Gott, sei mir gnädig nach Deiner Güte, und tilge meine Sünden nach Deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde; denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir. An Dir allein habe ich gesündigt und übel vor Dir getan, auf daß Du recht behaltest in Deinen Worten und rein dastehst, wenn Du richtest.
Siehe, in Schuld bin ich geboren, und meine Mutter hat mich in Sünde empfangen.Siehe, Du liebst Wahrheit, die im Verborgenen liegt, und im Geheimen tust du mir Weisheit kund.
Entsündige mich mit Ysop, daß ich rein werde; wasche mich, daß ich weißer werde als Schnee. Laß mich hören Freude und Wonne, daß die Gebeine fröhlich werden, die Du zerschlagen hast.
Verbirg Dein Antlitz vor meinen Sünden, und tilge alle meine Missetat. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist. Verwirf mich nicht von Deinem Angesicht, und nimm Deinen heiligen Geist nicht von mir. Erfreue mich wieder mit Deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.
Ich will die Übertreter Deine Wege lehren, daß sich die Sünder zu Dir bekehren. Errette mich von Blutschuld, Gott, der Du mein Gott und Heiland bist, daß meine Zunge Deine Gerechtigkeit rühme.
Herr, tue meine Lippen auf, daß mein Mund Deinen Ruhm verkündige. Denn Schlachtopfer willst Du nicht, ich wollte sie Dir sonst geben, und Brandopfer gefallen Dir nicht.
Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst Du, Gott, nicht verachten. Tue wohl an Zion nach Deiner Gnade, baue die Mauern zu Jerusalem. Dann werden Dir gefallen rechte Opfer, Brandopfer und Ganzopfer; dann wird man Stiere auf Deinem Altar opfern.
Psalm 51. Ein Psalm Davids, vorzusingen, als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er zu Batseba eingegangen war.
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.
Psalm 66,20
Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch
Herr Gott, der Du mein Vater bist, ich schrei im Namen Jesu Christ zu Dir auf sein Wort, Eid und Tod; Hör, Helfer treu, in Angst und Not.
Laß uns Dein Wort, stärk uns im Geist, hilf, daß wir tun, was Du uns heißt, gib Fried, Schutz, gute Freund und Brot, behüte Stadt und Land, o Gott.
Errett von Sünd, Teufel und Tod, aus Leibes und der Seelen Not, ein selig Stündlein uns bescher, Dein ist das Reich, Kraft, Preis und Ehr.
Auf Dein Wort sprech ich Amen, Herr. Aus Gnad mein´ kleinen Glauben mehr; Du bist allein der Vater mein, laß mich Dein Kind und Erbe sein.
Johann Mathesius, 1564 (LKG 262)
Morgenlese
So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit.
Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, welcher will, daß alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat als Lösegeld für alle, als Zeugnis zur rechten Zeit.
Dazu bin ich eingesetzt als Prediger und Apostel – ich sage die Wahrheit und lüge nicht –, als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit.
So will ich nun, daß die Männer beten an allen Orten und aufheben heilige Hände ohne Zorn und Zweifel.
1.Timotheus 2,1-8
Abendlese
Solches redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen: Verherrliche Deinen Sohn, auf daß der Sohn Dich verherrliche; so wie Du ihm Macht gegeben hast über alle Menschen, auf daß er ihnen alles gebe, was Du ihm gegeben hast: das ewige Leben. Das ist aber das ewige Leben, daß sie Dich, der du allein wahrer Gott bist, und den Du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Ich habe Dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das Du mir gegeben hast, damit ich es tue.
Und nun, Vater, verherrliche Du mich bei Dir mit der Herrlichkeit, die ich bei Dir hatte, ehe die Welt war. Ich habe Deinen Namen den Menschen offenbart, die Du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren Dein, und Du hast sie mir gegeben, und sie haben Dein Wort bewahrt. Nun wissen sie, daß alles, was Du mir gegeben hast, von dir kommt. Denn die Worte, die Du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, daß ich von Dir ausgegangen bin, und sie glauben, daß du mich gesandt hast.
Ich bitte für sie. Nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, die du mir gegeben hast, denn sie sind Dein. Und alles, was mein ist, das ist Dein, und was Dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verherrlicht. Und ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und ich komme zu Dir. Heiliger Vater, erhalte sie in Deinem Namen, den Du mir gegeben hast, daß sie eins seien wie wir. Solange ich bei ihnen war, erhielt ich sie in Deinem Namen, den Du mir gegeben hast, und ich habe sie bewahrt, und keiner von ihnen ist verloren außer dem Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt werde.
Nun aber komme ich zu Dir, und dies rede ich in der Welt, auf daß meine Freude in ihnen vollkommen sei. Ich habe ihnen Dein Wort gegeben, und die Welt haßt sie; denn sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, daß Du sie aus der Welt nimmst, sondern daß Du sie bewahrst vor dem Bösen. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.
Heilige sie in der Wahrheit; Dein Wort ist die Wahrheit. Wie Du mich gesandt hast in die Welt, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Ich heilige mich selbst für sie, auf daß auch sie geheiligt seien in der Wahrheit. Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, daß sie alle eins seien. Wie Du, Vater, in mir bist und ich in Dir, so sollen auch sie in uns sein, auf daß die Welt glaube, daß Du mich gesandt hast.
Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die Du mir gegeben hast, auf daß sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und Du in mir, auf daß sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, daß Du mich gesandt hast und sie liebst, wie Du mich liebst. Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die Du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die Du mir gegeben hast; denn Du hast mich geliebt, ehe die Welt gegründet war.
Gerechter Vater, die Welt kennt Dich nicht; ich aber kenne Dich, und diese haben erkannt, daß Du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen Deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der Du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.
Johannes 17 (Hohepriesterliche Gebet)
Großer Katechismus 3:1-16
III. Das Vaterunser
Wir haben bisher gehört, was man tun soll (erstes Hauptstück) und was man glauben soll (zweites Hauptstück). Wer danach lebt, hat das beste und seligste Leben. Es folgt nun das dritte Hauptstück, das zeigt, wie man beten soll.
Denn mit uns Menschen verhält es sich ja so: Keiner kann die Zehn Gebote vollkommen halten, auch wenn er angefangen hat, an Christus zu glauben; außerdem wehrt sich dagegen auch der Teufel mit aller Macht, ebenso die Welt und unser eigenes Fleisch. Darum ist nichts so nötig, als Gott immerfort in den Ohren zu liegen, ihn anzurufen und zu bitten, dass er uns den Glauben und ein Leben, in dem die Zehn Gebote erfüllt werden, gebe, erhalte und mehre und dass er alles hinwegräume, was uns im Wege liegt und uns hindert, die Zehn Gebote zu halten.
Damit wir aber wissen, was und wie wir beten sollen, hat uns unser Herr Christus, wie wir noch sehen werden, selbst die Worte und die Weise gelehrt.
Ehe wir aber die Bitten des Vaterunsers der Reihe nach erklären, ist es wohl dringend nötig, die Leute überhaupt zuerst zum Beten zu ermahnen und zu ermuntern, wie es auch Christus und die Apostel getan haben.
Als Erstes muss man wissen, warum wir verpflichtet sind zu beten, nämlich um des Gebotes Gottes willen. Denn dies haben wir bei der Erklärung des zweiten Gebotes gehört (Du sollst den Namen Gottes nicht unnützlich führen), dass darin gefordert wird, den heiligen Namen Gottes zu preisen, ihn in aller Not anzurufen und zu Gott zu beten. Denn Anrufen ist nichts anderes als Beten.
So ist das Beten ebenso streng und ernstlich geboten wie alle andern Gebote – keinen andern Gott zu haben, nicht zu töten, nicht zu stehlen usf. Niemand soll denken, es komme nicht darauf an, ob ich bete oder nicht bete. Unwissende Leute leben wohl in dem Wahn dahin und denken: Warum soll ich beten? Wer weiß, ob Gott auf mein Gebet achtet oder es hören will? Bete ich nicht, so betet ein anderer. Und so gewöhnen sie es sich an, gar nicht mehr zu beten. Und als Ausrede führen sie an, dass wir doch die verkehrten und heuchlerischen Gebete verwerfen – so als ob wir lehrten, man solle oder brauche überhaupt nicht zu beten.
Das ist allerdings wahr: Was man bisher in der Kirche für Gebete gesprochen, geplärrt und hergeleiert hat, sind freilich keine Gebete gewesen. Denn solch ein äußerliches Beten mag zwar, wenn es in rechter Weise geschieht, eine Übung für die jungen Kinder, die Schüler und die einfachen Leute sein; man mag es als eine Übung im Lesen oder Singen bezeichnen, aber ein Beten ist es eigentlich nicht.
Das aber heißt beten, nämlich Gott in allen Nöten anrufen, so wie es das zweite Gebot lehrt. Das will er von uns haben und das soll nicht in unserm Belieben stehen, sondern wenn wir Christen sein wollen, sollen und müssen wir beten, ebenso wie wir Vater und Mutter und der Obrigkeit gehorsam sein sollen und müssen. Denn durch das Anrufen und Beten wird der Name Gottes geehrt und nutzbringend gebraucht. Das sollst du dir nun vor allen Dingen merken, dass man solche Gedanken, die uns vom Beten abhalten und zurückhalten wollen, abweisen und zum Schweigen bringen muss.
Denn es geht nicht an, dass ein Sohn zum Vater sagt: „Was liegt dir an meinem Gehorsam? Ich will hingehen und tun, wozu ich Lust habe, das ist ebenso gut.“ Denn da ist das Gebot; darum soll und muss er gehorchen. So soll es auch nicht in meinem Belieben stehen, zu beten oder es zu unterlassen, sondern es soll und muss gebetet sein. Weil nun das Beten so ernstlich geboten ist, sollst du daraus den Schluss ziehen und folgern, dass beileibe niemand sein Gebet gering achten soll, sondern jeder soll große Stücke davon halten. Und denke immer an das Beispiel der Gebote. Ein Kind soll beileibe nicht den Gehorsam Vater und Mutter gegenüber gering achten, sondern immer daran denken: Was ich tue, tue ich aus Gehorsam, und ich tue es allein deswegen, weil es Gottes Gebot ist. Auf dieses Gebot kann ich mich stützen und berufen (nicht aber auf meine Würdigkeit), und darum will ich gehorsam sein – eben um des Gebotes willen. So auch hier: Was und worum wir bitten, das ist etwas, was von Gott gefordert ist und womit wir ihm gehorsam sind. Und wir sollen wie folgt denken: Meine Person vermag dem Gebet keine Kraft und Geltung zu verschaffen, sondern es liegt alles an Gottes Gebot. So soll jeder im Gehorsam gegen dieses Gebot vor Gott kommen, was immer er auch an Bitten vorzubringen hat.
Darum bitten und ermahnen wir jedermann aufs Ernsteste, dies zu Herzen zu nehmen und keinesfalls das Beten zu verachten. Denn bisher hat man in Teufels Namen so über das Beten gelehrt, dass niemand auf das oben Gesagte geachtet hat; jeder hat gemeint, es wäre genug, lediglich die Gebete zu verrichten, gleich ob sie Gott erhört oder nicht. Das heißt aber, auf gut Glück zu beten und aufs Geratewohl Gebete herzuleiern; darum sind es nutzlose Gebete.
Denn wir lassen uns vom Beten abhalten und abschrecken, wenn wir solche Gedanken haben: „Ich bin nicht heilig und würdig genug; wenn ich so fromm und heilig wäre wie St. Petrus und Paulus, dann wollte ich beten.“ Aber nur weit weg mit solchen Gedanken! Denn eben das gleiche Gebot, das St. Paulus gilt, gilt auch mir; und das zweite Gebot (mit der Aufforderung zum Beten) ist ebenso meinetwegen gegeben wie auch seinetwegen; er kann sich keines besseren und heiligeren Gebotes rühmen.
Darum sollst du so sagen: „Mein Gebet, das ich spreche, ist ebenso wertvoll, heilig und Gott angenehm wie das von St. Paulus und der allerheiligsten Personen. Der Grund
dafür ist: Ich will ihn gerne heiliger sein lassen, soweit es seine Person betrifft, aber nicht soweit es das Gebot betrifft; denn Gott sieht auf unsere Gebete nicht um unserer Person willen, sondern um seines Wortes und unsers Gehorsams willen. Auf dieses Gebot Gottes, auf das alle Heiligen ihr Gebet gründen, gründe ich auch mein Gebet; ebenso bete ich auch um eben das Gleiche, worum sie alle bitten oder gebeten haben.“Dr. Martin Luther, Großer Katechismus (1529): Vater unser GK III,1-16
