Jesus verurteilt zum Tod

Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist + nun und allezeit. Amen. +

Mittwoch nach Okuli (Das Lamm Gottes)

Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben für viele.

Matthäus 20,28

Christus trägt sein Kreuz – ein Sinnbild für Passion, gemalt von Lorenzo Lotto im 16. Jahrhundert

Jesus, verurteilt zum Tod, mußt sein Kreuz selbst tragen in großer Ohnmacht und Not, ward daran geschlagen; hing mehr als drei ganze Stund in groß Pein und Schmerzen; bitter Galle schmeckt sein Mund. O Mensch, faß´s zu Herzen!

Jesus rief am Kreuze laut: „Ach, ich bin verlassen! Hab Dir doch, mein Gott, vertraut, wollst mich nicht verstoßen. Gnad dem, der mir Hohn beweist jetzt in meim Elende. Ich befehl nun meinen Geist Dir in deine Hände.“

Jesus: kein trauriger Stimm im Himmel und Erden ist nie erhört als von ihm vor Angst und Beschwerden, denn Gott drang und warf auf ihn unser aller Süpnde, so je war von Anbeginn von Kind zu Kindeskinde.

Petrus Herbert 1566 (LKG 133, 7-9)

Fortlaufende Lese

Aber ich sage damit nicht, dass Gottes Wort hinfällig geworden sei. Denn nicht alle sind Israeliten, die von Israel stammen; auch nicht alle, die Abrahams Nachkommen sind, sind darum seine Kinder. Sondern »nach Isaak soll dein Geschlecht genannt werden« Das heißt: Nicht das sind Gottes Kinder, die nach dem Fleisch Kinder sind; sondern nur die Kinder der Verheißung werden zur Nachkommenschaft gerechnet. Denn dies ist ein Wort der Verheißung, da er spricht: »Um diese Zeit will ich kommen, und Sara soll einen Sohn haben.« Aber nicht allein hier ist es so, sondern auch bei Rebekka, die von dem einen, unserm Vater Isaak, schwanger wurde. Ehe die Kinder geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten, da wurde, auf dass Gottes Vorsatz der Erwählung bestehen bliebe – nicht aus Werken, sondern durch den, der beruft –, zu ihr gesagt: »Der Ältere wird dem Jüngeren dienen«, wie geschrieben steht: »Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehasst.«

Römer 9, 6-13

Tageslese

Es erhob sich auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen als der Größte gelten sollte. Er aber sprach zu ihnen: Die Könige herrschen über ihre Völker, und ihre Machthaber lassen sich Wohltäter nennen. Ihr aber nicht so! Sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste und der Vornehmste wie ein Diener. Denn wer ist größer: der zu Tisch sitzt oder der dient? Ist’s nicht der, der zu Tisch sitzt? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Ihr aber seid’s, die ihr ausgeharrt habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und wie mir mein Vater das Reich bestimmt hat, so bestimme ich für euch, dass ihr essen und trinken sollt an meinem Tisch in meinem Reich und sitzen auf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels.

Lukas 22, 24-30

Wir beten mit der heiligen Kirche im Namen unseres Herrn Jesu Christi:

Allmächtiger, ewiger Gott, der Du für uns Deinen Sohn des Kreuzes Pein hast lassen leiden, auf daß Du des Feindes Gewalt von uns triebest, verleihe uns, sein Leiden also zu begehen, daß wir dadurch Vergebung der Sünden und Erlösung vom ewigen Tode erlangen, durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S. 126

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist +

+ Pax vobiscum +

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What can a pastor give?

This is a question posed in the Monday section of Dobberstein´s Anthology. He collected the Monday readings under the heading: “The Ministry: It´s promise and responsibility.” Two biblical quotes top this section:

Thus says the Lord God: Ho, shepherds of Israel who have been feeding yourselves! Should not shepherds feed the sheep?

Ezekiel 34:2

and

Those who are wise shall shine like the brightness of the firmament; and those who turn many to righteousness, like the stars for ever and ever.

Daniel 12:3

Pastors from the Lutheran diocese in Saxony-Thuringa

So, now for the answer P. Heinrich Vogel gives to this question: What can a pastor give? (Pg.253f)

They all want something of me when they come to church. They all expect that I have something to give them. A pastor is a man who is beset by the expectation that he has something to give. And when they all expect that you have something to give, you finally get the idea yourself that you have something to give.

Do You have something to give? God help you never to grow so conscious of your ministerial office of your dignity that, as you grow older, more experienced, and mature, you come to be convinced in all “humility” that you have something to give!

What can you give to old R., who has been lying in the same bed for twenty years, paralysed and shrunken, and yet is friendly, quiet, patient, even joyful in the Lord? What are you going to give to the dying young consumptive whose mother has called you to come, and you find him in utter despair? What are you going to give to those people in the pews who have been disciplined in suffering and patience for thirty years and more, much longer than you have? What are you, who are only a man, going to give to men like yourself?

But stop the questions! Tell me, what language are you speaking? Are you speaking the language of the poor in spirit or are you speaking the language of unbelief? Do you really have nothing to give? Don´t you have something else to give? Don´t you bring with you that Book from the pulpit, which is God´s treasure for you and people like you? Has not the chalice and the bread been entrusted to you, so that you need not go to the hungering and thirsting with empty hands? Does not God have something to give? And can´t you take as much as you need in order to be able to give?

Woe is me. Am I speaking the language of faith, or is it the voice of the Tempter that is whispering to me, “God´s gifts are in your hand; just go ahead and use them?”

Get thee behind me, Satan! I have nothing to give, but God will give to me and my brethren, as he did yesterday and today, so tomorrow, out of the immeasurable riches of his grace. Amen.

Heinrich Vogel, “Traugott Untreu auf der Kanzel” (1930) quoted in Kampffmeyer pp.89f.
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Jesus ging nach Gottes Willen

Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist + nun und allezeit. Amen. +

Dienstag nach Okuli (Das Lamm Gottes)

Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben für viele.

Matthäus 20,28

Garten Gethsemane

Jesus ging nach Gottes Willn in den Garten beten; dreimal er da niederfiel in sein’ großen Nöten, rief sein’ lieben Vater an mit betrübtem Herzen, von ihm blutiger Schweiß rann vor Ängsten und Schmerzen.

Jesus da gefangen ward, gebunden geführet und im Rat beschweret hart und zu Hohn gezieret; verdeckt, verspott und verspeit, jämmerlich geschlagen, auch verdammt aus Haß und Neid durch erdicht Anklagen.

Jesus ward früh dargestellt Pilato, dem Heiden; Ob der wohl sein Unschuld meldt, dennoch mußt er leiden, ward gegeißelt und verkleidt, mit Dornen gekrönet, in seim großen Herzeleid aufs schmählichst gehöhnet.

Petrus Herbert 1566 (LKG 133, 4-6)

Fortlaufende Lese

Ich sage die Wahrheit in Christus und lüge nicht, wie mir mein Gewissen bezeugt im Heiligen Geist, dass ich große Traurigkeit und Schmerzen ohne Unterlass in meinem Herzen habe. Denn ich wünschte, selbst verflucht und von Christus getrennt zu sein für meine Brüder, die meine Stammverwandten sind nach dem Fleisch. Sie sind Israeliten, denen die Kindschaft gehört und die Herrlichkeit und die Bundesschlüsse und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen, denen auch die Väter gehören und aus denen Christus herkommt nach dem Fleisch. Gott, der da ist über allem, sei gelobt in Ewigkeit. Amen.

Römer 9, 1-5

Tageslese

Und er rief die Zwölf zu sich und fing an, sie auszusenden je zwei und zwei, und gab ihnen Macht über die unreinen Geister und gebot ihnen, nichts mitzunehmen auf den Weg als allein einen Stab, kein Brot, keine Tasche, kein Geld im Gürtel, wohl aber Schuhe an den Füßen. Und zieht nicht zwei Hemden an! Und er sprach zu ihnen: Wo ihr in ein Haus geht, da bleibt, bis ihr von dort weiterzieht. Und wo man euch nicht aufnimmt und euch nicht hört, da geht hinaus und schüttelt den Staub von euren Füßen, ihnen zum Zeugnis. Und sie zogen aus und predigten, man sollte Buße tun, und trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und machten sie gesund.

Markus 6, 7-13

Wir beten mit der heiligen Kirche im Namen unseres Herrn Jesu Christi:

Allmächtiger, ewiger Gott, der Du für uns Deinen Sohn des Kreuzes Pein hast lassen leiden, auf daß Du des Feindes Gewalt von uns triebest, verleihe uns, sein Leiden also zu begehen, daß wir dadurch Vergebung der Sünden und Erlösung vom ewigen Tode erlangen, durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S. 126

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist +

+ Pax vobiscum +

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Who is Taras Shevchenko?

On March 11, the congregation of Ukrainian Lutheran Church located in Lutherstadt Wittenberg along with other refugees organised an event dedicated to the birth of a famous Ukrainian poet, artist, linguist and revolutionist Taras Shevchenko.

The event took place in the Old Latin School which has become a favourite meeting place for the Ukrainian refugees. Children and adults remembered the hard life of the poet, recited his poems, watched his pictures, speculated on his life activities and exchanged the ideas.

Such events help Ukrainians remember their history, culture and traditions as well as keep close being far away from their homeland. 

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Jesu Kreuz, Leiden und Pein

Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist + nun und allezeit. Amen. +

Montag nach Okuli (Das Lamm Gottes)

Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben für viele.

Matthäus 20,28

“Sündenfall & Erlösung” (1540) von Franz Tymmermann (Hamburger Kunsthalle)

Jesu Kreuz, Leiden und Pein, Deins Heilands und Herren, betracht, christliche Gemein, ihm zu Lob und Ehren. Merk, was er gelitten hat, bis er ist gestorben, Dich von Deiner Missetat erlöst, Gnad erworben.

Jesus, wahrer Gottessohn auf Erden erschienen, fing bald in der Jugend an, als ein Knecht zu dienen; äußert sein göttlich Gewalt und verbarg ihr Wesen, lebt in menschlicher Gestalt; daher wir genesen.

Jesus richtet aus sein Amt versorgt sein Schäflein eh er ward zum Tod verdammt, aß ers Osterlämmelein, lehrt und rüst die Jünger sein, wusch ihn´ ihre Füße, setzt das heilg Nachtmahl ein, macht ihn’ das Kreuz süße.

Petrus Herbert 1566 (LKG 133,1-3)

Fortlaufende Lese

Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und für uns eintritt. Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht: »Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe.« Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

Römer 8, 31-39

Tageslese

Darum umgürtet eure Lenden und stärkt euren Verstand, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch dargeboten wird in der Offenbarung Jesu Christi. Als gehorsame Kinder gebt euch nicht den Begierden hin, in denen ihr früher in eurer Unwissenheit lebtet; sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben: »Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.« Und da ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person einen jeden richtet nach seinem Werk, so führt euer Leben in Gottesfurcht, solange ihr hier in der Fremde weilt; denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt war, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn glaubt an Gott, der ihn von den Toten auferweckt und ihm die Herrlichkeit gegeben hat, sodass ihr Glauben und Hoffnung zu Gott habt.

1. Petrus 1, 13-21

Wir beten mit der heiligen Kirche im Namen unseres Herrn Jesu Christi:

Allmächtiger, ewiger Gott, der Du für uns Deinen Sohn des Kreuzes Pein hast lassen leiden, auf daß Du des Feindes Gewalt von uns triebest, verleihe uns, sein Leiden also zu begehen, daß wir dadurch Vergebung der Sünden und Erlösung vom ewigen Tode erlangen, durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S. 126

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist +

+ Pax vobiscum +

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Third Sunday in Lent (Okuli)

No one who puts a hand to the plow and looks back is fit for service in the kingdom of God.” (Lk9,62 Watchword)

Hymn of the Lutheran Church

Jesus, lead Thou on till our rest is won;
And although the way be cheerless,
We will follow calm and fearless.
Guide us by Thy hand to our fatherland.

If the way be drear, if the foe be near,
Let not faithless fears o’ertake us;
Let not faith and hope forsake us;
For through many a woe to our home we go.

When we seek relief from a long-felt grief,
When temptations come alluring,
Make us patient and enduring.
Show us that bright shore
Where we weep no more.

Jesus, lead Thou on till our rest is won.
Heav’nly leader, still direct us,
Still support, console, protect us,
Till we safely stand in our fatherland.

Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf (1700-1760) translated by Jane L. Borthwick (1813-97)

“Der Judaskuss” (unbekannter Künstler, 12. Jh., Uffizien)

God´s Holy Word for this Sunday

The Introit teaches us to pray in a God pleasing way:

The Lord pays attention to the godly and hears their cry for help.
But the Lord opposes evildoers and wipes out all memory of them from the earth.
The godly cry out and the Lord hears; he saves them from all their troubles.
The Lord is near the brokenhearted; he delivers those who are discouraged.
The godly face many dangers, but the Lord saves them from each one of them.
He protects all his bones; not one of them is broken.
Evil people self-destruct; those who hate the godly are punished.
The Lord rescues his servants; all who take shelter in him escape punishment.

Psalm 34, 16-23

We hear about the holy prophet Elijah

Ahab told Jezebel all that Elijah had done, including a detailed account of how he killed all the prophets with the sword. Jezebel sent a messenger to Elijah with this warning, “May the gods judge me severely if by this time tomorrow I do not take your life as you did theirs!” Elijah was afraid, so he got up and fled for his life to Beer Sheba in Judah. He left his servant there, while he went a day’s journey into the wilderness. He went and sat down under a shrub and asked the Lord to take his life: “I’ve had enough! Now, O Lord, take my life. After all, I’m no better than my ancestors.” He stretched out and fell asleep under the shrub. Suddenly an angelic messenger touched him and said, “Get up and eat.” He looked and right there by his head was a cake baking on hot coals and a jug of water. He ate and drank and then slept some more. The angel of the Lord came back again, touched him, and said, “Get up and eat, for otherwise you won’t be able to make the journey.” So he got up and ate and drank. That meal gave him the strength to travel forty days and forty nights until he reached Horeb, the mountain of God.

He went into a cave there and spent the night. Suddenly the Lord’s message came to him, “Why are you here, Elijah?” He answered, “I have been absolutely loyal to the Lord God of Heaven’s Armies, even though the Israelites have abandoned the covenant they made with you, torn down your altars, and killed your prophets with the sword. I alone am left and now they want to take my life.” The Lord said, “Go out and stand on the mountain before the Lord. Look, the Lord is ready to pass by.” A very powerful wind went before the Lord, digging into the mountain and causing landslides, but the Lord was not in the wind. After the windstorm there was an earthquake, but the Lord was not in the earthquake. After the earthquake, there was a fire, but the Lord was not in the fire. After the fire, there was a soft whisper. When Elijah heard it, he covered his face with his robe and went out and stood at the entrance to the cave. 

1. Kings 19, 1-8 (9-13a)

In the letter to the Ephesians we read

Therefore, be imitators of God as dearly loved children and live in love, just as Christ also loved us and gave himself for us, a sacrificial and fragrant offering to God. But among you there must not be either sexual immorality, impurity of any kind, or greed, as these are not fitting for the saints. Neither should there be vulgar speech, foolish talk, or coarse jesting—all of which are out of character—but rather thanksgiving.For you can be confident of this one thing: that no person who is immoral, impure, or greedy (such a person is an idolater) has any inheritance in the kingdom of Christ and God. Let nobody deceive you with empty words, for because of these things God’s wrath comes on the sons of disobedience. Therefore, do not be sharers with them, for you were at one time darkness, but now you are light in the Lord. Live like children of light— for the fruit of the light consists in all goodness, righteousness, and truth—trying to learn what is pleasing to the Lord.

Ephesians 5, 1-2 (3-7) 8-10

The Holy Gospel as recorded by the Evangelist St. Luke:

As they were walking along the road, a man said to him, “I will follow you wherever you go.” Jesus replied, “Foxes have dens and birds have nests, but the Son of Man has no place to lay his head.”

He said to another man, “Follow me.” But he replied, “Lord, first let me go and bury my father.” Jesus said to him, “Let the dead bury their own dead, but you go and proclaim the kingdom of God.”

Still another said, “I will follow you, Lord; but first let me go back and say goodbye to my family.” Jesus replied, “No one who puts a hand to the plow and looks back is fit for service in the kingdom of God.”

Luke 9, 57-62

The Sermon is based on the Gospel recorded by the Evangelist St. Luke

While he was still speaking, suddenly a crowd appeared, and the man named Judas, one of the twelve, was leading them. He walked up to Jesus to kiss him. But Jesus said to him, “Judas, would you betray the Son of Man with a kiss?” When those who were around him saw what was about to happen, they said, “Lord, should we use our swords?” Then one of them struck the high priest’s slave, cutting off his right ear.But Jesus said, “Enough of this!” And he touched the man’s ear and healed him.Then Jesus said to the chief priests, the officers of the temple guard, and the elders who had come out to get him, “Have you come out with swords and clubs like you would against an outlaw? Day after day when I was with you in the temple courts, you did not arrest me. But this is your hour, and that of the power of darkness!”

Luke 22, 47-53

Sermon outline

  • Sermon outline: The Kingdom of God up front + So, don´t look down or back. Enough of that. Look up. Stay focused. IX is calling:
    • He brings the Kingdom of God as true Son of God.
      • Preaching
      • Praying
      • Healing
      • Forgiving
      • Fulfills the law and all righteousness once for all.
    • People look away, look back, betray him and the kingdom of God
      • – with a kiss (Judas!) for thirty pieces of silver.
      • – with the sword (Peter!) against the apparent enemy.
      • – run away, deny and desert him. (Elijah, Peter, John)
      • – taking their lives into their own hands. (Judas)
      • – Not loving, trusting and fearing God above all else.
      • Living in darkness und giving in to darkness. Blindness. (Saul; Judas; Peter: He went outside and it was dark and he cried bitterly)
    • Jesus suffers and dies, but rises victoriously on the 3rd day
      • Sucks up all evil, swallows it line, hook and sinker.
      • Everything goes dark. Life of the old creation dies.
      • The new life rises from the grave.
      • A new day. A new generation. A new creation. A new heaven and earth.
  • So, look up and forward. Stay focused. The Kingdom of God is up front. IX is waiting for You – with open arms. That´s where we´re heading. The church/faith and Christianity is not so much in being, than rather always in becoming. We are on our way.

Prayer of the Church—Responsive Form (Okuli: 12th March 2023) 

Let us pray for the whole Church of God in Christ Jesus and for all people according to their needs.

Heavenly Father, guard the souls of Your people against the devil and his angels who afflict the world. Arm Your Christians with spiritual weapons, sharpen their tongues with the words of Christ, and overthrow all the power of the devil. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Almighty God, Pharaoh refused to heed Your judgments against Egypt and repent of his evil. Give Your Church godly patience to hear Your words of rebuke in faith, to repent of our sins and to seek the forgiveness You eagerly extend. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Father in heaven, You call mothers and fathers to imitate You and to lead their children in the way of light. Strengthen them to flee all immorality. Instill in their families a repentant spirit and a lively hope. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Lord God, direct the hearts of our leaders and teach them to respond faithfully to the dangers and disasters that arise. Lead them to humble themselves under Your hand and serve their people sacrificially. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Almighty God, Creator of all things, You govern our world for the good of Your people. Provide seasonable weather, preserve us from plague and famine, and enrich us by the fruitfulness of the earth according to Your gracious design. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Holy Father, You have given us Your own Spirit in our Baptism into Christ. Defend us from all spiritual attacks. Guard us in body and soul. Help those afflicted by any adversity, [especially _____________,] and lead them to renewed strength and peace. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Blessed Lord, You join Your Word to the bread and wine and so invite us to eat and drink. Grant that we may hear and keep Your Word in faith, that we may worthily receive the true body and blood of our Savior and so be given Your eternal blessing. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Into Your hands, O Lord, we commend all for whom we pray, trusting in Your mercy; through Jesus Christ, our Lord. Amen.

The peace of the Lord be with You + Pax vobiscum +

The Lord bless Thee, and keep Thee:

The Lord make his face shine upon Thee, and be gracious unto Thee:

The Lord lift up his countenance upon Thee and give Thee peace.

Numbers 6,24-26 (4th Book of Moses)

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Am Sabbat kommen wir zur Ruh

Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist + nun und allezeit. Amen. +

Samstag nach Reminiscere (Der Knecht Gottes)

Der Herr hat mir das Ohr geöffnet, daß ich höre wie ein Jünger; ich bin nicht ungehorsam und gehe nicht zurück.

Jesaja 50, 4f

Nikolaus Haberschrack (1454-1484): “Gebet am Ölberg” (Nationalmuseum in Krakau)

Am Sabbat kommen wir zur Ruh, all Kreuz wird weggenommen, wenn uns jetzt gehn die Augen zu und unser Stund ist kommen. Dann trägt man uns ins Ruhbettlein, darin gar sanft wir schlafen ein, bis uns der Herr aufwecket.

Dann kommt der fröhlich Ostertag, so werdn wir all aufstehen. Der Tod dann uns nicht halten mag, entgegen werdn wir gehen Christo und mit ihm in sein Reich leben in Freuden ewiglich. Herr Christ, das hilf uns. Amen.

Nikolaus Herman 1560 (LKG 132,3-4)

Fortlaufende Lese

Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt, sondern der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen erforscht, der weiß, worauf der Sinn des Geistes gerichtet ist; denn er tritt für die Heiligen ein, wie Gott es will. Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.

Römer 8, 26-30

Tageslese

Hört ein anderes Gleichnis: Es war ein Hausherr, der pflanzte einen Weinberg und zog einen Zaun darum und grub eine Kelter darin und baute einen Turm und verpachtete ihn an Weingärtner und ging außer Landes. Als nun die Zeit der Früchte herbeikam, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, damit sie seine Früchte empfingen. Da nahmen die Weingärtner seine Knechte: Den einen schlugen sie, den zweiten töteten sie, den dritten steinigten sie. Abermals sandte er andere Knechte, mehr als die ersten; und sie taten mit ihnen dasselbe.

Matthäus 21, 33-36

Wir beten mit der heiligen Kirche und weltweiten Christenheit im Namen unseres Herrn Jesu Christi:

Herr Gott, der Du allezeit Lust hast zur Barmherzigkeit und gerne verschonest, nimm an uns bußfertiges Gebet, und mache die Gefangenen der Sünde los und ledig nach Deiner milden Güte, durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S. 126

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist +

+ Pax vobiscum +

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Am Freitag muß ein jeder Christ

Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist + nun und allezeit. Amen. +

Freitag nach Reminiscere (Der Knecht Gottes)

Der Herr hat mir das Ohr geöffnet, daß ich höre wie ein Jünger; ich bin nicht ungehorsam und gehe nicht zurück.

Jesaja 50, 4f
“Die Dornenkrönung Christi”(16Jhd) von Maarten van Heemskerck (1498-1574) im Frans Hals Museum.

Am Freitag muß ein jeder Christ sein Kreuz mit Christo tragen, bis der Sabbat vorhanden ist, dann ruht er in seim Grabe, bis kommt der fröhlich Ostertag, dann ihn das Grab nicht halten mag, mit Freuden er aufwachet.

Der Freitag währt ein kleine Zeit, weil wir leben auf Erden mit Jammer, Angst und Herzeleid, daran betrübt wir werden. Das macht Adams und unser Schuld. Wohl dem, der sein Kreuz mit Geduld dem Herren Christ nachträget.

Nikolaus Hermann 1560 (LKG 132,1-2)

Fortlaufende Lese

Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden. Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit – ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat –, doch auf Hoffnung; denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick seufzt und in Wehen liegt. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist als Erstlingsgabe haben, seufzen in uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft, der Erlösung unseres Leibes. Denn wir sind gerettet auf Hoffnung hin. Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man auf das hoffen, was man sieht? Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld.

Römer 8, 18-25

Tageslese

Und niemand nimmt sich selbst diese Würde, sondern er wird von Gott berufen wie auch Aaron. So hat auch Christus sich nicht selbst die Ehre beigelegt, Hoherpriester zu werden, sondern der, der zu ihm gesagt hat: »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.« Wie er auch an anderer Stelle spricht: »Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.« Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen vor den gebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte; und er ist erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. So hat er, obwohl er der Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. Und da er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber der ewigen Seligkeit geworden, von Gott genannt ein Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks.

Hebräer 5, 4-10

Wir beten mit der heiligen Kirche und weltweiten Christenheit im Namen unseres Herrn Jesu Christi:

Herr Gott, der Du allezeit Lust hast zur Barmherzigkeit und gerne verschonest, nimm an uns bußfertiges Gebet, und mache die Gefangenen der Sünde los und ledig nach Deiner milden Güte, durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S. 126

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist +

+ Pax vobiscum +

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Ehre sei Dir, Christe

Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist + nun und allezeit. Amen. +

Donnerstag nach Reminiscere (Der Knecht Gottes)

Der Herr hat mir das Ohr geöffnet, daß ich höre wie ein Jünger; ich bin nicht ungehorsam und gehe nicht zurück.

Jesaja 50, 4f.

Megala Meteora

Ehre sei Dir, Christe, der Du littest Not,
an dem Stamm des Kreuzes für uns bittern Tod,
herrschest mit dem Vater in der Ewigkeit:
hilf uns armen Sündern zu der Seligkeit

Kyrie eleison, Chrste eleison, Kyrie eleison.

Nach dem Gesang “Laus tibi Christe” (14.Jhd), 1560 (LKG 131)

Fortlaufende Lese

So sind wir nun, liebe Brüder und Schwestern, nicht dem Fleisch schuldig, dass wir nach dem Fleisch leben. 13 Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben müssen; wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben. 14 Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. 15 Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater! 16 Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind. 17 Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, da wir ja mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm zur Herrlichkeit erhoben werden.

Römer 8, 12-17

Tageslese

HERR, du hast mich überredet und ich habe mich überreden lassen. Du bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen; aber ich bin darüber zum Spott geworden täglich, und jedermann verlacht mich. 8 Denn sooft ich rede, muss ich schreien; »Frevel und Gewalt!« muss ich rufen. Denn des HERRN Wort ist mir zu Hohn und Spott geworden täglich. 9 Da dachte ich: Ich will seiner nicht mehr gedenken und nicht mehr in seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer, verschlossen in meinen Gebeinen. Ich mühte mich, es zu ertragen, aber konnte es nicht. 10 Denn ich höre, wie viele heimlich reden: »Schrecken ist um und um!« »Verklagt ihn!« »Wir wollen ihn verklagen!« Alle meine Freunde und Gesellen lauern, ob ich nicht falle: »Vielleicht lässt er sich überlisten, dass wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen.« 11 Aber der HERR ist bei mir wie ein starker Held, darum werden meine Verfolger fallen und nicht gewinnen. Sie müssen ganz zuschanden werden, weil es ihnen nicht gelingt. Ewig wird ihre Schande sein und nie vergessen werden. 12 Und nun, HERR Zebaoth, der du die Gerechten prüfst, Nieren und Herz durchschaust: Lass mich deine Rache an ihnen sehen; denn dir habe ich meine Sache befohlen. 13 Singet dem HERRN, rühmet den HERRN, der des Armen Leben aus den Händen der Boshaften errettet!

Jeremia 20, 7-13

Wir beten mit der heiligen Kirche und weltweiten Christenheit im Namen unseres Herrn Jesu Christi:

Herr Gott, der Du allezeit Lust hast zur Barmherzigkeit und gerne verschonest, nimm an uns bußfertiges Gebet, und mache die Gefangenen der Sünde los und ledig nach Deiner milden Güte, durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S. 126

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist +

+ Pax vobiscum +

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Von Gott reden in unserer Zeit

Von Gott reden

Die theologische Tradition ist davon ausgegangen, das ist ein natürliches Wissen des Menschen um Gott gibt, dass der christlichen Gottesrede und Gotteslehre als Anknüpfungspunkt dienen kann. Sie setzt voraus, dass Gott den Menschen zumindest in der Form einer offenen und offen gehaltenen Frage präsent ist. Diese Prämisse lässt sich aber nicht mehr aufrechterhalten. Der apologetische Schema von Frage und Antwort funktioniert nicht länger, weil die Gottesfrage in der Modernen nachchristliche Antworten gefunden hat, durch welche sogar die ursprüngliche Frage verdeckt wird. Das Selbstbewusstsein der Neuzeit speist sich aus der Überzeugung, bessere Antworten auf die vermeintlich falsch gestellten Fragen des Christentums gefunden zu haben. Im Fall des religiösen Indifferentismus oder des Gewohnheitsatheismus ist nicht nur die christliche Antwort auf die Gottesfrage, sondern schon die Frage als solche in Vergessenheit geraten.

Unter den Bedingungen einer säkularen Moderne hängt die Möglichkeit, von Gott zu reden, nicht von einer wie auch immer gearteten Frage nach Gott ab, sondern von der Erinnerungsspur der biblisch bezeugten Gottesoffenbarung.

Ulrich H.J. Körtner: “Dogmatik” (2018) S. 208

Weil es keinen natürlichen oder evolutionären Weg von einem allgemeinen Religionsbegriff zum Geltungs- und Wahrheitsanspruch jedes wirklichen Monotheismus gibt, ist es die Erinnerungsspur, der durch die biblische Überlieferung und ihre Wirkungsgeschichte bezeugten Offenbarung, welche die Frage nach Gott lebendig hält oder neu provoziert. Es ist nicht die Frage, die der Antwort vorausliegt, vielmehr liegt die Antwort der Frage voraus. Diese grundlegende Einsicht Karl Barth und der dialektischen Theologie gilt es festzuhalten und neu bewusst zu machen.

Die hermeneutische Frage, was überhaupt zur Rede von Gott nötigt, lässt sich in aller Vorläufigkeit wie folgt beantworten: zur Rede von Gott weiß sich nur der genötigt, der sich irgendwie von Gott selbst angesprochen weiß. Nicht eine theoretische Denkmöglichkeit oder gar Denknotwendig Gottes, wie sie in den sogenannten Gottesbeweisen vorausgesetzt worden ist, sondern das kontingente Faktum der Selbstbekundung und Selbstauslegung Gottes in seiner geschichtlichen Offenbarung ist Ausgangspunkt wie Kriterium aller sachgemäßen Rede von Gott.

Ulrich H.J. Körtner: “Dogmatik” (2018) S. 208
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