Papers read by Klaen & Wenz

DSC_0290Ökumenische Gesprächsgänge gewürdigt
SELK: Pfarrkonvent hört Hauptreferate

Berlin-Spandau, 18.6.2013 – selk – In ihren beiden Hauptreferaten auf dem 12. Allgemeinen Pfarrkonvent der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) beschäftigten sich am heutigen Nachmittag in Berlin-Spandau Prof. Dr. Werner Klän und Pfarrer Dr. Armin Wenz (beide Oberursel) mit der Darstellung und Beurteilung ökumenischer Gesprächsgänge, an denen die SELK in jüngerer Zeit beteiligt war.

Klän referierte über Lehrgespräche zwischen der SELK und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), die in den Jahren 2008 bis 2012 im Kontext der Anfrage der SELK, als assoziiertes Mitglied des Lutherischen Weltbundes (LWB) aufgenommen zu werden, stattgefunden haben, nachdem das Deutsche Nationalkomitee des LWB die VELKD gebeten hatte, solche Gespräche zu führen, die zeigen sollten, ob eine assoziierte Mitgliedschaft in Frage kommen könne. Hierbei ging es letztlich vor allem um die Frage der Abendmahlsgemeinschaft, in der keine ausreichende Annäherung erzielt werden konnte. So hat das Deutsche Nationalkomitee 2011 beschlossen, “mit Bedauern zur Kenntnis zu nehmen, dass eine allgemeine eucharistische Gastbereitschaft von Seiten der SELK im Hinblick auf die VELKD zurzeit nicht möglich ist” und “dass auf der Grundlage der Ergebnisse der Lehrgespräche zwischen VELKD und SELK keine ausreichende theologische Basis für eine assoziierte Mitgliedschaft der SELK im LWB zu sehen ist.” Klän stellte die positionellen Ausgangspunkte, den Inhalt der Lehrgespräche und deren Ergebnisse dar. Er würdigte die beiderseitigen Bemühungen und konstatierte auch, dass angesichts der für die VELKD-Seite Verletzungen mit sich bringenden Position der SELK in der Frage der Abendmahlsgemeinschaft der Ton der Reaktionen aus der Bischofskonferenz der VELKD und dem Deutschen Nationalkomitee “trotz der Ablehnung der assoziierten Mitgliedschaft der SELK im LWB überraschend freundlich” sei. Dem entspricht, dass das Deutsche Nationalkomitee in seiner Beschlussfassung von 2011 ausdrücklich aufgenommen hat, es spreche sich “dafür aus, die bewährte praktische Zusammenarbeit mit der SELK fortzuführen.”

Über den konkreten Vorgang hinaus nahm Klän Stellung zur Situationen von Kirchentrennungen überhaupt und betonte: “Wann immer kirchliche Gemeinschaft zerbricht, ist dies für alle Beteiligten und Betroffenen ein äußerst schmerzlicher Vorgang.” Mit Bezug auf eine Melanchthon-Aussage in den lutherischen Bekenntnisschriften erklärte der Referent: “Der Schmerz über die Trennungen in der Christenheit darf, wenn wir den ökumenischen Ansatz und Anspruch der lutherischen Kirche und ihres Bekenntnisses ernst nehmen, niemals von einer Haltung konfessionalistischer Selbstgerechtigkeit überdeckt oder gar abgelöst werden.”

Wenz referierte über eine Gesprächsreihe, die in den Jahren 2007 bis 2010 zwischen Vertretern des römisch-katholischen Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik Paderborn und der Lutherischen Theologischen Hochschule Oberursel der SELK geführt worden ist. Er stellte die wesentlichen Inhalte der Gesprächsreihe dar und beleuchtete konkret auch “die Selbstvorstellung der SELK ausweislich der gehaltenen Referate”. Die Gespräche hätten sowohl das Verstehen nach wie vor (fundamental) trennender Positionen gefördert als auch erkennen lassen, wo beide Seite einander nahe seien. Ein sich durchziehendes Element der Gespräche sei die Überzeugung gewesen, “dass theologische Übereinstimmungen binnenkirchlicher, bilateraler und multilateraler Natur sich auf allen Seiten auch in der kirchlichen Praxis auswirken müssen.” In diesem Zusammenhang sei im Gesprächsprozess “wiederholt deutlich” geworden, “dass die römisch-katholischen Gesprächspartner sehr wohl wahrnehmen, dass im Bereich der SELK und auch des Internationalen Lutherischen Rates gerade in sakramentstheologischen, amtstheologischen, aber inzwischen auch zunehmend schöpfungstheologischen und ethischen Zusammenhängen Gemeinsamkeiten mit dem römischen Gegenüber vorhanden sind.”

Der Allgemeine Pfarrkonvent tagt in den Räumen des Evangelischen Johannesstiftes in Berlin-Spandau. Er setzt seine Arbeit morgen fort und endet am Freitag zur Mittagszeit.
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About Wilhelm Weber

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