldnen Thron
umringt von seiner Auserwählten Chor der heilge Gottessohn
lobsingend tönen Lieder der Engel ihm voran,
es spürt die Erde wieder
den Herrn des Lebens nahn.

Sein Wort wird laut.
Er segnet Brot und Wein:
“Das ist mein Leib und Blut,
nun esst und trink
und denket dankend mein,
so oft ihrs immer tut.
Geheimnisvolle Weise!
Es bietet vom Altar der Herr
zu Trank und Speise
sich selbst den Gästen dar.
              
Unsichtbar stehn um ihn die Cherubim,
verhüllt das Angesicht,
und alle Heilgen neigen sich vor ihm,
umflammt von seinem Licht;
auf ewig ist verschwunden,
was Erd und Himmel trennt,
denn Gott hat sie verbunden
im heilgen Sakrament.

(Wilhelm Löhe 1871)

0.   Mein lieber Friedrich…

Zu lange schon liegt diese Aufgabe auf meinem Schreibtisch. Zuerst wollten wir uns im Brauhaus treffen, um über einem Bier dieses Thema aufzugreifen. Du wolltest von mir hören, wie wir es den mit dem Abendmahl halten – vor allem mit unserer Praxis des sogenannten „geschlossenen Abendmahlstisches“. Du wolltest verstehen, was Dir so fremd erschien – und ich habe mich gerne zu diesem Gespräch finden lassen. Doch dann kamen meine Söhne aus Südafrika bzw den USA – und ich bat um Aufschub. Aufgeschoben ist bekanntlich ja nicht gleich aufgehoben. Doch dann wurdest Du zum Bischof Mitteldeutschlands gewählt und schon war der Terminkalender mit Wichtigerem angefüllt und wir fanden keine Freizeit für einen Früh- oder Spätschoppen. Doch auch für mich gilt ja die apostolische Mahnung: „Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist...“ (1.Petrus 3,15) und obwohl es wohl manche Gründe gäbe diese Sache fallen zu lassen oder auf die viel besseren Werke anderer zu verweisen[1], greife ich dennoch in die Tasten und schreibe Dir in Kürze auf, was mir zum Thema einfällt und ich Dir gerne persönlich mitgeteilt hätte. Wer weiß, vielleicht gibt es ja doch eine Gelegenheit im bischöflichen Weinberg oder in meinem alten Schulkeller die Dinge Aug in Aug anzugehen. Hier nun erstmal ein schriftlicher Überblick. Abschließend gibt es noch eine zusammenfassende Thesenreihe zur nötigen Reaktion bzw. optimierten Entfaltung.  

1.   Barfuß zum Tisch des Herrn…

Meine ersten Abendmahlsbeobachtungen waren aus den Kirchenbänken – als kindlicher Zuschauer. Am ersten Sonntag im Monat war Abendmahlsgottesdienst im schlichten Kirchlein Enhlanhlenis unweit der Zululand Grenze tief im Umsinga – dem ökonomisch ärmsten Landstrich Südafrikas, aber vielleicht auch der malerischste und schönste. Dort war ich Zuhause, aber im Gottesdienst war ich es nicht so sehr. Hier herrschte die Sprache  der amaZulu („Der Himmlischen“)[2] vor – beim Singen und Beten, Predigen und Abendmahlausteilen. Meine Eltern waren kurz vor meiner Einschulung in dieses Gebiet umgezogen und obwohl mir seTswana seit den Kinderschuhen geläufig war, blieb mir das „himmlische“ isiZulu (Sprache der amaZulu) fremd. Wochentags blieben wir im Internat der Regierungschule: „Uelzen Primary School,“ wo keine Bantusprachen unterrichtet wurden – aber Deutsch, Englisch und Afrikaans. Dort – ungefähr 64km von Enhlanhleni waren wir sogenannten „Europäer“[3] unter uns – und nutzen Afrideutsch bzw südafrikanisches English. Der kirchliche Unterricht nutzte das Gesangbuch der Lutherischen Landeskirche von Hannover und den Walter´schen Katechismus ebenfalls von dort. Beide waren noch in Gotischer Schrift verfaßt. Darum waren die deutschen Gottesdienste mehr mein Ding, aber um der christlichen Gemeinschaft willen und gerade angesichts der politisch eingeforderten Apartheid die Einheitlichkeit der Kirche als des einen Leibes Christi zu demonstrieren und im status confessionis zu bekennen, war es recht billig und heilsam wenigstens monatlich diesen gemeinsamen Abendmahlsgottesdienst in Zulu auf der Missionsstation dort nördlich von Pomeroy zu begehen. Der Einheit über die verschiedenen Grenzen hinweg, die damals in der Apartheidzeit als schier unüberwindlich dargestellt wurden, aber im Gottesdienst der christlichen Gemeinde keinen Geltungsanspruch hatten, wurde hier ausgelebt.

Immerhin, im Gottesdienst ging es mit der Beichte los und dann in den Hauptgottesdienst mit Feier des Hl. Abendmahls weiter.  Es war eine lange Geschichte und in diesem Wissen wehrte ich mich stets lauthals gegen die selbstverständliche Beteiligung an dieser doch vermeintlich so unverständlichen Prozedur, die ich gerne als Tortur titulierte, um mich davon frei, los und ledig zu sprechen. Das war vergebliche Mühe: Ein Christ gehört am Sonntag in die Kirche – und am 1. Sonntag im Montag war das halt der Abendmahlsgottesdienst in Zulu. Nachdem ich durch das lange Ritual abgekühlt und durch das Singen und Beten auf versöhnlichere Gedanken gestoßen wurde, ging der Gottesdienst auch endlich seinem Ende zu. Den Abschluss war natürlich der aaronitische Segen nachdem zuvor noch die Kollekte unter feierlichem Gesang und Gang um den Opferstock vor dem Altar abgegeben wurde. Wenn alle ihr Scherflein eingelegt hatten – manche sogar mit dem vom Vorsteher erwünschten und ausgehändigtem Wechselgeld – dann wurde die Geldschüssel da und dort ausgeleert und das Geld gezählt und der Betrag unter lautem Klatschen abgekündigt. Manchmal aber, wenn es gar zu wenig war, wurde noch ein Lied angestimmt und die Gemeinde aufgefordert, noch mal eine Opfergabe zu tätigen. Der dort ansässige Bischof war bei dem ganzen Theater längst entwichen, aber wir saßen noch bis zur letzten Strophe auf den Holzbänken. Es war der Gottesdienst der gesamten Gemeinschaft. Doch ich schweife ab.  Es geht ja ums Abendmahl…

Im Gottesdienst waren unterschiedliche Gruppierungen zugegen. Es gab Pastoren und Missionare, die mit ihren Familien auf der Missionsstation tätig waren. Der Evangelist Sithole war auch mit seiner Großfamilie dabei, ebenso die verheirateten und ledigen Studenten mit ihren mehr oder weniger zahlreichen Kinderscharen. Außerdem beteiligten sich die sesshaften Kraal Insassen – z.B. KwaMandas („die von den Mandas“) – von der Station und drum herum von den kargen Bergen der Gegend, die dort Vieh und Ziegen neben der spärlichen Ackerwirtschaft besaßen. Meistens waren die Männer weit weg auf dem „Goldfeld“ (eGoli) – erwerbstätig und versorgten mit dem erwirtschafteten die sonst väterlosen Familien, wenn sie zu Weihnachten nach Hause und in die sommerliche Heimat kamen. Der „Mumbe“ war der dominante Berg und Häuptlingsfestung, während der „Lenge“ zwar der höchste Gipfel, aber auch unwohnlichste war. Den konnte man übrigens auch von den schulischen Sportfeldern im Südwesten von Uelzen aus sehen: „So weit weg war Zuhause gar nicht!“

Mit der Zeit wurden auch immer mehr Außenseiter herbeigefahren bzw kamen per Taxi oder Bus am Sonntag herbei. Meist ging es so um 10h00 herum los. Das hing vom Glöckner ab. Das Glockengeläut hatte bereits am Samstagabend den Sonntag eingeläutet. Um 6h00 im Sommer (7h00 im Winter) läutete der Evangelist die Leute herbei – um dann noch mal eine halbe Stunde vor dem Gottesdienst eine letzte Einladung erschallen zu lassen.  Die genaue Uhrzeit war nicht so bestimmend wie das gehörte Geläut und meist konnte man noch rechtzeitig seinen Sitzplatz einnehmen, wenn man beim Einläuten losgegangen war und den steilen Aufstieg ohne zuviel pausieren geschafft hatte. Doch meist kamen im Laufe des Gottesdienstes immer noch geschmückte Gäste hereinspaziert. Es war so vieles im gottesdienstlichen Angebot.  Da konnte man ruhig auch was verpassen…

Im Kirchenschiff saßen die Leute in ihren verschiedenen Gruppierungen. Posaunenbläser saßen meist hinten vor dem Harmonium, dass der Farmer von Helpmekaar – O. Willy Müller – , aber auch der alte Missionar Dr. Johannes Schröder spielen konnte. Die Bläser begleiteten jeweils die zweite und nächste Strophe. Dadurch wurde die Tonhöhe auch bei einer großen Anzahl Verse gut gehalten. Einer der Bläser gab mit seinem Instrument den Takt an. Die volle Kirche war wie eine große Lautsprecherbox und der Zulu Gesang erklang auch ohne Begleitung mehrstimmig und in herrlichen Harmonien. Irgendjemand machte auch immer den Vorsänger. Manchmal eine Frau, manchmal ein Mann. Je nach Durchsetzungsvermögen und Leitungstalent. Schön war es allemal. Männer saßen links vor den Bläsern, Frauen rechts – vom Haupteingang ausgesehen. In den ersten Reihen saßen die Jüngeren und in den Flügeln die Kinder und Unverheirateten. Die konnten von der Seitentür vorne links reinkommen. Die Sakristei war tabu. Da gingen nur die Vorsteher, Pfarrer und Evangelisten ein und aus. Ganz hinten – „die kurzen Bänken“ – waren die „Arm Sünder-Plätze“. Dort saßen die wegen irgendwelchen öffentlichen Ärgernissen vom Abendmahl ausgeschlossenen Büßende. Das Umsetzen in die „normalen“ Bänke, erfolgte nach ebenso öffentlicher Abbitte und der stattgegebenen Bitte um Wiederaufnahme durch die christliche Gemeinde.

Diese Form von „Kirchenzucht“ habe ich später als junger Pfarrer in meiner deutschen Gemeinde auch noch erlebt. Der große Vorteil war, dass so dem Gerede hinter vorgehaltener Hand und dem Spekulieren (heute sagt man dazu vielleicht auch mal „Kopfkino“) öffentlich der wahre Sachverhalt vorgehalten wurde. Damit wurde dem 8.Gebot – „alles zum Besten kehren!“ gut gedient. Der Verlust dieses gemeindlichen Umgangs mit- und füreinander bedeutet eine Verschlimmbesserung, denn obwohl im Namen der Mitmenschlichkeit, Umgänglichkeit, Toleranz und Akzeptanz vollzogen, hat es doch nicht zu mehr Klarheit geführt, sondern nur zum Unter-den-Teppich kehren, zum verstärkten Afterreden und zur letztlichen Isolierung der „armen Sünder“ mit ihrer Schuld. Vergebung und Wiedergutmachung sieht anders aus und eher so wie es früher gang und gäbe war. 

Es waren aber nicht nur diese „Büßer“ vom Abendmahl ausgeschlossen, sondern auch die nicht konfirmierte Jugend, die sogenannten „Zionisten“ („Afrikanisch initiierten unabhängigen Kirchen“[4]) in ihren bunten Gewändern (grün, blau und weiß), aber auch Heiden in ihrer traditionellen Tracht (Männer im Fellschurz und Frauen mit Haartust).  Diese alle blieben dann in den Bänken zurück, wenn die Abendmahlsgemeinschaft dann das „Schaffe in mir Gott ein reines Herz“ anstimmte und sich bedächtig nach vorne in den Altarraum verschob.  Kinder, Gäste und Fremdlinge blieben als Zuschauer zurück. Kein Ungeladener schob sich hier eigenmächtig oder mit einem vermeintlichen Anspruch auf Zulassung vor. Es herrschte Respekt, Zucht und Ordnung. Das wurde allgemein akzeptiert. Wer das nicht annehmen wollte, kam sowieso nicht zur Kirche.

Die Zulus zogen sich ihre Schuhe aus und fielen auf die Knie und zogen so ehrfürchtig auf allen vieren zu den Stufen des Altars. So wie sie vor ihrem König und territorialen Häuptling auf den Boden fielen, um ihn huldvoll als ihren Herrscher zu grüßen: „Bayete iNkosi!“, so machten sie es halt hier in der Kirche vor dem Thron des Allerhöchsten: „Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land!“ (Exodus 3,5) Schon Martin Chemnitz schreibt: „Würdig zu essen ist die Eucharistie in der Weise und zu dem Zweck zu verspeisen in und zu der es der Sohn Gottes selbst eingesetzt hat“[5] Währenddessen sang die versammelte Gemeinde die verschiedenen Abendmahlslieder, die mit langen und vielen Versen dieses große Wunder und herrliche Herrenmahl bejubelten, lobten und dankbar entgegennahmen.  Gesänge wie das Johann Franck´sche „Schmücke Dich, o liebe Seele“ wurden regelmäßig wiederholt und in allen Strophen durchbuchstabiert und prägten so die Abendmahlsfrömmigkeit der Gemeinde – gerade auch mit dem tiefsinnigen Satz der Realpräsenz, dass im „Saft der Reben uns wird Christi Blut gegeben.“ Das erklang dort im Zululand a capella doch nicht ganz so künstlerisch ausgestaltet wie in der Bach´schen Kantate zum 20.Sonntag nach Trinitatis, die akademisch gelungen, aber eben nur reduziert Schweizerisch Reformiert dargestellt wird.

2.   Auf Christi Realpräsenz kommt alles an

Wenn mein Vater als Missionar auf die weit verstreuten Kraale fuhr, um dort bettlägerigen und sonst behinderten Gemeindegliedern das Abendmahl zu bringen, nahm er mich manchmal mit sowie von seinen Studenten oder gelegentliche Besucher. Das war schon eindrücklich mitzuerleben, wenn dort im tiefsten afrikanischen Busch in einer dunklen Rundhütte auf mit Grasmatten bedecktem Kuhmistboden die Abendmahlsliturgie intoniert und Christi Testament gehandelt wurde so wie in der geschichtsträchtigen Nacht, da unser Herr und Heiland verraten ward und er es noch beizeiten seinen Jüngern eingesetzt und testamentarisch gestiftet hat:

“Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jesus Christus, unter dem Brot und Wein uns Christen zu essen und zu trinken von Christus selbst eingesetzt.”

Martin Luther, Kleiner Katechismus V,1

Durch diese Christusstiftung – diese seine Einsetzungsworte – wird die rituelle Handlung, gottesdienstliche Zeremonie und heilige Liturgie etwas einzigartig anderes und spezielle.[6] Durch Christi wirkmächtiges Schöpfungs- und Tätelwort schafft er sein hl. Abendmahl als „Himmelspeise“[7] und „Arznei der Unsterblichkeit“[8] in dem er als der lebendige und gegenwärtige Herr seinen Jüngern unter Brot und Wein seinen Leib und sein Blut zur wahrhaftigen Speise – manducatio oralis (mit dem Munde zu empfangen) – in Erinnerung, Gegenwart und Antizipation d.h. zeit- und raumübergreifend – leibhaftig zu essen und zu trinken gibt, dass der hl. Apostel Paulus rhetorisch fragen kann:

“Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?”

1.Kor.10,16

Durch diese präformativen Worte wird die einsame Grashütte ein seliges Gotteshaus und die vereinsamte, kranke Gestalt wird hier und jetzt mit aufgenommen in die große Schar aus allen Völkern, die niemand zählen kann, die gereinigt und geheiligt ist mit dem Blut des Lammes, das der Welt Sünde trägt, und die vor seinem Thron versammelt ist in einhelligem Lobgesang und Bekenntnis seiner wahrhaftigen Güte und Treue, denn durch sein effektives Tun und Sagen ist heute diesem Hause Heil wiederfahren (Lk.19,9). Ja, und das ist Grund ewiger Freude, die im Himmel herrscht über den einen Sünder, dem durch Vergebung der Sünden das wahre Leben und ewige Seligkeit zugeeignet wurde (vgl. Lk.15,7) Das ist mehr als das allgemeine Tersteegen´sche „Gott ist gegenwärtig…“ der göttlichen Omnipräsenz bzw Ubiquität (Allgegenwart) des trinitarischen Gottes.

Natürlich folgt konsequenterweise aus der Realpräsenz auch die tatsächliche manducatio impiorum („Speisung der Unwürdigen“), denn die Speisung beruht allein auf Christi Testament und Stiftung, deswegen gilt sie unabhängig vom Glauben bzw Unglauben des Empfangenden, der in jedem Fall – würdig oder unwürdig, gläubig oder ungläubig – Leib & Blut Christi empfängt. Darum warnt der hl. Apostel Paulus die Kirche in Korinther so eindrücklich im 11. Kapitel seiner ersten Epistel so emphatisch gegen den Missbrauch dieses besonderen und einzigartigen Mahls.

Ebenso folgerichtig kann diese Warnung bei der Leugnung der Realpräsenz wegfallen. Weswegen tatsächlich jeder zum Tisch kommen könnte und dürfte – ohne jegliche Gefahr bzw misslicher Früh- oder Spätfolgen. Dann ist und bleibt diese Mahlgemeinschaft letztlich ein bloßes Essen, wo jeder nur hat und dabeibleibt, was ihm sowieso schon zu eigen und habhaft geworden ist. Da kommt nichts dazu, da wird nichts genommen. Es ist wie eine Kuh die grünes Gras frisst oder die Königin ihren teuren Kuchen. Nicht mehr und nicht weniger. Das kann genauso gut unterbleiben.  

Für uns aber, die an der leibhaften Gegenwart des Leibes und Blutes Christi kraft seiner tröstlichen und heilsamen Zusage festhalten, folgt unzweifelhaft die eindeutige Praxis: „Wir sinds nicht gesinnt, dazu zu lassen und zu reichen denen, die nicht wissen, was sie da suchen oder warum sie kommen.“ (Gr. Katechismus V,2) und deswegen auch nicht die zuzulassen, die nicht zuvor „untersucht“ bzw „examiniert“ worden sind (nisi exploratus). Werner Elert erklärt dieses althergebrachte Tun der christlichen Gemeinde folgendermaßen: “Der Zusammenhang verbietet es, hierunter eine allgemeine Bestrafung für allgemeine Unwürdigkeit zu verstehen. Vielmehr entspricht die leibliche Gerichtsfolge genau dem leiblichen Essen und Trinken und also auch dem leiblichen Empfang von Leib und Blut des Herrn (vgl. 10,16) … So wenig aber der Ungläubige verhindern kann, daß das Wort Gottes, das er mit dem Ohr vernimmt, in ihn selbst eindringt und dort seine kritische Aufgabe erfüllt (vgl.Hb.4,12), so wenig kann der Unwürdige verhindern, daß er im Abendmahl Leib und Blut Christi empfängt. Jener hört sich selbst zum Gericht, und dieser isst und trinkt sich selbst zum Gericht. Weder hier noch dort gibt es ein neutrales Leerbleiben.”[9]

So blieben auch in diesen Rundhütten dort auf den Zulu Kraalen eine klare Trennung zwischen denen, die am Tisch des Herrn teilhatten und denen die außen vor blieben. Meist gab es eine ganze Schar schaulustiger, die sich in mehr oder weniger ehrfürchtigen Abständen vom Heilsgeschehen sitzend, stehend oder auch nur im Vorbeigehen damit auseinandersetzten. Manche hatten wahrscheinlich auch ihren Spott, andere unterhielten sich über ihre alltäglichen Dinge, während manche doch noch mal nachhakten und mehr wissen wollten, wie, warum, wer und wann bzw pro nobis et me (Für uns – und mich auch)?  Deswegen ist Katechese und christliche Unterweisung unabdingbar. Menschen werden unterrichtet, was der Herr gesagt und getan hat, aber auch was er uns zu tun und zu lassen mitgegeben hat. Sein Wort ist entscheidend – heilsentscheidend.

3.    Die geschlossenen Türen

Schon in der frühen Christenheit gab es den Gebrauch beim Abendmahl der christlichen Gemeinde. So riefen die Diakone beim anfänglichen Intonieren der Abendmahlsliturgie: „Die Türen, die Türen!“ Dann war die Abendmahlsgemeinde unter sich. Es ging um das Heiligste für die Heiligen. Das wurde gefeiert und durch die Arkandisziplin vor Verfolgung, aber auch vor Lächerlichkeit, Degradierung, Entheiligung und Unverständnis geschützt: „Werft Eure Perlen nicht vor die Säue!“  Wen verwundert es, dass während der ersten Christenverfolgungen horrende Verleumdungen von „Menschenfressern!“ (Capernaiten: Fleischfressern) usw. die Runde drehten und auch im hohen Gericht zur Sprache kamen? Oder in der nach-konstantinischen-Wende bei der Volkschristianisierung pragmatische Menschen die Gnadenmittel auch zu Zauberei (Hokuspokus) und anderen magischen Teufeleien verkehrten?

Dennoch gilt auch hier der Grundsatz: Abusus non tollit usus! (Der Mißbrauch hebt den Gebrauch nicht auf!)  Und der rechte Gebrauch war allemal, dass getaufte Katecheten, zuerst in der Theologie des Abendmahls unterwiesen und im heilsamen Nutzen dieses Sakramentes unterrichtet wurden ehe sie dann durch diese Christenlehre vorbereitet und zugerüstet zum Tisch des Herrn geladen wurden. Sie hatten gelernt, worum es sich handelte: Was das Abendmahl ist, wozu es nützt, wer es würdiglich empfängt, wie oft man es empfangen soll usw. So werden sie dann seelsorgerlich von fürsorglichen Hirten begleitet auf ihrem Weg zum Altar, wo sie dann persönlich mit dem fascinosum et tremendum des Heiligen in Berührung kommen.

Dabei ist es nicht so, dass wir uns auf unsere eigene Gerechtigkeit oder Würdigkeit berufen, denn Luther hat uns bekennen gelehrt: „Fasten und Leiblich sich bereiten ist eine feine, äußerliche Zucht, aber der ist recht würdig und wohl geschickt, der den Glauben hat an diese Worte ´Für uns gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden´“ (Kl. Katechismus) Ohne diesen Glauben ist es alles nichts – und dieser Glaube hält sich allein an Gottes Zusage und Testament, wie es im agendarischen Vorbereitungsgebet heißt:

“O Herr, ob ich zwar nicht würdig bin, dass Du in mein Herz eingehst, so bin ich doch bedürftig Deiner Hilfe und bgierig Deiner Gnade, dass ich möge fromm und selig werden. Nun komme ich in keiner anderen Zuversicht denn auf Dein Wort, da Du selbst mich zu diesem Tisch lädst und sagst mir Unwürdigem zu, ich soll Vergebung meiner Sünden haben durch Deinen Leib und Blut, so ich esse und trinke in diesem Sakrament. O lieber Herr, ich weiß, dass Deine göttliche Zusage und Deine Worte gewiss und wahraftig sind. Daran zweifle ich icht, und dauf esse und trinke ich; mir geschehe nach Deinem Wort.”[10]

Wenn Christus nicht leibhaftig mit seinem Leib und Blut unter dem Brot und Wein gegenwärtig wäre, so wäre das Abendmahl nichts weiter als nur eben ein mehr oder weniger armseliges Abendbrot und bloße Vesper Mahlzeit hungriger Münder und Seelen.  Dann käme es nicht auf Christi Gabe und Heilstat an, sondern auf unsere Zuständigkeit, Machenschaft und was wir auf den Tisch stellen können. Wir könnten dann nur nüchtern fragen: „Was ist das schon unter so viele?“ Selbst alles positive Erinnern, blühendste Phantasie und stärkste Einbildung brächte es da nicht wirklich weit. Natürlich können die reich begabten mancherlei Beeindruckendes auf die Beine stellen und ins Blaue sinnieren. Schließlich sind die Menschen ja auch schon bis zum Mond vorgedrungen. Aber mal ernsthaft, was ist das in Relation zum Sirius, Mars oder Neptun? Ja, Menschen sind in der Lage sich und andere in größte Verzückung und bunteste Schwärmerei zu versetzen. Zugegeben. Doch was bleibt uns Armen im hellen Lichte der Ewigkeit (sub specie aeternitatis), wenn Christus nicht auferstanden wäre, nicht als neuer Adam die Neuschöpfung zum Tragen gebracht und uns seine himmlischen Heilsgaben nicht mit auf den Weg gegeben hätte? Nichts, aber auch wirklich gar nichts. Sobald die Unwetter der Chaosmächte an unserem Lebensboot rüttelten, müssten wir ohne Christus als lebendigem Lebensanker elendiglich im Totenreich versinken. Was haben wir den, was der dreieinige Gott uns nicht zuerst geben müsste bzw gegeben hätte? Wenn Christus nicht zu uns als der lebendige Herr und Heiland gekommen wäre – in Nachtmahl, Tauf´ und Wort – und uns nicht Anteil am ewigen Leben geschenkt hätte, dann wären wir noch immer die Allerverachtungswürdigsten überhaupt: „wie ein Schlaf, wie ein Gras, das am Morgen noch sprosst, das am Morgen blüht und sprosst und des Abends welkt und verdorrt.“ (Ps.90,5-6) Unser Herr weiß: „Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, aber die Kranken.“ (cf. Mt.9,12) Nun aber ist Herr Jesus Christus zu uns in die Welt gekommen und unser Bruder geworden. Er hat überaus freundlich zu uns geredet durch sein hl. Wort. Er hilft, rettet und schenkt Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit in seinen hl. Gnadengaben – Wort und Sakrament. Dort lässt er sich von uns finden. Immer wieder, solange es noch Tag heißt. Darum sind wir nicht mehr nur arm, blind und bloß, sondern gefundene, heimgebrachte und auf immer erlöste Gotteskinder. Seinetwegen steht der Himmel uns offen. Er ist unser. Wir sind sein. Nichts kann uns scheiden oder schaden. Dafür steht er selber mit seinem Versprechen ein. Er hat uns sein Wort gegeben. Darauf verlassen wir uns. Das ist der feste Grund und Boden, der uns trägt und hält im Leben und im Sterben. Darum irren wir nicht mehr suchend umher wie Verlorene, sondern bleiben bei dem, dessen Stimme uns aus der Finsternis gerufen und ins Licht berufen hat. Wir kennen ihn als unseren guten Hirten, der uns gewiss den Weg zum Vater führt. Er allein die Wahrheit, das Licht und Leben.   Darum ist das Abendmahl nicht bloß Erinnerungsmahl oder eine fromme Wunschvorstellung. Vielmehr ist es der feierliche Genuss seiner göttlichen Zusage und leibhaftigen Heilsgabe, die er uns in seinem heiligen Leichnam, den er willig für uns in den Tod gegeben und seinem teuren Blut, das er für uns und um unserer Seligkeit willen am Stamm des Kreuzes vergossen hat zur Vergebung aller Sünden und uns Christen zu essen und zu trinken testamentarisch gestiftet und tatsächlich gegeben hat. Luther hat das große Wunder und diese heilsame Vergebungstatsache, die uns auch hier geschenkt wird, kurz und knapp im Kl. Katechismus auf den Punkt gebracht: „Wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit.“ Und der Katechismus ist schließlich nach dem Urteil des seligen Hannoveraners Michael Walther das Wenigste, was ein jeder Christ zur Seligkeit zu wissen nötig hat.

“Und stehen die Wirdigkeit nicht in großer oder kleiner Schwachheit oder Stärke des Glaubens, sondern im Verdienst Christi, welches der kleingläubige betrübte Vater, Markus 9, ebensowohl geneußt als Abrahamb, Paulus und andere so einen freidigen, starken Glauben haben.”

Konkordienformel SD VII,71

Wie könnten wir es aber dulden, dass jemand uns diese größte Heilsgewissheit madig macht, aushöhlt, relativiert oder gar disqualifiziert? Unmögliche Zumutung: „Wenn Sein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn?“ Oder um es mit Johannes von Damaskus zu fassen: „Wir müssen mit aller Kraft festhalten, das Abendmahl weder von Häretikern zu empfangen noch ihnen zu reichen.“ (De fide orth. IV, 13 zitiert bei Junker S.91)

Es muß aber mit Fleiß erklärt werden, welche da sein die unwürdigen Gäste dieses Abendmahls, nämlich die ohne wahre Reue und Leid über ihre Sünden und ohne wahren Glauben (!) und guten Fürsatz, ihr Leben zu bessern, zu diesem Sakrament gehen und ihnen selbst das Gericht, das ist, zeitliche und ewige Strafen, mit ihrem unwüridgem mündlichem Essen des Leibs und Bluts Christi schuldig werden. (Konkordienformel SD VII,68)

Der Hl. Geist schafft bekanntlich Neues, aber auch widersprüchliches? Angeblich ist die Post-Modere logisch schon so weit, dass die Konsequenz des Wiederspruchs nicht mehr zutrifft, sondern denkerisch (ideologisch) in der Schwebe bleibt. Darum sollen sich unterschiedliche und bisher als widersprüchlich geltende Grundsätze sich nicht mehr notwendig ausschließen, sondern in unausgeglichener Gegensätzlichkeit in sogenannter „versöhnter Verschiedenheit“ bestehen können bzw. müssen.[11]  Nicht nur mir erscheint das zu viel des Guten und deswegen abwegig. So folgert Schöne angesichts dieser Entwicklung zurecht: „Ist das Bekenntnis des 16. Jahrhunderts zur (historisch zwar berechtigten, heute aber überholten) „Tradition“ geworden, so wird es auch letztlich irrelevant und lässt sich durch anderes ersetzen… Kirchliche Verbindlichkeit gewinnt da schon eher der Pluralismus.“ (S.31f) Kurt Marquart stimmt in den Chor der Dissidenten ein: “It confirms the desperate confusion and flux which characteriyes modern Christendom,[12] die solchen Pluralismus ohne biblischen Fixpunkt nur als phantastisches Fehlkonstrukt und träumerische Verirrung verwerfen: „Sie suchen viele Künste und kommen immer weiter von dem Ziel.“ 

In dem Streben den Konsens immer weiter zu spannen und so inklusiv wie nur möglich zu sein, entwickelt sich inzwischen eine ideologische Initiative gegen die sogenannte „Hermeneutic of harm[13]. Alles, was florierendes Leben bremst, Vitalismus einschränkt und die vermeintliche Positivität des Fortschritts im Leben befragt, ist abzulehnen. Es gibt den Anschein als feierten die alten Fruchtbarkeitsgötter Kanaans zusammen mit Afrikas & Asiens Ahnen erneute Inthronisation. Baal scheint tops. Sogar der alte Moloch wird am Tiber gefeiert. Der status quo gilt, ebenso wie Recht des Faktischen, Dominanten und Stärksten: Das Leben ist eben so! Wir protestieren dagegen mit dem klaren Bekenntnis des Psalmisten: „Deine Güte (Chesed) ist besser als Leben“ (Ps.63:4) und wenn wir nicht mehr weiterwissen, dann stimmen wir ein in die alte Klageweise: „Herr – wie lange noch bis Du Israel erlösen wirst? Erlösen eben auch in dem Sinne, dass das Heilige sich in unserem Leben und dieser unser Welt Raum schafft und die Chaosmächte wieder zurückdrängt.

Werner Elert brachte es schon vor Jahren zum kritischen Punkt:

Wie sollte einer, der glaubend seiner (Christi WW) Einladung folgt und der als Glaubender nur empfangen will und nur empfangen kann – wie sollte er auf den Gedanken kommen, daß es nicht sein Leib und sein Blut ist? Wie kann es alsdann, wenn das Abendmahl in dieser Glaubenshaltung empfangen wird, eine „Abendmahlsnot“ geben, von der manche Leute heute reden? Von der Urgemeinde heißt es (Apgsch. 2,46), daß sie „das Brot brach“ – worunter doch wohl wegen des folgenden liturgischen Hinweises das Abendmahl zu verstehen ist – „mit Jubel und in Einfalt oder Einfachheit des Herzens“. Wie kann aus dem Jubel, den doch auch unsere Abendmahlsliturgie ausdrücken will, eine „Not“ werden? Wie kann man vollends behaupten, Luthers Abendmahlslehre sei daran schuld? Wo sein ganzer Kampf keinem anderen Gegner galt als dem Zweifel an dem Wort Christi selbst? An dem Wort, das unter allen überlieferten Christusworten die allerälteste Bezeugung für sich hat und ohne welches das Abendmahl eine überflüssige Zeremonie wäre?

Wenn es eine „Abendmahlsnot“ gibt und wenn sie außer dem allgemeinen Säkularismus, durch den wir alle dem Jubel der Urgemeinde entfremdet sind, noch einen andern Grund hat, so kann er doch nur darin bestehen, daß den Christen, die darüber klagen, außerdem auch noch die „Einfachheit des Herzens“, in der jene das Abendmahl feierte, verlorengegangen ist. Der Gegensatz zur Einfachheit ist der Zwiespalt, zur Einfalt die Zwiefalt, und der Zweifel hat hiervon seinen Namen. Zwingli lehrte, Christus habe etwas anderes gemeint als gesagt. Es war der Zwiespalt in reinster Darstellung, noch dazu verobjektiviert, indem er zur eigenen Entlastung in Christus hineinverlegt wurde…

Zwiefalt und Einfachheit lassen sich in alle Ewigkeit nicht miteinander versöhnen. Es kommt hier nicht … darauf an, ob oder daß Wittenberg oder Genf recht behält, so wenig es darauf ankommt, daß Rom nicht recht behält. Uns ist Luther nicht formale Lehrautorität, sondern darin Vorbild, daß er sich gegenüber dem Abendmahlswort Christi die Einfachheit des Herzens bewahrt hat. Einfalt ist nicht Einfältigkeit und also nicht das Gegenteil von Klugheit oder von Reife des Wissens, sondern von Zwiefalt. Es ist das Gegenteil von Ja- und Neinsagen. [14]

Bischof Schöne fasst die Verantwortung lutherischer Pfarrer und ihrer Gemeinden[15] abzuwägen und richtige Entscheidungen zu treffen, zusammen:

Einerseits keinen Verächter des Sakramentes, keinen Kenntnislosen und Ahnungslosen, keinen, der sich aus falschen Bindungen nicht lösen will, dies kostbare Sakrament leichtfertig zu reichen – wir könnten uns mitschuldig machen der Gleichgültigkeit und der Billigung des Irrtums; andererseits ist uns aufgetragen, zu diesem Sakrament zu locken und zu dem Heil, das in ihm angeboten wird mit der unsagbar kostbaren Gabe des Leibes und Blutes Christi.[16]

4.   Die Hl. Liturgie setzt Ton und Grenzen

Schon der hl. Apostel Paulus hat sich hier nicht von logischen Systematisieren leiten lassen, sondern hat die missionarische Kirche bei dem festgehalten, was er als spätberufener Apostel selber vom Herrn empfangen hat und wie es die apostolische Kirche unter Juden und Heiden im Anschluss an des Herren Stiftung und in seinem Namen und Auftrag buchstäblich nachvollzogen hat. Elert paraphrasierend: „Er (Paulus) weiß, wer es sagt und von wem hier was empfangen wird.“[17] Norman Nagel hebt die Hände und zeigt auf den alleinigen Auftraggeber: „See him. I only work here!” Es bleibt festzuhalten, dass

“… die wahre Gegenwärtigkeit des  Leibs und Bluts Christi im Abendmahl nicht schaffe einiges Menschen Wort oder Werk, es sei das Verdienst oder Sprechen des Dieners oder das Essen und Trinken oder Glaub der Communicanten, sondern solchs alles solle allein des allmächtigen Gottes Kraft und unsers Herrn Jesu Christi Wort, Einsetzung und Ordnung zugeschrieben werden.”

Konkordienformel SD VII,74

Wir als Christenheit wissen ebenfalls, dass es so gewesen ist wie es uns die Väter überliefert haben. Wie sie haben wir die Wolke der Zeugen, die uns das über Jahrtausende glaubhaft bezeugt. Elert schreibt weiter:

Von dem Christus, der das Abendmahl einsetzte, hat das gesamte Evangelium von der Versöhnung seinen Ausgang genommen. Denn selbstverständlich lassen sich dabei die Einsetzungsworte von der Handlung nicht trennen. Das Abendmahl als Ganzes ist das Vermächtnis Christi von Todes wegen an seine Jünger, aus dem sie zwar nicht formell den Auftrag der Verkündigung, wohl aber ihren zentralen Inhalt herleiteten. Es ist nicht eine Randbemerkung, nicht irgendeine symbolische Arabeske an der Decke der Kirche. Es gehört zum Fundament, auf dem sie erbaut ist.”[18]

Die Evangelisten führen den aufmerksamen Leser katechisierend vom Anfang und Ausgangspunkt des Christus-Evangeliums zu seinem kritischen Wende- und vollendenden Höhepunkt: Siehe, es ist alles vollbracht! (vgl. Joh.19,30), damit auch „ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr, weil ihr glaubt, das Leben habt in seinem Namen.“ (Joh.20,30f). Dabei berichten sie vom Bemühen des Herrn die Seinen zu sammeln und zum Vater heimzuführen. Diese seine missionarische Sammlung geht nach seinem Willen in alle Lande aus, aber fängt doch im Kleinen an. Einzeln und zu zweit beruft er seine Jünger aus der großen Schar – und schließlich sendet er seine 12 bzw 11 in alle Welt.  Er speist auf wunderbare Weise tausende in der Wildnis. Er verwandelt Wasser in Wein – und alle haben mehr als genug. 12 Körbe voller Reste werden eingesammelt und der Wein war der allerbeste. Viele aber folgen ihm nur, weil sie Brot zu essen und so satt geworden sind. Sie wollen ihn als Brotkönig. Er jedoch will sie vorbereiten auf seinen Opfergang ans Kreuz, wo er als das wahre Gottes Lamm sich selbst gehorsam zur Sühne für viele wird unschuldig schlachten lassen, damit wir durch seine Wunden geheilt, Vergebung erlangen und ewig selig werden. Ja, er will sein Fleisch für uns zu essen schenken und sein teures Blut für uns zu trinken ausgießen. Diese ärgerliche Zuspitzung in der soteriologisch gefüllten Eucharistie verärgert viele, dass sie ihm nicht weiter nachfolgen. Petrus, aber hält fest: „Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.“ (Joh.6,68f)

Das allgemeine Brotessen auf dem Felde und in der Wildnis, die Hochzeit zu Kana und die verschiedenen Mahlzeiten mit Sündern und Zöllnern ziehen Leute zum Herrn, damit sie seine Heilandsbotschaft hören und glauben. Es geht um Aufnahme in die allgemeine Gastfreundschaft unseres freundlichen Herrn. Da sind keine Türen im Weg. Dort wird keine Begrenzung deutlich. Keine Kleider- oder Rangordnung. Da gilt schließlich… sie wurden alle satt. Diese Mahlberichte schildern das allgemeine Gemeinschaftsmahl unseres Herrn mit Sündern und Zöllnern. Es ist wie das allgemeine Essen und Trinken vor dem Abendmahl auf das St. Paulus im Korintherbrief anspielt. Es sind Vorbilder des kommenden Herrenmahles der Freude, Hochzeit, Liebe und Eucharistie – an die sich die christliche Gemeinde beim Gedächtnismahl eben auch erinnert.[19] Natürlich werden hier beim Vergleich evangelische Gemeinsamkeiten aufleuchten. Es ist der eine Herr, der hier handelt und wirkt. Jedoch sind die gravierenden Unterschiede des jeweiligen Kontextes und Situation angemessen zu beachten. Genauso wie das Abendmahl eben nicht einfach vom Passamahl her zu verstehen ist, sondern von der besonderen sakramentalen Einsetzung des Herrn und Heilandes IX im Rahmen eines Passafestes.

So wie der Herr die Seinen von Anfang an um sich versammelt, die Verlorene sucht und an seinem Tisch in seinen heiligen Freundes- und Familienkreis aufnimmt, so hat die christliche Gemeinde auch gastfrei und offen einladend in ihr Umfeld hinausgestrahlt und neue Gäste und Fremdlinge angezogen. So wie er durchs Füße waschen, seine Jünger vorbereitet auf das eigentliche Haupt- und Abendmahl, so führt die christliche Gemeinde Neulinge, Einzuweihende, Katecheten und Neuzugänge einfühlsam und behutsam vom Rand über die Türschwelle ans Taufbecken und von dort auf den Altar im kirchlichen Zentrum zu. Das erste Wunder Jesu in Kana hat viel mit der eschatologischen Hochzeitsfeier, an der unser Herr dann wieder von der Frucht des Weinstocks trinken wird, zu tun[20].  Dennoch sind die beiden Feiern zeitlich unterschiedlich und jeweils etwas besonders. So auch mit den Mahlgemeinschaften Jesu im Laufe seiner irdischen Mission.

Das Abendmahl in der Nacht, da er verraten ward… ist besonders und noch mal etwas ganz Spezielles und anders, wenn auch nicht gar Eigenständiges oder Unabhängiges. Vielmehr hängt es zusammen mit dem vorigen – bis tief zurück in das Alte Testament – aber krönt doch als Höhepunkt und vorläufigen Abschluss diese unterschiedlichen Mahlberichte der Apostel und Propheten mit der einzigartigen Einsetzung und Stiftung unseres Herrn. Hier gibt er uns sein Neues Testament – in seinem Leib und Blut unter dem Brot und Wein – uns Christen zu essen und zu trinken.

Diese Stiftung seines neuen Testaments steht am Ende der Evangelien – und ist sein abschließendes Zusammensein mit seinen Jüngern ehe sie hinausgehen in „der Stunde der Finsternis“, damit geschähe, was längst vor Zeiten geschrieben ward. Jesus wird gefangen und gehalten, um sein exklusives Heilswerk auszuführen und die Jünger werden zerstreut ehe der Herr sie wieder aus der Verwirrung und Zerstreuung um sich versammelt, um sie endgültig in seinem Namen, Auftrag und Frieden auszusenden. Beim Abendmahl sind nur die zwölf dabei. Sie, die er inzwischen drei Jahre aufs intensivste katechisiert hat. Sie, die dennoch so vieles missverstehen (cf. Petrus beim Füßewaschen usw.) und sich auch nach der Auferstehung noch das Urteil ihres Herrn gefallen lassen müssen: „O ihr Toren und träges Herzens!“ (Lk.24,25). Doch der Herr wäscht ihnen die Füße. Ihnen zugut wendet er sein Abschiedsgebet dem Vater zu. Sie werden in des Herrn Leibes und Blutes Gemeinschaft miteinbezogen und hinein- und aufgenommen in die Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn.

Und so wird das Abendmahl dann nach der Auferstehung in der christlichen Jüngerschaft und jungen Kirche gehalten als Feier des lebendigen und auferstandenen Gekreuzigten, der sich so seine Kirche einverleibt und sie so am Heiligen selbst Anteil schenkt – die Gemeinschaft der Heiligen bzw am Heiligen – communio sanctorum.  Die Gemeinde singt, bezeugt und feiert mit ihren Liedern, was sie da empfängt und was sie im Glauben verbindet, eint und aus dieser Zeit in die Ewigkeit vom Tod zum Leben trägt. Das ist nicht bloß „Kumbaja“, sondern eher mit Valentin Ernst Löscher (1673-1749): „Wie heilig ist die Stätte hier, wo ich voll Andacht stehe!“

5.   Zeitgenössische Befindlichkeiten

Im beherrschenden Kontext von Demokratie und Freiheit wird Gleichheit und Gleichberechtigung eingefordert – auch von solchen schöpferischen Gegensätzen, die vorher als vorgegeben und unüberwindlich schienen z.B. Mann und Frau, Kind und Erwachsen, Mensch und Tier. Dagegen wird der Anspruch laut, diese angeblichen ideologischen Konstrukte zu dekonstruieren und als Ausprägungen sozialer Entwicklungen zu relativieren bzw die Übergänge fließend zu verstehen. Das soll Akzeptanz im Zuge von prinzipieller Offenheit und bemühter Toleranz fördern und festigen. Oft wird eher das Gegenteil erreicht. Soziale Polarisierung nimmt zu. Oft wiederholt es sich, was damals beim berüchtigten Unionsunterfangen geschah als aus zweien eins erzielt wurde, doch drei resultierten.

In den Nachkriegsjahren und im Umfeld westlicher Demokratien wird Diskriminierung apriori negativ verstanden und deswegen kategorisch deskreditiert und abgelehnt. Die logische Abgrenzung, Unterscheidung, Sonderung und eventuelle Trennung und Absonderung auf Grund konkreter Differenzierung soll nicht gelten, sondern als unzulässige Vorgehensweise disqualifiziert sein. Privilegien sind suspekt, wenn nicht von vornherein zu kriminalisieren. Die früher vielleicht harmlos verstandene Frage vom Alten van Ribbeck an die lütte Dirn: „Willst ´ne Birn?“, kriegt einen faden Beigeschmack und nicht erst seit Delius uns über die anhaltend komplizierten Dorfverhältnisse im Brandenburgischen aufgeklärt hat. Nicht nur traditionelle Eliten, sondern generell stehen „Outliers“ unter Verdacht. Das ist keine neue Klage. Der Lockruf des Gruppenzwangs zur Vereinheitlichung ist kaum zu unterschätzen, aber genauso wenig die ihres schier unermesslichen Zerstörungsvermögens bei der moralisierenden Ausgrenzung von Oppositionellen. Siehe die fatale Wirkung xenophoben Ausgrenzungsschilder: „Whites only“ bzw „Juden bzw Ausländer raus“. Der aus Südafrika nach Australien umgezogene Nobel laureate J.M. Coetzee beschreibt das eindrücklich in der tour de force:Disgrace“. 

Im globalisierten Dorf bringt der nun schon übliche Verkehr wirtschaftlicher Migration, politischer Flucht und forciertem Exil Gäste und Fremdlinge in Gemeinden und Kirchen. Neben den Touristenströmen und Verwandtschaftsbesuchen gibt es zunehmend Flüchtlinge, Migranten und Exilanten, die sich in mehr oder weniger etablierte Gemeinschaften, die mehr oder weniger offen und für neu Zugänge aufgeschlossen sind, anzunähern und eventuell sogar sich dort zu integrieren. Sie suchen Anschluss, Kontakt, Assoziation, vielleicht sogar Freundschaft und Familie, und z.T. eine neue Heimat und was dazu gehört.  Darum wird es notwendig auch auf diese Besucher  einzugehen – und sie in der Gemeinde aufzunehmen und als Glieder einzubringen. 

6.   Biographische „Flashcards“

Die folgenden Begebenheiten sollen schlaglichtartig helfen, meine zeitgenössische Befindlichkeit als gegenwärtiger „Ortsbestimmung“[21] zu beleuchten. Während in Enhlanhleni eine relativ geschlossene Gesellschaft vorherrschte – trotz markanter Strukturierung und offensichtlicher Differenzierung – so wurde das doch auf der jugendlichen Wanderschaft erheblich anders – nicht nur im südafrikanischen Militär, sondern auch in der universitären Studentengemeinde der Hauptstadt Pretoria: Universiteitsoord, wo ein großer Teil der mehr als 20, 000 Studenten ein geistliches Zuhause fand. 

Als junger Student kam ich als 1986 zum „Christival“ nach Amsterdam. Dort lauschte ich mit 14, 000 Jugendlichen gespannt den missionarischen Experten von „Youth with a mission“, „Global outreach mission“ und ähnlichen Gruppierungen der evangelikalen Missionsbewegung wie sie ihre junge Mitchristen in dieser Zeit und Welt missionarisch begleiteten und auf den Weg schickten. Abschließend wurde ein großes Abendmahl mit O-Saft & Kartoffel Chips gefeiert. Für mich war das nichts, aber so viel wie ich weiß, war ich der einzige, der nicht daran teilnahm.[22]

Ein gutes Jahr später besuchte ich über Ostern Paris.  Zum Festgottesdienst in Notre Dame war der Andrang der gottesdienstlichen Gemeinde riesig, der zum Abendmahl ebenso. Ordnungshüter der kirchlichen Gemeinde (Diakone?) stellten zu Beginn der Abendmahlsfeier stabile Barrikaden um den inneren Raum um den Altar des Doms. Wer drin war, konnte zum Tisch des Herrn. Wir anderen waren draußen und ausgeschlossen.

Zwanzig Jahre später in Seoul bei den 25, 000 Presbyterianern von Youngnak war das Verhältnis noch krasser. Aber es kommt nicht immer auf die Zahlen an. Manchmal ist es gerade im vertrauten Rahmen besonders bewegt. Wenn z.B. anlässlich einer Bischofskonferenz in „Hossanah“ (Katatura, Namibia) oder der Beerdigung von Bischof Manas Buthelezi in Mahlabathini (Zululand) Lutheraner zum Tisch des Herrn gehen, aber Kirchgrenzen unweigerlich im Raum stehen bzw von mir selber projiziert und beschworen. Das ist dann auch der Gedankensprung zur Familienfreizeit von St. Magdalena (SELK, Halle) in der Bergwitzer Landeskirche gar nicht so weit weg. Drin und draußen. Mit dabei oder ausgeschlossen.

Das kirchliche Erbe des „geschlossenen Altars“ ist Teil des Gepäcks auf unserer Wanderschaft und ist regelmäßig zu bewähren – gerade auch angesichts offener Einladungen in großen wie in kleinen Kreisen. Wenn sich der Abendmahlskreis in St. Marien vor dem Abendmahl schließt, sind wir in auf den Bänken ausgeschlossen oder in der Alten Lateinschule ganz draußen. Das geschieht nicht nur in der Kirche, sondern sogar draußen auf dem Watt der Nordsee – weit von jeglicher Zivilisation. Dort forderte der Wattführer auf, sich in einen im Sand gezeichneten Kreis einzuordnen bzw durch die kenntlich gemachte Öffnung einzutreten – wer denn nicht draußen bleiben wollte. Die offene Einladung habe ich als erheblichen Druck mitzumachen empfunden (Gruppendynamik) und was war ich erleichtert als alle sich im Kreis zusammenfanden und keiner draußen vor blieb.  Dabei war das nur ein Spielchen – ohne eschatologische Nach – bzw Langzeitwirkung. Wenn da schon das Herz schneller klopft und der Blutdruck steigt, wie viel mehr sind wir betroffen, wenn es um die Einladung zum Tisch des Herrn und an seinen hochheiligen Altar geht?

7.   “Scheiden tut weh…”

Exkommunikation ist ein gewaltiger Eingriff und starke Machtausübung.[23] Das haben die Alten im Zuge ihrer Verbannung und Verwerfung durch weltliche und kirchliche Obrigkeiten genau gewusst und am eigenen Leibe zu spüren bekommen: Athanasius, Luther auf der Wartburg oder Hopf in Bleckmar. Kaum zu ermessen die Erleichterung, die mich öfter überkam, wenn ich in großer Gemeinde an der Altar Reling kniete und mich aufgenommen wusste im Kreis der erwählten und auserkorenen Schar. Es war nicht nur die tiefe Erfüllung des von Antje Krog formulierten Herzenswunsches: „Begging to be black“ (2009) oder wie Theo Sundermeier ähnliches erfaßt: „Wir aber suchten Gemeinschaft“. Vielmehr ging es  dabei zu sein beim großen Abendmahl und nicht hinausgeworfen zu werden vor die Tür – wegen unpassender Glaubenshaltung, falscher Bekleidung oder sonstiger Identifikationsmerkmale: „Ich kenne Dich nicht!“

Die Bedrohung ihn – unseren Herrn – wegen unserer tief verwurzelten Sündhaftigkeit und so elendigen Schwachheit doch noch zu verleugnen oder zu bestreiten ihn zu kennen und vom gebrechlichen Vertrauen auf ihn abzufallen und uns vom ihm, dem einzigen Anker im Leben und im Sterben irgendwie ungläubig, zweifelnd oder durch sonstige Schande und Laster abwendig machen zu lassen, diese unsere Armseligkeit wird doch ja vom treuen und wahrhaftigen Herrn mit seiner wirkmächtigen Verheißung und seinem guten, gnädigen Willen uns zu erlösen, aufgefangen. Schließlich kann er sich nicht verleugnen. Er bleibt doch immer treu und gerecht – und so verliert er keinen, der ihm anvertraut und zugeeignet ist.

Wenn seine Kirche hier auf Erden auf sein Geheiß schlüsselmächtig die sonderbare Gewalt auszuüben hat: „Was Ihr bindet auf Erden, das soll auch im Himmel gebunden sein!“ , dann hat sie im Anbetracht seiner Wahrheit und angesichts seiner testamentarischen Satzungen zu unserem Heil das ketzerisch und häretisch Abwegige, weil unheilvolle ihrerseits abzulehnen und als Irrlehre und verführerischen Holzweg zu verurteilen: „Damnamus.“ Christus und seinem hl. Wort in der Bibel widersprechende Lehre wird im Gehorsam ihm gegenüber und in Bindung an seine Stimme als des guten Hirten abgelehnt, bestritten und verworfen. Es geschieht in der vertrauensvollen Bindung an ihn, der sie in aller Wahrheit zum Vater und in die ewige Seligkeit leiten und erhalten will, weil er selber das Licht, die Wahrheit und das Leben.

Wenn Menschen ins Aus bugsiert bzw. ins Exil verbannt und aus der Gemeinschaft der Heiligen als den an-dem Heiligen-und-den-heiligen-Dinge-teilhabenden ausgeschlossen werden, dann hat das eschatologische und christologische Konsequenzen im himmlischen Endgericht. Darum kann einem Angst und bange werden, wenn man nicht am Glauben an die Gnade und Vergebung von dem Einen bei dem Einen fest gehalten wird, weil dieses Festhalten ja seinerseits auch wiederum gerade von der Gemeinschaft dieses Heiligen, in dessen Namen der Verstoß des einen von den Seinen und dem Seinen geschieht.

Meistens wird das Ausschlussverfahren bestätigt, nachdem der Betroffene sich gegen öffentliche Warnung des Gesetzes in Lehre und Praxis unterschieden und distanziert hat. Exkommunikation gilt dann als offizielle Bestätigung dieses Geschehens und Zustandes, z.B. „wenn die Kirche die offenkundigen Sünder aus ihrer Mitte tut und die „offenbarliche halsstarrige Sunder nicht soll lassen zum Sakrament oder ander Gemeinschaft der Kirchen kommen, bis sie sich bessern und die Sunde meiden.“[24] Diese Besserung geschieht in ausdrücklicher Reue und Leid über die Sünde. Damit wäre auch der erste Schritt der Buße auf dem Weg zur Vergebung und Wiederaufnahme in die Gemeinde getan.

Diese Exkommunikation kann aber auch so geschehen, dass sie beidseitig anerkannt, bestätigt und somit praktisch als zurecht bestehende Unterscheidung und gegenseitige Verurteilung festgeschrieben wird, wie wenn Dr. Martin Luther die Bannandrohungsbulle des Papstes seinerseits opponiert, dagegen protestiert und sie zurückweist, indem er sie am 10. Dezember 1520 auf dem Müllplatz vor dem Tor zur Schwarzen Elster verbrennt und den codes iuris canonici noch oben drauf. Damit drückt er plastisch und für alle sichtbar aus, was er später in den Schmalkaldischen Artikeln so formuliert:

Wir gestehen ihn nicht, daß sie die Kirche sein, und sinds auch nicht, und wollen´s auch nicht horen, was sie unter dem Namen der Kirchen gebieten ader verbieten; denn es weiß gottlob ein Kind von 7 Jahren, was die Kirche sei, nämlich die heiligen Gläubigen und „die Schäflein, die ihres Hirten Stimme hören.“ Diese Heiligkeit stehet … im Wort Gottes und rechtem Glauben.

SA III,xii,1-3

Somit haben wir dann zwei sich gegenüberstehende Zeugnisse, Bekenntnisse und Urteile, mit denen die jeweiligen Parteien stehen und fallen wollen. Luthers Kollege Melanchthon schreibt:

“Schwer ist es, daß man von soviel Landen und Leuten sich trennen und ein sondere Lehr fuhren will. Aber hie stehet Gottes Befelch, daß idermann sich soll hueten und nicht mit denen einhellig sein, so unrechte Lehre fuern oder mit Wuterei zu erhalten gedenken. Darumb sind unsere Gewissen deshalb wohl entschuldigt und versichert; dann man siehet je vor Augen die großen Irrtumbe, so ins Bapst Reich gehen, und die Schrift schreit mit aller Macht, daß solche Irrtumb des Teufels und Antichrists Lehr sei.”

Tractatus de poestate et primatu papae (1537)

Der Ausgang des Marburger Gesprächs (1529) dagegen war schon komplizierter, wenn der große Reformator seinem schweizerischen Gegenpart trotz dessen flehentlicher Bitte und angeblicher bitterer Tränen die Bruderhand verweigert und feststellt: „Ihr habt einen anderen Geist als wir!“[25] Da wird die ganze Härte und Schwere dieser Glaubensentscheidung deutlich und sichtbar. Es entsteht auch der Eindruck als sei es nur wegen der einseitigen Hartherzigkeit und Unversöhnlichkeit, die mit der friedfertigen Unionswilligkeit auf der anderen in keiner Verhältnismäßigkeit steht. Dem ist aber nicht so, denn hier geht es nicht nur um emotionale Sentimentalitäten und gefühlte Anziehungs- bzw Abwehrkräfte, sondern zunächst und vornehmlich um den tatsächlichen Inhalt und Heilscharakter des Sakramentes, der mit der leibhaftigen Gegenwart von Christi Leib und Blut steht und fällt. Wer die Realpräsenz leugnet, kann nicht mit denen, die dieses für ihr höchstes Gut auf Erden schätzen[26], tun als wären sie vereint im Glauben am Tisch des Herrn.   

Nichts ist dem Abendmahl so entgegen, wie Uneinigkeit und Zwietracht. Diese lassen sich nicht mit dem Namen und Tun des Sakraments in Einklang bringen. Das Abendmahl „macht“ also nicht die Einheit, es setzt sie voraus, es dokumentiert sie. Die Einheit zwischen denen, die kommunizieren, also die Einheit des Leibes Christi, der Kirche, muß vorgegeben sein.”[27]

Das ist eine tiefe Not und Anfechtung der von Kirche und Altar ihrer Kirche Vertriebenen – wie beim Reformator bekannt, aber auch bei den sogenannten Renitenten vorgefundenen. Beide (Reformator und Renitenten) sind verfolgte und bedrängte Minderheiten gewesen. Der eine bloß ein armes Mönchlein, die anderen nicht mehr als ein kl. Häuflein[28]. Doch beide pochen auf Gottes Wort und zwar, einerseits was Gott selber geboten bzw verboten hat und andererseits was dieser genauso fest verheißen, zugesagt und versprochen hat. Das Geschriebene festzuhalten ist die eigentliche Glaubensprüfung, denn gegen allen Widerschein „des alt bösen Feindes, der Welt und unser eigenem sündlichen Fleisch“ muss und kann hier nur noch auf des Herrn Wort und Zuspruch  vertraut werden, der selber draußen vor dem Tor von den Seinen zum schmachvollen Tod verworfen wurde und schmachvoll rief: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ Dieser gekreuzigte Herr und für uns gestorbene Heiland ist es, an den wir glauben, weil er auferstanden ist, lebt und regiert – uns zugut. Kraft seiner stellvertretenden Gerechtigkeit vergibt er uns unsere Schuld und spricht uns frei, los und ledig aller Sünde. Darum gelten wir nach seinem Urteil gerecht und sind im Glauben selig– gerade und vor allem durch die heilsame Wirksamkeit im leibhaftigen Sakrament seines Gnadenstuhls und Kreuzopferaltars.

Es ist Bischof Schöne zu verdanken, dass er uns ins Gewissen ruft, den geschlossenen Abendmahlstisch („Closed Communion“) als Mittel zum Zweck zu sehen, aber nicht als Zielvorgabe zu verselbständigen. Es geht bei den Schranken um den Altar, um den Schutz und die Heiligkeit des Abendmahls, die uns der Herr anvertraut hat, zu essen und zu trinken – aber nicht um sie nur anzubeten, aus dem Abstand zu feiern und doch nicht daran teilzuhaben wie bei einer römischen Fronleichnamsprozession!   

Ausgrenzung erscheint zutiefst suspekt – zurecht. Der Herr spricht ja selber: „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will Euch erquicken.“ Er ist es, der dann rufen läßt: „Kommt, es ist alles bereit. Schmecket und sehet wie freundlich der Herr ist!“ So gilt am Altar Gottes und selbst im Bereich des Heiligen keine Ausgrenzung aus sentimentalen, persönlichen, familiären, nationalen, rassischen[29], sexistischen, finanziellen, politischen oder sonstigen ideologischen bzw menschlichen Gründen. Und doch (!) gilt hier die alte Grund- und Faustregel von Gottes Heiligkeit. Seine Tischregeln gelten. Sein Wort und Gebot bestimmt: „Das Heilige den Heiligen!“[30] Sein göttlich Testament ist für die durch die Taufe geweihte Schar und im Glauben stehende Gemeinde, denn extra ecclessiam nulla salus![31] Dabei ist dieser Glaube eben der von dieser Gemeinde und Christenschar gehaltene, bekannte und gelehrte. „Konfessionelle“ Kriterien der unterschiedlichen Denominationen gelten noch in unserer gefallenen Welt, weil wir uns als begrenzte Schöpfungswesen, keineswegs bereits alles unter einen Hut bzw Schirm kriegen i.S. der endlich alles umgreifenden Inklusivität der absoluten Christusherrschaft, wenn er alles in allem sein wird.

Wir dagegen sind noch in unseren engen Bahnen und begrenzten Lebensweisen, wo wir nur nach bestem Wissen und Gewissen unter biblischer Anleitung  zwischen wahr und falsch, Gott wohlgefällig und abfällig, zwischen Christlich und Unchristlich zu unterscheiden gebunden sind, damit gerade nicht unser, sondern sein Wille geschehe,[32] dass Kirchengemeinschaft Abendmahlsgemeinschaft bestimmt. Da unsere kirchlichen Bekenntnisse normativer Ausdruck unseres christlichen Glaubens ist, der die biblische Grundlage wahrheitsgemäß wiederspiegelt – auch gerade in der eschatologischen Spannung von dem bereits gegebenen und dem noch nicht erreichten – können wir auch keine diesen Glauben grundsätzlich hinterfragende und untergrabende Lehren und Handlungsweisen sanktionieren oder auch nur dulden. Die gilt es weiterhin abzulehnen, weil sie das eigentliche Glaubensfundament angreifen und gefährden. Darum hält Buchrucker fest:

Vor aller Liebe stehen die Furcht Gottes und der Gehorsam seinem Wort gegenüber. Davon wollen die Schwärmer nichts wissen, und deshalb sieht Luther in ihnen den Teufel am Werk.“ (S.254).

Das Bekenntnis ist nicht auf eine minimalistische Engführung einiger konsensfähiger Thesen zu reduzieren als sei das bereits genug (satis est), sondern bleibt als ganzheitliches Gefüge des christlichen Dogmas in ausführlicher Treue und gehorsamer Bindung, dass dem Mandat des Herrn Ausdruck verleiht:

„Lehret sie halten alles, was ich Euch befohlen habe“

Mt.28:20a

und die apostolischen Weisung befolgt:  

„Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, und das mit Sanftmut und Ehrfurcht, und habt ein gutes Gewissen, damit die, die euch verleumden, zuschanden werden, wenn sie euren guten Wandel in Christus schmähen. Denn es ist besser, wenn es Gottes Wille ist, dass ihr um guter Taten willen leidet als um böser Taten willen.“

1.Pt.3,15-17

8.   Gastfreundschaft – auch ohne Abendmahl

Abschließend einige praktische Anwendungen und Ratschläge angesichts der Anfragen und Proteste angesichts des geschlossenen Altars. Zuerst gilt in der christlichen Gemeinde der apostolische Grundsatz: „Seid allezeit gastfrei ohne Murren!“ (vgl. 1.Pt.4,9; Hb.13,2), wie das schon Abraham praktiziert hat (Gn.18) und in der Christenheit immer üblich war und bis heute ist. Diese Gastfreundschaft betrifft nicht nur und in erster Linie die Abendmahls- und Sakramentsgemeinschaft, wie sie anfänglich beschrieben und in den meisten christlichen Gemeinden sonntäglich gefeiert wird. Vielmehr geht es hier auch zuerst um die alltägliche Mahl- und Tischgemeinschaft für die, die hungrig und durstig sind i.S. z.B. der „Wittenberger Tafel“, die ja wiederspiegelt, was landauf und -ab läuft. Hier kriegen gerade diejenigen, die arm sind, Gelegenheit ihren Hunger zu sättigen, damit sie nicht hungrig bleiben, während andere betrunken sind bzw. sich in ihrem Überfluss kaum zu helfen wissen. (vgl. 1.Kor.11,21). Diese diakonische Einrichtung hilft in aller Barmherzigkeit, damit solche, die sich nicht helfen können, Hilfe bekommen. Das ist recht, billig und heilsam! Das ist noch mehr als bloßer Kirchenkaffee, der zwar gesellig sein kann, aber doch kein Ersatz für eine nahrhafte Mahlzeit ist. Hier können gerade solche Menschen, die sonst nicht viel haben und auf der Straße leben, aufgenommen und Anschluss an die christliche Gemeinde finden – gerade so wie die Brücke (Leipzig) es anbietet. Diese Gastfreundschaft ist offen für alle.

Eine christliche Gemeinde sollte sich überlegen, ob solche eine diakonische Anlauf- und Vermittlungsstelle nicht dem Evangelium angemessener ist, den Fremden gerechter wird und letztlich viel hilfreicher, nachhaltiger und weiterführender als eine prinzipiell offene Abendmahlsgemeinschaft für solche, die das gar nicht kennen und vielleicht auch nicht mal wollen, aber dem gruppendynamischen Effekt nicht leicht entkommen. Während es bei der Essenstelle tatsächlich darum geht, Gäste und Fremdlinge aufzunehmen, ihnen erste Anknüpfungspunkte zu vermitteln und sie mit der Gemeinde in Berührung zu setzen, so setzt die Abendmahlsgemeinschaft am Tisch des Herrn doch schon zutiefst Glaubenseinigkeit und Kirchengemeinschaft voraus. Diese beiden Lebensäußerungen der Kirche können nicht einfach übergangen und gleichgeschaltet werden. Beides braucht Einsatz, Arbeit und Vorbereitung.  Aber während das eine nur hungrige Mäuler braucht, setzt das zweite doch schon Katechese, Vorbereitung und vor allem den rechten, heilsamen Glauben voraus.  Während die Abendmahlsgemeinschaft Taufe voraussetzt, ebenso den alleinseligmachenden Glauben und die Einmütigkeit in der Sakramentslehre, so ist die Mahlgemeinschaft für Hungrige nur von dem Willen getrieben, dass die Menschen satt werden. Es werden bei der Essensausgabe keine konfessorische Bedingungen gestellt oder langfristige Zielvorstellungen aufgestellt. Erfolg ist, wenn die Menschen zu essen kriegen und satt werden.

Mein Bruder hat in Ohlangeni (KZN) ein Männertreff ins Leben gerufen, der einem deutschen Stammtisch gar nicht so unähnlich ist. Es wird Feuer gemacht, palavert, geschlachtet, gekocht, gebraten, gegessen und getrunken – und dann das Ganze noch mal von vorne.  Das ist kein Abendmahl, sondern ein Gemeinschaftsmahl. Da können Gäste und Fremdlinge miteingeladen werden. Da wird sich positioniert. Da wird widersprochen, argumentiert, hin- und her diskutiert. Und jeder weiß es schließlich doch besser. Wie beim Palaver halt, sprich am Stammtisch. Ziemlich anders als beim Abendmahl zu. Da wird die Liturgie verwendet – und keine Widerrede kommt auf. Alle sind sich einig, was hier empfangen und wie sich zu verhalten ist. Beide Gelegenheiten haben ihren Platz. Missionarisch ist das erste kaum zu übertreffen. Hier wird mit viel Zeit das verhandelt, was gerade auf dem Herzen und Zunge ist. Fragen können in Ruhe bedacht, behandelt und von allen Seiten beleuchtet werden. Eine ideale katechetische Situation. Das ist anders als beim Abendmahl. Da kann man nicht jeden 2. Satz befragen und auf seinen eigentlichen Sinn hin abklopfen. Dass hat man schließlich bereits in der vorhergehenden Katechese zu genüge behandelt. Jetzt gilt es zu empfangen und im Frieden seine Straße zu ziehen. Ich glaube, dass wir dieses auch eine hervorragende Möglichkeit bietet, Männer an die christliche Gemeinde zu führen. Ähnlich ließe sich das an der Konfirmanden- und Jugendarbeit, der Frauen- und Mädchenkreise veranschaulichen.

Gerade im missionarischen Kontext – und der ist schließlich längst auf 6 Kontinenten und überall mehr oder weniger gegeben – bietet solche Mahlgemeinschaft einen guten Einstieg zur Konvivenz (Sundermeier) mit der Zielrichtung, den Fremden zu verstehen, aber letztlich auch ihm respektvoll zu begegnen und mit ihm in guter Nachbarschaft zu leben.  Ob es dann dermaleinst dazu kommt, dass man zusammen das Abendmahl feiert, steht auf einem anderen Blatt, aber definitiv nicht an erster Stelle bzw. folgt nicht gleich nach der ersten Bekanntschaft. Eher sollte man da geduldig sein, abwarten und Tee trinken oder einen Frühschoppen oder eben doch den schwarzen Kirchenkaffee.  

Bezüglich ihres Abendmahls wird die Gemeinde und Kirche jedenfalls gut beraten sein, sich an Luthers Rat und Weisung an die Frankfurter zur halten. Sie wird sich für klare Worte, eindeutige Aussagen, differenziertes Auftreten und entsprechend seelsorgerliches Handeln gerade auch in Gottesdienst und eventueller Abkündigungen und Verlautbarungen stark machen. Norman Nagel hat die Mahnung Luthers kurz und knapp zusammengefasst[33] und ich gebe das paraphrasierend zum Abschluß wieder:

Nach der Einsetzung hängt alles vom Leib und Blut unseres Herrn unter dem Brot und Wein uns Christen zu essen und zu trinken ab. Einige in Frankfurt wollten das nicht bekennen. Sie redeten eher von unserem Herzenstun und was Christus bedeutet. Luther hingegen rät, dass wenn der Pastor mehrdeutig fabuliert, dann solle man ihn fragen, was er in der Hand hält und was er Dir in den Mund gibt. Wenn er da nicht Leib und Blut Christi bekennt, dann habe Du nichts mit ihm zu schaffen. Es ist nicht zu ertragen, dass am selben Altar verschieden bekannt wird. Einmal, dass Menschen hier mit dem Munde Christi Leib und Blut empfangen, während gleichzeitig andere Teilnehmer an demselben Ort genau das verneinen.

9.   Thesen zur Diskussion 

  1. Christen sind gastfrei und -freundlich. Darum nehmen sie Gäste und Fremdlinge auf.
  2. Sie segnen und geben gerne Gutes weiter. (vgl. Jak.2,15-16)
  3. Christen laden Gäste und Fremdlinge gerne zu sich nach Hause und an den Tisch ein – „und schenken ihnen voll ein“.
  4. Die diakonische Hilfe geschieht absichtslos, bedingungslos und kostenlos.  
  5. Tischgemeinschaft ist nicht gleich Abendmahlsgemeinschaft.
  6. Christi Einsetzung bestimmt das Abendmahl.
  7. Er lädt zu seinem hl. Mahl ein, bestimmt die Tischregel und hat die Hausordnung festgestellt.
  8. Nicht wir oder unsere Kinder/Gäste mit unserer zeitgenössischen Forderung & Vorstellung bestimmen.
  9. Die Hauptsache beim Abendmahl ist, was es nach Christi Einsetzung ist – nämlich sein hl. Leib und Blut unter dem Brot und Wein uns Christen zu essen und zu trinken von Christus selbst eingesetzt.
  10. In angemessener Seelsorge haben Kirchen und Gemeinden dafür zu sorgen, dass klar und deutlich gelehrt wird, was hier nach Schrift und Bekenntnis gefeiert, ausgeteilt und empfangen wird.
  11. Außerdem müssen sie ausdrücklich Auskunft geben, wie das würdig, recht und heilsam empfangen wird – und wer zugelassen ist und wer nicht.
  12. Abendmahlsgemeinschaft setzt Einigkeit der Glaubens- und Kirchengemeinschaft voraus d.h. Taufe, entsprechende Katechese und Kirchenzugehörigkeit.
  13. Abendmahlswürdigkeit ist mit dem Glauben an Christi Testament gegeben.
  14. Deswegen disqualifiziert letztlich vor allem und allein der Unglaube diesbezüglich.
  15. Jeder soll sich selber prüfen ehe er von diesem Brot isst.
  16.  Gleichwohl hat der Pfarrer eine besondere Hirten- und Seelsorgerpflicht, dass die Gemeindeglieder wissen, was sie hier Göttliches, Heiliges und vergebendes zu essen und zu trinken empfangen.
  17.  Pfarrer sind in besonderer Pflicht, dass niemand sich das zum Schaden nimmt (vgl. Anmeldung)
  18. Die Gemeinde hat die Aufgabe auf die stiftungsgemäße Verwaltung der hl. Feier zu achten.
  19.  Das beinhaltet auch, dass nicht nur Kirchenvorsteher, sondern alle Gemeindeglieder ihre Gäste und Verwandten über den Gottesdienst, insbesondere aber die Abendmahlstheologie und den Abendmahlsvollzug informieren und abfragen (katechisieren).
  20. Das ist vor allem die Aufgabe der Hausväter, die das bei ihren Kindern zu prüfen haben.
  21. Abendmahl wird zuerst und vor allem in der eigenen Gemeinde und Kirche gefeiert.
  22. Das seelsorgerliche Vertrauensverhältnis zum Beichtvater und Seelenhirten, das dieser nach bestem Wissen und Gewissen ausübt um zur entsprechenden Einschätzung des persönlichen Standes angesichts Gottes heiligem Willen und gnädiger Verheißung kommt, ist hier von unschätzbarem Wert.  
  23.  Abendmahl „unterwegs“ ist eine Ausnahme.
  24.  Zeitlich begrenzte „Gastweisezulassung“ ist ein Unding. Wer zum Abendmahl zugelassen wird, ist nicht mehr Gast oder Fremdling, sondern vielmehr Bürger und Hausgenosse.
  25. Wer das rückgängig machen will, fordert „Exkommunikation“.
  26.  „Abendmahlsnot“ ist keine Regel und kein Dauerzustand.
  27.  Not kennt bekanntlich keine Regeln.  
  28.  Es gibt berechtigte Abendmahlsverweigerung und gewünschte Abendmahlsenthaltung.

10.       Bücherliste: “Top-20”

  • Brege, Daniel J.: „Eating God´s Sacrifice. The Lord´s Supper portrayed in Old Testament Sacrifice” Lulu, Morrisville: 2010.
  • Buchrucker, Armin E.: „Theologie der evangelischen Abendmahlslieder.“ Martin-Luther-Verlag, Erlangen: 1987.
  • Closed Communion. Admission to the Lord´s Supper in Biblical Lutheran Perspective“ hg.v. Matthew C. Harrison u.a. Concordia Publishing House, St.Louis: 2017.
  • Elert, Werner: „Abendmahl und Kirchengemeinschaft in der alten Kirche hauptsächlich des Ostens“. Lutherisches Verlagshaus, Berlin: 1954.
  • Ders. „The Lord´s Supper today” übersetzt von Martin Bertram in „Closed Communion. Admission to the Lord´s Supper in Biblical Lutheran Perspective“ hg.v. Matthew C. Harrison u.a. Concordia Publishing House, St.Louis: 2017. S.353-390.
  • Junker, Thomas: „Vom Sinn der Abendmahlsanmeldung“ in „Ich will hintreten zum Altar Gottes“ FS für Hans-Heinrich Salzmann hg.v. Michael Salzmann u.a. Freimund Verlag, Neuendettelsau: 2003. S.87-99
  • Löhe, Wilhelm: „Abendmahlspredigten“ in „Gesammelte Werke. Ergänzungsreihe Band 1“ hg.v. Martin Wittenberg. Freimund Verlag, Neuendettelsau: 1991.  
  • Peters, Albrecht: „Realpräsenz. Luthers Zeugnis von Christi Gegenwart im Abendmahl“ in „Arbeiten zur Geschichte und Theologie des Luthertums“ hg.v. Wilhelm Maurer u.a. Lutherisches Verlagshaus, Berlin: 1960.
  • Pless, John: „The Lord´s Supper. Our life together in doctrine and practice” in „Closed Communion. Admission to the Lord´s Supper in Biblical Lutheran Perspective“ hg.v. Matthew C. Harrison u.a. Concordia Publishing House, St.Louis: 2017. S.227-246.
  • Nagel, Norman: „Closed Communion in the way of the gospel; in the way of the law” in „Closed Communion. Admission to the Lord´s Supper in Biblical Lutheran Perspective“ hg.v. Matthew C. Harrison u.a. Concordia Publishing House, St.Louis: 2017. S.75-83.
  • Sasse, Hermann: „Altar fellowship, church fellowship and ecclesiastical federation” übersetzt von Matthew C. Harrison in „Closed Communion. Admission to the Lord´s Supper in Biblical Lutheran Perspective“ hg.v. Matthew C. Harrison u.a. Concordia Publishing House, St.Louis: 2017. S.391-411
  • Ders. „Corpus Christi. Ein Beitrag zum Problem der Abendmahlskonkordie“ Missionsverlag, Erlangen: 1994.
  • Ders. „Selective fellowship“ in „Closed Communion. Admission to the Lord´s Supper in Biblical Lutheran Perspective“ hg.v. Matthew C. Harrison u.a. Concordia Publishing House, St.Louis: 2017. S. 413-434.
  • Ders. „This is my body. Luther´s contention for the Real Presence in the Sacrament of the Altar”. Open Books, Adelaide: 1977.
  • Schöne, Jobst: „Das essbare Heil. Was Martin Luther vom heiligen Abendmahl bekennt“ in „Gültiges in Erinnerung rufen. Beiträge zur lutherischen Theologie.“ Edition Ruprecht, Göttingen: 2010. S.145-155.
  • Ders. „Hirtenbrief zum Gottesdienst und zum Altarsakrament“ in „Gültiges in Erinnerung rufen. Beiträge zur lutherischen Theologie.“ Edition Ruprecht, Göttingen: 2010. S. 157-170.
  • Sommerlath, Ernst: „Luther´s teaching on the Lord´s Supper” übersetzt von Albert B. Collver in „Closed Communion. Admission to the Lord´s Supper in Biblical Lutheran Perspective“ hg.v. Matthew C. Harrison u.a. Concordia Publishing House, St.Louis: 2017. S.221-225.
  •  Stephenson, John R: „The Lord´s Supper” in “Confessional Lutheran Dogmatics” Bd.xii hg.v. Stephenson, J.R. Luther Academy, Ft.Wayne: 1999.
  • Voigt, Hans-Jörg: “Lutherisch Abendmahl feiern.“ Edition Ruprecht, Göttingen: 2012.
  • Von Zezschwitz, Carl A.G: „The churchly norms for legitimate altar fellowship. In refutation of Rietschel´s `Fellowship in the Lord´s Supper´” übersetzt von Shawn Barnett u.a. in „Closed Communion. Admission to the Lord´s Supper in Biblical Lutheran Perspective“ hg.v. Matthew C. Harrison u.a. Concordia Publishing House, St.Louis: 2017. S.85-144.

Endnotes

  1. [1] Der Verweis auf die viel besseren Werke anderer, die mehr geeignet und akademischer zugerüstet sind, ist nicht nur eine passende Löhe´sche Wendung, die guten Lutherischen Grund beim Reformator selbst hat, aber es ist nicht nur eine Floskel – sondern nüchterne Feststellung. Ebenso wie die Erkenntnis, dass man ja dennoch Teil des Gesprächs sein kann. Man kann das eine tun und das andere nicht lassen. Darum schon hier der Verweis auf weiterführenden Schriften, Aufsätze und Monographien am Ende dieser kurzen Einführung.  
  2. [2] Vgl. Georg Schulz: „Die Religion der Zulu“ in „Ich will hintreten zum Altar Gottes.“ FS für Hans-Heinrich Salzmann hg.v. Michael Salzmann u.a. Freimund Verlag, Neuendettelsau: 2003.   S. 17-28.
  3. [3] Meine Weberschen Vorfahren („KwaWeber“ – die zu den Webers gehören) waren in 1862 nach Zululand gekommen. Siehe Weber, Wilhelm: „Biographische Notizen zur Mission: Ein Hermannsburger in Zululand (Fritz Weber 1862-1888) in „Heilvolle Wende“ hg.v. Werner Klän & Christoph Barnbrock. Oberurseler Hefte Ergänzungsband 5. Edition Ruprecht: Göttingen, 2010. S.134-162.
  4. [4] Vgl. dazu den missionologischen Klassiker des schwedischen Bischofs von Bukoba Bengt Sundkler: „Bantu prophets of South Africa“, den etwas optimistischeren Überblick des deutschen Missionars Hans-Jürgen Becken: „Wo der Glaube noch jung ist“ oder die aktuelle Dissertation von Eliot Sibongisile Sithole: „The contributions of African Independant Churches (Zionist-Apostolic) to the communication and contextualisation of the Gospel in Natal (South Africa) using Beliefs of African Tradtional Religion“ CTS Ft.Wayne 2014. Die sogenannten „Afrikanisch initiierten unabhängigen Kirchen“ sind zumeist Synkretisten, die biblisches und heidnisches Gedankengut vermischen z.B. „Ibandla lamaNazaretha“, „die Gemeinde der Nazarether“ unter der Führung des Propheten Isaiah Shembe)
  5. [5]Digne manducare est eucharistia uti eo modo et in eum finem, sicut ab ipso filio Dei institute est
  6. [6] Kurt Marquart: „The Lord´s Supper“ 1984 in Marquart´s Works Vol.7 Worship and Liturgy Ed. Hermann J. Otten 2014. KM writes: “We have to take it at face value” (S.74). Luther was not interested in “Rechthaberei”. “For him the Sacrament was the life of the Church, and it was his own life.
  7. [7] Johannes 6
  8. [8] Pharmakon athanasian
  9. [9] „Der Christliche Glaube. Grundlinien der Lutherischen Dogmatik.“ Hg.v. Ernst Kinder. 3.Aufl. Furche-Verlag: Hamburg, 1956. S.373.
  10. [10] Evangelisch-Lutherische Kirchenagende Bd.1. 1997. Hg.v.d. Kirchenleitung der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Herder: Freiburg u.a. S.282.
  11. [11] Vgl. Tuumo Maanerma und die geschichtliche Relativierung des kirchlichen Dogmas: Damals ja, aber heute geht das so nicht mehr …  wie das dann in der Leuenberger Konkordie fest- und vorgeschrieben wurde.
  12. [12]No longer church divisive” S.85.
  13. [13] Vgl. Gene Veith: http://www.patheos.com/blogs/geneveith/2018/10/the-hermeneutic-of-harm/?utm_medium=email&utm_source=BRSS&utm_campaign=Evangelical&utm_content=247. Er schreibt: „What is understood as authoritative is not interpretive tradition, the plain meaning of the text, or the overarching message of Scripture: what is understood as authoritative is any given individual’s classification of a given principle as “good” or “bad.” The hermeneutic of harm is, in a very real sense, the fullest flowering of Christian Smith’s “moralistic therapeutic deism.” (It also likely goes hand-in-hand with various trends on university campuses, which Greg Lukianoff and Jonathan Haidt ably discuss in their recent book “The Coddling of the American Mind.”)” Er führt fort: “The hermeneutic of harm begins with the position, then goes back to the Bible to construct a tortuous reading that supports that position. This would seem to be the opposite of accepting the Bible’s authority.  It imposes one’s own authority, along with the authority of current cultural trends, onto the Bible.”
  14. [14] Ebd. S.368f. Vgl. S. 379: „Aber wir dürfen die Augen nicht vor der Tatsache verschließen, daß innerhalb der Kirche und der Theologie die Einfalt immer wieder von Zwiefalt bedroht und zerstört wurde. Eine kritische Abgrenzung dagegen ist unerlässlich.“
  15. [15] Thomas Junker: „Aber die Sorge um die Selbstprüfung wird der Gemeinde als Ganzer auferlegt.“ S.90.
  16. [16] Hirtenbrief S.170.
  17. [17] Ebd. S.369.
  18. [18] Ders. ebd. S.370.
  19. [19] Der Apostel Lukas schildert diesen Zusammenhang der verschiedenen Mahlzeiten und Feierlichkeiten mit seinem terminus technicus „Brot brechen“, der in seinem Doppelwerk nicht nur das Abendmahl (cf. 22:19), sondern eben auch die Wunderbare Speisung der Fünftausend (cf. 9:16), das Mahl mit den Emmaus Jüngern (cf. 24:30), das der Urgemeinde in Jerusalem (cf. Ac2:42) und die paulinischen Höhepunkte bei der Wiederbelegung des Euthychus (cf. Ac.20:7) und bei der wundersamen Errettung beim Schiffbruch (cf. 27:37) bezeichnen.
  20. [20] Vgl. William C. Weinrich in seinem Johanneskommentar der Concordia Exegetical Series.
  21. [21] „Überlegungen und Gedanken zu Fragen von Kirche und Kirchengemeinschaft“ (Klän 2007: Lutherische Identität in kirchlicher Verbindlichkeit. S.29)
  22. [22] Kurt Marquart : “Cold Churches, like cold butter, don´t spread very well” S.87
  23. [23] Erinnert in etwa an das heidnische „Fingerzeigen“ (i.S. vom exorzistischen „Pointing-out“/“uKomba“) oder „Erriechen“ (Smelling out) der bösen Geister, Hexen oder Übeltäter, die bei der Feststellung natürlich ihrem Vernichtungsurteil der öffentlichen Hinrichtung anheimfallen z.B. „necklacing“.
  24. [24] Schmalkadische Artikel III,ix.
  25. [25] Die Pointe bleibt: “In Holland everything changes, except bread and wine!” (Kurt Marquart S.61) Für Luther gibt es „keine Gemeinschaft im Sakrament bei verschiedener Lehre vom Sakrament, bei verschiedenem Glauben an das Sakrament und bei nicht stiftungsgemäßer Verwaltung des Sakramentes.“ (Buchrucker S.253)
  26. [26]Lord, may Thy body and Thy blood be for my soul the highest good!” (Lutheran Service Book 619)
  27. [27] Buchrucker S.240 vgl. 244
  28. [28] Lochmann, Hans und Peter (Hg): „Einsame Wege. Seit 150 Jahren selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche. Aus 150 Jahren Verstreutes.“ Selbstverlag der Herausgeber: Köln/Düsseldorf, 1980
  29. [29] Von daher war die rassistische Trennung am Altar Gottes von „schwarzen und weißen“ Glaubensgeschwistern im Rahmen der Apartheid eine schwere Verfehlung, die zurecht als zu überwindende Sünde der „schwachen und irrenden“ im deklarierten statu confessionis angeprangert wurde – und nicht nur von Hopf.  Dass dennoch lieber Kirchengemeinschaft zwischen Volksgenossen gesucht und gefördert wird als zwischen konfessionellen Geschwistern, bleibt angesichts dieser ausdrücklichen eine kirchliche Herausforderung, wenn nicht sogar ausdrückliche Bürde und Schuld.
  30. [30] Vgl. Thomas Junker zitiert die „Didache“ (Lehre der 12 Apostel): „Doch niemand soll essen und trinken von eurer Eucharistie außer denen, die auf den Namen des Herrn getauft sind. Denn auch darüber hat der Herr gesagt: Gebt das Heilige nicht den Hunden.“ S.89f hz7.
  31. [31] Es sprengt den Rahmen dieses Durchgangs auf die Überlegung zur sogenannten „Allversöhnung“ (Karl Barth: apokatastasis pantwn) bzw zur gnädigen Heilswirkung des Hl. Geistes außerhalb der Kirche und unabhängig von seinen Gnadenmitteln in den Religionen, Ideologien und selbst im Atheismus (Karl Rahner: Anonyme Christen) einzugehen.
  32. [32] Bei der Konstituierung der „Lutherischen Kirche im südlichen Afrika“ (LCSA 1967 in Roodepoort, W.Transvaal) wurden nationale Grenzen und rassischen Merkmale bewusst außer Acht gelassen. Das wurde gegen den Vorschlag aus Deutschland beschlossen, die den Namen „Lutheran Bantu Church in South Africa“ favorisierten. Südafrikanische Lutheraner waren überzeugt, dass diese politische Einschränkung nicht der konfessionellen Weite entspräche, die neben Bürgern aus Swasiland und Botswana grundsätzlich, wenn auch nicht selbstredend Amtsbrüder/Gemeindeglieder aus unterschiedlichen Völkern, Rassen und Nationen gerade auch unter der herrschenden Apartheidsregierung beheimatete. Ob dieser klare Grund mehr dem guten Willen als der Wirklichkeit entspricht, lässt sich auch am Mit- bzw Nebeneinander der „Kirchen auf festem Glaubensgrund“ vor Ort ablesen, die auch nach 30 Jahren Demokratie mehr parallel bestehen als progressiv aufeinander zu gehen. Das obwohl Pastoren und Missionare dieser Schwesterkirchen im ILC sich schon 1972 in Shelly Beach, KZN einmütig dazu verpflichtet hatten, „Gelegenheiten der Zusammenarbeit zu suchen und fördern.“ Vgl. die abschließenden Anregungen „Auf dem Weg der Freiheit für Lutheraner in Christi Mission“ in meinem Aufsatz: „Freiheit nachgefragt bei Luther und Hopf“ in „Die einigende Mitte“ FS für Werner Klän hg.v. Christoph Barnbrock & Gilberto da Silva in Oberurseler Hefte Ergänzungsband 20. Edition Ruprecht, Göttingen 2018. S.600f
  33. [33] Pg. 81-82.

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Most joyful Holiday of the Lutheran Reformation

That was my best Reformation festival in Wittenberg so far. It´s just getting better all along. What a rich heritage we have and great that the Saxony-Anhalt people celebrate it with a special holiday too. From early in the morning, when our house visitors started off the commemoration at the Castle church door – reading Luther´s 95 Thesis – and thanking the triune God for the blessings of the Lutheran Reformation, which brought the gospel back to light and put on a high pedestal in the heart of Europe so that it would shine across the globe – right until late in the evening, when the market had quieted down, visitors returned home and we closed off the evening with good Lutheran friends in the local “Brauhaus”.

Orders of service early in the morning at the Castle Church.

It still seems strange to me, that at prime-time P. Martin Schmidt (Kirchenratspräsident der Evang.-ref. Kirche des Kantons St. Gallen, Switzerland) would preach in St. Marys and elaborate the various reformations in Switzerland and how St. Gallen was somewhat closer to Luther´s Wittenberg than Zwingli´s Geneva. However, if you recall, that at the big celebrations in 2017 it was a Methodist Bishop from Zimbabwe, who got that spot. It´s not so surprising, if you recall, that since 1817 this really is a union church – combining both Lutheran and Reformed confessions in one institution. Well, he was preaching to a full house. I thought, that only happens Christmas. So, I was rather surprised to land up somewhere in the side isles as the center isles were all occupied when we arrived in good time. Still, I had a good view of the pulpit and of the many people in church singing strong Lutheran Hymns accompanied by our friend Reichenberger on the organ.

We sang Psalm 46, which is the basis for Luther´s “A mighty fortress is our God…”, as Introit responsively and then Luther´s version after the sermon alternately with the choir. To confess our creed, we used Luther´s “Glaubenslied”: “We all believe in one true God…” and during the offering the remarkable conversion story of our Reformer juxtaposed with the doctrine of Justification: “Nun freut euch lieben Christen g´mein”. We actually sang all ten stanzas – and that was special too. After this service, we strolled through Wittenberg, which was bustling with the Reformation fair on the market square. Lots to see, eat and drink. Plenty people and most lovely atmosphere.

In the afternoon, we joined about 100+ people in the Bugenhagenhaus for a basic refresher on Luther´s life and work: “Luther für Einsteiger.” Dr. Johannes Block introduced 38 stations of Luther´s life depicted by Gustav König in 1851, whilst Professor Michael Stolle interspersed little jewels on a grand piano and accompanied us singing some Lutheran treasures like “Die beste Zeit im Jahr ist mein…” and a lector played “Luther´s voice” – reading a running commentary by the Reformer. All in all it reminded me very much of my father-in-law´s “Christenlehre” on two consecutive Sundays commemorating the Reformation and going through P.Johannes Schnackenberg´s reader on this pivotal period, person and place. There was enough food for thought to keep us well through the festive concert in the evening before we finally go to the celebrants in the Brauhaus. All in all – a perfect Reformation Festival for sure.

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„Tief ist der Brunnen der Vergangenheit…“ (Thomas Mann)

Lukas Cranach d.J.: “Arbeiter im Weinberg”. Epitaph für Paul Eber (+1569) Familie (1573-1574)

Die „Alte Lateinschule“ (Siehe https://oldlatinschool.org/)  ist nun schon fast 5 Jahre „so schön wie nie!“  Am 3.Mai 2020 feiert sie bereits zum fünften Mal: „Reformationsfest“, die doch schon 1564 erbaut wurde und heuer zum 455x „Hausweih“ feiern kann. Vielleicht ist es an der Zeit in die Zukunft und deswegen an eine „Neue Englischschule“ zu denken oder zu mindestens an „St. Michael und alle Engel“. Das würde sicher ganz gut in die Nachbarschaft von St. Marien und Fronleichnamskapelle passen. Bei uns sind die willigen Boten von Gottes Wort und Luthers Lehr wachsam über Eingangsportal, posaunenblasend um den Kapellenaltar und jubilierend an der Krippe im Treppenhaus platziert. Jahrtausende schon sind sie in göttlicher Mission unterwegs – und noch heute tönt es froh in alle Welt hinaus: „Allein Gott in der Höh´ sei Ehr und Dank für seine Gnade!“  

Die „Alte Lateinschule“ ist in guter Gesellschaft. Täglich sammeln sich in dieser Stadt Menschen um Gottes Wort und Luthers Lehr, die hier in mancherlei Gestalt gepredigt, gelehrt, gesungen, gebetet, gespielt, gemalt und getrieben wird. Das geschieht natürlich wöchentlich am Tage der siegreichen Auferstehung unseres Herrn, wenn im Gottesdienst sein Wort laut gelesen, gepredigt, ausgelegt, verkündigt, gehört und geglaubt wird. Im heiligen Abendmahl wird unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi heiliger Leib und sein kostbares Blut für uns gegeben und vergossen unter dankbarem Singen und andachtsvollem Beten gegessen und getrunken – zur Vergebung der Sünden und zur Besserung unseres sündlichen Lebens. Es wird mit der ganzen Christenheit auf Erden der wahre Glaube gehalten, geglaubt und bekannt mit Worten des Nizänischem und Apostolischem Glaubensbekenntnis, manchmal sogar mit dem Athanasianischem.

Es wird auch unter der Woche täglich mehrmals gesungen und gebetet, georgelt und geblasen. Sogar afro-amerikanischer Gospel erklingt hier im Zentrum des alten Europas und seit kurzem auch quicklebendiger Jazz. So hörte ich zum ersten Mal in meinem Leben die alte Weise „O Haupt voll Blut und Wunden“ bei „Blues Night“ auf Saxophon, Schlagzeug und Klavier. Eine tief bewegende Geschichte – Freitagabend um kurz vor Mitternacht – mitten in der Lutherstadt Wittenberg. Tagein- tagaus gibt es Tagzeitengebete. In Deutsch und English, vielleicht manchmal auch in Spanisch und Russisch. Die Glocken bei Katholiken und Evangelischen begleiten das Flehen im Geist und in der Wahrheit mit Geläut und Gebimmel – je nach Umfang und Größe der betroffenen Schallkörper. Bei uns passiert das meist leise und unscheinbar. Doch unser himmlischer Vater, der ins Herz und Verborgene sieht, hört auch das Gebet im kl. Kämmerlein nach der gnädigen Verheißung seines eingeborenen Sohnes, unseres wahren Bruders, dem lieben Sünderheiland IX.   

Die Kirchen sind allesamt feierlich geschmückt und täglich geöffnet. Da strömen, laut statistischem Befund des Tourismusbüros, 500 Übernachtungsgäste täglich zur Lutherstadt Wittenberg herein. Da sind die Fahrradfahrer auf dem Elberadweg noch nicht mal mitgezählt. Meistens bleiben diese Wandervögel nur eine Nacht. Die meisten bewundern Cranachs Altar von 1546 in der Stadtkirche. Viele lassen sich vor der Thesentür fotografieren. Alle, glaube ich, freuen sich über die gelungene Renovierung von Stadt und Kirchen. Einige finden den Weg zu uns in den Buchladen und die kl. Kapelle neben dem Bugenhagenhaus. Die meisten davon sind voll des Lobes und der Dankbarkeit über dieses Kleinod mitten in der Altstadt.  

“Einen anderen Grund kann niemand legen als der gelegt ist in Jesus Christus – unserem Herrn”
1.Kor.3,11

Bei dem weltweit einmaligen Phänomen vier Weltkulturerben in nur einer Straße bewundern zu können, gibt es ziemlich viel zu verdauen. Empfehlenswert ist ein entspannter Aufenthalt. In einer Woche könnte man das Sehenswerteste ansatzweise mitkriegen, um es zu bedenken, bereden und als positive Erinnerung und Erfahrung zu behalten und mitzunehmen. In der Stadt gibt es über 1, 500 Gästebetten. Davon stehen 25+ in der Alten Lateinschule. Einzelbuchungen und Kleingruppen nehmen wir gerne an – telefonisch unter  03491-420 290 oder per Email admin@oldlatinschool.org oder auf dem Postweg: Jüdenstraße 38, D-06886 Lutherstadt Wittenberg.

Unsere Stadt hat knapp 50 Tausend Einwohner. Davon gehören knapp 20% zur Kirche. Die meisten sind Evangelisch, aber ein paar tausend sind noch Katholisch, so wie unser ehrenwerter Herr Ministerpräsident Haselhoff, dessen Familie bereits vor der Reformation hier ansässig war. Die christliche Minderheit spielt eine positive Rolle in Kirche und Gesellschaft und zwar weit mehr als ihre statistische Zahl vermuten ließ. Das hat mich zuerst überrascht. Doch entspricht es wohl dem verheißungs- und wirkungsvollen Zuspruch unseres Herrn Christi: „Ihr seid das Licht der Welt. Ihr seid das Salz der Erde!“ bzw: „Ohne mich könnt ihr nichts tun, aber wer in mir bleibt, der bringt viel Frucht!

Unser Haus – die Alte Lateinschule – steht mitten drin in der Altstadt. Gleich neben der Stadtkirche und dem Marktplatz. Zentraler geht kaum. Noch sind wir neu hier. Die SELK hat zwar lange einen Predigtplatz hier in der Stadt gepflegt, aber es waren meist nicht mehr als 2 oder 3 versammelt in seinem Namen. So ist es geblieben. Dennoch werden wir freundlich aufgenommen, zu vielen Veranstaltungen in Stadt, Gesellschaft und Kirche eingeladen. Da wollen wir uns als verantwortungsvolle Bürger erweisen und nicht das uns anvertraute Pfündlein aus schmählichem Kleinmut und Unglauben vergraben. Vielmehr es gerne einsetzen und -bringen.  Hüten müssen wir uns vor der Hybris der Selbstüberschätzung. Was in diesen Landen über Jahrhunderte verloren gegangen ist oder vielleicht niemals angekommen war (Siehe Luthers Klagen seinerzeit!), wird nicht Übernacht programmier- und machbar sein. Vielmehr wollen wir dem Herrn in den Ohren liegen und bei ihm Hilfe und Rettung suchen: „Herr, erbarme Dich uns und alle Welt!“ Er kann schaffen, was er will – und ins Leben rufen, was nicht ist, dass es sei!

Meine Vorgänger haben die folgenden Punkte als vorläufige und ausbaubare Zielvorstellungen des Hauses formuliert, denen es nachzustreben gilt:

  1. Aus- und Fortbildung: Studentenaustausch, Seminarbetrieb und Forschungszentrum
  2. Mission und Evangelisation: Gottesdienst, Katechese, Seelsorge und Bibelarbeit. 
  3. Zentrum für das konfessionell an das Konkordienbuch gebundenes Luthertum (ILC)
  4. Internationales Gäste- und Besucherzentrum: Gastfreundschaft und Willkommenskultur

Die Missouri Synode unter Präsident Matthew Harrison hat hier in Zusammenarbeit mit der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche und Bischof Hans-Jörg Voigt erfolgreich ein kl. Prachtstück saniert, das sich in der kirchlichen Landschaft Mitteldeutschlands sehen lassen kann.

Ich bin dankbar für das Vorrecht in dieser Alten Lateinschule eingesetzt zu sein und ermuntere Sie gerne, diese Glaubenseinrichtung und kirchliche Institution im Gebet und Fürbitte mitzutragen. Wenn Sie wollen, freuen wir uns auch über Ihre finanzielle Unterstützung unter International Lutheran Society of Wittenberg IBAN DE05 8607 0024 0822 2135 00 BIC (SWIFT) DEUTDEDBLEG.

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Morning has broken …

Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn“ Roughly translated to fit the music it could go like this “From sunrise to sunset, we laud the good Lord and God.” So, why not join and sing that too in accordance with Luther´s advice “Then go joyfully to your work singing a hymn, like that of the 10 commandments, or whatever your devotion may suggest.” (LSB 327)  That must be one of the first circular canons I learnt at Uelzen Primary. Well, thank God for he gives us ample reason to praise him and thank him for all his goodness and mercy, which is new every morning.

Much like that grumpy old farmer learnt, when he finally went to some councilor and/or therapist “as all was getting just too bad and far too gloomy”. Well, the advice he got, was to put some stones into one pocket and whenever he came upon something positive, he should move one of those pebbles into another pocket in his overall. It didn´t take too long and he was back at the good doctor: “I am a happy and grateful man! Initially it took some time, but as my eyes were opened for the good things around me and my ears attuned to the good stories in life, I could hardly move the stones fast enough!”

Well, it´s very much like my time here. In the beginning I wanted to limit myself to one good story a day, however, on some days that´s just not enough. Take yesterday for instance. It just overflows with good things. In my case that means mainly good encounters and meetings. Admittedly I am in a rather fortunate position at the Old Latin School: Open doors, people walk in and are looking for someone … and look and behold – there I am. Some like my cap, some prefer the books, most talk about Luther and so we´re right in my ballpark.

Yesterday’s round was kicked off by a couple from Baden. They were looking for something to take home to their father. Something like the Luther statue on the shelf – just a bit smaller. Not a keyring either – even that was too big. In the end, we discussed one of the books on my desk – and I could share, what I´ve read and listen to their critical take on it. Discussions like that lead from this to that and so we ended up studying the “Luther rose”, which we offer for sale in various forms, but also give away as a memento to our visitors. They knew the inscription on St.Mary´s north entrance by heart: Des Christen Herz auf Rosen geht und wenns mitten unterm Kreuze steht  – and that was a good place to end up by most counts. I wonder, if they took that to their father?

Just before noon a pilgrim came in – rucksack and all. He was a catholic from Paderborn and doing the Luther trail from Wittenberg to Brehna. He had lost his wife 12 years ago and since then he did these pilgrimages without her. This day he was to leave Wittenberg and go to Kemberg, which is only about 10km from here. He got right to the matter – asking about the purpose of this house and what Lutheran churches the SELK and the LCMS are. We really got talking on the topic of pope Francis (the Jesuit revolutionary) and the meaning of Vatican II´s depiction of the church as God´s people on the go: “The Church, while on earth it journeys in a foreign land away from the Lord, is like in exile. It seeks and experiences those things which are above, where Christ is seated at the right-hand of God, where the life of the Church is hidden with Christ in God until it appears in glory with its Spouse.” (Lumen gentium 49) He gave me some references to ponder. Like the Priest Willi Kraning (Magdeburg: “Jakobsweg in Sachsenanhalt”) and the catholic paper: Christ in der Gegenwart with the remarkable essay by Professor Wolfgang Beinert about the church constituting aspects of the Eucharist. I don´t agree with WB ideas on the holy priesthood and women´s ordination, but appreciate the emphasis on the effective sacraments as “wirkmächtige Tatsächlichkeiten”. He also shared the overview of his pilgrimage and left me a little postcard with some encouraging thought and the bible verse from Isaiah 40:31. In exchange I handed him some pamphlets of “Amt für Gemeindedienst” (Office for congregational services) – especially the reader “Kirche auf festem Glaubensgrund” (Church on firm confessional foundation) – and recommended the little cafe “Klatschmohn” after the noon prayers in the city church.

It goes without saying, that some people don´t come into the Old Latin School. Some look at our signage and move on. Others photograph the Latin inscriptions or look at the various information stands; others just want to use the bathroom, whilst some actually enter the bookstore and with these we try to make a connection. A single morning goes by quickly, especially if the cleaners ask for new orders just after you thought you´re done. The postman can´t make out the address “Luther´s Sterbehaus” (Luther´s Deathhouse) and inquires, whether that´s your place just as you try to comprehend Weinrich´s commentary on the first chapters of St.John´s gospel. It´s all part of the mornings at the Old Latin School.

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My pastor likes Chinese…

My pastor likes Lutherstadt Wittenberg. He´s here frequently – doing divine services at the Old Latin School and/or taking a break from pastoral chores back home at St.Luke´s in Leipzig. So he knows his way around and good spots to eat well. He prefers the Chinese restaurant “Fuh Lam Mun” down the road – about 150 steps. So you stroll leisurely over cobble stones past the oldest evangelical parsonage in town – the Bugenhagen-House – and past the newest offices of the Lutheran World Federation just opened this year. Actually, the Chinese restaurant it´s run by a Vitnamese couple for a good number of years. He´s in the kitchen cooking up a storm and she serves the guests with aplomb. They´re do a good job and are successful by the looks of it. When they are off work, he chauffeurs her in a big black shiny Mercedes 450 GLE. Good for her!

Reminds me a bit of when Obelix asks his British host: “Was that tweed jacket expensive?” and the response is: “My tailor is rich!” However, the food at the Chinese is not pricey and if you compare it with other Wittenberg cuisine it´s very competetive. Perhaps the appropriate comparison, would be my father´s story about the 2 butchers in Ventersdorp (West-Transvaal) decades ago. The first would serve prime cuts: Whites only! The other was open to serve whatever, chicken feet/heads, innards, cheap cuts and that to anybody – even for a few cents. After some time, the first butcher was bankrupt, the other was doing just fine. Business is business. Our Chinese restaurant in the Jüdenstraße – one of several in Wittenberg – is doing just fine – and perhaps you even get chicken small if you really ask for it.

There´s always seems to be room for more guests – even on Sundays, but that´s no indication, that the service is bad or the food not good. On the contrary, there are normally big family gatherings going on. People doing birthdays or some other celebration. Still, the lady of the house manages all and always finds a place for you to settle down too – just as if she was a sergeant major in her previous life used to solving issues and doing things right. The chairs are comfortable with thick cushions and the general atmosphere is heavy Eastern – lots of thick carpets, colourful lanterns, golden Buddhas and outlandish tapestries. It muffels the sound levels. It´s muted, soft-spoken and relaxed. The music is oriental, exotic – never too loud nor too exiting.

The food is traditional chinese cuisine with the normal offers of beef, pork, chicken, duck and/or sea-food, good helpings of rice, dumplings and/or noodles with all sorts of vegetables and served in variations of sweet/sour, hot, medium and just plain bland. There´s the normal range of soups, but also teas like Jasmine, Green etc, all sorts of cool drinks, sodas, beers and a short wine list – including rice wine. The cooked food portions are huge, tasty and fresh – even if you are acquainted with American servings. You really do get your money´s worth. Even in Wittenberg, which is lots cheaper than Leipzig or Berlin, it still compares favourably. You can see the cook standing at the stove, but theres good ventilation and no stale smells of yesteryear. A nice place to go eat – especially in winter, because there is no place to sit outside in a summer garden or the like as we like doing if there is a chance.

The waitress doesn´t do chit-chat. But ask her about her daughter in Leipzig and you´ve hit the sweet spot. That´s her pride, hope and joy. Since then, we´ve also become friends even though we´re not on first name basis yet.

No small wonder P. Fisher likes this place. We do too. It´s private. The food is good and plentiful. The service impeccable. And you don´t have far to return to the Old Latin School. So, if you´re in town for a time – and you´ve had your fill of German fare – try Fuh Lam Mun. I recommend it and give it a good 4 out of 5.

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Job 23: Looking for justification…

Oswald Bayer makes a point of illustrating man´s common pursuit for justification in our time. He goes a long way to prove, that that is a general and practically universal human endeavor, despite others pushing the agenda, that this sort of justification is no longer of concern to modern man and Dr. Martin Luther´s search for a gracious God has become outdated and highly irrelevant to people in our day and age. Rather, they would have us believe, that the real issue today is about meaning – and what Schleiermacher touts as “what ultimately concerns me!” Sunday´s sermon on Job 23 underlines Bayer´s point and reading P. Michael Voigt´s sermon shared from Guben in the local sermon-chatgroup (SELK Predigtwerkstatt), I would argue, that it´s very much today´s story and issue still. “Just words” by Jack Preus illustrates this point quite convincingly too.

Just Job explains to his friends, how he tries by all means to justify himself before God. He is convinced, that if he could find him, he would be able to prove his innocence before the supreme judge. Because God is just, he would justify just Job too. That´s Job´s point – and we know from the introduction to this biblical book of the Old Testament, that it is a valid one and no exaggeration. Even God acknowledges Job´s righteousness in the heavenly courtroom. But, and this is part of the problem, God is not easily located by Job or any human for that matter. In fact, he´s not to be pinpointed by us at all – if God doesn´t in his magnanimity let us find him. So, Job just doesn´t come face to face with God. That´s part of Job´s predicament – and not the smallest one. He does not find God, although he looks in every direction – north, south, east and west. God´s just not to be found by our endevours – even if we go to great lengths to get our hands on him. Just look at all the monuments and structures, localities and sanctuaries, where people try to tie God down. He remains invisible, incomprehensible and out of touch. Yet, God is there, but not for him. God is everywhere, but is found only, when he reveals himself out of his hideness. His remoteness and hideness remains a serious afflication to the faithful throughout the ages. That ´s why Elijah pleads with God: “Let me see Your face!”

God on the other hand, knows Job – and each one of us – very well. He´s familiar with all of Job´s ways. And, who are we, to blow against the wind. We´ve got not one thing to hold against God. For, God is God and Job is Job. God has his way with Job, but not the other way round. As sinners, there are always too many rightous and lawful fingers pointing at us: “You are the man!” as we hear in the OT lesson describing the prophet Nathan´s righteous accusation of the adulterous and murderous king David (cf. 2.Samuel 12:1-10) In the end, that´s why Job fears God. It´s not just about this or that, not just darkness, but God himself in his absolute holiness, who frightens Job and makes his heart scared and even loose hope. Who are we to blow against the wind?

It´s even worse in the big conundrum of innocent suffering. Innocent people suffer bad things. It is, the way of this fallen world. Things are just not perfect anymore. Rather, suffering of the innocent has become part of our world – and that is why the faithful cry out to their God in their pain and hurt and wrong suffering. This is essentially summed up in the lament of our Lord on the cross: “My God, my God, why hast though forsaken me?” The prophet Isaiah elaborates and puts it into these profound words for us in the passion passage chapters 52-53 describing the ultimate suffering servant and innocent lamb of God:  Jesus Christ +

He was despised and rejected by men,
    a man of sorrows and acquainted with grief;
and as one from whom men hide their faces
    he was despised, and we esteemed him not.

Surely he has borne our griefs
    and carried our sorrows;
yet we esteemed him stricken,
    smitten by God, and afflicted.
But he was pierced for our transgressions;
    he was crushed for our iniquities;
upon him was the chastisement that brought us peace,
    and with his wounds we are healed.
All we like sheep have gone astray;
    we have turned—every one—to his own way;
and the Lord has laid on him    the iniquity of us all.

He was oppressed, and he was afflicted,
    yet he opened not his mouth;
like a lamb that is led to the slaughter,
    and like a sheep that before its shearers is silent,
    so he opened not his mouth.
By oppression and judgment he was taken away;
    and as for his generation, who considered
that he was cut off out of the land of the living,
    stricken for the transgression of my people?
And they made his grave with the wicked
    and with a rich man in his death,
although he had done no violence,    and there was no deceit in his mouth.

10 Yet it was the will of the Lord to crush him;
    he has put him to grief;
when his soul makes an offering for guilt,
    he shall see his offspring; he shall prolong his days;
the will of the Lord shall prosper in his hand.
11 Out of the anguish of his soul he shall see  and be satisfied;
by his knowledge shall the righteous one, my servant,
    make many to be accounted righteous,
    and he shall bear their iniquities.
12 Therefore I will divide him a portion with the many,
    and he shall divide the spoil with the strong,
because he poured out his soul to death    and was numbered with the transgressors;
yet he bore the sin of many,
    and makes intercession for the transgressors.

The apostle St. Peter preaches the wonder of this vicarious satisfaction and justification to the crowd in Jerusalem in the clear accusation and miraculous proclamation of God´s gracious forgiveness and that we sinners are no longer being held accountable by God. We read this in the records of the evangelist St. Luke Acts 2:

 “Men of Israel, hear these words: Jesus of Nazareth, a man attested to you by God with mighty works and wonders and signs that God did through him in your midst, as you yourselves know— this Jesus, delivered up according to the definite plan and foreknowledge of God, you crucified and killed by the hands of lawless men. God raised him up, loosing the pangs of death, because it was not possible for him to be held by it. … Let all the house of Israel therefore know for certain that God has made him both Lord and Christ, this Jesus whom you crucified.”

The apostle St. Paul summarizes it perfectly for us in his letter to the Ephesians – and we hear it in the prescribed epistle for this Sunday:

“But God, being rich in mercy, because of the great love with which he loved us, even when we were dead in our trespasses, made us alive together with Christ—by grace you have been saved— and raised us up with him and seated us with him in the heavenly places in Christ Jesus, so that in the coming ages he might show the immeasurable riches of his grace in kindness toward us in Christ Jesus.  For by grace you have been saved through faith. And this is not your own doing; it is the gift of God, not a result of works, so that no one may boast.  For we are his workmanship, created in Christ Jesus for good works, which God prepared beforehand, that we should walk in them.” (Eph.2,4-10)

It is this wonder and miracle of God´s salvation, that he justifies sinners and that his only begotten son Jesus Christ came to seek and save, what was lost – to die for those, who were God´s enemies and had schemed to get rid of him. Still, God triumphs over all evil – Satan and his ilk – he justifies the guilty, so that he would have mercy on all – pharisees, tax collectors and even the likes of Job. The wonderful news is really, that we now even know, where to find the true God – in Jesus Christ, who alone is the truth, the way and the light. Not on this or that mountain, but in the Holy Spirit and Truth. So, whoever sees the Son IX, sees our Father in heaven. And whoever hears the Son hears the Father. And whatever is loosend in His name on earth, is also loosend for sure in heaven. Therefore, go and tell them, everything He has taught us – and that is doctrine entails, that he now can surely be found in His holy Word and Sacrament. As the hymn teaches us to sing: “Wo er sich finden lässet in Nachtmahl, Tauf und Wort!” (He is to be found in His holy Supper, Baptism & Word). Those are His sure means of grace for this fallen world. We are grateful for this his gracious salvation and praise his holy name – now and always.

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Preaching on Job

‘Job in penury being jeered at by his wife’ . Woodcut, coloured. From H. von Gersdorf,

Well, today´s sermon-writing-day: Job 23. I really like Job. His story is like the Old Testament illustration of Isaiah 52,13-53,13 and the passion of our Lord. There´s a lot of prejudice coming along with me as I start off with a sermon like this. So, it´s always a call back to basics and that´s back to the text.

My great-grandfather Carl Eisenberg (Dreihausen near Marburg) would translate the sermon text for the coming Sunday as soon as he had finished the morning service and even before having lunch with his family. Perhaps I should point out, that he was good in Hebrew as he taught theology students Hebrew grammar and translation at the University of Marburg – and translating Greek was a given for that generation of pastors anyway. So, he didn´t take hours to translate 5-10 verses 🙂

But, first things first, start off with translating the text – and then you go “pregnant” with this text for the next few days. “Gutes Ding will Weile haben!” (Good things need time) and if your mind is like mine, it needs to sleep over this before it comes up with something worthwhile and is able to consider and evaluate various options. So, get started early enough. Leave enough time. Sleep on it, before you jump to conclusions and don´t try to finish it off prematurely. Creativity needs hard work – and you have to apply your mind to it. I think, that is the greatest temptation in the pastoral office, that you put things on the table faster than you can prepare them and in the end it is just half-cooked 😦

On the other hand, when is something really ready? Perfection eludes us constantly. Just ask Max Reger, Jochen Klepper or Kurt Cobain. Some like it well-done, others are happy with rare and just seared. Mostly, I´ve had time and space to prepare and not too much on my plate. Sometimes, I took the advice of my late professor Rothfuchs: “Read other sermons. Learn from the best. Don´t think, you´re alone in this!” That was especially in preparation for the daunting task of preaching about 3 sermons every Sunday. I´ll get to that one later on again. Just for now: Luther preached every day – and sometimes more than one sermon even. We´re not Luther, but still, it puts our relatively little task into context.

From Psalm 1 & 119 and Luther´s comments on that, we know, reading God´s Word is like the cow chewing the cud. So, whilst you´re going about your chores in the week – keep that text on the front- and backburners.

On the front burner: Do not forget it – learn it off by heart – familiarize yourself with each word, connotation, phrase and sentence in the context. Read it more than once daily! Use your dictionary. Use Logos or Bible Works. Use the best grammar you´ve got. Ask your brother pastor, who is better than you in Greek/Hebrew, about this and that crux and difficulty. And think on it in your mother-tongue (This goes especially to my multilingual brothers in Africa!) whilst you do your prayers, meditations and thinking. Read the fathers, dogmaticians and teachers of the church, which you have on your shelves or files, but also the newspaper, contemporary writers and if you´ve got the stomach for it philosophers and thinkers of our time concerning topics, themes and burning issues raised by God´s Word in the biblical text.

On the back burner: For example, doing breakfast you think about what you´ve just read and when you visit old granny Elly, you can share this and that with her – trying different aspects and angels. Discuss relevant topics with those in the know – Luther spoke with the relevant artisans, experts and professionals concerning technicalities and things, they don´t teach you at Seminary. Normally, we´ve got good advice just around the corner. You just have to ask! Your dentist, policeman, nurse, vet etc. And it does provide you with the excellent opportunity to prove, that you don´t think, you know it all. And ask your people in the congregation and community, what they think about this and that. I remember a pastor, who would regularly tell us, what we as congregation think – and most of the time, that really was way beyond, I had ever heard: Really! Don´t construct a bogey man (Strohmann – “Der Sandmann” von E.T.A. Hoffmann), but address the real issues. Fake news abounds – sermons don´t need to exacerbate that malady.

6 days is a long time. A lot can be done in that week. And you only need to put down about a thousand words on approximately 2 pages and preach 15-20 minutes – without inserts and injections. One of my supervisors during vicarage did 6 pages in tight type for the same. I couldn´t follow his speedy speech, but his written papers were great 🙂 I speak hesitantly – slowly even – and it´s getting worse. It helps those, who need a bit of time, but it is a strain for witty movers and shakers, who get the drift even as you just start the sentence… To preach 12-16 minutes – rather less than more – needs focus and preparation. And you´ve mostly got the hope of preaching against next Sunday. So, you don´t have to say all and everything – even if you should remember, that your hearer needs God´s law and gospel – and the full thrust of salvivic wholesomeness: The peace that passes all understanding. Remember, you´re busy with divine given facts from heaven – and not just with rhetorics. (Vilmar) So, hand it out – and don´t hold back!

I like the short guideline “Goal, malady, means” (Aho). It fits nicely with the detailed workshop by Manfred Seitz on homiletic in Erlangen and also the fundamental framework and magisterial classic by C.F.W. Walther “Law and Gospel”. Seitz taught us to put a topic (spear point) and then elaborate in some steps (spear shaft) to attain what God intended with this his holy Word amongst his people sitting here under the pulpit.

Now, I better get to the real thing of writing that sermon on Job. In my view, it’s good to keep this exercise for the end of the week – so that you´ve got enough thought (i.e. reading, temptation and prayer) put into it and the broth is not just too thin. Then, it’s good to write it down in one piece and not piecemeal, otherwise I at least tend to run into the danger of losing my thread, going off on a tangent and loosing the feel of the piece at hand.

Obviously as pastor, you need to watch out, that you don´t run into some funeral, wedding or birthday party on Saturday – and run out of time to write your sermon. During my studies, we had a pastor, who would write the sermon after the Soccer-Show (Sportschau) late on Saturday evening. Well, not only the preacher nearly fell asleep during those boring sessions. It´s practical stuff like Spurgeon´s advice: “Keep the windows open for fresh air!” So also, don´t fall asleep on the pulpit and expect your hearers to stay awake. Preaching the sermon on the pulpit is the final thing – not your paper on the desk. So, you should have time to learn the outline and key phrases, but also remain alert and open for situational opportunities. This is the battle-front in your ministry – or as Melville (Moby Dick) says: The ship´s bridge! So, expect God to do great things, miracles and wonders through His creative word being preached – by you. Yes, that is indeed some reason to laud and magnify His glorious name for!

I remember old Willy (Wilhelm) Reusch in Uelzen near Glencoe, KZN. Like most pastors then, he would have 3 sermons every Sunday. (This is where I catch up on the hint up front!) One for the confessional service, one for the divine service and finally one for the catechetical service. That´s not counting the sermons he did on the outstations like Paardekop, Enhlanhleni, Sutherland etc.  Well, he would have them all written down and then pace up and down under the cypress at the parsonage – learning these sermons by heart. No wonder, the Uelzen people even today know, what it means to be joyfully Lutheran. They learnt it well from their pastor, who still unanimously believed, taught and confessed: “All Scripture is breathed out by God and profitable for teaching, for reproof, for correction, and for training in righteousness, that the man of God may be complete, equipped for every good work.” (2. Tim.3,16-17). That´s very different to being under the impression of having to preach some mythology or loose fable to entertain more or less bored guests. It is as the apostle St. Peter writes: “For we did not follow cleverly devised myths when we made known to you the power and coming of our Lord Jesus Christ, but we were eyewitnesses of his majesty…. And we have the prophetic word more fully confirmed, to which you will do well to pay attention as to a lamp shining in a dark place, until the day dawns and the morning star rises in your hearts, knowing this first of all, that no prophecy of Scripture comes from someone’s own interpretation. For no prophecy was ever produced by the will of man, but men spoke from God as they were carried along by the Holy Spirit.” (2. Pt.1,16-21)

Therefore, let us rejoice and sing with a teacher of our church:

1.  Preach you the Word and plant it home To men who like or like it not,  The Word that shall endure and stand When flow’rs and men shall be forgot.
2.  We know how hard, O Lord, the task Your servant bade us undertake: To preach Your Word and never ask What prideful profit it may make.
3.  The sower sows his reckless love Scatters abroad the goodly seed, Intent alone that all may have The wholesome loaves that all men need.
4.  Though some be snatched and some be scorched And some be choked and matted flat, The sower sows; his heart cries out, “Oh, what of that, and what of that?”
5.  Of all his scattered plenteousness One-fourth waves ripe on hill and flat, And bears a harvest hundredfold:  “Ah, what of that, Lord, what of that!”
6.  Preach you the Word and plant it home And never faint; the Harvest Lord     Who gave the sower seed to sow Will watch and tend His planted Word. (Martin H. Franzmann 1907-1976)

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Dr. Martin Luther: A Sermon on Preparing to Die (1519)

Translated by Martin H. Bertram

Introduction

Early in May, 1519, Luther’s friend George Spalatin forwarded to him the request of a certain Mark Schart that the Reformer give him some help in dealing with distressing thoughts about death. At the time, however, Luther was busy preparing for the debate with John Eck to take place at Leipzig in July.2 He suggested through Spalatin that Schart read a little book by John Staupitz entitled The Imitation of the Willing Death of Christ. On May 18 Luther wrote to Spalatin and again said that he “would be agreeable to Schart’s request.” On May 24 he wrote again and asked that Schart “be patient,” explaining that the controversies with Eck and Emser6 were delaying his work on the requested treatise. Four months later in a letter to Spalatin he promised he would write the book “as soon as I can get my breath back again.” Finally, on November 1, Luther was able to send printed copies to Spalatin. In an accompanying letter he asked Spalatin to thank Schart for “the ten gulden” and “to send him as many of these little books as you see fit.”

This treatise is another example of Luther’s remarkable ability to withdraw from the heat of controversy into the pastoral atmosphere of serene devotion. The entire writing echoes his experience as a pastor and confessor constantly in contact with men and women who were terrified by the maze of popular customs and practices observed by the church in connection with death. To Schart and others like him Luther speaks with intimate and comforting understanding. It was the closeness of death which compelled him into the monastic life. Thus Luther knew what it was to face the mystery and terror of death as a child of his time.10

The treatise describes the several stages of preparation for death and strengthens the sufferer’s conscience against the temptation to despair because of his sin in the hour of death. Although he still has confidence in the church’s sacrament of extreme unction and in prayers addressed to Mary and the saints, the theology of personal faith in Christ emerges clearly.

Within three years this treatise had appeared in twenty-two editions, followed by one in 1523 and another in 1525. The translation presented here is based on the German text, Ein Sermon von der Bereitung zum Sterben, in WA 2, (680) 685–697. The authenticity of this text is attested by the fact that a copy of this version in the Ducal Library at Wolfenbüttel bears the inscription in Luther’s handwriting: “To Mark Schart, my dear friend.”12

A Sermon on Preparing to Die (Martin Luther, Augustinian monk)

First, since death marks a farewell from this world and all its activities, it is necessary that a man regulate his temporal goods properly or as he wishes to have them ordered, lest after his death there be occasion for squabbles, quarrels, or other misunderstanding among his surviving friends. This pertains to the physical or external departure from this world and to the surrender of our possessions.

Second, we must also take leave spiritually. That is, we must cheerfully and sincerely forgive, for God’s sake, all men who have offended us. At the same time we must also, for God’s sake, earnestly seek the forgiveness of all the people whom we undoubtedly have greatly offended by setting them a bad example or by bestowing too few of the kindnesses demanded by the law of Christian brotherly love. This is necessary lest the soul remain burdened by its actions here on earth.

Third, since everyone must depart, we must turn our eyes to God, to whom the path of death leads and directs us. Here we find the beginning of the narrow gate and of the straight path to life [Matt. 7:14]. All must joyfully venture forth on this path, for though the gate is quite narrow, the path is not long. Just as an infant is born with peril and pain from the small abode of its mother’s womb into this immense heaven and earth, that is, into this world, so man departs this life through the narrow gate of death. And although the heavens and the earth in which we dwell at present seem large and wide to us, they are nevertheless much narrower and smaller than the mother’s womb in comparison with the future heaven. Therefore, the death of the dear saints is called a new birth, and their feast day is known in Latin as natale, that is, the day of their birth. However, the narrow passage of death makes us think of this life as expansive and the life beyond as confined. Therefore, we must believe this and learn a lesson from the physical birth of a child, as Christ declares, “When a woman is in travail she has sorrow; but when she has recovered, she no longer remembers the anguish, since a child is born by her into the world” [John 16:21]. So it is that in dying we must bear this anguish and know that a large mansion and joy will follow [John 14:2].

Fourth, such preparation and readiness for this journey are accomplished first of all by providing ourselves with a sincere confession (of at least the greatest sins and those which by diligent search can be recalled by our memory), with the holy Christian sacrament of the holy and true body of Christ, and with the unction. If these can be had, one should devoutly desire them and receive them with great confidence. If they cannot be had, our longing and yearning for them should nevertheless be a comfort and we should not be too dismayed by this circumstance.3 Christ says, “All things are possible to him who believes” [Mark 9:23]. The sacraments are nothing else than signs which help and incite us to faith, as we shall see. Without this faith they serve no purpose.

Fifth, we must earnestly, diligently, and highly esteem the holy sacraments, hold them in honor, freely and cheerfully rely on them, and so balance them against sin, death, and hell that they will outweigh these by far. We must occupy ourselves much more with the sacraments and their virtues than with our sins. However, we must know how to give them due honor and we must know what their virtues are. I show them due honor when I believe that I truly receive what the sacraments signify and all that God declares and indicates in them, so that I can say with Mary in firm faith, “Let it be to me according to your words and signs” [Luke 1:38]. Since God himself here speaks and acts through the priest, we would do him in his Word and work no greater dishonor than to doubt whether it is true. And we can do him no greater honor than to believe that his Word and work are true and to firmly rely on them.

Sixth, to recognize the virtues of the sacraments, we must know the evils which they contend with and which we face. There are three such evils: first, the terrifying image of death; second, the awesomely manifold image of sin; third, the unbearable and unavoidable image of hell and eternal damnation.5 Every other evil issues from these three and grows large and strong as a result of such mingling.

Death looms so large and is terrifying because our foolish and fainthearted nature has etched its image too vividly within itself and constantly fixes its gaze on it. Moreover, the devil presses man to look closely at the gruesome mien and image of death to add to his worry, timidity, and despair. Indeed, he conjures up before man’s eyes all the kinds of sudden and terrible death ever seen, heard, or read by man. And then he also slyly suggests the wrath of God with which he [the devil] in days past now and then tormented and destroyed sinners. In that way he fills our foolish human nature with the dread of death while cultivating a love and concern for life, so that burdened with such thoughts man forgets God, flees and abhors death, and thus, in the end, is and remains disobedient to God.

We should familiarize ourselves with death during our lifetime, inviting death into our presence when it is still at a distance and not on the move. At the time of dying, however, this is hazardous and useless, for then death looms large of its own accord. In that hour we must put the thought of death out of mind and refuse to see it, as we shall hear. The power and might of death are rooted in the fearfulness of our nature and in our untimely and undue viewing and contemplating of it.

Seventh, sin also grows large and important when we dwell on it and brood over it too much. This is increased by the fearfulness of our conscience, which is ashamed before God and accuses itself terribly. That is the water that the devil has been seeking for his mill. He makes our sins seem large and numerous. He reminds us of all who have sinned and of the many who were damned for lesser sins than ours so as to make us despair or die reluctantly, thus forgetting God and being found disobedient in the hour of death. This is true especially since man feels that he should think of his sins at that time and that it is right and useful for him to engage in such contemplation. But he finds himself so unprepared and unfit that now even all his good works are turned into sins. As a result, this must lead to an unwillingness to die, disobedience to the will of God, and eternal damnation. That is not the fitting time to meditate on sin. That must be done during one’s lifetime. Thus the evil spirit turns everything upside down for us. During our lifetime, when we should constantly have our eyes fixed on the image of death, sin, and hell—as we read in Psalm 51 [:3], “My sin is ever before me”—the devil closes our eyes and hides these images. But in the hour of death when our eyes should see only life, grace, and salvation, he at once opens our eyes and frightens us with these untimely images so that we shall not see the true ones.

Eighth, hell also looms large because of undue scrutiny and stern thought devoted to it out of season. This is increased immeasurably by our ignorance of God’s counsel. The evil spirit prods the soul so that it burdens itself with all kinds of useless presumptions, especially with the most dangerous undertaking of delving into the mystery of God’s will to ascertain whether one is “chosen” or not.

Here the devil practices his ultimate, greatest, and most cunning art and power. By this he sets man above God, insofar as man seeks signs of God’s will and becomes impatient because he is not supposed to know whether he is among the elect. Man looks with suspicion upon God, so that he soon desires a different God. In brief, the devil is determined to blast God’s love from a man’s mind and to arouse thoughts of God’s wrath. The more docilely man follows the devil and accepts these thoughts, the more imperiled his position is. In the end he cannot save himself, and he falls prey to hatred and blasphemy of God. What is my desire to know whether I am chosen other than a presumption to know all that God knows and to be equal with him so that he will know no more than I do? Thus God is no longer God with a knowledge surpassing mine. Then the devil reminds us of the many heathen, Jews, and Christians who are lost, agitating such dangerous and pernicious thoughts so violently that man, who would otherwise gladly die, now becomes loath to depart this life. When man is assailed by thoughts regarding his election, he is being assailed by hell, as the psalms lament so much. He who surmounts this temptation has vanquished sin, hell, and death all in one.

Ninth, in this affair we must exercise all diligence not to open our homes to any of these images and not to paint the devil over the door. These foes will of themselves boldly rush in and seek to occupy the heart completely with their image, their arguments, and their signs. And when that happens man is doomed and God is entirely forgotten. The only thing to do with these pictures at that time is to combat and expel them. Indeed, where they are found alone and not in conjunction with other pictures, they belong nowhere else than in hell among the devils.

But he who wants to fight against them and drive them out will find that it is not enough just to wrestle and tussle and scuffle with them. They will prove too strong for him, and matters will go from bad to worse. The one and only approach is to drop them entirely and have nothing to do with them. But how is that done? It is done in this way: You must look at death while you are alive and see sin in the light of grace and hell in the light of heaven, permitting nothing to divert you from that view. Adhere to that even if all angels, all creatures, yes, even your own thoughts, depict God in a different light—something these will not do. It is only the evil spirit who lends that impression. What shall we do about that?

Tenth, you must not view or ponder death as such, not in yourself or in your nature, nor in those who were killed by God’s wrath and were overcome by death. If you do that you will be lost and defeated with them. But you must resolutely turn your gaze, the thoughts of your heart, and all your senses away from this picture and look at death closely and untiringly only as seen in those who died in God’s grace and who have overcome death, particularly in Christ and then also in all his saints.

In such pictures death will not appear terrible and gruesome. No, it will seem contemptible and dead, slain and overcome in life. For Christ is nothing other than sheer life, as his saints are likewise. The more profoundly you impress that image upon your heart and gaze upon it, the more the image of death will pale and vanish of itself without struggle or battle. Thus your heart will be at peace and you will be able to die calmly in Christ and with Christ, as we read in Revelation [14:13], “Blessed are they who die in the Lord Christ.” This was foreshown in Exodus 21 [Num. 21:6–9], where we hear that when the children of Israel were bitten by fiery serpents they did not struggle with these serpents, but merely had to raise their eyes to the dead bronze serpent and the living ones dropped from them by themselves and perished. Thus you must concern yourself solely with the death of Christ and then you will find life. But if you look at death in any other way, it will kill you with great anxiety and anguish. This is why Christ says, “In the world—that is, in yourselves—you have unrest, but in me you will find peace” [John 16:33].

Eleventh, you must not look at sin in sinners, or in your conscience, or in those who abide in sin to the end and are damned. If you do, you will surely follow them and also be overcome. You must turn your thoughts away from that and look at sin only within the picture of grace. Engrave that picture in yourself with all your power and keep it before your eyes. The picture of grace is nothing else but that of Christ on the cross and of all his dear saints.

How is that to be understood? Grace and mercy are there where Christ on the cross takes your sin from you, bears it for you, and destroys it. To believe this firmly, to keep it before your eyes and not to doubt it, means to view the picture of Christ and to engrave it in yourself. Likewise, all the saints who suffer and die in Christ also bear your sins and suffer and labor for you, as we find it written, “Bear one another’s burdens and thus fulfil the command of Christ” [Gal. 6:2]. Christ himself exclaims in Matthew 11 [:28], “Come to me, all who labor and are heavy-laden, and I will help you.” In this way you may view your sins in safety without tormenting your conscience. Here sins are never sins, for here they are overcome and swallowed up in Christ. He takes your death upon himself and strangles it so that it may not harm you, if you believe that he does it for you and see your death in him and not in yourself. Likewise, he also takes your sins upon himself and overcomes them with his righteousness out of sheer mercy, and if you believe that, your sins will never work you harm. In that way Christ, the picture of life and of grace over against the picture of death and sin, is our consolation. Paul states that in 1 Corinthians 15 [:57], “Thanks and praise be to God, who through Christ gives us the victory over sin and death.”

Twelfth, you must not regard hell and eternal pain in relation to predestination, not in yourself, or in itself, or in those who are damned, nor must you be worried by the many people in the world who are not chosen. If you are not careful, that picture will quickly upset you and be your downfall. You must force yourself to keep your eyes closed tightly to such a view, for it can never help you, even though you were to occupy yourself with it for a thousand years and fret yourself to death. After all, you will have to let God be God and grant that he knows more about you than you do yourself.

So then, gaze at the heavenly picture of Christ, who descended into hell [1 Pet. 3:19] for your sake and was forsaken by God as one eternally damned when he spoke the words on the cross, “Eli, Eli, lama sabachthani!”—“My God, my God, why hast thou forsaken me?” [Matt. 27:46]. In that picture your hell is defeated and your uncertain election is made sure. If you concern yourself solely with that and believe that it was done for you, you will surely be preserved in this same faith. Never, therefore, let this be erased from your vision. Seek yourself only in Christ and not in yourself and you will find yourself in him eternally.

Thus when you look at Christ and all his saints and delight in the grace of God, who elected them, and continue steadfastly in this joy, then you too are already elected. He says in Genesis 12 [:3], “All who bless you shall be blessed.” However, if you do not adhere solely to this but have recourse to yourself, you will become adverse to God and all saints, and thus you will find nothing good in yourself. Beware of this, for the evil spirit will strive with much cunning to bring you to such a pass.

Thirteenth, these three pictures or conflicts are foreshadowed in Judges 7 [:16–22], where we read that Gideon attacked the Midianites at night with three hundred men in three different places, but did no more than have trumpets blown and glass fragments smashed. The foe fled and destroyed himself. Similarly, death, sin, and hell will flee with all their might if in the night we but keep our eyes on the glowing picture of Christ and his saints and abide in the faith, which does not see and does not want to see the false pictures. Furthermore, we must encourage and strengthen ourselves with the Word of God as with the sound of trumpets.

Isaiah [9:4] introduces this same figure very aptly against these three images, saying of Christ, “For the yoke of his burden, and the staff for his shoulder, the rod of his oppressor, thou hast broken as in the days of the Midianites,” who were overcome by Gideon. He says as it were: The sins of your people (which are a heavy “yoke of his burden” for his conscience), and death (which is a “staff” or punishment laid upon his shoulder), and hell (which is a powerful “rod of the oppressor” with which eternal punishment for sin is exacted)—all these you have broken and defeated. This came to pass in the days of Gideon, that is, when Gideon, by faith and without wielding his sword, put his enemies to flight.

And when did Christ do this? On the cross! There he prepared himself as a threefold picture for us, to be held before the eyes of our faith against the three evil pictures with which the evil spirit and our nature would assail us to rob us of this faith. He is the living and immortal image against death, which he suffered, yet by his resurrection from the dead he vanquished death in his life. He is the image of the grace of God against sin, which he assumed, and yet overcame by his perfect obedience. He is the heavenly image, the one who was forsaken by God as damned, yet he conquered hell through his omnipotent love, thereby proving that he is the dearest Son, who gives this to us all if we but believe.

Fourteenth, beyond all this he not only defeated sin, death, and hell in himself and offered his victory to our faith, but for our further comfort he himself suffered and overcame the temptation which these pictures entail for us. He was assailed by the images of death, sin, and hell just as we are. The Jews confronted Christ with death’s image when they said, “Let him come down from the cross; he has healed others, let him now help himself” [Matt. 27: 40–42]. They said as it were, “Here you are facing death; now you must die; nothing can save you from that.” Likewise, the devil holds the image of death before the eyes of a dying person and frightens his fearful nature with this horrible picture.

The Jews held the image of sin before Christ’s eyes when they said to him, “He healed others. If he is the Son of God, let him come down from the cross, etc.”—as though they were to say, “His works were all fraud and deception. He is not the Son of God but the son of the devil, whose own he is with body and soul. He never worked any good, only iniquity.” And just as the Jews cast these three pictures at Christ in wild confusion, so man too is assailed by all three at the same time in disarray to bewilder him and ultimately to drive him to despair. The Lord describes the destruction of Jerusalem in Luke 19 [:43–44], saying that the city’s enemies will surround it with such devastation as to cut off escape—that is death. Furthermore, he says that its enemies will terrify the inhabitants and drive them hither and yon so that they will not know where to turn—that is sin. In the third place, he says that the foe will dash them to the ground and not leave one stone upon another—that is hell and despair.

The Jews pressed the picture of hell before Christ’s eyes when they said, “He trusts in God; let us see whether God will deliver him now, for he said he is the Son of God” [Matt. 27:43]—as though they were to say, “His place is in hell; God did not elect him; he is rejected forever. All his confidence and hope will not help him. All is in vain.”

And now we mark that Christ remained silent in the face of all these words and horrible pictures. He does not argue with his foes; he acts as though he does not hear or see them and makes no reply. Even if he had replied, he would only have given them cause to rave and rant even more horribly. He is so completely devoted to the dearest will of his Father that he forgets about his own death, his sin, and his hell imposed on him, and he intercedes for his enemies, for their sin, death, and hell [Luke 23:34]. We must, similarly, let these images slip away from us to wherever they wish or care to go, and remember only that we cling to God’s will, which is that we hold to Christ and firmly believe our sin, death, and hell are overcome in him and no longer able to harm us. Only Christ’s image must abide in us. With him alone we must confer and deal.

Fifteenth, we now turn to the holy sacraments and their blessings to learn to know their benefits and how to use them. Anyone who is granted the time and the grace to confess, to be absolved, and to receive the sacrament and Extreme Unction before his death has great cause indeed to love, praise, and thank God and to die cheerfully, if he relies firmly on and believes in the sacraments, as we said earlier. In the sacraments your God, Christ himself, deals, speaks, and works with you through the priest. His are not the works and words of man. In the sacraments God himself grants you all the blessings we just mentioned in connection with Christ. God wants the sacraments to be a sign and testimony that Christ’s life has taken your death, his obedience your sin, his love your hell, upon themselves and overcome them. Moreover, through the same sacraments you are included and made one with all the saints. You thereby enter into the true communion of saints so that they die with you in Christ, bear sin, and vanquish hell.

It follows from this that the sacraments, that is, the external words of God as spoken by a priest, are a truly great comfort and at the same time a visible sign of divine intent. We must cling to them with a staunch faith as to the good staff which the patriarch Jacob used when crossing the Jordan [Gen. 32:10], or as to a lantern by which we must be guided, and carefully walk with open eyes the dark path of death, sin, and hell, as the prophet says, “Thy word is a light to my feet” [Ps. 119:105]. St. Peter also declares, “And we have a sure word from God. You will do well to pay attention to it” [2 Pet. 1:19]. There is no other help in death’s agonies, for everyone who is saved is saved only by that sign. It points to Christ and his image, enabling you to say when faced by the image of death, sin, and hell, “God promised and in his sacraments he gave me a sure sign of his grace that Christ’s life overcame my death in his death, that his obedience blotted out my sin in his suffering, that his love destroyed my hell in his forsakenness. This sign and promise of my salvation will not lie to me or deceive me. It is God who has promised it, and he cannot lie either in words or in deeds.” He who thus insists and relies on the sacraments will find that his election and predestination will turn out well without his worry and effort.

Sixteenth, it is of utmost importance that we highly esteem, honor, and rely upon the holy sacraments, which contain nothing but God’s words, promises, and signs. This means that we have no doubts about the sacraments or the things of which they are certain signs, for if we doubt these we lose everything. Christ says that it will happen to us as we believe. What will it profit you to assume and to believe that sin, death, and hell are overcome in Christ for others, but not to believe that your sin, your death, and your hell are also vanquished and wiped out and that you are thus redeemed? Under those circumstances the sacraments will be completely fruitless, since you do not believe the things which are indicated, given, and promised there to you. That is the vilest sin that can be committed, for God himself is looked upon as a liar in his Word, signs, and works, as one who speaks, shows, and promises something which he neither means nor intends to keep. Therefore we dare not trifle with the sacraments. Faith must be present for a firm reliance and cheerful venturing on such signs and promises of God. What sort of a God or Savior would he be who could not or would not save us from sin, death, and hell? Whatever the true God promises and effects must be something big.

But then the devil comes along and whispers into your ear, “But suppose you received the sacraments unworthily and through your unworthiness robbed yourself of such grace?” In that event cross yourself12 and do not let the question of your worthiness or unworthiness assail you. Just see to it that you believe that these are sure signs, true words of God, and then you will indeed be and remain worthy. Belief makes you worthy; unbelief makes you unworthy. The evil spirit brings up the question of worthiness and unworthiness to stir up doubts within you, thus nullifying the sacraments with their benefits and making God a liar in what he says.

God gives you nothing because of your worthiness, nor does he build his Word and sacraments on your worthiness, but out of sheer grace he establishes you, unworthy one, on the foundation of his Word and signs. Hold fast to that and say, “He who gives and has given me his signs and his Word, which assure me that Christ’s life, grace, and heaven have kept my sin, death, and hell from harming me, is truly God, who will surely preserve these things for me. When the priest absolves me, I trust in this as in God’s Word itself. Since it is God’s Word, it must come true. That is my stand, and on that stand I will die.” You must trust in the priest’s absolution as firmly as though God had sent a special angel or apostle to you, yes, as though Christ himself were absolving you.

Seventeenth, we must note that he who receives the sacraments has a great advantage, for he has received a sign and a promise from God with which he can exercise and strengthen his belief that he has been called into Christ’s image and to his benefits. The others who must do without these signs labor solely in faith and must obtain these benefits with the desires of their hearts. They will, of course, also receive these benefits if they persevere in that same faith. Thus you must also say with regard to the Sacrament of the Altar, “If the priest gave me the holy body of Christ, which is a sign and promise of the communion of all angels and saints that they love me, provide and pray for me, suffer and die with me, bear my sin and overcome hell, it will and must therefore be true that the divine sign does not deceive me. I will not let anyone rob me of it. I would rather deny all the world and myself than doubt my God’s trustworthiness and truthfulness in his signs and promises. Whether worthy or unworthy of him, I am, according to the text and the declaration of this sacrament, a member of Christendom. It is better that I be unworthy than that God’s truthfulness be questioned. Devil, away with you if you advise me differently.”

Just see how many people there are who would like to be certain or to have a sign from heaven to tell them how they stand with God and whether they are elected. But what help would it be to them to receive such a sign if they would still not believe? What good are all the signs without faith? How did Christ’s signs and the apostles’ signs help the Jews? What help are the venerable signs of the sacraments and the words of God even today? Why do people not hold to the sacraments, which are sure and appointed signs, tested and tried by all saints and found reliable by all who believed and who received all that they indicate?

We should, then, learn what the sacraments are, what purpose they serve, and how they are to be used. We will find that there is no better way on earth to comfort downcast hearts and bad consciences. In the sacraments we find God’s Word—which reveals and promises Christ to us with all his blessing and which he himself is—against sin, death, and hell. Nothing is more pleasing and desirable to the ear than to hear that sin, death, and hell are wiped out. That very thing is effected in us through Christ if we see the sacraments properly.

The right use of the sacraments involves nothing more than believing that all will be as the sacraments promise and pledge through God’s Word. Therefore, it is necessary not only to look at the three pictures in Christ and with these to drive out the counter-pictures, but also to have a definite sign which assures us that this has surely been given to us. That is the function of the sacraments.

Eighteenth, in the hour of his death no Christian should doubt that he is not alone. He can be certain, as the sacraments point out, that a great many eyes are upon him: first, the eyes of God and of Christ himself, for the Christian believes his words and clings to his sacraments; then also, the eyes of the dear angels, of the saints, and of all Christians. There is no doubt, as the Sacrament of the Altar indicates, that all of these in a body run to him as one of their own, help him overcome sin, death, and hell, and bear all things with him. In that hour the work of love and the communion of saints are seriously and mightily active. A Christian must see this for himself and have no doubt regarding it, for then he will be bold in death. He who doubts this does not believe in the most venerable Sacrament of the Body of Christ, in which are pointed out, promised, and pledged the communion, help, love, comfort, and support of all the saints in all times of need. If you believe in the signs and words of God, his eyes rest upon you, as he says in Psalm 32 [:8], “Firmabo, etc., my eyes will constantly be upon you lest you perish.” If God looks upon you, all the angels, saints, and all creatures will fix their eyes upon you. And if you remain in that faith, all of them will uphold you with their hands. And when your soul leaves your body, they will be on hand to receive it, and you cannot perish.

This is borne out in the person of Elisha, who according to 2 Kings 6 [:16–17] said to his servant, “Fear not, for those who are with us are more than those who are with them.” This he said although enemies had surrounded them and they could see nothing but these. The Lord opened the eyes of the young man, and they were surrounded by a huge mass of horses and chariots of fire.

The same is true of everyone who trusts God. Then the words found in Psalm 34 [:7] apply, “The angel of the Lord will encamp around those who fear him, and deliver them.” And in Psalm 125 [:1–2], “Those who trust in the Lord are like Mount Zion, which cannot be moved, but abides forever. As the mountains (that is, the angels) are round about Jerusalem, so the Lord is round about his people, from this time forth and forevermore.” And in Psalm 91 [:11–16], “For he has charged his angels to bear you on their hands and to guard you wherever you go lest you dash your foot against a stone. You will tread on the lion and the adder, the young lion and the serpent you will trample under foot (this means that all the power and the cunning of the devil will be unable to harm you), because he has trusted in me and I will deliver him; I will protect him because he knows my name. When he calls to me, I will answer him; I will be with him in all his trials, I will rescue him and honor him. With eternal life will I satisfy him, and show him my eternal grace.”

Thus the Apostle also declares that the angels, whose number is legion, are all ministering spirits and are sent out for the sake of those who are to be saved [Heb. 1:14]. These are all such great matters that who can believe them? Therefore, we must know that even though the works of God surpass human understanding, God yet effects all of this through such insignificant signs as the sacraments to teach us what a great thing a true faith in God really is.

Nineteenth, let no one presume to perform such things by his own power, but humbly ask God to create and preserve such faith in and such understanding of his holy sacraments in him. He must practice awe and humility in all this, lest he ascribe these works to himself instead of allowing God the glory. To this end he must call upon the holy angels, particularly his own angel, the Mother of God, and all the apostles and saints,14 especially since God has granted him exceptional zeal for this. However, he dare not doubt, but must believe that his prayer will be heard. He has two reasons for this. The first one is that he has just heard from the Scriptures how God commanded the angels to give love and help to all who believe and how the sacrament conveys this. We must hold this before them and remind them of it, not that the angels do not know this, or would otherwise not do it, but to make our faith and trust in them, and through them in God, stronger and bolder as we face death. The other reason is that God has enjoined us firmly to believe in the fulfilment of our prayer [Mark 11:24] and that it is truly an Amen. We must also bring this command of God to his attention and say, “My God, you have commanded me to pray and to believe that my prayer will be heard. For this reason I come to you in prayer and am assured that you will not forsake me but will grant me a genuine faith.”

Moreover, we should implore God and his dear saints our whole life long for true faith in the last hour, as we sing so very fittingly on the day of Pentecost, “Now let us pray to the Holy Spirit for the true faith of all things the most, that in our last moments he may befriend us, and as home we go, he may tend us.” When the hour of death is at hand we must offer this prayer to God and, in addition, remind him of his command and of his promise and not doubt that our prayer will be fulfilled. After all, if God commanded us to pray and to trust in prayer, and, furthermore, has granted us the grace to pray, why should we doubt that his purpose in this was also to hear and to fulfil it?

Twentieth, what more should God do to persuade you to accept death willingly and not to dread but to overcome it? In Christ he offers you the image of life, of grace, and of salvation so that you may not be horrified by the images of sin, death, and hell. Furthermore, he lays your sin, your death, and your hell on his dearest Son, vanquishes them, and renders them harmless for you. In addition, he lets the trials of sin, death, and hell that come to you also assail his Son and teaches you how to preserve yourself in the midst of these and how to make them harmless and bearable. And to relieve you of all doubt, he grants you a sure sign, namely, the holy sacraments. He commands his angels, all saints, all creatures to join him in watching over you, to be concerned about your soul, and to receive it. He commands you to ask him for this and to be assured of fulfilment. What more can or should he do?

From this you can see that he is a true God and that he performs great, right, and divine works for you. Why, then, should he not impose something big upon you (such as dying), as long as he adds to it great benefits, help, and strength, and thereby wants to test the power of his grace. Thus we read in Psalm 111 [:2], “Great are the works of the Lord, selected according to his pleasure.” Therefore, we ought to thank him with a joyful heart for showing us such wonderful, rich, and immeasurable grace and mercy against death, hell, and sin, and to laud and love his grace rather than fearing death so greatly. Love and praise make dying very much easier, as God tells us through Isaiah, “For the sake of my praise I restrain it [wrath] for you, that I may not cut you off.” To that end may God help us. Amen.

 Luther, M. (1999). Luther’s works, vol. 42: Devotional Writings I. (J. J. Pelikan, H. C. Oswald, & H. T. Lehmann, Eds.) (Vol. 42, pp. 95–115). Philadelphia: Fortress Press.

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Chasing boar and taking care of the Lord´s vineyard

Lucas Cranach the Elder: Hunt at Hartenfels castle

Some 500 years ago – Pope Leo X – was chasing wild boars. In the spectacular Luther film (2003) we see the roman bishop chasing wildly through the Italian forests – trying to catch up with his hounds and to strike the final blow. The imagery gives some vivid background to the papal bull “Exsurge Domine” (1520). This bull exhorts our Lord to arise against the wild beasts – foxes and boars – that have invested the vineyard: “Catch the foxes for us, The little foxes that are ruining the vineyards, While our vineyards are in blossom…” (Song 2:15 NASB) and “boar from the forest eats it away And whatever moves in the field feeds on it. O God of hosts, turn again now, we beseech You; Look down from heaven and see, and take care of this vine…” (Ps 80:13-14 NASB)

Hunting was not strange to Luther himself, although he was more familar with gardening and tending the vineyard himself. In his Wittenberg home it was he, who took care of the vegetable garden – and not Käthe – according to a note in a recent exhibition here. As exile and fugitive “Junker Jörg” on the Wartburg, he not only complains drastically about the negative effects on his inner well being due to the overdose of venison and the stationary lifestyle of a scribe, but undermines the hunting efforts of his party, when he hides a little rabbit in his cowl so that the rabid dogs can´t get too it. He was traumatized by the ferocity of the hunting dogs tearing apart the lesser game. Lutherans don´t believe, that Doctor Martin Luther was causing havoc in the Lord´s vineyard. On the contrary, they hold with Cranach, that he – together with the team of Wittenberg pastors, theologians and teachers – did a lot to get that vineyard sorted out and in good working order.

1. 0 little flock, fear not the Foe
Who madly seeks your overthrow;
Dread not his rage and power.
What though your courage sometimes faints,
His seeming triumph o’er God’s saints
Lasts but a little hour.

2. Be of good cheer; your cause belongs
To Him who can avenge your wrongs;
Leave it to Him, our Lord.
Though hidden yet from mortal eyes,
His Gideon shall for you arise,
Uphold you and His Word.

3. As true as God’s own Word is true.
Not earth nor hell with all their crew
Against us shall prevail.
A jest and byword are they grown;
God is with us, we are His own;
Our victory cannot fail.

4. Amen, Lord Jesus, grant our prayer;
Great Captain, now Thine arm make bare,
Fight for us once again!
So shall Thy saints and martyrs raise
A mighty chorus to Thy praise,
World without end. Amen.

Johann M. Altenburg, 1584-1640 translated by Catherine Winkworth, 1829-1878

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Visiting St.Nikolai in Leipzig…

Yesterday the Leipziger Thomaner (Choristers of St. Thomas in Leipzig) started their new season with a divine service in St.Nikolai. Angelika had this on our bucket-list for some time. We left Wittenberg in good time to queue in front of the closed doors.

There was great interest and when the doors eventually opened just before 17h30, the church quickly filled up – even on the 2 storied balconies. Everybody wanted to see the boys, except the lady sitting next to me (not Angelika). She was perfectly content behind one of the great pillars. She knew, when to stand up and when to start singing too. I bet, she´s a frequent visitor.  Angelika was surprised at how young some of the singers were: “They can only be in junior school – and in the first classes at that!” However, when they started singing, there was nothing of unprepared under-age or unfit. Instead, it sounded close to perfect – as far as I can tell at least. Perhaps, if I knew better and had some inside knowledge, I´d call it heavenly or angelic, but that only time will tell. I thought, Gotthold Schwarz was much younger as the website CV suggests, but being older than those pictures didn´t affect his intonation and conducting. He was very much in his element – as were the boys in theirs – and the singing was magnificent and glorious. Sister Maria Wolfsberger at the organ was extra-ordinary as you´d expect in this prime spot for classical choir music.

There´s been a lot of talk in Leipzig recently about a mother, who wanted to introduce her daughter to this elite choir. Read more here and here. A court verdict has stopped that for now – with good reason. Excellence, venerable tradition and musical speciality still trump the quest for equality. For now it´s still a boy´s choir.

There was quite a lot of coughing and sneezing in our area, although it really still is the middle of summer. Possibly that was to us grounded and impress on us, that we ain´t in heaven yet.

That goes for the introduction by Superintendent Martin Henker as well. He did a long introduction of close to 10 minutes – “Präludium” – to his sermon with political advice for the up-coming elections in Saxony. I prefer his superiors bulletin.

It was very nice, that the church order for this divine service gave us an opportunity to join in with singing and praying too. The Thomaner sang the “Magnifikat”: God quickly raises up the down-trodden und kicks the mighty from their throne. He does so in the political realm too. I favored the final by Max Reger, who put a verse from Matthias Claudius (1783) to brilliant music: “Der Mensch lebt und besteht nur eine kl. Zeit, und alle Welt vergehet mit ihrer Herrlichkeit. Es ist nur Einer ewig und an allen Enden und wir in seinen Händen.

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