Laßt uns alle fröhlich sein…

1. Laßt uns alle fröhlich sein,
Preisen Gott den Herren,
Der sein liebes Söhnelein
Uns selbst tut verehren!

2. Er kommt in dies Jammertal,
Wird ein Knecht auf Erden,
Damit wir im Himmelssaal
Große Herren werden.

3. Er wird arm, wir werden reich,
Ist das nicht ein Wunder?
Drum lobt Gott im Himmelreich
Allzeit wie jetzunder!

4. O Herr Christ, nimm unser wahr
Durch dein’n heil’gen Namen!
Gib uns ein gut neues Jahr!
Wer’s begehrt, sprech’: Amen.

Wittenberg 1611

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Es ist ein Ros’ entsprungen …

1. Es ist ein Ros’ entsprungen, aus einer Wurzel zart,
Wie uns die Alten sungen, von Jesse kam die Art,
Und hat ein Blümlein bracht mitten im kalten Winter
Wohl zu der halben Nacht.

2. Das Röslein, das ich meine, davon Jesaja sagt,
hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd,
Aus Gottes ew’gen Rat hat sie ein Kind geboren
Wohl zu der halben Nacht.

3. Das Blümelein, so kleine, das duftet uns so süß,
Mit seinem hellen Scheine vertreibts die Finsternis.
Wahr’ Mensch und wahrer Gott, hilft uns aus allen Leiden,
Rett’ uns von Sünd’ und Tod.

4. O Jesu, bis zum Scheiden aus diesem Jammertal
Lass Dein Hilf uns geleiten hin in den Freudensaal,
In Deines Vaters Reich, da wir Dich ewig loben.
O Gott, uns das verleih

Köln 1599

Und hier der Mainzer Domchor: Es ist ein Ros’ entsprungen 

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Ich steh an deiner Krippen hier…

  1. Ich steh an deiner Krippen hier
    O Jesulein mein Leben /
    Ich stehe / bring und schencke dir
    Was du mir hast gegeben.
    Nimm hin / es ist mein Geist und Sinn /
    Hertz Seel und Muth / Nimm alles hin
    Und laß dirs wolgefallen.

    2. Da ich noch nicht geboren war /
    Da bist du mir geboren /
    Und hast mich dir zu eigen gar
    Eh’ ich dich kannt’ erkohren.
    Eh ich durch deine Hand gemacht
    Da hat dein Hertze schon bedacht
    Wie du mein woltest werden.

    3. Ich lag in tiefster Todesnacht
    Du wordest meine Sonne /
    Die Sonne / die mir zugebracht /
    Licht / Leben / Freud und Wonne.
    O Sonne / die das werthe Licht
    Des Glaubens in mir zugericht /
    Wie schön sind deine Straalen!

    4. Ich sehe dich mit Freuden an
    Und kan mich nicht satt sehen /
    Und weil ich nun nicht weiter kann
    bleib ich anbetend stehen.
    O das mein Sinn ein Abgrund wär /
    Und meine Seel / ein weites Meer /
    Daß ich dich möchte fassen!

    5. Wann oft mein Hertz vor Kummer wein’t
    Und keinen Trost kan finden /
    Rufst Du mir zu / Ich bin dein Freund
    Ein Tilger deiner Sünden /
    Was trauerst du mein Brüderlein /
    Du sollst ja guter Dinge seyn /
    Ich zahle deine Schulden.

    6. O daß doch ein so lieber Stern
    Soll in der Krippen liegen!
    Für edle Kinder grosser Herrn
    Gehören güldne Wiegen.
    Ach Heu und Stroh ist viel zu schlecht /
    Sammt / Seyd’ und Purpur wären recht
    Dich Kindlein drauf zulegen.

    7. Nehmt weg das Stroh / nehmt weg das Heu /
    Ich wil mir Blumen holen /
    Das meines Heylands Lager sey
    Auff Rosen und Violen /
    Mit Tulpen / Nelcken / Roßmarien
    Aus frischen Gärten / wil ich Jhn
    Von oben her bestreuen.

    8. Zur Seiten wil ich hier und dar
    Viel weisse Lilien stecken /
    Die sollen seiner Aeuglein Paar
    Jm Schlaffe sanfft bedecken.
    Doch lieb’t vieleicht das dürre Gras
    Dir Kindlein mehr / als alles das
    Was ich hier nenn’ und dencke.

    9. Du fragest nicht nach Lust der Welt /
    Noch nach des Leibes-Freuden /
    Du hast dich bey uns eingestellt
    An unsre Statt zu leiden /
    Suchst meiner Seelen Trost und Freud
    Durch allerhand Beschwerlichkeit /
    Das wil ich dir nicht wehren.

    10. Eins aber / hof’ ich / wirst du mir /
    Mein Heyland / nicht versagen /
    Daß ich dich möge für und für
    Jn / bey / und an mir tragen /
    So laß mich doch dein Kripplein seyn /
    Komm / komm und lege bey mir ein
    Dich / und all deine Freuden.

Paul Gerhardt 1653

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Childermas or Holy Innocents

Psalm 116 verses 15 and 17: “Precious in the sight of the LORD is the death of his saints… I will sacrifice a thank offering to you and call on the name of the LORD.”

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Wunderbarer Gnadenthron…

Wunderbarer Gnadenthron
Johann Olearius, 1611-1684

  1. Wunderbarer Gnadenthron,
    Gottes und Marien Sohn,
    Gott und Mensch, ein kleines Kind,
    Das man in der Krippe findt,
    Großer Held von Ewigkeit,
    Dessen Macht und Herrlichkeit
    Rühmt die ganze Christenheit.
  2. Du bist arm und macht zugleich
    Uns an Leib und Seele reich,
    Du wirst klein, du großer Gott,
    Und macht Höll und Tod zu Spott.
    Aller Welt wird offenbar,
    Ja auch deiner Feinde Schar,
    Daß du, Gott, bist wunderbar.
  3. Laß mir deine Güt und Treu
    Täglich werden immer neu.
    Gott, mein Gott, verlaß mich nicht,
    Wenn mich Not und Tod ansicht,
    Laß mich deine Herrlichkeit,
    Deine Wundergütiglichkeit,
    Schauen in der Ewigkeit.

Heute ist der Tag des Hl. Apostels und Evangelisten Johannes: “Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen.” (Jesaja 52:7)

Hier die Epistellesung für diesen Tag aus 1. John 1:1-4

“Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens – und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist –, was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und das schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen sei.”

Und hier meine Predigt dazu: 

 

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Vom Himmel kam der Engel Schar…

  1. Vom Himmel kam der Engel Schar,
    Erschien den Hirten offenbar;
    Sie sagten ihn’n: Ein Kindlein zart,
    Das liegt dort in der Krippe hart.

    2. Zu Bethlehem in Davids Stadt,
    Wie Micha das verkündet hat.
    Es ist der Herre Jesus Christ,
    Der euer aller Heiland ist.

    3. Des sollt ihr billig fröhlich sein,
    Dass Gott mit euch ist worden ein.
    Er ist gebor’n eu’r Fleisch und Blut,
    Eu’r Bruder ist das we’ge Gut.

    4. Was kann euch tun die Sünd’ und Tod?
    Ihr habt mit euch den wahren Gott.
    Lasst zuernen Teufel und die Hoell’
    Gott’s Sohn ist worden eu’r Gesell.

    5. Er will und kann euch lassen nicht,
    Setzt ihr auf ihn eur’ Zuversicht.
    Es moegen euch viel fechten an:
    Dem sei Trotz, der’s nicht lassen kann!

    6. Zuletzt müsst ihr doch haben recht,
    Ihr seid nun worden Gott’s Geschlecht.
    Des danket Gott in Ewigkeit,
    Geduldig, fröhlich allezeit!

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Vom Himmel hoch da komm ich her…

  1. Vom Himmel hoch da komm ich her,
    ich bring euch gute neue Mär,
    der guten Mär bring ich soviel,
    davon ich sing’n und sagen will.

    2.  Euch ist ein Kindlein heut geborn
    von einer Jungfrau auserkorn,
    ein Kindelein so zart und fein,
    das soll eu’r Freud und Wonne sein.

    3.  Es ist der Herr Christ, unser Gott,
    der will euch führn aus aller Not,
    er will eu’r Heiland selber sein,
    von allen Sünden machen rein.

    4. Er bringt euch alle Seligkeit,
    die Gott der Vater hat bereit’,
    dass ihr mit uns im Himmelreich
    sollt leben nun und ewiglich.

    5. So merket nun das Zeichen recht:
    die Krippe, Windelein so schlecht,
    da findet ihr das Kind gelegt,
    das alle Welt erhält und trägt.

    6. Des lasst uns alle fröhlich sein
    und mit den Hirten gehn hinein,
    zu sehn, was Gott uns hat beschert,
    mit seinem lieben Sohn verehrt.

    7. Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin;
    was liegt doch in dem Krippelein?
    Wes ist das schöne Kindelein?
    Es ist das liebe Jesulein.

    8. Sei mir willkommen, edler Gast!
    Den Sünder nicht verschmähet hast,
    und kommst ins Elend her zu mir:
    wie soll ich immer danken dir?

    9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding,
    wie bist du worden so gering,
    dass du da liegst auf dürrem Gras,
    davon ein Rind und Esel aß!

    10. Und wär die Welt vielmal so weit
    von Edelstein und Gold bereit’,
    so wär sie doch dir viel zu klein,
    zu sein ein enges Wiegelein.

    11. Der Sammet und die Seiden dein,
    das ist groß Heu und Windelein,
    darauf du König groß und reich
    herprangst, als wär’s dein Himmelreich.

    12. Das hat also gefallen dir,
    die Wahrheit anzuzeigen mir,
    wie aller Welt Macht, Ehr und Gut
    vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut.

    13. Ach mein herzliebes Jesulein,
    mach dir ein rein sanft Bettelein,
    zu ruhn in meines Herzens Schrein,
    dass ich nimmer vergesse dein.

    14. Davon ich allzeit fröhlich sei,
    zu springen, singen immer frei
    das rechte Susaninne schön,
    mit Herzenslust den süßen Ton.

    15. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron,
    der uns schenkt seinen ein’gen Sohn.
    Des freuet sich der Engel Schar
    und singet uns solch neues Jahr.

Martin Luther 1535

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Lutheran Order of service in isiZulu and seTswana

The Lutheran Order of Service for the first Sunday after Christmas is available here in isiZulu and seTswana. Today it comes with a sermon based on God’s Word from the first epistle of St. John in the first chapter verses 1-4. This sermon was written by missionary Rev. Kurt-Günther Tiedemann (Tarmstedt, Germany) in isiZulu (wz1606151227 1. n. Weihnachten) and translated as usual by my dear father Rev. E.A.W.Weber DD (Welbedacht, KZN) into seTswana (wt1606151227 Sontaga wa 1 morago ga botsalo).

The readings for this first Sunday after Christmas are:

  • Old Testament: Isaiah 49:13-16
  • The Epistle: 1.John 1:1-4
  • The Gospel: St. Luke 2:22-40
  • Psalm: 93:1; 96:6; 93:2.5

The liturgical colour is white.

May you have a very blessed weekend and have time to meditate on the watchword for this Christmas season: And the Word became flesh and dwelt among us, and we beheld His glory, the glory as of the only begotten of the Father, full of grace and truth. (Joh.1:14 KJV)

And we pray with a collect for this Holiday: O God, our Maker and Redeemer, You wonderfully created us and in the incarnation of Your Son yet more wondrously restored our human nature. Grant that we may ever be alive in Him who made Himself to be like us; through Jesus Christ Your Son, our Lord, who lives and reigns with You and the Holy Spirit one God now and forever. Amen.

If you are called to preach this weekend, may the triune God give you joy and strength, wisdom, knowledge and insight – and the true words and pictures to preach his holy will faithfully according to his most precious revelation of his will and promises in both the Old and New Testament! However if you are not preaching, but listening – then listen as if God is talking to you + His precious gospel is “the power of God for the salvation of everyone who believes.” (Rom 1:16 NIV)

We thank the Lutheran Heritage Foundation for supporting the distribution of hard-copies of these orders of worship and sermons throughout Southern Africa. If you also want a copy please do not hesitate to subscribe by writing to EAWWeber@bundunet.co.za.

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Hirtenwort aus der SELK

Im Folgenden lesen Sie ein geistliches Wort von Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover) von der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) und Vorsitzendem des ILC. Dem Wort liegt ein biblischer Abschnitt aus dem Titusbrief zugrunde:

“Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilands, machte er uns selig – nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit – durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist, den er über uns reichlich ausgegossen hat durch Jesus Christus, unsern Heiland, damit wir, durch dessen Gnade gerecht geworden, Erben des ewigen Lebens würden nach unsrer Hoffnung. Das ist gewisslich wahr.” (Die Bibel: Der Brief an Titus, Kapitel 3, Verse 4 bis 7)

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In Christus, dem Kind in der Krippe, erscheint Gottes “Philanthropie”, Gottes Menschenliebe. Das Wort “Philanthropie”, das hier im Griechischen steht, stammt aus der Ethik. Ein Philo-soph liebt die Weisheit, ein Phil-atelist liebt die Briefmarken, der Phil-anthrop aber liebt die Menschen. Das entsprechende Wort aus dem Lateinischen lautet: Humanität. Ein Gott, der ganz klein wird, der ein Baby wird, weil er ein Menschenliebhaber ist, das hat es bis dahin noch nicht gegeben.

Menschen, die Gott sein wollen, gibt es immer wieder. Bei uns in Hannover-Kleefeld gibt es ein chinesisches Restaurant. Dort hängt bei der Kasse das Bild eines solchen Gottes: Mao Zedong. Zu seinen Lebzeiten hielt er sich für Gott und wird bis heute als Gott verehrt.
Menschen, die denken, sie seien Gott, gibt es immer wieder. Die römischen Kaiser dachten, sie seien Götter. In unserer deutschen Geschichte hatten wir unseren Gottgleichen, den alle in den Himmel hoben, bis der Himmel zusammenbrach. Heute verehrt man in Nordkorea Kim Il-Sung und Kim Jong-Il als Götter. Von außen wundert man sich nur, wie irrsinnig solch ein System funktioniert.

Aber ein Gott, der Mensch wird, um zu sterben? Das ist die beispiellose Menschenliebe, die Humanität Gottes, dass er unseren Tod auf sich nimmt, damit wir Menschen leben, dazu gibt es keine Parallelen.

Was beinhaltet diese Menschenliebe Gottes? “ER machte uns selig – nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit – durch das Bad der Wiedergeburt.” So, wie die Richtung Gottes von oben nach unten zu uns weist, so sind wir aus uns selbst heraus gar nicht imstande, diese Richtung von unten nach oben zu kehren, denn wer wiedergeboren werden muss, ist vorher geistlich nicht lebendig, also geistlich tot. Hier ist ganz klar von der Taufe die Rede: Die Taufe hat uns vorher geistlich Tote wiedergeboren. Die Taufe hat uns selig gemacht. Zu unserer Wiedergeburt in der Taufe konnten und können wir nichts, absolut nichts, dazutun. Selbst der Einwand “Du musst nur glauben!” zählt nicht, denn auch der Glaube ist von Gott geschenkt und gewirkt.

Auch das ist beispiellos: Überall und immer wollen wir Menschen mitwirken und mitschuften! Unsere Kinder haben beim Sprechen lernen sehr bald den Ruf beherrscht: “Belber machen!” Das ist der natürliche Glaube: “Belber machen!” Es gehört zu den Geheimnissen Gottes, dass das im Glauben immer schief geht.

Dort, wo Menschen einen Himmel selbst zimmern wollen, “Belber machen!”, kommt immer eine Hölle dabei heraus. Der Islamische Staat IS will ein Kalifat errichten, einen Gottesstaat – heraus kommt eine Hölle.

In der Zeit des 1000-jährigen Reiches musste der jüdisch-christliche Schriftsteller Franz Werfel aus Deutschland fliehen. Er ist bekannt für mehrere ausgezeichnete christliche Romane. Am 14. Januar 1939 hielt er in Paris, das damals noch nicht besetzt war, einen Vortrag vor deutsch-jüdischen Emigranten mit dem Titel: “Ohne Divinität keine Humanität”*- ohne Göttlichkeit keine Menschlichkeit. Werfel will sagen: Wo Menschen das Handeln Gottes aus dem Blick verlieren, verlieren sie ihre Menschlichkeit. Wo Menschen das Handeln Gottes selbst in die Hand nehmen, verlieren sie ihre Menschlichkeit. Wo Menschen Gott vergessen haben oder in der nächsten Generation schon vergessen haben, dass sie Gott vergessen haben, stehen sie in der Gefahr, ihre Menschlichkeit zu verlieren.

Gott erscheint – und Gott allein macht selig! Wir können nichts dazu tun!

Durch Gottes Gnade sind wir gerecht geworden, Erben des ewigen Lebens: Ein Erbe ist absolut unverdient! Wir erben unverdient einen ganzen Himmel. Deshalb freuen sich die Hirten. Mit heutigen Worten könnten wir sagen: Unser Asylantrag bei Gott ist bewilligt und wir leben im Geist schon ganz bei Gott.

Als Franz Werfel diesen Vortrag in Paris hielt, war er selbst Asylant in Frankreich. Und als christlicher Asylant sagt er da einen ganz bemerkenswerten Satz (scheinbar in unsere heutigen Unsicherheiten hinein): “Das unbeschränkte Asylrecht bildete eines der heiligsten Rechte, der Gottheit unmittelbar entflossen, und der große Gesetzgeber der Bibel gewährt seinen ungeteilten Schutz einer Dreieinigkeit, die er stets zusammen nennt: ,der Witwe, der Waise und dem Fremden, der unter deinen Toren wohnt’.”

Wir sind Erben des ewigen Lebens, allein durch Gottes Gnade, durch das Kind in der Krippe. Er hat uns beschenkt mit seinem Asylrecht. Die Freude der Hirten ist unsere Freude.
——————–
*) Franz Werfel, in: Mahler-Werfel, Alma, Mein Leben,
Frankfurt/M. 1963, 289-294
Geistliches Wort vom 24.12.2015
Verfasser: Bischof Hans-Jörg Voigt D.D., Bischof@selk.de.
Redaktion: SELK – Gesamtkirche.
selk_news werden herausgegeben von der Kirchenleitung
der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK),
Schopenhauerstraße 7, 30625 Hannover,
Tel. +49-511-557808 – Fax +49-511-551588,
E-Mail selk@selk.de.
selk_news können über http://www.selk.de bezogen werden.

© SELK 2015

 

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Gelobet seist Du, Jesu Christ…

Mathis_Gothart_Grünewald Stuppach Madonna

  1. Gelobet seist du, Jesu Christ, Daß du Mensch geboren bist Von einer Jungfrau, das ist wahr; Des freuet sich der Engel Schar. Kyrieleis!
  2. Des ew’gen Vaters einzig Kind Jetzt man in der Krippen findt, In unser armes Fleisch und Blut Verkleidet sich das ewig Gut. Kyrieleis!
  3. Den aller Welt Kreis nie beschloß, Der liegt in Marien Schoß; Er ist ein Kindlein worden klein, Der alle Ding’ erhält allein. Kyrieleis!
  4. Das ew’ge Licht geht da herein, Gibt der Welt ein’n neuen Schein; Es leucht’t wohl mitten in der Nacht Und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis!
  5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, Ein Gast in der Welt hier ward Und führt uns aus dem Jammertal, Er macht uns Erben in sein’m Saal. Kyrieleis!
  6. Er ist auf Erden kommen arm, Daß er unser sich erbarm’, Und in dem Himmel machet reich Und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis.
  7. Das hat er alles uns getan, Sein’ groß’ Lieb’ zu zeigen an. Des freu’ sich alle Christenheit Und dank’ ihm des in Ewigkeit. Kyrieleis!

Martin Luther 1524

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