Einmal mit dem Fahrrad nach Dresden – und zurück (Teil 1)

Auf dem Elberadweg fährts sich gut – wenn er denn nicht repariert oder aus sonstigen Gründen umgeleitet wird. Nach Google wärs auf den Landstraßen kürzer und vielleicht sogar schneller gegangen. Die B187 mit LKWs und eiligen Flitzern zu teilen ist zwar spannend, aber nicht wirklich erholsam. Da sind die kl.Nebenstraße schon besser. Da gibts dann auch Rehe zu sehen, Reiher und Kraniche (über 60 haben wir gezählt!) oder lassige Spaziergänger und Hundeführer, manchmal auch den Tourist, der seinen Camper in den Bach entleert – Schreck, oh Schreck. Und ich dachte, das tut man nicht in Deutschland… Kirchen gibts viele. Meist evangelisch und sogar lutherisch. Kühle Orte – einladend und gut in Stand gehalten. Meistens waren wir froh, wenn wir von den befahrenen Wegen wieder alleine auf dem Elberadweg fuhren – und diesen nur mit freundlichen und eifrig grüßenden Radfahrern teilten. Das Grüßen ließ natürlich immer mit der Hitze nach und die Senioren, die auf ihren E-Bikes dahergesaust kamen, konnten sich auch kaum zum Grüßen hinreißen lassen. Es ging alles viel zu schnell. Wir haben es wiederholt erlebt, dass sie am Ziel vorbeischossen – die Abzweigungen des Radweges verpaßten und uns dann irgendwann wieder mit Karacho ein- und überholten. E-Roller haben wir aber erst in Dresden erlebt. Bis dahin ging alles gut.

Überall war die Ernte voll im Gang – es herrschte ja Kaiserwetter – ideal zum Radfahren

Im Laufe des Vormittags gings in Wittenberg los und zwar auf bekannter Strecke. Wir wollten es langsam angehen und mal sehen, wohin der Weg uns führte. Wir hatten deswegen keine Buchungen gemacht, aber bis Pretzsch sollte es schon gehen. Naja, die Mittagspause haben wir dann dort im Schloßpark gehalten beim lustig plätschernden Springbrunnen. Die Kirche haben wir besucht und auch die Waschgelegenheiten im Hotel. Doch dann sind wir bei warmen Temperaturen weitergeradelt immer Richtung Torgau. Es hat so Spaß gemacht zu zweit.

Doch zuerst kam es nicht nach Bad Schmiedeberg, aber an der Elbe entlang über Dommitsch und Elsnig. Am Weg stand diese kl.Fischerkapelle, die bei der großen Flut von 2002 fast ganz unter Wasser war. Eindrückliches Altarbild und so schön aufgeräumt und einladend – sogar frische Blumen auf dem Altar…

Bis Torgau waren es mit dem Rad gut 70km. Ganz schön für den ersten Tag. Wir waren froh als wir uns dort in der Pension Gotthardt ausruhen konnten ehe wir in der Stadt einen Rundgang machten. Man versteht, warum Kurführst Johann Friedrich der Großmütige sagte: “Torgau ist immer meine Wonne gewesen!” Für uns wars eine willkommene Erholung nach dem ersten Tag. One down, 2 to go!

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Sommerferien 2019: Zurück von Masuren (Teil 8)

Den Rückweg nahmen wir quer durch Polen. Nicht über die nördliche Pommernroute. Nicht Stettin, Kösslin oder Kolberg an der Ostsee. Dahin kommen wir hoffentlich noch einmal. Auch nicht über die fast so schnelle Route über Warschau. Nicht dieses Mal. Sondern über die Landstraßen und neuen Autobahnen nach Turn (Torun) und dann nachdem wir uns mit Thorner Kathriner eingedeckt und das Schicksal des Deutschen Ritterordens bedacht hatten über Nacht nach Posen (Poznan)

Nach solch kurzem Urlaub in Masuren waren wir dennoch erfüllt mit Heim- und Fernweh. Es war eine schöne Zeit zusammen gewesen. Bald würden wir wieder in alle Himmelsrichtungen zerstreut. Zwar wars nicht eine Folge des letzten Krieges, aber vielleicht doch wegen dem alten, uralten Krieg und Sündenfall – unstet und heimatlos sollst Du sein! Das geht nicht schmerzlos vorüber und läßt uns noch heute nicht kalt. Nicht nur sagt man lebwohl zu den Eltern und hängt an seinem Weibe…, sondern sagt sogar den Kindern adieu und Aufwiedersehn. Es war so und wird auch weiter so sein bis wir endlich dahin gelangen, wo uns endlich festes und bleibendes Heimat- und Bürgerrecht zugesagt und glaubhaft verbürgt ist. Gott sei dafür Lob und Dank um IX willen!

Unterwegs hörten wir Polnisches Radio – klassische Musik, Pop, aber auch Diskussionsrunden, um uns den Tonfall noch zum Schluß eingängig zu machen. Ein kurzweiliges, aber vergebliches Unterfangen… Geschichte ließ sich nicht einfach abschütteln. Tannenberg im hohen Mittelalter war da. Noch einmal im 1. Weltkrieg und so weiter bis tief in Torn. Natürlich hätten wir in dieser brummenden Stadt länger bleiben können und sollen, aber wir wollten noch weiter, weiter fort… Und so fuhren wir noch nach Posen. Hier wars modern. Viel im Umbau, aber doch eindrücklich. Am nächsten Morgen besuchten wir den neuen Zoo… Er hat uns nicht enttäuscht. Der Wald war so schön wie überall in Polen – auch die dunklen Seen. Die stolzen Adler waren sehenswert, auch die träumerischen Eulen – Braunbären, Raubkatzen (African Caracal), Meerkatte und Giraffen.

Aus Posen führt eine neue Autobahn nach Deutschland – geradlienig und einwandfrei. Wir waren bald auf deutschem Boden – jenseits der Oder und an Potsdam und Berlin vorbei auf dem Weg nach Wittenberg und in unser jetziges Domizil. Hier trafen wir nach unserer tagelangen Rundreise durch Polen von etwas mehr als 2k Kilometern auf die Gemeindetruppe aus St.Petri (SELK-Hannover) zusammen mit Hans-Dieter & Doris Heicke mit denen wir noch schöne Stunden verbrachten. Angelika hat das Bild vor St.Marien gemacht und wir sind Gott sei Dank wohlbehalten und ohne Unglück oder negative Zwischenfälle zurück bei unserem Ausgangspunkt. Google gibt nur 10 Stationen auf der Strecke. Darum habe ich mich auf diese beschränkt. 😉

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Sommerferien 2019: Einmal Masuren und zurück (Teil 7)

Wunderschönes Masuren!

Schöne Zeiten fliehen im Nu dahin und gerade erfüllte Tage scheinen zu kurz. Wir hätten noch vieles machen können, aber wie schon wiederholt festgestellt und Heino immer noch singt: “Der Wagen, der rollt…” Königsberg war hoch auf unserer Liste, weil wir ja als Südafrikaner sogar ohne Visum nach Russland rein kommen, ebenso ein Abstecher zum Dönhoff Vermächtnis oder dem Ernst Wiechert Museum – schließlich war Wiechert der meist gelesenste Deutsche in jenen Jahrzehnten vor und nach dem letzten Weltkrieg. Wir hätten wohl auch noch einige Tage auf Kajaks rudern und noch mehr Vögel suchen und fotografieren wollen. Die Kurische Nehrung haben wir auch nicht besucht. Das ist keine Klage, eher eine nüchterne Feststellung. Als ich damals in Hluhluwe den Postkartenständer durchforstete und alle Tiere hervorhob, die wir auf der Durchfahrt nicht gesehen hatten, war mein Patenonkel Karl ungehalten. Ich sollte doch dankbar sein für das, was wir gesehen hätten und nicht so auf das Ungesehene achten… Recht hat er gehabt. Wir sind dann von Wegorzewo (Angerburg) nach Wolisko zum Wisente bestaunen gefahren. Das war auf einer Forschungsstation und die wilden Viecher waren zahm wie Milchvieh – oder Büffel im Krügerpark. Hinter dem Zaum kriegt man das nicht so genau mit! Auf dem Heimweg schauten wir noch im Zoo von Posen (Pozan) rein – und sahen noch mal von diesen Gnu-ähnlichen Zotteltieren Europas.

Natürlich ist in Masuren nicht nur Naturlandschaft zu bewundern. Wisente gibts. Das haben wir gesehen. Wölfe, Bären, Luchse und andere scheuen Waldtiere nicht in freier Wildbahn. Das haben wir dann im Zoo nachgeholt. Wunderschöne Landschaften aber gab es zuhauf und zum satt sehen. Das haben wir ausgiebig genossen.

Anschließend – und weil es von der Zeitplannung so gut paßte – fuhren wir auch noch zur Wolfschanze: Der kriegerischen Machtzentrale des 3.Reiches im Angriff auf Russland und dem Schauplatz des mißlungenen Attentats am 20. Juli. Die riesigen Betonbrocken dieser Bunker zeigen die tiefe Angst dieser Machtmenschen. Letztlich war das alles nichts wert. Der Wurm war drin. Ihr eigenes Gift hat sie umgebracht. Die Schutzburg wird zur Rattenfalle. Es war wohl so das Beste, damit keine “Dolchstoßlegende” wiederholt wurde. Sie haben sich an Rußland verhoben – kein Zweifel. Der Bissen war zu groß, selbst für ihren bestialischen Heißhunger: “Just see and behold, how the mighty have fallen!” Heute hausen dort Fledermäuse und ähnliches lichtscheues Gesindel. Der Herr im Himmel lachet ihrer. Die größten Betonklötzer sind immer noch kleiner als die Felsen, die von den Drakensbergen und Golden Gate absplittern und ins Tal purzeln. General Major Jodl beschrieb die gifte Atmosphäre der Hitlerschen Anlage: “Halb Kloser, halb KZ”.

Es ist als ob diese Steine erst langsam gelichtet werden, wenn überhaupt. Die Natur ist kräftig am übernehmen und zurückdrängen, was ihr damals so selbstherrlich genommen wurde. Doch wenn man es bedenkt, lasten diese Klötzer stets tonnenschwer auf unserer Geschichte und Vergangenheit. Es gibt noch viel zu erkennen und noch mehr zu verstehen – gerade auch im Hinblick auf die komplizierten Prozesse und Geschichtsverläufe, die sich auch in Masuren kreuzten…

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Sommerferien 2019: Bootsfahrt in Masuren (Teil 6)

Also. Auf diesem Gebiet bin ich Novize. Vielleicht nach einer Woche Novize mit wochenlanger Erfahrung auf dem Wasser. Außerdem kenne ich Freunde, die haben Boote. Mit einigen bin ich sogar verwandt. Doch das ist wie weit meine Erfahrung auf dem Wasser geht. Wir können alle mehr oder weniger schwimmen – wenigstens im Schwimmbecken. 50m würde ich wohl schaffen. Versucht habe ich es allerdings länger nicht mehr. Wir haben auch nicht geschwommen. Wir sind mit dem Boot unterwegs gewesen. Kein Segelboot. Kein Ruderboot. Ein Hausboot. Das lag an unseren Vorstellungen und Vorurteilen – und an dem Angebot. Das letztere gab an, dass wir keine Vorkenntnis bräuchten und nach einer kurzen (!) Einführung würden wir schon klar kommen. Das wohl dichteste Vergleichsmoment aus meiner Erfahrung war ein Pkw auf einer Modderpiste… Dabei gab der Ausbilder nur den Hinweis: Nicht zu langsam! Nach einer Woche würde ich dagegen halten: Immer langsam voran!

Das Wasser war angenehme 18-20 Grad. Das Wetter hielt sich vorzüglich – und wir konnten es gut auf dem Boot aushalten bei 22-25 Grad. In der Woche vorher hatte es angeblich anhaltend wie aus vollen Kübeln gegossen. Neue Freunde auf dem Grillplatz in Steingut wußten ein Lied davon zu singen. Wir haben das nicht erlebt. Wir haben nur die tiefgrünen Wälder bewundert, die keiner Spuren von Borkenkäfern aufwiesen – und auch sonst keine Dürrespuren zeigten. Wir sind einen Tag in Lötzen Spazieren gegangen, da der Himmel verhangen und der Wind am Aufkommen war. Doch es war außer einer willkommenen Abwechslung nichts bedrohliches. Tagsüber haben wir die Fenster auf weit offen und Durchzug gestellt. Nachts war es kühl genug zum allgemeinene Schotten dicht machen. Mücken haben uns nur in der vorletzten Nacht besucht, aber auch dann nur zaghaft und als einzelene Vorhuten – der Schwarmangriff blieb aus. Zum Glück, denn die über Amazon bestellten Netze warteten erst bei unserer Rückkehr auf uns. Sie waren nicht zeitgerecht aus China geliefert worden 🙂

Tagsüber fuhren wir von einem Hafen zum anderen. Angekommen dockten wir an einem der vielen freien Plätze am Bootssteg an. Waschgelegenheiten gabs an Land: Praktisch, sauber und bezahlbar. Ebenso wie Einkaufsmöglichkeiten. Grillplätze. Bänke zum Ausruhen und Innehalten. Nur in der letzten Nacht waren unsere Nachbarn bis in die frühen Morgenstunden mit ausgelassenem Singen so laut, dass Angelika schließlich um 3h00 um Ruhe bat. Was auch sofort zugestanden wurde. Mit meinem Tiefschlaf habe ich davon nichts mehr mitgekriegt. Ich machte mich dann kurz nach 5h00 auf die Socken und staunte über die friendliche Hafenlandschaft… Viele Schulkinder machten offensichtlich Segelkurse mit – immer in Gruppen von 5-6 pro Boot wiederholten sie die verschiedenen Manöver von An- und Abdocken. Alte Männer fischten schweigsam durch die Nacht. Manche fuhren mit ihren kl. Kähnen aufs offene Wasser und ihre beliebten Fischstellen. Andere schmissen die Linie vom Bootsteg aus ins Wasser. Immer wieder hörte man den Jubel beim “Petri Heil.” Viele Familien waren gemeinsam unterwegs. Die saßen dann auf den verschiedenen Booten und unterhielten sich angeregt, aßen gemeinsam und genossen die sommerliche Ferienzeit. So war in jedem Hafen lustiges Treiben zu beobachten auch wenn wir uns bewußt an die abgelegenen Plätze im Norden hielten und den frequentierten Süden gewissenhaft vermieden.

Wir sahen viele Störche, Enten, Blesshühner, Säger, Möwen, Gänse, Reiher, Kraniche und auch einen Seeadler. Wenn wir mit einem Paddelboot in den Seitenkanälen gekommen wären, hätten wir wohl noch mehr im Schilf entdeckt. So, fuhren wir meist über die Seenplatten und dann ab und zu durch mehr oder weniger enge Kanäle und Passagen.

Wir hatten überlegt, ob wir zelten wollten. Doch aus Platzmangel beschlossen wir dagegen. Es war auch nicht nötig. Das Boot bot bequem Platz für 6 – und da waren 4 gut aufgehoben. Nach einer guten Woche hatten wir uns dann auch an das beständige Schaukeln gewöhnt. Wenn wir auf Land die Augen schlossen, fing gleich alles an zu kreisen und sich im Wellenrythmus zu wiegen. Lesen und schreiben ging deswegen auch nicht so ganz ohne Folgen für die Landratten ab. Das haben wir aber schnell gelernt. Am Ende waren wir schon fast Seebären, aber nur fast.

Am schönsten war es natürlich auf den dunklen Seen – bei abgeschaltetem Motor (125ps). Dann gluckste es schön gegen die Planken. Die kühle Brise vertrieb alle dunklen Gedanken, die Wälder waren so schön wie schon immer and trockenen waren wir sowieso.

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Sommerferien 2019: Fahrt nach Masuren und zurück (5.Teil)

Als Matt in Lesotho hörte, dass unsere Einleitung bereits vier Teile hat und wir noch immer nicht in Masuren angelangt sind, fand er das typisch. Lustig auch. Nun ja, ich verspreche, dass es nicht mehr lange dauert und wir bald vor Ort in Mazury sein werden. Nur noch einmal Schlafen – und zwar in Warschau. Wir sind ja bereits auf der Straße gen Norden – wiederum gut ausgebaute Autobahn, aber auch das soll sich bald ändern. Landstraße – meist zwischen hohen Laubbäumen in tiefstem Sommergrün – und beide Straßenseiten dicht mit Autos. Viele Umleitungen – besonders in Städten und Dörfern – daß die 3 Stunden Autofahrt, die Google Maps von Warshau nach Wegorzewo (ehemals Angerburg, O.Preußen) in Aussicht stellte, sich gut verdoppelten. Wie gut, dass wir nicht gleich von Czestochowa durchgefahren sind…

Von Czestochowa gings dann erstmal nach Warschau

Warschau erreichten wir Abends. Kaum etwas hatte mich auf diese Weltstadt vorbereitet. Bisher hatten wir halt meist kulturelle Altstädte besucht. Jetzt waren wir in der pulsierenden Hauptstadt dieses selbstbewußten Nationalstaates am östlichen Rand der EU gelandet: Polska – mit den schönsten Briefmarken. Wenigstens galt das damals als ich noch sammelte…

Wir übernachteten in einem Appartment im gefühlten 27.Stock. Vielleicht war es man gerade die Hälfte! Unser Auto war in der Tiefgarage mit eletronischen Sicherheitstoren gut aufbewahrt und unsere Chipkarte war das sprichwörtliche “Sesam-öffne-dich”. Die meisten Supermärkte wie Biedronka, Lewiatan (hört sich apokalyptisch an, oder?), Stokrotka etc hatten bereits geschlossen, aber ein kl. Tante Emmaladen hatte noch auf. Frisches Brot, Wurst in Mengen, Gemüse, Obst – wie in einem guten alten südafrikanischen Tee-Room. Nur, dass dieser auch Alkoholika verkauft – sogar scharfe Sachen und nicht nur Bier. Wir hätten bestimmt auch Disperins und Pflaster bekommen, wenn wir es denn gewollt hätten. Das gemeinsame Abendbrot mit toller Aussicht war einmalig – echt!

Warschau ist kein Dorf, sondern eine boomende Millionenstadt – auch wenn es noch kl.Tante Emma-Läden mit eingemachten Gurken und gedörrtem Fisch gibt. Sie wächst, pulsiert und brummt durch die Nacht. Und wir waren mitten drin bzw guckten uns das ganze von oben an. Am nächsten Morgen sind wir bereits weitergefahren. Haben also nur Eindrücke im Vorbeifahren gesammelt…

Wir sollten um 15h00 in Wegorzewo sein. Darum dachten wir nach Goggle Maps, wir würden zeitig sein, wenn wir um 10h00 loskämen und hätten bestimmt noch Zeit für Mittagessen unterwegs und gemütliches Auspacken. Keineswegs. Die vielen Bauarbeiten unterwegs mit Staus usw verdoppelte die Reisezeit. Eine Stunde später als gedacht und nachdem Angelika uns pünktlich per Telefon entschuldigt hatte, kamen wir wohlbehalten auf dem Bootsanlegeplatz an. Die Übergabe erfolgte professionell und ohne irgendwelche Komplikationen sofort, aber der Fahrkurs sollte dann doch erst am nächsten Tag stattfinden. Die Vermieter waren fließend in English und/oder Deutsch. Darum ging es völlig entspannt und wohlgemut als neu eingeführte Bootsleute im Schaukeltempo auf die masurischen Seenplatte. Endlich: Herrliche Ferien in Masuren!

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Sommerferien 2019: Fahrt nach Masuren und zurück (4.Teil)

In Krakau machten wir dann eine radikale Kurskorrektur Richtung Norden. Schließlich wollten wir ja nach Masuren und nicht in die Ukraine oder Slovakei. Wenigstens dieses Mal. Also, ging es jetzt ins Herz Polens und zwar nach Częstochowa zur schwarzen Madonna, um uns von dort nach Warschau und Richtung Masuren zu begeben. Es war ja praktisch alles auf dem Weg… Es dauerte bis wir die rechte Kirche fanden. Zuerst hielten wir uns noch in der Stadt auf, zuletzt sind wir dann auf den hl. Hügel und polnischen Zion gestiegen…

In Częstochowa haben uns wieder zahllose Menschenmengen begleitet. Viele auf den Knien, viele im Gebet versunken, einige lasen stille vor sich hin, viele waren Schaulustig wie wir. Am auffälligsten waren die Radler, die in bunten Gruppen von 50+ den Berg hinauffuhren, bewimpelt, bemüht und doch wie beflügelt – jung, alt und auch ganz alte. Am Ziel angelangt, stiegen sie vom Rad, knieten nieder und beteten den Rosenkranz auf den riesigen Treppen. Aus allen Richtungen kamen sie an gefahren. Vielleicht war es ja eine gemeinsame Pilgerfahrt. Auf den Jacobsweg wurde wiederholt mit Stickern hingewiesen. Das ganze Areal wurde von einem riesigen Kreuzgang umfriedet. In den Gemäuern gab es für einen Lutheraner viel zu staunen. Viele Messen wurden gefeiert. Noch mehr Bilder, Statuen und Ikonen förderten die Andacht oder lenkten wieder ab… Die schwarze Madonna war nicht ganz so unscheinbar wie die Mona Lisa, aber hatte ja bisher auch viel größere Wirkung erzielt u.a. die Kanonenkugeln der Schweden aufgefangen und auf diese zurückgelenkt. So weit war Mona Lisa noch lange nicht. Schließlich hatte die auch nicht das liebe Jesulein auf dem Arm… Vor dem großen Herrscher Christus bin ich dann erstmal zu Kreuze gezogen. Was bin ich dankbar, dass er mich kennt und bei meinem Namen nennt…

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Sommerferien 2019: Fahrt nach Masuren und zurück (3.Teil)

Auf der Straße merkt man erst wie dicht alles beieinander ist und wie die Geschichte in unsere Welt hinein paßt. So erzählte die Führerin unserer Gruppe, dass Auschwitz eine günstige Lage hatte – Eisenbahnanbindung, dicht an Krakau und doch durch die Lage zwischen den Flüssen recht abgeschottet – und das Lager gab es zum Teil schon – wenigstens viele der Backsteinbaracken. Die Holzbaracken von Birkenau I und II wurden ja für die erwarteten russischen Kriegsgefangenen gebaut. Dass die dann niemals zu diesem Zweck eingesetzt wurden, steht auf einem anderen Blatt. Der versuchte Genozid in jener Zeit ist wie J.M. Coetzee wiederholt beschreibt, eine Möglichkeit technischen Fortschritts. Wer da nicht vorsichtiger wird, wenn Wissenschaftler forschen “where angels fear to tread”, dem sollte diese Geschichte eine Warnung sein. Die Tatsache, dass etwas möglich ist, machbar und selbst mit eventuellen “positive spin-offs” geliefert wird, ist noch längst keine Garantie für dessen Gütesiegel und Wünschenswertigkeit.

Auf der anschließenden Fahrt nach Krakau kamen wir immer tiefer ins Grübeln und Nachdenken. Es ist ja noch nicht mal 100 Jahre her – und passierte mitten in Europa und christlichen Abendland. Kraukau zeigte uns dann wieder schöne und vielseitige Seiten dieses Kontinents, die schon Jahrhunderte überdauert haben und noch immer fortdauern.

Stołeczne Królewskie Miasto Kraków im 16. Jahrhundert: Die königliche Hauptstadt Kraków.

In unserem Nachtquartier angekommen, hörten wir von der Möglichkeit, eine Stadtrundfahrt auf einem Golfcart mit 6 Sitzen zu machen. Das haben wir dann auch noch einigem Zögern gemacht. Wir ließen uns gemütlich durch die alten Straßen von Krakau fahren und von dieser und jener Sehenswürdigkeit von einem deutschen Tonband etwas vorspielen. Der Fahrer konnte ganz gut English – und auch einige Brocken Deutsch.

Die Luft war mild, die Beleuchtung malerisch und die ganze Stadt unterwegs. Wir nahmen uns vor das alte jüdische Viertel anzuschauene, die Kirchen- und Schloßplätze, aber auch Schindlers Fabrik… Der vorige Papst John Paul II stammt ja aus dieser Gegend und seine Spuren hat er überall gelassen, besonders als Erzbischof von Krakau. Er ist offensichtlich noch immer eine starke spirituelle Führungskraft in Polen – nicht nur in seiner Heimatstadt.

Nachts haben wir noch auf dem großen Marktplatz flanniert und in einer der vielen Lokale zu Essen gefunden. Es war eine herrliche Atmosphäre – und hier – wie kann es anders sein, wären wir auch zu gerne noch geblieben, aber wie geht der alte Schlager? Der Wagen, der rollt… Ehe der Führer sich verabschiedete, stellte er uns noch seinem Chef vor – fast genauso jung wie er und ebenfalls Ukrainer und kein Pole. Der meinte dann, jemand müsse ja arbeiten… Naja, uns haben sie gefallen und hoffentlich können sie noch viel Geld dort verdienen mit ihrer Elektrokutsche….

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Sommerferien 2019: Fahrt nach Masuren und zurück (2.Teil)

Eine Reise nach Polen ist geschichtsträchtig und nicht nur für ausgebürgerte Exilanten und fast schon Deutsche. Es gibt mehrere Weltkulturerben. Einige haben wir uns angeschaut, andere haben wir im Vorbeifahren wahrgenommen, andere müssen warten. Auf dem Weg von Breslau nach Krakau, der ehemaligen Hauptstadt kamen wir nach Auschwitz-Birkenau, dem Ort gegen das Vergessen.

Es ist zwar anfänglich kaum ausgeschildert, aber vor Ort ist es dann unübersehbar. Scheinbar gehen alle Polen in den Sommerferien nach Auschwitz – Großfamilien, verliebte Paare, Motorradfahrer, Busse, Taxis aus Krakau mit ausländischen Touristen – Deutsche, Nord- und Südamerikaner, Franzosen standen vor dem Eingang Schlange. Es geht nur mit Führung und wir schloßen uns der deutschen Gruppe an – mit entsprechendem Sticker, Kopfhörer und Führer. Ein tief bewegendes Ereignis, wenn man dann durch das Tor “Arbeit macht frei” maschiert. Die Bilder kennt man aus Filmen. Die Geschichten z.T. aus Büchern und Erzählungen – Leon Uris, Golda Meir, Anne Frank, Viktor Frankl usw. Doch ist es noch mal etwas anderes selber dort durchgeschleust zu werden. Anonyme Gruppen, graue Baracken und über allem der blaue Himmel.

Der Ort ist schon unheimlich. Sicher das Beispiel für Verfolgung, Heimatlosigkeit, Menschenfeindlichkeit bis hin zur schlimmsten Bestialität: Homo homini lupus. Es wurde nicht besser durch die nüchterne Berichterstattung der Führerin, die sich gut in Deutsch ausdrücken konnte und ihren Vortrag emotionslos – aber dadurch äußerst wirkungs- und eindrucksvoll vortrug. Ich dachte wiederholt: “Sie tut halt ihren Job.” Im diesem Zusammenhang hatte das aber schreckliche Konnotationen. Genauso wie das hübsche Familienhaus des Lagerkommandanten jenseits des Zauns – aber sehr wohl in der geschlossenen Anlage dieses gräßlichen Vernichtungslagers – der Familienvater, der tagsüber halt seinem “Beruf” nachgeht. Wir sahen Berge von Brillen, Gebetschals, abgeschorrenen Haaren, Schuhen, Koffer und hörten immer mal wieder den Satz, der so verheißungsvoll für die müden Ankömmlinge, fahrenden Häftlinge und meist so hilf- und ahnungslosen Gefangenen: “Bald gibt es eine Dusche und eine warme Suppe!” Es war wohl die letzte (leere) Verheißung, die diese armen Geschöpfe hörten ehe sie aufs grausigste vergast wurden. Welch schreckliche Versuchung den Glauben zu verlieren!

Es ist dann merkwürdig, wenn man in der Reihe steht und die Leute versuchen mit Tricks sich an den Wartenden vorbeizuschmuggeln oder wenn zwischen den Führungen durch beide Lagern Auschwitz und Birkenau eine kl.Verschnaufspause eingeschaltet wird und wir Wasser und einen Hot-Dog kauften. Kann man das noch nach Auschwitz? Sogar in Auschwitz. Wir haben es getan. Wir sind sehr bald wieder auf der Straße gewesen und weiter in unserem Urlaub. Doch der Besuch hat mich noch nicht losgelassen. Es ist wirklich ein Ort gegen das Vergessen, das hoch-zivilisierte Menschen aus Hochmut und übersteigerter Hybris andere Menschen – ja, ganze Völker das Menschsein absprachen und sie so effizient, technologisch fortgeschritten und billig wie möglich ausrotten wollten – tausend- und millionenfach, wenn schon das einfach Morden unschuldigen Lebens unter Gottes Zorn und Strafe fällt. Das waren hilflose Frauen und Kinder, wehrlose Opas und Omas – kranke, ausgehungerte, zu Tode geschundene auch. Kein Wunder haben deutsche Militärs sich geschähmt und zu spät sogar versucht zurückzurudern… “Die Geister, die ich rief, die werde ich nicht wieder los!” (Goethe, Zauberlehrling) Wir sahen eine ganze Kompanie israelischer Offiziere – sicher an die 50-60 Frauen und Männer. Das sind Überlebenden. Gott sei Dank gibt es welche! Und wieder ertönt das schreckliche “Juden raus!” – nicht nur aus dem Iran…

Es ist wie Martha Nussbaum festgestellt ist, die Normalität des Bösen, die so erschreckt. Gott sei Dank, hat das 3.Reich nicht tausend Jahre gehalten. Was wäre das geworden?

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Sommerferien 2019: Fahrt nach Masuren und zurück (1.Teil)

Papa fing seine Briefe oft mit der Redeweise an: “Wer eine Reise tut, der weiß etwas zu erzählen…” Nach unserer Reise ins Nachbar- und Grenzland Polen haben wir wieder viele Bilder, Eindrücke und Geschichten gesammelt. Davon soll dieser Blog nun etwas mitteilen.

Angelika hat ihren ersten langen Sommerurlaub von der Schule und Friederike bereits nach knapp zwei Monaten auch schon Ferien bei Hogan Lovells, München. Detlev besucht uns nach dem erfolgreichen Magisterabschluß in Columbia, MO und seinem Ferienjob als factotum in Piesteritz. Leider konnten Christoph und Matthias aus verschiedenen Gründen dieses Mal nicht mit. Am 10. Juli gings mit unserem Auto los – und zwar gen Osten – nach Polen – früher mal Schlesien.

Los gehts nach Breslau: Dzień dobry, Dziekuje & Do widzenia

Über den Wittenberger Vorfläming gings auf kürzestem Weg nach Brandenburg und über die reifen Kornfelder ins Nieder Fläming, durch Wald, Feld- und Heidelandschaften mit vornehmlich Kiefern und Birken – meist geradelienig gen Osten. Kurz nach Cottbus gings über die Neisse und die Landesgrenze an einigen Polizei- und Zollstreifen vorbei, immer mit dem südafrikanischen bzw deutschen Pass, aber zuerst mit gerade man 70, dann 80, 100 und schließlich 140 Kilometern die Stunde auf ausgebauten Straßen zusammen mit immer mehr polnischen Personen- und Lastwagen. Ab und zu gabs auch mal ein lituaisches oder gar russisches Abzeichen. Keine Panne. Keine Unglücke, trotz vieler enger Alleen und eiliger Fahrer. Gott sei Lob und Dank! Nicht mal verfahren haben wir uns ernsthaft – dank der alten Euro-Karte und dem aktuellen Navi, das bei den polnischen Namen fast so ins Stottern kam wie bei den deutschen… Die Chinesen haben es halt nicht leicht ihre weltweite Dominanz authentisch durchzusetzen.

Nach Bunzlau (Bolesławiec) machten wir den ersten Abstecher von der Autobahn und dort gleich in praktisch das erste Verkaufshaus einer der vielen Porzellan Manufakturen dort. Noch Vormittag hatten wir den ersten Karton für Zuhause erstanden. Als ob wir nicht genug Gepäck fürs Camping gepackt hätten. Die Fülle und Schönheit des Porzellans hat uns alle mehr oder weniger begeistert. Ich glaube, Rike war eher mehr, während Detlev eher zum Weniger tendierte. Wir waren gleich angetan durch die Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Verkäufer, Touristen und sonstiger “Eingeborenen”. Verständigung war kein Problem. Die meisten, denen wir begegnet sind, konnten sich in English, Deutsch oder Zeichensprache verständlich machen. Wir haben uns auch gleich dran gemacht etwas Polnisch zu studieren. Rike zuerst und ich zuletzt, Angelika und Detlev immer dabei. Zum Schluß gings dann wenigstens mit: Dzień dobry (Guten Tag!) Dziekuje (Dankeschön!) & Do widzenia (Auf Wiedersehn). Erfreulich wars natürlich, wenn auf das freundliche Grüßen sofort die polnische Kaskade folgte, worauf ich aber immer etwas beschämt und doch beglückt dank der überzeugenden Ausprache hilflos die Schultern zucken und ins Deutsche zurück fallen musste: Ich weiß überhaupt nichts… Kirchen, Klöster und Pfarreien gab es zuhauf. Gutes Essen überall. Und das Wetter war wie gewohnt mit unserer Angelika: “wie wenn Engel reisen.” Kein Wunder fühlten wir uns auf der gesammten Strecke pudelwohl und wie Zuhause. Schließlich sind unsere Vorfahren in diesen Landstrichen auch mal Zuhause gewesen bzw durchgezogen auf ihren/unseren endlosen Wanderung in der Diaspora.

Von Bunzlau nach Breslau (Wrocław) gings unkompliziert. Es war ja nur noch ein Katzensprung.

Bolesławiec bis nach Wrocław (124km und knapp zwei 2 Stunden!)

Die Autobahnen sind durch das laufende EU-Program super ausgebaut, aber in den Städten ist es schwerer die mangelnde Infrastruktur aus sozialistischer Vorzeit nachzuholen. Überall sind die Arbeiter am wirtschaften, aber es ist gar nicht so leicht die vielen neuen Autos unterzubringen. Es ist gar nicht so lange her, da fuhren hier nur einige Bonzen im Auto – der Rest war auf Moped, Fahrrad oder Kutsche unterwegs. Sicherlich so etwas wie Grün-rote Wunsch- und Zwangsvorstellungen für Deutschland zurück in die Zukunft! (Da kommt dann sicher der alte ZIMBABWE-Witz auf: Was hatten wir vorm Kerzenlicht? Elektrisches!)

Die Verkehrsteilnehmer empfanden wir als verständnis- und rücksichtsvoll, obwohl es erstaunlich viele Porsche-, BMW- und auch VW-fahrer gab. Vielleicht war es ja gerade deswegen 🙂 Sogar die allgegenwärtigen Brummis und Straßenbaumaschienen gaben gehörig Acht auf Vorfahrt, Fußgänger und Zebrastreifen. Nur einmal hat ein junger Spund vom Straßenbau frech gerufen: “Schneller, schneller, schneller!” Offensichtlich hat er unsere deutsche Nase erkannt und sich den Spaß erlaubt. Wir haben uns köstlich amüsiert und laut mit ihm gelacht!

Breslau – ein kultureller Höhepunkt – und das schon am 1.Reisetag. Natürlich hätten wir hier noch viel länger bleiben können, aber “der Wagen, der rollt!” Längst haben wir nicht alle Kirchen besucht oder Zwerge gefunden (obwohl wir 3 in Torgau (!) auf unserer Elbe-Radtour fanden – aber das ist eine andere Geschichte!) oder Speisekarten durchgeschmeckt. Wir hatten noch viel vor und es war ja sowieso erstmal so etwas wie eine Erkundungsreise. Schließlich liegt es nur knapp 5 Stunden von der Lutherstadt entfernt – und ist auf jeden Fall noch eine Reise wert. Vielleicht gehts ja nächstes Mal im Winter ins Riesengebirge? Mal sehen.

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Hunting stories and other memories…

Our class martriculated in 1979, so it´s time for the 40th anniversary and a happy reunion. Those of us, who have remained in Wartburg, have kicked up a big storm and are just ready for the party to get going. Ingbert and Elona Hillermann have done a marvellous job of getting the stage set next weekend. Well, Elona – today is her birthday – even got me to pen down some thoughts to share as I´m not in a position to join the celebrations. So, here goes on a hunting episode:

That´s how it started in Wartburg-Kirchdorf High School in 1975 with Ms Illing, wife of the croc-hunter.

“It´s been a while and I sure am sorry, that I´m not around in Wartburg for this reunion with you celebrating our 40th anniversary of matriculation in the old South Africa. I´m doing my professional hunter´s license this month after going to classes for the past year, so I´m rather preoccupied. I have passed the various shooting tests and written exams last weekend and am now preparing for the oral next weekend. You can´t fault the Germans on their thoroughness in such training, but you all know that from our days back at school – old Straeuli was not one for cutting corners, was he? Nor were Böhmer, Bornheimer or Buschy – but let´s not go that way, shall we? Hearing that Albert and Cathy weren´t going to be around either, made it a bit easier on me even though I really would have liked to see them and Hugh & Jonathan – never mind hugging Annemarie, Christine and a few others real close for a change. It´s about time to repeat: Suikerbos ek wil jou hê… wat sal jou mama daarvan sê?”

Suikerbossie ek wil jou hê
Suikerbossie ek wil jou hê
Suikerbossie ek wil jou hê
Wat sal jou mama daarvan sê

Dan loop ons so onder deur die maan
Dan loop ons so onder deur die maan
Dan loop ons so onder deur die maan
Ek en my suikerbossie saam.

Hunting has stayed with me since my schooldays. It´s part of my mother´s family, although she always tried to keep me from those hunting forays. Her forebears were foresters and gamekeepers in what is today Poland and still sees some of the best hunting to date. My dad was hunting in Swaziland back in the days, when his parents ran Itshelejuba TB Hospital in those eastern parts of our homeland nearly 8 decades back. He not only treasured his huge spread of Impala quilts, but even tailored a jacket of Zebra skins to wear as student in Germany. Something like “Joseph´s coat of many colours”, which we showed off on stage in that musical production back in the days. It was my parents, who gave me my first rifle and my dad toasted me on my first successful hunt with the family .303. We had “Jägermeister” nogal.  I always fancied my chances to go bushbuck hunting with Albert on Blinkwater amongst those famous yellowwoods planted by his Seele grandfather. It wasn´t to be – at least not yet. Nor did I manage to catch up with Philipp Joosten in time. Together with his brother Andre, they were supposed to be the ultimate in boar hunting South of the Tugela, if the grapevine served me right. Well, he´s ahead of us in the eternal hunting grounds, but not for long now. We´re right on target too and heading home – to the “ewige Jagdgründe” over yonder in the evergreens across the great divide. Please rise as we honour those, who have gone ahead (Horst von Fintel, Ms Boulter, Carmen Surendorf, Philip Joosten, Dieter Uken, Werner Straeuli, Popeye Hoch, Bushy Hartmann, Hartwig & Martha Böhmer) and sing and jive together in anticipation: “Oh when the saints go marching in…”

“Das ist des Jägers Ehrenschild, dass er beschützt und hegt sein Wild, waidmännisch jagt wie sich’s gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt.”

After switching from BA Law to “BA Admissie” (in preparation for theology), I was drafted in 1983 and spent the best part of my military after the preliminary training sessions doing post-graduate studies in Philosophy and staying out on a game-farm at Murrayhill as lieutenant hunting impala, blesbok and zebra, if we weren´t interviewing Mk´s and other guerillas. After this strange interlude, I continued my studies in Germany for the last years of apartheid (1985-1992), married my wife Angelika, had 2 children and got to see some nice parts of Europe in the process before passing some more exams and eventually getting a call to serve back home in SA as Lutheran pastor in Wittenberg near the Swaziland Board. Right in another hunting heartland – daar in die ou Transvaal…daar waar my Sarie woon!” 

My Sarie Marais is so ver van my hart, Maar’k hoop om haar weer te sien. Sy het in die wyk van die Mooi Rivier gewoon, Nog voor die oorlog het begin. O bring my trug na die ou Transvaal, Daar waar my Sarie woon. Daar onder in die mielies By die groen doringboom, Daar woon my Sarie Marais.

Ek was so bang dat die Kakies my sou vang En ver oor die see wegstuur; Toe vlug ek na die kant van die Upington se sand Daar onder langs die Grootrivier. O bring my trug na die ou Transvaal, Daar waar my Sarie woon. Daar onder in die mielies By die groen doringboom, Daar woon my Sarie Marais.

Die Kakies is mos net soos ‘n krokodille pes, Hulle sleep jou altyd water toe; Hul gooi jou op n skip vir ‘n lange, lange trip, Die josie weet waarnatoe. O bring my trug na die ou Transvaal, Daar waar my Sarie woon. Daar onder in die mielies By die groen doringboom, Daar woon my Sarie Marais.

Verlossing die kom en die huis toe gaan was daar, Terug na die ou Transvaal; My lieflingspersoon sal seker ook daar wees Om my met ‘n kus te beloon. O bring my trug na die ou Transvaal, Daar waar my Sarie woon. Daar onder in die mielies By die groen doringboom, Daar woon my Sarie Marais.

On the N4 they call “Mpumalanga: cultural heartland”. I really don´t know much about that, after all, it´s more of a hunting-heartland. Well, I got to shoot all sorts of game there – including the king of game birds (guinea fowl), but also a fair share of partridges, pigeons etc. various antelope, fallow-deer, warthogs, bush pigs, jackals. Venison and other game together with all sorts of indigenous mushrooms and a dark red right from the Cape of Storms – like a glass of “Swartskap” or “Skoonma” from “Hermanuspietersfontein“, probably is as close to heaven as we can get this side of Neptune, Mars & Venus. At that stage of the journey, I even farmed with some 50+ cattle and had about 250 geese. Not a bad life as old country priest, but I was not quite ready for retirement then. Angelika handcrafted down-blankets and -pillows, sold dairy products and local jams like mSobo and mGumgum, besides doing regular schoolwork with class rooms full of “pikaneens”. We had 2 more boys. One in the old, the other in the new SA. Both occasions were rather too exiting for us to recommend Piet Retief maternity ward, but I presume, we don´t want to talk about that either today.

In 2000 – we´re nearly finished and done – I got a call to serve at the LTS in Tshwane (Dis “Pretoria” vir die van ons, wat nie weet van Tshwane en ander sulke tale nie!) That´s where Angelika taught at our Alma mater and we spent happy & fulfilled 18 years. By the way, we nearly (!) lost the faith and converted to the “Blue Bulls”. Thank God, this close shave with apostasy and other terrible crimes and vices passed us by and we remained stuck to the “Sharks”. You will all understand the great relief in hindsight, but good finally prevails. Everybody knows that! Now we´ve found even greener pastures in Sachsen-Anhalt, Germany and in the heart of old Europe. That´s where Angelika is teaching children once again and I´m preparing for my first deer hunt. The theory is done. The rifles are polished. What are we waiting for?

Lutherstadt Wittenberg: Elbauen

Dear friends – ladies and gentlemen – of the 1979 matric class, I miss you very much, but toast you with a hearty and joyful: Waidmanns Heil!” from our part of the woods. My dear wife Angelika and I invite you most cordially to visit us out here in the sticks and see the beauty of this wild stretch between Brocken and Fläming, which was near the end of the world in Luther´s time and Melanchthon called it “close to the freezing N.Pole”. Things haven´t really changed much since then and we can sing the somewhat changed ditty: Wittenberg ist´n schönes Städtchen, siehste wohl, weil es an der Elbe liegt, siehste wohl!”. Finally let me propose a toast from the end of the world to you back home and where it all began:

Happy hunting, while the season lasts, bugles call hounds to hunt hares, point pheasants, chase boars and mighty stags. Yes, as long as foxes bark, wolves prowl, eagles pounce in forests, glades and meadows, we´ll shoot straight and sing the maker´s glory!”  WW

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