Sonntagsausflug zum Kyffhäuser

Ein weites und schönes Land: Thüringen

Nach dem Sonntagsgottesdienst in St.Maria Magdalena fuhren wir in den südlichen Harz. Es war ja praktisch nur immer weiter gen Westen – an der anderen Lutherstadt Eisleben vorbei und auch an Sangershausen – bis nach Artern, wo wir im Landgasthaus “Zum Ring” zur Mittagspause einkehrten.

Ich hatte schon früher mal hier in der Gegend besucht – und zwar sowohl mit P. Manfred Griesheimer und seiner Jugendtruppe in 1991 als auch mit O.Ulf und T.Bärbel. Dieses Mal war dort Hochbetrieb, weil ein “Mittelalterfest” gefeiert wurde. Komisch, die Leute meinen die Kirche muß sich unbedingt modernisieren, aber ins Mittelalter wollen zig-tausende zurückkehren. Vielleicht war es auch nur eine “marketing” Idee – Eltern mit ihren Kindern, verliebte Paare und auch eine ganze Reihe verkleideter Akteure. Das Bauwerk erinnerte mich an das Voortrekkermonument in Pretoria. Es ist praktisch eine kl.Version dessen.

Hier gehts auch “nur” um die kaiserlichen Figuren Barbarossa (Rotbart) – Kaiser Friedrich II – und dann Wilhelm I, während in Pretoria nicht nur eine ganze Reihe Burenführer dargestellt werden, sondern auch die imposanten Frauen mit ihren Schützlingen. Auf dem Weg zurück führte uns der GPS auf der Autobahn gen Süden anstelle einfach gen Osten heimwärts zu fahren. Zum Glück sind die Straßen ja hier nicht so beschäftigt wie im Südwesten und gut Wetter hatten wir ja auch allemal.

Hier auch noch das Gedicht von Friedrich Rückert: “Barbarossa”

Der alte Barbarossa,
Der Kaiser Friederich,
Im unterirdschen Schlosse
Hält er verzaubert sich.

Er ist niemals gestorben,
Er lebt darin noch jetzt;
Er hat im Schloß verborgen
Zum Schlaf sich hingesetzt.

Er hat hinabgenommen
Des Reiches Herrlichkeit,
Und wird einst wiederkommen,
Mit ihr, zu seiner Zeit.

Der Stuhl ist elfenbeinern,
Darauf der Kaiser sitzt;
Der Tisch ist marmelsteinern,
Worauf sein Haupt er stützt.

Sein Bart ist nicht von Flachse,
Er ist von Feuersglut,
Ist durch den Tisch gewachsen,
Worauf sein Haupt ausruht.

Er nickt als wie im Traume
Sein Aug halb offen zwinkt;
Und je nach langem Raume
Er einem Knaben winkt.

Er spricht im Schlaf zum Knaben:
Geh hin vors Schloß, o Zwerg,
Und sieh, ob noch die Raben
Herfliegen um den Berg.

Und wenn die alten Raben
Noch fliegen immerdar,
So muß ich auch noch schlafen
Verzaubert hundert Jahr.

About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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