Sprecht Ihr in Wahrheit Recht, Ihr Mächtigen? Richtet Ihr in Gerechtigkeit die Menschenkinder? Nein, mutwillig tut Ihr Unrecht im Lande, und Eure Hände treiben Frevel.
Die Frevler sind abtrünnig vom Mutterschoß an, die Lügner gehen irre von Mutterleib an. Sie sind voller Gift wie eine giftige Schlange, wie eine taube Otter, die ihr Ohr verschließt, daß sie nicht höre die Stimme des Zauberers, des Beschwörers, der gut beschwören kann.
Gott, zerbrich ihnen die Zähne im Maul, zerschlage, HERR, das Gebiss der jungen Löwen! Sie werden vergehen wie Wasser, das verrinnt. Zielen sie mit ihren Pfeilen, so werden sie ihnen zerbrechen. Sie vergehen, wie eine Schnecke verschmachtet, wie eine Fehlgeburt sehen sie die Sonne nicht. Ehe Eure Töpfe das Dornfeuer spüren, reißt alles der brennende Zorn hinweg.
Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Vergeltung sieht, und wird seine Füße baden in des Frevlers Blut; und die Leute werden sagen: Ja, der Gerechte empfängt seine Frucht, ja, Gott ist noch Richter auf Erden.
Psalm 58. Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »Vertilge nicht«.
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Alsdann flugs und fröhlich geschlafen.
Aus Gnaden seid Ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus Euch: Gottes Gabe ist es.
Epheser 2,8
Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch
O König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, Dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist Dein Thron; hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit Dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit.
Von Deinem Reich auch zeugen die Leut aus Morgenland; die Knie sie vor Dir beugen,
weil Du ihn´ bist bekannt. Der neu Stern auf Dich weiset, dazu das göttlich Wort. Drum man Dich billig preiset, daß Du bist unser Hort.Du bist ein großer König, wie uns die Schrift vermeldt, doch achtest Du gar wenig vergänglich Gut und Geld, prangst nicht auf stolzem Rosse, trägst keine güldne Kron, sitzt nicht im steinern Schlosse; hier hast Du Spott und Hohn.
Doch bist Du schön gezieret, Dein Glanz erstreckt sich weit, Dein Güt allzeit regieret und Dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schützen durch Dein Macht und Gewalt, daß sie im Frieden sitzen, die Bösen stürzen bald.
Du wollst Dich mein erbarmen, in Dein Reich nimm mich auf, Dein Güte schenk mir Armen und segne meinen Lauf. Mein’ Feinden wollst Du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Not.
Du wollst in mir entzünden Dein Wort, den schönen Stern, daß falsche Lehr und Sünden sein meinem Herzen fern. Hilf, dass ich Dich erkenne und mit der Christenheit Dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit.
Martin Behm 1606 (LKG 124)
Morgenlese
Darum fürchtet Euch nicht vor ihnen. Denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was man nicht wissen wird. Was ich Euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was Euch gesagt wird in das Ohr, das verkündigt auf den Dächern.
Und fürchtet Euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet viel mehr den, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle. Verkauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne Euren Vater. Bei Euch aber sind sogar die Haare auf dem Haupt alle gezählt. Darum fürchtet Euch nicht; Ihr seid kostbarer als viele Sperlinge.
Wer nun mich bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem Vater im Himmel.
Matthäus 10,26-33
Abendlese
Es begab sich aber, als die Zeit erfüllt war, daß er in den Himmel aufgenommen werden sollte, da wandte er das Angesicht, entschlossen, nach Jerusalem zu wandern.
Und er sandte Boten vor sich her; die gingen hin und kamen in ein Dorf der Samariter, ihm Herberge zu bereiten. Und sie nahmen ihn nicht auf, weil er sein Angesicht gewandt hatte, nach Jerusalem zu wandern.
Als aber das die Jünger Jakobus und Johannes sahen, sprachen sie: Herr, willst Du, so wollen wir sagen, daß Feuer vom Himmel falle und sie verzehre. Er aber wandte sich um und bedrohte sie. Und sie gingen in ein anderes Dorf.
Lukas 9,51-56
