Das schreib Dir in Dein Herze, Du hochbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr; seid unverzagt, Ihr habet die Hilfe vor der Tür; der Eure Herzen labet und tröstet, steht allhier.
Ihr dürft Euch nicht bemühen noch sorgen Tag und Nacht, wie Ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an Euch bewusst.
Auch dürft Ihr nicht erschrecken vor Eurer Sünden Schuld; nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu Trost und wahrem Heil, schafft, dass bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil.
Was fragt Ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind.
Er kommt zum Weltgerichte: zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne, und hol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in Deinen Freudensaal.
Paul Gerhardt 1607-1676
“Der Täufer” von Leonardo da Vinci (1513) zu sehen im Louvre, Paris.
Der Wochenspruch nach dem 3. Sonntag im Advent mit dem Thema “der Vorläufer des Herrn: Der heilige Täufer Sankt Johannes”:
Bereitet dem Herrn den Weg, denn siehe, der Herr kommt gewaltig.
Jesaja 40,3.10
Heute am Freitag nach dem 3. Advent ist unsere Tageslesung
Am nächsten Tag sieht Johannes, dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Dieser ist’s, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich. Und ich kannte ihn nicht. Aber damit er offenbar werde für Israel, darum bin ich gekommen zu taufen mit Wasser. Und Johannes bezeugte es und sprach: Ich sah, dass der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm. Und ich kannte ihn nicht. Aber der mich gesandt hat zu taufen mit Wasser, der sprach zu mir: Auf welchen du siehst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, der ist’s, der mit dem Heiligen Geist tauft. Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist Gottes Sohn.
Johannes 1,29-34
Losung und Lehrtext für Freitag, den 16. Dezember 2022
HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.
Psalm 139,1f
In ihm leben, weben und sind wir.
Apostelgeschichte 17,28
Zusammen mit der heiligen Kirche und der weltweiten Christenheit beten wir die Kollekte für den 3. Advent:
Herr, nimm an unser Gebet und Flehen und verleihe uns, daß wir der Weisung des Johannes gehorchen, Deinem Sohne den Weg bereiten und ihn aufnehmen in unsere Herzen, auf daß wir die Kindschaft erlangen durch ihn, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem heiligen Geiste, ein wahrer Gott, lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Orate Fratres S.112
Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn und Heiliger Geist + Pax vobiscum +
Wie soll ich Dich empfangen und wie begegn ich Dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier? O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei, damit, was Dich ergötze, mir kund und wissend sei.
Dein Zion streut Dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will Dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll Dir grünen in stetem Lob und Preis und Deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß.
Was hast Du unterlassen zu meinem Trost und Freud, als Leib und Seele saßen in ihrem größten Leid? Als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist Du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht.
Ich lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los; ich stand in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht lässt verzehren, wie irdisch Reichtum tut.
Nichts, nichts hat Dich getrieben zu mir vom Himmelszelt als das geliebte Lieben, damit Du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund kann aussagen, so fest umfangen hast.
Paul Gerhardt 1607-1676
Der Wochenspruch nach dem 3. Sonntag im Advent (Der Vorläufer des Herrn: Der heilige Täufer Sankt Johannes): Bereitet dem Herrn den Weg, denn siehe, der Herr kommt gewaltig. (Jesaja 40,3.10)
Johannes de doper (Matthias Stom 1630-1650) im Rijksmuseum, Amsterdam.
Unsere Tageslesung am Donnerstag nach dem 3. Advent beim Evangelisten Sankt Johannes im 1. Kapitel
Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. Der kam zum Zeugnis, damit er von dem Licht zeuge, auf dass alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht. Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht; und die Welt erkannte es nicht. Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden: denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus menschlichem Geblüt noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Johannes zeugt von ihm und ruft: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.
Joh.1,6-15
Losung und Lehrtext für Donnerstag, den 15. Dezember 2022
Siehe, wie fein und lieblich ist’s, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen! Denn dort verheißt der HERR Segen und Leben bis in Ewigkeit.
Psalm 133,1.3
Wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied.
Römer 12,4-5
Zusammen mit der heiligen Kirche und weltweiten Christenheit beten wir zu dem Dreieinigen Gott im Namen unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus:
Herr, nimm an unser Gebet und Flehen und verleihe uns, daß wir der Weisung des Johannes gehorchen, Deinem Sohne den Weg bereiten und ihn aufnehmen in unsere Herzen, auf daß wir die Kindschaft erlangen durch ihn, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem heiligen Geiste, ein wahrer Gott, lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Kollekte zum 3. Advent (Orate Fratres S. 112)
Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn und Heiliger Geist + Pax vobiscum +
Freu Dich, Herz, Du bist erhöret, Jetzo zeucht er bei Dir ein; Sein Gang ist zu Dir gekehret, Heiß ihn nur willkommen sein, Und bereite Dich ihm zu, Gib Dich ganz zu seiner Ruh, Öffne Dein Gemüt und Seele, Klag ihm, was Dich drück und quäle.
Was Du Böses hast begangen, Das ist alles abgeschafft. Gottes Liebe nimmt gefangen Deiner Sünde Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, Und was Böses in der Welt Sich will wider Dich erregen, Wird zu lauter Glück und Segen.
Alles dient zu Deinem Frommen, Was Dir bös und schädlich scheint, Weil Dich Christus angenommen Und es treulich mit Dir meint. Bleibst Du dem nur wieder treu, Ists gewiß und bleibt dabei, Daß Du mit den Engeln droben Ihn dort ewig werdest loben.
Paul Gerhardt 1607-1667
St. Johannes der Täufer in der Wüste
Heute am Mittwoch nach dem 3. Sonntag im Advent (Der Vorläufer des Herrn: Der heilige Täufer Sankt Johannes) Bereitet dem Herrn den Weg, denn siehe, der Herr kommt gewaltig. (Jesaja 40,3.10) ist die Tageslesung aus dem Evangelium des Evangelisten Lukas im 3.Kapitel, die Verse 10-20: “Und die Menge fragte Johannes den Täufer und sprach: Was sollen wir nun tun? Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer Speise hat, tue ebenso. Es kamen aber auch Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun? Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist! Da fragten ihn auch Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt noch Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold! Als aber das Volk voll Erwartung war und alle dachten in ihren Herzen, ob Johannes vielleicht der Christus wäre, antwortete Johannes und sprach zu allen: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber der, der stärker ist als ich; ich bin nicht wert, dass ich ihm die Riemen seiner Schuhe löse; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. In seiner Hand ist die Worfschaufel, und er wird die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen. Und mit vielem andern mehr ermahnte er das Volk und predigte ihm. Herodes aber, der Landesfürst, der von Johannes zurechtgewiesen wurde wegen Herodias, der Frau seines Bruders, und wegen all des Bösen, das er getan hatte, fügte zu dem allen noch dies hinzu: Er warf Johannes ins Gefängnis.”
Losung und Lehrtext für Mittwoch, den 14. Dezember 2022
Es sollen viele Völker sich zum HERRN wenden und sollen mein Volk sein. Sacharja 2,15
Johannes schreibt: Ich sah, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm. Offenbarung 7,9
Mit der heiligen Kirche und einen Christenheit beten wir zu dem dreieinigen Gott im Namen unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi: Herr, nimm an unser Gebet und Flehen und verleihe uns, daß wir der Weisung des Johannes gehorchen, Deinem Sohne den Weg bereiten und ihn aufnehmen in unsere Herzen, auf daß wir die Kindschaft erlangen durch ihn, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem heiligen Geiste, ein wahrer Gott, lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn und Heiliger Geist + Pax vobiscum +
One of the groups meeting daily in the Old Latin School learning German with Dr. Angelika Weber
„Ich komme aus der Ukraine“, „Meine Adresse ist….“, „Mir geht es gut, und Ihnen?“ We practice this over and over again, the new sounds and words are difficult to remember. But gradually the phrases become automatized and more and more fluent. We are making progress. Almost all of the students come from the Ukraine. Most of them would never have thought that they would have to sit and study again, forced into a situation nobody anticipated. It all started with the Ukrainians moving into the OLS. They need to find their way around in German and I offered to do conversation classes with them, but quickly the word spread and more and more people from outside joined in. So, we moved from the common room to the foyer, where the tables my husband organized from neighboring „Wittenburger“ come to novel use. Instead of beer, wine or tea at English Stammtisch in old Lutheran “table talk style”, they are now covered in German books and notes and writing four times a week.
Just conversing did not suffice. So, I ordered course books as well as workbooks from Cornelsen. This makes teaching and learning much more efficient. The books are excellent, the e-book and listening exercises can easily be downloaded on everyone’s phone and enable the students to practice at home as well. I am extremely grateful to the Lutheran Church Missouri Synode, who made funds available to sponsor the books via their Eurasia Mission section, which supports this outreach to Ukrainian refugees. The digital smart board is a modern and helpful tool for teaching, which can be used simply as a writing board but also, I can connect my laptop to show the e-book, or the video clips included in the learning material. So, we are well equipped – which makes the classes not only more professional but also lots of fun.
Because of the different levels of language proficiency – some do have previous knowledge obtained during their studies (albeit many years ago) – others are starting at zero, I decided to divide the group into a beginner and an advanced group. The age of the participants ranges from 12 to 70+. There is a pastor Kolesnyk with his wife and four daughters learning German together as a family. There are pensioners who worked as engineers, others were chefs. There is a vet, a miner, a music teacher, and a conductor. I enjoy their optimism and good spirits, their eagerness, their humor, and sometimes, when they don´t understand what I’m trying to say they can just babble away in Ukrainian and I stand amazed, wondering where their discussions are going. Most of the time Kiril joins the class. He just turned 12, but he has a gift for languages – just like his mother. He made it into the Luther-Melanchthon-Gymnasium because of his knowledge of English and German and it seems that he adapts very well in the school environment. He is our translator and much liked by everyone. His mother Nataliia is an English teacher and translator who ran her own language school in Kiew until the war drove her and her two children out of the country. Her husband passed away just two months before the war started. Her English is excellent, and she learns German at rocket speed, so that she often accompanies her fellow Ukrainians to official appointments to serve as a translator.
After the quiet years while the Corona-pandemic lasted, the OLS is now vibrant with life. We are most grateful that the Lord openend the hearts and hands of so many people in the Lutheran Church Missouri Synod, who see the need of those in distress and share graciously what they have through the work of the worldwide Missions – in our case the Eurasian Missions.
Als Dr. Martin Luther[1] an 19. Oktober 1512 zum Professor an der theologischen Fakultät der Wittenberger Universität „Leucorea“[2] promoviert wird, fängt seine exegetische Arbeit an der Bibel in allem Ernst und wirkmächtig an. Zeitlebens hat er dann das Alte und Neue Testament gelesen, gebetet, übersetzt, ausgelegt, gelehrt, verteidigt, und gepredigt. Er konzentriert sich auf den Psalter, das Johannesevangelium, den Römer- und Galaterbrief, die Bücher der Propheten und jahrelang auf das Erste Buch Mose (Genesis). Sein Theologieverständnis, dass er in Psalm 119 vom König David ausgeprägt findet, faßt er in seinem Vorwort zum ersten Band seiner deutschen Schriften[3] (1539) im Merkspruch zusammen: Oratio (Gebet), meditatio (Textmeditation) und tentatio (Anfechtung). Das ergibt dem Bibelleser ein erfüllendes, obwohl unausschöpfliches Lebensprogram wie der Bibeldoktor am Lebensabend testamentarisch zusammenfaßt[4].
Seine biblischen Übersetzungsarbeiten kommen nach seinem Wartburg-Exil in Schwung und endlich aller Welt zu gut. Dort übersetzt er mit kaum Hilfsmitteln das Neue Testament. Zurück in Wittenberg wird das mit der Expertise Melanchthons und der Kunstfertigkeit Lucas Cranachs senior für die Leipziger Messe druckfertig und von Melchior Lotter publiziert. Es ist das berühmte „Septembertestament“[5] (1522). Erst gut zehn Jahre später liegt die ganze Bibel von ihm und seinen Kollegen[6] in die sächsische Kanzeleisprache als „Weimarer Bibel“[7] (1534) übersetzt vor. Die „Luther Bibel“[8] wurde von Luther mehr als zehnmal revidiert und dann immer wieder gedruckt und unters Volk verkauft. Die letzte Ausgabe, die er noch beaufsichtigte war die Ausgabe von 1545.
Außer den Übersetzungen kommt sein Bibelstudium seinem Predigtamt in der Stadtkirche „St. Marien“ zugut. In der Fastenzeit predigt er täglich, sonst in der Woche zwei und sonntags zwei, manchmal drei, einige Male sogar vier Predigten. So kann er spekulieren,
daß er mehr gepredigt habe als die Kirchenväter Ambrosius und Augustinus.
Helmar Junghans 2010: “Luther und Wittenberg”, S. 89
Anfangsweise gibt er Modelpredigten als kirchenjahresspezifische Postillen heraus: „Adventspostille“ (1521); „Weihnachtspostille“ (1522) und schließlich die „Fastenpostille“ (1525). Posthum wird der ausstehende Teil des Kirchenjahres von seinem Schüler Stephan Roth aus nachgeschriebenen Predigten als reich bebilderte Kirchenpostille herausgegeben. Predigen ist seine Hauptaufgabe, da
Euangeli predigen ist … Christum tzu uns komen odder uns tzu yhm bringenn.[10]
Dieser fleißige Schüler der Bibel und schaffenskräftige Hirte der Kirche beurteilt seinen Einfluß nüchtern. In seiner zweiten Invokavitspredigt[11] hält er der rebellischen Gemeinde vor:
Summa summarum: Predigen will ich’s, sagen will ich’s, schreiben will ich’s. Aber zwingen, mit Gewalt dringen will ich niemanden, denn der Glaube will willig, ungenötigt angenommen werden. Nehmt ein Beispiel an mir. Ich bin dem Ablaß und allen Papisten entgegengetreten, aber mit keiner Gewalt; ich habe allein Gottes Wort getrieben, gepredigt und geschrieben, sonst hab ich nichts getan. Das hat, wenn ich geschlafen habe, wenn ich Wittenbergisch Bier mit meinem Philipp Melanchthon und mit Amsdorf getrunken habe, soviel getan, daß das Papsttum so schwach geworden ist, daß ihm noch nie ein Fürst oder Kaiser soviel Abbruch getan hat. Ich hab nichts getan, das Wort hat es alles bewirkt und ausgerichtet. Wenn ich mit Ungestüm hätte daherfahren wollen, würde ich Deutschland in ein großes Blutvergießen gebracht haben, ja, ich würde wohl zu Worms ein Spiel angerichtet haben, daß der Kaiser nicht sicher gewesen wäre. Aber was wäre es? Ein Narrenspiel wäre es gewesen. Ich habe nichts gemacht, ich habe das Wort handeln lassen.
Das ist keineswegs leere Redensart. Vielmehr realistische Einschätzung unserer Befindlichkeit vor Gott in der Welt. So heißt es von Gottes Alleinwirksamkeit: „Als die Zeit erfüllet war, sandte Gott seinen Sohn…“ (Gal.4,4) und wir bekennen uns zu dieser göttlichen Vorhersehung mit Paul Gerhardt: „Gott sitzt im Regiment und führet alles wohl.“ (1653). Luther, der Papst und Kaiser trotzte, hat durch Gottes Güte und Wohlgefallen die Gnadenzeit des aufblühenden Evangeliums in Wittenberg und vielen deutschen Landen erleben dürfen. Was konnte er schließlich daran ändern, dass Bauern, Schwärmer, Kaiser und Papst, Türken und Juden, Humanisten, Bilderstürmer und Sakramentierer dem Evangelium trotz all seines Redens, Predigens, Schreibens und Publizierens doch nicht glaubten, sondern es verkehrten, verdrehten und verstümmelten? Nichts. Beides das Aufblühen des Evangeliums und sein Wachsen, Zunehmen und viel Frucht bringen ist ausschließlich Gottes Gnade und väterlicher Fürsorge zu verdanken. Sola gratia. Es ist nicht zum Schauen, Greifen, Festhalten, sondern bleibt der Hoffnung auf die göttliche Verheißung vorbehalten. Dem Vertrauen, daß es werde, aufkeime, -blühe, wachse und zunehme, um endlich viel Frucht zu bringen. Manches dreißig- oder sechzig-, anderes hundertfältig. Die Selbstbescheidung Luthers hat ihn zum ernsten Warner und Mahner gemacht, daß wir nicht hoffen auf eigen Kraft noch Werk, da die doch nur selten Bleibendes schaffen, eher Not, Schaden und Verderben anrichten. In der Einsicht wird Luther kein Fatalist, Drückeberger, Aufgeber oder Nichtsnutz. Im Gegenteil, er erwartet alles Gute vom dreieinigen Gott. Er hofft und fleht zum Geber aller guten Gaben und Heiland der Welt – gegen allen Augenschein und wenn gleich alle Teufel hier wollten widerstehen. In dem Vertrauen studiert er Gottes Wort, predigt, legt es aus und bringt es an den Mann, sonst nichts. Das Wort Gottes, die schöpferische Dynamis, wirkt, schafft, baut, heilt, reißt ein und verdammt auch, wenn gar Luther schnarcht und wir längst tot sind. Gottes Wort baut sein Reich und bleibt in Ewigkeit. Wir beten, dass es auch bei uns seine göttliche Kraft erweise zum Heil und ewigen Leben. Er ist treu, der es verspricht. Er wird es tun. Luther hat das wunderbare Phänomen der missionarischen Wirksamkeit des Wortes beschrieben mit dem Bild vom Stein, der in den Tümpel fällt und die ausbreitenden Wellen verursacht und auch mit dem vom fahrenden Platzregen, der kommt und geht, wie Er will. Alles liegt an seiner Gnade.
Ich will von Geschichten erzählen, die das lutherische Erbe veranschaulichen. Als Louis Harms zu den Omoro in Äthiopien wollte, da ging es nicht so, wie er wollte. Sein Glaubenskreuzer „Kandaze“ mußte unverrichteter Dinge zurück: „Mit unserer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren!“ (Luther 1528) Fünfmal haben sie es versucht und erst nach des seligen Louis Harms Absterben gabs ein Durchkommen. Nachfahren der Hermannsburger Rückkehrer, die ihr Ziel und das gelobte Land nicht erreichten, haben im südlichen Afrika ein, ja zwei Missionsfelder gefunden im Zululand und Botswana, aber das ist eine andere Geschichte. Nur das noch: In den besten Jahren unter Bischof Georg Schulz waren ungefähr 25, 000 Lutheraner aus dieser Missionsarbeit in der Lutherischen Kirche im südlichen Afrika (LCSA) gesammelt worden. Die Äthiopier, die damals von Louis Harms nicht erreicht wurden, die kamen um die Jahrtausendwende selbst ins südliche Afrika. Sie suchten Arbeit, Lebensraum, Frieden. Sie klopften auch bei der LCSA und bei den Nachfahren von Louis Harms an. Sie suchten Heimat- und Wohnrecht. Sie wollten unsere Kirchen, Gotteshäuser und Seminargebäude für ihre missionarische Arbeit unter den äthiopischen Ausländern nutzen. Und mit einem Schlag – praktisch als wir schliefen (oder mit Anibati, McBen und Kainerugaba Windhoek Lager tranken) – waren es weit mehr als doppelt so viele Lutheraner unter dem konfessionellen Dach. Himmel und Erde werden vergehen, Gottes Wort bleibt bestehen. Es kommt nicht leer zurück, sondern schafft, wozu Er es sendet und macht, was Er haben will.
Wie man des Himmels Heer nicht zählen noch den Sand am Meer messen kann, so will ich mehren die Nachkommen Davids, meines Knechts, und die Leviten, die mir dienen.
Jeremia 33,22
Eine andere Geschichte spielt sich gerade ab, aber sie ist nicht weniger wunderbar. Mein Opa Ziegenhagen war im 2.Weltkrieg Hauptmann in der Wehrmacht und war an der Ostfront stationiert. Er war nicht Teil einer Friedenstruppe. Im Gegenteil. Ihr wißt, wovon ich rede. Nach Jahren der mörderischen Besatzung und auf ungewolltem Rückzug ist er gefallen. Das ist wohl auch, wo vor Luther gewarnt hat, wenn er meinte, wir sollten nicht auf eigene Faust und gegen Gottes klaren Willen Heil, Macht und Ehre durch eigene Kraft und Willen suchen. Damals sang er noch vertrauensvoll: „Verleih uns Frieden gnädiglich…“[12]. Heute marschiert Udo Lindenberg als großer Rattenfänger los und viele bilden sich ein: „Wir schaffen das!“ – alleine und ohne Gott. Jeder kann sehen, wohin diese maßlose Selbstüberschätzung der Menschen hinführt. Immer tiefer ins selbstherrliche Verderben. Jahrzehnte sind seit dem zweiten Weltkrieg ins Land gegangen. Mauern und Grenzen sind gefallen, aber die Kirchen sind immer leerer und die Hirten stehen vereinsamt. Doch dann, kommt Bewegung ins Bild. In Berlin-Steglitz wächst die Dreieinigkeitsgemeinde mit Syrern, Iranern & Afghanen und stellt bisherige Statistik auf den Kopf. In der Lutherstadt Wittenberg sind 2015 mehr als zwei tausend Syrer gelandet. Heute sind mehr als tausend Ukrainer hier untergekommen. Sie finden Arbeit. Gehen zur Schule. Haben Wohnraum. Eine ukrainische Gemeinde hat in unserer Alten Lateinschule neue Heimat gefunden – Kapelle, Altar, Taufstein und Orgel im Gotteshaus inklusive. Und das alles wie über Nacht, praktisch als wir schliefen bzw Ur-Köstritzer Bier genossen. Lutherische Pastoren, Seelsorger und Theologen, die heute Gottfried Martens, Thomas Junker, Markus Fischer, Armin Wenz usw. heißen. Wir waren in der Alten Lateinschule oft bloß eine Handvoll deutscher und englischer Gäste im Gottesdienst mit den himmlischen Heerscharen um den Thron unseres lebendigen und gegenwärtigen Gottes. Inzwischen haben wir zwei, manchmal drei Gottesdienste nacheinander. Einen nach westlichem Ritus[13], den anderen nach östlichem (Ukrainisch): „Erkennt doch, daß der Herr seine Heiligen wunderbar führt“ (Psalm 4,6). Ja, „Wunderbar wird sein, was ich an Dir tun werde“ (Exodus 34,10b). Wenn der Befehl: „Geht auf die Straßen und Gassen, daß mein Haus voll werde“ (vgl. Lukas 14,23) augenscheinlich ungehört verschallt, dann macht Er wahr, was er längst durch den Propheten Hesekiel versprochen hat:
„Ich will mich meiner Schafe selbst annehmen.“
Hesekiel 34,11
Schließlich noch eine Geschichte aus Afrika und zwar aus dem lutherischen Herzland Tansania (früher Deutsch Ost-Afrika).[14] An unserem Stammtisch, der sich donnerstags in der Alten Lateinschule trifft, nimmt auch Harriet aus Moschi unter dem Kilimanjaro teil. Sie ist Voluntärin und arbeitet in der Evangelischen Akademie beim Wittenberger Schloß. In ihrer Heimatstadt im „Luther-Hotel“ wurden vor gut zehn Jahren die Lutherischen Bekenntnisschriften in Swahili vorgestellt. Die „Lutheran Heritage Foundation“ hatte diese Arbeit gefördert und Dr. Anssi Simojoki (Karen, Nairobi) und Dr. Wilbert Kreis (Paris) haben diese Übersetzung begleitet. Nun, ich hatte für diese Arbeit nichts getan, aber wurde zu diesem Fest der lutherischen Bekenntnisschriften eingeladen. Diese Reise hat mir Gottes Wirken im Herzen Afrikas noch mal von einer anderen Seite gezeigt und tief in mein Herz eingeprägt. Wir besuchten lutherische Gemeinden, predigten dort in Gottesdiensten, die alle bis auf den letzten Platz besetzt waren. Die Blaskapelle spielte bekannte lutherische Weisen zur Begrüßung, während der Feier und zum viel zu schnellen Abschied. Bläser waren auch in den Straßen unterwegs und oft winkten uns freundliche Einwohner willkommen. Ich kann kein Swahili. Ich war fremd in dem Land. Aber ich kenne tansanische Lutheraner, die bei uns in Pretoria zur Gemeinde gehörten. Wir hatten sie als treue Kirchgänger kennen- und schätzen gelernt. Tansania hat viel aufgebaut – gerade unter dem Bergmassiv und aktivem Vulkan: Eine lutherische Universität, ein diakonisches Zentrum „Ushirika wa Neema“ (= Gemeinschaft der Gnade), Schulen, Kirchen und vieles mehr. Mich beeindruckte vor allem die Ausstrahlung dieser Menschen und Gemeinden. Sie haben uns tagelang gastfreundlichste aufgenommen und zuhause fühlen lassen. Es hat mich zutiefst bewegt. Der Großvater Garz meiner Klassenkameradin Annemarie war hier stationiert gewesen. Er hatte in der Zeit von Bruno Gutmann als Leipziger Missionar dort gewirkt. Bruno Gutmann war ein Verwandter von Johannes Junker, der uns als Bleckmarer Missionsdirektor die gesammelten Aufsätze „Afrikaner Europäer in nächstenschaftlicher Entsprechung“ (1966) schenkte. Natürlich ist Gutmann längst tot, aber die Arbeit geht weiter. Wilbert Kreis ist in der Nacht nach der Veröffentlichung friedlich in seinem Bett in dem Luther-Hotel eingeschlafen, ehe der Herr über Leben und Tod ihn dort aus dieser Welt in die Ewigkeit abgerufen hat. Ja, es war eine denkwürdige Feier der lutherischen Bekenntnisschriften in Swahili. Beeindruckend das ausstrahlende Gemeindeleben dort, die weit über die eigenen Grenzen Auswirkungen hat. Das berichtet der Enkel von Gutmann – der Journalist Tilman Prüfer aus Leipzig – in der Zeit[15] und in der Biographie über seinen Großvater[16]. Es ist eine wunderbare Bekehrungsgeschichte in der fortlaufenden und andauernden Missionsgeschichte unseres lieben Gottes, der will, „daß allen Menschen geholfen werde und sie alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“ (1.Timotheus 2,4).
Mission eben nicht nur als Einrichtungsverkehr, sondern hin und her. Luther schrieb vom fahrenden Sommerregen und meinte immer wieder: Hin ist hin, wenn das Evangelium einmal vorbeigerauscht ist. Aber Sommerregen ist trotz anhaltender Dürre und mancher Unterbrechungen doch ein saisonales Ereignis. Gott sei Lob und Dank. Da können wir doch auch immer wieder auf das Wunder hoffen, daß Gott sein Evangelium erschallen läßt und es viel Frucht bringt. Gerade so wie z.Z. die Blumen in der Karoowüste wieder aufs herrlichste aufblühen dank des guten Winterregens in der Kap der guten Hoffnung. Es ist halt wie es der dreieinige Gott durch seinen heiligen Prophet verkündigen läßt:
Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn.
Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende. Denn ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden. Berge und Hügel sollen vor euch her frohlocken mit Jauchzen und alle Bäume auf dem Felde in die Hände klatschen. Es sollen Zypressen statt Dornen wachsen und Myrten statt Nesseln. Und dem HERRN soll es zum Ruhm geschehen und zum ewigen Zeichen, das nicht vergehen wird.
[10]Maja Ruhkamp von der Wartburg Stiftung erklärt: „Die reichhaltigen Postillenausgaben Luthers sollten den „reinsten und schlichtesten Sinn des Evangeliums“ zu den Menschen transportieren. Dabei geben sie einen tiefen Einblick in Luthers Frömmigkeit und Theologie, nach der das Evangelium von Jesus Christus das Zentrum der Bibel darstellt. Die Geschichte seines Leidens, Sterbens und Auferstehens sei nach Luther ein Geschenk Gottes für die Gläubigen und zentrales Wesen ihrer Identität.“ (ebd).
Der Doktor schreibt 1520: „Aus all dem lernen wir, dass es nicht genug gepredigt ist, wenn man Christi Leben und Werk oberflächlich und nur als eine historische Geschichte oder Chronik predigt – geschweige denn, dass man ganz von ihm schweigt und das geistliche Recht oder das Gesetz und die Lehre anderer Menschen predigt. Es gibt auch viele, die Christus ebenso predigen und verstehen, dass sie Mitleid mit ihm haben, mit den Juden zürnen oder andere kindische Weise darin üben. Aber er soll und muss so gepredigt werden, dass mir und dir der Glaube daraus erwachse und erhalten werde. Dieser Glaube wird dadurch erweckt und erhalten, dass mir gesagt wird, warum Christus gekommen ist, wie man sich seiner bedienen und ihn sich zunutze machen soll, was er mir gebracht und gegeben hat. Das geschieht, wenn man die christliche Freiheit, die wir von ihm haben, recht auslegt, und dass wir Könige und Priester sind, aller Dinge mächtig, und dass alles, was wir tun, vor Gottes Augen angenehm sei und erhört werde, wie ich bisher gesagt habe. Denn wenn ein Herz Christus so hört, muss es fröhlich werden von ganzem Grund, Trost empfangen und liebevoll gegen Christus werden, ihn seinerseits lieb zu haben. Dahin kommt es mit Gesetzen oder Werken niemals. Denn wer will einem solchen Herzen schaden oder es erschrecken? Fallen die Sünde und der Tod ein, so glaubt es, dass Christi Gerechtigkeit sein sei und die Sünde sei keineswegs sein, sondern Christi, dann muss die Sünde vor Christi Gerechtigkeit im Glauben verschwinden, wie oben gesagt ist. Und das Herz lernt mit dem Apostel dem Tod und der Sünde zu trotzen und zu sagen: Wo ist nun, Tod, dein Sieg? Wo ist nun, Tod, dein Stachel? Dein Stachel ist die Sünde. Aber Gott sei Lob und Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch Jesus Christus, unseren Herrn. Und der Tod ist ertränkt in seinem Sieg usw.“ (Von der Freiheit eines Christenmenschen 1520)
[16]Tillmann Prüfer: Der heilige Bruno: Die unglaubliche Geschichte meines Urgroßvaters am Kilimandscharo. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2015, ISBN 978-3499630576.
Den Psalter hat Luther zeitlebens studiert, gebetet und angewendet. In 1524 hat er ihn wieder als Teil des Alten Testaments in Deutsch übersetzt. Zu den jeweilig übersetzten Büchern hat der ehrwürdige Doktor dem Laien Vorreden geschrieben und darin einiges erklärt und betont.
Es ist die Ebreische sprache so reiche, das keyne sprach sie mag gnugsam erlangen. Denn sie hat viel wörter die da, singen, loben, preysen, ehren , frewen, betrüben etc. heyssen, da wyr kaum eynes haben. Und sonderlich ynn göttlichen heyligen sache ist sie reich mit worten, das sie wol zehen namen hat, da sie Gott mit nennet, da wyr nicht mehr haben denn das eynige wort, Gott, das sie wol billich eyn heylige sprache heyssen mag. Der halben keyne verdolmetschung so frey gehen kann, als ym Ebreischen selbs lautet, on was noch ist der verblümeten wort, die man figuras nennet, darynnen sie auch alle zungen ubertrifft. Doch das der psalter an ettlichen örtern deste heller werde, will ich ettliche wörter hie weyter ausstreichen.
Ym psalter und sonst hyn und widder, begegnen offt diese ywey wort beyeynander, barmherzigkeyt und warheyt, wilche von ettlichen sind wild und wüst gezogen, die habe ich verdeutscht also, guete und trewe, und ist eygentlich, das wyr auff frey deutsch sagen, Liebe und trew, wenn wyr pflegen zu sagen, Er hat myr liebe und trew bewyset. Aber ich habs nicht dürffen wagen so frey zu uerdeutschen, Denn Hesed, das sie barmherzigkeyt, und ich guete habe verdeutscht, heysst eygentlich, das, wenn man yemand freundschafft, liebe odder wolthat erzeygt, wie es Christus Matt.12. aus Hosea selbs deutet und spricht, Ich habe lust an der barmherzikeyt und nicht am opffer, das ist, Ich will das man freundschafft, liebe, und wolthat beweyse, lieber denn opffern.
So heysst warheyt, trew, das man sich auff eynen verlassen darff, und zuflucht zu yhm habe, und der selbe halte, was er geredt, und wes man sich zu yhm versihet. Also lesst sich Gott auch rhümen gegen uns ynn der schrifft allenthalben, das er barmherzig und trew sey, das ist, das er liebe und trew beweyset, und uns alle freundschafft und wolthat erzeyget, und wyr uns auff yhn verlassen mügen tröstlich, das er thut und hellt trewlich, wes man sich zu yhm versihet. Solche trew und warheyt heyyt Emeth. Daher kompt Emuna, wilchs S. Paulus selbs aus Abakuck verdolmetscht, glaube. Ro.1. Der gerecht lebet seyns glaubens. Und wird ym psalter offt zu Gott gesagt, Deyn glaube oder ynn deynem glauben, draumb das er solchen glauben gibt und auff seyne trew schier eyns fur das ander genomen wird. Wie auch auff deutsch wyr sagen, Der hellt glauben, der warhafftig und trew ist, Widderumb wer mistrewet, den hellt man fur falsch und ungleubig.
Darnach komen die zwey wort, gericht und gerechtickeyt, wilche wyr auch nicht wol geben konnen, Denn das wörtlin gericht, wens alleyne stehet, heysst es ettwa eyn richter ampt, als psalm. 7 Erwecke das gericht das du gepotten hast, Und richten heysst den regiern. Ettwa heysst es Gottes gepott, als Psalm. 119. Lere mich deyne gerichte. Item eyne gewonheyt odder recht, als Exo 21. Er soll mit yhr thun nach dem gericht der tochter, das ist, tochter recht, odder wie man eyner tochter pflegt zu thun etc. Wens aber bey dem wort, gerechtickeyt, stehet, so ist es des gerichts werck die helfft, nemlich ,das urteyl da mit das gottlos und unrecht verurteylt, gehasset und gestrafft wird, Und gerechtikeyt heisst das ander teyl, damit die unschuld beschirmet, erhallten und gefodert wird. Dises alles wollt ich auff deutsch gerne sagen, Recht und redlich, Als man spricht, Er hat die sache recht und redlich gewonnen. Aber ich durfft nicht so weyt von den worten gehen.
Wenn nu ym psalter odder sonst dyr furkompt, das er nicht schlecht von gericht und gerechtickeyt, sondern von Gottes gericht und gerechtickeyt redet, odder zu Gott spricht, Deyne gericht und gerechtickeyt, so mustu durch die gerechtickeyt den glauben verstehen, und durchs gericht, die tödtung des alten Adams. Denn Gott durch seyn wort beydes thut. Er verurteylet, verdampt, strafft und tödet was fleysch und blut ist, rechtfertiget aber und macht unschuldig den geyst durch den glauben. Das heyssen denn Gottes gericht und gerechtickeyt. Das gericht ubet er durchs wort seyns gesetzes. Röm.7. Das gesetze tödtet, Die gerechticketyt durchs wort des Euangelij, wilchs der geyst durch den glauben annympt. Röm.1. wie das fleysch die tödtung durch gedult leyden mus. Der gleychen mehr wird mit der zeyt die ubung selbs klar und erkendlich machen.
Das Alte Testament 1524. Luthers Vorrede auf den Psalter“ (WA 10,1. S.94-96)
What a nice welcome back to Wittenberg. The exhibition: “Nicht ein Genius allein” shows Dr. Martin Luther´s September Testament of 1522. It was prepared by the Reformationsgeschichtliche Forschungsbibliothek (Dr. Matthias Meinhardt) and the European Melanchthon-Academy, Bretten. It´s on show in the castle until mid-November. Prominent guests like Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff and Bishop Friedrich Kramer emphasized the ongoing significance of this publication.
Luther´s translation of the New Testament printed in September 1522
Dr. Meinhardt stressed the special impact of Luther´s translation of the New Testament (Das newe Testament Deutzsch) drafted during his forced exile on the Wartburg in 1522. In just eleven weeks Luther produced the remarkable draft, which was then refined and polished for the Leipzig book sale in September in cooperation with Philipp Melanchthon and Lucas Cranach. Melchior Lotter jr printed the “September Testament” on three printing presses.
Luther had only very basic tools at his disposal there in the realm of the crows, but the result was truly a game-changer anyway. His feel for the biblical imagery, prose, vocabulary, and way of speaking changed the German language for good. Still, in teamwork with his professional colleagues like Amsdorf, Bugenhagen and even the court connection Spalatin his ongoing translation improved continually – until the whole bible was translated in 1534 and printed by Hans Luft jr.
Even this milestone did not stop the translation efforts. Rather Luther continued to work on this translation until his end. It was the work, he was called for as Doctor of Theology and church teacher of the Bible. This is the lasting monument to his genius.
September Testament 1522Hans Luft 1534Final version during Luther´s lifetime 1545
Still, it was not just his genius, but incorporated the efforts of many more. Luther took advantage of compilations by Italian humanist Laurentius Valla´s and those of Erasmus of Rotterdam, who was working in England, amongst others. Luther´s translation sparked other bible translations too. For example, in Switzerland amongst the Reformed and in Italy, Spain, France and the Netherlands amongst the Roman Catholics. The bible translation became a truly European project, which rapidly morphed into the global one it is today.
The exhibition shows precious originals worthwhile seeing – even as we are grateful that we can read the Word of God in our mother tongue – even as the heavenly Father talks to us His very own children and our brother Jesus Christ addresses us directly as good friends and true siblings.
“St. Antonius preaching to the fishes” by Oskar Laske (Czernowitz 1874 – 1951 Wien)
My father told me the story. It happend in Pella near Wartburg. Long time before I went to school there. Pastor Karl Meister was a grumpy old man, just as short as his temper. Never really got to grips with the vernacular, nevermind the local people. Still, the old Superintendent trusted him, teaching Old Testament at the seminary in Salem. Probably was part of the family. They stick together.
Well, this missionary was based at Pella after our very own Zulu “walkout”. It occurred, when evangelist Thembu “pointed out” (Komba) the superintendent with his stabbing spear (Iklwa), while dancing (ghitta) around the fire at some theological conference. Obviously, this was not part of procedure. It happened after hours – and long after the missionaries had gone to bed. Sure enough, the senior cleric and chief pastor, who was thus bewitched with the “evil eye” fell seriously ill.
The native rebel was disciplined and left the young mission church with most of his member – three thousand members and some. That left the congregation deserterd and the church building pretty much empty. The “master” preacher was left to preach to empty benches. I wonder, whether he preached in German or in his broken Zulu. From this time, he bore the honorary title: maBenchees! (The man preaching to the benches). This incident stopped the mission´s plan to move ahead with independence of the local church. That was shelved indefinitely together with the idea to go on to Rhodesia, but that´s another story.
The holy Anthony suffered much the same fate. When finding his church in Padua empty, he went to preach to the fishes. His contemporary St. Francis had preached to the birds for much the same reason. So You might as well preach to those dwelling in rivers, lakes and seas or to benches too. Gustav Mahler used this story for the third part of his second symphony on “Des Knaben Wunderhorn“.
Antonius zur Predigt Die Kirche find’t ledig! Er geht zu den Flüssen und predigt den Fischen! Sie schlag’n mit den Schwänzen! Im Sonnenschein glänzen! Im Sonnenschein, Sonnenschein glänzen, sie glänzen, sie glänzen, glänzen!
Die Karpfen mit Rogen seynd all’ hierher zogen, hab’n d’Mäuler aufrissen, sich Zuhörn’s beflissen! Kein Predigt niemalen den Fischen so g’fallen!
Spitzgoschete Hechte, die immerzu fechten, sind eilend herschwommen, zu hören den Frommen!
Auch jene Phantasten, die immerzu fasten: die Stockfisch ich meine, zur Predigt erscheinen. Kein Predigt niemalen den Stockfisch so g’fallen.
Gut Aale und Hausen, die vornehme schmausen, die selbst sich bequemen, die Predigt vernehmen!
Auch Krebse, Schildkroten, sonst langsame Boten, steigen eilig vom Grund, zu hören diesen Mund! Kein Predigt niemalen den Krebsen so g’fallen!
Fisch große, Fisch’ kleine, vornehm’ und gemeine, erheben die Köpfe wie verständ’ge Geschöpfe! Auf Gottes Begehren die Predigt anhören!
Die Predigt geendet, ein Jeder sich wendet. Die Hechte bleiben Diebe, die Aale viel lieben; die Predigt hat g’fallen. sie bleiben wie allen!
Die Krebs’ geh’n zurücke, die Stockfisch’ bleib’n dicke, die Karpfen viel fressen, die Predigt vergessen, vergessen! Die Predigt hat g’fallen sie bleiben wie Allen, die Predigt hat g’fallen, hat g’fallen!
A lot can happen in a day. Sometimes that´s true for Wittenberg too. Luther´s wedding celebrations last weekend prove the point. Thousands filled our streets, eager to forget regulations of distancing and hungry for some serious party. Now, a few days later, the many stands, tents and platforms are gone, rubbish is removed and more birds than people fill our square. Still, due to fine weather, open doors and God´s favorable providence some find their way to the Old Latin School and setting us up for another string of meetings.
A pilgrim on his way to Luther´s wedding celebrations at our door
Take last Tuesday for instance. The regular group from Fredrikstad (Norway) were busy singing Luther hymns in our chapel. This attracted two vicars from Vienna (Austria). They were going from Berlin to Halle and spending a day in our Luther city. They were fascinated by our Luther stuff on the shelf. Especially the board game “Luther” (Kosmos). They were keen to try that with their children´s unit. Not long after they were gone, a colleague of theirs followed their lead. They had told him, that we sell serious books. He was into biblical theology. He had even studied in Tübingen. There in a student residence he had shared a room with a Lutheran for several semesters. This Lutheran was from the SELK. Not originally, but through conversion. Allegedly he was not big in size, but he left a big impression on his roommate, who remembered him as so devout and dedicated with a mission. He recounted his bowing before church altars, kneeling for prayers and going about studying with deep earnest. He professed, that he himself hungered for meaningful theology, but was often at a loss for suitable books. There is just so much to choose from and where to get started as life is so short? In the end he walked off with some of our best offerings from Schöne & Sasse. More did not fit into his rucksack. I hope, he stays in contact. Perhaps next time, I share my list of 10 best Lutheran books – or make it 50. That´s what the late dogmatics Professor Gottfried Hoffmann did for us when we were students.
The next guy to drop in, was a cyclist from Berlin on his way to Dessau. He was all sporty in racing gear, parking his bike inside our hallway. He didn´t feel like locking it up outside. Not long after browsing through our store, he owned up: I am an atheist, but I do know a pastor up in Brandenburg somewhere. Perhaps another SELK-connection? No, he could hardly recall the name of his clerical acquaintance, but assured me, that that one was a sincere individual. Someone whom he could point out as personal reference. I could take his word for it. Sounded like he felt in need of an advocate in this Lutheran stronghold or was it Cranach´s “Crucifix” (Weimar), that put him on the spot and demanded a clear confession? After friendly banter, he pointed out, that although he appreciated our discussion about God and the world, his highlight in Wittenberg was the waiter at “Zur Schloßmühle”. He had walked in there with his blue and white kit after visiting the “Schloßkirche”. On account of those colors the landlord tipped, that he was a fan of “Hertha BSC”. However, those colors were just accidental. He was a fan of “1.FC Union” instead. This outing prompted the innkeeper to hug him most dearly because that was his true love as well. That´s how “Union” ticks. They share a deep solidarity and emotional bond. My visitor made sure, I understood, where his true allegiance was hinged. That´s where he belongs. That´s his family. His creed.
SchloßmühleCranach altar in Weimar
A lanky guy walks in and checks out the display. He´s a pastor from the States: Rev. Michael H. Lives in Milwaukee of all places. Does he know my friend Don Hougard? Of course he does. And how is his congregation? 200+ worshipping 100 on Sundays. Nice. Been doing that for nearly 20 years – and just received a call to Kansas. Really? I don´t know much about Kansas, but I was in Topeka – at St.John´s LC. Met with my predecessor Kristin Lang´s father and with Dr. Jon Bruss. That was on my tour through the South-West of the States. Good memories. Now, it´s his turn to be surprised, because his call is to that very congregation. Small world! St. John´s has supported the Old Latin School substantially over the years – and so now their prospective pastor walks in at our front door. He´s part of the Bach week in Leipzig and using free time to check out Wittenberg and surroundings. Nice meeting just as the church bells of St. Mary´s invite to noon prayers in the chapel “Corpus Christi”.
The church bells of St.Mary had just struck one, when Monika F. entered in a flat spin. She´s one of my oldest neighbors. Over eighty years. She´s lived on our square for more than sixty years. Initially she fled the war with her mother and eventually found the love of her life in Luther city. He´s been dead for some thirty years. She knows, what it means to be lonely. Well, Tuesday she was distraught. She had lost her car key. She could just not remember, where she had put it: “Please, help me find it again!” That´s how it started. Later on after our successful search, she returned to my little bookstore. This time, she was her old confident self once more. She was pulling a bag on wheels. From that she pulled flask and pudding bowls filled with ice cream: “Always, when we reached a goal in my firm, we celebrated. Well, now we celebrate, that we found the key.” So, we drank coffee and enjoyed the contrasting sweetness in some bliss. It could have ended there, and it would have been a nearly perfect ending, but the story continues.
A complete stranger entered the bookstore and asked, whether one could learn Latin here. Depends, I answered. Depends on a whole lot of things. To start off, it depends on whether You have the aptitude to learn a new language etc. It did not take long, and our caller addressed his barbed questions at my old neighbor. She was quick to admit, that in contrast to him, she was not raised roman catholic, but protestant. However, she had dropped the Christian faith years ago. She trusted more in daily news, clever professors, and science in general. When cosmonaut Gagarin had returned to earth with the announcement, that he had not found God “up there”, she had given up on God too. That was her story. Our guest was running warm. He drew out his iPad and literally at the click of his finger, the right and true answers popped up. Here was the perfect missionary in action. Yet, my old friend held her faithless ground with aplomb. The stranger was not put off, but rather energized by this lack of positive response. So, he read one verse after the other, but always with some strange intent. My friend was not convinced. In the end, she left, closing: “We can believe, what we want and I don´t believe that!”
Amongst numerous references our intrusive missionary had shared a weblink, which gave him away. He was a Jehovah’s witness. So, with Monika gone, it was my turn to fire off my ammo for the day. I started with confessing the one triune God. We´re still in the week after the high holiday of the most Holy Trinity after all. Had we not just confessed the Athanasian Creed? I pointed the sectarian to Luther´s lifelong biblical studies and final testament: “Wir sind Bettler. Hoc est verum.”, but also to his warning, that if we read Holy Scriptures without Jesus Christ – and even against him as those false witnesses do (JWs) – then we´d be as hopelessly lost as the rabbi adhering to some cabalistic rules in his vain effort to decipher God´s Word numerically as the image on St.Mary´s depicts and which is media headlines these days.
Well, that was close to the end of another day in Wittenberg. This Sunday we will hear our Lord IX preach to his hearers by the voice of Father Abraham: “They have Moses and the prophets. Let them hear those! They will not believe even if one would return from the dead.” (cf. Luke 16,19-31) Yes, our good Lord knows all about missions and its many faces – good, bad, and ugly. After all, He lives and reigns now and always. Glory to Him in the highest. Amen.
Well, there´s no doubt in my mind that Putin is the aggressor and that far too many Russians are voluntarily goosestepping against their very kin, those who have emerged from the very same baptismal font even. It´s fratricide, nothing civil about this border crossing war. Nothing at all. Putin reckons, he can get away with war, mass murder, genocide as if he was Attila the Hun. Yeah, he´s in the league of Ivan the terrible. In the name of special ops and Russian peace, he claims divine right to wipe any opposition off the face of the world as You would clean dishes of food scraps. Down the drain the rubbish goes. As if Russia is the measure of everything and Putin the rule of law. In megalomania, Putin has concocted some fantastic narrative mixed with religious fanaticism blessed by some sectarian Moscow patriarch. Their demagogical story allows bloodthirsty maniacs to rape children, murder widows and old cripples in wheelchairs. With the Russian free pass to wreak havoc in country towns and mega cities they turn blooming landscapes into deserts. Whilst the world is watching aghast, these fiends ruin the global breadbasket. They plant devastation as they go and leave nothing but death in their wake. The Kremlin calls out marauding hordes from the expansive Russian hinterland, calls up bandits from its many war zones, summons outlawed terrorists and ghouls from the underworld to attack a peaceful country Ukraine, which tries to go about its daily business, prepares for Easter, crop sowing in spring and family summers. Well, the Russians sure match Ivan the Terrible in madness, terror, and shamelessness. They do them proud. No evil is beyond them – even as they parade as angels of light and world peace. Defiling churches. Razing seminaries, monasteries and chapels, fraternities, and religious centers. Targeting theaters, cinemas, and opera houses. Firing on fleeing civilians. Bombing cyclists with tanks and bazookas. Haphazardly shelling living quarters, maternity wards, emergency units from their pirate fleet in the Black Sea. Destroying shopping centers, playgrounds, parks just as crazily as milking sheds, tyre factories, bakeries, eateries, and wide-open spaces haphazardly. Cutting water mains, electricity, and lifelines. Poisoning water and air with weapons of mass destruction like they did in Syria, Chechnya, Mali, and Libya. Running mortuaries day and night to hide atrocities even as they leave their own dead to rot or be eaten by scavengers. These Russians are dogs of war, bloody robbers, fucking predators from the East, savages falling into the Ukraine worse than the sum of all ten pests plaguing Egypt of old and competing for devilish honors as apocalyptic horrors to beat.
You get the picture. There on the road between Jericho and Jerusalem, where East meets West, on the banks of the Black Sea, there in the beautiful pearl of Ukraine. It has fallen under the robbers just as that traveler in Jesus´ tale. It´s in a terrible state. No question. They´ve stood up against the aggressors for nearly two months. But it´s tough. Their strength is severely tested. The world watches. Sees the poor soul in duress. Some help comes. Some is promised. Some actually arrives. Thank God, there is always that good Samaritan. Shame on those bigoted churchmen going by and rambling off their legal excuses like bishops Maggot Rottencheese and Fritz, the cheap soul peddler, who sold his gran for a few dimes and feasts on a stolen vineyard like King Ahab even as those entrusted to his care, suffer distress, and lack the gospel. Oh, there are so many good reasons not to get one’s hands dirty, keep walking and looking the other way, which only appears right! Thank God for the foreigner, who does come up with positive action. He does the right thing. Helps the victim up and out, applies medicine, pours out the stuff and pays the fee until the poor chap is back on track again. Our good Lord uses him as encouraging example: You go and do likewise!
Of course, there are others, who warn, the Russian robbers are sure to spread their violence with a vengeance. They´re known to be brutal. This is their terrain. Their doing for ages. That´s what they have been born for. Spreading fear, terror, death. Don´t antagonize them further. That may make it worse. They might take it as an invitation to spread their brutish violence. Better lie low, mind Your own business. Just like with those dragons of old. Let sleeping dogs lie and ferocious demons too. Otherwise, You might wake them, land up in trouble, fighting a war You can´t win, they say. Stay out of it. That´s how they´ve been stuck in gulags for decades now. Fear is the very enemy of freedom! Just as the slaves in Egypt. Moses had his work cut out to draw them to the promised land. Israel always looked back with fear and trembling at Pharaoh and his troops.
Others are in cohorts with the Russian robbers. They pay extortion fees. Exorbitant sums for gas, oil and coal. Daily. Putin´s cash cow. Golden goose. Laying eggs – battery wise. Utterly dependable. Close connections over decades, brown-nosing and playing privileged upper class in the inner circle of the Kremlin monster web. Collaborators. Paying with honor and soul. Betraying motherland. Selling out fatherland. All for Putin, whom they can´t refuse. He, the old deceiver, knows. He´s caught a lot. Paid plenty bribes and cheap Germans are a bargain any day. Still the price for traitors is high. You land up on the wrong side. The dark and evil one. The one that is going to lose ultimately. You might try to forget. Try to sweep the dirt under the carpet. Escape before the whole story explodes. Yet, there is nowhere to hide. Shit happens and it’s hitting the fan. Just watch. It´s not just the Moskva sinking nor only Russian tanks stalling. Putin’s generals are dying as if they´ve found a shortcut to paradise. His soldiers are revolting as if it’s going out of fashion. He´s losing badly and so are his pals. They can´t win. That’s crystal clear. Just watch.
Dr. Martin Luther got involved in politics now and again. Not just in the peasant’s war. He used the law against both the peasants and against the nobility. None really listened to him. They were too busy with their agenda. He was often too late with his admonition. Often misunderstood and not just due to bad timing. Luther acknowledged many grievances of the peasants based on the renewed discovery of the gospel and encouraged the nobility to give ear and concede, where it was conducive to the spreading of the gospel and promoting good order in the land. However, taking the law into their own hands, forceful rebellion was out of the question for Luther. In his biblically sound view, it was always better to suffer, than to achieve owns own goals by force. David´s struggle with King Saul was a prime example in this argument. God would eventually provide. Just wait patiently for His help in His own good time. So, Luther´s advice to the peasants was to wait for the help of the Lord. Yet, the peasants impatiently revolted. Struck out on the war path. That was wrong. Luther went out of his way to encourage the nobility to crush this militant uprising by force. He was afraid, that the war would destroy the lands and wreak havoc amongst the people, causing political chaos and ending the free course of the gospel. The ensuing massacre was brutal, and Luther lost whatever standing he had amongst those crushed. For them, he had picked wrong sides and proved himself as a kowtowing servant of ruthless lords. Theoretically i.e. biblically and theologically he was right all along, but the results of this armed conflict were just too terrible for calm and collected argumentation, never mind heated and emotional sermons from Wittenberg. Many peasants turned their back on the gospel and the church – not just the old one, but also the reformed Lutheran one. The nobility got away with murder and continued to do their own thing – just because they could. Luther´s efforts to admonish both sides to stick to the gospel way, had lost a huge battle in the German reformation. Liberation, which had been high on the reformation agenda, was now seriously limited in its outreach to the common people. Luther was very much restricted to the inner church realm after this.
Another political episode in which armed conflict was seriously contemplated, was in the conflict of the Evangelicals (Lutherans) with emperor Charles V. The good Doctor from across the Elbe was initially quite compliant. Even when he already fought all out against the pope, he was not for armed resistance against the emperor. This changed, when his lawyers convinced him and his fellow Wittenberg theologians, that according to imperial law, there was a right to oppose the emperor if he failed to promote the gospel, the church, and the prosperity of his subjects. In Luther´s mind it became more and more obvious, that by siding with the pope the emperor had chosen the wrong side and was thus opposed to the very gospel, the true church, and his evangelical subjects. Thus, armed resistance and use of force were legitimized in this struggle. Especially if it was a defensive struggle against the assaulting imperial forces – intruding on peaceful lands just because they were following the true gospel. This argument for armed resistance became important for the German confessional church and their defiance against Hitler. Bonhoeffer uses this legal argumentation to promote armed struggle against the demonic rule of the Nazis, who had turned the German law into godless lawlessness – especially with their attempted genocide of the Jews, but also with the laws of total war.
A final aspect in this issue, is Luther´s discussion of our good Lord´s admonition in His Sermon of the Mount to turn the other cheek, when somebody strikes You. Well, that is true and You should do that, if You personally are faced with such a violent attack. Still, Luther points out, that You have a task and duty towards the attacker too. Just letting him get away with his vicious power would be detrimental to his own wellbeing – in this life and the one to come. The violent attacker should be stopped for his own good – and not just thinking of eternal judgment, but also his earthly travail. The aggressor should not be encouraged by passivity to go on with his lawless misdoing and evil. Rather he should be stopped – definitely in the name of God´s good law, which puts a break, stoppage and limit to our lawlessness and bars free-for-all unruliness. Obviously, there is police and other office-bearers of government, who should protect innocent and law-abiding citizens from unruly attackers. However, if they are not around, every Tom, Dick and Harry is called to carry out this office, ministry, service over and against the attacker in God´s name, for his own sake and also to protect innocent victims. I should thus use appropriate force to stop a criminal and get him to refrain from his wild attack. Rapists should not be encouraged to run free. Child molesters should be stopped. Murderers should be hindered by all means. Luther uses the example of two people crossing some lonely marshlands. If the one, hurts or harms the other, that should not just be accepted as good, right, and salutary. Rather, the harmed party should use self-defense to prevent the attacker to live out his violent and sinful desires. I should do that not so much for my own good, but for the transgressor´s good. That´s not selfish reasoning, but rather tough love. It would be bad for the transgressor to get away with evil and think that all is ok. He needs definite limits. He´s not free to do as he pleases if evil pleases him. That means also, if I see a robber stealing, looting, or causing harm I should prevent him from doing so. I should not let him get away with it. The same holds true for all sorts of crime and vice against God´s commandments. The fifth commandment: “Thou shallt not kill!” is prominent on the list and goes before those following. It has prominence. Thus, if somebody harms, destroys, rapes, burns, cuts, or even kills – he should definitely be stopped by appropriate force if necessary. That holds true not just in the private realm, but especially also in public and common realm. Even in international relations. We, who hold that people are plagued with original sin – and don´t just do good naturally all the time – and that power corrupts, and absolute power corrupts absolutely – therefore also believe in the continued place of the law. It needs to stop evil and regulate society in such a way, that evil does not harm innocent life. Wherever it does, it needs to be prohibited, limited, and stopped. Government doesn´t bear the sword for nothing, but to punish evil doers and protect innocent lives. The apostle Paul knew that. That´s what he writes to the Romans. We know, it holds true even today. That´s why we don´t just say, Putin is crazy, sick or feeling off track, but that he is transgressing international Law and needs to be restricted – not just verbally, but by appropriate force in a true match for his threats and war efforts.
So, after this detour, we´re back with the Ukraine and the Russian aggressor. There is no question, that the Ukraine has the right to self-defense. There is no question, that the Ukraine did not provoke Russia – nor anybody else. NATO did not invite Russia to invade Ukraine. That´s a fact. Aggressive Russia did so, because Putin thinks, he can get away with breaking international law and common sense. Even after serious setbacks in their first offensive, the Russian invader did not come to their senses and retreat, but rather they regrouped and have again hit full-out against the victim Ukraine. Even in the first round Russia did not follow any rules. Rather, they did whatever evil damage they could inflict, crossing all red lines of international decorum and civilized law, perpetrating crimes against humanity and carrying out acts of genocide. That´s not in question. That´s fact. And all passersby are now no longer in a position to just pretend, they are watching a game of ping-pong. No, this is a matter of life and death. Does the long-gone superpower Russia get away with its old ways of bullying smaller nations like the free Ukrainian opposition into submission – even killing huge numbers of civilians, destroying the infrastructure of that independent nation, and causing stress, expense and immense damage to many more. Even threatening world order and disrupting longstanding peace with terror and sheer brutality. The EU and NATO have promised that this will not be so. Some diehard Putinists like the Kreml collaborators in the SPD together with naïve pacificists like Bishops Friedrich Kraemer and Margot Kässmann don´t want to swap sides but continue to cheer on the Russian aggressor with their refrain of “No force!” Ghandi and Mandela knew, when it was no longer conducive to talk, but time for armed resistance. Putin has gone beyond the permissible, excusable and exonerable. He doesn´t listen to outsiders, just his inner calling. Not even to his buddies Macron & Schroeder! He needs opposition – fierce, armed and determined. Lots of it to match his super ego and the proliferation of his nukes. Therefore, tanks for the Ukraine – and enough jets too. The West (and also the German Angela Merkel!) convinced them to give up their nukes. Now the West needs to live up to their commitment to keep them safe against military aggression and deceptive Russian warlords.
Long live the Ukraine – and all its people.
May the peace of our good Lord be with them always +