J.S. Bach: “Ach Gott vom Himmel sieh darein”, Kantate am 2. Sonntag nach Trinitatis (BWV 2)  

Erfurter Enchiridion (1524)

Kantor Johann Sebastian Bach (* 21. März 1685 in Eisenach; † 28. Juli 1750 in Leipzig) komponiert die Kantate “Ach Gott vom Himmel sieh darein”, zum 2. Sonntag nach Trinitatis (BWV 2).

Dem Werk liegt der gleichnamige Choral, Ach Gott, vom Himmel sieh darein, von Martin Luther vom Ende des Jahres 1523 zugrunde. Die erste und die letzte Choralstrophe wurden im Wortlaut in den Sätzen 1 und 6 übernommen, während die anderen Texte Umdichtungen eines unbekannten Dichters sind.

Hier in Wikipedia mehr dazu.

Hier der Text der Kantate, dank der Vorlage von Walter F. Bischof (University of Alberta) und schon vorweggenommen die Tenor Arie mit dem trostvollen Sätzen:

Durchs Feuer wird das Silber rein, durchs Kreuz das Wort bewährt erfunden. Drum soll ein Christ zu allen Stunden im Kreuz und Not geduldig sein.

Ach Gott, vom Himmel sieh darein
  
1. Coro
Violino I e Trombone I col Soprano, Violino II e Oboe I/II e Trombone II coll’ Alto, Viola e Trombone III col Tenore, Trombone IV col Basso, Continuo
Ach Gott, vom Himmel sieh darein
Und lass dich’s doch erbarmen!
Wie wenig sind der Heilgen dein,
Verlassen sind wir Armen;
Dein Wort man nicht lässt haben wahr,
Der Glaub ist auch verloschen gar
Bei allen Menschenkindern.
  
2. Recitativo T
Continuo
Sie lehren eitel falsche List,
Was wider Gott und seine Wahrheit ist;
Und was der eigen Witz erdenket,
– O Jammer! der die Kirche schmerzlich kränket –
Das muss anstatt der Bibel stehn.
Der eine wählet dies, der andre das,
Die törichte Vernunft ist ihr Kompass;
Sie gleichen denen Totengräbern
Die, ob sie zwar von außen schön,
Nur Stank und Moder in sich fassen
Und lauter Unflat sehen lassen.
  
3. Aria A
Violino solo, Continuo
Tilg, o Gott, die Lehren,
So dein Wort verkehren!
    Wehre doch der Ketzerei
    Und allen Rottengeistern;
    Denn sie sprechen ohne Scheu:
    Trotz dem, der uns will meistern!
  
4. Recitativo B
Violino I/II, Viola, Continuo
Die Armen sind verstört,
Ihr seufzend Ach, ihr ängstlich Klagen
Bei soviel Kreuz und Not,
Wodurch die Feinde fromme Seelen plagen,
Dringt in das Gnadenohr des Allerhöchsten ein.
Darum spricht Gott: Ich muss ihr Helfer sein!
Ich hab ihr Flehn erhört,
Der Hilfe Morgenrot,
Der reinen Wahrheit heller Sonnenschein
Soll sie mit neuer Kraft,
Die Trost und Leben schafft,
Erquicken und erfreun.
Ich will mich ihrer Not erbarmen,
Mein heilsam Wort soll sein die Kraft der Armen.
  
5. Aria T
Oboe I/II, Violino I/II, Viola, Continuo
Durchs Feuer wird das Silber rein,
Durchs Kreuz das Wort bewährt erfunden.
    Drum soll ein Christ zu allen Stunden
    Im Kreuz und Not geduldig sein.
  
6. Choral
Violino I e Oboe I/II e Trombone I col Soprano, Violino II e Trombone II coll’ Alto, Viola e Trombone III col Tenore, Trombone IV col Basso, Continuo
Das wollst du, Gott, bewahren rein
Für diesem arg’n Geschlechte;
Und lass uns dir befohlen sein,
Dass sichs in uns nicht flechte.
Der gottlos Hauf sich umher findt,
Wo solche lose Leute sind
In deinem Volk erhaben.

BesetzungSoli: A T B, Coro: S A T B, Trombone I-IV, Oboe I/II, Violino I/II, Viola, Continuo
Entstehungszeit18. Juni 1724
Text1,6: Martin Luther (12. Psalm) 1524; 2-5: Umdichtungen eines unbekannten Verfassers
Anlass2. Sonntag nach Trinitatis
PartiturMelvin Unger’s kommentierte Partitur
DiskussionAryeh Oron Julian Mincham

Hier eine Aufführung mit Helmuth Rilling und der Bachkantorei Stuttgarter.

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2. Sonntag nach Trinitatis: Die Einladung

Luthers Hochzeit in Wittenberg 2026 (Ersteller: Alexander Baumbach)

Christus spricht: „Kommt her zu mir, alle, die Ihr mühselig und beladen seid; ich will Euch erquicken.“

Matthäus 11,28

Introitus

HERR, Deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und Deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes und Dein Recht wie die große Tiefe. HERR, Du hilfst Menschen und Tieren. 

Wie köstlich ist Deine Güte, Gott, daß Menschenkinder unter dem Schatten Deiner Flügel Zuflucht haben! Sie werden satt von den reichen Gütern Deines Hauses, und Du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom. Denn bei Dir ist die Quelle des Lebens, und in Deinem Lichte sehen wir das Licht.

Psalm 36,6-10

Kollekte

Wir bitten Dich, allmächtiger Gott: gib Deiner Kirche den Heiligen Geist, daß sie das Evangelium mit Freuden verkündige, Dir in beständigem Glauben diene und im Bekenntnis Deines Names bis ans Ende beharre. Durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Evangelisch-Lutherische Kirchenagende Bd. 1. hg.v. SELK (Herder: Freiburg u.a., 1957) S.124

Alttestamentliche Lese

Wohlan, alle, die Ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Und die Ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch! 

Warum zählt Ihr Geld dar für das, was kein Brot ist, und Euren sauren Verdienst für das, was nicht satt macht? Hört doch auf mich, so werdet Ihr Gutes essen und Euch am Köstlichen laben.

Neigt Eure Ohren her und kommt her zu mir! Höret, so werdet Ihr leben! Ich will mit Euch einen ewigen Bund schließen, Euch die beständigen Gnaden Davids zu geben. 

Siehe, ich habe ihn den Völkern zum Zeugen bestellt, zum Fürsten für sie und zum Gebieter. Siehe, Du wirst Völker rufen, die Du nicht kennst, und Völker, die Dich nicht kennen, werden zu Dir laufen um des HERRN willen, Deines Gottes, und des Heiligen Israels, der Dich herrlich gemacht hat. 

Jesaja 55,1-5

Epistel

(Darum denkt daran, daß Ihr, die Ihr einst nach dem Fleisch Heiden wart und »Unbeschnittenheit« genannt wurdet von denen, die genannt sind »Beschneidung«, die am Fleisch mit der Hand geschieht, daß Ihr zu jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und den Bundesschlüssen der Verheißung fremd; daher hattet Ihr keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt. 

Jetzt aber in Christus Jesus seid Ihr, die Ihr einst fern wart, nahe geworden durch das Blut Christi. Denn er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht hat und hat den Zaun abgebrochen, der dazwischen war, indem er durch sein Fleisch die Feindschaft wegnahm. 

Er hat das Gesetz, das in Gebote gefaßt war, abgetan, damit er in sich selber aus den zweien einen neuen Menschen schaffe und Frieden mache und die beiden versöhne mit Gott in einem Leib durch das Kreuz, indem er die Feindschaft tötete durch sich selbst.)

Und er ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt Euch, die Ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren. Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater. 

So seid Ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. 

Durch ihn werdet auch Ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist. 

Epheser 2,(11-16) 17-22

Hallelujavers

Herzliche lieb habe ich Dich, Herr, meine Stärke! Herr, mein Fels, meine Burg, mein Erretter.

Psalm 18,2b.3a

Evangelium

(Da aber einer das hörte, der mit zu Tisch saß, sprach er zu Jesus: Selig ist, der das Brot isst im Reich Gottes!)

Er aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl und lud viele dazu ein. Und er sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, den Geladenen zu sagen: Kommt, denn es ist schon bereit! 

Da fingen sie alle an, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muss hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und ein andrer sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Wieder ein andrer sprach: Ich habe eine Frau geheiratet; darum kann ich nicht kommen.

Und der Knecht kam zurück und sagte das seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Verkrüppelten und Blinden und Lahmen herein. 

Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde. Denn ich sage euch: Keiner der Männer, die eingeladen waren, wird mein Abendmahl schmecken. 

Lukas 14, (15) 16-24

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht,wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolischeKirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänum

Wochenlied

»Kommt her zu mir«, spricht Gottes Sohn, »all die Ihr seid beschweret nun, mit Sünden hart beladen, Ihr Jungen, Alten, Frau und Mann, ich will Euch geben, was ich han, will heilen Euren Schaden.

Mein Joch ist sanft, leicht meine Last, und jeder, der sie willig faßt, der wird der Höll entrinnen. Ich helf ihm tragen, was zu schwer; mit meiner Hilf und Kraft wird er das Himmelreich gewinnen.«

Gern wollt die Welt auch selig sein, wenn nur nicht wär die schwere Pein, die alle Christen leiden; nun aber kanns nicht anders sein, darum ergeb sich nur darein, wer ewig Pein will meiden.

Heut ist der Mensch schön, jung und rank, sieh, morgen ist er schwach und krank, bald muß er auch gar sterben; gleichwie die Blumen auf dem Feld also wird diese schöne Welt in einem Nu verderben.

Die Welt erzittert ob dem Tod; liegt einer in der letzten Not, dann will er gleich fromm werden; einer schafft´ dies, der andre das, sein arme Seel er ganz vergaß, dieweil er lebt´ auf Erden.

Und wenn er nicht mehr leben kann, hebt eine große Klag er an, will sich nun Gott ergeben; ich fürcht fürwahr, die göttlich Gnad, die er allzeit verspottet hat, wird schwerlich ob ihm schweben.

Dem Reichen hilft doch nicht sein Gut, dem Jungen nicht sein stolzer Mut, er muß aus diesem Maien; wenn einer hätt die ganze Welt, Silber und Gold und alles Geld, doch muss er an den Reihen.

Dem G’lehrten hilft doch nicht sein Kunst, die weltlich Pracht ist gar umsonst, wir müssen alle sterben. Wer sich in Christus nicht bereit’, weil er lebt in der Gnadenzeit, ewig muß er verderben.

Höret und merkt, Ihr lieben Kind, die jetzto Gott ergeben sind: Laßt Euch die Müh nicht reuen, halt’ fest am heilgen Gotteswort, das ist Eur Trost und höchster Hort, Gott wird Euch schon erfreuen.

Und was der ewig gütig Gott in seinem Wort versprochen hat, geschworn bei seinem Namen, das hält und gibt er g’wiß fürwahr. Der helf uns zu der Engel Schar durch Jesus Christus! Amen.

Georg Grünwald 1530 (LKG 246)

Predigttext

Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise Dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß Du dies Weisen und Klugen verborgen hast und hast es Unmündigen offenbart. Ja, Vater; denn so hat es dir wohlgefallen. 

Alles ist mir übergeben von meinem Vater, und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will. 

Kommt her zu mir, alle, die Ihr mühselig und beladen seid; ich will Euch erquicken. Nehmt auf Euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet Ihr Ruhe finden für Eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. 

Matthäus 11,25-30

Wochengebet

Kommt her zu mir!
So lädst Du die ganze Welt ein, Jesus Christus,
die Müden,
die Schwachen,
die Überforderten,
die Schuldigen,
uns.

Weit öffnest Du Dein Herz und sprichst: Kommt her!
Die Friedlosen lädst Du ein.
Bekehre die Herzen der Gewalttäter,
damit sie den Haß begraben
und ihre Gier aufgeben,
damit Feinde aufeinander zugehen
und die Kriege enden,
damit die Verfolgten sicher leben
und ihre Kinder vom Frieden lernen.
Weit öffnest Du Dein Herz, Jesus Christus.
Erhöre uns.

Weit breitest Du Deine Arme aus und sprichst: Kommt her!
Die Hungrigen lädst Du ein.
Öffne die Herzen der Klugen,
damit sie ihre Verantwortung erkennen
und den Hunger bekämpfen,
damit die Abgewiesenen Aufnahme finden
und die Gerechtigkeit den Egoismus überwindet,
damit die Aufbrechenden Schutz finden
und unsere Kinder auf sicheren Wegen gehen.
Weit breitest Du Deine Arme aus, Jesus Christus.
Erhöre uns.

Weit reicht Deine Liebe und Du sprichst: Kommt her!
Die Mühseligen und Beladenen lädst Du ein.
Hülle in Deine Liebe die Erschöpften und Trauernden,
damit sie zur Ruhe kommen und
die Angst vor dem Kommenden weicht,
damit die Kranken aufatmen
und heilende Nähe erfahren,
damit der Mut größer wird als die Not
und unsere Kinder Hoffnung haben. 
Weit reicht Deine Liebe, Jesus Christus.
Erhöre uns.

Kommt her zu mir!
So lädst Du die ganze Welt ein, Jesus Christus,
Du Freund und Tröster.
So lädst Du Deine Kirche ein,
zu Dir wollen wir kommen,
auf Dich wollen wir hören.
Heute und alle Tage.
Amen.

VELKD: Wochengebete

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.

Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.

Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Friede

4. Mose 6,24-26

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HERR, Gott, mein Heiland, ich schreie Tag und Nacht vor Dir. (Psalm 88)

HERR, Gott, mein Heiland, ich schreie Tag und Nacht vor Dir. Laß mein Gebet vor Dich kommen, neige Deine Ohren zu meinem Schreien. Denn meine Seele ist übervoll an Leiden, und mein Leben ist nahe dem Totenreich. Ich bin denen gleich geachtet, die in die Grube fahren, ich bin wie ein Mann, der keine Kraft mehr hat. 

Ich liege unter den Toten verlassen, wie die Erschlagenen, die im Grabe liegen, derer du nicht mehr gedenkst und die von Deiner Hand geschieden sind. Du hast mich hinunter in die Grube gelegt, in die Finsternis und in die Tiefe. Dein Grimm drückt mich nieder, du bedrängst mich mit allen Deinen Fluten. Sela. 

Meine Freunde hast Du mir entfremdet, Du hast mich ihnen zum Abscheu gemacht. Ich liege gefangen und kann nicht heraus, mein Auge vergeht vor Elend. HERR, ich rufe zu Dir täglich; ich breite meine Hände aus zu Dir. Wirst Du an den Toten Wunder tun, oder werden die Verstorbenen aufstehen und Dir danken? Sela. 

Wird man im Grabe erzählen Deine Güte und Deine Treue bei den Toten? Werden denn Deine Wunder in der Finsternis erkannt oder Deine Gerechtigkeit im Lande des Vergessens? Aber ich schreie zu Dir, HERR, und mein Gebet kommt frühe vor Dich: Warum verstößt Du, HERR, meine Seele und verbirgst Dein Antlitz vor mir? 

Ich bin elend und dem Tode nahe von Jugend auf; ich erleide Deine Schrecken, daß ich fast verzage. Dein Grimm geht über mich, Deine Schrecken vernichten mich. Sie umgeben mich täglich wie Fluten und umringen mich allzumal. Meine Freunde und Nächsten hast Du mir entfremdet, und mein Vertrauter ist die Finsternis. 

Psalm 88. Ein Psalmlied der Korachiter, vorzusingen, zum Reigentanz im Wechsel, eine Unterweisung Hemans, des Esrachiters. 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Wer Euch hört, der hört mich; und wer Euch verachtet, der verachtet mich.

Lukas 10,16a

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

In dem Herren freuet Euch, freut Euch allewege. Der am Kreuz den Sieg errang, der ins Reich der Himmel drang, ist nah auf Eurem Stege.

Mag der Feind mit Finsternis Euren Schritt umhüllen, seid nur um den Herrn geschart, dessen Heil und Gegenwart allstund Euch kann erfüllen.

Kündet Eure Lindigkeit allen Augen, Ohren. Keiner bannt den Sieger mehr, Christus mit dem lichten Heer erscheint schon vor den Toren.

Werft das stolze Sorgen fort, bittet Gott mit Danken. Sieh, es leuchtet seine Gnad über Eurem schmalen Pfad, führt Euch durch alle Schranken.

Friede höher als Vernunft, Licht von höchster Zinne, wird Dir heut und jeder Frist hüten ganz in Jesus Christ das Herz und alle Sinne.

O so freu Dich in dem Herrn, Kirche, allezeiten! Mußt Du dulden Kreuz und Not, Gottes Sohn hebt aus dem Tod sein Volk in Ewigkeiten.

Kurt Müller-Osten 1942 (LKG 243)

Morgenlese

Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu Euch gesagt habe, als ich noch bei Euch war: Es muß alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose und in den Propheten und Psalmen. 

Da öffnete er ihnen das Verständnis, daß sie die Schrift verstanden, und sprach zu ihnen: So steht’s geschrieben, daß der Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; und daß gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Von Jerusalem an seid Ihr dafür Zeugen. 

Und siehe, ich sende auf Euch, was mein Vater verheißen hat. Ihr aber sollt in der Stadt bleiben, bis Ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe. 

Lukas 24,44-49

Abendlese

Wohlan, ich will von meinem lieben Freunde singen, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg. Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fetten Höhe. Und er grub ihn um und entsteinte ihn und pflanzte darin edle Reben. Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter und wartete darauf, dass er gute Trauben brächte; aber er brachte schlechte.

Nun richtet, Ihr Bürger zu Jerusalem und Ihr Männer Judas, zwischen mir und meinem Weinberg! Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während ich darauf wartete, dass er gute brächte? 

Wohlan, ich will Euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, daß er kahl gefressen werde, und seine Mauer soll eingerissen werden, daß er zertreten werde. Ich will ihn wüst liegen lassen, daß er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und will den Wolken gebieten, daß sie nicht darauf regnen. 

Des HERRN Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit. 

Jesaja 5,1-7

Konkordienformel (Epitome): Von der Person Christi VIII,1-15

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Ich rufe zu Gott und schreie um Hilfe, zu Gott rufe ich, und er erhört mich. (Psalm 77)

Ich rufe zu Gott und schreie um Hilfe, zu Gott rufe ich, und er erhört mich. In der Zeit meiner Not suche ich den Herrn; meine Hand ist des Nachts ausgereckt und läßt nicht ab; denn meine Seele will sich nicht trösten lassen. Ich denke an Gott – und bin betrübt; ich sinne nach – und mein Geist verzagt. Sela. 

Meine Augen hältst Du, daß sie wachen müssen; ich bin so voll Unruhe, daß ich nicht reden kann. Ich gedenke der uralten Zeiten, der längst vergangenen Jahre. Ich denke des Nachts an mein Saitenspiel und rede mit meinem Herzen, mein Geist muß forschen. Wird denn der Herr auf ewig verstoßen und keine Gnade mehr erweisen? Ist’s denn ganz und gar aus mit seiner Güte, und hat die Verheißung für immer ein Ende? Hat Gott vergessen, gnädig zu sein, hat er sein Erbarmen im Zorn verschlossen? Sela. 

Ich sprach: Darunter leide ich, daß die rechte Hand des Höchsten sich so ändern kann. Darum gedenke ich an die Taten des HERRN, ja, ich gedenke an Deine früheren Wunder und sinne über alle Deine Werke und denke Deinen Taten nach. Gott, Dein Weg ist heilig. Wo ist ein so mächtiger Gott, wie Du, Gott, bist? Du bist der Gott, der Wunder tut, Du hast Deine Macht bewiesen unter den Völkern. Du hast Dein Volk erlöst mit starkem Arm, die Kinder Jakobs und Josefs. Sela. 

Die Wasser sahen Dich, Gott, die Wasser sahen Dich und ängstigten sich, ja, die Tiefen tobten. Die dicken Wolken gossen Wasser, die Wolken donnerten, und Deine Pfeile fuhren einher. Dein Donner rollte, Blitze erhellten den Erdkreis, die Erde erbebte und wankte. Dein Weg ging durch das Meer und Dein Pfad durch große Wasser; doch niemand sah Deine Spur. Du führtest dein Volk wie eine Herde durch die Hand von Mose und Aaron. 

Psalm 77. Ein Psalm Asafs, vorzusingen, für Jedutun.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen! 

2.Korinther 13,13

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Der Du bist drei in Einigkeit, ein wahrer Gott von Ewigkeit: die Sonn mit dem Tag von uns weicht; laß leuchten uns Dein göttlich Licht.

Des Morgens, Gott, Dich loben wir, des Abends auch beten vor Dir; unser armes Lied rühmet Dich jetzund, immer und ewiglich.

Gott Vater, dem sei ewig Ehr, Gott Sohn, der ist der einig Herr, und dem Tröster, Heiligen Geist, von nun an bis in Ewigkeit.

Nach dem Hymnus “O lux beata trinitas” von Gregor I. (um 540-604) verdeutsch von Dr. Martin Luther 1543. (LKG 289)

Morgenlese

Einem jeden aber von uns ist die Gnade gegeben nach dem Maß der Gabe Christi. 

Darum heißt es: »Er ist aufgefahren zur Höhe, hat Gefangene in die Gefangenschaft geführt und den Menschen Gaben gegeben.« Daß er aber aufgefahren ist, was heißt das anderes, als daß er auch hinabgefahren ist in die Tiefen der Erde? Der hinabgefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, damit er alles erfülle. 

Und er selbst gab den Heiligen die einen als Apostel, andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Menschen, zum vollen Maß der Fülle Christi, damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch das trügerische Würfeln der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen.

Laßt uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus. 

Epheser 4,7-15

Abendlese

Und siehe, einer von denen, die bei Jesus waren, streckte die Hand aus und zog sein Schwert und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab. Da sprach Jesus zu ihm: Stecke Dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der wird durchs Schwert umkommen. 

Oder meinst Du, ich könnte meinen Vater nicht bitten, und er würde mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schicken? Wie würde dann aber die Schrift erfüllt, daß es so geschehen muß? 

Zu der Stunde sprach Jesus zu der Schar: Ihr seid ausgezogen wie gegen einen Räuber mit Schwertern und mit Stangen, mich gefangen zu nehmen? Habe ich doch täglich im Tempel gesessen und gelehrt, und Ihr habt mich nicht ergriffen. 

Aber das ist alles geschehen, auf daß erfüllt würden die Schriften der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. 

Matthäus 26,51-56

Konkordienformel (Epitome) VII,21-42 (Vom Heiligen Abendmahl Christi)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch + AmenAmen.

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Eile, Gott, mich zu erretten, HERR, mir zu helfen! (Psalm 70)

St. Marien über der Rittmeisterhalle in der Lutherstadt Wittenberg (2026)

Eile, Gott, mich zu erretten, HERR, mir zu helfen! 

Es sollen sich schämen und zuschanden werden, die mir nach dem Leben trachten; sie sollen zurückweichen und zum Spott werden, die mir mein Unglück gönnen. Sie sollen umkehren um ihrer Schande willen, die über mich schreien: Da, da! 

Laß Deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach Dir fragen; und die Dein Heil lieben, laß allewege sagen: Hochgelobt sei Gott! 

Ich aber bin elend und arm; Gott, eile zu mir! Du bist mein Helfer und Erretter; HERR, säume nicht! 

Psalm 70. Von David, vorzusingen, zum Gedenkopfer.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen! 

2.Korinther 13,13

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

O wär ich da! O stünd ich schon, ach süßer Gott, vor Deinem Thron und trüge meine Palmen: so wollt ich nach der Engel Weis erhöhen Deines Namens Preis mit tausend schönen Psalmen.

Doch gleichwohl will ich, weil ich noch hier trage dieses Leibes Joch, auch nicht gar stille schweigen; mein Herze soll sich fort und fort an diesem und an allem Ort zu Deinem Lobe neigen.

Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, daß ich Dir stetig blühe; gib, daß der Sommer Deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrücht erziehe.

Mach in mir Deinem Geiste Raum, daß ich Dir werd ein guter Baum, und laß mich Wurzel treiben. Verleihe, daß zu Deinem Ruhm ich Deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben.

Erwähle mich zum Paradeis und laß mich bis zur letzten Reis an Leib und Seele grünen, so will ich Dir und Deiner Ehr allein und sonsten keinem mehr hier und dort ewig dienen.

Paul Gerhardt 1656 (LKG 329, 11-15)

Morgenlese

Danach setzte der Herr zweiundsiebzig andere ein und sandte sie je zwei und zwei vor sich her in alle Städte und Orte, wohin er gehen wollte, und sprach zu ihnen: Die Ernte ist groß, der Arbeiter aber sind wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter aussende in seine Ernte. 

Geht hin; siehe, ich sende Euch wie Lämmer mitten unter die Wölfe. Tragt keinen Geldbeutel bei Euch, keine Tasche, keine Schuhe, und grüßt niemanden auf der Straße. Wenn Ihr in ein Haus kommt, sprecht zuerst: Friede sei diesem Hause! Und wenn dort ein Kind des Friedens ist, so wird Euer Friede auf ihm ruhen; wenn aber nicht, so wird sich Euer Friede wieder zu Euch wenden. In demselben Haus aber bleibt, eßt und trinkt, was man Euch gibt; denn ein Arbeiter ist seines Lohnes wert.

Ihr sollt nicht von einem Haus zum andern gehen. Und wenn Ihr in eine Stadt kommt und sie Euch aufnehmen, dann eßt, was Euch vorgesetzt wird, und heilt die Kranken, die dort sind, und sagt ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu Euch gekommen. 

Wenn Ihr aber in eine Stadt kommt und sie Euch nicht aufnehmen, so geht hinaus auf ihre Straßen und sprecht: Auch den Staub aus Eurer Stadt, der sich an unsre Füße gehängt hat, schütteln wir ab auf Euch. Doch das sollt Ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Ich sage Euch: Es wird Sodom erträglicher ergehen an jenem Tage als dieser Stadt.

Weh Dir, Chorazin! Weh Dir, Betsaida! Denn wären solche Taten in Tyrus und Sidon geschehen, wie sie bei Euch geschehen sind, sie hätten längst in Sack und Asche gesessen und Buße getan. Doch es wird Tyrus und Sidon erträglicher ergehen im Gericht als Euch. Und Du, Kapernaum, wirst Du bis zum Himmel erhoben werden? Du wirst bis in die Hölle hinabfahren. 

Wer Euch hört, der hört mich; und wer Euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat. 

Lukas 10,1-16

Abendlese

Ich habe Euch noch viel zu sagen; aber Ihr könnt es jetzt nicht ertragen. 

Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er Euch in aller Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er Euch verkündigen. 

Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er’s nehmen und Euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er nimmt es von dem Meinen und wird es Euch verkündigen.

Johannes 16,12-15 

Konkordienformel (Epitome) VII,6-20 Vom hl. Abendmahl Christi

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch + AmenAmen.

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Ich will den HERRN loben allezeit (Psalm 34)

Rembrandt van Rijn: Die Taufe des Kämmerers (1626)

Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. Meine Seele soll sich rühmen des HERRN, dass es die Elenden hören und sich freuen. Preiset mit mir den HERRN und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen! 

Da ich den HERRN suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden. Als einer im Elend rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten. 

Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus. Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn trauet! Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen! Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel. Reiche müssen darben und hungern; aber die den HERRN suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut. 

Kommt her, Ihr Kinder, höret mir zu! Ich will Euch die Furcht des HERRN lehren. Wer ist’s, der Leben begehrt und gerne gute Tage hätte? Behüte Deine Zunge vor Bösem und Deine Lippen, daß sie nicht Trug reden. Laß ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach! 

Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien. Das Antlitz des HERRN steht wider alle, die Böses tun, daß er ihren Namen ausrotte von der Erde. Wenn die Gerechten schreien, so hört der HERR und errettet sie aus all ihrer Not. Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben. 

Der Gerechte muß viel leiden, aber aus alledem hilft ihm der HERR. Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, daß nicht eines von ihnen zerbrochen wird. Den Frevler wird das Unglück töten, und die den Gerechten hassen, fallen in Schuld. Der HERR erlöst das Leben seiner Knechte, und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld. 

Psalm 34. Von David, als er sich wahnsinnig stellte vor Abimelech und dieser ihn vertrieb und er wegging. 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen! 

2.Korinther 13,13

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Die unverdrossne Bienenschar fliegt hin und her, sucht hier und da ihr edle Honigspeise; des süßen Weinstocks starker Saft bringt täglich neue Stärk und Kraft in seinem schwachen Reise.

Der Weizen wächset mit Gewalt; darüber jauchzet Jung und Alt und rühmt die große Güte des, der so überflüßig labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte.

Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen.

Ach, denk ich, bist Du hier so schön und läßt Du’s uns so lieblich gehn auf dieser armen Erden: Was will doch wohl nach dieser Welt dort in dem reichen Himmelszelt und güldnen Schloße werden!

Welch hohe Lust, welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein! Wie muß es da wohl klingen, da so viel tausend Seraphim mit unverdroßnem Mund und Stimm ihr Halleluja singen.

Paul Gerhardt 1653

Morgenlese

Und der Vater, der mich gesandt hat, hat von mir Zeugnis gegeben. Ihr habt niemals seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen und sein Wort habt Ihr nicht in Euch wohnen; denn Ihr glaubt dem nicht, den er gesandt hat. 

Ihr sucht in den Schriften, denn Ihr meint, Ihr habt das ewige Leben darin; und sie sind’s, die von mir zeugen; aber Ihr wollt nicht zu mir kommen, daß Ihr das Leben hättet. 

Ich nehme nicht Ehre von Menschen an; aber ich kenne Euch, daß Ihr nicht Gottes Liebe in Euch habt. Ich bin gekommen in meines Vaters Namen, und Ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer kommen wird in seinem eigenen Namen, den werdet Ihr annehmen. Wie könnt Ihr glauben, die Ihr Ehre voneinander annehmt, und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, sucht Ihr nicht? 

Meint nicht, daß ich Euch vor dem Vater verklagen werde; der Euch verklagt, ist Mose, auf den Ihr hofft. Wenn Ihr Mose glaubtet, so glaubtet Ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben. Wenn Ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet Ihr meinen Worten glauben? 

Johannes 5,37-47

Abendlese

Aber der Engel des Herrn redete zu Philippus und sprach: Steh auf und geh nach Süden auf die Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt und öde ist. Und er stand auf und ging hin.

Und siehe, ein Mann aus Äthiopien, ein Kämmerer und Mächtiger am Hof der Kandake, der Königin von Äthiopien, ihr Schatzmeister, war nach Jerusalem gekommen, um anzubeten. Nun zog er wieder heim und saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja. Der Geist aber sprach zu Philippus: Geh hin und halte Dich zu diesem Wagen! 

Da lief Philippus hin und hörte, daß er den Propheten Jesaja las, und fragte: Verstehst Du auch, was Du liest? Er aber sprach: Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen. 

Die Stelle aber der Schrift, die er las, war diese: »Wie ein Schaf, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Lamm, das vor seinem Scherer verstummt, so tut er seinen Mund nicht auf. In seiner Erniedrigung wurde sein Urteil aufgehoben. Wer kann seine Nachkommen aufzählen? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen.« 

Da antwortete der Kämmerer dem Philippus und sprach: Ich bitte Dich, von wem redet der Prophet das, von sich selber oder von jemand anderem? Philippus aber tat seinen Mund auf und fing mit diesem Schriftwort an und predigte ihm das Evangelium von Jesus.

Apostelgeschichte 8,26-35

Konkordienformel (Epitome): VI (3.Brauch des Gesetzes) – VII,5 (Vom hl. Abendmahl Christi).

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch + AmenAmen.

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Hilf, HERR! (Psalm 12)

Hilf, HERR! Die Heiligen haben abgenommen, und treu sind wenige unter den Menschenkindern. Einer redet mit dem andern Lug und Trug, sie heucheln und reden aus zwiespältigem Herzen. 

Der HERR wolle ausrotten alle Heuchelei und die Zunge, die hoffärtig redet, die da sagen: »Durch unsere Zunge sind wir mächtig, uns gebührt zu reden! Wer ist unser Herr?« 

»Weil die Elenden Gewalt leiden und die Armen seufzen, will ich jetzt aufstehen«, spricht der HERR, »ich will Hilfe schaffen dem, der sich danach sehnt.« Die Worte des HERRN sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal. 

Du, HERR, wollest sie bewahren und uns behüten vor diesem Geschlecht ewiglich! Denn Frevler gehen allenthalben einher, wo Gemeinheit herrscht unter den Menschenkindern. 

Psalm 12. Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf acht Saiten.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen! 

2.Korinther 13,13

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Ach Gott, vom Himmel sieh darein und laß Dich des erbarmen, wie wenig sind der Heilgen Dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr, der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschenkindern.

Sie lehren eitel falsche List, was eigen Witz erfindet; ihr Herz nicht eines Sinnes ist in Gottes Wort gegründet; der wählet dies, der andre das, sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen.

Gott woll ausrotten allen gar, die falschen Schein uns lehren, dazu ihr Zung stolz offenbar/ spricht: »Trotz! Wer will’s uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, was wir setzen, gilt allgemein; wer ist, der uns sollt meistern?«

Darum spricht Gott: »Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen.«

Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; am Gottswort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein, da wird sein Kraft erkannt und Schein und leucht stark in die Lande.

Das wollst Du, Gott, bewahren rein vor diesem argen Geschlechte und laß uns Dir befohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher findt, wo diese losen Leute sind in Deinem Volk erhaben. (d.h. zur Herrschaft erhoben)

Martin Luther, 1524 (LKG 44)

Morgenlese

Ach, HERR, Du weißt es! Gedenke an mich und nimm Dich meiner an und räche mich an meinen Verfolgern! Raffe mich nicht hinweg, indem Du Deinen Zorn über sie zurückhältst; erkenne, daß ich um Deinetwillen geschmäht werde. 

Dein Wort ward meine Speise, sooft ich’s empfing, und Dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach Deinem Namen genannt, HERR, Gott Zebaoth. Ich saß nicht im Kreis der Fröhlichen und freute mich, sondern saß einsam, gebeugt von Deiner Hand; denn Du hast mich erfüllt mit Grimm. 

Warum währt doch mein Leiden so lange und ist meine Wunde so schlimm, daß sie nicht heilen will? Du bist mir geworden wie ein trügerischer Born, der nicht verläßlich Wasser gibt. 

Darum, so spricht der HERR: Wenn Du Dich zu mir hältst, so will ich mich zu Dir halten, und Du sollst mein Prediger bleiben. Und wenn Du recht redest und nicht leichtfertig, so sollst Du mein Mund sein.

Sie sollen sich zu Dir kehren, doch Du kehre Dich nicht zu ihnen! Denn ich mache Dich für dies Volk zur festen, ehernen Mauer. Wenn sie auch wider Dich streiten, sollen sie Dir doch nichts anhaben; denn ich bin bei Dir, daß ich Dir helfe und Dich errette, spricht der HERR, und ich will Dich erretten aus der Hand der Bösen und erlösen aus der Hand der Tyrannen. 

Jeremia 15,15-21

Abendlese

Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, stelle Dich auf Deine Füße, so will ich mit Dir reden. Und als er so mit mir redete, kam der Geist in mich und stellte mich auf meine Füße, und ich hörte dem zu, der mit mir redete. 

Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, ich sende Dich zu den abtrünnigen Israeliten und zu den Völkern, die von mir abtrünnig geworden sind. Sie und ihre Väter haben sich bis auf diesen heutigen Tag gegen mich aufgelehnt. Und die Kinder, zu denen ich Dich sende, haben harte Köpfe und verstockte Herzen.

Zu denen sollst Du sagen: »So spricht Gott der HERR!« Sie gehorchen oder lassen es – denn sie sind ein Haus des Widerspruchs –, dennoch sollen sie wissen, daß ein Prophet unter ihnen gewesen ist. 

Und Du, Menschenkind, sollst Dich vor ihnen nicht fürchten noch vor ihren Worten fürchten. Es sind wohl widerspenstige und stachlige Dornen um Dich, und Du wohnst unter Skorpionen; aber Du sollst Dich nicht fürchten vor ihren Worten und Dich vor ihrem Angesicht nicht entsetzen – denn sie sind ein Haus des Widerspruchs –, sondern Du sollst ihnen meine Worte sagen, sie gehorchen oder lassen es; denn sie sind ein Haus des Widerspruchs. 

Hesekiel 2,1-7

Konkordienformel IV:16-V:11 (Von guten Werken u. Gesetz & Evangelium)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch + AmenAmen.

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Pastor Wilhelm Löhe predigt am 1.Sonntag nach Trinitatis über Lukas 16,19-31 (Reiche Mann und arme Lazarus)

Das Gleichnis im Codex aureus Epternacensis

Pastor Johann Konrad Wilhelm Löhe (* 21. Februar 1808 in Fürth; † 2. Januar 1872 in Neuendettelsau) predigte am 1. Sonntag nach Trinitatis über den reichen Mann und armen Lazarus wie im heiligen Evangelium unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi vom heiligen Evangelisten Sankt Lukas im 16. Kapitel glaubhaft in den Versen 19-31 bezeugt und aufgeschrieben.

Hier zum Nachhören vorgelesen:

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Ach, HERR, strafe mich nicht in Deinem Zorn und züchtige mich nicht in Deinem Grimm! (Psalm 6)

Esra vor einem Schrank mit biblischen Büchern (Codex Amiatinus)

Ach, HERR, strafe mich nicht in Deinem Zorn und züchtige mich nicht in Deinem Grimm! HERR, sei mir gnädig, denn ich bin schwach; heile mich, HERR, denn meine Gebeine sind erschrocken und meine Seele ist sehr erschrocken. Ach Du, HERR, wie lange! 

Wende Dich, HERR, und errette meine Seele, hilf mir um Deiner Güte willen! Denn im Tode gedenkt man deiner nicht; wer wird Dir bei den Toten danken? 

Ich bin so müde vom Seufzen; ich schwemme mein Bett die ganze Nacht und netze mit meinen Tränen mein Lager. Mein Auge ist trüb geworden vor Gram und matt, weil meiner Bedränger so viele sind. 

Weichet von mir, alle Übeltäter; denn der HERR hört mein Weinen. Der HERR hört mein Flehen; mein Gebet nimmt der HERR an. Es müssen alle meine Feinde zuschanden werden und sehr erschrecken; sie müssen weichen und zuschanden werden plötzlich. 

Psalm 6.  Der erste Bußpsalm. Ein Psalm Davids, vorzusingen, beim Saitenspiel auf acht Saiten.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen! 

2.Korinther 13,13

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

O Ewigkeit, Du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende; mein ganz erschrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gaumen klebt.

Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt, und ganz wird aufgehoben. Die Ewigkeit nur hat kein Ziel, sie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben, ja – wie mein Heiland selber spricht – aus ihr ist kein Erlösung nicht.

O Ewigkeit, Du machst mir bang, o ewig, ewig ist zu lang, hier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum, wenn ich diese lange Nacht, zusamt der großen Pein betracht, erschreck ich recht von Herzen; nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigkeit.

Ach Gott, wie bist Du so gerecht, wie strafest Du einen bösen Knecht so hart im Pfuhl der Schmerzen; auf kurze Sünden dieser Welt hast Du so lange Pein bestellt. Ach nimm dies wohl zu Herzen; betracht es oft, o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind.

Wach auf, o Mensch, von Sündenschlaf, ermuntre Dich, verlornes Schaaf, und beßre bald Dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit, es kommt heran die Ewigkeit, Dir Deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag; wer weiß noch, wie man sterben mag?

O Ewigkeit, Du Donnerwort, o Schwert, das durch die Seele bohrt, o Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit, ich weiß vor großer Traurigkeit nicht wo ich mich hinwende. Nimm Du mich, wann es Dir gefällt, Herr Jesu in Dein Freudenzelt!

Johann Rist 1642 (LKG 209)

Morgenlese

Du aber bleibe bei dem, was Du gelernt hast und was Dir anvertraut ist; Du weißt ja, von wem Du gelernt hast und daß Du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die Dich unterweisen können zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus. 

Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, daß der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt. 

2.Timotheus, 3,14-17

Abendlese

Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir Euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen. 

Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. 

Umso fester haben wir das prophetische Wort, und Ihr tut gut daran, daß Ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in Euren Herzen. 

Und das sollt Ihr vor allem wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht, sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben vom Heiligen Geist. 

2.Petrus 1,16-21

Konkordienformel (Epitome): 3,12-4,15 (Von der Gerechtigkeit des Glaubens und den guten Werken)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch + AmenAmen.

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1. Sonntag nach Trinitatis

Lukas 16,19-31: Der reiche Mann und der arme Lazarus

Wer Euch hört, der hört mich; und wer Euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat. 

Lukas 10,16a

Introitus                    

Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. Meine Seele soll sich rühmen des HERRN, dass es die Elenden hören und sich freuen. Preiset mit mir den HERRN und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen! Da ich den HERRN suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden. Als einer im Elend rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten. Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus. Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn trauet! Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen! Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel. Reiche müssen darben und hungern; aber die den HERRN suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut.

Psalm 34,2-11

Kollekte                    

Herr, unser Gott, Du bist die Kraft aller, die auf Dich hoffen: und weil wir sündigen, sterblichen Menschen ohne Dich nichts vermögen so hilf uns, daß wir Deine Gebote halten und dir unser Wollen und Tun gefalle. Durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Atl. Lese                      

So spricht der HERR Zebaoth: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die Euch weissagen! Sie betrügen Euch, sie verkünden Euch Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Mund des HERRN. Sie sagen denen, die des HERRN Wort verachten: Es wird Euch wohlgehen –, und allen, die im Starrsinn ihres Herzens wandeln, sagen sie: Es wird kein Unheil über Euch kommen. Aber wer hat im Rat des HERRN gestanden, daß er sein Wort gesehen und gehört hätte? Wer hat sein Wort vernommen und gehört? Siehe, es wird ein Wetter des HERRN kommen voll Grimm und ein schreckliches Ungewitter auf den Kopf der Gottlosen niedergehen. Und des HERRN Zorn wird nicht ablassen, bis er tue und ausrichte, was er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet Ihr es klar erkennen. Ich sandte die Propheten nicht, und doch laufen sie; ich redete nicht zu ihnen, und doch weissagen sie. Denn wenn sie in meinem Rat gestanden hätten, so hätten sie meine Worte meinem Volk gepredigt, um es von seinem bösen Wandel und von seinem bösen Tun zu bekehren. Bin ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch ein Gott, der ferne ist? Meinst du, daß sich jemand so heimlich verbergen könne, daß ich ihn nicht sehe?, spricht der HERR. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt?, spricht der HERR. Ich höre es wohl, was die Propheten reden, die Lüge weissagen in meinem Namen und sprechen: Mir hat geträumt, mir hat geträumt. Wann wollen doch die Propheten aufhören, die Lüge weissagen und ihres Herzens Trug weissagen und wollen, daß mein Volk meinen Namen vergesse über ihren Träumen, die einer dem andern erzählt, so wie ihre Väter meinen Namen vergaßen über dem Baal? Ein Prophet, der Träume hat, der erzähle Träume; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen?, spricht der HERR. Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?

Jeremia 23,16-29

Epistel           

(Daran erkennen wir, daß wir in ihm bleiben und er in uns, daß er uns von seinem Geist gegeben hat. Und wir haben gesehen und bezeugen, daß der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt. Wer nun bekennt, daß Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er in Gott. Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat: Gott ist Liebe;) und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Darin ist die Liebe bei uns vollendet, auf daß wir die Freiheit haben, zu reden am Tag des Gerichts; denn wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. Denn die Furcht rechnet mit Strafe; wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe. Laßt uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und haßt seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht. Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe. 

1.Johannes 4, (13-16a) 16b-21

Evangelium     

Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Ein Armer aber mit Namen Lazarus lag vor seiner Tür, der war voll von Geschwüren und begehrte sich zu sättigen von dem, was von des Reichen Tisch fiel, doch kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren. 

Es begab sich aber, daß der Arme starb, und er wurde von den Engeln getragen in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und wurde begraben. Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. 

Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme Dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Kind, daß Du Dein Gutes empfangen hast in Deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet, Du aber leidest Pein. 

Und in all dem besteht zwischen uns und Euch eine große Kluft, daß niemand, der von hier zu euch hinüberwill, dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns herüber. Da sprach er: So bitte ich Dich, Vater, daß Du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. 

Abraham aber sprach: Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde.

Lukas 16,19-31

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht,wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolischeKirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänum

Wochenlied

Nun bitten wir den Heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende.  Kyrieleis.

Du wertes Licht, gib uns Deinen Schein, lehr uns Jesus Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis.

Du süße Lieb, schenk uns Deine Gunst, laß uns empfinden der Lieb Inbrunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Frieden auf einem Sinn bleiben. Kyrieleis.

Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis.

Martin Luther 1524 (LKG 183)

Predigttext               

Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, daß sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen. 

Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Land oder Häuser hatte, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte. 

Josef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde – das heißt übersetzt: Sohn des Trostes –, ein Levit, aus Zypern gebürtig, der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen. 

Apostelgeschichte 4,32-37

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.

Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.

Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden

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