Gottes Sohn ist kommen Uns allen zu Frommen Hie auf diese Erden In armen Gebärden, Daß er uns von Sünde Freiet und entbinde.
Er kommt auch noch heute Und lehret die Leute, Wie sie sich von Sünden Zur Buß sollen wenden, Von Irrtum und Torheit Treten zu der Wahrheit.
Die sich sein nicht schämen Und sein Dienst annehmen Durch ein rechten Glauben Mit ganzem Vertrrauen, Denen wird er eben Ihre Sünd vergeben.
Denn er tut ihn schenken In den Sakramenten Sich selber zu Speisen, Sein Lieb zu beweisen, Daß sie sein genießen In ihrem Gewissen.
Die also fest gläuben Und beständig bleiben, Dem Herren in allen Trachten zu gefallen. Die werden mit Freuden Auch von hinnen scheiden.
Denn bald und behende Kommt ihr letztes Ende; Da wird er vom Bösen Ihre Seel erlösen Und sie mit sich führen Zu der Engel Chören.
Wird von dannen kommen Wie den wird vernommen, Wenn die Toten werden Erstehn von der Erden Und zu seinen Füßen Sich darstellen müssen.
Da wird er sie scheiden: Die Frommen zur Freuden, Die Bösen zur Höllen In peinliche Stellen, Wo sie ewig müssen Ihr Untugend büßen.
Ei nun, Herre Jesu, Schicke unsere Herzen zu, Daß wir, alle Stunden Rechtgläubig erfunden, Darinnen verscheiden Zur ewigen Freuden.
Böhmische Brüder 1544 (LKG 71)
Die nahende Freude
Der Wochenspruch für den 4. Advent (Die nahende Freude)
Freuet Euch in dem Herrn allewege. Und abermals sage ich: “Freuet Euch. Der Herr ist nahe.”
Phil.4,4+5b
Tageslesung am Dienstag nach dem 4. Advent:
Von Weisheit reden wir aber unter den Vollkommenen; doch nicht von einer Weisheit dieser Welt, auch nicht der Herrscher dieser Welt, die vergehen. Sondern wir reden von der Weisheit Gottes, die im Geheimnis verborgen ist, die Gott vorherbestimmt hat vor aller Zeit zu unserer Herrlichkeit, die keiner von den Herrschern dieser Welt erkannt hat; denn wenn sie die erkannt hätten, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. Sondern wir reden, wie geschrieben steht: »Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.« Uns aber hat es Gott offenbart durch den Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes.
1.Korinther 2,6-10
Losung und Lehrtext für Dienstag, den 20. Dezember 2022
Noah fand Gnade vor dem HERRN. 1. Mose 6,8
Wenn der Menschensohn kommen wird, wird er dann Glauben finden auf Erden? Lukas 18,8
Wir beten mit der heiligen Kirche und weltweiten Christenheit:
Wir bitten Dich, lieber Herr Gott, bereite in dieser Gnadenzeit unsere Herzen durch Deinen Frieden zu einer Wonung Deines Sohnes, auf daß wir in seiner Gemeinschaft Dich allezeit mit fröhlichem Munde rühmen und preisen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.Orate Fratres S.113
Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn und Heiliger Geist + Pax vobiscum +
Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält, und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat.
Was der alten Väter Schar höchster Wünsch und Sehnen war, und was sie geprophezeiht, ist erfüllt nach Herrlichkeit.
Zions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohl zweigestammte Held hat sich treulich eingestellt.
Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Teil! Richte Du auch eine Bahn Dir in meinem Herzen an.
Zeuch, Du Ehrenkönig, ein, es gehöret Dir allein; mach es, wie Du gerne tust, rein von aller Sündenwust.
Und gleich wie Dein Ankunft war voller Sanftmut, ohn Gefahr, also sei auch jederzeit Deine Sanftmut mir bereit.
Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde hin, und des Satans schlaue List sich zu hoch für mich vermißt.
Tritt der Schlange Kopf entzwei, daß ich aller Ängste frei Dir im Glauben um und an selig bleibe zugetan.
Daß, wenn Du, o Lebensfürst, prächtig wiederkommen wirst, ich Dir mög engegen gehn, und vor Dir gerecht bestehn.
Heinrich Held 1620-1659
Der Wochenspruch für den 4. Advent (Die nahende Freude)
Freuet Euch in dem Herrn allewege. Und abermals sage ich: “Freuet Euch. Der Herr ist nahe.”
Phil.4,4+5b
Es ist bald soweit
Tageslesung für Montag nach dem 4.Advent:
So spricht der HERR zu seinem Gesalbten, zu Kyrus, den ich bei seiner rechten Hand ergriff, dass ich Völker vor ihm unterwerfe und Königen das Schwert abgürte, damit vor ihm Türen geöffnet werden und Tore nicht verschlossen bleiben: 2 Ich will vor dir hergehen und das Bergland eben machen, ich will die ehernen Türen zerschlagen und die eisernen Riegel zerbrechen 3 und will dir heimliche Schätze geben und verborgene Kleinode, damit du erkennst, dass ich der HERR bin, der dich beim Namen ruft, der Gott Israels. 4 Um Jakobs, meines Knechts, und um Israels, meines Auserwählten, willen rief ich dich bei deinem Namen und gab dir Ehrennamen, obgleich du mich nicht kanntest. 5 Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, kein Gott ist außer mir. Ich habe dich gerüstet, obgleich du mich nicht kanntest, 6 damit man erfahre vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang, dass keiner ist außer mir. Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, 7 der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der HERR, der dies alles tut. 8 Träufelt, ihr Himmel, von oben, und ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit! Die Erde tue sich auf und bringe Heil, und Gerechtigkeit wachse mit auf! Ich, der HERR, erschaffe es.
Jesaja 45,1-8
Losung und Lehrtext für Montag, den 19. Dezember 2022
Du sollst mit einem neuen Namen genannt werden, welchen des HERRN Mund nennen wird. Jesaja 62,2
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. 2. Korinther 5,17
Wir beten mit der heiligen Kirche und weltweiten Christenheit:
Wir bitten Dich, lieber Herr Gott, bereite in dieser Gnadenzeit unsere Herzen durch Deinen Frieden zu einer Wonung Deines Sohnes, auf daß wir in seiner Gemeinschaft Dich allezeit mit fröhlichem Munde rühmen und preisen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Orate Fratres S.113
Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn und Heiliger Geist + Pax vobiscum +
Nun jauchzet all, Ihr Frommen, Zu dieser Gnadenzeit, Weil unser Heil ist kommen, Der Herr der Herrlichkeit: Zwar ohne stolze Pracht, Doch mächtig zu verheeren Und gänzlich zu zerstören Des Teufels Reich und Macht.
Er kommt zu uns geritten Auf einem Eselein Und stellt sich in die Mitten Für uns zum Opfer ein. Er bringt kein zeitlich Gut; Er will allein erwerben Durch seinen Tod und Sterben, Was ewig währen tut.
Kein Zepter, keine Krone Sucht er auf dieser Welt, Im hohen Himmelsthrone Ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht Und Majestät verhüllen, Bis er des Vaters Willen Im Leiden hat vollbracht.
Ihr Mächtigen auf Erden, Nehmt diesen König an, Wollt Ihr beraten werden Und gehn die rechte Bahn, Die zu dem Himmel führt; Sonst, wo Ihr ihn verachtet Und nur nach Hoheit trachtet, Des Höchsten Zorn euch rührt.
Ihr Armen und Elenden In dieser bösen Zeit, Die Ihr an allen Enden Müßt haben Angst und Leid, Seid dennoch wohlgemut, Laßt Eure Lieder klingen Und tut dem König singen, Der ist Eur höchstes Gut.
Er wird nun bald erscheinen In seiner Herrlichkeit Und all Eur Klag und Weinen Verwandeln ganz in Freud. Er ist, der helfen kann; Halt Eure Lampen fertig Und seid stets sein gewärtig, Er ist schon auf der Bahn.
Michael Schirmer 1606-1673
Der Wochenspruch für den 4. Advent:
Freuet Euch in dem Herrn allewege. Und abermals sage ich: “Freuet Euch. Der Herr ist nahe.”
Phil.4,4.5b
Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »Vertilge nicht«. 2 Sprecht ihr in Wahrheit Recht, ihr Mächtigen? Richtet ihr in Gerechtigkeit die Menschenkinder? 3 Nein, mutwillig tut ihr Unrecht im Lande, und eure Hände treiben Frevel. 4 Die Frevler sind abtrünnig vom Mutterschoß an, die Lügner gehen irre von Mutterleib an. 5 Sie sind voller Gift wie eine giftige Schlange, wie eine taube Otter, die ihr Ohr verschließt, 6 dass sie nicht höre die Stimme des Zauberers, des Beschwörers, der gut beschwören kann. 7 Gott, zerbrich ihnen die Zähne im Maul, zerschlage, HERR, das Gebiss der jungen Löwen! 8 Sie werden vergehen wie Wasser, das verrinnt. Zielen sie mit ihren Pfeilen, so werden sie ihnen zerbrechen. 9 Sie vergehen, wie eine Schnecke verschmachtet, wie eine Fehlgeburt sehen sie die Sonne nicht. 10 Ehe eure Töpfe das Dornfeuer spüren, reißt alles der brennende Zorn hinweg. 11 Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Vergeltung sieht, und wird seine Füße baden in des Frevlers Blut; 12 und die Leute werden sagen: / Ja, der Gerechte empfängt seine Frucht, ja, Gott ist noch Richter auf Erden.
Psalm 58,1-12
Wir beten mit der heiligen Kirche und weltweiten Christenheit:
Wir bitten Dich, lieber Herr Gott, bereite in dieser Gnadenzeit unsere Herzen durch Deinen Frieden zu einer Wonung Deines Sohnes, auf daß wir in seiner Gemeinschaft Dich allezeit mit fröhlichem Munde rühmen und preisen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Orate Fratres S.113
Der HERR segne Dich und behüte Dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig; der HERR erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe Dir Frieden.
Kommst Du, kommst Du, Licht der Heiden? Ja, Du kommst und säumest nicht, Weil Du weißt was uns gebricht. O Du starker Trost im Leiden, Jesu, meines Herzens Tür Steht Dir offen komm zu mir.
Ja, Du bist bereits zugegen, Du Weltheiland, Jungfraunsohn; Meine Sinnen spüren schon Deinen gnadenvollen Segen, Deine Wunderseelenkraft, Deine Frucht und Herzensaft.
Adle mich durch Deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin, Schaffe, daß mein Geist und Sinn Sich in deinem Lieben übe, Sonst zu lieben Dich, mein Licht! Steht in meinen Kräften nicht.
Jesu, rege mein Gemüte, Jesu, öffne mir den Mund, Daß Dich meines Herzensgrund Innig preise für die Güte, Die Du mir, o Seelengast, Lebenszeit erwiesen hast.
Laß durch Deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Geduld, Durch Bereuung meiner Schuld, Mich zu Dir sein hocherhaben. Dann so will ich für und für Hosianna singen Dir
Ernst Christoph Homburg 1605-1681
Johannes d. Täufer
Wochenspruch für den 3. Sonntag im Advent (Der Vorläufer des Herrn: Der heilige Täufer Sankt Johannes):
Bereitet dem Herrn den Weg, denn siehe, der Herr kommt gewaltig.
Jesaja 40,3.10
Tageslesung am Samstag nach dem 3. Advent:
Und alles Volk, das ihn hörte, und die Zöllner gaben Gott recht und ließen sich taufen mit der Taufe des Johannes. Aber die Pharisäer und die Lehrer des Gesetzes verwarfen für sich Gottes Ratschluss und ließen sich nicht von ihm taufen. Mit wem soll ich die Menschen dieses Geschlechts vergleichen, und wem sind sie gleich? Sie sind den Kindern gleich, die auf dem Markt sitzen und rufen einander zu: Wir haben euch aufgespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint. Denn Johannes der Täufer ist gekommen und aß kein Brot und trank keinen Wein; und ihr sagt: Er ist von einem Dämon besessen. Der Menschensohn ist gekommen, isst und trinkt; und ihr sagt: Siehe, dieser Mensch ist ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Und doch ist die Weisheit gerechtfertigt worden von allen ihren Kindern.
Lukas 7,29-35
Losung und Lehrtext für Samstag, den 17. Dezember 2022
Lobet, ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen, der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten. Psalm 66,8-9
Dem, der euch vor dem Straucheln behüten kann und euch untadelig hinstellen kann vor das Angesicht seiner Herrlichkeit mit Freuden, dem alleinigen Gott, unserm Heiland durch unsern Herrn Jesus Christus, sei Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit! Judas 1,24-25
Zusammen mit der heiligen Kirche und weltweiten Christenheit beten wir die Kollekte für den 3. Advent:
Herr, nimm an unser Gebet und Flehen und verleihe uns, daß wir der Weisung des Johannes gehorchen, Deinem Sohne den Weg bereiten und ihn aufnehmen in unsere Herzen, auf daß wir die Kindschaft erlangen durch ihn, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem heiligen Geiste, ein wahrer Gott, lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Orate fratres S.112
Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn und Heiliger Geist + Pax vobiscum +
Das schreib Dir in Dein Herze, Du hochbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, Ihr habet die Hilfe vor der Tür; der Eure Herzen labet und tröstet, steht allhier.
Ihr dürft Euch nicht bemühen noch sorgen Tag und Nacht, wie Ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an Euch bewusst.
Auch dürft Ihr nicht erschrecken vor Eurer Sünden Schuld; nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu Trost und wahrem Heil, schafft, dass bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil.
Was fragt Ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind.
Er kommt zum Weltgerichte: zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in Deinen Freudensaal.
Paul Gerhardt 1607-1676
“Der Täufer” von Leonardo da Vinci (1513) zu sehen im Louvre, Paris.
Der Wochenspruch nach dem 3. Sonntag im Advent mit dem Thema “der Vorläufer des Herrn: Der heilige Täufer Sankt Johannes”:
Bereitet dem Herrn den Weg, denn siehe, der Herr kommt gewaltig.
Jesaja 40,3.10
Heute am Freitag nach dem 3. Advent ist unsere Tageslesung
Am nächsten Tag sieht Johannes, dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Dieser ist’s, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich. Und ich kannte ihn nicht. Aber damit er offenbar werde für Israel, darum bin ich gekommen zu taufen mit Wasser. Und Johannes bezeugte es und sprach: Ich sah, dass der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm. Und ich kannte ihn nicht. Aber der mich gesandt hat zu taufen mit Wasser, der sprach zu mir: Auf welchen du siehst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, der ist’s, der mit dem Heiligen Geist tauft. Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist Gottes Sohn.
Johannes 1,29-34
Losung und Lehrtext für Freitag, den 16. Dezember 2022
HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.
Psalm 139,1f
In ihm leben, weben und sind wir.
Apostelgeschichte 17,28
Zusammen mit der heiligen Kirche und der weltweiten Christenheit beten wir die Kollekte für den 3. Advent:
Herr, nimm an unser Gebet und Flehen und verleihe uns, daß wir der Weisung des Johannes gehorchen, Deinem Sohne den Weg bereiten und ihn aufnehmen in unsere Herzen, auf daß wir die Kindschaft erlangen durch ihn, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem heiligen Geiste, ein wahrer Gott, lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Orate Fratres S.112
Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn und Heiliger Geist + Pax vobiscum +
Wie soll ich Dich empfangen und wie begegn ich Dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was Dich ergötze, mir kund und wissend sei.
Dein Zion streut Dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will Dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll Dir grünen in stetem Lob und Preis und Deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß.
Was hast Du unterlassen zu meinem Trost und Freud, als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid? Als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist Du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht.
Ich lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht lässt verzehren, wie irdisch Reichtum tut.
Nichts, nichts hat Dich getrieben zu mir vom Himmelszelt als das geliebte Lieben, damit Du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast.
Paul Gerhardt 1607-1676
Der Wochenspruch nach dem 3. Sonntag im Advent (Der Vorläufer des Herrn: Der heilige Täufer Sankt Johannes): Bereitet dem Herrn den Weg, denn siehe, der Herr kommt gewaltig. (Jesaja 40,3.10)
Johannes de doper (Matthias Stom 1630-1650) im Rijksmuseum, Amsterdam.
Unsere Tageslesung am Donnerstag nach dem 3. Advent beim Evangelisten Sankt Johannes im 1. Kapitel
Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. Der kam zum Zeugnis, damit er von dem Licht zeuge, auf dass alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht. Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht; und die Welt erkannte es nicht. Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden: denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus menschlichem Geblüt noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Johannes zeugt von ihm und ruft: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.
Joh.1,6-15
Losung und Lehrtext für Donnerstag, den 15. Dezember 2022
Siehe, wie fein und lieblich ist’s, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen! Denn dort verheißt der HERR Segen und Leben bis in Ewigkeit.
Psalm 133,1.3
Wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied.
Römer 12,4-5
Zusammen mit der heiligen Kirche und weltweiten Christenheit beten wir zu dem Dreieinigen Gott im Namen unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus:
Herr, nimm an unser Gebet und Flehen und verleihe uns, daß wir der Weisung des Johannes gehorchen, Deinem Sohne den Weg bereiten und ihn aufnehmen in unsere Herzen, auf daß wir die Kindschaft erlangen durch ihn, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem heiligen Geiste, ein wahrer Gott, lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Kollekte zum 3. Advent (Orate Fratres S. 112)
Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn und Heiliger Geist + Pax vobiscum +
Freu Dich, Herz, Du bist erhöret, Jetzo zeucht er bei Dir ein; Sein Gang ist zu Dir gekehret, Heiß ihn nur willkommen sein, Und bereite Dich ihm zu, Gib Dich ganz zu seiner Ruh, Öffne Dein Gemüt und Seele, Klag ihm, was Dich drück und quäle.
Was Du Böses hast begangen, Das ist alles abgeschafft. Gottes Liebe nimmt gefangen Deiner Sünde Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, Und was Böses in der Welt Sich will wider Dich erregen, Wird zu lauter Glück und Segen.
Alles dient zu Deinem Frommen, Was Dir bös und schädlich scheint, Weil Dich Christus angenommen Und es treulich mit Dir meint. Bleibst Du dem nur wieder treu, Ists gewiß und bleibt dabei, Daß Du mit den Engeln droben Ihn dort ewig werdest loben.
Paul Gerhardt 1607-1667
St. Johannes der Täufer in der Wüste
Heute am Mittwoch nach dem 3. Sonntag im Advent (Der Vorläufer des Herrn: Der heilige Täufer Sankt Johannes) Bereitet dem Herrn den Weg, denn siehe, der Herr kommt gewaltig. (Jesaja 40,3.10) ist die Tageslesung aus dem Evangelium des Evangelisten Lukas im 3.Kapitel, die Verse 10-20: “Und die Menge fragte Johannes den Täufer und sprach: Was sollen wir nun tun? Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer Speise hat, tue ebenso. Es kamen aber auch Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun? Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist! Da fragten ihn auch Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt noch Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold! Als aber das Volk voll Erwartung war und alle dachten in ihren Herzen, ob Johannes vielleicht der Christus wäre, antwortete Johannes und sprach zu allen: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber der, der stärker ist als ich; ich bin nicht wert, dass ich ihm die Riemen seiner Schuhe löse; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. In seiner Hand ist die Worfschaufel, und er wird die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen. Und mit vielem andern mehr ermahnte er das Volk und predigte ihm. Herodes aber, der Landesfürst, der von Johannes zurechtgewiesen wurde wegen Herodias, der Frau seines Bruders, und wegen all des Bösen, das er getan hatte, fügte zu dem allen noch dies hinzu: Er warf Johannes ins Gefängnis.”
Losung und Lehrtext für Mittwoch, den 14. Dezember 2022
Es sollen viele Völker sich zum HERRN wenden und sollen mein Volk sein. Sacharja 2,15
Johannes schreibt: Ich sah, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm. Offenbarung 7,9
Mit der heiligen Kirche und einen Christenheit beten wir zu dem dreieinigen Gott im Namen unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi: Herr, nimm an unser Gebet und Flehen und verleihe uns, daß wir der Weisung des Johannes gehorchen, Deinem Sohne den Weg bereiten und ihn aufnehmen in unsere Herzen, auf daß wir die Kindschaft erlangen durch ihn, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem heiligen Geiste, ein wahrer Gott, lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn und Heiliger Geist + Pax vobiscum +
One of the groups meeting daily in the Old Latin School learning German with Dr. Angelika Weber
„Ich komme aus der Ukraine“, „Meine Adresse ist….“, „Mir geht es gut, und Ihnen?“ We practice this over and over again, the new sounds and words are difficult to remember. But gradually the phrases become automatized and more and more fluent. We are making progress. Almost all of the students come from the Ukraine. Most of them would never have thought that they would have to sit and study again, forced into a situation nobody anticipated. It all started with the Ukrainians moving into the OLS. They need to find their way around in German and I offered to do conversation classes with them, but quickly the word spread and more and more people from outside joined in. So, we moved from the common room to the foyer, where the tables my husband organized from neighboring „Wittenburger“ come to novel use. Instead of beer, wine or tea at English Stammtisch in old Lutheran “table talk style”, they are now covered in German books and notes and writing four times a week.
Just conversing did not suffice. So, I ordered course books as well as workbooks from Cornelsen. This makes teaching and learning much more efficient. The books are excellent, the e-book and listening exercises can easily be downloaded on everyone’s phone and enable the students to practice at home as well. I am extremely grateful to the Lutheran Church Missouri Synode, who made funds available to sponsor the books via their Eurasia Mission section, which supports this outreach to Ukrainian refugees. The digital smart board is a modern and helpful tool for teaching, which can be used simply as a writing board but also, I can connect my laptop to show the e-book, or the video clips included in the learning material. So, we are well equipped – which makes the classes not only more professional but also lots of fun.
Because of the different levels of language proficiency – some do have previous knowledge obtained during their studies (albeit many years ago) – others are starting at zero, I decided to divide the group into a beginner and an advanced group. The age of the participants ranges from 12 to 70+. There is a pastor Kolesnyk with his wife and four daughters learning German together as a family. There are pensioners who worked as engineers, others were chefs. There is a vet, a miner, a music teacher, and a conductor. I enjoy their optimism and good spirits, their eagerness, their humor, and sometimes, when they don´t understand what I’m trying to say they can just babble away in Ukrainian and I stand amazed, wondering where their discussions are going. Most of the time Kiril joins the class. He just turned 12, but he has a gift for languages – just like his mother. He made it into the Luther-Melanchthon-Gymnasium because of his knowledge of English and German and it seems that he adapts very well in the school environment. He is our translator and much liked by everyone. His mother Nataliia is an English teacher and translator who ran her own language school in Kiew until the war drove her and her two children out of the country. Her husband passed away just two months before the war started. Her English is excellent, and she learns German at rocket speed, so that she often accompanies her fellow Ukrainians to official appointments to serve as a translator.
After the quiet years while the Corona-pandemic lasted, the OLS is now vibrant with life. We are most grateful that the Lord openend the hearts and hands of so many people in the Lutheran Church Missouri Synod, who see the need of those in distress and share graciously what they have through the work of the worldwide Missions – in our case the Eurasian Missions.
Als Dr. Martin Luther[1] an 19. Oktober 1512 zum Professor an der theologischen Fakultät der Wittenberger Universität „Leucorea“[2] promoviert wird, fängt seine exegetische Arbeit an der Bibel in allem Ernst und wirkmächtig an. Zeitlebens hat er dann das Alte und Neue Testament gelesen, gebetet, übersetzt, ausgelegt, gelehrt, verteidigt, und gepredigt. Er konzentriert sich auf den Psalter, das Johannesevangelium, den Römer- und Galaterbrief, die Bücher der Propheten und jahrelang auf das Erste Buch Mose (Genesis). Sein Theologieverständnis, dass er in Psalm 119 vom König David ausgeprägt findet, faßt er in seinem Vorwort zum ersten Band seiner deutschen Schriften[3] (1539) im Merkspruch zusammen: Oratio (Gebet), meditatio (Textmeditation) und tentatio (Anfechtung). Das ergibt dem Bibelleser ein erfüllendes, obwohl unausschöpfliches Lebensprogram wie der Bibeldoktor am Lebensabend testamentarisch zusammenfaßt[4].
Seine biblischen Übersetzungsarbeiten kommen nach seinem Wartburg-Exil in Schwung und endlich aller Welt zu gut. Dort übersetzt er mit kaum Hilfsmitteln das Neue Testament. Zurück in Wittenberg wird das mit der Expertise Melanchthons und der Kunstfertigkeit Lucas Cranachs senior für die Leipziger Messe druckfertig und von Melchior Lotter publiziert. Es ist das berühmte „Septembertestament“[5] (1522). Erst gut zehn Jahre später liegt die ganze Bibel von ihm und seinen Kollegen[6] in die sächsische Kanzeleisprache als „Weimarer Bibel“[7] (1534) übersetzt vor. Die „Luther Bibel“[8] wurde von Luther mehr als zehnmal revidiert und dann immer wieder gedruckt und unters Volk verkauft. Die letzte Ausgabe, die er noch beaufsichtigte war die Ausgabe von 1545.
Außer den Übersetzungen kommt sein Bibelstudium seinem Predigtamt in der Stadtkirche „St. Marien“ zugut. In der Fastenzeit predigt er täglich, sonst in der Woche zwei und sonntags zwei, manchmal drei, einige Male sogar vier Predigten. So kann er spekulieren,
daß er mehr gepredigt habe als die Kirchenväter Ambrosius und Augustinus.
Helmar Junghans 2010: “Luther und Wittenberg”, S. 89
Anfangsweise gibt er Modelpredigten als kirchenjahresspezifische Postillen heraus: „Adventspostille“ (1521); „Weihnachtspostille“ (1522) und schließlich die „Fastenpostille“ (1525). Posthum wird der ausstehende Teil des Kirchenjahres von seinem Schüler Stephan Roth aus nachgeschriebenen Predigten als reich bebilderte Kirchenpostille herausgegeben. Predigen ist seine Hauptaufgabe, da
Euangeli predigen ist … Christum tzu uns komen odder uns tzu yhm bringenn.[10]
Dieser fleißige Schüler der Bibel und schaffenskräftige Hirte der Kirche beurteilt seinen Einfluß nüchtern. In seiner zweiten Invokavitspredigt[11] hält er der rebellischen Gemeinde vor:
Summa summarum: Predigen will ich’s, sagen will ich’s, schreiben will ich’s. Aber zwingen, mit Gewalt dringen will ich niemanden, denn der Glaube will willig, ungenötigt angenommen werden. Nehmt ein Beispiel an mir. Ich bin dem Ablaß und allen Papisten entgegengetreten, aber mit keiner Gewalt; ich habe allein Gottes Wort getrieben, gepredigt und geschrieben, sonst hab ich nichts getan. Das hat, wenn ich geschlafen habe, wenn ich Wittenbergisch Bier mit meinem Philipp Melanchthon und mit Amsdorf getrunken habe, soviel getan, daß das Papsttum so schwach geworden ist, daß ihm noch nie ein Fürst oder Kaiser soviel Abbruch getan hat. Ich hab nichts getan, das Wort hat es alles bewirkt und ausgerichtet. Wenn ich mit Ungestüm hätte daherfahren wollen, würde ich Deutschland in ein großes Blutvergießen gebracht haben, ja, ich würde wohl zu Worms ein Spiel angerichtet haben, daß der Kaiser nicht sicher gewesen wäre. Aber was wäre es? Ein Narrenspiel wäre es gewesen. Ich habe nichts gemacht, ich habe das Wort handeln lassen.
Das ist keineswegs leere Redensart. Vielmehr realistische Einschätzung unserer Befindlichkeit vor Gott in der Welt. So heißt es von Gottes Alleinwirksamkeit: „Als die Zeit erfüllet war, sandte Gott seinen Sohn…“ (Gal.4,4) und wir bekennen uns zu dieser göttlichen Vorhersehung mit Paul Gerhardt: „Gott sitzt im Regiment und führet alles wohl.“ (1653). Luther, der Papst und Kaiser trotzte, hat durch Gottes Güte und Wohlgefallen die Gnadenzeit des aufblühenden Evangeliums in Wittenberg und vielen deutschen Landen erleben dürfen. Was konnte er schließlich daran ändern, dass Bauern, Schwärmer, Kaiser und Papst, Türken und Juden, Humanisten, Bilderstürmer und Sakramentierer dem Evangelium trotz all seines Redens, Predigens, Schreibens und Publizierens doch nicht glaubten, sondern es verkehrten, verdrehten und verstümmelten? Nichts. Beides das Aufblühen des Evangeliums und sein Wachsen, Zunehmen und viel Frucht bringen ist ausschließlich Gottes Gnade und väterlicher Fürsorge zu verdanken. Sola gratia. Es ist nicht zum Schauen, Greifen, Festhalten, sondern bleibt der Hoffnung auf die göttliche Verheißung vorbehalten. Dem Vertrauen, daß es werde, aufkeime, -blühe, wachse und zunehme, um endlich viel Frucht zu bringen. Manches dreißig- oder sechzig-, anderes hundertfältig. Die Selbstbescheidung Luthers hat ihn zum ernsten Warner und Mahner gemacht, daß wir nicht hoffen auf eigen Kraft noch Werk, da die doch nur selten Bleibendes schaffen, eher Not, Schaden und Verderben anrichten. In der Einsicht wird Luther kein Fatalist, Drückeberger, Aufgeber oder Nichtsnutz. Im Gegenteil, er erwartet alles Gute vom dreieinigen Gott. Er hofft und fleht zum Geber aller guten Gaben und Heiland der Welt – gegen allen Augenschein und wenn gleich alle Teufel hier wollten widerstehen. In dem Vertrauen studiert er Gottes Wort, predigt, legt es aus und bringt es an den Mann, sonst nichts. Das Wort Gottes, die schöpferische Dynamis, wirkt, schafft, baut, heilt, reißt ein und verdammt auch, wenn gar Luther schnarcht und wir längst tot sind. Gottes Wort baut sein Reich und bleibt in Ewigkeit. Wir beten, dass es auch bei uns seine göttliche Kraft erweise zum Heil und ewigen Leben. Er ist treu, der es verspricht. Er wird es tun. Luther hat das wunderbare Phänomen der missionarischen Wirksamkeit des Wortes beschrieben mit dem Bild vom Stein, der in den Tümpel fällt und die ausbreitenden Wellen verursacht und auch mit dem vom fahrenden Platzregen, der kommt und geht, wie Er will. Alles liegt an seiner Gnade.
Ich will von Geschichten erzählen, die das lutherische Erbe veranschaulichen. Als Louis Harms zu den Omoro in Äthiopien wollte, da ging es nicht so, wie er wollte. Sein Glaubenskreuzer „Kandaze“ mußte unverrichteter Dinge zurück: „Mit unserer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren!“ (Luther 1528) Fünfmal haben sie es versucht und erst nach des seligen Louis Harms Absterben gabs ein Durchkommen. Nachfahren der Hermannsburger Rückkehrer, die ihr Ziel und das gelobte Land nicht erreichten, haben im südlichen Afrika ein, ja zwei Missionsfelder gefunden im Zululand und Botswana, aber das ist eine andere Geschichte. Nur das noch: In den besten Jahren unter Bischof Georg Schulz waren ungefähr 25, 000 Lutheraner aus dieser Missionsarbeit in der Lutherischen Kirche im südlichen Afrika (LCSA) gesammelt worden. Die Äthiopier, die damals von Louis Harms nicht erreicht wurden, die kamen um die Jahrtausendwende selbst ins südliche Afrika. Sie suchten Arbeit, Lebensraum, Frieden. Sie klopften auch bei der LCSA und bei den Nachfahren von Louis Harms an. Sie suchten Heimat- und Wohnrecht. Sie wollten unsere Kirchen, Gotteshäuser und Seminargebäude für ihre missionarische Arbeit unter den äthiopischen Ausländern nutzen. Und mit einem Schlag – praktisch als wir schliefen (oder mit Anibati, McBen und Kainerugaba Windhoek Lager tranken) – waren es weit mehr als doppelt so viele Lutheraner unter dem konfessionellen Dach. Himmel und Erde werden vergehen, Gottes Wort bleibt bestehen. Es kommt nicht leer zurück, sondern schafft, wozu Er es sendet und macht, was Er haben will.
Wie man des Himmels Heer nicht zählen noch den Sand am Meer messen kann, so will ich mehren die Nachkommen Davids, meines Knechts, und die Leviten, die mir dienen.
Jeremia 33,22
Eine andere Geschichte spielt sich gerade ab, aber sie ist nicht weniger wunderbar. Mein Opa Ziegenhagen war im 2.Weltkrieg Hauptmann in der Wehrmacht und war an der Ostfront stationiert. Er war nicht Teil einer Friedenstruppe. Im Gegenteil. Ihr wißt, wovon ich rede. Nach Jahren der mörderischen Besatzung und auf ungewolltem Rückzug ist er gefallen. Das ist wohl auch, wo vor Luther gewarnt hat, wenn er meinte, wir sollten nicht auf eigene Faust und gegen Gottes klaren Willen Heil, Macht und Ehre durch eigene Kraft und Willen suchen. Damals sang er noch vertrauensvoll: „Verleih uns Frieden gnädiglich…“[12]. Heute marschiert Udo Lindenberg als großer Rattenfänger los und viele bilden sich ein: „Wir schaffen das!“ – alleine und ohne Gott. Jeder kann sehen, wohin diese maßlose Selbstüberschätzung der Menschen hinführt. Immer tiefer ins selbstherrliche Verderben. Jahrzehnte sind seit dem zweiten Weltkrieg ins Land gegangen. Mauern und Grenzen sind gefallen, aber die Kirchen sind immer leerer und die Hirten stehen vereinsamt. Doch dann, kommt Bewegung ins Bild. In Berlin-Steglitz wächst die Dreieinigkeitsgemeinde mit Syrern, Iranern & Afghanen und stellt bisherige Statistik auf den Kopf. In der Lutherstadt Wittenberg sind 2015 mehr als zwei tausend Syrer gelandet. Heute sind mehr als tausend Ukrainer hier untergekommen. Sie finden Arbeit. Gehen zur Schule. Haben Wohnraum. Eine ukrainische Gemeinde hat in unserer Alten Lateinschule neue Heimat gefunden – Kapelle, Altar, Taufstein und Orgel im Gotteshaus inklusive. Und das alles wie über Nacht, praktisch als wir schliefen bzw Ur-Köstritzer Bier genossen. Lutherische Pastoren, Seelsorger und Theologen, die heute Gottfried Martens, Thomas Junker, Markus Fischer, Armin Wenz usw. heißen. Wir waren in der Alten Lateinschule oft bloß eine Handvoll deutscher und englischer Gäste im Gottesdienst mit den himmlischen Heerscharen um den Thron unseres lebendigen und gegenwärtigen Gottes. Inzwischen haben wir zwei, manchmal drei Gottesdienste nacheinander. Einen nach westlichem Ritus[13], den anderen nach östlichem (Ukrainisch): „Erkennt doch, daß der Herr seine Heiligen wunderbar führt“ (Psalm 4,6). Ja, „Wunderbar wird sein, was ich an Dir tun werde“ (Exodus 34,10b). Wenn der Befehl: „Geht auf die Straßen und Gassen, daß mein Haus voll werde“ (vgl. Lukas 14,23) augenscheinlich ungehört verschallt, dann macht Er wahr, was er längst durch den Propheten Hesekiel versprochen hat:
„Ich will mich meiner Schafe selbst annehmen.“
Hesekiel 34,11
Schließlich noch eine Geschichte aus Afrika und zwar aus dem lutherischen Herzland Tansania (früher Deutsch Ost-Afrika).[14] An unserem Stammtisch, der sich donnerstags in der Alten Lateinschule trifft, nimmt auch Harriet aus Moschi unter dem Kilimanjaro teil. Sie ist Voluntärin und arbeitet in der Evangelischen Akademie beim Wittenberger Schloß. In ihrer Heimatstadt im „Luther-Hotel“ wurden vor gut zehn Jahren die Lutherischen Bekenntnisschriften in Swahili vorgestellt. Die „Lutheran Heritage Foundation“ hatte diese Arbeit gefördert und Dr. Anssi Simojoki (Karen, Nairobi) und Dr. Wilbert Kreis (Paris) haben diese Übersetzung begleitet. Nun, ich hatte für diese Arbeit nichts getan, aber wurde zu diesem Fest der lutherischen Bekenntnisschriften eingeladen. Diese Reise hat mir Gottes Wirken im Herzen Afrikas noch mal von einer anderen Seite gezeigt und tief in mein Herz eingeprägt. Wir besuchten lutherische Gemeinden, predigten dort in Gottesdiensten, die alle bis auf den letzten Platz besetzt waren. Die Blaskapelle spielte bekannte lutherische Weisen zur Begrüßung, während der Feier und zum viel zu schnellen Abschied. Bläser waren auch in den Straßen unterwegs und oft winkten uns freundliche Einwohner willkommen. Ich kann kein Swahili. Ich war fremd in dem Land. Aber ich kenne tansanische Lutheraner, die bei uns in Pretoria zur Gemeinde gehörten. Wir hatten sie als treue Kirchgänger kennen- und schätzen gelernt. Tansania hat viel aufgebaut – gerade unter dem Bergmassiv und aktivem Vulkan: Eine lutherische Universität, ein diakonisches Zentrum „Ushirika wa Neema“ (= Gemeinschaft der Gnade), Schulen, Kirchen und vieles mehr. Mich beeindruckte vor allem die Ausstrahlung dieser Menschen und Gemeinden. Sie haben uns tagelang gastfreundlichste aufgenommen und zuhause fühlen lassen. Es hat mich zutiefst bewegt. Der Großvater Garz meiner Klassenkameradin Annemarie war hier stationiert gewesen. Er hatte in der Zeit von Bruno Gutmann als Leipziger Missionar dort gewirkt. Bruno Gutmann war ein Verwandter von Johannes Junker, der uns als Bleckmarer Missionsdirektor die gesammelten Aufsätze „Afrikaner Europäer in nächstenschaftlicher Entsprechung“ (1966) schenkte. Natürlich ist Gutmann längst tot, aber die Arbeit geht weiter. Wilbert Kreis ist in der Nacht nach der Veröffentlichung friedlich in seinem Bett in dem Luther-Hotel eingeschlafen, ehe der Herr über Leben und Tod ihn dort aus dieser Welt in die Ewigkeit abgerufen hat. Ja, es war eine denkwürdige Feier der lutherischen Bekenntnisschriften in Swahili. Beeindruckend das ausstrahlende Gemeindeleben dort, die weit über die eigenen Grenzen Auswirkungen hat. Das berichtet der Enkel von Gutmann – der Journalist Tilman Prüfer aus Leipzig – in der Zeit[15] und in der Biographie über seinen Großvater[16]. Es ist eine wunderbare Bekehrungsgeschichte in der fortlaufenden und andauernden Missionsgeschichte unseres lieben Gottes, der will, „daß allen Menschen geholfen werde und sie alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (1.Timotheus 2,4).
Mission eben nicht nur als Einrichtungsverkehr, sondern hin und her. Luther schrieb vom fahrenden Sommerregen und meinte immer wieder: Hin ist hin, wenn das Evangelium einmal vorbeigerauscht ist. Aber Sommerregen ist trotz anhaltender Dürre und mancher Unterbrechungen doch ein saisonales Ereignis. Gott sei Lob und Dank. Da können wir doch auch immer wieder auf das Wunder hoffen, daß Gott sein Evangelium erschallen läßt und es viel Frucht bringt. Gerade so wie z.Z. die Blumen in der Karoowüste wieder aufs herrlichste aufblühen dank des guten Winterregens in der Kap der guten Hoffnung. Es ist halt wie es der dreieinige Gott durch seinen heiligen Prophet verkündigen läßt:
Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn.
Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende. Denn ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden. Berge und Hügel sollen vor euch her frohlocken mit Jauchzen und alle Bäume auf dem Felde in die Hände klatschen. Es sollen Zypressen statt Dornen wachsen und Myrten statt Nesseln. Und dem HERRN soll es zum Ruhm geschehen und zum ewigen Zeichen, das nicht vergehen wird.
[10]Maja Ruhkamp von der Wartburg Stiftung erklärt: „Die reichhaltigen Postillenausgaben Luthers sollten den „reinsten und schlichtesten Sinn des Evangeliums“ zu den Menschen transportieren. Dabei geben sie einen tiefen Einblick in Luthers Frömmigkeit und Theologie, nach der das Evangelium von Jesus Christus das Zentrum der Bibel darstellt. Die Geschichte seines Leidens, Sterbens und Auferstehens sei nach Luther ein Geschenk Gottes für die Gläubigen und zentrales Wesen ihrer Identität.“ (ebd).
Der Doktor schreibt 1520: „Aus all dem lernen wir, dass es nicht genug gepredigt ist, wenn man Christi Leben und Werk oberflächlich und nur als eine historische Geschichte oder Chronik predigt – geschweige denn, dass man ganz von ihm schweigt und das geistliche Recht oder das Gesetz und die Lehre anderer Menschen predigt. Es gibt auch viele, die Christus ebenso predigen und verstehen, dass sie Mitleid mit ihm haben, mit den Juden zürnen oder andere kindische Weise darin üben. Aber er soll und muss so gepredigt werden, dass mir und dir der Glaube daraus erwachse und erhalten werde. Dieser Glaube wird dadurch erweckt und erhalten, dass mir gesagt wird, warum Christus gekommen ist, wie man sich seiner bedienen und ihn sich zunutze machen soll, was er mir gebracht und gegeben hat. Das geschieht, wenn man die christliche Freiheit, die wir von ihm haben, recht auslegt, und dass wir Könige und Priester sind, aller Dinge mächtig, und dass alles, was wir tun, vor Gottes Augen angenehm sei und erhört werde, wie ich bisher gesagt habe. Denn wenn ein Herz Christus so hört, muss es fröhlich werden von ganzem Grund, Trost empfangen und liebevoll gegen Christus werden, ihn seinerseits lieb zu haben. Dahin kommt es mit Gesetzen oder Werken niemals. Denn wer will einem solchen Herzen schaden oder es erschrecken? Fallen die Sünde und der Tod ein, so glaubt es, dass Christi Gerechtigkeit sein sei und die Sünde sei keineswegs sein, sondern Christi, dann muss die Sünde vor Christi Gerechtigkeit im Glauben verschwinden, wie oben gesagt ist. Und das Herz lernt mit dem Apostel dem Tod und der Sünde zu trotzen und zu sagen: Wo ist nun, Tod, dein Sieg? Wo ist nun, Tod, dein Stachel? Dein Stachel ist die Sünde. Aber Gott sei Lob und Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch Jesus Christus, unseren Herrn. Und der Tod ist ertränkt in seinem Sieg usw.“ (Von der Freiheit eines Christenmenschen 1520)
[16]Tillmann Prüfer: Der heilige Bruno: Die unglaubliche Geschichte meines Urgroßvaters am Kilimandscharo. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2015, ISBN 978-3499630576.
Den Psalter hat Luther zeitlebens studiert, gebetet und angewendet. In 1524 hat er ihn wieder als Teil des Alten Testaments in Deutsch übersetzt. Zu den jeweilig übersetzten Büchern hat der ehrwürdige Doktor dem Laien Vorreden geschrieben und darin einiges erklärt und betont.
Es ist die Ebreische sprache so reiche, das keyne sprach sie mag gnugsam erlangen. Denn sie hat viel wörter die da, singen, loben, preysen, ehren , frewen, betrüben etc. heyssen, da wyr kaum eynes haben. Und sonderlich ynn göttlichen heyligen sache ist sie reich mit worten, das sie wol zehen namen hat, da sie Gott mit nennet, da wyr nicht mehr haben denn das eynige wort, Gott, das sie wol billich eyn heylige sprache heyssen mag. Der halben keyne verdolmetschung so frey gehen kann, als ym Ebreischen selbs lautet, on was noch ist der verblümeten wort, die man figuras nennet, darynnen sie auch alle zungen ubertrifft. Doch das der psalter an ettlichen örtern deste heller werde, will ich ettliche wörter hie weyter ausstreichen.
Ym psalter und sonst hyn und widder, begegnen offt diese ywey wort beyeynander, barmherzigkeyt und warheyt, wilche von ettlichen sind wild und wüst gezogen, die habe ich verdeutscht also, guete und trewe, und ist eygentlich, das wyr auff frey deutsch sagen, Liebe und trew, wenn wyr pflegen zu sagen, Er hat myr liebe und trew bewyset. Aber ich habs nicht dürffen wagen so frey zu uerdeutschen, Denn Hesed, das sie barmherzigkeyt, und ich guete habe verdeutscht, heysst eygentlich, das, wenn man yemand freundschafft, liebe odder wolthat erzeygt, wie es Christus Matt.12. aus Hosea selbs deutet und spricht, Ich habe lust an der barmherzikeyt und nicht am opffer, das ist, Ich will das man freundschafft, liebe, und wolthat beweyse, lieber denn opffern.
So heysst warheyt, trew, das man sich auff eynen verlassen darff, und zuflucht zu yhm habe, und der selbe halte, was er geredt, und wes man sich zu yhm versihet. Also lesst sich Gott auch rhümen gegen uns ynn der schrifft allenthalben, das er barmherzig und trew sey, das ist, das er liebe und trew beweyset, und uns alle freundschafft und wolthat erzeyget, und wyr uns auff yhn verlassen mügen tröstlich, das er thut und hellt trewlich, wes man sich zu yhm versihet. Solche trew und warheyt heyyt Emeth. Daher kompt Emuna, wilchs S. Paulus selbs aus Abakuck verdolmetscht, glaube. Ro.1. Der gerecht lebet seyns glaubens. Und wird ym psalter offt zu Gott gesagt, Deyn glaube oder ynn deynem glauben, draumb das er solchen glauben gibt und auff seyne trew schier eyns fur das ander genomen wird. Wie auch auff deutsch wyr sagen, Der hellt glauben, der warhafftig und trew ist, Widderumb wer mistrewet, den hellt man fur falsch und ungleubig.
Darnach komen die zwey wort, gericht und gerechtickeyt, wilche wyr auch nicht wol geben konnen, Denn das wörtlin gericht, wens alleyne stehet, heysst es ettwa eyn richter ampt, als psalm. 7 Erwecke das gericht das du gepotten hast, Und richten heysst den regiern. Ettwa heysst es Gottes gepott, als Psalm. 119. Lere mich deyne gerichte. Item eyne gewonheyt odder recht, als Exo 21. Er soll mit yhr thun nach dem gericht der tochter, das ist, tochter recht, odder wie man eyner tochter pflegt zu thun etc. Wens aber bey dem wort, gerechtickeyt, stehet, so ist es des gerichts werck die helfft, nemlich ,das urteyl da mit das gottlos und unrecht verurteylt, gehasset und gestrafft wird, Und gerechtikeyt heisst das ander teyl, damit die unschuld beschirmet, erhallten und gefodert wird. Dises alles wollt ich auff deutsch gerne sagen, Recht und redlich, Als man spricht, Er hat die sache recht und redlich gewonnen. Aber ich durfft nicht so weyt von den worten gehen.
Wenn nu ym psalter odder sonst dyr furkompt, das er nicht schlecht von gericht und gerechtickeyt, sondern von Gottes gericht und gerechtickeyt redet, odder zu Gott spricht, Deyne gericht und gerechtickeyt, so mustu durch die gerechtickeyt den glauben verstehen, und durchs gericht, die tödtung des alten Adams. Denn Gott durch seyn wort beydes thut. Er verurteylet, verdampt, strafft und tödet was fleysch und blut ist, rechtfertiget aber und macht unschuldig den geyst durch den glauben. Das heyssen denn Gottes gericht und gerechtickeyt. Das gericht ubet er durchs wort seyns gesetzes. Röm.7. Das gesetze tödtet, Die gerechticketyt durchs wort des Euangelij, wilchs der geyst durch den glauben annympt. Röm.1. wie das fleysch die tödtung durch gedult leyden mus. Der gleychen mehr wird mit der zeyt die ubung selbs klar und erkendlich machen.
Das Alte Testament 1524. Luthers Vorrede auf den Psalter“ (WA 10,1. S.94-96)