Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiß nicht, was er Dir Gutes getan hat: der Dir alle Deine Sünde vergibt und heilet alle Deine Gebrechen, der Dein Leben vom Verderben erlöst, der Dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, der Deinen Mund fröhlich macht und Du wieder jung wirst wie ein Adler.
Der HERR schafft Gerechtigkeit und Recht allen, die Unrecht leiden. Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israel sein Tun. Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte. Er wird nicht für immer hadern noch ewig zornig bleiben. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.
Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten. So fern der Morgen ist vom Abend, läßt er unsre Übertretungen von uns sein.
Psalm 103. Von David.
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolisches Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Alsdann flugs und fröhlich geschlafen.
Es ist Dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von Dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor Deinem Gott.
Micha 6,8
Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch
Nun lob, mein Seel, den Herren, was in mir ist, den Namen sein. Sein Wohltat tut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein. Hat Dir Dein Sünd vergeben und heilt Dein Schwachheit groß, errett’ Dein armes Leben, nimmt Dich in seinen Schoß, mit reichem Trost beschüttet, verjüngt, dem Adler gleich; der Herr schafft Recht, behütet, die leidn in seinem Reich.
Er hat uns wissen lassen sein herrlich Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen, es mangelt an Erbarmung nicht; sein’ Zorn lässt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld, die Gnad tut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch erhaben ob den’, die fürchten ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin.
Wie sich ein Mann erbarmet ob seiner jungen Kindelein, so tut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt das arm Gemächte und weiß, wir sind nur Staub, gleichwie das Gras von Rechte, ein Blum und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da, also der Mensch vergehet, sein End, das ist ihm nah.
Johann Gramann um 1540 (LKG 315,1-3)
Morgenlese
Darum, weil Ihr die Armen unterdrückt und nehmt von ihnen hohe Abgaben an Korn, so sollt Ihr in den Häusern nicht wohnen, die Ihr von Quadersteinen gebaut habt, und den Wein nicht trinken, den Ihr in den feinen Weinbergen gepflanzt habt. Denn ich kenne Eure Frevel, die so viel sind, und Eure Sünden, die so groß sind, wie Ihr die Gerechten bedrängt und Bestechungsgeld nehmt und die Armen im Tor unterdrückt. Darum muß der Kluge zu dieser Zeit schweigen; denn es ist eine böse Zeit.
Suchet das Gute und nicht das Böse, auf daß Ihr lebet und der HERR, der Gott Zebaoth, mit Euch sei, wie Ihr rühmt. Haßt das Böse und liebt das Gute, richtet das Recht auf im Tor, vielleicht wird der HERR, der Gott Zebaoth, gnädig sein dem Rest Josefs.
Darum, so spricht der HERR, der Gott Zebaoth, der Herr: Es wird in allen Gassen Wehklagen sein, und auf allen Straßen wird man sagen: »Weh! Weh!« Und man wird den Ackermann zum Trauern rufen und zum Wehklagen, wer die Totenklage erheben kann. In allen Weinbergen wird Wehklagen sein; denn ich will unter Euch dreinfahren, spricht der HERR.
Weh! Die Ihr den Tag des HERRN herbeiwünscht, was soll er Euch? Denn des HERRN Tag ist Finsternis und nicht Licht, gleich als wenn jemand vor dem Löwen flieht und der Bär begegnet ihm, und er kommt ins Haus und lehnt sich mit der Hand an die Wand, da beißt ihn die Schlange! Ist nicht des HERRN Tag finster und nicht licht, dunkel und nicht hell?
Ich haße und verachte Eure Feste und mag Eure Versammlungen nicht riechen – es sei denn, Ihr bringt mir rechte Brandopfer dar –, und an Euren Speisopfern habe ich kein Gefallen, und Euer fettes Schlachtopfer sehe ich nicht an. Tu weg von mir das Geplärr Deiner Lieder; denn ich mag Dein Harfenspiel nicht hören! Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.
Amos 5,11-24
Abendlese
Denn ich sage Euch: Wenn Eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet Ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht töten«; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage Euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig.
Darum, wenn Du Deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt Dir in den Sinn, daß Dein Bruder etwas gegen Dich hat, so laß dort vor dem Altar Deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne Dich mit Deinem Bruder, und dann komm und opfere Deine Gabe.
Vertrage Dich mit Deinem Widersacher sogleich, solange Du noch mit ihm auf dem Weg bist, auf daß Dich der Widersacher nicht dem Richter überantworte und der Richter dem Gerichtsdiener und Du ins Gefängnis geworfen werdest. Wahrlich, ich sage Dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis Du auch den letzten Heller bezahlt hast.
Matthäus 5,20-26
Bekenntnislese AC IV,166-179
Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist
+ Friede sei mit Euch +
