So gebt nun jedem, was ihr schuldig seid (Römer 13,7a)

So gebt nun jedem, was ihr schuldig seid (Römer 13,7a)

Politik ist kein rechtsfreier Raum losgelöst aus Gottes Interessen- und Herrschaftsgebiet. Globale Größen unterstehen ihm wie jeder Scheriff im Dorf. Er will, dass Gerechtigkeit und Frieden herrsche und jeder mit Danksagung empfange sein täglich Brot. Darum hat er Obrigkeit als Schutz- und Ordnungsmacht eingesetzt. Sie soll vor allem Armen und Rechtlosen beistehen.

Der Apostel schreibt solchen, die zwar unter heidnischer Tyrannei leben, aber noch von ihrem Schutz profitieren. Noch steht die Verfolgungssituation, die später von dort über die Kirche einbricht, nicht zur Debatte.  Bedacht wird nicht christliche Verantwortung angesichts diabolischer Entartung der Obrigkeit. Gehorsamsverweigerung und gewaltsamer Widerstand gegen legale Unrechtssysteme probiert die Kirche erst später aus. Martyrium bleibt ihr nicht erspart. Gott Lob, wenn sich schlechte Regierung friedlich abwählen lässt und es bessere Alternativen gibt! Er sei auch den Menschen gnädig und barmherzig, denen das verwehrt bleibt.

Der Apostel wehrt sich hier gegen das Missverständnis, Christen seien vom zivilen Gehorsam dispensiert. Noch sind sie nicht im himmlischen Jerusalem wie Schwärmer weltfremd fantasieren. Die Forderung Zoll und Steuern zu zahlen behält Gültigkeit, obwohl die Opposition regiert, auch wenn das Fernsehprogramm viel zu wünschen übrig lässt und trotz zu vieler Schlaglöcher auf den Straßen. Noch gelten Zwang und Zucht. Zu viele trachten nach eigenem Interesse auf Kosten anderer. Da muss rechtlich Schutz und Riegel vor.

Absolute Rechtsfreiheit bleibt diesseitig Utopia. Darum sind weiterhin Ehre und Furcht, Strafe oder Schutz denen zu erweisen, denen sie geschuldet werden. Nicht egalitär, sondern je nach Verdienst und Würdigkeit. Die rangmäßige Schuldigkeits- und Vergeltungsordnung bleibt zur linken Hand Gottes. Einer komme dem anderen mit Liebe zuvor und bleibe niemandem etwas schuldig als diese – um Christi willen.

Herr Jesus Christus: Treib unseren Willen, dein Wort zu erfüllen; hilf uns gehorsam wirken deine Werke; und wo wir schwach sind, da gib du uns Stärke. Amen

Geschrieben fuer den Feste Burg Kalender: 23.10. 2012

About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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