Freuet euch der schönen Erde…

Ein herrlicher Morgen im Wittenberger Land. Die Sonne erstrahlt mit Macht. Sie will wohl den Winter austreiben und den Sommer locken. Auf der Wetterkarte schien es als wäre Moskau schon da und auch sonst scheint nicht viel Regen in petto zu sein. Mich hat doch überrascht wie schnell die Japanischen Blütenkirschen verblühten. Noch ein Anzeichen dafür, wie schnell die Zeit doch verfliegt, obwohl die langweilige Pandemie doch scheinbar alles zum Stillstand zwingt.

Heute ist Angelika wieder zum vollen Programm in die Schule gefahren. Auch dort geht die Zeit weiter. Die Schüler schreiben schon ihre Abschlussprüfungen gerade so als wäre die Zwangspause nie dazwischengekommen. Nebenan klopfen die Handwerker mit Macht. Offensichtlich brummt das Geschäft weiter, die leeren Kassen klingeln wieder und keiner will weiter abgehängt werden.

Da wird es Zeit wieder an die frische Luft zu kommen und die herrliche Sommerzeit aufzutanken ehe der Herbst hereinbricht und wir unversehens wieder im grauen Alltag stecken. In der Asmussischen Tageslesung war der Abschnitt aus dem Kolosserbrief dran, der gut in diese Woche nach Jubilate passt, die doch die schöne Schöpfung Gottes thematisiert und noch viel mehr den dreieinigen Schöpfer selbst lobt und preist:

Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschafte oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm. Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, auf dass er in allem der Erste sei.

Kolosser 1:15-18

Das ist übrigens auch teilweise der Lehrtext zur heutigen Herrenhuter Losung:

Gott breitet den Himmel aus und geht auf den Wogen des Meers. Er macht den Großen Wagen am Himmel und den Orion und das Siebengestirn und die Sterne des Südens.
Hiob 9,8.9

Christus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare.
Kolosser 1,15-16
Losung und Lehrtext für Dienstag, den 5. Mai 2020

Gerne stimmen wir ein in das Bekenntnis der Kirche:

Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter; mit allem, was Not tut für Leib und Leben, mich reichlich und täglich versorgt, in allen Gefahren beschirmt und vor allem Übel behütet und bewahrt; und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit: für all das ich ihm zu danken und zu loben und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewisslich wahr.

Dr. Martin Luthers Erklärung zum 1. Artikel des Apostolischen Glaubensbekenntnisses

Gestern empfahl der Feste Burg-Kalender zu singen – und das paßt auch noch heute:

1) Freuet euch der schönen Erde,
denn sie ist wohl wert der Freud.
O was hat für Herrlichkeiten
unser Gott da ausgestreut,
unser Gott da ausgestreut!

2) Und doch ist sie seiner Füße
reich geschmückter Schemel nur,
ist nur eine schön begabte,
wunderreiche Kreatur,
wunderreiche Kreatur.

3) Freuet euch an Mond und Sonne
und den Sternen allzumal,
wie sie wandeln, wie sie leuchten
über unserm Erdental,
über unserm Erdental.

4) Und doch sind sie nur Geschöpfe
von des höchsten Gottes Hand,
hingesät auf seines Thrones
weites, glänzendes Gewand,
weites, glänzendes Gewand.

5) Wenn am Schemel seiner Füße
und am Thron schon solcher Schein,
o was muss an seinem Herzen
erst für Glanz und Wonne sein,
erst für Glanz und Wonne sein.

Philipp Spitta (1827)

About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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