Hin und her über die Peloponnes (8)

Von Korinth gings dann geradlinig über die Peloponnes auf gut ausgebauter Autobahn und Zollstraße nach Kalamata – durch viele Tunnel und malerische Landschaften. Dort hatten wir knapp 500 Meter vom Strand in einer kl. Ferienwohnung Platz für 2 Übernachtungen. Zuerst hatten wir uns überlegt Sparta zu besuchen, aber vorerst hatten wir genug von Ruinen, alten Fundamenten und unzähligen Steinen. Außerdem hatte das Schwimmen in griechischen Gewässern es uns angetan. Wir hatten ja schon im Golf von Korinth Salzwasser geschluckt – und zwar an den malerischsten Stränden, die wir noch gesehen hatten. Da wollten wir mal sehen ob das im Messenischen Golf ähnlich wäre. Vielleicht hatten wir auch endlich Lust auf Urlaub pur – im Wasser plätschern und vor uns dahin driften, abkühlen und uns von der Sonne wieder abtrocknen lassen. Es war herrlich. So haben wir es dann auch gehalten.

Zwischendurch sind wir dann auch mal auf den Markt gefahren, wo wir Oliven, Weintrauben, Honig und auch Gemüse einkauften. Dazu auch Wein in Plastikflaschen vom Händler. Er schien ganz überzeugt zu sein, dass er den besten Wein Griechenlands verkaufte. Wie sauer stieß mir dagegen auf, dass der schöne, gelbe Wein bestenfalls mit Essig zu vergleichen war. Als Strafe habe ich dann regelmäßig davon getrunken. Kalt aus dem Eisschrank wars aber auch nicht besser. Naja, Strafe muss sein. Fragt sich nur, wofür?

Weiter südlich fuhren wir nicht, sondern machten uns dann über Messene und Olympia an der Westküste Griechenlands wieder nördlich auf den Weg nach Patras, wo wir wieder eine Dachwohnung mit toller Aussicht über gleichnamige Bucht hatten. Von dort ging es wieder an den Strand und über die kunstvoll gestreckte Rio-Andirrio-Brücke zum Heldenacker nach Mesolóngi, wo nicht nur der gefallene Lord Byron, sondern fast alle europäischen Länder wegen ihrer Unterstützung der griechischen Unabhängigkeitsbewegung gegen die Türkei in Gedenksteinen verewigt sind. Zum Schauplatz der Schlacht von Lepanto, wo der linke Arm von Miguel de Cervantes (Don Quichote) gelähmt wurde, fuhren wir dann nicht mehr. Wir hatten genug Heldenverehrung für ein Wochenende!   

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Loutraki ist voller Überraschungen… (7)

In „Tranquility“ (Olive Grove) in Lautraki waren wir zu Gast bei einem griechisch-polnischen Ehepaar, das sich in Kanada kennen gelernt hatte. Richard ist Fahrradfahrer und Anastasia freischaffende Künstlerin. Nun sind sie wieder im alten Europa und offensichtlich sehr erfolgreich, sich dort zu etablieren. Wir hatten wiederholt Schwierigkeiten die genaue Adresse zu finden, da der GPS uns dort durch kleine und kleinste Gässchen führte – fast wie wenn man zu Gonter & Rita auf den Plot fährt – aber im großen und ganzen war dieses einer unserer Lieblingsorte.

Hier konnten wir all unsere Wäsche erstmals waschen – und zwar in einer top Waschmaschine. Die Küche war hervorragend eingerichtet und das Haus sehr geschmackvoll und ansprechend. Wir fühlten uns also puddelwohl, auch wenn es nur im Schlafzimmer eine Klimaanlage gab und Christoph auf einer Couch schlafen musste, die nur per Fan gekühlt wurde. Ich habe mich auf der Veranda auf eine der Liegesessel zur Nacht hingelegt, aber irgendwann bin ich doch ins Schlafzimmer umgezogen. Die Nächte sind in Griechenland ziemlich bewegt und geräuschvoll. Da gibt’s immer wieder was zum Hinhören und Ablenken.

Unsere Gastgeber haben uns wärmstens empfohlen ein Kloster hoch am Geraniaberg zu besuchen. Darum sind wir rechtzeitig aufgebrochen und zum Konvent der Nonnen von St Osios Patapios, die dort von Sonnenaufgang bis zum Untergang ein offenes Haus betreiben – und griechischen Kaffee, Sweets und Zwieback anbieten und natürlich auch Ikonen, Texte und sonstige Devotionalien, gefahren. Von dort hatten wir den schönsten Blick über den Golf von Korinth, den Hafen und das tief blaue Meer – eine Augenweide, wo man nur hinschaut.

Außerdem haben wir uns Epidauros, Mykene und dann auch noch zu den Ausflugszielen Perachora Heraion und der Lagune von Heraion angeschaut. Das war ein volles Tagesprogramm. Schließlich sind wir auch noch zur Ruhe in Meer gekommen in der blauen Bucht des Heraion. Endlich. Das war herrlich und längst nicht so windig und von Hochzeitsleuten gekappert wie die bei den Tempel Ruinen des Heraion. Das wir unterwegs in einer Taverne zur Olive herrlich Schaf gegessen haben – einen ganzen großen Teller voller Tjobs – gehört auf ein anderes Mal, aber zu meinen besten Mahlzeiten hier.

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Manning the Old Latin School this summer

With the Weber family on vacation, it was a quiet three weeks at the Latin school. Still, there was always somebody around: Charles and Connie Cortright visited from Latvia, a couple from Denmark and one from Germany stayed for a few nights, and a visitor who needed a place for the night while on a bike tour all the way to Vienna enjoyed her stay so much that she decided to spend an extra night! It truly felt like summer: The weather was hot, the pace was leisurely, and there was time for walks and to get coffee or to chat with everyone who stayed.

On Sundays, Dr. Cortright filled in and led the Sunday morning services, thrilled to preach right across from St. Mary’s, while the organ, I’m certain, enjoyed that someone as skilled as Connie Cortright played it.

During the week, I´ve been giving German lessons next to the chapel. For now, our Iranian friend who also attends services on Sundays has been coming, but hopefully soon, others from Bulgaria will join regularly as well. We have been having fun learning the difference between “Ich bin gut” (I’m a morally good person) and “Mir geht es gut” (I’m doing well) as well as the names of Bible characters in German.  

While I have really enjoyed getting to welcome the few guests who have stayed over the summer, chatting with the repairman who fixed the TV in one of the rooms and who grew up next door to the Old Latin School, and talking with the tourists that stop in to look at the chapel and read about the history of Lutheranism on the banners throughout the building, I am so glad Wilhelm and Angelika are back.

Wilhelm started work right away with an early morning appointment with the city the day after returning from Greece. He is just the person for this place: So knowledgeable, so laid-back, so open to all kinds of people, so accommodating, able to change the service from German to English on the spot depending on who shows up, and so well-liked by people all around him. It was fun to fill in for a few weeks but walking through the doors that are open all day to the familiar sight of him sitting in the bookstore, inviting everyone in with a big smile, is much better!

Vivian Kleeblatt from Lutherstadt Wittenberg, 24th August 2020

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Athen ist schön, doch Korinth lockt (6)

Eine Woche waren wir erstmals in Athen. Am letzten Tag bestellten wir per „Beat“ eins der gelben Taxis und damit gings zu „Green Motion“, wo wir unser Auto per „Bookings“ schon aus Deutschland gebucht hatten. Es war ein kl.Laden und das Auto war nicht parat. Ein Kollege war anscheinend damit irgendwo im Verkehr stecken geblieben. Naja, der junge Mann war eilfertig sich zu entschuldigen und ganz außer Atem, um eine Alternative herbeizuschaffen. Mit einer guten Stunde Verspätung gings dann mit dem etwas verbeulten Wagen, der vier unterschiedliche Räder, wovon eins sogar mangelhaft aufgepumpt war und einem halbvollen Tank, los. Das konnte ja heiter werden. Außerdem mussten wir trotz hoher Versicherung eine hohe Prämie hinterlegen – im Falle eines Falles. Alles dazu angetan mich in einen Zustand höchster Agitation zu versetzen.  

Zuerst gings also mit Hilfe von Google durch die Mittestadt von Athen zur erst besten Tankstelle, um das Defizit an Benzin im Tank und Luft im Reifen auszugleichen und dann waren wir auf der Zollstraße nach Korinth, in die Gegend des Isthmus-Kanal und dem Tatort, wo nur Kraniche Zeugen des Meuchelmordes an Ibykus waren, Goethe seine morbide “Braut von Korinth” lokalisiert und hohe Preise schon in der Antike abschreckend wirkten und das antike Sprichwort umging:

Nicht jede Sache ist die Reise nach Korinth wert.

Wir waren in irgendeinem idyllischen Olivenhain eingebucht und freuten uns schon riesig auf diesen Tapetenwechsel. Ha, welche Vorstellungen – und diese Aussicht übers Meer, über den Hafen von Piräus und die wunderbaren Berge, Buchten und Bauten. Schnell war die Anspannung vergessen. Wir schätzten die Klimaanlage und ich gewöhnte mich immer besser an die Automatik. Ich kann mich nur vage an eine Vollbremsung aus Versehen erinnern… Angelika und Christoph waren gute Mitfahrer, unser Gepäck war bestens verstaut und wir hatten Lust auf mehr Abenteuer, Entdeckungsreise im für uns Neuland Griechenland – und vorerst der Peleponnes.

„Und immer noch halte ich für die schönste deutsche Ballade jene, die vom Ibykus, dem Götterfreund, erzählt.“

Marcel Reich-Ranicki

In Korinth gings erstmal zur Altstadt, die schon in der Antike eine wichtige Hafenstadt war, aber jetzt als kleines Dorf vom Tourismus lebte. Es wirkte in der Sommershitze wie ausgestorben, aber wir fanden eine hohe Terrasse, wo wir erstmal gut verschnaufen konnten. Dort war eine Großfamilie aus den USA angereist, um hier vom griechischen Großvater in die Herrlichkeiten des Vaterlandes eingeführt zu werden. Außerdem wurde eine laute Schulklasse dort bewirtet und noch eine Reihe einheimischer Gäste. Wir fühlten uns pudelwohl. Bald waren wir gestärkt genug, um unsere Erkundungstour in Angriff zu nehmen – und gleich ging es an vielen Tavernen vorbei, Gemüsehändlern und auch zum Kunsthändler, der die nachgemalten Vasen seines Vaters verkaufen wollte und sich freute, dass wir endlich aufgetaucht waren.

Wir wanderten um die alten Ruinen herum und dachten an die Geschichte des hl. Apostels Paulus, der sich hier länger aufgehalten hatte, öffentlich gepredigt und theologisierte bis es den jüdischen Bewohnern zu viel wurde und sie handgreiflich wurden. Naja, auch davon ist nicht mehr viel zu sehen, aber nachlesen kann man es in der Apostelgeschichte eindrücklich und schließlich sind seine praktischen und kontextuell eingebundenen Briefe an die Korinther ja auch wunder erhalten und jedermann zugänglich. Schließlich kauften wir dort Wein, Oliven, Brot, Zitronen und Tomaten, aber auch eine Vase, die Angelika jemand schenken wollte.

Am Isthmus Kanal waren wir überrascht, dass wir den so leicht auffinden konnten. Das Auto war geparkt, ich besorgte uns griechische Schlagermusik (3 für den Preis von 1!) bei einem Touristenstand, wir machten Selfies und Fotos nach links und nach rechts, hoch und tief, mit und ohne Lächeln – und staunten, dass der tiefe Graben mit Hilfe der Bulgaren fertiggestellt worden war. Das war sicher noch aus der Zeit als die sozialistische Bruderschaft noch besser zusammenhielt und wir noch nicht im neo-liberalen Zeitalter den Angriff dieser gigantischen Zeugnisse einer besseren Welt hinter uns gelassen haben.

Gegen Spätnachmittag kamen wir dann in unserem Domizil an – und wir waren nicht enttäuscht. Es war ein herrlich großes Haus inmitten einer großzügig angelegten Umzäunung. Große Hunde, Hühner, Puten und Gänse gabs auch – und die klagenden Türkentauben riefen weitere Heimatgefühle in uns wach.  Eine große Veranda gabs und eine Waschmaschine und auch sonst eine sehr gut eingerichtete Küche. Unsere Ferienreise ging sehr gut weiter…

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Ein Rundgang durch die Museenlandschaft Athens (5)

Von der Akropolis gings runter zum Areopag, dann auf die Antike und Römische Agora mit Hadrians Bibliothek und dem ganzen Touristenrummel um Monastiraki herum – bzw um die Kirche von Mitropolis. Hier war unheimlich viel los und alles schien normal zu sein, aber die Verkäufer versicherten uns, dass es alles viel zu ruhig und auch viel zu kaufunlustig war, wenn man es denn mit der Zeit vor Coronna vergleichen wollte. Uns dagegen wars immer noch Trubel und Rummel genug.

Wir machten uns im großen Bogen durch den Petralona Park und hinter der Akropolis herum – am dazugehörigen Museum und auch an Hadrians Tor, dem Olympieion und Zappeion Magaron vorbei –  hin zum Panathenäen Stadion um schließlich im Nationalen Garten und dessen herrlichem Schatten etwas auszuruhen.

Das Byzantinisch-Christliche Museum war sicherlich ein Höhepunkt von dem wir dann noch höher zur Kapelle des Heiligen Georg aufstiegen – und dort einen herrlichen Sonnenuntergang über der Stadt erlebten nachdem wir durch das Nobelviertel um Kolonaki, Dexameni und Lykavittos geschlendert waren, um die letzten Höhenmeter mit einem Fahrstuhl zu bewältigen. Wir waren schließlich schon durch die halbe Stadt marschiert – mit riesigen Schritten und immer mit Rucksack und oft auch noch in der prallen Sonne. Das Archäologische Museum unweit von unserer Wohnung entfernt haben wir ausgiebig genossen und viele von den bedeutenden Schätzen wiedererkannt. Es ist dann aber doch noch mal was ganz anderes, es in leibhaftiger Größe da stehen zu sehen.

Zum Zoo haben wir es nicht geschafft, weil der außerhalb der Stadtgrenzen lag und als wir zum botanischen Garten wollten, fanden wir uns beim „proefplaas“ der Universität wieder mit vielen Olivenbäumen und auch Daggapflanzen, die ansonsten nicht ganz unseren von anderweitig verwöhnten und von Orten wie Windhoek und San Antonio zu hoch geschraubten Erwartungen entsprechen konnten. Dafür kamen wir aber mit der UBahn gut im Hafen von Piräus an. Dort haben wir zwar kein Schiff bestiegen, sind auch auf keine Insel gefahren, obwohl unser Wirt Basileus uns das aufs dringlichste ans Herz gelegt hatte. Wir hatten allemal genug in Athen zu bestaunen und bei dem vielen Platz in den verschiedenen Zentren, brauchten wir uns nicht auf eine einsame Insel zurückziehen.

Wenn man bedenkt, dass wir die ganze Tour durch Athen ohne Fremdenführer und allein mit Googles Hilfe geschafft haben, bleibt die Trefferquote und unsere Zufriedenheitsmarke beachtlich. Wir waren von dieser Woche in Athen mehr als angetan und haben uns riesig am guten Wetter, den tollen Aussichten ohne Smogdecke und strahlend blauem Himmel, den überhaupt nicht überlaufenen Touristenattraktionen und auch sonst ruhigen Verhältnissen gefreut. Es war eine herrliche Woche in dieser 10-Millionen Metropole.  

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Auf Spurensuche in Athen… (4)

Wir haben in Athen viele Museen besucht. Es galt den Spuren von Philosophen, Künstlern, Propheten und Aposteln nachzuspüren. Alles haben wir nicht gefunden. Nicht mal in allen Museen haben wir reingeschaut. Es war schlichteweg zu viel. In den paar Tagen haben wir uns aber genüßlich an Geschichte & Kultur in Archäologie, Philosophie, aber von Kirche & Glauben satt geguckt und müde gelaufen. Es liegt ja hier praktisch vor der Haustür und jedermann zugänglich. Man muss nur die Augen aufsperren und die Gesichtsmaske nicht allzu ernst nehmen. Um die Akropolis liegen die vielen Stätten des größten „open air“ Museums Europas – vielleicht der Welt. Es läuft ja bis über die Grenzen Griechenlands hinaus… Zu manchen Stellen gabs Zugangskontrolle, andere waren frei zugänglich. Überall in den Räumen war Maskenpflicht. Darum waren wir so gerne draußen unterwegs – trotz der gestiegenen Temperaturen.

Da waren die grossen Tempel für die alten Götter Zeus, Athena, Nike, Apollo und wie sie alle heißen. Inzwischen sind sie zerstört – nicht nur von alten Bilderstürmern – Christen, Muslimen und andere Monotheisten, aber auch von solchen, die nach billigem Baustoffen Ausschau hielten, Schatzräubern, Glücksrittern und anderen Plünderer. Über Jahrhunderte – und tausende wurde hier abgerissen, zerstückelt, zerbrochen, ab- und weggetragen um es dann anderweitig mehr oder wenig kunstfertig in sonstiger Konstellation zusammen zu schustern, bauen, meißeln, puzzeln und basteln. Bis in jüngste Vergangenheit wurden hier Steine, Brocken und Felsen je nach Bedarf entwendet. Da ist es gut, dass inzwischen strenge Regeln diesen Raubbau verhindern und heute nicht mal unscheinbare Graustücke entfernt werden dürfen. Wächter, Ordnungsmächte und ähnliche Polizisten sind überall unterwegs und auf der Hut.

Wir hatten gute Gespräche mit vielen Museumsangestellten, Wärtern und Kartenverkäufern. Sie sind zum großen Teil gut unterrichtet, unterhaltsam und kommunikativ, erzählfreudig. Meist gibt es auch noch Spezialisten, wie z.B der Archäologische Fachmann im Akropolis Museum. Der ist da für besondere Fragen der Touristen. Uns reichten meist das Bodenpersonal mit allgemeiner Auskunft. Die Frauen beim Olympieion – Mutter und Tochter – hätten uns am liebsten eine lebensgroße Statue verkauft. Offensichtlich dachten sie, wir seien Nachkommen berühmter afrikanischer Häuptlinge oder Stammeskönige und könnten das mit Goldklumpen oder wenigstens klunkerhaften Edelsteinen zahlen. Nur mühselig konnten wir uns unbehelligt fort machen. Am berühmten Panathinaiko-Stadion saß ein Neffe von unserem südafrikanischen Staradvocaten George Bezos. So ging es von einem Höhepunkt zum anderen, von einem Kontakt zum nächsten.  

Manche Museen waren klar demarkiert, bei anderen wars mehr Glücksache drinnen und draußen zu unterscheiden. In der alten Akademie Platons wars fast unmöglich, aber ähnlich schwierig wars mit den alten Gefängnisruinen, wo Sokrates schließlich den verhängnisvollen Schirlingsbecher leerte. Bei Aristoteles Lyzeum wars leichter, aber richtig viel war da auch nicht zu bestaunen. Es war vor allem tiefe Fundamente und grobe Grundrisse im weitläufigen Terrain. Naja, die Fußspuren des hl Apostels Paulus waren überhaupt nicht mehr auszumachen. Dafür haben wir aber eine ganze Reihe seiner Briefe gut erhalten und in klarster und wirkungsvollster Aussagekraft.

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Auf Achse in Athen (3)

Gleich vom ersten Tag ging es los und zwar kräftig. Wir hatten die erste Woche kein Auto, sondern machten uns zu Fuß auf den Weg. Mit „Google Maps“ waren wir ja bestens ausgerüstet, obwohl mein Telefon meist nach ein paar Stunden schon ins Pusten und Stottern kam, weil der überforderte Akku drohte auszulaufen. Dennoch fanden wir jedes Mal einen Stecker und die Möglichkeit neu aufzuladen. Das war dann später im Auto gar kein Problem mehr, außer dass die automatische Verbindung mit dem Handy gleichzeitig mit sich brachte, dass wir dieselbe Musik immer wieder hören mussten, wenn wir die Anweisungen zur Reise auch hören wollten. Da müssen wir uns noch schlau machen, wie das eine vom anderen zu unterscheiden und jeweils alleine zu nutzen möglich ist.

Tempel des Olypieion (Athen)

Wir nahmen uns die üblichen Attraktionen vor. Akropolis und Areopag, Gemüse-, Obst-, Fleisch- und Fischmarkt, Trödelmarkt und wie die vielen Verkäufergassen auch alle heißen, Parliament und Regierungssitz, der wunderbare Nationalgarten inmitten des Straßentrubels, Museen noch und nöcher, alte Tempel, neue Kirchen und ein Haus neben dem anderen, lange Straßenreihen, viele bunte Menschen und immer wieder Polizei, Militär und sogar Sicherheitstruppen, die gerade auch in unserer Straße „Marni“ Wache schoben.

Überall gab es Tavernen, Kaffeeschops und Bäckereien, sogar Supermärkte, Waschlokale, zig Bankautomaten und noch mehr kl. „Tearooms“, wo Ausländer ihre Ware feilboten – genau wie in der „Wilson-Street“ in Dundee/KZN – von Zeitung bis Zitronen und Zigaretten, Batterien, Knoblauch, Telefone und zu trinken, aber fast nirgends Butter, schließlich hat man ja Olivenöl und das nicht zu knapp. Es ist buchstäblich das Land in dem Milch und Honig fließt plus Wein, Nüsse und Orangen – frisch und in Fülle.

Es hat eine Weile gedauert, aber irgendwann hatten wir das Tagesmenu zusammen: Neben meinem regelmäßigen shot Zitrone am Morgen gabs dort nicht saure Äpfel, sondern frische und saftigste Pfirsich, Joghurt mit Honig, griechischen Salat in angelischer Perfektion abgewechselt mit gebratenem, gesottenem und gekochtem Allerlei aus Meer, Fluss, Stall, Feld und Wiesen. So ein bisschen hatte es vom gelobten Land an sich – ähnlich wie der Kap der guten Hoffnung oder das Land Gosen jenseits von Krondaal – aber schau doch mal selber in diesem herrlichen Tribut von “Bizarre Foods”

Täglich legten wir zwischen 12-20 Kilometer ab – und das fast die geschlagenen 3 Wochen. Meine kontrollierende Armbanduhr war begeistert. Täglich meldete sie: Du hast die längste, anhaltende Bewegungsreihe erfolgreich absolviert und ermahnte sofort im strengen Ton: Mach weiter so!  In diesem Sinne höre ich jetzt erstmal auf und mach Morgen weiter…

Unser Tagesrythmus war nicht richtig anstrengend, aber auch nicht die ihle Entspannung. Wir wollten was sehen, mitkriegen, erleben – und da muß man ja bekanntlich sich auf und raus machen. Morgens nach dem Aufstehen und unseren gemütlichen Lese- und Schreibstunden, machten wir uns mit geschultertem Rucksack, genügend Wasser, Gesichtsmasken und Portemonnaie auf den Weg und besuchten 1-2 Sehenswürdigkeiten ehe wir dann entweder am späten Nachmittag zur Wohnung zurück oder irgendwo unterwegs zum Abendbrot einkehrten.

Wegen Coronna waren die Museen leicht zugänglich, Warteschlangen waren selten – meist nachts, wenn die Griechen von der Arbeit noch in die historischen Anlagen gingen. Die meisten Museen sind bis kurz vor Mitternacht auf und manche machen sogar volles Abendprogram, was bei den herrlichen Temperaturen nachts natürlich sinnvoll ist. So waren wir in den meisten der unzähligen Säle unter uns mit noch mehr und allgegenwärtigen Wächtern und stets wachsamen Aufpassern. Selbst auf der Akropolis, wo sich sonst riesige Menschenmengen durchwühlen, waren wir froh einige junge Paare aus Holland oder Skandinavien anzutreffen – und immer mal wieder eine bunte Familie aus Deutschland – Eltern mit Kindern. Kaum Asiaten und wenn waren die paar Inder, Japaner und Koreaner willkommene Abwechslung. Wir waren also meist unter uns. Herrlicher entspannter Urlaub in dem sonst so überlaufenen Athen, sogar auf der Akropolis.

Angelika war hin und weg vom Dionysiustheater, das sie gerade in der Schule mit einer ihrer Klassen durchgenommen hatte – und nun stand sie leibhaftig mitten drin und staunte über die gut erhaltenen Reihen, Steine und Kulissen. Voll begeistert sammelte sie Eindrücke für die nächste Präsentation daheim in Wittenberg.

Wir machten uns immer weiter nach oben – und freuten uns an dem kühlen Lüftchen, dass sich dort oben zu einer steifen Briese entpuppte. Da mussten wir Hut und Schirm gut festklammern, damit sie nicht den Abhang in die Altstadt runter geweht wurden. Wie alle anderen machten auch wir Selfies und immer noch ein Foto – von der im Wind knatternden Flagge Griechenlands, den imposanten Säulen, Steinen und Felsbrocken. Tief beeindruckt war ich von den gestapelten Steinen da oben.

Genau wie letztes Jahr in Polen wunderte ich mich immer wieder wie mein übernommenes Vorurteil von den „faulen Griechen“ doch auf Schritt und Tritt Lügen gestraft wurde. Letztes Jahr merkte ich, dass da nichts dran ist, am Gerede über „die Polenwirtschaft“, sondern wie ein boomendes Volk im Aufbruch diesem Vorurteil widerspricht. Nicht nur die schön gepflegten Gärten überall, sondern auch die Blicke über die Mauern/Zäune in die industriellen Hinterhöfe, unterwegs in Geschäftszentren und herrlichen Straßenzügen, imposanten Wohnblocks, ausgebreiteten Parks und Anlagen spiegelten nichts von der angeblichen Mentalität dieser europäischen Nachbarn wieder. So ähnlich gings mir mit den Griechen, diesen Südländer am Mittelmeer, die sicherlich mehr orientalisch geprägt sind als die Norddeutschen, aber auch hier pulsierten Straßen vom Geschäftsleben. Menschen waren eilig mit ihren Taschen, in schicken Anzügen und auf hohen Hacken, geschminkt und schön gepflegt unterwegs – und doch gab es auch offensichtliche Armut, Bettelei, Drogenabhängige und Süchtige im Straßenbild. Viele Asiaten und Afrikaner – beinah so wie in Pretoria auf Church Square.  

Nach dem Besuch auf der Akropolis kamen wir runter zum Areopag – und zu dem Platz, wo der hl. Apostel Paulus gepredigt haben soll. Das ist schon ein merkwürdiges Empfinden, das einen dort überfällt. Was haben die vielen Steine seither alles erlebt und wie viele Menschen verehren noch immer mit großem Ernst viele Götter und Gewalten ohne doch den einen, wahren und lebendigen Gott zu kennen! Und wenn wir nicht singen, reden, beten und rufen, dann werden die Steine es weiterhin tun… Herr, erbarme Dich + Christus, erbarme Dich + Herr, erbarme Dich über uns und Deine vielen, vielen Menschen + Auf diesem kargen Felsklotz tummelte sich allerlei Volks. Wahrscheinlich Schaulustige und christliche Besucher wie wir in jeder bunt gemischten Ansammlung überall auf der Welt finden. Es gab einen schönen Blick über die Altstadt und auch zurück zur Akropolis, aber sonst ist dort nicht viel – keine Kirche, keine Strichliste von seither Getauft und Bekehrten, keine Ansammlung von Kerzen, Registerkästen oder sonstigen statistischen Krücken, aber die lukanische Beschreibung des Geschehens aus Apostelgeschichte 17 ist dort zu sehen – beinahe könnte man meinen verewigt – auf einer großen Bronzeplatte vergleichbar mit der Thesentür in Wittenberg. Es ist eben so: „Verbum Dei manet in aeternum!“   

In den meisten Tavernen gab es mehr als genug Platz und stets die aufmerksamsten Kellner, die einem jeden Wunsch von den Lippen abzulesen trachteten. Die holten uns schon am liebsten von der Straße ab und bugsierten uns auf die Ehrenplätze – ganz vorne, mit bester Aussicht und je nachdem im Schatten oder besten Licht. Manchmal wurde es regelrecht traurig und vielleicht sogar etwas unheimlich, wenn eine Riege von 5-10 Kellner abwartend dastand und wir die einzigen Gäste waren. Das war übrigens nicht nur in Athen so, sondern dann später auch unterwegs. In den vielen Gesprächen mit diesen Einheimischen wurde immer wieder deutlich, wie sehr sie unter der Flaute leiden und wie ihnen die unnatürliche Ruhe nach dem bisher doch so anhaltenden Fremdenverkehr auf die Nerven ging. Wir sind angetan von der griechischen Kost. Das Essen ist frisch, überaus schmackhaft und sehr abwechslungsreich. Dazu gibt’s guten Wein, kaltes Bier oder eben den etwas gewöhnungsbedürftigen griechischen Kaffee und soviel gekühltes Wasser wie man eben haben will, frisches Brot, Olivenöl und meist auch noch einen Nachtisch „on the house“ – von Joghurt mit Honig über Wassermelone, reifen Feigen oder so.

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Los geht´s nach Athen (2)

Montagabends waren Conny & Chuck aus Riga angetanzt. Sie kamen hier verspätet an und hatten noch nicht mal zu Abend gegessen. Wir hatten erst vor um 18h00 mit Vivian beim Italiener zu speisen und dort die Aufgaben im Einzelnen durchzusprechen. Als sie dann um 21h00 auf dem Weg von Berlin anriefen, haben wir das aufgegeben. Sie sollten ja nur die Gottesdienstvertretung beherzigen und da gab es nicht so viel zu bereden. Vivian würde sich um alles sonstige kümmern und das hat sie auch gut gemacht. Nicht mal die Spanier hatte noch um diese Zeit auf und so bewirteten wir die späten Gäste schließlich im Gemeinschaftsraum mit scharfen Nudeln aus Taiwan und Angelikas Rotweinresten. Kurz vor Mitternacht war ich dann auch oben und eilig ins Bett zu kommen.

Dienstag sollte es früh los gehen. Vivian wollten wir um kurz vor 5h00 abholen, damit sie den Wagen dann zurückfahren konnte, nachdem sie uns beim Flugplatz Tegel abgeladen hatte. Das verlief alles reibungslos und wir konnten trotz Coronamaßregeln die Koffer loswerden und pünktlich den Flieger besteigen. Noch ehe wir in Athen ankamen, schickte uns Vivian Bestätigung, dass das Auto bei ihr geparkt und gut im Schatten versorgt war. Angelika und ich saßen zusammen, während Christoph weiter hinten saß, damit auch er einen Fensterplatz hatte. Wir waren sommerlich angezogen, aber haben kaum erwartet, dass es dann so anhaltend warm in Athen und in Griechenland bleiben sollte. Dort gingen auch Nachts die Temperaturen selten unten 20° – wenn überhaupt und dann nur in Meteora bzw nach heiß ersehntem Regen! Selbst die fast allgegenwärtigen Klimaanlangen waren bloss auf 23° gestellt. Wir hätten sicherlich noch sparsamer packen können, aber sogar auf der Rückreise hatten wir 4kg Spielraum nicht ausgeschöpft und im Handgepäck sowieso noch mehr Platz. Das Reisen ging also leicht von statten bis auf die lästige Maske, doch auch an die haben wir uns im Laufe der Zeit gewöhnt. Hier in Wittenberg brauchen wir sie ja wirklich nur beim sporadischen Einkaufen, aber in Griechenland nutzten wir sie doch ständig bei unseren vielen Ausflügen, Spaziergängen und Wanderungen.

Über den Alpen gabs gute Aussicht, genau wie überm Balkan und in Griechenland Thessaloniki, der imposante Olymp rechts von uns wurde vom Piloten angesagt und schließlich blickten wir aufs ausgebreitet Athen. Die Landschaft war wie, wenn wir in Polokwane (Pietersburg, Limpopo) landen würden – trocken, heiß und sandig. Aber das viele Wasser und die unzähligen Olivenbäume rückten die Vorstellung zurecht und kontextualisierten das Bild im Mittelmeerraum.

Der Flughafen von Athen: “Eleftherios Venizelos” (ATH) ist überaus großzügig angelegt. Der Zoll machte uns keine Schwierigkeiten noch die Grenzpolizei. Wir brauchten nicht mal Geldwechsler, sondern konnten sofort zum Linienbus X96, der uns zum Syntagmaplatz fahren sollte. Fahrkarten waren schnell gekauft und ab gings durch den relativ ruhig dahinfließenden Verkehr von Athen bis dort, wo die parlamentarische Wache ihre Posten stationiert hat und alle Stunde eindrücklich auswechselt.  Von dort hatte unser Vermieter Basileus uns eins der vielen gelben Taxis empfohlen, das uns zur Marti Straße 8 in unmittelbarer Nähe des Archäologischen Museums fahren sollte. Die Taxifahrerin hat das auch gepackt, obwohl ihre Englischkenntnisse minimal waren und unsere Griechischen noch schlechter.

Schon auf der Straße kam uns Basileus entgegen und schloss uns seine Wohnung auf, in der wie die erste Woche bleiben wollten. Via AirB&B haben wir das rechtzeitig gebucht und damit sind wir diese 3 Wochen gut gefahren. Die Wohnung war sparsam genug eingerichtet, hatte aber aircon, einen luftigen Balkon und problemloses WiFi. Angelika hat sogar aus der kl.Küche Wunder gezaubert und aus dem ähnlich beschränkten Badezimmer kamen wir regelmäßig nacheinander wieder sauber raus. Endlich haben wir auch mitgekriegt, dass auf dem Dach die herrlichste Aussicht über die Stadt zu haben ist. Dort haben wir dann auch sehnsüchtig den Vollmond erwartet und die schönsten Stunden mit herrlicher Rundumsicht verbracht. Wir waren schon so gespannt auf Griechenland – und konnten es kaum mehr erwarten, Athen zu erkunden. Gleich am nächsten Tag sollte das los gehen!

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Urlaub in Griechenland 2020

Drei Wochen Griechenland, das hätten wir uns vorher kaum träumen lassen. Hörte sich das doch an wie ein Märchen von ganz woanders. Doch das ist unser Urlaub in 2020 geworden – inmitten der Coronaepidemie. Schweden sollte es gewesen sein: Kühl, dunkel und weit nach Norden mit Anfahrt über Dänemark, Abstechern nach Norwegen und Finnland. Das hatten wir uns geträumt, lange schon. Waren schon eingelesen, der Wagen startklar und wir echt reiselustig. Doch davon ist nichts geworden. Die Leichtfertigkeit der Schweden in diesen ungewissen Zeiten und ihre Nachlässigkeit angesichts der rasanten Ansteckungsgefahr machte sie und ihr ganzes weites Land zum Risikogebiet und einer europäischen „No-Go-Area“. Wir hätten ja trotzdem fahren können, doch dann drohte wochenlange Quarentäne und die Aussicht war uns nicht sonderlich verlockend. Darum mußte ein anderes Ziel her.

Zuerst planten wir noch weiterhin mit dem Wagen unterwegs zu sein. Doch auch im Balkan schloßen sich die Grenzen wegen der ausbreitenden Infektionsgefahr und so war für uns so kein Hindurchkommen mehr. Schließlich kam es alles ganz anders. Wir flogen kurzerhand von Tegel nach Athen und haben die kurze Hin- und Herreise (im Vergleich mit der wochenlangen Autofahrt!) maskiert gut überstanden – zurück sogar mit Hirtenstock in der Hand, aber davon später.

Im Nachhinein hat es uns gefreut, denn so schön, vielfältig und herrlich wie Griechenland hätte es im Norden doch nicht sein können. Dort war es im Gegenteil sommerlich warm, hell leuchtend die Farben und ach so gastfreundlich den ausländischen Gästen gegenüber. Ein schönes, abwechslungsreiches und überaus interessantes Land. Es gibt viel zu tun, sehen und erfahren, denn die Geschichte reicht weit, weit zurück, aber man kann sich auch einfach herrlich entspannt in der klaren Wasserflut treiben, alles vergessen und nur noch von der Sonne bräunen lassen: “Wer die Wahl hat, hat die Qual.” Doch für Afrikaner wie wir “no big deal” – und jeder Tag brachte wieder was Neues zu entdecken und wenn es nur noch eine weitere herrliche Strandstrecke am schier endlosen Meer war – von den vielen Marmorsäulen, Heroen und Göttinnen ganz zu schweigen.

Ich hätte also liebend gerne noch bleiben können. Ja, ich könnte mir sogar vorstellen dort in einem Olivenhain am steilen Berghang mit einzelnen Feigen-, Zitronen und Nussbäumen, Wein- und Bienenstöcken, Schafen und Ziegen, Hühnern und ähnlichem Kleinvieh mit einem Ausblick übers blaue Meer bis weit über die blauen Berge am anderen Inselufer und in die schier endlosen Weiten des blauen Himmels am Steinhaus mit ausgiebigen Veranden und viel Schatten spendenden Dächern eine blau-weiße Flagge zu hissen und noch länger bei starkem Mocca zu entspannen als nur 3 Wochen.

So lange haben wir noch kaum Urlaub am Stück gemacht, aber es war super und ein wunderbares Erlebnis. Eine Woche Athen, eine auf dem Peloponnes und schließlich die letzte wieder auf dem Festland – wenigstens, wenn wir nicht gerade wieder weit hinaus ins blaue Meer geschwommen sind. Griechenland für uns nun auch ein Land der schönsten Ferien- und Sehnsuchtsträume wie inzwischen nicht nur Udo Jürgens in seinem „Evergreen“ tiriliert: „Griechischer Wein…“  

Auf den kommenden Seiten beschreibe ich unsere Reise nach Griechenland und hoffe, dass Ihr etwas mitkriegt von dem schönen Land, seiner reichen Geschichte und seinen überaus reizenden und gastfreundlichen Leuten!

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Truly it is a most beautiful and fair law.

Dr. Martin Luther continues his commentary on Deuteronomy with this summary of chapter 15 – and it´s good reading about lending, cancelling of debt, poor people etc in this translation by Richard R. Caemmerer in Luther´s Works Volume 9:

The summary of this chapter is that the poor should not be left neglected in the land, although he also says that there will always be poor, in order that they may have someone to whom to give, either from the triennial tithes, from loans, or from some other source… Now let us talk about lending.

Moses says that repayment of a loan can be demanded before the seventh year, but that in the seventh year itself whatever loans will be found unpaid shall be canceled and given to the brother, and that by divine right. That this seventh year, however, was fixed and firmly established, just as the year of jubilee was, for restoring and canceling debts on purchases, follows from the fact that it does not begin from the day on which the loan was made but was general for the whole land and people, like the festivals were, Passover, Pentecost, and others. Truly it is a most beautiful and fair law. Would that today the rulers of the world might imitate it! Then they would have fewer questions and commotions; for people would know that suits, disputes, debts, dealings, agreements, judgments, seals, and letters would all be removed at one time and canceled in the seventh year, whether that be close or far away, and not be postponed and continued forever into endless litigation. Likewise they would be forced to be cautious not to lend so great a sum that there would be no hope of repayment before the seventh year. Nor would it be possible for wasteful and depraved people to rely on other people’s wealth, which they would gather through borrowing and agreements.

But what will you say to Christ, who in Matt. 6 and Luke 6:35 forbids to demand repayment of a loan and commands to lend without the hope of receiving equal value in return? I answer: Christ is speaking to Christians, who are above every law and do more than the laws ordain; but Moses provides laws for people in civil society, who are subject to the government and the sword, so that evildoers are curbed and the public peace is preserved. Here, therefore, the law is to be so administered that he who has received a loan pays it back, although a Christian would bear it with equanimity if such a law did not come to his aid and a loan were not repaid. Similarly, the law demands that one harm nobody, and it works vengeance on the violent; and yet the Christian endures it if he is harmed, and he does not avenge himself or seek vengeance, although he does not forbid the strictness of the avenging sword, since he knows that the sword was established for vengeance on evildoers, as Peter says (1 Peter 2:14).

Again, why is it that he permits repayment of a loan to be demanded from a stranger—even in the seventh year, that is, always—but not from a brother? Should justice and love not be observed also toward a stranger? The answer is that this, too, is according to a just principle of public order, that by some privilege citizens are honored beyond outsiders and strangers, lest everything be uniform and equal. Thus the Romans gave some cities the status of a colony, others that of a Roman city. The world has need of these forms, even if they appear to have a show of inequality, like the status of servants and maids or workmen and laborers. For not all can be kings, princes, senators, rich men, and freemen in the same manner, since the world cannot exist without persons of various and different sorts. While before God there is no respect of persons (Acts 10:34), but all are equal, yet in the world respect of persons and inequality is necessary. And the purpose of this is that evildoers be curbed and the public peace stand firm, which it cannot do when persons are equal and without distinction.

But the people of the Jews had a fuller and higher law, not only with regard to the repayment of loans but, as he says here (v. 6), with regard to lending to the Gentiles on interest and taking usury, namely, by divine authority, which establishes and permits this very thing. For He is God and the Lord of all; He takes away not only money and goods but also kingdoms and empires from whomever He wills and however He wills, and gives them to whomever He wills. If, therefore, for the sake of vengeance on the Gentiles, God wants to punish them through usury and lending, and commands the Jews to do this, the Jews do well obediently to yield themselves to God as instruments and to fulfill His wrath on the Gentiles through interest and usury. This is no different from when He commanded them to cast out the Amorites and the Canaanites. Thus if to God a husband seems worthy of having his wife or sons taken way from him, and through His Word I am ordered to do this, I am not an adulterer or a kidnaper when I carry off his wife and sons but an obedient whip of God over the godless husband.

This answers the question how the Jews were permitted to lend on interest. The answer is: It was not and is not permitted them because of their merit or by common law but through the wrath of God over the Gentiles, which He wants to fulfill through the Jews as instruments of His wrath. Nevertheless, they would not have had the right to use this permission unless they had been commanded and chosen as such instruments through a sure and manifest Word of God. They themselves were no better than any Gentiles, as I have said above; but God chose and received them only out of mercy. Thus if you view the matter properly, it is not the Jews themselves who are usurers, but God, who persecutes the Gentiles through the usury of the Jews. This was sufficiently demonstrated when He, in turn, handed over the Jews, who were disobedient to Him and sinned, to the Gentiles, not only to be burdened by usury but to be troubled by every sort of shame, a good deal more dreadfully than the Gentiles had been when He gave them over to the Jews. Thus He foretells in this book, chapter twenty-eight, and in this chapter (v. 6) He adds that they will lend to the Gentiles on this one condition, that “they hear the voice of the Lord” (v. 5). This is as though He said: If they do not hear, not only will they not lend on interest, but they will be like, or even more wretched than, the Gentiles, as it also happened.

Today, however, since the Jews have ceased to be the people of God, when the Law is abrogated, and when they through their godlessness and blasphemy have deserved the wrath of God, usury is not to be permitted them; but they are to be controlled by the laws of the people among whom they live. If you closely examine this text, moreover, it does not command them to lend on interest Nor are these words of law, but rather words of promise, when He says: “If only you will obey the voice of the Lord … you shall lend to many nations” (vv. 5–6). But the words of promise, unlike the words of the Law, are not given to man to fulfill. Fulfillment belongs to God alone, who gives them this promise. Therefore the meaning should be like this: “When you hear the voice of the Lord, then through the action of God the Gentiles will be brought into such a plight that they will pay usury even when you neither plan nor seek it; and they will be subject to you in everything, and you will rule over them with all their goods, so that you may seize, demand, and take usury as you please. It is the Lord who will subject the Gentiles to you in this way, and He will humble them through you.”

4. But there will be no poor among you.

A most beautiful order, but one that was never kept. Therefore this law of Moses also remains in words only so far as the whole people is concerned. If begging is forbidden to this people, by what right is it set up among Christians by law, as though it were something sacred? Poverty is extolled, but to the end that it may be relieved. Then spiritual poverty is praised (Matt. 5:3); but the external kind is commanded to be corrected, no differently from other disadvantages of one’s neighbor. It is amazing that those who boast of outward poverty do not also take upon themselves and acknowledge wounds, sicknesses, imprisonments, nakedness, or exile, hunger, thirst, swords, dangers, deaths, sins, the devil, and all other evils by means of new vows set up for these, just as they have done for poverty. Thus one would endure sickness; another, prison; another, hunger; another, sins or the devil. For Christ commands that these things as well as poverty be cared for and improved among our neighbors. “I was weak [He says], and you did not visit Me” (Matt. 25:43).

But instead of sickness and wounds our boasters of poverty carry about a sleek skin and stuffed flesh, worse than the profligates and harlots; instead of places of exile they have homes prouder than the palaces of kings; instead of suffering hunger they consume the storehouses of all; instead of thirst they have full cellars; instead of death they have the most pleasant and secure life. Then they sing to us the glory of enduring poverty, which the Lord has commanded to be abolished, that we might follow the example written for Christian people, in Acts (4:34): “Nor was anyone among them who lacked.” Therefore there ought to be no poverty or begging among the people of God; there should be care and concern to make any poverty and begging unnecessary, that you may know that the mendicant orders and all who display, and boast of, external poverty are disciples and servants of Satan, who rage directly contrary to the Lord and His Christ (Ps. 2:2). In like manner, there ought to be no sickness, hunger, thirst, exile, death, sin, or devil among the people of God; there should be care and concern that if any such thing happens among them, it be removed as quickly as possible and care be taken that it be not found among them. Poverty, I say, is not to be recommended, chosen, or taught; for there is always enough of that by itself, as He says (John 12:8): “The poor you always have with you,” just as you will have all other evils. But constant care should be taken that, since these evils are always in evidence, they are always opposed. You see, therefore, what the institution of the vow of poverty is, and what that whole kingdom of the papacy is.

7. If there is among you a poor man, one of your brethren.

It is the way of the world that when a law has been set up, men soon discover how it can be evaded. Hence Moses here anticipates the fraud which would happen under that law of release in the seventh year, when avarice and human hardness would think, if the year of release happens to be soon: “What shall I do? Shall I give a loan? But the year of release comes after a few months, and I shall have given it in vain, since there will be no hope of getting it back and no right to demand repayment.” Against this Moses inveighs here with amazingly sharp words, calling it a hard heart, a word of Belial, an iniquitous deed, an evil eye, finally even a sin that cries to God. Thus you can see that Moses also agrees with Christ in his instruction about lending; for he commands that the loan be given under the threat of such great sins, even if there is no hope of getting it back and no right to demand repayment. The summary, then, of this teaching is this: the poor should be cared for with love.

12. If your brother is sold to you.

Moses recalls the law of Ex. 21:2 ff and refers it to this law concerning the release of loans, because this also speaks of the poor who, under the compulsion of poverty, sold themselves and received a loan, as it were, since they made themselves debtors with their own bodies. However, he adds at this place that they are not to send him away empty-handed when he is set free. For this he gives two reasons: first, they are to remember that they, too, were slaves in Egypt; secondly, because with him the bondman has been a wage earner in a twofold sense (v. 18). This, I think, is said because the one who is sold to another inflicts double harm on himself: first, he serves another, and everything he gains accrues to his master; secondly, he meanwhile neglects his own business, and what he gains for his master he could have gained for himself. Therefore it would be most reprehensible to send him away altogether empty-handed. Hence he says: “It shall not seem hard to you” (v. 18).

Moses always adds magnificent promises. God has blessed, blesses, and will bless those who do these things, to keep them from doubting that they will be richly compensated if they either give something or lend something as Christ says (Luke 6:38): “Give, and it will be given you.” Hence also that proverb of Solomon (Prov. 19:17): “He who has pity on the poor lends to the Lord”; and again (Prov. 14:31): “He honors the Lord who has pity on the poor,” and many others. On the other hand, the Scriptures are full of threats against those who do not have pity. However, this means nothing to that deaf godlessness and unbelief which imagines that God is either joking or lying with such words, and which deserves to be robbed of the good things both of this life and of the life to come, just as that fool Nabal on Carmel withheld from David, was soon deprived of his life, and kept nothing (1 Sam. 25).

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