Das Jahr geht still zu Ende

Das Jahr geht still zu Ende, nun sei auch still, mein Herz. In Gottes treue Hände leg ich nun Freud und Schmerz und was dies Jahr umschlossen, was Gott der Herr nur weiß, die Tränen, die geflossen, die Wunden brennend heiß.

Warum es so viel Leiden, so kurzes Glück nur gibt? Warum denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? So manches Aug gebrochen und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen. Du armes Herz, warum?

Dass nicht vergessen werde, was man so gern vergisst: dass diese arme Erde nicht unsre Heimat ist. Es hat der Herr uns allen, die wir auf ihn getauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimatrecht erkauft.

Hier gehen wir und streuen die Tränensaat ins Feld, dort werden wir uns freuen im selgen Himmelszelt. Wir sehnen uns nach Frieden im ewgen Vaterhaus und wissens: die geschieden, die ruhen dort schon aus.

O das ist sichres Gehen durch diese Erdenzeit: nur immer vorwärts sehen mit selger Freudigkeit. Wird uns durch Grabeshügel der klare Blick verbaut, Herr, gib der Seele Flügel, dass sie hinüberschaut.

Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz, geh selber uns zur Seiten und führ uns heimatwärts. Und ist es uns hienieden so öde, so allein, o lass in deinem Frieden uns hier schon selig sein.

Eleonore Fürstin Reuß (1867) LKG 112
William Blake: Beschneidung Jesu

Wochenspruch nach Weihnachten

Er hat seinen Engel befohlen über Dir, daß sie Dich behüten auf allen Deinen Wegen.

Psalm 91,11

2. Januar: Fortlaufende Lesung

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag. Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern. Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah so. Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag. Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an einem Ort, dass man das Trockene sehe. Und es geschah so. Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, dass es gut war. Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist auf der Erde. Und es geschah so. Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringt, ein jedes nach seiner Art, und Bäume, die da Früchte tragen, in denen ihr Same ist, ein jeder nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag.

1. Mose (Genesis) 1,1-13

Tageslesung für Montag nach dem 1. Sonntag nach Weihnachten

Und er kam nach Nazareth, wo er aufgewachsen war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbat in die Synagoge und stand auf, um zu lesen. Da wurde ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht. Und als er das Buch auftat, fand er die Stelle, wo geschrieben steht: »Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und die Zerschlagenen zu entlassen in die Freiheit und zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.«

Und als er das Buch zutat, gab er’s dem Diener und setzte sich. Und aller Augen in der Synagoge sahen auf ihn. Und er fing an, zu ihnen zu reden: Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren.

Lukas 4,16-21

Losung und Lehrtext für Montag, den 2. Januar 2023 

Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn und mein liebes Kind? Denn sooft ich ihm auch drohe, muss ich doch seiner gedenken; darum bricht mir mein Herz, dass ich mich seiner erbarmen muss, spricht der HERR.
Jeremia 31,20

Gott, der reich ist an Erbarmen, hat uns in seiner großen Liebe, die er uns entgegenbrachte, mit Christus zusammen lebendig gemacht, obwohl wir tot waren in unseren Verfehlungen.
Epheser 2,4-5

Gnädiger Gott und Vater!

In Demut preisen wir die Weisheit Deiner Wege und ergeben uns Deiner väterlichen Führung mit kindlichem Vertrauen. Wir bitten dich, halte uns an Deiner rechten Hand, leite uns nach Deinem Rat und nimm uns endlich mit Ehren an, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, unseren Herrn. Amen.

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn und Heiliger Geist 

+ Pax vobiscum +

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Jesu, nun sei gepreiset

Jesu, nun sei gepreiset zu diesem neuen Jahr
Für dein Güt, uns beweiset in aller Not und Gfahr,
Daß wir haben erlebet die neu fröhliche Zeit,
Die voller Gnaden schwebet und ewger Seligkeit;
Daß wir in guter Stille das alt Jahr habn erfüllet.
Wir wolln uns dir ergeben jetzund und immerdar,
Behüte Leib, Seel und Leben hinfort durchs ganze Jahr.

Laß uns das Jahr vollbringen zu Lob dem Namen dein,
Daß wir demselben singen in der Christen Gemein.
Wollst uns das Leben fristen durch dein allmächtig Hand,
Erhalt dein liebe Christen und unser Vaterland!
Dein Segen zu uns wende, gib Fried an allem Ende,
Gib unverfälscht im Lande Dein seligmachend Wort,
Die Teufel mach zuschanden hier und an allem Ort!

Dein ist allein die Ehre, Dein ist allein der Ruhm;
Geduld im Kreuz uns lehre, regier all unser Tun,
Bis wir fröhlich abscheiden ins ewigen Vaters Reich,
Zu wahrem Fried und Freude, den Heilgen Gottes gleich.
Indes machs mit uns allen nach deinem Wohlgefallen.
Solchs singet heut ohn Scherzen die christgläubige Schar
Und wünscht mit Mund und Herzen ein seligs neues Jahr.

Johannes Herman 1591 (LKG 113)
Hans und Jakob Strüb: Beschneidung Jesu (Diozesan Museum Rottenburg)

1. Januar, Tag der Beschneidung und Namensgebung unseres Herrn (Neujahr)

Alles, was Ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott dem Vater, durch ihn.

Kolossen 3,17

HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, der du zeigst deine Hoheit am Himmel! Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge / hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen, dass du vertilgest den Feind und den Rachgierigen. Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan: Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die wilden Tiere, die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und alles, was die Meere durchzieht. HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!

Psalm 8

Alttestamentliche Lesung

Und nun spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, und wenn du durch Ströme gehst, sollen sie dich nicht ersäufen. Wenn du ins Feuer gehst, wirst du nicht brennen, und die Flamme wird dich nicht versengen. Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige Israels, dein Heiland. Ich gebe Ägypten für dich als Lösegeld, Kusch und Seba an deiner statt. Weil du teuer bist in meinen Augen und herrlich und weil ich dich lieb habe, gebe ich Menschen an deiner statt und Völker für dein Leben. So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir. Ich will vom Osten deine Kinder bringen und dich vom Westen her sammeln, ich will sagen zum Norden: Gib her!, und zum Süden: Halte nicht zurück! Bring her meine Söhne von ferne und meine Töchter vom Ende der Erde, alle, die mit meinem Namen genannt sind, die ich zu meiner Ehre geschaffen und zubereitet und gemacht habe.

Jesaja 43,1-7

Epistel am Neujahrsfest

Ehe aber der Glaube kam, waren wir unter dem Gesetz verwahrt und eingeschlossen, bis der Glaube offenbart werden sollte. So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerecht würden.
Da nun der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus. Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Nachkommen und nach der Verheißung Erben.

Galater 3,23-29

Evangelium am Fest der Beschneidung

Und als acht Tage um waren und er beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe er im Mutterleib empfangen war.

Lukas 2,21

Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken Dir, daß Du uns Deinen lieben Sohn gegeben hast, um sein Volk zu retten von allen Sünden. wir bitten Dich, Du willst Deine Gnade geben, daß wir in diesem neuen Jahr alles, was wir tun, mit Worten und Werken, im Namen Jesu beginnen und Dich, unseren Vater, durch ihn preisen, darin auch alle Tage unseres Lebens beharren und zunehmen, bis wir zuletzt nach dieser Zeit Dich in Ewigkeit loben und anbeten, durch denselben, unseren Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Der HERR segne Dich und behüte Dich; Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig; Der HERR erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe Dir Frieden.

4. Mose 22 (Numeri)

Pax vobiscum +

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Das alte Jahr vergangen ist

Das alte Jahr vergangen ist; wir danken Dir, Herr Jesu Christ, dass Du uns in so großer G’fahr so gnädiglich behüt’ dies Jahr.

Wir bitten Dich, ewigen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, Du wollst Dein arme Christenheit bewahren ferner allezeit.

Entzieh uns nicht Dein heilsam Wort, das ist der Seelen Trost und Hort; vor Papsts Lehr und Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei.

Hilf, dass wir von der Sünd ablan und fromm zu werden fangen an; keinr Sünd im alten Jahr gedenk, ein gnadenreiches Jahr uns schenk,

christlich zu leben, seliglich zu sterben und hernach fröhlich am Jüngsten Tag wiedr aufzustehn, mit Dir in Himmel einzugehn,

zu danken und zu loben Dich mit allen Engeln ewiglich. O Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Ruhm und Ehr.

Johann Steuerlein 1588

Psalm am Altjahrsabend

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts. Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!

Psalm 121,1-8

Tageslesung für den Altjahrsabend

Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen wird von der Hochzeit, auf dass, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich auftun. Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet. Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich schürzen und wird sie zu Tisch bitten und kommen und ihnen dienen. Und wenn er kommt in der zweiten oder in der dritten Nachtwache und findet’s so: Selig sind sie. Das sollt ihr aber wissen: Wenn der Hausherr wüsste, zu welcher Stunde der Dieb kommt, so ließe er nicht in sein Haus einbrechen. Seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr’s nicht meint.

Lukas 12,35-40

Losung und Lehrtext für Samstag, den 31. Dezember 2022 

So spricht der Herr: Ich will mich selbst als Wache um mein Haus lagern.
Sacharja 9,8

Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Römer 8,31-32

Allmächtiger, ewiger Gott, der uns im vergangen Jahr viel Gutes hast erzeiget: wir bitten Dich, Du wollest auch das neue Jahr mit Deinem göttlichen Leben erfüllen. Durch unseren Herrn Jesus Christus Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S. 116

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn und Heiliger Geist 

+ Pax vobiscum +

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Der Tag der ist so freudenreich

Der Tag der ist so freudenreich
Aller Kreature,
Denn Gottes Sohn vom Himmelreich
Über die Nature
Von einer Jungfrau ist geborn:
Maria, du bist auserkorn,
Daß du Mutter wärest:
Was geschah so wunderlich?
Gottes Sohn vom Himmelreich
Der ist Mensch geboren.

Ein Kindelein so löbelich
Ist uns geboren heute
Von einer Jungfrau säuberlich
Zu Trost uns armen Leuten.
Wär uns das Kindlein nicht geborn,
So wären wir allzumal verlorn,
Das Heil ist unser aller.
Ei du süßer Jesu Christ,
Daß du Mensch geboren bist,
Behüt uns vor der Hölle.

Als die Sonn durchscheint das Glas
Mit ihrem klaren Scheine,
Und doch nicht versehret das,
So merket allgemeine:
In gleicher Weis geboren ward
Von einer Jungfrau rein und zart
Gottes Sohn der werte;
In ein Kripp ward er gelegt,
Große Marter für uns trägt
Hie auf dieser Erde.

Gott sollen wir auch danken schon
Um seine großen Gaben,
Die wir sein allerliebsten Sohn
Von ihm empfangen haben
In eines Kindeleins Gestalt,
Der doch regiert mit aller Gewalt,
Im Himmel und auf Erden.
Dem sei Lob, Ehr und Preis bereit
Samt Heiligem Geist in Ewigkeit
Von allen Kreaturen

Nach dem lateinischen “Dies est laetitiae” (14. Jhd)
Codex Egberti: Der Bethlehemitische Kindermord (Meister des Registrum Gregorii)

Fortlaufende Lesung ist Matthäus 3,13-17

Lesung am Tag der unschuldigen Kindlein (28.Dezember) ist Matthäus 2,13-18

Losung und Lehrtext für Mittwoch, den 28. Dezember 2022 

Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.
Psalm 42,12

Weil wir nun solche Hoffnung haben, sind wir voller Freimut.
2. Korinther 3,12

Allmächtiger Gott, der Du in großen und gewaltigen Werken Deine Herrlichkeit offenbarst und durch die Unmündigen und Geringen noch in ihrem Sterben Wunder tust: mache uns bereit, uns Deinem Willen zu fügen und unser Leben für Deinen Sohn zu opfern. Durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Hl. Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn und Heiliger Geist 

+ Pax vobiscum +

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Christum wir sollen loben schon

Christum wir sollen loben schon,
Der reinen Magd Marien Sohn,
So weit die liebe Sonne leucht
Und an der Welt Ende reicht.

Der selig Schöpfer aller Ding
Zog an eins Knechtes Leib gering,
Daß er das Fleisch durchs Fleisch erwürb
Und sein Geschöpf nicht alls verdürb.

Die göttlich Gnad vom Himmel groß
Sich in die keusche Mutter goß;
Ein Mägdlein trug ein heimlich Pfand,
Das der Natur war unbekannt.

Das züchtig Haus des Herzens zart
Gar bald ein Tempel Gottes ward;
Die kein Mann rühret noch erkannt,
Von Gottes Wort sie man schwanger fand.

Die edle Mutter hat geborn
Den Gabriel verhieß zuvorn,
Den Sankt Johanns mit Springen zeigt,
Da er noch lag im Mutterleib.

Er lag in Heu mit Armut groß,
Die Krippen hart ihn nicht verdroß;
Es ward ein kleine Milch sein Speis,
Der nie kein Vöglein hungern ließ.

Des Himmels Chör sich freuen drob
Und die Engel singen Gott Lob,
Den armen Hirten wird vermeldt
Der Hirt und Schöpfer aller Welt.

Lob, Ehr und Dank sei dir gesagt,
Christe geboren von reiner Magd,
Mit Vater und dem Heilgen Geist,
Von nun an bis in Ewigkeit. Amen.

Hymnus des Bischofs Caelius Sedulius (5.Jhd): A solis ortus cardine. Deutsch von Dr. Martin Luther 1524.

Guido Reni: Anbetung der Hirten (1642)

Fortlaufende Lesung

1 Zu der Zeit kam Johannes der Täufer und predigte in der Wüste von Judäa2 und sprach: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen! 3 Denn dieser ist’s, von dem der Prophet Jesaja gesprochen und gesagt hat: »Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg und macht eben seine Steige!« 4 Er aber, Johannes, hatte ein Gewand aus Kamelhaaren an und einen ledernen Gürtel um seine Lenden; seine Speise aber waren Heuschrecken und wilder Honig. 5 Da ging zu ihm hinaus Jerusalem und ganz Judäa und das ganze Land am Jordan6 und ließen sich taufen von ihm im Jordan und bekannten ihre Sünden.7 Als er nun viele Pharisäer und Sadduzäer sah zu seiner Taufe kommen, sprach er zu ihnen: Ihr Otterngezücht, wer hat euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? 8 Seht zu, bringt rechtschaffene Frucht der Buße!9 Denkt nur nicht, dass ihr bei euch sagen könntet: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken. 10 Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Darum: Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.11 Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. 12 Er hat die Worfschaufel in seiner Hand und wird die Spreu vom Weizen trennen und seinen Weizen in die Scheune sammeln; aber die Spreu wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer.

Matthäus 3,1-12

27. Dezember, Tag des Apostels und Evangelisten Johannes

Und als er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach! Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus lieb hatte, der auch beim Abendessen an seiner Brust gelegen und gesagt hatte: Herr, wer ist’s, der dich verrät? Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was wird aber mit diesem? Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach! Da kam unter den Brüdern die Rede auf: Dieser Jünger stirbt nicht. Aber Jesus hatte nicht zu ihm gesagt: Er stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an? Dies ist der Jünger, der das bezeugt und aufgeschrieben hat, und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist.

Johannes 21,19b-24

Losung und Lehrtext für Dienstag, den 27. Dezember 2022 

Gleichwie ich über sie gewacht habe, auszureißen und einzureißen, so will ich über sie wachen, zu bauen und zu pflanzen, spricht der HERR.
Jeremia 31,28

So seid nun geduldig, Brüder und Schwestern, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen.
Jakobus 5,7

Allmächtiger, barmherziger Vater, der Du das wahrhaftige Licht, unsern Herrn Jesus Christus, in der Welt hast aufgehen und durch Deine Apostel treulich bezeugen lassen: verleihe uns, daß wir durch dieses Licht erleuchtet werden im rechten Glauben zum ewigen Leben durch unsern Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres, S. 115

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn und Heiliger Geist 

+ Pax vobiscum +

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Vom Himmel kam der Engel Schar

Vom Himmel kam der Engel Schar, erschien den Hirten offenbar; sie sagten ihn’: »Ein Kindlein zart, das liegt dort in der Krippen hart

zu Bethlehem, in Davids Stadt, wie Micha das verkündet hat, es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist.«

Des sollt ihr alle fröhlich sein, dass Gott mit euch ist worden ein. Er ist geborn eu’r Fleisch und Blut, eu’r Bruder ist das ewig Gut.

Was kann euch tun die Sünd und Tod? Ihr habt mit euch den wahren Gott; lasst zürnen Teufel und die Höll, Gotts Sohn ist worden eu’r Gesell.

Er will und kann euch lassen nicht, setzt ihr auf ihn eu’r Zuversicht; es mögen euch viel fechten an: dem sei Trotz, der’s nicht lassen kann.

Zuletzt müsst ihr doch haben recht, ihr seid nun worden Gotts Geschlecht. Des danket Gott in Ewigkeit, geduldig, fröhlich allezeit.

Dr. Martin Luther 1483-1546

Fortlaufende Lesung aus dem heiligen Evangelium St. Matthäi

Die Flucht nach Ägypten

Als sie aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Josef im Traum und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich dir’s sage; denn Herodes hat vor, das Kindlein zu suchen, um es umzubringen. Da stand er auf und nahm das Kindlein und seine Mutter mit sich bei Nacht und entwich nach Ägypten und blieb dort bis nach dem Tod des Herodes, auf dass erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: »Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.«

Der Kindermord des Herodes

Als Herodes nun sah, dass er von den Weisen betrogen war, wurde er sehr zornig und schickte aus und ließ alle Knaben in Bethlehem töten und in der ganzen Gegend, die zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erkundet hatte. Da wurde erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Jeremia, der da spricht: »In Rama hat man ein Geschrei gehört, viel Weinen und Wehklagen; Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen.«

Die Rückkehr aus Ägypten

Als aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Josef im Traum in Ägypten und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und zieh hin in das Land Israel; sie sind gestorben, die dem Kindlein nach dem Leben getrachtet haben. Da stand er auf und nahm das Kindlein und seine Mutter mit sich und kam in das Land Israel. Als er aber hörte, dass Archelaus in Judäa König war anstatt seines Vaters Herodes, fürchtete er sich, dorthin zu gehen. Und im Traum empfing er einen Befehl und zog ins galiläische Land und kam und wohnte in einer Stadt mit Namen Nazareth, auf dass erfüllt würde, was gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazoräer heißen.

Matthäus 2,13-23

26. Dezember: Tag des Märtyrers Stephanus

Darum: Siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; von ihnen werdet ihr einige töten und kreuzigen, und einige werdet ihr geißeln in euren Synagogen und werdet sie verfolgen von einer Stadt zur andern, auf dass über euch komme all das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, vom Blut Abels, des Gerechten, bis zum Blut Secharjas, des Sohnes Berechjas, den ihr getötet habt zwischen Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch: Das alles wird über dieses Geschlecht kommen.
Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt! Siehe, »euer Haus soll euch wüst gelassen werden« Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!

Matthäus 23,34-39

Losung und Lehrtext für Montag, den 26. Dezember 2022

Sie gingen zu ihren Zelten fröhlich und guten Mutes über all das Gute, das der HERR an David, seinem Knecht, und an seinem Volk Israel getan hatte.

1.Könige 8,66

Die Hirten kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.

Lukas 2,16-17

Zusammen mit der heiligen Kirche und weltweiten Christenheit beten wir die Kollekte für diesen 2. Weihnachtstag

Barmherziger Gott und Vater, der Du Deinen Sohn in unser Fleisch gesandt hast, um durch sein Leiden und Sterben uns zu versöhnen: gib uns, daß wir in seiner Nachfolge Kraft und Freudigkeit zum Leiden haben und dereinst mit Stephanus seine Herrlichkeit schauen. Durch unsern Herrn Jesus Christus , der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit.

Orate fratres, S.115

Der HERR segne Dich und behüte Dich; Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig; Der HERR erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe Dir Frieden.

Num 6,22
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Gelobet seist Du, Jesus Christ

Gelobet seist Du, Jesu Christ, dass Du Mensch geboren bist von einer Jungfrau, das ist wahr; des freuet sich der Engel Schar. Kyrieleis.

Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen find’t; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewig Gut. Kyrieleis.

Den aller Welt Kreis nie beschloss, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält allein. Kyrieleis.

Das ewig Licht geht da herein, gibt der Welt ein’ neuen Schein; es leucht’ wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis.

Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt hier ward und führt uns aus dem Jammertal, macht uns zu Erben in seim Saal. Kyrieleis.

Er ist auf Erden kommen arm, dass er unser sich erbarm und in dem Himmel mache reich und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis.

Das hat er alles uns getan, sein groß Lieb zu zeigen an. Des freu sich alle Christenheit und dank ihm des in Ewigkeit. Kyrieleis.

Martin Luther 1483-1546

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.

Johannes 1,14

Matthäus 2,1-12

Die Weisen aus dem Morgenland

1 Da Jesus geboren war zu Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: 2 Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten. 3 Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, 4 und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte.5 Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten: 6 »Und du, Bethlehem im Lande Juda, bist mitnichten die kleinste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.« 7 Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, 8 und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr’s findet, so sagt mir’s wieder, dass auch ich komme und es anbete. 9 Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. 10 Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut 11 und gingen in das Haus und sahen das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. 12 Und da ihnen im Traum befohlen wurde, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem andern Weg wieder in ihr Land.

Matthäus 2,1-12

Tageslosung für den Tag der Geburt des Herrn (25. Dezember)

Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und erzieht uns, dass wir absagen dem gottlosen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilands, Jesus Christus, der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken. Dies rede, und ermahne und weise zurecht mit ganzem Ernst. Niemand soll dich verachten.

Titus 2,11-15

Losung und Lehrtext für Sonntag, den 25. Dezember 2022

Tut von euch die fremden Götter, die unter euch sind, und neigt euer Herz zu dem HERRN.

Josua 24,23

Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat es verkündigt.

Johannes 1,18

Wir beten mit der heiligen Kirche und weltweiten Christenheit:

O Gott, der Du diese geweihte Nacht im Glanz des wahren Lichtes hast scheinen lassen: verleihe uns, daß wir dort im Himmel der Freuden jenes Lichtes innewerden, dessen Geheimnis Du uns hier auf Erden offenbart hast. Durch unseren Herrn Jesus Christus, der da ist das wahrhaftige Licht und mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Fürchtet Euch nicht + Der Friede des Hern sei mit Euch +

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Frohe Weihnachten +

In diesem Jahr 2023 schreibe ich von Zuhause in Murrayfield, obwohl Angelika und ich ja jetzt schon länger in der Lutherstadt heimisch sind und zwar in der Alten Lateinschule am Kirchplatz von St.Marien. Dort gehen wir unserer Arbeit nach. Angelika fast täglich mit dem Rad zur Evangelischen Gesamtschule und ich ebenso regelmäßig gleich vor Ort im hauseigenen kl. Buchladen der Internationalen Lutheran Society of Wittenberg. Bei schönem Wetter steht da unten die große Tür weit offen und gibt’s immer was zu gucken. Sonst ist mein Blick halt durchs Fenster über die angrenzenden Häuser hinweg zum meist strahlend blauen Himmel. Es kommt gewiß bald der herrliche Jüngstetag, an dem unser lieber Herr und guter Heiland Jesus Christus von dort kommen wird in aller seiner Güte, Gnade und Freundlichkeit uns vergebend zu erlösen und endlich mit sich heimzuführen, just so wie er damals vor ihren Augen gen Himmel fuhr. Darum beten wir täglich: Komm, Herr Jesu, komme bald!

Der familiäre Höhepunkt unseres Jahres war die Hochzeit unserer Tochter mit Olly in Kruft im Rheinland. Leider ist das doch beinah eine ganze Tagesreise von uns im tiefen Osten Deutschlands entfernt, so daß wir das junge Paar viel zu selten besuchen. Zum Glück kommt Friederike ab und zu mal rüber, daß wir uns mal wieder sehen können – und nicht nur via Zoom. Angelika war inzwischen auch schon bei ihr in München. Detlev aus Seattle und Matzi aus Pretoria waren zur Hochzeit dabei. Christoph aus Wurzen und dessen alter Freund Daniel und dessen Frau Elle aus München natürlich auch. So waren wir alle mal wieder beieinander im Haus am Turm dort in Andernach. Außerdem waren Friederikes Paten meist da. Sogar Benekes aus Welbedacht, Niebuhrs aus Lynnwood, Wenzens aus Oberursel und meine Tante Bärbel aus Bickenbach. Margret Büttcher konnte leider nicht kommen. Sonst waren wir eine schöne Truppe dort am deutschen Rhein. Wir hoffen, dass Uenzens ihr Haus bald bezugsfertig einrichten und beziehen können. Die aktuellen Umstände verzögern vieles. Daran hat sich auch seit des Rückgangs von Corona nicht viel geändert. Es bleibt spannend.

Wir freuen uns am afrikanischen Sommer, der vom vielen Regen oft verhangen und herrlich erholsam ist mit all dem Grün, Vogelsang und Wolkengang. Das ist fast schon wie unser Sommer in Norwegen, den wir an der Westküste so genossen haben. Das war wirklich sagenhaft. Fast noch schöner und beeindruckender als unsere Schwedenreise im Vorjahr. In Rubida gibts ja kaum „load shedding“, was gut in unseren Kram paßt. So konnte ich mit Matthias die Fußballweltmeisterschaft verfolgen und sogar einige Rugby highlights genießen. Meist aber sitze ich draußen auf unserer Veranda und freue mich an Wind und Wetter, Garten und Piepmätzen. Bruder Gerhard hat mir seinen bakkie geliehen und so komme ich ohne große Umstände rum.

Heute gings wieder mal zum „boere markt“. Das war über Jahre mein Samstagsmorgenausflug auf dem Weg Katrina abzuholen. Inzwischen kommt sie unter der Woche und wir hatten vorher unsere Einkäufe erledigt. Heute wollte ich Tony Parreira (Cullinan) besuchen. Er ist der typisch katholische Portugiese, der Gemüse verkauft und auch dieses und jenes zu erzählen wußte. Nicht nur aus seiner Heimat Madera, sondern eben auch hier aus Land und Volk, das ja wie wir Deutsche immer so ein bisschen nebenbei wohnen. Damals als wir nach Pretoria kamen, lebten seine Eltern noch und hatten auch den Familienladen im Griff. Dann starb der Vater und die Mutter blieb zuhause, so daß ich nur noch mit Toni ins Gespräch kam. Heute erfuhr ich, dass er auch aufgehört hat. Es hatte sich nicht mehr gelohnt. Ich vermisse ihn. Als ich 2018 nach Deutschland gezogen war, hat er Angelika eine Kiste Weintrauben gebracht. Scheinbar vermisste er mich auch. Naja, ich habe für Matzi „Kudu Biltong“ gekauft. Angelika bekam „coffee creams“ und beim Inder habe ich ein frisches Curry-Mix abgeholt als Mitbringsel für unsere Freunde in der „alten Heimat“, die ja unsere neue ist. Ich habe mich an den vertrauten Gesichtern gefreut, aber auch an den Bäumen, die dort hoch gewachsen und tiefen Schatten spenden. Dann gibt es dort jetzt richtig viele Hühner, Ziegen, Schafe und sogar Schweine. Die angeleinten Hunde bleiben eine große Attraktion und sorgen auch immer noch für Aufregung mit großem Gekläff. Da kommt dann auch Radio Pretoria kaum gegen an mit ihrer stimmungsvollen „boere musiek“. Die „arm blankes“ sind auch noch die gleichen. Kein Wunder, wenn ich ihnen immer noch das gewohnte Trinkgeld gebe und nicht die Inflation, die gestiegenen Lebensunkosten und andere Widrigkeiten miteinkalkuliere.  

Über die Weihnachtszeit werden wir wohl in Arcadia und Randburg zur Kirche fahren. Anschließend geht es zu Scharlachs in den Nataler Midlands. Matzi und ich wollen in die Berge. Im neuen Jahr sind wir mit Niebuhrs in Lesotho ehe Angelika wieder zurückfliegt und ich hier noch die Hochzeit von meinem Patenjungen Robert mit Sandra Hillermann erleben will. Matzi wird mich hoffentlich zum Flugplatz bringen ehe ich dann auch zurückfliege.

Mal sehen, ob wir im kommenden Jahr wieder eine Reise durch’s Lutherland anbieten. Wenn Gott will und wir leben, wird’s wahrscheinlich spätestens in 2024 wieder soweit. Die Reise im heurigen Oktober und zum vergangenen Reformationsfest mit President Matthew Harrison (LCMS) war tief beeindruckend und unvergeßlich. Wir haben nicht nur die vielen Lutherstätte wie Worms, Heidelberg, Marburg, Nürnberg, Wartburg, Eisenach, Erfurt, Mansfeld, Eisleben, Leipzig, Jena, Torgau und Wittenberg bestaunt, sondern auch die lutherische Reisegruppe aus Missouri hoch schätzen gelernt. Gemeinsame Andachten, Gottesdienste, Vorträge, Ausflüge, Filme und Feiern haben diese Fahrt geprägt. Das Reformationsfest in Wittenberg in unserer Kapelle war von bekenntnisfreudiger Predigt, vertrauensvollen Klagen und Lobgesängen, Gebeten und Gottes Wort geprägt. Ich habe wieder mal neue lutherischen Glaubensgeschwister aus den Staaten kennen- und wertschätzen lernen dürfen. Sie sind ein besonderer Schlag und eine große Bereicherung für uns armen Christen in der Diaspora und weltweiten Zerstreuung. Ich danke unserem Gott und Heiland täglich für diese Glaubensgeschwister, die sich unserer so freundlich annehmen, dass wir auch in der Fremde gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen haben – ohn all mein eigen Verdienst und Würdigkeit ganz allein aus seiner göttlichen Güte und Barmherzigkeit. Das alles ich Ihm zu danken und zu loben und dafür zu dienen schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. Das ist praktisch der Grund auf dem auch die Alte Lateinschule in Wittenberg gegründet ist und weswegen wir ukrainischen Flüchtlingen eine Herberge anbieten können, wo sie in Frieden den Kriegesverlauf in ihrer Heimat aushalten können – einigermaßen unbehelligt und ohne weitere Existenzängste. Vorerst war ihnen dieser sichere Ort für ein Jahr zugestanden worden. Inzwischen gilt es ein weiteres Jahr. Hoffentlich kommt bald Friede zurück in ihr Land und werden die kriegslustigen Russen zurückgetrieben, dorthin, wohin sie gehören – und noch ein bisschen weiter „for good measure“. Wer diese Arbeit unterstützen will, kann das gut und gerne tun. Die Bankverbindung ist in unserem monatlichen Rundbrief zu finden.

Wir sind dankbar, dass wir immer wieder zu Euch Freunden und Verwandten Kontakt knüpfen können. Zu manchen auch nur durch dieses kurze briefliche Lebenszeichen einmal im langen Jahr. Meistens würden wir uns noch mehr Zeit und Muße wünschen, Euch länger aufzusuchen und ausführlich besuchen zu können. Darum sind wir so dankbar, dass wir unsere Mütter in Welbedacht und Wartburg (KZN) in diesem Jahr gleich zweimal besuchen konnten. O.Gerhard in Vryheid und T.Maisa in Piet Retief, aber auch meinen alten Freund Matthias und seine Christa in Panbult, Ralf und Rosel in Lynnwoodrif, Schnackenbergs in Randburg und Straeulis in Silverton konnten wir alle schon wenigstens stundenweise besuchen. Wie schön und wie groß das Vorrecht, aber bei den anderen gilt: Hoffentlich im nächsten Jahr – und wenn nicht in Wittenberg, dann im himmlischen Jerusalem, der hoch gebauten Stadt: „Wollt Gott, ich wäre in Dir!“

Wir wünschen Euch ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein frohes, friedliches neues Jahr 2023. Bleibt unserem lieben Gott befohlen + Adieu + Tschüss und lebt wohl +

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Dein König kommt in niedern Hüllen…

Dein König kommt in niedern Hüllen,
ihn trägt der lastbarn Es’lin Füllen,
empfang ihn froh, Jerusalem!
Trag ihm entgegen Friedenspalmen,
bestreu den Pfad mit grünen Halmen;
so ist’s dem Herren angenehm.

O mächt’ger Herrscher ohne Heere,
gewalt’ger Kämpfer ohne Speere,
o Friedefürst von großer Macht!
Es wollen Dir der Erde Herren
den Weg zu Deinem Throne sperren,
doch Du gewinnst ihn ohne Schlacht.

Dein Reich ist nicht von dieser Erden,
doch aller Erde Reiche werden
dem, das Du gründest, untertan.
Bewaffnet mit des Glaubens Worten
zieht Deine Schar nach allen Orten
der Welt hinaus und macht Dir Bahn.

Und wo Du kommst herangezogen,
da ebnen sich des Meeres Wogen,
es schweigt der Sturm, von Dir bedroht.
Du kommst, auf den empörten Triften
des Lebens neuen Bund zu stiften,
und schlägst in Fessel Sünd und Tod.

O Herr von großer Huld und Treue,
o komme Du auch jetzt aufs neue
zu uns, die wir sind schwer verstört.
Not ist es, daß Du selbst hienieden
kommst, zu erneuen Deinen Frieden,
dagegen sich die Welt empört.

O laß Dein Licht auf Erden siegen,
die Macht der Finsternis erliegen
und lösch der Zwietracht Glimmen aus,
daß wir, die Völker und die Thronen,
vereint als Brüder wieder wohnen
in Deines großen Vaters Haus.

Friedrich Rückert 1788-1866
https://de.wikipedia.org/wiki/Dein_König_kommt_in_niedern_Hüllen

Diese Melodie habe ich damals in Wittenberg (Mkhonda/Mpumalanga) kennen gelernt. O. Herold Weber hat sie mir empfohlen. Heute will ich sie nicht missen.

Der Wochenspruch für den 4. Advent (Die nahende Freude)

Freuet Euch in dem Herrn allewege. Und abermals sage ich: “Freuet Euch. Der Herr ist nahe.”

Philipper 4,4.5b

Tageslesung am Heiligen Abend vor dem Christtag sind die alttestamentlichen Weissagungen

Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Tausenden[1] in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. 2 Indes lässt er sie plagen bis auf die Zeit, dass die, welche gebären soll, geboren hat. Da wird dann der Rest seiner Brüder wiederkommen zu den Israeliten. 3 Er aber wird auftreten und sie weiden in der Kraft des HERRN und in der Hoheit des Namens des HERRN, seines Gottes. Und sie werden sicher wohnen; denn er wird zur selben Zeit herrlich werden bis an die Enden der Erde. 4 Und er wird der Friede sein.

Micha 5,1-4a

Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; 6 auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er’s stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit.

Jesaja 9,5-6a

Und es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. 2 Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN.

Jesaja 11,1-2

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, 32 nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, mein Bund, den sie gebrochen haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR; 33 sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und ich will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. 34 Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den HERRN«, denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

Jeremiah 31,31-34

Losung und Lehrtext für Samstag, den 24. Dezember 2022 

Er wird Frieden gebieten den Völkern.

Sacharja 9,10

Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

Lukas 2,14

Wir beten mit der heiligen Kirche und weltweiten Christenheit: 

Wir bitten Dich, lieber Herr Gott, bereite in dieser Gnadenzeit unsere Herzen durch Deinen Frieden zu einer Wonung Deines Sohnes, auf daß wir in seiner Gemeinschaft Dich allezeit mit fröhlichem Munde rühmen und preisen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.Orate Fratres S.113

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn und Heiliger Geist 

+ Pax vobiscum +

+ Frohe Weihnachten +

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Gott sei Dank durch alle Welt

Gott sei Dank durch alle Welt,
der sein Wort beständig hält, 
und der Sünder Trost und Rat
zu uns hergesendet hat!

Was der alten Väter Schar
höchster Wünsch und Sehnen war,
und was sie geprophezeiht,
ist erfüllt nach Herrlichkeit.

Zions Hülf und Abrams Lohn,
Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn,
der wohl zweigestammte Held
hat sich treulich eingestellt.

Sei willkommen, o mein Heil!
Dir Hosianna, o mein Teil!
Richte Du auch eine Bahn
Dir in meinem Herzen an.

Zeuch, Du Ehrenkönig, ein,
es gehöret Dir allein;
mach es, wie Du gerne tust,
rein von allem Sündenwust.

Und gleich wie Dein Ankunft war
voller Sanftmut, ohn Gefahr,
also sei auch jederzeit
Deine Sanftmut mir bereit!

Tröste, tröste meinen Sinn,
weil ich schwach und blöde hin,
und des Satans schlaue List
sich zu hoch für mich vermißt.

Tritt den Schlangen Kopf enzwei,
daß ich aller Ängste frei
Dir im Glauben um und an
selig bleibe zugetan.

Daß, wenn Du, Du Lebensfürst,
prächtig wiederkommen wirst,
ich Dir mög entgegen gehn,
und vor Dir gerecht bestehn.

Heinrich Held 1620-1659
Parusie-Darstellung als Elfenbein-Schnitzerei (13. Jh.)

Der Wochenspruch für den 4. Advent (Die nahende Freude) 

Freuet Euch in dem Herrn allewege. Und abermals sage ich: “Freuet Euch. Der Herr ist nahe.”

Philipper 4,4.5b

Tageslesung am Freitag nach dem 4.Advent

Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena. Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

Johannes 19,25-27

Losung und Lehrtext für Freitag, den 23. Dezember 2022

HERR, erhebe dich in deiner Kraft, so wollen wir singen und loben deine Macht.

Psalm 21,14

Groß ist, wie jedermann bekennen muss, das Geheimnis des Glaubens: Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.

1. Timotheus 3,16

Wir beten mit der heiligen Kirche und weltweiten Christenheit: 

Wir bitten Dich, lieber Herr Gott, bereite in dieser Gnadenzeit unsere Herzen durch Deinen Frieden zu einer Wonung Deines Sohnes, auf daß wir in seiner Gemeinschaft Dich allezeit mit fröhlichem Munde rühmen und preisen, durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.Orate Fratres S.113

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn und Heiliger Geist 

+ Pax vobiscum +

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