Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! (Psalm 57)

Die Rückkehr des verlorenen Sohnes von Rembrandt van Rijn. (1668)

Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf Dich traut meine Seele, und unter dem Schatten Deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe. Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt. Er sende vom Himmel und helfe mir von der Schmähung dessen, der mir nachstellt. Sela.

Gott sende seine Güte und Treue. Ich liege mitten unter Löwen; verzehrende Flammen sind die Menschen, ihre Zähne sind Spieße und Pfeile und ihre Zungen scharfe Schwerter. Erhebe Dich, Gott, über den Himmel und deine Ehre über alle Welt! Sie haben meinen Schritten ein Netz gestellt und meine Seele gebeugt; sie haben vor mir eine Grube gegraben – und fallen doch selbst hinein. Sela. 

Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, daß ich singe und lobe. Wach auf, meine Ehre, wach auf, Psalter und Harfe, ich will das Morgenrot wecken! Herr, ich will Dir danken unter den Völkern, ich will Dir lobsingen unter den Leuten. Denn Deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und Deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Erhebe Dich, Gott, über den Himmel und Deine Ehre über alle Welt! 

Psalm 57. Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »Vertilge nicht«, als er vor Saul in die Höhle floh.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Lukas 19,10

Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch

Mein schönster Zier und Kleinod bist auf Erden Du, Herr Jesu Christ; Dich will ich lassen walten und allezeit in Lieb und Leid in meinem Herzen halten.

Dein Lieb und Treu vor allem geht, kein Ding auf Erd so fest besteht; das muß ich frei bekennen. Drum soll nicht Tod, nicht Angst, nicht Not von Deiner Lieb mich trennen.

Dein Wort ist wahr und trüget nicht und hält gewiß, was es verspricht, im Tod und auch im Leben. Du bist nun mein und ich bin Dein, Dir hab ich mich ergeben.

Der Tag nimmt ab. Ach schönste Zier, Herr Jesu Christ, bleib Du bei mir, es will nun Abend werden. Laß doch Dein Licht auslöschen nicht bei uns allhier auf Erden.

Leipzig 1597 (LKG 296)

Morgenlese

Und Jesus sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie. Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen. 

Als er aber alles verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm. Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! 

Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor Dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich Dein Sohn heiße; mache mich einem Deiner Tagelöhner gleich! 

Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und küßte ihn. 

Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor Dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, daß ich Dein Sohn heiße. 

Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße und bringt das gemästete Kalb und schlachtet’s; laßt uns essen und fröhlich sein! 

Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein. 

Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen und rief zu sich einen der Knechte und fragte, was das wäre. Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und Dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat. 

Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich Dir und habe Dein Gebot nie übertreten, und Du hast mir nie einen Bock gegeben, daß ich mit meinen Freunden fröhlich wäre. Nun aber, da dieser Dein Sohn gekommen ist, der Dein Hab und Gut mit Huren verpraßt hat, hast Du ihm das gemästete Kalb geschlachtet. 

Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, Du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist Dein. Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser Dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden. 

Lukas 15,11-32 (Vom verlorenen Sohn)

Abendlese

Und nach etlichen Tagen ging er wieder nach Kapernaum; und es wurde bekannt, daß er im Hause war. Und es versammelten sich viele, sodaß sie nicht Raum hatten, auch nicht draußen vor der Tür; und er sagte ihnen das Wort. 

Und es kamen einige, die brachten zu ihm einen Gelähmten, von vieren getragen. Und da sie ihn nicht zu ihm bringen konnten wegen der Menge, deckten sie das Dach auf, wo er war, gruben es auf und ließen das Bett herunter, auf dem der Gelähmte lag.

Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, Deine Sünden sind Dir vergeben. Es saßen da aber einige Schriftgelehrte und dachten in ihren Herzen: Wie redet der so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben als Gott allein? 

Und Jesus erkannte alsbald in seinem Geist, daß sie so bei sich selbst dachten, und sprach zu ihnen: Was denkt Ihr solches in Euren Herzen? Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Dir sind Deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf, nimm Dein Bett und geh hin? 

Damit Ihr aber wißt, daß der Menschensohn Vollmacht hat, Sünden zu vergeben auf Erden – sprach er zu dem Gelähmten: Ich sage Dir, steh auf, nimm Dein Bett und geh heim! 

Und er stand auf und nahm sogleich sein Bett und ging hinaus vor aller Augen, sodaß sie sich alle entsetzten und Gott priesen und sprachen: Wir haben solches noch nie gesehen.

Markus 2,1-12

Konkordienformel (Solida Declaratio):

Von dem summarischen Begriff, Grund, Regel und Richtschnur wie alle Lehr nach Gottes Wort geurteilt und die eingefallne Irrungen christlich erkläret und entscheiden werden sollen.

BSLK 836-840, 8-16.

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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