Am Freitag muß ein jeder Christ

Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist + nun und allezeit. Amen. +

Freitag nach Reminiscere (Der Knecht Gottes)

Der Herr hat mir das Ohr geöffnet, daß ich höre wie ein Jünger; ich bin nicht ungehorsam und gehe nicht zurück.

Jesaja 50, 4f
“Die Dornenkrönung Christi”(16Jhd) von Maarten van Heemskerck (1498-1574) im Frans Hals Museum.

Am Freitag muß ein jeder Christ sein Kreuz mit Christo tragen, bis der Sabbat vorhanden ist, dann ruht er in seim Grabe, bis kommt der fröhlich Ostertag, dann ihn das Grab nicht halten mag, mit Freuden er aufwachet.

Der Freitag währt ein kleine Zeit, weil wir leben auf Erden mit Jammer, Angst und Herzeleid, daran betrübt wir werden. Das macht Adams und unser Schuld. Wohl dem, der sein Kreuz mit Geduld dem Herren Christ nachträget.

Nikolaus Hermann 1560 (LKG 132,1-2)

Fortlaufende Lese

Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden. Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit – ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat –, doch auf Hoffnung; denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick seufzt und in Wehen liegt. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist als Erstlingsgabe haben, seufzen in uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft, der Erlösung unseres Leibes. Denn wir sind gerettet auf Hoffnung hin. Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man auf das hoffen, was man sieht? Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld.

Römer 8, 18-25

Tageslese

Und niemand nimmt sich selbst diese Würde, sondern er wird von Gott berufen wie auch Aaron. So hat auch Christus sich nicht selbst die Ehre beigelegt, Hoherpriester zu werden, sondern der, der zu ihm gesagt hat: »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.« Wie er auch an anderer Stelle spricht: »Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.« Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen vor den gebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte; und er ist erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. So hat er, obwohl er der Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. Und da er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber der ewigen Seligkeit geworden, von Gott genannt ein Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks.

Hebräer 5, 4-10

Wir beten mit der heiligen Kirche und weltweiten Christenheit im Namen unseres Herrn Jesu Christi:

Herr Gott, der Du allezeit Lust hast zur Barmherzigkeit und gerne verschonest, nimm an uns bußfertiges Gebet, und mache die Gefangenen der Sünde los und ledig nach Deiner milden Güte, durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S. 126

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist +

+ Pax vobiscum +

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Ehre sei Dir, Christe

Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist + nun und allezeit. Amen. +

Donnerstag nach Reminiscere (Der Knecht Gottes)

Der Herr hat mir das Ohr geöffnet, daß ich höre wie ein Jünger; ich bin nicht ungehorsam und gehe nicht zurück.

Jesaja 50, 4f.

Megala Meteora

Ehre sei Dir, Christe, der Du littest Not,
an dem Stamm des Kreuzes für uns bittern Tod,
herrschest mit dem Vater in der Ewigkeit:
hilf uns armen Sündern zu der Seligkeit

Kyrie eleison, Chrste eleison, Kyrie eleison.

Nach dem Gesang “Laus tibi Christe” (14.Jhd), 1560 (LKG 131)

Fortlaufende Lese

So sind wir nun, liebe Brüder und Schwestern, nicht dem Fleisch schuldig, dass wir nach dem Fleisch leben. 13 Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben müssen; wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Leibes tötet, so werdet ihr leben. 14 Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. 15 Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater! 16 Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind. 17 Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, da wir ja mit ihm leiden, damit wir auch mit ihm zur Herrlichkeit erhoben werden.

Römer 8, 12-17

Tageslese

HERR, du hast mich überredet und ich habe mich überreden lassen. Du bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen; aber ich bin darüber zum Spott geworden täglich, und jedermann verlacht mich. 8 Denn sooft ich rede, muss ich schreien; »Frevel und Gewalt!« muss ich rufen. Denn des HERRN Wort ist mir zu Hohn und Spott geworden täglich. 9 Da dachte ich: Ich will seiner nicht mehr gedenken und nicht mehr in seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer, verschlossen in meinen Gebeinen. Ich mühte mich, es zu ertragen, aber konnte es nicht. 10 Denn ich höre, wie viele heimlich reden: »Schrecken ist um und um!« »Verklagt ihn!« »Wir wollen ihn verklagen!« Alle meine Freunde und Gesellen lauern, ob ich nicht falle: »Vielleicht lässt er sich überlisten, dass wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen.« 11 Aber der HERR ist bei mir wie ein starker Held, darum werden meine Verfolger fallen und nicht gewinnen. Sie müssen ganz zuschanden werden, weil es ihnen nicht gelingt. Ewig wird ihre Schande sein und nie vergessen werden. 12 Und nun, HERR Zebaoth, der du die Gerechten prüfst, Nieren und Herz durchschaust: Lass mich deine Rache an ihnen sehen; denn dir habe ich meine Sache befohlen. 13 Singet dem HERRN, rühmet den HERRN, der des Armen Leben aus den Händen der Boshaften errettet!

Jeremia 20, 7-13

Wir beten mit der heiligen Kirche und weltweiten Christenheit im Namen unseres Herrn Jesu Christi:

Herr Gott, der Du allezeit Lust hast zur Barmherzigkeit und gerne verschonest, nimm an uns bußfertiges Gebet, und mache die Gefangenen der Sünde los und ledig nach Deiner milden Güte, durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S. 126

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist +

+ Pax vobiscum +

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Von Gott reden in unserer Zeit

Von Gott reden

Die theologische Tradition ist davon ausgegangen, das ist ein natürliches Wissen des Menschen um Gott gibt, dass der christlichen Gottesrede und Gotteslehre als Anknüpfungspunkt dienen kann. Sie setzt voraus, dass Gott den Menschen zumindest in der Form einer offenen und offen gehaltenen Frage präsent ist. Diese Prämisse lässt sich aber nicht mehr aufrechterhalten. Der apologetische Schema von Frage und Antwort funktioniert nicht länger, weil die Gottesfrage in der Modernen nachchristliche Antworten gefunden hat, durch welche sogar die ursprüngliche Frage verdeckt wird. Das Selbstbewusstsein der Neuzeit speist sich aus der Überzeugung, bessere Antworten auf die vermeintlich falsch gestellten Fragen des Christentums gefunden zu haben. Im Fall des religiösen Indifferentismus oder des Gewohnheitsatheismus ist nicht nur die christliche Antwort auf die Gottesfrage, sondern schon die Frage als solche in Vergessenheit geraten.

Unter den Bedingungen einer säkularen Moderne hängt die Möglichkeit, von Gott zu reden, nicht von einer wie auch immer gearteten Frage nach Gott ab, sondern von der Erinnerungsspur der biblisch bezeugten Gottesoffenbarung.

Ulrich H.J. Körtner: “Dogmatik” (2018) S. 208

Weil es keinen natürlichen oder evolutionären Weg von einem allgemeinen Religionsbegriff zum Geltungs- und Wahrheitsanspruch jedes wirklichen Monotheismus gibt, ist es die Erinnerungsspur, der durch die biblische Überlieferung und ihre Wirkungsgeschichte bezeugten Offenbarung, welche die Frage nach Gott lebendig hält oder neu provoziert. Es ist nicht die Frage, die der Antwort vorausliegt, vielmehr liegt die Antwort der Frage voraus. Diese grundlegende Einsicht Karl Barth und der dialektischen Theologie gilt es festzuhalten und neu bewusst zu machen.

Die hermeneutische Frage, was überhaupt zur Rede von Gott nötigt, lässt sich in aller Vorläufigkeit wie folgt beantworten: zur Rede von Gott weiß sich nur der genötigt, der sich irgendwie von Gott selbst angesprochen weiß. Nicht eine theoretische Denkmöglichkeit oder gar Denknotwendig Gottes, wie sie in den sogenannten Gottesbeweisen vorausgesetzt worden ist, sondern das kontingente Faktum der Selbstbekundung und Selbstauslegung Gottes in seiner geschichtlichen Offenbarung ist Ausgangspunkt wie Kriterium aller sachgemäßen Rede von Gott.

Ulrich H.J. Körtner: “Dogmatik” (2018) S. 208
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Des sollen wir uns trösten

Mittwoch nach Reminiscere (Der Knecht Gottes)

Der Herr hat mir das Ohr geöffnet, daß ich höre wie ein Jünger; ich bin nicht ungehorsam und gehe nicht zurück.

Jesaja 50, 4f
Beuckelaer, Joachim; “A Maid in a Kitchen and Christ with Martha and Mary in the Background” (Antwerpen)

Des solln wir uns trösten gegen Sünd und Tod
und ja nicht verzagen vor der Höllen Glut;
denn wir sind gerettet aus aller Fährlichkeit
durch Christ, unsern Herren, gelobt in Ewigkeit.
Kyrie eleison, Christe eleison. Kyrie eleison.

Darum wolln wir loben, danken allezeit
dem Vater und Sohne und dem Heilgen Geist;
bitten, dass sie wollen behüten uns hinfort,
und dass wir stets bleiben bei seinem heilgen Wort.
Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison.

Hermann Bon 1542 (LKG 130, 5-6)

Fortlaufende Lese

So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. 2 Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. 3 Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: Er sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch, 4 damit die Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, in uns erfüllt werde, die wir nun nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. 5 Denn die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnt; die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnt. 6 Denn fleischlich gesinnt sein ist der Tod, doch geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede. 7 Denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch sich dem Gesetz Gottes nicht unterwirft; denn es vermag’s auch nicht. 8 Die aber fleischlich sind, können Gott nicht gefallen. 9 Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, da ja Gottes Geist in euch wohnt. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. 10 Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen. 11 Wenn aber der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.

Römer 8, 1-11

Tageslese

Und zu der Zeit, als der Knabe Samuel dem HERRN diente unter Eli, war des HERRN Wort selten, und es gab kaum noch Offenbarung. 2 Und es begab sich zur selben Zeit, dass Eli lag an seinem Ort, und seine Augen fingen an, schwach zu werden, sodass er nicht mehr sehen konnte. 3 Die Lampe Gottes war noch nicht verloschen. Und Samuel hatte sich gelegt im Tempel des HERRN, wo die Lade Gottes war. 4 Und der HERR rief Samuel. Er aber antwortete: Siehe, hier bin ich!, 5 und lief zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen; geh wieder hin und lege dich schlafen. Und er ging hin und legte sich schlafen. 6 Der HERR rief abermals: Samuel! Und Samuel stand auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen, mein Sohn; geh wieder hin und lege dich schlafen. 7 Aber Samuel kannte den HERRN noch nicht, und des HERRN Wort war ihm noch nicht offenbart. 8 Und der HERR rief Samuel wieder, zum dritten Mal. Und er stand auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der HERR den Knaben rief. 9 Und Eli sprach zu Samuel: Geh wieder hin und lege dich schlafen; und wenn du gerufen wirst, so sprich: Rede, HERR, denn dein Knecht hört. Samuel ging hin und legte sich an seinen Ort. 10 Da kam der HERR und trat herzu und rief wie vorher: Samuel, Samuel! Und Samuel sprach: Rede, denn dein Knecht hört.

1. Samuel 3, 1-10

Wir beten mit der heiligen Kirche und weltweiten Christenheit im Namen unseres Herrn Jesu Christi:

Herr Gott, der Du allezeit Lust hast zur Barmherzigkeit und gerne verschonest, nimm an uns bußfertiges Gebet, und mache die Gefangenen der Sünde los und ledig nach Deiner milden Güte, durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S. 126

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist +

+ Pax vobiscum +

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So nicht wär gekommen Christus in die Welt

Dienstag nach Reminiscere (Der Knecht Gottes)

Der Herr hat mir das Ohr geöffnet, daß ich höre wie ein Jünger; ich bin nicht ungehorsam und gehe nicht zurück.

Jesaja 50, 4f

Christus am Ölberg. Niederdeutsch, um 1480. (Kunsthaus Lempertz)

So nicht wär gekommen Christus in die Welt
und hätt angenommen unser arm Gestalt
und für unsre Sünde gestorben williglich,
so hätten wir müssen verdammt sein ewiglich.
Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison.

Solche große Gnad und väterliche Gunst
hat uns Gott erzeiget lauterlich umsonst
in Christus, seim Sohne, der sich gegeben hat
in den Tod des Kreuzes zu unsrer Seligkeit.
Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison.

Hermann Bon 1542 (LKG 130, 3-4)

Fortlaufende Lese

Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft. 15 Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich. 16 Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, stimme ich dem Gesetz zu, dass es gut ist. 17 So tue ich das nicht mehr selbst, sondern die Sünde, die in mir wohnt. 18 Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. 19 Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. 20 Wenn ich aber tue, was ich nicht will, vollbringe nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. 21 So finde ich nun das Gesetz: Mir, der ich das Gute tun will, hängt das Böse an. 22 Denn ich habe Freude an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. 23 Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Verstand und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. 24 Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes? 25 Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn! So diene ich nun mit dem Verstand dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde.

Römer 7, 14-25

Tageslese

Es erhoben sich aber der Hohepriester und alle, die mit ihm waren, nämlich die Gruppe der Sadduzäer, von Eifer erfüllt, 18 und legten Hand an die Apostel und warfen sie in das öffentliche Gefängnis. 19 Aber der Engel des Herrn tat in der Nacht die Türen des Gefängnisses auf und führte sie heraus und sprach: 20 Geht hin und tretet im Tempel auf und redet zum Volk alle Worte dieses Lebens. 21 Als sie das gehört hatten, gingen sie frühmorgens in den Tempel und lehrten. Der Hohepriester aber und die mit ihm waren, kamen und riefen den Hohen Rat und alle Ältesten in Israel zusammen und sandten hin zum Gefängnis, sie zu holen. 22 Die Diener gingen hin und fanden sie nicht im Gefängnis, kamen zurück und berichteten: 23 Das Gefängnis fanden wir sicher verschlossen und die Wächter vor den Türen stehen; aber als wir öffneten, fanden wir niemanden darin. 24 Als der Hauptmann des Tempels und die Hohenpriester diese Worte hörten, wurden sie ratlos und wussten nicht, was das noch werden sollte. 25 Da kam jemand, der berichtete ihnen: Siehe, die Männer, die ihr ins Gefängnis geworfen habt, stehen im Tempel und lehren das Volk. 26 Da ging der Hauptmann mit den Dienern hin und holte sie, doch nicht mit Gewalt; denn sie fürchteten sich vor dem Volk, dass sie gesteinigt würden. 27 Und sie brachten sie und stellten sie vor den Hohen Rat. Und der Hohepriester fragte sie 28 und sprach: Haben wir euch nicht streng geboten, in diesem Namen nicht zu lehren? Und seht, ihr habt Jerusalem erfüllt mit eurer Lehre und wollt das Blut dieses Menschen über uns bringen. 29 Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Apostelgeschichte 5,17-29

Wir beten mit der heiligen Kirche und weltweiten Christenheit im Namen unseres Herrn Jesu Christi:

Herr Gott, der Du allezeit Lust hast zur Barmherzigkeit und gerne verschonest, nimm an uns bußfertiges Gebet, und mache die Gefangenen der Sünde los und ledig nach Deiner milden Güte, durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S. 126

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist +

+ Pax vobiscum +

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Ukrainians grateful to be safe in Wittenberg

Two Ukrainian refugees Liubov  Sachenko and Margaryta Goltzeva are active members of the Ukrainian Lutheran Church in Wittenberg. Some time ago, they started a Drama Club for teenagers and adults here in town.

Last Friday (March 3) they invited local citizenry to a performance commemorating a year of the Russian war against Ukraine. They honor the soldiers who gave up their lives to fight for the freedom of their country and in support of all the millions of refugees.

The program included mini-plays, Ukrainian songs, and poems recital. They gave thanks to the people of Wittenberg, Saxony-Anhalt (Germany) for their constant support as they try to cope far away from home.  

Thank You to Natalia Zubrytska for sharing this event.

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O wir armen Sünder!

Montag nach Reminiscere (Der Knecht Gottes)

Der Herr hat mir das Ohr geöffnet, daß ich höre wie ein Jünger; ich bin nicht ungehorsam und gehe nicht zurück.

Jesaja 50, 4f

Das dreiflüglige Altarbild der Stadtkirche in Weimar (Herderkirche) wurde von Lucas Cranach dem Jüngeren 1552/3 bis 1555 gefertigt.

O wir armen Sünder! Unsre Missetat,
darin wir empfangen und geboren sind,
hat gebracht uns alle in solche große Not,
dass wir unterworfen sind dem ewigen Tod.
Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison.

Aus dem Tod wir konnten durch unser eigen Werk
nimmer werden gerettet, die Sünd war zu stark;
dass wir würden erlöset, so konnt’s nicht anders sein,
denn Gotts Sohn musst leiden des Todes bittre Pein.
Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison.

Hermann Bon 1542 (LKG 130, 1-2)

Fortlaufende Lese

Was wollen wir hierzu sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz. Denn ich wüsste nichts von der Begierde, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: »Du sollst nicht begehren!« 8 Die Sünde aber nahm das Gebot zum Anlass und erregte in mir Begierden jeder Art; denn ohne das Gesetz war die Sünde tot. 9 Ich lebte einst ohne Gesetz; als aber das Gebot kam, wurde die Sünde lebendig, 10 ich aber starb. Und so fand sich’s, dass das Gebot mir den Tod brachte, das doch zum Leben gegeben war. 11 Denn die Sünde nahm das Gebot zum Anlass und betrog mich und tötete mich durch das Gebot. 12 So ist also das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut. 13 Ist dann, was doch gut ist, mir zum Tod geworden? Das sei ferne! Sondern die Sünde, auf dass sie als Sünde sichtbar werde, hat mir durch das Gute den Tod gebracht, auf dass die Sünde über alle Maßen sündig werde durchs Gebot.

Römer 7, 7-13

Tageslese

Aber mitten im Fest ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte. Und die Juden verwunderten sich und sprachen: Wie kennt dieser die Schrift, wenn er es doch nicht gelernt hat? Jesus antwortete ihnen und sprach: Meine Lehre ist nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat. Wenn jemand dessen Willen tun will, wird er innewerden, ob diese Lehre von Gott ist oder ob ich aus mir selbst rede. Wer aus sich selbst redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und keine Ungerechtigkeit ist in ihm

Johannes 7, 14-18

Wir beten mit der heiligen Kirche und weltweiten Christenheit im Namen unseres Herrn Jesu Christi:

Herr Gott, der Du allezeit Lust hast zur Barmherzigkeit und gerne verschonest, nimm an uns bußfertiges Gebet, und mache die Gefangenen der Sünde los und ledig nach Deiner milden Güte, durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S. 126

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist +

+ Pax vobiscum +

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Second Sunday in Lent (Reminiscere)

God demonstrates his own love for us, in that while we were still sinners, Christ died for us.

Romans 5:8 (Watchword)

Hymn of the Lutheran Church

  1. When in the hour of deepest need
    We know not where to look for aid;
    When days and nights of anxious thought
    No help or counsel yet have brought,
  2. Then is our comfort this alone,
    That we may meet before Thy throne
    And cry, O faithful God, to Thee
    For rescue from our misery;
  3. To Thee may raise our hearts and eyes,
    Repenting sore with bitter sighs,
    And seek Thy pardon for our sin
    And respite from our griefs within.
  4. For Thou hast promised graciously
    To hear all those who cry to Thee
    Through Him whose name alone is great,
    Our Savior and our Advocate.
  5. And thus we come, O God, today
    And all our woes before Thee lay;
    For sorely tried, cast down, we stand,
    Perplexed by fears on ev’ry hand.
  6. O from our sins, Lord, turn Thy face;
    Absolve us through Thy boundless grace,
    Be with us in our anguish still,
    Free us at last from ev’ry ill,
  7. That so with all our hearts we may
    To Thee our glad thanksgivings pay,
    Then walk obedient to Thy Word
    And now and ever praise Thee, Lord.

Paul Eber 1511-1569 translated by Catherine Winkworth 1827-1878

M Savigny (1831-1905): Weinberge bei Müllheim im Markgräflerland

God´s Holy Word for this Sunday

The Introit teaches us to pray in a God pleasing way:

O Lord, I come before you in prayer. My God, I trust in you. 
Please do not let me be humiliated; do not let my enemies triumphantly rejoice over me. 
Certainly none who rely on you will be humiliated. 
Those who deal in treachery will be thwarted and humiliated. 
Make me understand your ways, O Lord. Teach me your paths.  
Guide me into your truth and teach me. For you are the God who delivers me;on you I rely all day long. Remember your compassionate and faithful deeds, O Lord, for you have always acted in this manner.  
Do not hold against me the sins of my youth or my rebellious acts. 
Because you are faithful to me, extend to me your favor, O Lord.  
The Lord is both kind and fair; that is why he teaches sinners the right way to live.  
May he show the humble what is right. May he teach the humble his way. 
The Lord always proves faithful and reliable to those who follow the demands of his covenant. For the sake of your reputation, O Lord, forgive my sin, because it is great.  

Psalm 25: 1-11

Inspired the holy prophet Isaiah proclaims in God´s name:

I will sing to my love— a song to my lover about his vineyard. My love had a vineyard on a fertile hill. He built a hedge around it, removed its stones, and planted a vine. He built a tower in the middle of it and constructed a winepress. He waited for it to produce edible grapes, but it produced sour ones instead.  

So now, residents of Jerusalem, people of Judah, you decide between me and my vineyard! What more can I do for my vineyard beyond what I have already done? When I waited for it to produce edible grapes, why did it produce sour ones instead? 

Now I will inform you what I am about to do to my vineyard: I will remove its hedge and turn it into pasture, I will break its wall and allow animals to graze there. I will make it a wasteland; no one will prune its vines or hoe its ground, and thorns and briers will grow there. I will order the clouds not to drop any rain on it. Indeed, Israel is the vineyard of the Lord of Heaven’s Armies, the people of Judah are the cultivated place in which he took delight. He waited for justice but look what he got – disobedience! He waited for fairness but look what he got – cries for help!    

Isaiah 5: 1-7

The holy apostle of our Lord Jesus Christ – St. Paul – writes to the Romans

Therefore, since we have been declared righteous by faith, we have peace with God through our Lord Jesus Christ, through whom we have also obtained access into this grace in which we stand, and we rejoice in the hope of God’s glory. Not only this, but we also rejoice in sufferings, knowing that suffering produces endurance, and endurance, character, and character, hope. And hope does not disappoint, because the love of God has been poured out in our hearts through the Holy Spirit who was given to us. For while we were still helpless, at the right time Christ died for the ungodly.(For rarely will anyone die for a righteous person, though for a good person perhaps someone might possibly dare to die. But God demonstrates his own love for us, in that while we were still sinners, Christ died for us. Much more then, because we have now been declared righteous by his blood we will be saved through him from God’s wrath.For if while we were enemies we were reconciled to God through the death of his Son, how much more, since we have been reconciled, will we be saved by his life?Not only this, but we also rejoice in God through our Lord Jesus Christ, through whom we have now received this reconciliation. 

Romans 5: 1-11

Our holy Lord and Savior Jesus Christ says:

Just as Moses lifted up the serpent in the wilderness, so must the Son of Man be lifted up, so that everyone who believes in him may have eternal life.” For this is the way God loved the world: He gave his one and only Son, so that everyone who believes in him will not perish but have eternal life. For God did not send his Son into the world to condemn the world, but that the world should be saved through him. The one who believes in him is not condemned. The one who does not believe has been condemned already, because he has not believed in the name of the one and only Son of God.Now this is the basis for judging: that the light has come into the world and people loved the darkness rather than the light, because their deeds were evil. For everyone who does evil deeds hates the light and does not come to the light, so that their deeds will not be exposed. But the one who practices the truth comes to the light, so that it may be plainly evident that his deeds have been done in God.  

John 3:14-21

And again he spoke to them in parables (Sermon text)

A man planted a vineyard. He put a fence around it, dug a pit for its winepress, and built a watchtower. Then he leased it to tenant farmers and went on a journey. At harvest time he sent a slave to the tenants to collect from them his portion of the crop.But those tenants seized his slave, beat him, and sent him away empty-handed. So he sent another slave to them again. This one they struck on the head and treated outrageously. He sent another, and that one they killed. This happened to many others, some of whom were beaten, others killed. He had one left, his one dear son. Finally he sent him to them, saying, ‘They will respect my son.’ But those tenants said to one another, ‘This is the heir. Come, let’s kill him and the inheritance will be ours!’ So they seized him, killed him, and threw his body out of the vineyard.

What then will the owner of the vineyard do? He will come and destroy those tenants and give the vineyard to others. Have you not read this scripture: ‘The stone the builders rejected has become the cornerstone. This is from the Lord, and it is marvelous in our eyes’?”

Now they wanted to arrest him (but they feared the crowd), because they realized that he told this parable against them. So they left him and went away.  

Mark 12:1-12

Sermon outline

  • God demonstrates his love towards us: Love unheard!
    • Sending his apostles, prophets and Son (Isaiah 5 and Mk.12)
    • Our rejection and rebellion +
    • He suffers and dies for us – satisfactorily – whilst we were still enemies – and becomes the cornerstone + John 3:14-21: Altar in St. Marys – just like the serpent in the desert was lifted up.

Prayer of the Church—Responsive Form (Reminiscere: 5.March 2023) 

Let us pray for the whole Church of God in Christ Jesus and for all people according to their needs. 

Lord God, You sent Your Son first to the lost sheep of the house of Israel before spreading the cover of Your wings over all nations. Move to jealousy those of Your ancient people who refuse the witness of the Messiah, and lead them by Your Spirit to receive Him in faith. Lord, in Your mercy, hear our prayer. 

Lord God, You have knit Jew and Gentile — and all the nations of the world — into Your one, holy, catholic and apostolic Church. Lead us ever more deeply into the unity You desire for Your people, that we may bear one another’s burdens in prayer and in works of mercy. Lord, in Your mercy, hear our prayer. 

Lord God, Your people of old honored the affliction of Jacob by abstaining from the sinew of the thigh. Help us to honor our fathers in the faith who have suffered for the sake of Your precious Gospel, and set our hearts to follow their faithful and bold example. Lord, in Your mercy, hear our prayer. 

Lord God, Your servant Jacob sent his family ahead that he might wrestle with You in prayer. Strengthen the hearts of fathers in our church, that they likewise would provide for their families and strive with You in prayer until they receive Your blessing. Lord, in Your mercy, hear our prayer. 

Lord God, You watch over the ways of Your people and call us to please You. Lead us to control our bodies and to flee all immorality, that we might show a godly witness in this world and adorn Your Gospel with a holy life. Lord, in Your mercy, hear our prayer. 

Lord God, help us earnestly to seek Your blessing, though it comes together with affliction. Give us eyes to see through these trials, which come from Your hand, to the endurance, character and hope they produce in Your children. Lord, in Your mercy, hear our prayer. 

Lord God, You hear the cries of the severely oppressed and bless them with healing in Your appointed season. Comfort those who wait on You especially June, Lutz, Vadym, Kyril, Matt, Christoph, Friederike & Olly, Detlev & Biljana]. Increase their faith, and bring them through their trials. Lord, in Your mercy, hear our prayer. 

Lord God, though it is not right to give the children’s bread to dogs or to cast pearls before swine, even the dogs eat the crumbs that fall from their master’s table. Receive us in Your mercy and enable all who commune to make the good confession, both of our sin and of You, our only Savior, that we may receive Your true body and blood and be forgiven. Lord, in Your mercy, hear our prayer. 

All these things and whatever else You know that we need, grant us, Father, for the sake of Him who died and rose again and now lives and reigns with You and the Holy Spirit, one God forever. Amen. 

The peace of the Lord be with You + Pax vobiscum +

The Lord bless Thee, and keep Thee:

The Lord make his face shine upon Thee, and be gracious unto Thee:

The Lord lift up his countenance upon Thee and give Thee peace.

Numbers 6,24-26 (4th Book of Moses)

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Herr, machs nur mit meinem Ende gut

Kennengelernt habe ich Bartholomäus Grill als Korrespondenten für die FAZ in Johannesburg. Inzwischen hat er für den Spiegel gearbeitet und ist jetzt im Ruhestand. Er ist als frommer Katholik in Oberaudorf am Inn aufgewachsen. Das hat ihn zeitlebens geprägt.

Er hat schlimme Dinge in Ruanda und Syrien erlebt, aber am tiefsten haben ihn die Sterbefälle in seiner Familie berührt. Er hatte eine schwerstbehinderte Schwester, die mit einem Wasserkopf nach knapp zwei Jahren starb. Ein Bruder ist wegen Krebs in der Schweiz zur “Sterbehilfe” gegangen. Inzwischen sind nicht nur seine Großeltern gestorben, sondern auch beide Eltern und er steht jetzt bewußt in der Reihe: “Wer weiß, wie nahe mir mein Ende?”

Es hat natürlich was mit den Lebensphasen zu tun und als junger Mann hat er wie wir alle damals noch gedacht, er ist halt unsterblich: “Wenn es auch zehntausend zu Deiner Rechten trifft und zehntausend zu Deiner Linken, so wird es Dich doch nicht treffen!” (cf. Psalm 91,7) Inzwischen erfährt er das auch schon anders.

Dieses ist kein frommes Buch. Im Gegenteil. Er setzt sich nicht nur mit der Kirche auseinander, sondern auch ausgiebig mit einem brillianten Philosophen Robert Spaemann, der ein Berater von Benedikt XVI war. Mit ihm hat er ein intensives und preisgekröntes Streitgespräch geführt über “Sterben und Sterbenshilfe” nicht nur in der Schweiz, sondern auch in den Niederlanden und die Folgen für Deutschland etc.

Grill hat einen gut leserlichen Stil. Er ist gut belesen. Sein kurzes Philosophie- und Theologiestudium haben ihn sichtlich geprägt. Inzwischen hat er viel erfahren, erlebt und durch gemacht. Es ist ein sehr persönliches Buch. Heute würde man es wohl authentisch nennen. Es ist mehr zum Nachdenken als zur Selbsthilfe. Schließlich nennt er es ja auch “Meine Begegnungen mit dem Sterben.”

Er will gegen das Verdrängen des Todes aus dem Alltag anschreiben und das Sterben ins Bewußtsein rücken. Wir sollen wissen, dass “um uns die Toten” sind und wir sind auch schon beinah da. Die letzte Seite hat er einem Gespräch mit einem alten Buschmann (San) in der Kalahari gewidment. Damit zeigt er, dass wir “modernen” dem Todes genauso hilf- und ratlos gegenüberstehen wie unsere Vorfahren.

Es wird deutlich, wie zutreffen der Apostel Paulus schreibt: “Wenn es die Auferstehung von den Toten nicht gibt bzw Christus nicht von den Toten auferstanden ist, dann sind wir die aller elendesten unter den Menschen! “(cf. 1. Korinther 15,14ff)

Nun aber ist Christus auferstanden. Er lebt und regiert uns zugut. Darum sollen und dürfen wir auch leben – hier zeitlich und dort ewiglich. Wir singen und beten getrost: “Herr Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut!”

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Zum siebten redt er vor seim End

Samstag nach Invokavit

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre.

1. Johannes 3,8 (Wochenspruch)

Halle, Kunstmuseum Moritzburg, Max Beckmann, Christus in der Wüste (1910)

Zum siebten redt er vor seim End: „Mein’ Geist befehl ich in Dein Händ, so ich jetzund soll sterben. Du wollst den Sündern gnädig sein, laß, Vater, sie nicht verderben.“

Wer Gottes Mart´r in Ehren hat und oft bedenkt die sieben Wort, des will Gott treulich pflegen wohl hie auf Erd mit seiner Gnad und dort im ewgen Leben.

Johannes Böschenstain 1539 (LKG 129, 8-9)

Fortlaufende Lese

Wisst ihr nicht, Brüder und Schwestern – denn ich rede mit denen, die das Gesetz kennen –, dass das Gesetz nur herrscht über den Menschen, solange er lebt? Denn eine Ehefrau ist an ihren Mann gebunden durch das Gesetz, solange der Mann lebt; wenn aber der Mann stirbt, so ist sie frei von dem Gesetz, das sie an den Mann bindet. Wenn sie nun bei einem andern Mann ist, solange ihr Mann lebt, wird sie eine Ehebrecherin genannt; wenn aber ihr Mann stirbt, ist sie frei vom Gesetz, sodass sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie bei einem andern Mann ist. Also seid auch ihr, meine Brüder und Schwestern, dem Gesetz getötet durch den Leib Christi, sodass ihr einem andern angehört, nämlich dem, der von den Toten auferweckt ist, damit wir Gott Frucht bringen. Denn als wir im Fleisch waren, da waren die sündigen Leidenschaften, die durchs Gesetz geweckt wurden, kräftig in unsern Gliedern, sodass wir dem Tode Frucht brachten. Nun aber sind wir vom Gesetz frei geworden und dem gestorben, was uns gefangen hielt, sodass wir dienen im neuen Wesen des Geistes und nicht im alten Wesen des Buchstabens.

Römer 7, 1-6

Tageslese

Da antworteten ihm einige von den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprachen: Meister, wir wollen ein Zeichen von dir sehen.  Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht fordert ein Zeichen, und es wird ihm kein Zeichen gegeben werden außer dem Zeichen des Propheten Jona. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein. Die Leute von Ninive werden auftreten beim Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen; denn sie taten Buße nach der Predigt des Jona. Und siehe, hier ist mehr als Jona. Die Königin vom Süden wird auftreten beim Gericht mit diesem Geschlecht und wird es verdammen; denn sie kam vom Ende der Erde, Salomos Weisheit zu hören. Und siehe, hier ist mehr als Salomo.

Matthäus 12, 38-42

Wir beten mit der heiligen Kirche und der weltweiten Christenheit im Namen unseres Herrn Jesu Christi:

Herr Gott, himmlischer Vater, Du hast Deinen Sohn in die Welt gesandt, daß er des Teufels Tyrannei wehren und uns wider den Feind schützen möge. Wir bitten Dich, Du wollest uns in aller Anfechtung erhalten und uns Deinen Geist geben, daß wir dem Satan Widerstand leisten, ihn durch Dein Wort von uns treiben und den Sieg über ihn davontragen, durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist, ein wahrer Gott, lebet und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.125

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist +

+ Pax vobiscum +

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