Vater Wilhelms Rundbrief

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Nach fast drei Wochen sind wir wieder zu Hause. Nach dem Jugendtag und Posaunenfest in Kirchendorf fuhren wir am Freitag vor dem 5. Sonntag nach Trinitatis mit Wilhelm und Angelika nach Umhlangeni. Schon die Tage in Kirchdorf waren schön mit einigen Besuchen, guter Unterhalung, viel liebevoller Fürsorge und Erleben. Wir fuhren über Mbumbulo erst einmal nach Shelly Beach, wo die Schlüssel abgeholt wurden und dann nach Umhlangeni, nach Peters Urteil dem schönsten Fleck im ganzen Universum. Musa Mkhabela sorgte regelmäßig fürs nötige Brennholz zum Grillen und an kalten Tagen für den Kamin im guten Zimmer. Karin genoss fast täglich mit Angelika oder Magdalene Spaziergänge am Strand, wo wie gewöhnlich schöne Muscheln gefunden wurden. Mit Krücken macht das Gehen am Strand im Sand keinen Spaß mehr. In Peters Studierzimmer hatte ich gut Gelegenheit, mir an meinem Labtop die Zeit zu nutzen. Ich konnte täglich vom Haus aus am Friedhof vorbei meine täglichen Spaziergänge machen und mich an Peters Pferden freuen. Die kamen einmal ganz zutraulich und ließen sich streicheln. Sie waren dann sicher entäuscht, weil sie kein Futter fanden, als sie mit mir zu den Reifen zurückliefen, die als ihre Krippen dienen.
Gegenseitige Einladung zwischen Umhlangeni und Shelly Beach machten froh und machten, dass die Tage recht schnell vorbeiflogen. Wenn der Strom in Umhlangeni ausfiel, war in Shelly Beach Licht und umgekehrt, dass jedes Mal das Abendessen bei Licht sein konnte. Peter hat sich einen sehr praktischen Grill konstruiert. Wilhelm hat immer guten Gebrauch davon gemacht. Am vergangenen Sonnabend hatte er einige Männer aus der Gemeinde zum Abschied eingeladen. Dazu war auch Pastor Mkhabela von Gamalakhe gekommen. Christoph und Detlev waren zum Wochenende von Wartburg gekommen, wo Christoph eine Elektrikerlehre macht und Detlev gerade in den Ferien mit seinem Bruder zusammen arbeiten kann. Schnackenbergs waren auch dazu gekommen.
Auch Missionsdirektor Zieger und Missionsrepräsentant Christoph Weber waren an einem Tag auf einige Stunden von Durban nach Umhlangeni gekommen. Nachdem MD Zieger abgaflogen war und das Gästehaus leer geworden war, kam Christoph mit seiner Familie kurz nach Umhlangeni, Da kam noch mehr Leben. Weil in Umhlangeni ‘load shedding war, aßen wir gemeinsam bei Schnackenbergs in Shelly Beach.
Zu viert haben wir im Waffelrestaurant im Ramsgate an die Geburtstagsfeier vor einigen Jahren, zu der die Eltern von Simone eingeladen hatten gedacht. Am Sonntag war mit Schnackenbergs gemeinsames Mittagessen in der Oribi Gorge am Leopard Rock zur Feier von Thomas Schnackenbergs Geburtstag. Wir fuhren nach dem Gottesdienst in Umhlangeni und Mthwalume über Paddock dorthin und bewunderten die Fahrt in die Gorge hinunter und wieder rauf zum Leopard Rock. Auf dem Rückweg sind wir die N2 über Port Shepstone nach Umhlangeni gefahren. Da ist die Straße doch allerhand besser als von hier direkt nach Paddock.
Die beiden Sonntage am 5. und 6. nach Trinitatis in Umhlangeni 2x und Mafu und Mthwalume waren wie immer rechte Freudenmacher, gut besucht mit vollem Singen in den gut gepflegten Kirchen. Wo Gottesdienste regelmäßig gehalten werden und Gottes Wort und vor allem das Evangelium gepredigt wird, Beichte und Abendmahl ordentlich gefeiert wird, wird Frucht, gerade auch Dankbarkeit geerntet. In Umhlangeni, Mafu und Mthwalume freuten sich die Leute über die Gottesdienste und auf Peters Rückkehr. Inzwischen sind sie alle Simone, Peter, Luca, Fynn und Sara gut wieder in Umhlangeni angekommen nach ihrer Reise zur goldenen Hochzeit der Eltern, bzw. Großeltern Tepper in Uelzen beladen mit vielen Grüßen aus der tepperschen Verwandtschaft und vom Groß Oesinger Missionsfest.
Nach den Gottesdiensten in Umhlangeni und Mthwalume und der Geburtstagsfeier von Thomas Schnackenberg am Leopard Rock machte es sich in der Nacht auf Montag bemerkbar, dass ich über achtzig bin. Dazu schrieb meine liebe Frau am Dienstag an ihre Schwester: “Eigentlich wollten wir schon auf dem Nachhauseweg sein heute, aber gestern früh, als ich hier in Peters Office ging, sagte Wilhelm, daß seine linke Hand lahm ist, und eigentlich die ganze Seite. Wir haben uns ziemlich erschrocken , aber weil er gehen konnte, sich auch alleine fertig gemacht hat, duschen und so, fand ich es nicht so schlimm. Beim Anziehen habe ich dann gemerkt, daß der linke Mund auch so ein bißchen ” hing ” . Ich dachte dann , daß es ein leichter Schlaganfall war. Renate war für den sofortigen Arztbesuch, ich nicht so sehr, als Cordula dann aber auch meinte, daß das nötig ist, sind wir zu Lenes Arzt. Der hat dann gemeint, es war kein Schlaganfall, sondern eine Vorstufe, nun weiß ich natürlich nicht, wie es heißt, ich schreibe das mal von Angelikas Telefon ab: Transient Ischaemic Attack, (nach google in Deutsch: Transitorische ischämische Attacke, (TIA)kannst du damit was anfangen? Wilhelm war dann gleich bereit einen Tag dran zu hängen, heute Morgen waren sie zum Blutabnehmen ( Cholesterin) und nachher fahren wir zum Ultraschall von den Halsschlagadern. Und morgen hoffentlich fröhlich nach Hause. Es geht Wilhelm bestimmt schon besser, aber alles ist doch etwas mühsam für ihn, er ist ja sowieso nicht so flott, nun geht es eben noch langsamer, aber wir sind ja dankbar, daß es überhaupt geht , auch gemütsmäßig geht es besser, nicht mehr so traurig um seiner lieben Frau willen. Ich halte dich unterrichtet und hoffe, daß die Nachrichten immer besser werden.” Da lernt man zu danken, dass man das Hemd noch selber zuknöpfen kann, wenn auch mit Krücken und langsam wenigsten gehen und die Treppen ins Studierzimmer rauf- und runtergehen kann, und vor allem, dass Frau und Kinder einen umsorgen und Arztbesuche regeln und alle nötigen Fahrten übernehmen. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass ich seit unserer Rückkehr die Morgenandachten mit den Arbeitern auf dem Hof um 7 Uhr morgens halten konnte.
Mit herzlichen Grüßen
Euer Wilhelm Weber von Welbedacht

About Wilhelm Weber jr

Rector of the Lutheran Theological Seminary in Tshwane
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