Schaffe mir Recht, Gott, und führe meine Sache wider das treulose Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten! (Psalm 43)

Schaffe mir Recht, Gott, und führe meine Sache wider das treulose Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten! 

Denn Du bist der Gott meiner Stärke: Warum hast Du mich verstoßen? Warum muß ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt? 

Sende Dein Licht und Deine Wahrheit, daß sie mich leiten und bringen zu Deinem heiligen Berg und zu Deiner Wohnung, daß ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und Dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott. 

Was betrübst Du Dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. 

Psalm 43.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Wochenspruch

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.

Psalm 66,20

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Wenn wir in höchsten Nöten sein und wissen nicht, wo aus noch ein, und finden weder Hilf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat,

so ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein Dich anrufen, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not,

und heben unser Aug und Herz zu Dir in wahrer Reu und Schmerz und flehen um Begnadigung und aller Strafen Linderung,

die Du verheißest gnädiglich allen, die darum bitten Dichim Namen Deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist.

Drum kommen wir, o Herre Gott, und klagen Dir all unsre Not, weil wir jetzt stehn verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr.

Sieh nicht an unsre Sünde groß, sprich uns davon aus Gnaden los, steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei,

auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken Dir, gehorsam sein nach Deinem Wort, Dich allzeit preisen hier und dort.

Nach dem In tenebris nostrae des Joachim Camerarius (1500-1574) von Paul Eber 1566 (LKG 264)

Morgenlese

Leidet jemand unter Euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen. Ist jemand unter Euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, daß sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. 

Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden. Bekennt also einander Eure Sünden und betet füreinander, daß Ihr gesund werdet.

Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. 

Elia war ein schwacher Mensch wie wir; und er betete ein Gebet, daß es nicht regnen sollte, und es regnete nicht auf Erden drei Jahre und sechs Monate. Und er betete abermals, und der Himmel gab den Regen, und die Erde brachte ihre Frucht.

Meine Brüder und Schwestern, wenn jemand unter Euch abirrt von der Wahrheit und jemand bekehrte ihn, der soll wissen: Wer den Sünder bekehrt hat von seinem Irrweg, der wird seine Seele vom Tode erretten und wird bedecken die Menge der Sünden. 

Jakobus 5,13-20

Abendlese

Seid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung! 

Betet zugleich auch für uns, auf daß Gott uns eine Tür für das Wort auftue und wir vom Geheimnis Christi reden können, um dessentwillen ich auch in Fesseln bin, auf daß ich es so offenbar mache, wie ich es soll. 

Verhaltet Euch weise gegenüber denen, die draußen sind, und kauft die Zeit aus. Eure Rede sei allezeit wohlklingend und mit Salz gewürzt, daß Ihr wißt, wie Ihr einem jeden antworten sollt.

Kolosser 4,2-6

Großer Katechismus 3. Artikel 2,55-70

Darum ist alles in der Christenheit dahin ausgerichtet, dass wir in ihrer Mitte täglich, durch Wort und Zeichen, Vergebung der Sünde empfangen, um unser Gewissen zu trösten und aufzurichten, solange wir hier leben. So macht es der heilige Geist, dass uns die Sünde, obgleich wir sie noch an uns haben, doch nicht schaden kann; denn wir sind Glieder der Christenheit, in deren Mitte es lauter Vergebung der Sünde gibt; Gott vergibt uns, und wir vergeben uns einander, ertragen einander und helfen uns gegenseitig auf.

Außerhalb der Christenheit aber, wo das Evangelium nicht ist, gibt es auch keine Vergebung, so wie es auch keine Heiligkeit geben kann. Darum haben sich alle selber aus der Christenheit ausgeschlossen und abgesondert, die nicht durch das Evangelium und die Vergebung der Sünde, sondern durch ihr eigenes Tun die Heiligkeit suchen und verdienen wollen.

Unterdessen aber, nachdem die Heiligkeit in uns angefangen hat und täglich zunimmt, warten wir, dass unser Fleisch getötet und mit allem Bösen begraben werde, aber zu ganzer und vollkommener Heiligkeit in einem neuen, ewigen Leben herrlich hervor-komme und auferstehe.

Denn in diesem Leben sind und bleiben wir nur zum Teil rein und heilig, sodass der heilige Geist mit dem Worte Gottes immer an uns arbeiten und er uns täglich die Vergebung gewähren muss – bis hin zu jenem Leben, in dem es keine Vergebung mehr geben wird, weil wir ganz und gar heilige Menschen sein werden, rein und ganz vollkommen. Wir werden in einem neuen unsterblichen und verherrlichten Leibe frei und los sein von Sünde, Tod und allem Unglück.

Siehe, das alles ist das Amt und Werk des Heiligen Geistes, dass er hier auf der Erde die Heiligkeit anfängt und täglich mehrt durch diese zwei Stücke – die christliche Kirche und die Vergebung der Sünde. Wenn wir aber verwesen, wird er es in einem Augenblick ganz zu Ende führen und uns auf ewig dabei erhalten durch jene letzten beiden Stücke – die „Auferstehung des Fleisches“ und das „ewige Leben“.

Dass es aber hier heißt „Auferstehung des Fleisches“, ist auch kein gutes Deutsch. Denn wenn wir „Fleisch“ hören, denken wir an Fleischerläden. Auf gut Deutsch müsste es heißen „Auferstehung des Leibes oder Leichnams“. Doch es liegt nicht viel daran, wenn man nur die Worte richtig versteht.

Dies ist derjenige Artikel, der immerfort in Kraft und Geltung bleiben muss. Denn die Schöpfung ist geschehen, die Erlösung auch, aber der heilige Geist ist unablässig am Werk bis zum Jüngsten Tag. Aus diesem Grund hat er seine Gemeinde auf der Erde, damit er durch sie alles verkünden und wirken kann.

Denn er hat seine Christenheit noch nicht vollzählig beieinander, und die Vergebung ist noch nicht an alle ausgeteilt. Darum glauben wir an den, der uns täglich durch sein Wort herbeiholt und der uns den Glauben gibt und ihn durch eben dies Wort und die Vergebung der Sünde mehrt und stärkt. Wenn das alles ausgerichtet ist und wir dabei verbleiben und der Welt und allem Bösen absterben, dann will er uns endlich auf ewig heilig machen. Darauf richtet sich jetzt unser Glaube auf Grund seines Wortes.

Siehe, da hast du in kurzen, aber doch inhaltsreichen Worten auf das Allergenaueste beschrieben, was Wesen, Wille und Werk Gottes ist. Darin besteht alle unsere Weisheit, die über alle Weisheit und Vernunft und alles Denken der Menschen weit hinausgeht. Denn obgleich die ganze Welt mit allem Eifer danach getrachtet hat, zu erkennen, wer Gott ist und was er im Sinn hat und tut, so hat sie doch nichts von alledem herausfinden können.

Hier aber hast du es auf das Allerreichste. Denn in allen drei Artikeln hat er selbst den tiefsten Abgrund seines väterlichen Herzens und seine ganz unaussprechliche Liebe offenbart und kundgetan. Denn er hat uns eben dazu erschaffen, um uns zu erlösen und zu heiligen, und er hat uns außerdem – nachdem er uns alles gegeben und geschenkt hat, was im Himmel und auf Erden ist – noch seinen Sohn und den Heiligen Geist gegeben, durch die er uns zu sich bringt.

Denn wir selbst könnten, wie oben erklärt, ohne den Herrn Christus niemals dahin kommen, die Huld und Gnade des Vaters zu erkennen; er aber ist ein Spiegel des väterlichen Herzens; ohne Christus können wir Gott nur als zornigen und schrecklichen Richter wahrnehmen. Von Christus aber könnten wir auch nichts wissen, wenn es nicht durch den Heiligen Geist offenbart wäre.

Darum lassen diese Artikel des Glaubens uns Christen von allen andern Menschen auf der Erde unterschieden und abgesondert sein. Denn außerhalb der Christenheit, ob es sich nun um Heiden, Muslime, Juden oder falsche Christen und Heuchler handelt, weiß man nicht, wie Gott dem Menschen gegenüber gesonnen ist – auch wenn sie glauben, dass nur ein wahrer Gott ist und sie ihn anbeten. Sie vermögen es auch nicht, Liebe und alles Gute von ihm zu erwarten. Darum stehen sie unter dem Zorn Gottes und bleiben in ewiger Verdammnis. Denn sie haben den Herrn Christus nicht; und sie sind auch nicht durch den Heiligen Geist erleuchtet und mit seinen Gaben begnadet.

Aus alledem siehst du nun, dass der Glaube eine ganz andere Lehre ist als die Zehn Gebote. Denn die Zehn Gebote lehren, was wir tun sollen, der Glaube aber sagt uns, was Gott uns gibt und an uns tut. Die Zehn Gebote sind auch in die Herzen der Menschen geschrieben, den Glauben aber kann keine menschliche Klugheit begreifen. Er muss allein vom Heiligen Geist gelehrt werden.

Darum machen die Zehn Gebote noch keinen Christen; denn es bleibt immer noch Gottes Zorn und Ungnade über uns, weil wir nicht halten können, was Gott von uns fordert. Aber der Glaube bringt lauter Gnade; er macht uns fromm und Gott findet an uns Gefallen.

Denn durch diese Erkenntnis, die der Glaube wirkt, bekommen wir Lust und Liebe zu allen Geboten Gottes, weil wir hier sehen, wie Gott selbst ganz und gar mit allem, was er hat und vermag, uns zu Hilfe kommt, damit wir die Zehn Gebote halten können. Der Vater kommt uns zu Hilfe mit allem, was er geschaffen hat, Christus schenkt sich uns mit seinem ganzen Erlösungswerk, der heilige Geist hilft uns mit allen seinen Gaben.

Das sei nun genug vom Glauben; für die Laien ist damit der Grund gelegt; man überlade sie nicht. Wenn sie den Hauptinhalt verstanden haben, mögen sie selber weiter forschen und, was sie aus der Schrift lernen, auf diese Dinge beziehen, und so zu immer reicherer Erkenntnis kommen und daran wachsen. Denn wir haben, solange wir leben, täglich davon zu predigen und daran zu lernen.

Dr. Martin Luther, Der Große Katechismus: 3.Artikel verf. (II,55-70)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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