Dies Geheimnis ist groß… (Epheser 5:32)

“Was Gott zusammengefuegt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.”

Dies Geheimnis ist groß… (Epheser 5:32)

Paulus spricht Mann zu Mann: „Ein jeder habe lieb seine Frau wie sich selbst.“ Er vertieft die Forderung theologisch:  Es soll bei euch sein wie bei Christus und der Gemeinde. So wie jener diese geliebt hat, so sollt ihr die euch angetrauten Frauen lieben – mit Hingabe und bis zuletzt. Wie er die armselige Gemeinde als herrliche Braut angenommen, geschmückt und verherrlicht hat, damit sie als von ihm getaufte Gemeinschaft der Heiligen ohne Flecken und Runzel der Welt präsentierbar wird, so soll der Mann ebenfalls seine Frau als schönste und beste Kreatur von Gott dankbar annehmen, schmücken und verehren. Er soll sie im Herzen, Zuhause und in der Öffentlichkeit nicht beschämen, sondern sie hoch und wert halten, sie pflegen und ernähren in guten wie in bösen Tagen, ihr gerne helfen, sie nicht verlassen, sondern treu und liebevoll zu ihr stehen. Damit wird nichts Außergewöhnliches gefordert. Wer sich um seine Frau kümmert und sich für sie stark macht, der tut das eh für sich selbst, meint der Apostel. Beide sind zutiefst vereint, ja eins. Das ist gute Ordnung Gottes. Daran sollen wir uns halten.

Der Apostel fragt rhetorisch: Wer hasst sich schon selbst? Normal wäre die Antwort: Keiner. Doch diese ehemalige Klarheit ist uns abhanden gekommen, dass selbst grundsätzliche Ordnungen Gottes problematisiert, disqualifiziert oder gar ins Gegenteil verkehrt werden.

Das Rezept einer gelungenen Ehe ist denkbar einfach: „Ein jeder habe lieb seine Frau wie sich selbst.“ Dennoch bleibt die Verwirklichung ein großes Geheimnis. Nicht zuletzt wegen unserer harten Herzen. In seiner unergründlichen Güte lässt der himmlische Vater doch hier und dort solch paradiesisches Glück aufleuchten. Da loben und preisen wir ihn für solch unverdiente Barmherzigkeit, die uns in der gefallenen Welt an seine Vatergüte erinnert. Damit wir seine herrlichen Gaben nicht leichtfertig verscherzen, flehen wir ihn an:

„Was dir gefällt, das lass auch mir, o meiner Seelen Sonn und Zier, gefallen und belieben; was dir zuwider, lass mich nicht in Werk und Tat verüben.“ Amen.

Geschrieben fuer den Feste Burg-Kalender: 24.10.2012

About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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