J.S. Bach: “Wer nur den lieben Gott lässt walten”, Kantate am 5. Sonntag nach Trinitatis (BWV 93)

Kantor Johann Sebastian Bach (* 21. März 1685 in Eisenach; † 28. Juli 1750 in Leipzig) komponiert die Kantate: “Wer nur den lieben Gott lässt walten”, Kantate am 5. Sonntag nach Trinitatis (BWV 93).

Hier mehr auf Wikipedia und auch der Text der Kantate, dank der Vorlage von Walter F. Bischof (University of Alberta):

Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu
Und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu;
Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

Georg Neumark um 1641

Wer nur den lieben Gott lässt walten
  
1. Coro
Oboe I/II, Violino I/II, Viola, Continuo
Wer nur den lieben Gott lässt walten
Und hoffet auf ihn allezeit,
Den wird er wunderlich erhalten
In allem Kreuz und Traurigkeit.
Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut,
Der hat auf keinen Sand gebaut.
  
2. Choral e Recitativo B
Continuo
Was helfen uns die schweren Sorgen?
Sie drücken nur das Herz
Mit Zentnerpein, mit tausend Angst und Schmerz.
Was hilft uns unser Weh und Ach?
Es bringt nur bittres Ungemach.
Was hilft es, dass wir alle Morgen
mit Seufzen von dem Schlaf aufstehn
Und mit beträntem Angesicht des Nachts zu Bette gehn?
Wir machen unser Kreuz und Leid
Durch bange Traurigkeit nur größer.
Drum tut ein Christ viel besser,
Er trägt sein Kreuz mit christlicher Gelassenheit.
  
3. Aria T
Violino I/II, Viola, Continuo
Man halte nur ein wenig stille,
Wenn sich die Kreuzesstunde naht,
Denn unsres Gottes Gnadenwille
Verlässt uns nie mit Rat und Tat.
Gott, der die Auserwählten kennt,
Gott, der sich uns ein Vater nennt,
Wird endlich allen Kummer wenden
Und seinen Kindern Hilfe senden.
  
4. Aria (Duetto) S A
Violino I/II, Viola, Continuo
Er kennt die rechten Freudesstunden,
Er weiß wohl, wenn es nützlich sei;
Wenn er uns nur hat treu erfunden
Und merket keine Heuchelei,
So kömmt Gott, eh wir uns versehn,
Und lässet uns viel Guts geschehn.
  
5. Choral e Recitativo T
Continuo
Denk nicht in deiner Drangsalhitze,
Wenn Blitz und Donner kracht
Und dir ein schwüles Wetter bange macht,
Dass du von Gott verlassen seist.
Gott bleibt auch in der größten Not,
Ja gar bis in den Tod
Mit seiner Gnade bei den Seinen.
Du darfst nicht meinen,
Dass dieser Gott im Schoße sitze,
Der täglich wie der reiche Mann,
In Lust und Freuden leben kann.
Der sich mit stetem Glücke speist,
Bei lauter guten Tagen,
Muss oft zuletzt,
Nachdem er sich an eitler Lust ergötzt,
“Der Tod in Töpfen” sagen.
Die Folgezeit verändert viel!
Hat Petrus gleich die ganze Nacht
Mit leerer Arbeit zugebracht
Und nichts gefangen:
Auf Jesu Wort kann er noch einen Zug erlangen.
Drum traue nur in Armut, Kreuz und Pein
Auf deines Jesu Güte
Mit gläubigem Gemüte;
Nach Regen gibt er Sonnenschein
Und setzet jeglichem sein Ziel.
  
6. Aria S
Oboe I, Continuo
Ich will auf den Herren schaun
Und stets meinem Gott vertraun.
Er ist der rechte Wundermann.
Der die Reichen arm und bloß
Und die Armen reich und groß
Nach seinem Willen machen kann.
  
7. Choral
Oboe I/II e Violino I col Soprano, Violino II coll’ Alto, Viola col Tenore, Continuo
Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,
Verricht das Deine nur getreu
Und trau des Himmels reichem Segen,
So wird er bei dir werden neu;
Denn welcher seine Zuversicht
Auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

BesetzungSoli: S A T B, Coro: S A T B, Oboe I/II, Violino I/II, Viola, Continuo
Entstehungszeit9. Juli 1724
TextGeorg Neumark 1641/57; 2,3,5,6: unbekannter Verfasser
Anlass5. Sonntag nach Trinitatis
PartiturMelvin Unger’s kommentierte Partitur
DiskussionAryeh Oron Julian Mincham

Hier ein Link zu einer Aufführung mit Karl Richter.

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About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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