Zuletzt hat Gott geredet durch seinen Sohn…

Die Einleitung zum Hebräerbrief

Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welten gemacht hat. Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe und ist so viel höher geworden als die Engel, wie der Name, den er ererbt hat, höher ist als ihr Name.

Denn zu welchem Engel hat Gott jemals gesagt (Psalm 2,7): »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt«? Und wiederum (2. Samuel 7,14): »Ich werde sein Vater sein und er wird mein Sohn sein«? Und abermals, wenn er den Erstgeborenen einführt in die Welt, spricht er (Psalm 97,7): »Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten.«

Von den Engeln spricht er zwar (Psalm 104,4): »Er macht seine Engel zu Winden und seine Diener zu Feuerflammen«, aber von dem Sohn (Psalm 45,7-8): »Gott, dein Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Gerechtigkeit ist das Zepter deines Reiches. Du hast geliebt die Gerechtigkeit und gehasst die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl wie keinen deiner Gefährten.« Und (Psalm 102,26-28): »Du, Herr, hast am Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. Sie werden vergehen, du aber bleibst. Und sie werden alle veralten wie ein Gewand; und wie einen Mantel wirst du sie zusammenrollen, wie ein Gewand werden sie gewechselt werden. Du aber bist derselbe, und deine Jahre werden nicht aufhören.« Zu welchem Engel aber hat er jemals gesagt (Psalm 110,1): »Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel unter deine Füße lege«? Sind sie nicht allesamt dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit?

Hebräer 1,1-14

Übersicht zum Gottesdienstablauf

  1. Eingang: Kommt und lasst uns Christum ehren…  (29,1-4)
  2. Lesungen: Jes.7,10-14; Hebr.1,1-4 (Predigt); Joh.1-14
  3. Graduallied: Wir singen Dir Immanuel… (30,1-11)
  4. Nach der Predigt: Drum lieber Christ, wer Du auch bist… (412,7-14)
  5. Ausgang: Jakobs Stern ist aufgegangen…  (29,5-7)

Predigtgliederung

  • Gott redet: Er tritt aus der Verborgenheit und macht sich und seinen Willen kund
  • Das hat er vorzeiten getan zu den Vätern… (Juden & Heiden)
    • Unbezeugt hat er sich nirgends sein lassen und nie – durch seine Schöpfung
    • Speziell aber auch durch Zeichen & Träume
    • Deutlicher und eindeutiger wars durch seine Boten: Engel, Propheten
      • Noah bis Johannes
      • Immer ein Streit zwischen wahren und falschen Propheten.  
  • Zuletzt hat er aber zu uns geredet durch Seinen Sohn IX!
    • Maria in Kana: Was Er Euch sagt, daß gut
    • Gott am Jordan: Den sollt Ihr hören!  
    • Gott auf dem Berg der Verklärung: Das ist mein lieber Sohn!
    • Auch er war für einige ein Stein des Anstoßes und Ärgernis
  • Dennoch glauben und bekennen wir mit der wahren Kirche:
    • Er ist der Abglanz der göttlichen Herrlichkeit
    • Wer den Vater sieht, sieht den Sohn und vice versa.
    • Er ist das Ebenbild seines Wesens (Nizänum)
    • Er trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort
      • Schöpfung, Vorsehung & Prädestination
    • Er hat vollbracht die Reinigung von den Sünden
      • Rechtfertigung;
      • Stellvertretendes Opfer – ein für alle Mal!
    • Er hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe
    • Er ist so viel höher geworden als die Engel,
      • wie der Name, den er ererbt hat, höher ist als ihr Name.
      • Allein in seinem Namen ist das Heil –
      • und ist kein anderer Name den Menschen gegeben darin sie sollen selig werden…
  • Ihr sollt meine Zeugen sein
    • und in meinem Namen bezeugen, was ich getan und gesagt habe!
      • Apostel & Evangelisten
      • Die große Wolke der Zeugen
        • Stephanus der 1. Märtyrer (26.Dezember)
        • Kirchenjahr
        • Festzeit und festlose Zeit
        • Sonntag für Sonntag redet Er zu uns und führt uns ein in die Tiefe, Fülle und Breite des göttlichen Heils und Heilandes.
        • Bekenntnis der Kirche
        • Lob und Dankgesänge
        • Feier des Hl. Abendmahls.


Und hier ist die gehaltene Predigt zu hören.

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Predigt an Heiligabend

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das judäische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über die Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Lukas 2,1-15
  • Übersicht zum Gottesdienstablauf
    • O Du fröhliche, o Du selige gnadenbringende Weihnachtszeit… (416,1-3)
    • Verheißungen:
      • Jesaja 9,1-6
      • Micha 5,1-3
    • Lobt Gott, Ihr Christen alle gleich (21)
    • Epistel Galater 4,4-7
    • Herbei o Ihr Gläubigen… (417)
    • Evangelium Lk.2,1-20
    • Gelobet seist Du IX… (15)
    • Predigt
    • Ich steh an Deiner Krippen hier… (28,1.5-7.9)
    • Kirchengebet
    • Stille Nacht, Heilige Nacht… (EG 33)
  1. Predigteinteilung:
    • Siehe ich verkündige Euch große Freude!
    • Fürchtet Euch nicht!   
    • Euch ist heute der Heiland geboren!

Großes Kino am Himmel. Jupiter & Saturn vereint, erstrahlen wie damals der große Stern von Bethlehem. Bilder aus Südafrika – Arizona – und hier aus Wittenberg über den Doppeltürmen von St.Marien begeistern im Netz. Am 21.12.2020 war´s soweit. Da kamen sie sich am nächsten – fast als hätten diese Planeten sich geküsst. Jetzt driften sie wieder auseinander, bis es in soviel hundert Jahren wieder zum himmlischen Stelldichein kommt.

Am 16. Dezember wars in Pretoria wieder so weit. Der Sonnenstrahl traf durchs kl. Fenster genau auf die marmorne Gedenktafel der Gruft des Voortrekkermonuments. Einmal im Jahr trifft das zu. Da trifft der Lichtstrahl – wie ein Laserstrahl konzentriert – punkt Mittag direkt und präzise auf das Gelöbnis: „Ons vir jou Suid-Afrika“. Am nächsten Tag ist das schon nicht mehr so. Da kommt also das Sonnenlicht, dass die ganze Welt erhellt und trifft auf die Stunde genau dieses kl. Fleckchen im Kellergeschoss.

Vor Wochen spielten wir mit Assoziationen und Gedankenverknüpfungen. Kunstvolle Bilder halfen uns auf die Sprünge. Eins davon war eine Sanduhr. Die Wespentaille bzw die Trichterfigur veranschaulichen, was gerade am Himmel mit Saturn und Jupiter, aber auch da unten in Pretoria beim Voortrekkermonument geschieht. Das ist vergleichbar mit dem einmaligen Geschehen an Weihnachten – in  der hl. Christnacht damals vor 2k Jahren in Bethlehem – geschah. Hier kommt nämlich alles – aber auch wirklich alles Vorhergehende zusammen, und zwar an dem geschichtlichen, persönlichen Punkt – in der Krippe von Bethlehem. Im weiteren Verlauf verläuft sich von dort wieder alles ins Breite, Weite. Nachdem die Geschichte diese enge Passage passiert, trägt alles einen anderen Schein. Nichts bleibt, wie es war. Alles ist anders. Das gilt nicht nur für die Zeitrechnung, die fortan nach diesem Datum als Jahr des Herrn – Anno Domini –  berechnet wird, sondern auch unsere persönliche Beschaffenheit: „Er wird ein Knecht und ich ein Herr. Das mag ein Wechsel sein!“  Jeder, der vom Christkind so weihnachtlich berührt wird, ist anschließend ein anderer. Wir glauben an den fröhlichen Wechsel durch Weihnachten: die Umkehr zum Besten, Schönsten und Liebsten.

Weihnachten dreht sich alles um die Geburt des Christkindes. Um diese so köstlich gefüllte Krippe in Bethlehem. Vorher war das Kindchen natürlich 9 Monate lang im Mutterleib der seligen Jungfrau. Dann drängt der kl. Mensch- und Gottessohn wie durch einen Trichter durch den Engpass des Muttermundes hinaus ins weite, offene Leben unserer Zeit und Welt.  

Ostern erlebt er ähnliches. Nur im noch größeren, weiteren Rahmen – auf höherer Ebene. Erst die beklemmende, schmale Gasse des Todes. Da ist´s eng.  Begrenzt durch Zeit/Raum. Platzangst. Da gibt’s scheint’s kein aus noch ein. Doch hinter der hohlen Gasse, hinter der Todesklamm erstrahlt eine helle, neue, weite Welt – das himmlische Paradies, unendliche Himmelslust und ungetrübte Seligkeit. Unbegrenzt von Zeit und Raum. Alle Platzangst ist überwunden – IX, der Erstling der neuen Kreatur, göttliche Neuschöpfung und Beginn der göttlichen Seligkeit ist das Haupt – wir dank unserer hl. Taufe sind seine Glieder, die er kräftig nach sich zieht wie beim Baby mit Kopf voran die Glieder natürlich hinterherflutschen. Doch davon in der österlichen Freudenzeit mehr. Jetzt sind wir noch bei der Geburt des holdseligen Himmelsknaben, der so süß an seiner Mutterbrust kuschelt. Er, an dem die Engel sehn ihre Lust und was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war und was sie geprophezeit ist in ihm und durch ihn und zu ihm erfüllt in Herrlichkeit.  Das ruft die Vätergeschichte in Erinnerung: Israels Erzväter Abraham, Isaak und Jakob – aber auch die Ahnen der anderen Völker: Die Pharaonen, Kyrus der Perser, die Königin von Saba, die äthiopische Kandaze. Morgen & Abendland – hier ihr Knotenpunkt. Sie alle Vorläufer IX. Seine Zeugen, Wegbereiter. Signalpfosten und Hinweisschilder auf ihn hin.  

Orient & Okzident verschmelzen in Bethlehem in eins. Afrika, Asien und Europa: dort ist ihr kontinentaler Dreh- und Angelpunkt. Der zentrale mathematischen Punkt – bzw der archimedische – das sprichwörtliche Nadelöhr. Hier muss man durch. Das ist die hohle Gasse, der einzige Weg zur Wahrheit und zum Leben. Die ganze Menschheitsgeschichte, der totale Nebenfluss und Zeitstrom vereint im Sammelbecken der Krippe Bethlehems. Dieses horizontale Geschehen wird auf vertikaler Ebene gespiegelt. Sterne stehen Spalier. Nicht nur der gr.Stern von Bethlehem. Vielmehr formen Galaxien, Milchstraßen und selbst die schwarzen Löcher die eine Christusstraße durchs All. Der große & eine einzige Gott wird Mensch – wie wir und uns zu gut. Inkarnation. Unerhört. Den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit. Uns aber die Gotteskraft – selig zu machen, zu retten und heilen.

Das ging ja ganz kl. los. Eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn! Inzwischen ist sein Weg durch Wüste und Wildnis planiert. Berge erniedrigt, Täler erhöht. Alle Welt hält Atem an – denn Er kommt mit Macht – aber wir sehen nur das kl. Kind in der Krippe. Seinen glorreichen Triumphzug hat er längst angekündigt. Nun ist es soweit. Er kommt in sein Eigentum, um sein hl. Recht durchzusetzen und aller Welt göttliches Heil zu schenken. Das kl. Kind dort in der Krippe ist das I-Tüpfelchen der göttlichen Heilsgeschichte. Auf ihn ist alle menschliche Hoffnung auf Hilfe, Rettung und Erlösung fokussiert. Wie mit dem Brennglass die Sonnenstrahlen auf einen Punkt konzentriert werden – durch die Luke im Voortrekkermonument –  der Laserstrahl aufs Ziel – so sammelt sich in diesem kl. Menschenkind alle göttliche Fülle leibhaftig. In ihm wird sie konkret. Verkörpert. Hochgradig potenziert. Er die starke Arznei Gottes gegen Sünde, Tod und Teufel. Kl. Portion, große Wirkung. Er, Sohn Gottes – Jesus Christus – Heiland der Welt, Messias der Juden und Helfer in aller Not für alle Nicht-Juden.  Meist wissen Armen und Elenden gar nicht aus noch ein. Das ist ja ihre Not. Sonst würden sie sich ja selbst helfen. Doch sie sind alleine und hoffnungslos verloren. Sie wissen sich nicht zu helfen – und kennen keinen, der einen Ausweg wüsste. Doch, dass sie einen Retter brauchen und dass ihnen Hilfe nottut und dass es ihnen fehlt an allen Enden, das ist auch ihnen überdeutlich. Sie sehnen sich nach Hilfe und Rettung – manchmal über Jahrzehnte. Und so hat sich über Jahrhunderte die Sehnsucht nach einem Heiland gesteigert, gesammelt zu einem stets anwachsenden Strom des Verlangens. Die göttliche Antwort auf dieses menschliche Hoffen und Sehnen, Bitten und Flehen, wird von ihm immer deutlicher angedeutet, fixierter und punktuell dann so konkretisiert das sie in IX menschliche Gestalt annimmt, ja verkörpert wird. Gott wird Mensch, Dir Mensch zugut. Die Engel geben die göttliche Botschaft an uns Menschen weiter: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige Euch große Freude, die allem Volke wiederfahren ist, denn Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids!“   

Ein kl. Kindchen als Retter der Welt? Das ist schon ziemlich ausgefallen, außergewöhnlich, bizarr fast. Und doch heißt es von ihm beim Propheten Jesaja: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er’s stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.“ (Jesaja 9,5-6) Er sagt von sich selber: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, den durch mich!“ (Joh. 14,6) Und der hl. Augustin fasst später zusammen: „Mein Herz ist unruhig in mir, bis es ruht in Dir!“

Die Vorweihnachtszeit holt uns von ganz verschiedenen Stellen ab: Tischler Joseph, Hirten, Könige, Gelehrte, Sternegucker, Fischer dann, Gärtner auch, Männlein und Weiblein, alt und jung, reich und arm. Alle werden gerufen zum Kind in der Krippe  – durch die schmale Tür – dorthin wo Ochs und Esel ihren Platz haben in Bethlehem – dem Haus des Brotes – um hier das Brot der Welt zu empfangen an dem alle satt werden sollen. So wie wir an diesem Altar den himmlischen Leib empfangen zum Heil und seligem Leben. Dieses kleine, so unscheinbaren Wickelkindchen – dieses so liebreiche, zarte Wonnebaby mit lockigem Haar – das doch alle Welt in den Händen hält und wohl weislich regiert nach seinem heiligen Willen und gnädigem Wohlgefallen, das die Engel loben und preisen, weil in ihm nun das endlich erfüllt ist, was alle so lange schon gehofft hatten, denn dieses greifbare Menschenkind – IX – wird alles wohl machen. Darauf können wir uns verlassen!

Viele haben sich dann im Laufe der Zeit die Mühe gemacht, um ganz genau nachzuforschen, wie weit und tief die geschichtlichen Bezüge zu diesem Kind zurück gehen. Das ganze AT bezeugt ja den roten Faden wie Gott von Anfang an dieses Wunderwerk der Erlösung vorgehabt, geplant und dann Schritt für Schritt aufs wunderbarste durchgeführt hat. Und vom Stall wird es dann ausgebreitet. Das fängt an mit den Hirten, die breiteten das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war… priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. Maria behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen – berichtete es alles dem Evangelisten Lukas, der es uns aufs Ausführlichste aufgeschrieben hat. Und dieses evangelische Freudenzeugnis von der Geburt unseres Heilandes und Retters der Welt hat ja seither nicht aufgehört. Heute feiert die ganze Christenheit – ja die ganze weite Welt Weihnachten – weil Christus geboren ist. Und schließlich werden alle Knie sich vor ihm beugen, wie die der Hirten vor dem Kind in der Krippe und alle Zungen bekennen, dass IX der Herr ist – zur Ehre Gottes im Himmel – wie den schon die Engel es damals vorgesungen haben: Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens!

IX – das I-Tüpfelchen aller Geschichte. Mehr i-Punkt: Mittel- und Knotenpunkt des Heils.  Er der Eckstein durch den der ganze Weltbau – Unter- und Überbau – ineinandergefügt und durch ihn zusammengehalten und miteinander verbunden ist. In ihm allein ist Heil und Leben. Durch ihn allein gibt’s Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit. Und er ist es, der uns heute zu ruft und ins Herz schreibt: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige Euch große Freude, die allem Volke wiederfahren ist, denn Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids!“ Amen.

Hier ist die Predigt einzusehen im PDF-Format und hier als Word-Dokument

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Weihnachtsrundbrief von Webers in Wittenberg

Es weihnachtet sehr und das Jahr 2020 als annus horribilis liegt Gott sei Dank gesund überstanden hinter uns. Das neue Kirchenjahr ist gut im Schuss und mit ihm die Hoffnung, dass es im nächsten Jahr viel besser wird. Schließlich dürfen wir ja um Gottes willen immer mit dem Schönsten, Besten und Allerliebsten rechnen. Der 4. Advent war gestern und es ist an der Zeit den Weihnachtsbaum in die gute Stube zu bringen. Angelika hat schulfrei und unsere beiden Ältesten sind im „home office“, während Detlev inzwischen eine Wohnung am Stadtrand von Seattle – im winterlichen Schneewald! – bezogen hat und Matzi Zuhause die Stellung hält. Seit der letzten Passionszeit bin ich offiziell in Kurzarbeit und somit in Dauerquarantäne. Da bringt der Postman dankenswerterweise Abwechslung, genau wie die fast täglichen Ausflüge ins Jagdrevier jenseits der Elbe und diesseits von Seegrehna.  Angelika geht gerne am nördlichen Elbufer entlang, um vom stressigen Schulalltag Abstand zu gewinnen. Wie Alteingesessene gucken wir halt täglich, ob die Elbe noch fließt… Bisher hat sie uns nie enttäuscht. 

Arbeitsmäßig gibt’s kaum Neues zu melden. Das Jahr war für die Alte Lateinschule geprägt von Stornierungen, Absagen und Vertröstungen aufs nächste Jahr. Wie gut, dass wir in der Kapelle wenigstens sonntägliche Abendmahlsgottesdienste feiern dürfen. Das ist der Segen der kl. Schar. Aus unserem Kreis ist bisher keiner erkrankt, obwohl die Lutherstadt Wittenberg inzwischen zum „Hotspot“ in Sachsen-Anhalt mutiert. In den monatlichen Rundbriefen, die ich fürs Haus schreibe, bleiben außer Durchhalteparolen nur dringliche Bitten um Unterstützung dieser missionarischen Außenstation übrig, denn Rechnungen müssen weiterhin bezahlt werden, Staub muß bekämpft, Dreck ausgefegt und abgewaschen werden ebenso wie briefliche Anfragen zeitnahe Reaktionen erwarten. So ähnlich klingt dann auch unser jährlicher Spendenaufruf in den USA. Frau Kleeblatt hat ihren Sprachkurs für Ausländer im Kapellenvorraum erfolgreich abgeschlossen. Leider ist es bisher mit dem geplanten Studenten-austausch mit missourischen Concordias nichts geworden. Die Pandemie hat uns auch da voll ausgebremst. Ob es nächstes Jahr im September mit dem anvisierten Bachelor in Theologie anders wird, steht noch in den Sternen. Gott weiß es. Für junge Leute wie Fr.Kleeblatt, die auf unserer Seite für solche akademische Fortbildung als Fachkräfte in Frage kämen, ist die pandemische Verunsicherung deutlich. In der Zwischenzeit wechselt sie sich mit Angelika beim Orgelspielen im Gottesdienst ab oder begleitet die Orgel auf der Flöte, erledigt professionelle Übersetzungsarbeit und hat während der Sommerferien im Buchladen vertreten als wir für 3 Wochen in Griechenland waren, weil Schweden als Krisengebiet galt und wir die 14 Tage Quarantäne nicht in Kauf nehmen wollten. Mit negativen Ergebnissen beim Coronnatest konnte Angelika ohne Aufenthalt weitermachen. Nur 3 Tage vom Schulunterricht waren schließlich online, sonst war sie täglich persönlich präsent.

Bei „Goodreads“ habe ich mein gestecktes Ziel mit dem Wälzer „Troubled Blood“ erreicht. Die paar Urlaubswochen hatte ich mir frei genommen. Dabei habe ich nichts sonst so detailliert durchgearbeitet wie den Sammelband und die wenigsten waren tausend Seiten lang wie der zuerst genannte Band. Angelika hat ihr Ziel inzwischen fast erreicht und so feiern wir andauernd mit Charlain Harris: „Here’s to books, the cheapest vacation you can buy.”

Im November habe ich Erinnerungen an Großpapa Weber aufgeschrieben. Das Zusammengetragene muss noch ins Reine übertragen werden. Angelika hat die ersten Kostproben hinter sich. Mal sehen, ob ich damit noch in diesem Jahr weiterkomme. Am liebsten würde ich das u.a. T.Maisa und O.Gerhard vorlesen. Sie könnten ja aus eigener Erinnerung viel ergänzen, korrigieren und aus ihrer Sicht beleuchten. Das gleiche gilt von den Cousins. Parallel dazu habe ich die Übersetzung von Ricoeuers Wälzer gelesen plus Martha C. Nussbaum´s Überlegungen und Karl Böhmers Hardeland. Faszinierend wie die unterschiedlichen Texte mit eigenen Erinnerungen verschmelzen und zum Weiterdenken, Kombinieren und Fabulieren anspornen, aber manchmal auch Vergeben und Vergessen vorschlagen. 

Friedemann Rothfuchs hat mich auf das folgende Gedicht aufmerksam gemacht Rezept (für´s neue Jahr):

Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.
Für die paar Jahre
Wird wohl alles noch reichen.
Das Brot im Kasten
Und der Anzug im Schrank.

Sage nicht mein.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh,
Wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte den Koffer bereit.

Es ist wahr, was sie sagen:
Was kommen muß, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen.
Und ist es da,
Sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.

Erwarte nichts.
Und hüte besorgt dein Geheimnis.
Auch der Bruder verrät,
Geht es um dich oder ihn.
Den eignen Schatten nimm
Zum Weggefährten.

Feg deine Stube wohl.
Und tausche den Gruß mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun
Und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
Unter dem Dach im Einstweilen.

Zerreiß deine Pläne. Sei klug
Und halte dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet
Im grossen Plan.
Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.

MASCHA KALÉKO 

Wir Wittenberger Webers wünschen Euch ein friedliches Weihnachtsfest und ein gesegnetes neues Jahr 2021 unter der bleibenden Verheißung: „Der Herr ist treu – Er wird’s wohl machen!“ (Ps.37,5) Mit herzlichen Advents- und Weihnachtsgrüßen aus der winterlichen Lutherstadt verbleiben wir weiterhin gerne Eure Webers in Wittenberg: Angelika & Wilhelm

P.S. Wer diesen Rundbrief ausdrucken will, kann das in pdf-Format oder Docx-Format.

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God is full of pleasant surprises & promises a happy ending

Tomorrow is the 4th Sunday in Advent and the holy Apostle encourages us to “rejoice in the Lord always. Again I say, rejoice, because the Lord is near!” (Phil.4,4-5b). The Old Testament lesson takes us a long way back – reminding us that this joy in the Lord is not a new thing or something only to start somewhere far off in the future, but has accompanied His people from the beginning.

The Lord appeared to Abraham by the oaks of Mamre while he was sitting at the entrance to his tent during the hottest time of the day. Abraham looked up and saw three men standing across from him. When he saw them he ran from the entrance of the tent to meet them and bowed low to the ground. He said, “My lord, if I have found favor in your sight, do not pass by and leave your servant.  Let a little water be brought so that you may all wash your feet and rest under the tree. And let me get a bit of food so that you may refresh yourselves since you have passed by your servant’s home. After that you may be on your way.” “All right,” they replied, “you may do as you say.”  So Abraham hurried into the tent and said to Sarah, “Quick! Take three measures of fine flour, knead it, and make bread.” Then Abraham ran to the herd and chose a fine, tender calf, and gave it to a servant, who quickly prepared it. Abraham then took some curds and milk, along with the calf that had been prepared, and placed the food before them. They ate while he was standing near them under a tree. Then they asked him, “Where is Sarah your wife?” He replied, “There, in the tent.” One of them said, “I will surely return to you when the season comes round again, and your wife Sarah will have a son!” Now Sarah was listening at the entrance to the tent, not far behind him. Abraham and Sarah were old and advancing in years; Sarah had long since passed menopause. So Sarah laughed to herself, thinking, “After I am worn out will I have pleasure, especially when my husband is old too?” The Lord said to Abraham, “Why did Sarah laugh and say, ‘Will I really have a child when I am old?’ Is anything impossible for the Lord? I will return to you when the season comes round again and Sarah will have a son.” Then Sarah lied, saying, “I did not laugh,” because she was afraid. But the Lord said, “No! You did laugh.”

Genesis 18,1-15

My sermon outline is as follows:

  1. Promise: In a year´s time, Your wife will have a son…
    • It´s like in a fairy tale: After a year the queen was with child.
    • Miracle of creation: They, who have failed to do it themselves, know all about it!
    • Joy, blessings and longevity – way beyond earthly travails.  
  2. Laughter of doubt and disbelief: It´s just not worthwhile crying over spilt milk
    • Tears have dried up… joy has died down.
    • Laugher is bitter and without hope – even my Lord is old!  
    • Human efforts to push forward, complicate matters further: Hagar & Ismael
  3. Should anything be impossible for the Lord?
    • No! He answers my lament with never ending joy
    • Our lives will be full of laughter – once again and forever
    • Bliss upon bliss, joy without end through God´s creation, redemption & eternal salvation.

We´ll be singing the German original “Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält…” (Heinrich Held 1658), but here´s the translation by Catherine Winkworth (1827-1878):

1 Let the earth now praise the Lord,
Who has truly kept His word
And at last to us did send
Christ, the sinner’s help and friend.

2 What the fathers most desired,
What the prophets’ heart inspired,
What they longed for many a year,
Stands fulfilled in glory here.

3 Abram’s promised great reward,
Zion’s helper, Jacob’s Lord–
Him of twofold race behold–
Truly came, as long foretold.

4 As Your coming was in peace,
Quiet, full of gentleness,
Let the same mind dwell in me
Which is Yours eternally.

5 Bruise for me the serpent’s head
That, set free from doubt and dread,
I may cling to You in faith,
Safely kept through life and death.

6 Then when You will come again
As the glorious king to reign,
I with joy will see Your face,
Freely ransomed by Your grace.

Here is my sermon for tomorrow: 

Gott erfreut überraschend, anhaltend + verlässlich

Freude ist angesagt, verheißen, versprochen: „Freude, Freude über Freude Christus wehret allem Leide...“ Diese Freudenbotschaft (Evangelium / Gospel: Oh happy days!) begleitet die „christgläubge Schar“ von Anfang an. Freude ist Grundmelodie. Das gehört dazu. Nicht nur bei den überraschten Hirten von Bethlehem, sondern schon viel früher geht das los mit diesem unterschwelligen Freudentenor des Christendaseins in dieser Welt. Bei den geduldig abwartenden Propheten schlägt es immer wieder durch. Strahlt es auf. Wird es hell. Jesaja´s Evangelium für diesen 4.Advent klingt nach im Ohr: „Wie sich ein Bräutigam freut über die Braut, so wird sich dein Gott über dich freuen.“ Oh, freue Dich Christenheit. Freue Dich sehr, denn Dein Herr kommt. Er kommt zu suchen und selig zu machen was sonst verloren wäre. Er freut sich an Dir und Du darfst Dich an ihm freuen – von ganzem Herzen, ohne Bedenken, denn Du bist geschmückt wie eine junge Braut für ihren Bräutigam – schon längst seit Deiner heiligen Taufe: Freu sich, dem sein Sünd ist leid.

Happy day, happy day, when Jesus washed my sins away!
He taught me how to watch and pray, and live rejoicing every day.
Happy day, happy day, when Jesus washed my sins away.

Die Apostel stimmen in diese prophetische Freudenbotschaft ein. Paulus jubelt uns den cantus firmus in seinem Freudenbrief an die Philipper zu: „Freuet euch in dem Herrn allewege – und abermals sage ich Euch: Freuet Euch. Der Herr ist nahe!“ Griesgram war nicht sein Ding. Im Gegenteil. Seht wie er mit Sündern und Zöllnern zu Tisch sitzt. Feiert. Ein anhaltendes „Thanksgiving“. Gott sei Lob und Dank – denn er hat besucht und erlöst sein Volk. Halleluja. Halleluja. Er lebt und regiert uns zugut. Wohl uns des feinen Herren.

Da haben selbst ungeborene Kindlein im Mutterleib schon Grund fröhlich zu sein.  Johannes der künftige Täufer hüpft begeistert im Bauch der seligen Mutter Elisabeth, weil sein Herr – der Heilige in Israel – zu Besuch kommt. Da gibt’s kein Halten. Da gibt’s kein Bremsen. Da gilt Feiern. Tanzen. Rauf und runter. Freude. Freude. Fröhlichsein. Der Herr ist gegenwärtig. Aber das ist kein kindlich Ding allein. Alte sind mit dabei. Nicht ausgeschlossen von der Freude. Nicht weggesperrt oder ins Abseits ab- und kaltgestellt. Sie sind dabei und dürfen es bleiben. Von Elisabeth und Zacharias hörten wir letzte Woche. Von Hanna und Simeon hören wir in der kommenden. Und auch das ist ja nicht neu. Das gehört zur Freudenbotschaft, die unser lieber himmlischer Vater von Anfang an seinen Freunden nahebringt – seinem Volk, seinen Auserwählten, den Auserkorenen – Dir und mir – getauft in seinem Namen, konfirmiert in sein Heil und befestigt in seiner heiligen Berufung:

Du bist mein, ich bin dein: dessen sollst du gewiß sein.
Du bist verschlossen in meinem Herzen:
verloren ist das Schlüsselein du musst für immer drinnen sein.

Ja, er gibt uns festen Grund zur Freude. Täglich aufs Neue bestätigt er das. Alle Morgen ist seine Gnade neu. Und seine Güte ist groß. Alle Tage lässt er seine Gnadensonne über uns aufgehen. Immer wieder Tag für Tag: „Freue Dich Israel seiner Gnaden…“ Grund genug zum Freuen haben wir – zum Lachen auch – und selig sein sowieso. Wenn ich mich auf meine Kindheit zurückbesinne, dann fallen mir die fröhlichen Pastorenfamilien ein – die ausgelassenen Gemeindefeiern und fröhlichen Kirchenfeste – besonders in der Fest- und Freudenzeit. Nicht viel von Trübsalblasen, sondern anhaltende Freude in dem Herrn. Darum konnte man gerne meinen „ein trauriger Christ ist ein trauriger Christ“ wie es ja auch in meinem Elternhaus auf dem Marburger Töpferhausteller kunstvoll geschrieben stand.

Heute hören wir von Abraham und Sarah. Er, der Erzvater Israels. Glaubensvater der Gläubigen seither. Vorbild aller Heiligen. Freudenbote Gottes. Erst in Haran. Dann in Kanaan, aber bis nach Ägypten drang er vor, dieser frühe Missionar des Höchsten und einzigen Gottes: Vater, Sohn und Hl. Geist. Dem Apostel Paulus dient er im Römerbrief als Paradebeispiel, für wie wunderbar Gott seine Heiligen führt (Ps.4,4). Am Leben Abrahams können wir diese gute, gnädige, wunderbare Führung Gottes ablesen. Es ist wie Gottes Bilderbuch. Seite um Seite malt uns seine Freudenbotschaft vor Augen. Predigt sie uns ins Ohr. Prägt sie unserem Herzen ein: Oh seht doch auch ihr, wie wunderbar Gott seine Heiligen führt!

Und dazu gehört auch sie. Sarah – früher Sarai – die Herrin, Fürstin, ja Prinzessin! – und nicht nur Abraham und Abimelech (Gn.20), sondern selbst dem großen Pharao von Ägypten (Gn.12) hat sie den Kopf verdreht mit ihrer sprichwörtlichen Schönheit – aber das ist eine andere Geschichte. Ja, sie ist eine der berühmten und bewunderten Grazien bzw Holdseligkeiten im jüdischen Volk. Stammmutter des Volkes Gottes und auch Vorfahrin und eine der Urur—großmütter Jesu selbst. Imposant. Starke Persönlichkeit. Hübsch – und wie alle Erzmütter – auch ganz schön ausgeschlafen, geschliffen und gewieft. Aber davon später.

Beide hatten große Verheißungen im Gepäck. Freude auf Vorschuss. Vorfreude. Sie sollten Nachkommen wie Sand am Meer, ja wie Sterne am Himmel ernten. Land ebenso, Heimat, Zuhause. Reichlich gesegnet. Nichts mit ewiger Wanderschaft, andauernder Fremde, Exil. Vielmehr Land, das Gott ihm zeigen würde. Gelobtes Land. Verheißene Erde. Für sich und seine Nachkommen. Schöne Aussichten. Und da ziehen sie auf gute Hoffnung los. Da ziehen sie in gutem Glauben umher. Jahrelang. Jahrzehnte lang. Und wie gewohnt, hat die Dauer die Last. Sie drehen sich im Kreis. Sie kommen nicht ans Ziel. Und sie haben keine Kinder. Nicht mal eins. Und Sara wird nicht jünger. Ihr geht es wie uns allen. Ihre biologische Uhr tickt. Der Abreißkalender wird jeden Tag um eine Seite dünner. Es geht ihr schon nicht mehr nach Frauenart. Sie ist schließlich längst im Ruhestandsalter. Da hat sie die hormonale Berg-und Talfahrt der Wechseljahre schon fast vergessen – und die Liebeslust schon länger.

Und da sitzt das alte Paar nun im Hein Mamre. Alt und hochbetagt. Dreht Däumchen, trinkt Tee, kaut Datteln – wartet, auf den Sonnenuntergang. Naja. So ähnlich wenigstens. Dabei machen sie sich Gedanken. Sara denkt sich ihren Teil. Abraham den seinen. Beide haben genug vom Gerede der anderen – der Angestellten, Verwandten und Durchreisenden. Den vielsagenden schiefen Blicken: Wohl nicht geklappt, beide alt, einsam und allein – kinderlos, heimatlos, rastlos und ruhelos. Nichts mit all den Jugendplänen. Wunschträumen. Luftschlössern. Hirngespinsten. War wohl alles nichts. Leere Worte. Alles Quark. Da kann einem der Glauben abhandenkommen. Der Glauben an die alten Verheißungen. Tränen längst vertrocknet. Magenkrämpfe unterdrückt. Freude erstickt. Erlahmt. Lebendig tot. Schon längst rechnen sie nicht mehr mit dem Schönsten, Besten, Liebsten, denn  

The tragedy of life is not death, but what we let die inside of us while we life

Norman Cousins

Wer enttäuschte Jugendträume kennt, weiß wie das an die Knochen geht. Schmerzt. Weh. Da ungestillte, heimliche Liebe. Sehnsüchtiges Verlangen, brennend heiß, nicht erfüllt, unerwidert. Da kommen dem hiesigen (Wittenberger) Dr. Faust schlimme Gedanken – teuflische Machenschaften sogar. Oder eben hier der unerfüllte Kinderwunsch. Wie schlimm das ist, wissen wir von den Erzmüttern – von Sara, Rebekka, Rahel bis hin zu Elisabeth. Bei Hanna – der Frau Elkanas – hören wir das anhaltende Klagelied im Tempel, das selbst dem alten Priester Eli, der schon fast alles gesehen hatte, zu viel wurde. In unserem Zeitalter des Machbarkeitswahns ist ja leicht zu vergessen, wie viele hier an ihre Grenzen und die der Biologie stoßen. Ok, auch da gibt’s inzwischen Mittel und Wege zur Abhilfe. Früher wars eine anonyme Leihmutter in Pakistan oder Bangladesch, heute gibt’s Alternativen in internationalen Reagenzgläsern – ganz inkognito – aber nicht unbedingt mit weniger Stress.

Sara wie gesagt ist nicht ohne. Ihr kommt die spitzfindige Idee. Fast so spitzfindig wie die von Abraham damals in Ägypten oder bei Abimelech, wo er sie als fälschlicherweise als Schwester ausgab. Naja, nur halb-gelogen, da sie ja im Prinzip seine Halbschwester war. Sara hat sich ihre Idee bei den Frauen des Lands abgeguckt. Wenn sie schon selber keine Kinder kriegen kann – und die Aussichten dafür angesichts des biologischen Befundes waren ja nicht gerade überwältigend – (Nebenbei: Damals galten biologischen Naturgesetze. Sie wurden nicht als Phantasiegebilde und Ammenmärchen abgetan) – also, weil das eben so aussichtslos war, da könnte doch eine ihrer leibeigenen Sklavinnen an ihrer statt – stellvertretend und vikariatsmäßig halt – das Kind empfangen und austragen. Eine Leihmutter praktisch. Das waren doch beste Aussichten auf Erfolg. Es gibt halt nichts Neues unter der Sonne! Abraham ließ sich breitschlagen. Vielleicht hat er sich nicht mal allzu sehr gegen diese brillante Idee gewehrt? Wer weiß? Darüber schweigt die Schrift wohlweislich. Sara findet Hagar und bringt sie zu Abraham. Und über kurz oder lang gebiert sie ihren ersten Sohn und heißt ihn Ismael. So ist nun doch ein Erbe da und die abrahamitische Linie vorerst gesichert. Aber auch wenn dieses menschliche Ansinnen anscheinend ganz gut lief, war es keine Ideallösung. Nicht eindeutig, klar. Weit gefehlt. Das Verhältnis von Herrin und Magd verkehrte sich ins Gegenteil. Hagar guckte hochmütig auf Sara herab – und Sara, die Schöne, die Prinzessin, die Herrin fühlte sich gedemütigt. Gekränkt. In der Seele verletzt. Nicht ideal wie gesagt. Mehrdeutig. Problematisch: It´s complicated. Darum hat sich Hagar dann aus dem Staub gemacht. Läuft weg. Dienst quittiert. Desertiert.  In der Wüste ist der Ismael fast verkommen. Gott hat sie gerettet. Hat Wasser gezeigt. Hat aber auch Einsicht, Weitblick und Umkehr ermöglicht und geschenkt. Hagar kehrt zurück – und beugt sich unter die harte Hand ihrer Herrin. So steht es geschrieben. Ganze 15 Jahre gehen ins Land. Der Ismael wird groß, stark und männlich fast. Man kann sehen, dass er Stammvater vieler Völker wird – berühmt, mächtig, herrlich. Scheinbar haben sich alle im familiären Abkommen arrangiert. Der Alte sitzt auf seiner Bank. Die Alte ruht aus. Die Junge freut sich an ihrem Halbstarken. Es herrscht Waffenruhe. Mittagsruhe. Das Land backt in der Sonne. Ein Vogel klagt. Bienen summen. Es ist wie es ist. Schon lange so und immer so weiter.

Doch dann kommt Bewegung ins Stillleben. Der Herr erscheint – dort in Mamre. Macht seine Aufwartung. Hält Audienz beim Erzvater Abraham. Krisensitzung im hohen Rat vor dem Waffengang gegen Sodom und Gomorrha. (Auch das ist eine andere Geschichte)

Erstmal gibt’s eine aufwendige Begrüßung. Kniefall erst, dann ausgestreckt im Staub. Dann gibt es ein großes Festmahl. Vorspeisen. Hauptmahlzeit. Nachtisch. Der Gastherr lässt sich nicht lumpen, sondern lässt alles auftischen, was aufzutreiben ist. Und abschließend revanchiert sich der Besuch mit einem fürstlichen Gastgeschenk. Einem wahrhaft königlichen – nein göttlichen Schöpfungsgeschenkes: Wenn wir uns nächstes Jahr wiedersehn, wird Sara einen Sohn geboren haben! Ha. Welche eine Dramatik. Welch eine herrliche Vorstellung. Welch wunderbare Aussichten.

Doch Sara lacht los. Das ist witzig. Spaß? Nein, lächerlich. Und der Witz ist auf meine Kosten. Ungläubig schüttelt sie den Kopf. Bitter aufgestoßen. Enttäuschung kommt wieder hoch. Sie weiß, das wird nichts. Ich weiß doch wie es mit mir bestellt ist. Ich bin inzwischen 90. Da sind andere Frauen längst Urgroßmutter. Bei mir tickt keine regelmäßige Periode. Schön war die Jugendzeit, sie kommt nie mehr. Liebeslust. Kannste vergessen. Mit mir nicht. Da bin ich höchstens Beiwerk wie damals bei Hagar. Und außerdem, ihr werdet euch erinnern: Alt und hochbetagt steht auf unserer Visitenkarte. Auch mein Herr – der gute Abraham – ist inzwischen alt. 100. Liebeslust? Hehehe. Natürlich geht das schief, nach hinten los. Doch der hohe Besuch hört mit. Und das ist peinlich. Ja, Sara fürchtet sich sogar. Ihr wird bang ums Herz. Wenn sie schon keine Kinder hat, man soll ihr nicht nachsagen, dass sie es im Alter verliert, keine gute Gastgeberin ist oder vielleicht sogar nicht mehr alle Tassen im Schrank hat und senil loslacht. Scheinbar hat der Gast es ja ernst gemeint. Dieser nimmt nichts zurück, hakt noch nach: „Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein?“ und „Es ist nicht so, Du hast gelacht!“

Der Herr verwandelt meine Trauer in Lachen. Ja, unser Mund wird auch voll Lachens sein. Freude, Freude über Freude – Christus wehret allem Leide. So auch hier. Übers Jahr gebiert die Königin. Der Prinz heißt Isaak: „Sohn des Lachens“. Was für ein Name! Gott macht Versprechen wahr. Er hält Wort. Darum befreites, frohes Lachen. Nun nicht mehr ein hämisches, bitteres, enttäuschtes Lachen, weil es zum Heulen nicht mehr reicht, sondern freudig erfüllt, reichlich gesegnet und beglückt, selig in der wunderbaren Erfüllung ihres Lebensalters mit fröhlichem Kindersegen und sprichwörtlichem Familienglück.

Dieses ist kein Märchen. Die wunderbare Geschichte endet nicht im Phantastischen. Es bleibt auf der Erde und geht seinen normalen, natürlichen Gang. Schon bald regt sich bei der Herrin Sara die alte Eifersucht auf die Dienstmagd und Leihmutter Hagar. Schlimmer wird’s durchs quälende Mobbing des „Sohn des Lachens“ vom älteren Bruder Ismael, der sich am kl. Wonneproppen die Hörner abläuft. Harte Bilder von Trennung und Verstoßen. Doch – auch wenn es nicht die Geschichte des einen verheißenen Erben ist – die Geschichte Ismaels ist auf dieser Welt weiter gegangen, unvergessen, merkwürdig. Er ist Vater vieler Völker – mächtig im Streit und herrisch auf sagenreichem Gebiet. Gott ist treu, gut und hilfreich – auch da, wo es nicht die eine  rote Linie – die Verheißungslinie und Gnadenkette – betrifft.    

Wir kommen zum Schluss und hören die weihnachtlichen Klänge und Obertöne in der 4. Adventspredigt durchklingen von Verheißung und Erfüllung: Die göttliche Harmonie und gnädige Glaubenssymphonie. Der verheißene Spross wird kommen – der Messias wird eintreffen: Jesus, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden. Siehe, eine Jungfrau ist schwanger. Dieses Mal keine im Alter von Urgroßmüttern, was ja auch schon wunderbar ist! In jedem Fall gilt es die rhetorische Frage zu verneinen: Sollte dem Herrn etwas – aber auch nur etwas – unmöglich sein? Nein – aber auch wirklich gar nichts ist Ihm, unserem Gott – Schöpfer, Heiland und Seligmacher – unmöglich. Und Abrahams Nachkommen werden sein so zahlreich wie die Sterne am Himmel und unzählig wie Sand am Meer. Und ich werde sie führen in das gelobte Land – in das Land, das ich Dir zeigen werde – ins Paradies, himmlische Gottesreich zum ewigen und seligen Leben. Heute können wir beglückt und freudig einstimmen in das Lob- und Danklied: „Vater Abraham hat viele Kinder. Viele Kinder hat Vater Abraham…“ Amen.

Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, dass von dir meine Seligkeit herrühr, so lass mich von dir nicht wanken. Nimm mich dir zu eigen hin, so empfindet Herz & Sinn Freude, Freude über Freude: Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne: Christus ist die Gnadensonne.

Christian Keimann 1645
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Mourning in lonely exile here… (LSB 357)

Yes, that´s how it goes. Crying out for some rain and then when it arrives – as the clock strikes four (16h00) – it´s just so inconvenient. I´m out on my bicycle for some exercise before it´s too dark. Repeatedly I considered turning around and heading back – and once in Pratau I actually did – just to come to my senses and continue on the cycle route “Elberadweg”. If you´re out, You might as well do the entire trip – rain or no rain.  And rain here is never like an African thunderstorm. It´s more like a feint drizzle. Some distant reminder of the real thing. Nothing exiting and no reason to turn back from.

Well, on returning and zipping through „Mittelstraße“ (Middle Street) – with the double-barrel belfries of St. Mary´s pointing the way – a hearse was parked in front of St. John´s care center (Kursana). Two men clad in protective plastics from head to toe – full-facemasks too – were busy loading a big coffin into the back of the black van. Nobody else around. No congregation. No brass band. No pastor. No bells. Nothing. Just that busy couple stowing the coffin – much like the garbage disposal guys doing the rounds. Probably very much like those poor chaps doing the rounds during the pest – picking up corpses, disinfecting the quarters and hoping all along to stay alive (cf Thomas Kaufmann: Pest & Cholera. Remember: Pest & corona have not much in common as Mirko Gutjahr rightly points out.)

Still, what a difference to the way Lutherans used to do it – even here in Wittenberg. Today isolation is first priority – and I believe – the ultimate calamity for the aged, ill and dying. Being left alone in the time of suffering and final expiring must be one of the worst struggles we face. And what a comfort it is to have somebody hold Your hand, give a sip of water and even recite a psalm or hymn – even as death draws near. Family, fellow parishioners, elders, pastors too. Never really alone, but then again Luther does remind us in his Invocavit sermons, that in the end, we do have to face death alone… The figures in spacesuits are probably even less comforting than a friar in a black gown – especially if that friar quotes familiar gospel and sings our favorite hymns. From my parish days I recall the elaborate proceedings of coming to death and dying, but also of funerals. It was like the grand finale – and happy ending of this earthly story and the move to the next, higher and much better level of heavenly bliss – even as we said our farewells to the blessed departed. It has a lot to do with our faith in the “I believe in the Holy Spirit, the holy Christian Church, the communion of saints, the forgiveness of sins, the resurrection of the body, and the life everlasting.” (Apostolic Creed).

Obviously, it´s not just old people dying but young ones too. Angelika recalls her father bearing her still-born brother on his shoulder to the grave at a small and subdued funeral there in Lüneburg. I remember the funeral of her drowned brother Martin. It was the first time, I visited the Scharlachs back then. Most vivid in my mind however is the funeral of her eldest brother Werner in Kirchdorf – with the long guard of honor, church bells ringing and the congregation singing to the accompaniment of the brass band. Now we´ve buried both our fathers too. We are next in line. And I now look forward to the day, when our good Lord will come to meet us, take us by the hand and carry us back home – at last.

We´re not there yet. We still get a fright, when we get home and there´s a hearse parked in front of the gate. Those scares still face us even if we know, that death has lost its sting and Jesus Christ is Lord of all – and that we belong to Him in life as well as in death. We still mourn at sickbeds and open graves too. However, we don´t mourn as those, who have no hope. Saying goodbyes is never easy – not even for Christians – and just like my forebears, I just don´t get used to saying farewell and going my way. My dear father used to say: “Die gemis bly!” (Something like “Absence lingers”).

Last night, Angelika practiced the Advent hymn for the 4th Sunday in Advent on our chapel organ. The old words translated by John Mason Neale (1818-1866) into English verbalize our plea, hope, trust and sure comfort in these dire straits:

1 O come, O come, Immanuel, and ransom captive Israel
that mourns in lonely exile here until the Son of God appear.

Refrain: Rejoice! Rejoice! Immanuel shall come to you, O Israel.

2 O come, O Wisdom from on high, who ordered all things mightily;
to us the path of knowledge show and teach us in its ways to go. Refrain

3 O come, O come, great Lord of might, who to your tribes on Sinai’s height
in ancient times did give the law in cloud and majesty and awe. Refrain

4 O come, O Branch of Jesse’s stem, unto your own and rescue them!
From depths of hell your people save, and give them victory o’er the grave. Refrain

5 O come, O Key of David, come and open wide our heavenly home.
Make safe for us the heavenward road and bar the way to death’s abode. Refrain

6 O come, O Bright and Morning Star, and bring us comfort from afar!
Dispel the shadows of the night and turn our darkness into light. Refrain

7 O come, O King of nations, bind in one the hearts of all mankind.
Bid all our sad divisions cease and be yourself our King of Peace. Refrain 

Psalter Hymnal (Gray)
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Review of some essays on Sasse

This volume is a fine tribute to Hermann Otto Sasse, born in Sonnenwalde on 17th July 1895. A colorful addition complementing the series “Oberurseler Hefte”, masterfully edited by prolific Werner Klän:  bilingual, international, scholarly, sometimes with literary flair and whiffs of genius, surprising detail, mostly with clear Lutheran bias. Just as you´d expect from this panel of twelve academics from three continents reflecting Sasse´s theological legacy, which continues to flourish. The writers go far to trace his ecumenical impact in the doctrinal disciplines of Biblical studies, Church History, Systematics and Liturgics. Want to read more? Here´s a link to my review.

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Looking forward to the 3rd Advent

Looking forward to preach on the “Benedictus” (Lk.1,67-79) tomorrow. That´s looking closer at St. John the Baptist under the watchword from Isaiah 40: “In the wilderness clear a way for the Lord; Look, the Sovereign Lord comes as a victorious warrior.” (Verses 3 & 10).

I´ll be looking at the high hopes on this little boy (and his 2nd cousin too!) first, before visiting him in the wilderness – there on the banks of the Jordan before he comes head-on against the powers that be. Although he lands in prison, doubting and headless, it´s not the end of the story but new beginnings as the theology of the cross and the victorious resurrection of our Lord and God will have us believe.

So, we are looking forward, beyond this world and time from where our good Lord and God is returning in glory, coming towards us to pick us up and carry us home. There and then we will eventually see and hear from St. John himself, what a good turn of events it was for him to get that short-cut to heaven.

Until then, God willing, we will be spared to persevere motivated by the enduring patience of all prophets of whom this wild one was the last to point out the Lamb of God. He, who bears the sins of the world and to whom we cry: Lord have mercy – and Lord Jesus come. Come soon!    

Here´s the link to my sermon for this 3rd Sunday in Advent.

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Weihnachten in Wittenberg

Even as political powers plan another shut-down and churches look at means and ways to share the joy of Christmas in this dark and dreary time, we share a copy of our annual mailing – thanks to the tireless efforts of our dear President Matthew C. Harrison (LCMS), who is also the chairman of the Board for the Old Latin School and the invaluable help from deaconess Pamela Nielsen putting this circular together.

Thank You and may God bless You with a joyful and peaceful Christmas +

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“Judensau”: Polemical challenge

Luther and the Jews. That´s a mouthful. Thomas Kaufmann has said, what is to be said and the recent publication on the “Wittenberger Sau” gives an update on the present controversy. It´s causing waves even across the Atlantic as Nathaniel Jensen pointed out to me. In the ongoing polemics around the plaque on St.Mary´s, I miss aspects of Luther´s context and the hermeneutical and theological challenge he faced headon. So, please bear with my attempt to tackle the thorny issue.

Luther´s relation to Jews changes as he grows older, but in one issue he remains constant – and that´s the basic message on the altar of “his” church St. Marys, which proclaims the apostlic words of St. Paul as foundational and central to its entire setup:

For no one can lay any foundation other than what is being laid, which is Jesus Christ.

1. Corinthians 3,11

In the early days of the reformation Luther had high hopes of Europe seeing the light of the Gospel as he had done by God´s grace alone. In the latter stages of his life the old stalwart had lost quite a bit of the earlier hopes. The emperor had denied the reform and actively strove to crush it. The pope had refrained from meaningful reform. The peasants had resorted to force and the nobility had reacted in kind – both against the outspoken critique of the Reformer. The sacramentarians refused to accept Luther´s reading of scriptural foundations. Enthusiasts continued to flit about as their spirits felt inclined. Humanists like Erasmus had not been convinced. Close connections had turned their back on the Wittenberg movement and gone their own way.

Despite all these disappointments Luther was no pessimist. Not by a long shot. He did not give up the faith. He was not down in the dumps although he had enough reason for sure. Despite serious health issues, he was surprisingly active and productive. At the end he was still busy trying to resolve family disputes amongst local royals of Mansfeld in his birth town Eisleben. It was just, that his faith did not rely on princes. He knew, that even amongst the best of men and in the most prominent families, the most positive was but bleak, miserable and nothing much to build our sure hopes on. His faith was firmly grounded in Jesus Christ alone.

There hope springs – and that eternal. Hope and faith as matters of the 1st commandment are reserved for God alone. He alone can help. He alone will help and change all and everything for the best. That´s for sure. This was Luther´s trust to the end: Our help is in the name of the Lord. And if You ask, who that is, He is called Jesus Christ, the Lord of hosts (Sabaoth). There is no other God. He must prevail. He is victorious and reigns now and always. Now we believe this, although we don´t see it clearly yet. However, there will be a time, when we all will see it. Then, when he returns in glory and all knees will bow before him and all tongues will confess, that he is Lord of all and God alone. He holds the field victorious: Das Feld muss er behalten!

See, Luther initially nurtured high hopes, that the people of old Israel – the Jews – would see the light and come to believe the gospel, that Jesus Christ is their promised Messiah after all. The Son of David, the sure hope of Abraham and the promise of all the prophets from the very beginning. That was his hope. Jesus Christ is the only way to life and salvation. There is not use trusting in the flesh, bloodlines or gene pools. No racial advantage whatsoever. For Luther that was a matter of God´s faithfulness, the trustworthiness of his holy Word, the promises made true one and all in the one, born of the Virgin Mary – just as His gospel preached and the apostles taught in His name and authority and we have believed with the one holy christian church – made up of Jews and Gentiles from the very start.

The Letter to the Romans and Galatians is nothing but a strong case by the apostle St.Paul that IX was the fulfilment of the Old Testament hope and faith. All else was vain and plain shit as the holy Apostle explains drastically to his beloved Philippians. That is why the Old Testament has to be read from this Christological perspective and in the light of His fulfilment. That´s the clue for understanding the Old Testament. Without Jesus Christ, the Old Testament remains empty, cultural trappings, historical detail yes, beautiful sure, but lastly without eternal perspective – without salvific importance – and thus in the big scheme of things vain and worthless, just some rustling in the wind.

Luther saw a lot of good in the Old Testament – poetry, wisdom, richness, tons of good history – but the crown jewel, the pearl worth all else is Jesus Christ alone. He is the one to come and crush the head of the serpent, the root of Jesse, the Son of David, the promised one, virgin´s boy child – Son of Man, the ancient one of old – the bread of life, water of life, the true vine, the good shepherd, the final and true temple, the one holy divine sacrifice, effective, salvific, sufficient, vicarious, justifying and totally redemptive – once and for all. No need for any more of that kind etc. etc.

Everyone, who doubted that was on the false track and barking up the wrong tree. And Luther would not let him get away with that – be it pope, emperor, Turk (Muslim), professor of whoever. Luther was enrolled in the Lord´s army. He was on a mission from God. Called to be apostle to the Germans. Prophet of truth and faithfulness. This was an epic battle with eschatological consequences. It´s a question of either or, for or against – no middle room. No room for cheap grace or pardon. No prisoners taken either. That explains partly the drastic words and crude style adopted in this struggle. After all it was a matter of life and death – not just academic fancy. Luther´s fight was part of the heroic efforts to clean out the filthy pigsty after centuries of neglect, decay and serious corruption. Luther saw himself as doing the rough job, whilst leaving the niceties to his sidekicks – Melanchthon & Co.

At the frontline university Wittenberg Luther had the chair for biblical studies concentrating on the Old Testament. So, he was responsible to teach proper exegesis, hermeneutics and application of the biblical text i.e. understanding, preaching and teaching the text in a time and age, when the Old Testament was seriously underrated, misread and misunderstood by most. This is very real stuff. Sort of a Semiotics professor like Umberto Eco of that time. Or Salman Rushdie in the Islamic realm. No quarter, no pardon. It´s serious stuff – discrediting holy writ as Satanic verses. It earns You a Fatwa. Well, Luther knew all about it. By discarding canonic law, he risked being outlawed. Well, he got what he bargained for, but gave his opponents their fair share too.

Thomas Müntzer and his crazy enthusiasts had earned Luther´s wrath by misusing scripture, misquoting him and just going off like loose cannons, but proclaiming to be faithful interpreters of Holy Writ. Well, Luther would have none of that. He fired volley after volley against these obvious false prophets, heretics, sectarians, ideologues and demagogues. There band was ever growing: Pope, sacramentarians, Erasmus, Karlstadt etc. The list was sheer endless.

The Jews claimed special right to the Old Testament. Luther´s knowledge of the Jews was scant. There were none living in Wittenberg and hardly any in Saxony due to political rulings. He did meet a handful during his lifetime, but those weren´t the best experiences either. So he relied mainly on hearsay – social media/fake news – for his updates. Sometimes he even twittered stuff like: “My sore neck/throat is hurting. Probably the Jews in the village we just passed are breathing their icy curses down my spine, causing my suffering.” Well, You better take that with a whole load of salt. It´s not the gospel. Don´t take it as such. Luther didn´t either. He said and twittered a lot of things. Not all memorable. Not all pure bullion either. This kind of stuff did not make it into the confessions. Don´t You mistake it for such.  

However, Luther´s knowledge of the Old Testament was not negligible. It was profound. And he was an expert. Probably the expert for that matter. And that was, what this battle was about. He would not cede this place voluntarily to anybody denying Jesus Christ´s sole legitimacy to victoriously fulfilling all and every OT prophecy with a loud yes and clear Amen. Those, who taught a message from the OT without or beyond Jesus Christ by reading it as some sort of occult code of numerical values attached to the Hebrew alphabet like the Kabbala – giving special attention to the magical name of God (Shem Hamphoras) and misusing it as some holy grail, lost arc and secret code – are just fooling around or if they believe it themselves, seriously mislead others, while in deep trouble of losing out on the true meaning of the biblical message – the saving Gospel of IX – the Scriptures, that give life as they proclaim IX, the Son of the living God and born of the Virgin Mary as the Apostolic Creed teaches. Reading the Holy Scriptures of the Old and New Testament in such a cabbalistic way, was practically like looking for the truth in a teacup or searching for it in tealeaves. It´s speculative nonsense. Truly fake news. Conspiracy theories going haywire. Or take reading someone´s palm of the hand or the flight/song of some bird. It´s brain-dead. Or in the intestines of an opened-up yet living cat/fowl or human child as Greek and Germanic runic readers, soothsayers, seers, fortunetellers, wizards used to do.

Or – and that is the point of the graphic tableau on St. Mary´s depicting the “Judensau” – reading the Bible from a Cabbalistic point of view is like looking into a porker´s backside. You´ll find no answer there. It´s bottled shut. You don´t find the saving truth in cabbalistic interpretations and such speculative rereading of God´s Word. You should just stick to the text and read it as it points to Jesus Christ, the author and perfector of the only saving faith. That´s what the plaque insinuates. It´s not about race and it´s not about the Jews per se, but rather addressing a certain hermeneutic, which lastly proves to be detrimental and fatal. It´s the dramatic struggle for the true understanding of the biblical message, which is not found in the cabbalistic reading, but in the Christian understanding of the Old Testament as recorded in the New Testament. Here in Jesus Christ, You find life and salvation. That´s the teaching of the church. And outside of the church there is no salvation. That´s why the plaque is outside the church and crying out a dire warning to the Israelites then and now – just like the prophets used to do ages back – return to the Lord Your God. For He is one and there is no other. His name is Jesus Christ. The Lord of hosts (Sabaoth): He holds the field victorious. Amen.

In a time, when people are going on to the streets for freedom of expression and religion, when people get all worked up about Mohammed caricatures, a reminder might be in order, that this is something of a polemical cartoon from Ages past – long before Luther already – posting its drastic message, which truth be told, is still part of the Gospel. Our Lord Jesus Christ himself told the Jews:

You study the scriptures thoroughly because you think in them you possess eternal life, and it is these same scriptures that testify about me, but you are not willing to come to me so that you may have life.

Gospel of St. John 5,39-40

Remember the one and only living God´s rules laid down in Deuteronomy for us and our salvation? Well, right there in the 18th chapter we read His voice loud and clearly:

When you enter the land the Lord your God is giving you, you must not learn the abhorrent practices of those nations. There must never be found among you anyone who sacrifices his son or daughter in the fire, anyone who practices divination, an omen reader, a soothsayer, a sorcerer, one who casts spells, one who conjures up spirits, a practitioner of the occult, or a necromancer. Whoever does these things is abhorrent to the Lord, and because of these detestable things the Lord your God is about to drive them out from before you. You must be blameless before the Lord your God. Those nations that you are about to dispossess listen to omen readers and diviners, but the Lord your God has not given you permission to do such things.

The Lord your God will raise up for you a prophet like me from among you—from your fellow Israelites; you must listen to him. This accords with what happened at Horeb in the day of the assembly. You asked the Lord your God: “Please do not make us hear the voice of the Lord our God anymore or see this great fire anymore lest we die.”  The Lord then said to me, “What they have said is good. I will raise up a prophet like you for them from among their fellow Israelites. I will put my words in his mouth and he will speak to them whatever I command. I will personally hold responsible anyone who then pays no attention to the words that prophet speaks in my name.

“But if any prophet presumes to speak anything in my name that I have not authorized him to speak, or speaks in the name of other gods, that prophet must die. Now if you say to yourselves, ‘How can we tell that a message is not from the Lord?’ whenever a prophet speaks in my name and the prediction is not fulfilled, then I have not spoken it; the prophet has presumed to speak it, so you need not fear him.”

Deuteronomy 18,9-22

Luther´s writings are explosive and not only with regards to the Jews. In an age of political correctness and given the challenges of giving no offense he is a loose cannon and his writings a veritable minefield. Still, it´s helpful to remember, that for Luther these considerations were unheard of and that for him it all boiled down to the 1st commandment – and whether Jesus Christ is Lord or not. That really is the crucial matter – and like any good prophet, Luther presses that point home – much like the orthodox adage – in a state of confession there are no neutral issues. The decisive problem is clear cut – either for or against. No middle ground. You are either inside or outside the church – and Jesus Christ is the corner- and touchstone.

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Just another morning in Advent

Got a letter from the superintendent asking for a police clearance certificate (Führungszeugnis). So, I got out of the den – and surprise, surprise – the earth is turning, all the world´s on the move and life is going on outside. It could have been any day of the week really.

On the way to the civic center (Rathaus), I dropped off my library books and came across Jochen P. (hunting buddy), who was booking a holiday at the tourist bureau (DER Deutsches Reisebüro) on the market square and on his way to get a haircut.  After all, he is going on a hunt today, so he had to look his smartest. Not difficult for him. He´s still makes a fine gentleman at 70+.

Luther was there too, but he was as pensive as always. Not very talkative. Just pointing to Scriptures on his high pedestal. I wonder, if he would have cared to be more conversational with an African like me back in his days or whether he would have been just as aloof as nowadays – just busy with theology and really important things. I wonder, if I would have managed to get his attention anyway and gotten into his circle of friends. Perhaps if Bugenhagen or Justus Jonas would have introduced me most kindly. I sure would have like that – listening to their table talk, trying a bite of Katie´s food or just soaking up the atmosphere of rekindled faith, hope and love in those Reformation days. Now – it´s him and Melanchthon keeping their distance in the public square – up high, far apart and a long distance away from most of us. Looking down on us passersby from on high. Done and dusted. Not much of a conversation going on there. More like a soliloquy. Just like in my little bookstore.

Getting to the library, I ran into Michael B, who works up on the 4th story and whose offices are being moved due to pending renovations to the “Alte Rathaus”. So, she´s desperately trying to get rid of excess stuff – posters, books etc. I got posters last time. Next time, it´s books. Just let her boss sort through those piles first. For now, she was on her way and I on mine, but first we exchanged smiles, friendly words and encouragements. It´s nice to have friendly people around.

Then the books were handed in. No replacements this time. I´ve got enough on my hands as it is, without the burden of unfinished books constantly pleading for attention and accusing me of neglect, discrimination and other terrible offenses. Such books can get a very legalistic demenour after a while and if You get to know them a bit. Even without words, they keep pointing fingers – and it strikes me every time: Guilty as charged!

Getting to the civic center I got the Nr 1 table and faster than I could have imagined Marie B. had my request lodged and I was off with proof in hand. These German bureaucrats are highly efficient. I asked her, whether last time around, she hadn´t been sitting at another table to serve me. Well, seems they move around and get to another desk every day. Sort of keeps the place functional optimally and very focussed even though it still has a nice comfortable touch about it and not too official and office like at all: Colourful, light and inviting – even in the darkest time of winter.

Ha, mission accomplished and in next to no time I was heading back to my solitary cave. But before getting there next to St. Mary´s Sister Elisabeth was on her bicycle. So, we caught up with this and that – both grateful to see a known face alive and smiling. She´s been to a number of spiritual retreats and excercises recently, making the most of this forced shutdown according to the slogan: “Less is more!” Man, it´s good to see such a row of friendly faces – endearing, heartening, uplifting – and not just virtually, but very real.

Hopefully, You run into some friendly ones too today. Have a wonderful day – even as the forced isolation continues and we look forward to the 3rd Sunday in Advent – yearning for the light at the end of the tunnel. Remember the divine blessing, which talks very much of the triune God showing You His friendly face:

+++ The Lord bless and keep You. The Lord make His face shine upon You and be gracious to You. The Lord lift up His countenance upon You and give You peace +++

Remember God´s promises through the prophet Isaiah (40,1-11), which have been put to music by Johann Olearius (1611-1684) and translated into English by Catherine Winkworth (1827-1887). He means it – and it is for You too:

1 Comfort, comfort ye my people,
speak ye peace, thus saith our God;
comfort those who sit in darkness,
mourning ‘neath their sorrow’s load.
Speak ye to Jerusalem
of the peace that waits for them;
tell her that her sins I cover,
and her warfare now is over.

2 Yea, her sins our God will pardon,
blotting out each dark misdeed;
all that well deserved his anger
he no more will see or heed.
She hath suffered many a day,
now her griefs have passed away;
God will change her pining sadness
into ever-springing gladness.

3 For the herald’s voice is crying
in the desert far and near,
bidding all men to repentance,
since the kingdom now is here.
O that warning cry obey!
Now prepare for God a way;
let the valleys rise to meet him,
and the hills bow down to greet him.

4 Make ye straight what long was crooked,
make the rougher places plain;
let your hearts be true and humble,
as befits his holy reign.
For the glory of the Lord
now o’er earth is shed abroad;
and all flesh shall see the token
that his word is never broken.

Johann Olearius (1611-1684)

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