Des Herren Rechte, die behält den Sieg und ist erhöhet

Des Herren Rechte, die behält den Sieg und ist erhöhet; des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegenstehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind durch Christi Sieg bezwungen seind, ihr Zorn ist kraftlos worden.

Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Christi Worten glaubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet.

Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christus auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen.

Nach Georg Weissel (1590-1635), Hannoversches Gesangbuch 1657 (LKG 170,5-7)

Montag nach Kantate (Die singende Gemeinde)

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.

Psalm 98

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, den die Chöre der Engel allezeit anbeten und preisen, wir bitten Dich, sende Deinen heiligen Geist, daß er uns lehre, mit ihnen Dein Lob zu verkündigen, und uns dahin führe, wo wir, mit den lieben Engeln vereinigt, Dich schauen mögen von Angesicht zu Angesicht, durch ihn unseren Herrn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.134

Fortlaufende Lese

Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau.  10 Nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe ich den Grund gelegt als ein weiser Baumeister; ein anderer baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut.  11 Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.  12 Wenn aber jemand auf den Grund baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh,  13 so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird es ans Licht bringen; denn mit Feuer wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen.  14 Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen.  15 Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.  16 Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?  17 Wenn jemand den Tempel Gottes zerstört, den wird Gott zerstören, denn der Tempel Gottes ist heilig – der seid ihr. 

1.Korinther 3,9-17

Tageslese

Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts; 9 die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. 10 Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, 11 und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf. 12 Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich. 13 Das alles aber wird offenbar, wenn’s vom Licht aufgedeckt wird; 14 denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.

Epheser 5,8-14

Gebet am Montag

O Herr, wir klagen Dir den Verfall Deiner Kirche. Es ist unsere Schuld, daß man nicht mehr erkennt die Schönheit Deiner Braut. darum bitten wir Dich: Gib und mehre in uns den Glauben, Liebe und Hoffnung in Dich. Reut aus in uns alle Sünd und Laster, alle Zwietracht, allen Unglauben, alle Irrsal und Ketzerei. Strafe die Irrenden, bekehre die Ungläubigen, bringe die Abtrünnigen wieder zur Einigkeit der christlichen Kirche und zeige ihnen das Licht Deiner Wahrheit.

Behüte unseren Hirten vor aller Gefahr des Leibes und der Seele. Segne alle Hirten und Bischöfe, Missionare, Evangelisten, Lehrer, Kirchenvorsteher und Gehilfen im Aufbau Deiner Gemeinde, gib Gedeihen des heiligen Glaubens. Stehe bei Deinen Zeugen unter den Völkern und fördere den Lauf Deines Evangeliums in aller Welt.

Erfülle alle Obrigkeit mit Deiner Furcht und laß ihr Regieren der Welt zum Frieden dienen. Erbarme Dich über unser Volk und Land.

Die Jugend laß auferzogen werden in der Zucht und Ermahnung zu Dir, auf daß sie erkenne Dein Gesetz und den Weg Deines Heils. Verleihe Beständigkeit und Treue allen frommen Lehrern.

Tröste alle Betrübten und Traurigen. Den Kranken teil mit Gesundheit des Leibes und der Seelen. Den schwangeren Frauen schenke nach Deiner Barmherzigkeit einen fröhlichen Anblick in ihrer Geburt. Den armen Dürftigen gib leiblich und geistlich nach Deinem Wohlgefallen. Die unterwegs sind, laß dem Schutz Deiner heiligen Engel befohlen sein, und sei eine starke Hilfe allen, die Dein bedürfen. Um Deiner heiligen Wunden willen, o Jesu! Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.142)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

Posted in Kantate | Tagged , , , , , , , , , , , , , , , | Leave a comment

4. Sonntag nach Ostern (Kantate)

Morgen Andacht bei Johann Sebastian Bach (Toby Edward Rosenthal, 1870)

Wochenspruch

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.

Psalm 98,1

Introitus

Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder. Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm. 2 Der HERR lässt sein Heil verkündigen; vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar. 3 Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel, aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes. 4 Jauchzet dem HERRN, alle Welt, singet, rühmet und lobet! 5 Lobet den HERRN mit Harfen, mit Harfen und mit Saitenspiel! 6 Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem HERRN, dem König! 7 Das Meer brause und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. 8 Die Ströme sollen in die Hände klatschen, und alle Berge seien fröhlich 9 vor dem HERRN; denn er kommt, das Erdreich zu richten. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist. 

Psalm 98

Alttestamentliche Lesung

Der Geist des HERRN aber wich von Saul, und ein böser Geist vom HERRN verstörte ihn. 15 Da sprachen die Knechte Sauls zu ihm: Siehe, ein böser Geist von Gott verstört dich. 16 Unser Herr befehle nun seinen Knechten, die vor ihm stehen, dass sie einen Mann suchen, der auf der Harfe gut spielen kann, damit, wenn der böse Geist Gottes über dich kommt, er mit seiner Hand darauf spiele, und es besser mit dir werde. 17 Da sprach Saul zu seinen Knechten: Seht nach einem Mann, der des Saitenspiels kundig ist, und bringt ihn zu mir. 18 Da antwortete einer der jungen Männer und sprach: Ich habe gesehen einen Sohn Isais, des Bethlehemiters, der ist des Saitenspiels kundig, ein tapferer Mann und tüchtig zum Kampf, verständig in seinen Reden und schön, und der HERR ist mit ihm. 19 Da sandte Saul Boten zu Isai und ließ ihm sagen: Sende deinen Sohn David zu mir, der bei den Schafen ist. 20 Da nahm Isai einen Esel und Brot und einen Schlauch Wein und ein Ziegenböcklein und sandte es Saul durch seinen Sohn David. 21 So kam David zu Saul und diente ihm. Und Saul gewann ihn sehr lieb, und er wurde sein Waffenträger. 22 Und Saul sandte zu Isai und ließ ihm sagen: Lass David mir dienen, denn er hat Gnade gefunden vor meinen Augen. 23 Wenn nun der Geist Gottes über Saul kam, nahm David die Harfe und spielte darauf mit seiner Hand. So erquickte sich Saul, und es ward besser mit ihm, und der böse Geist wich von ihm. 

1. Samuel 16,14-23

Versikel

Christus hat dem Tode die Macht genommen, Halleluja, und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium. Halleluja.

2. Timotheus 1,10

Epistel Lese

So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; 13 und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! 14 Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. 15 Und der Friede Christi, zu dem ihr berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar. 16 Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen. 17 Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. 

Kolosser 3,12-17

Hallelujavers

Jauchzet Gott, alle Lande! Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich! Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja, Halleluja.

Psalm 66,1-2; Lukas 24,6a.34

Das heilige Evangelium

Und als er schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten, 38 und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe! 39 Und einige von den Pharisäern in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht! 40 Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien. 

Lukas 19,37-40

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die eine, heilige, christliche, apostolische Kirche. Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänische Glaubensbekenntnis

Wochenlied

Nun freut euch, lieben Christen g’mein, und lasst uns fröhlich springen, dass wir getrost und all in ein mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat und seine süße Wundertat; gar teur hat ers erworben.

Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren, mein Sünd mich quälte Nacht und Tag, darin ich war geboren. Ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein, die Sünd hatt’ mich besessen.

Mein guten Werk, die galten nicht, es war mit ihn’ verdorben; der frei Will haßte Gotts Gericht, er war zum Gutn erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, dass nichts denn Sterben bei mir blieb, zur Höllen musst ich sinken.

Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Vaterherz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, er ließ’s sein Bestes kosten.

Er sprach zu seinem lieben Sohn: »Die Zeit ist hier zu erbarmen; fahr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und lass ihn mit Dir leben.«

Der Sohn dem Vater g’horsam ward, er kam zu mir auf Erden von einer Jungfrau rein und zart; er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, er ging in meiner armen Gstalt, den Teufel wollt er fangen.

Er sprach zu mir: »Halt Dich an mich, es soll Dir jetzt gelingen; ich geb mich selber ganz für Dich, da will ich für Dich ringen; denn ich bin Dein und Du bist mein, und wo ich bleib, da sollst Du sein, uns soll der Feind nicht scheiden.

Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben; das leid ich alles Dir zugut, das halt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde Dein, da bist Du selig worden.

Gen Himmel zu dem Vater mein fahr ich von diesem Leben; da will ich sein der Meister Dein, den Geist will ich Dir geben, der Dich in Trübnis trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten.

Was ich getan hab und gelehrt, das sollst Du tun und lehren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren; und hüt Dich vor der Menschen Satz, davon verdirbt der edle Schatz: das lass ich Dir zur Letze.«

Martin Luther 1523 (LKG 226)

Gottes Wort zur Predigt

Und ich sah, wie sich ein gläsernes Meer mit Feuer vermengte, und die den Sieg behalten hatten über das Tier und sein Bild und über die Zahl seines Namens, die standen an dem gläsernen Meer und hatten Gottes Harfen 3 und sangen das Lied des Mose, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes: Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, allmächtiger Gott! Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, du König der Völker. 4 Wer sollte dich, Herr, nicht fürchten und deinen Namen nicht preisen? Denn du allein bist heilig! Ja, alle Völker werden kommen und anbeten vor dir, denn deine Urteile sind offenbar geworden.

Offenbarung 15,2-4  

Meine Predigt dazu:

Predigt Dr. Martin Luther´s zu Kantate

Dr. Martin Luther predigt am 4. Sonntag nach Ostern (Kantate) über das hl. Evangelium des hl. Apostels Johannes 16, 5-15(WA 52 S.289-298) eine “trost predigt” über des verheißenen Trösters Werk, des Heiligen Geistes, der uns predigt über die Sünde, die Gerechtigkeit und das Gericht zu Trost uns armen Sünder.

Wochengebet

Wir singen dir mit Herz und Mund,
guter Gott, Grund unseres Lebens.
Wir singen Lieder des Danks
für alles, was wir zum Leben haben,
das tägliche Brot und Wasser,
das tägliche Licht und die Luft.
Wir singen Lieder des Danks
für alles, was uns Freude schenkt,
die Musik und die Fantasie,
das Lachen und das Gespräch.
Du hast uns reich beschenkt.

Wir singen dir mit Herz und Mund,
guter Gott, Ziel unserer Sehnsucht.
Wir singen Lieder der Klage
über alles, was Menschen verletzt,
die Macht der Gier und der Gewalt,
die Frechheit des Hasses.
Wir singen Lieder der Klage
über alles, was Leben zerstört,
um unschuldige Tote,
Menschen ohne Haus und Heimat.
Sende uns deinen Frieden.

Wir singen dir mit Herz und Mund,
guter Gott, Quelle unserer Zuversicht.
Wir singen Lieder der Hoffnung
für diese deine Welt,
dass Güte und Gerechtigkeit,
Freiheit und Frieden sich finden.
Wir singen Lieder der Hoffnung
für gute Wege ins Morgen,
für die Alten und die Jungen,
für die Suchenden und die Glaubenden.
Geh mit uns allen.
Amen.

Wochengebet von der VELKD

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.
Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.
Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

Posted in Kantate | Tagged , , , , , , , , | Leave a comment

O Tod, wo ist dein Stachel nun?

“Kreuz im Gebirge” von Caspar David Friedrich (1823)

O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel tun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesus Christ gegeben!

Wie sträubte sich die alte Schlang, da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang, und dennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Ferse sticht, so sieget sie doch darum nicht; der Kopf ist ihr zertreten.

Lebendig Christus kommt herfür, die Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Hölle Schloss und Tür, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf, alls liegt da überwunden.

Des Todes Gift, der Höllen Pest ist unser Heiland werden; Wenn Satan auch noch ungern läßt von Wüten und von Morden und, da er sonst nichts schaffen kann, nur Tag und Nacht uns klaget an, so ist er doch verworfen.

Nach Georg Weissel (1590-1635), Hannoversches Gesangbuch 1657 (LKG 170,1-4)

Samstag nach Jubilate

Ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu worden.

2. Korinther 5,17

Kollekte

Herr, allmächtiger Gott, wie Du alljährlich das Angesicht der Erde erneust, so willst Du die Welt erneuern, die der Sünde und dem Tode verfallen war; verleih uns, wir bitten Dich, daß wir den Anbruch des wahren Lebens in Deinem Sohn erkennen und in ihm an dieser neuen Schöpfung teilhaben. Der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.133f

Fortlaufende Lese

Was ist nun Apollos? Was ist Paulus? Diener sind sie, durch die ihr gläubig geworden seid, und das, wie es der Herr einem jeden gegeben hat:  6 Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben.  7 So ist nun weder der etwas, der pflanzt, noch der begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.  8 Der aber pflanzt und der begießt, sind einer wie der andere. Jeder aber wird seinen Lohn empfangen nach seiner Arbeit. 

1.Korinther 3,5-8

Tageslese

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. 3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker[1] sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; 4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. 5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! 

Offenbarung 21,1-5

Gebet am Samstag

Herr Gott, himmlischer Vater, wiederum geht eine Woche zu Ende. Wir bitten Dich mit allen Sündern: Siehe nicht an, Herr, unsere Schuld. Wir bitten Dich, vergib, daß wir auch in dieser Woche wieder gesündigt haben mit Gedanken, Worten und Werken, mit innerlicher Blindheit, Unglauben, Zweifel, Kleinmütigkeit, Ungeduld, Hoffart, bösen Lüsten, Geiz, heimlichem Neid, Haß, Mißgunst und anderen Sünden.

Wir bitten Dich, erlöse uns durch Deine Barmherzigkeit. Wir wissen, daß eine einzige Sünde unsere Gemeinschaft mit Dir auf ewig zerstört. Wir wissen, daß wir Deinen Zorn auf ewig verdient haben. Wir wissen, wir sind es nicht wert, Deine Kinder zu heißen; doch wir hoffen auf Deine Gnade, o Gott. Wir bitten Dich, daß Du uns vergeben mögest um Jesu Christi, Deines lieben Sohnes, willen. Durch ihn schenke uns Kraft, unsere Sünde zu hassen, auf daß wir ein Dir wohlgefälliges Leben führen in wahrer Demut und in der Erkenntnis Deines heiligen Willens. O Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Amen.

Zuletzt bitte ich Dich, himmlischer Vater, daß Du mir und allen Christen den morgigen Sonntag zu einem Segen gereichen lassen wollest! Wecke in uns allen den Hunger nach Deinem Wort und Sakrament und laß uns hier auf Erden mit bereitetem Herzen in der Gemeinschaft Deiner Heiligen teilhaben an der ewigen Liturgie, die vor dem Throne des Lammes von allen Engeln und Auserwählten gesungen wird.

Erhöre unser Gebet um eben des Lammes, um Deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Amen

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.148)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

Posted in Jubilate | Tagged , , , , , , , , , , , , , | Leave a comment

Nun freut Euch hier und überall, Ihr Christen, liebe Brüder (LKG 169)

Rapsfeld bei Köslin, Pommern

Nun freut Euch hier und überall, Ihr Christen, liebe Brüder.
Das Heil, das durch den Todesfall gesunken, stehet wieder.
Des Lebens Leben lebet noch, sein Arm hat aller Feinde Joch
mit aller Macht zerbrochen.

Die Morgenröte war noch nicht mit ihrem Licht vorhanden,
und siehe, da war schon das Licht, das ewig leucht, erstanden.
Die Sonne war noch nicht erwacht, da wacht und ging in voller Macht
die unerschaffne Sonne.

O Lebensfürst, o starker Leu, aus Juda Stamm erstanden,
so bist Du nun wahrhaftig frei von Todes Strick und Banden.
Du hast gesiegt und trägst zum Lohn ein allzeit unverwelkte Kron
als Herr all Deiner Feinde.

Ich will Dich rühmen, wie Du seist die Pest und Gift der Höllen;
ich will auch, Herr, durch Deinen Geist mich Dir zu Seiten stellen
und mit Dir sterben, wie Du stirbst; und was Du in dem Sieg erwirbst,
soll meine Beute bleiben.

Ich will von Sünden auferstehn, wie Du vom Grab aufstehest,
ich will zum andern Leben gehen, wie Du zum Himmel gehest.
Dies Leben ist doch lauter Tod, drum komm und reiß aus aller Not
uns in das rechte Leben.

Paul Gerhardt 1653 (LKG 169)

Freitag nach Jubilate

Ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu worden.

2. Korinther 5,17

Kollekte

Herr, allmächtiger Gott, wie Du alljährlich das Angesicht der Erde erneust, so willst Du die Welt erneuern, die der Sünde und dem Tode verfallen war; verleih uns, wir bitten Dich, daß wir den Anbruch des wahren Lebens in Deinem Sohn erkennen und in ihm an dieser neuen Schöpfung teilhaben. Der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.133f

Fortlaufende Lese

Und ich, Brüder und Schwestern, konnte nicht zu euch reden wie zu geistlichen Menschen, sondern wie zu fleischlichen, wie zu unmündigen Kindern in Christus.  2 Milch habe ich euch zu trinken gegeben und nicht feste Speise; denn ihr konntet sie noch nicht vertragen. Auch jetzt könnt ihr’s noch nicht,  3 denn ihr seid noch fleischlich. Denn wenn Eifersucht und Zank unter euch sind, seid ihr da nicht fleischlich und lebt nach Menschenweise?  4 Denn wenn der eine sagt: Ich gehöre zu Paulus, der andere aber: Ich zu Apollos –, ist das nicht nach Menschenweise geredet?

1.Korinther 3,1-4

Tageslese

Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. 19 Denn das ängstliche[1] Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden. 20 Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit – ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat –, doch auf Hoffnung; 21 denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. 22 Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick seufzt und in Wehen liegt. 23 Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist als Erstlingsgabe haben, seufzen in uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft, der Erlösung unseres Leibes.

Römer 8,18-23

Gebet am Freitag

Wir danken Dir, HErr JEsu Christe, wahrer GOTT und Mensch, daß Du uns arme Sünder und verdammte Menschen ohn all unsere Werke, Verdienst und Würdigkeit durch Dein heiliges Leiden, Sterben und Blutvergießen erlöset hast.

O HErr JEsu Christe, wie groß ist Dein Leiden, wie schwer ist Deine Pein, wieviel ist Deiner Marter, wie tief sind Deine Wunden, wie bitter und schmerzlich ist Dein Tod. Wie unaussprechlich ist Deine Liebe, damit Du uns Deinem himmlischen Vater versöhnt hast, da Du am Ölberg blutigen Schweiß vor großer Todesangst geschwitzt hast, daß die Blutstropfen auf die Erde gefallen, und Du daselbst, von allen Deinen Jüngern verlassen, in die Hände der schnöden Juden und Gottlosen Schar Dich willig für uns gegeben, welche Dich hart und grausam gebunden, von einem ungerechten Richter zum anderen unbarmherzig geführt haben. Daselbst bist Du fälschlich verklagt und verurteilt, verspeit, verhöhnt und mit Fäusten ins Angesicht geschlagen worden. Du bist um unserer Missetat willen zerschlagen, gegeißelt, mit Dornen gekrönt und jämmerlich zugerichtet, wie ein armer Wurm, der nicht einem Menschen ähnlich gewesen. Denn Du warst der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit, also daß es auch ein heidnisch Herz erbarmt hat zu sagen: “Sehet, welch ein Mensch ist das !” Du bist von wegen unserer Missetat mitten unter zwei Übeltäter gerechnet und als ein Fluch aufgehängt, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, dazu in Deinem höchsten Durst mit Essig und Gallen getränkt, und mit großen Schmerzen hast Du Deinen Geist aufgegeben, auf daß Du unsere Schuld bezahltest, und wir durch Deine Wunden geheilt würden.

O HErr JEsu Christe, für diese und alle andere Deine Marter und Pein sagen wir Dir Lob und Dank und bitten Dich, laß Dein heilig bitter Leiden an uns nicht verloren sein, sondern gib, daß wir uns desselben zu jeder Zeit von Herzen trösten und rühmen, auch dasselbe also begehen und betrachten, daß alle böse Lust in uns ausgelöscht und gedämpft, dagegen aber alle Tugend eingepflanzt und gemehrt werde, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben, und Deinem uns gelassenen Vorbilde nachfolgen, in Deine Fußtapfen treten, das Übel mit Geduld ertragen und das Unrecht mit gutem Gewissen leiden. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.147)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

Posted in Jubilate | Tagged , , , , , , , , , , , , , , , | Leave a comment

Dr. Martin Luthers Predigt am 4. Sonntag nach Ostern (Kantate)

Dr. Martin Luther predigt am 4. Sonntag nach Ostern (Kantate) über das hl. Evangelium des hl. Apostels Johannes 16, 5-15(WA 52 S.289-298) nochmals eine “trost predigt” über des verheißenen Trösters Werk, des Heiligen Geistes – über die Sünde, die Gerechtigkeit und das Gericht.

Hier vorgelesen zum hören:

The English translation of Dr. Martin Luther´s sermon for the 4th Sunday after Easter (Cantate). He preached on John 16,5-15. This is recorded in “A year in the gospels with Martin Luther” Vol. 1 (CPH, St.Louis: 2018) Pg.512-537:

Posted in Dr. Martin Luthers Predigten | Tagged , , , , , , , | Leave a comment

Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn

Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn, sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn. Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht, das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick.

Ich hang und bleib auch hangen an Christus als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch Not, er reißet durch die Höll, ich bin stets sein Gesell.

Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und darf mich gar nicht kehren an einzig Ungemach. Es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an, mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt.

Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Worten der Reim gelesen wird: »Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht.«

Paul Gerhardt 1647 (LKG 168,6-9)

Donnerstag nach Jubilate

Ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu worden.

2. Korinther 5,17

Kollekte

Herr, allmächtiger Gott, wie Du alljährlich das Angesicht der Erde erneust, so willst Du die Welt erneuern, die der Sünde und dem Tode verfallen war; verleih uns, wir bitten Dich, daß wir den Anbruch des wahren Lebens in Deinem Sohn erkennen und in ihm an dieser neuen Schöpfung teilhaben. Der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.133f

Fortlaufende Lese

Von Weisheit reden wir aber unter den Vollkommenen; doch nicht von einer Weisheit dieser Welt, auch nicht der Herrscher dieser Welt, die vergehen.  7 Sondern wir reden von der Weisheit Gottes, die im Geheimnis verborgen ist, die Gott vorherbestimmt hat vor aller Zeit zu unserer Herrlichkeit,  8 die keiner von den Herrschern dieser Welt erkannt hat; denn wenn sie die erkannt hätten, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt.  9 Sondern wir reden, wie geschrieben steht: »Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.«  10 Uns aber hat es Gott offenbart durch den Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes.  11 Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, als allein der Geist des Menschen, der in ihm ist? So weiß auch niemand, was in Gott ist, als allein der Geist Gottes.  12 Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, damit wir wissen, was uns von Gott geschenkt ist.  13 Und davon reden wir auch nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Geist lehrt, und deuten geistliche Dinge für geistliche Menschen.  14 Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden.  15 Der geistliche Mensch aber beurteilt alles und wird doch selber von niemandem beurteilt.  16 Denn »wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer will ihn unterweisen«? Wir aber haben Christi Sinn.  

1. Korinther 2,6-16

Tageselese

Er – unser Herr Jesus Christus – ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. 16 Denn in ihm wurde alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. 17 Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm. 18 Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, auf dass er in allem der Erste sei.

Kolosser 1,15-18

Gebet am Donnerstag

HErr JEsu Christe, Du wahrer König Himmels und der Erden! Du hast Deiner Kirche verheißen, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen sollen, und Du lässest noch immer unter uns Dein Wort verkünden und Deine heiligen Sakramente verwalten. Doch ach, o HErr, die Sünden der Deinen verdunkeln die Herrlichkeit Deiner Braut. Dein heiliger Weinberg ist zertreten und Dein gebenedeites Opfer steht verlassen. Viele dünken sich stark und verachten die Speise des Lebens, die Du den Deinen verordnet hast zur Vergebung ihrer Sünden.

Daß Du verschonen wollest allen Übermut und nicht herabfahren im Zorn, den Leuchter Deines Wortes vor unseren Augen umzustoßen – o HErr, wir bitten Dich: Suche dagegen heim den Weinstock, den Du Dir vormals erwählet hast und erneure uns, daß es sei wie vor alters.

Gib einen großen Hunger nach Deiner Speise Deines wahren Leibes und Blutes und laß Deine Gläubigen allezeit erfunden sein in der Apostel Lehre, in der Gemeinschaft, im Brechen Deines Brotes und im Gebet.

Wir bitten Dich, HErr, für unseren Altar, daß er immerdar sei eine Stätte, da die Arzenei des ewigen Lebens uns stärke an Leib und Seele in Vergebung unserer Sünden, daß dagegen Unglaube und Unbußfertigkeit ferne bleiben von allen, die da kommen, auf daß sie nicht essen und trinken sich selbst zum Gericht.

O Du ewiger Hoherpriester, der Du uns immer rufest zum Mahle Deines Opfers, laß in uns wachsen die Frucht Deines Geistes, die da ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut und Keuschheit. Laß uns alle in heiligem Wandel zu Deines Namens Ehre leben hier zeitlich und dort ewiglich. O JEsu Christe, der Du mit dem Vater und eben demselben Heiligen Geist, ein wahrer GOTT, lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.146)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

Posted in Jubilate | Tagged , , , , , , , , , , , , , , | Leave a comment

Auf, auf mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschicht (LKG 168)

Erzurum, Yakutiye Medresesi, Lebensbaummotiv am Portal

Auf, auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschicht; wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist.

Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei; eh er’s vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft Viktoria, schwingt fröhlich hier und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält.

Der Held steht auf dem Grabe und sieht sich munter um; der Feind liegt und legt abe Gift, Gall und Ungestüm. Er wirft zu Christi Fuß sein Höllenreich und muß selbst in des Siegers Band ergeben Fuß und Hand.

Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesus Christ aus Lieb erworben ist.

Die Höll und ihre Rotten, die krümmen mir kein Haar; der Sünden kann ich spotten, bleib allzeit ohn Gefahr. Der Tod mit seiner Macht wird nichts bei mir geacht’: er bleibt ein totes Bild, und wär er noch so wild.

Paul Gerhardt 1647

Mittwoch nach Jubilate

Ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu worden.

2. Korinther 5,17

Kollekte

Herr, allmächtiger Gott, wie Du alljährlich das Angesicht der Erde erneust, so willst Du die Welt erneuern, die der Sünde und dem Tode verfallen war; verleih uns, wir bitten Dich, daß wir den Anbruch des wahren Lebens in Deinem Sohn erkennen und in ihm an dieser neuen Schöpfung teilhaben. Der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.133f

Fortlaufende Lese

Auch ich, meine Brüder und Schwestern, als ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten oder hoher Weisheit, euch das Geheimnis Gottes zu predigen.  2 Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, ihn, den Gekreuzigten.  3 Und ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern;  4 und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten der Weisheit, sondern im Erweis des Geistes und der Kraft,  5 auf dass euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft. 

  1. Korinther 2,1-5

Tageslese

Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott. 8 Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe. 9 Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. 10 Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung[1] für unsre Sünden. 11 Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben. 12 Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen. 13 Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns, dass er uns von seinem Geist gegeben hat. 14 Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt.

  1. Johannes 4,7-14

Gebet am Mittwoch

Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. Christe, erhöre uns.

HErr GOTT Vater im Himmel, erbarme Dich. HErr GOTT Sohn der Welt Heiland, erbarme Dich. HErr GOTT Heiliger Geist, erbarme Dich.

HErr sei gnädig, verschone alle sterbenden Menschen vor Deinem Zorn, vor bösem Tod, vor der Höllen Pein, vor des Teufels Macht, vor des Teufels Trug und List, vor allem Übel behüte sie, lieber HErre GOTT.

Durch Deine heilige Menschwerdung und Geburt, durch Deinen Todeskampf und blutigem Schweiß, durch Dein Kreuz und bittern Tod, durch Dein heilig Auferstehn und Himmelfahrt, durch die Gnade des Heiligen Geistes des Trösters in der Stunde des Todes, im Jüngsten Gericht, hilf ihnen, lieber HErre GOTT.

Wir armen Sünder bitten: Du wollst uns erhören, lieber HErre GOTT. Und alle sterbenden Menschen trösten. Ihnen alle Sünden verzeihen. Sie aus diesem Elend einzuführen zum ewigen Leben. Erhöre uns, lieber HErre GOTT.

O JEsu Christe, GOTTes Sohn, erhöre uns, lieber HErre GOTT.

O Du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarme Dich über sie. O Du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarme Dich über sie. O Du Gotteslamm, das der Welt Wünde trägt, verleihe ihnen steten Fried.

Christe, erhöre uns. Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. Amen.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht versinken in des bitteren Todes Not. Kyrieleison.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut. Kyrieleison.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrieleison.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.144f)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

Posted in Jubilate | Tagged , , , , , , , , , , , | Leave a comment

Gott und die Engel liebe mich (LKG 167,18f)

“Die Kathedrale” (1930) von Otto Nebel.

Mein Herz darf nicht entsetzen sich, Gott und die Engel lieben mich; Halleluja, Halleluja; die Freude, die mir ist bereit’, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halleluja, Halleluja.

Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt Dir alle Welt. Halleluja, Halleluja. Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben Deinen Ruhm und Preis. Halleluja, Halleluja.

Johann Heermann 1630 (LKG 167,18f)

Dienstag nach Jubilate

Ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu worden.

2. Korinther 5,17

Kollekte

Herr, allmächtiger Gott, wie Du alljährlich das Angesicht der Erde erneust, so willst Du die Welt erneuern, die der Sünde und dem Tode verfallen war; verleih uns, wir bitten Dich, daß wir den Anbruch des wahren Lebens in Deinem Sohn erkennen und in ihm an dieser neuen Schöpfung teilhaben. Der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.133f

Fortlaufende Lese

Seht doch, Brüder und Schwestern, auf eure Berufung. Nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme sind berufen.  27 Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er die Weisen zuschanden mache; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, damit er zuschanden mache, was stark ist;  28 und was gering ist vor der Welt und was verachtet ist, das hat Gott erwählt, was nichts ist, damit er zunichtemache, was etwas ist,  29 auf dass sich kein Mensch vor Gott rühme.  30 Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der für uns zur Weisheit wurde durch Gott und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung,  31 auf dass gilt, wie geschrieben steht: »Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!« 

  1. Korinther 1,26-31

Tageslese

Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind. 26 Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen 27 und gebt nicht Raum dem Teufel. 28 Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit eigenen Händen das nötige Gut, damit er dem Bedürftigen abgeben kann. 29 Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe denen, die es hören. 30 Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung. 31 Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung seien fern von euch samt aller Bosheit. 32 Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus. 

Epheser 4,25-32

Gebet am Dienstag

Allmächtiger Gott, himmlischer Vater!

Wir preisen Deine grundlose Barmherzigkeit, mit der Du Dich über sündige Menschen erbarmst. Alle Propheten und Apostel verkündigen uns das in Deinem Wort.

Laß unsere Hoffnung nicht zu Schanden werden, wenn wir zu Dir beten für alle Leidenden in dieser Zeit. Denn siehe, der böse Feind ist mächtig geworden, und die Großen dieser Welt regieren oft mit Ungerechtigkeit. O GOTT, der Du vormals hast Deinen Heiligen überwinden lassen, stärke auch heute alle, die Deiner Hilfe gegen Unrecht bedürftig sind.

Gib, daß alle Kriegsgefangenen und Geiseln der Terroristen – als Sklaven gehalten und Opfer irdischer Rache – in ihre Heimat zurückkehren. Stehe allen Vertriebenen und Heimatlosen bei und sei Du ihre Gerechtigkeit. Den Witwen und Waisen sei ein Vater mit starkem Schutz.

O Jesu Christe, der Du Deine Heiligen wunderbar führst: Gehe durch Riegel und Gitter zu denen, die um Deines Namens und um Deiner Kirche willen gefangen sind; stärke sie zu einem guten Zeugnis und laß sie nicht wankend werden im Bekenntnis Deines Namens. Uns aber lehre durch das Beispiel so vieler heiliger Märtyrer, daß wir allezeit wach seien zum Bekenntnis Deines Namens. Laß uns nicht zu Schanden werden, wenn der böse Feind Hand an uns legt, sondern gib, daß wir in aller Anfechtung bestehen. Doch wenn es Dein Wille ist, dann laß uns in Ruhe und Frieden leben der Heiligung Deines Namens.

Um Deines heiligen Opfers willen, o Jesu Christe, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist, ein wahrer GOTT, lebest und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.143)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 

Posted in Jubilate | Tagged , , , , , , , , , , | Leave a comment

Wir sind um Christi willen Gott angenehm und gerecht durch den Glauben, nicht von wegen unserer Liebe und Werke. (Apologie IV)

Christus und die Ehebrecherin von Lucas Cranach dem Älteren in der Fränkischen Galerie in Kronach

Darümb, so leren wir nicht allein, wie man das gesetz halte, sondern auch, wie es Gott gefalle, alles, was wir thun, nemlich nicht, das wir inn diesem leben das gesetz so volkömlich und rein halten können, sondern das wir inn Christo sein, wie wir hernach wollen sagen. So ist es nu gewis, das die unsern auch von guten wercken recht leren. Und wir setzen noch dazu, das es unmöglich sey, das rechter glaub, der das hertz tröstet und vergebung der sunden empfehet, on die liebe Gottes sey. Denn durch Christum kompt man zum Vater, und wenn wir durch Christum Gott versunet sein, so gleuben und schliessen wir denn erst recht gewis im hertzen, das ein warer Gott lebe und sey, das wir ein vater im himel haben, der auff uns allzeit sihet, der zu furchten sey, der umb so unsegliche wolthat zu lieben sey, dem wir sollen allzeit hertzlich dancken, ihm lob und preis sagen, welcher unser gebet, auch unser sehnen und seufftzen erhöret, wie denn Johannes inn seiner Ersten Epistel sagt: „Wir lieben ihnen, denn er hat uns zuvor geliebet.“ Uns nemlich, denn er hat sein son fur uns geben und uns sunde vergeben. Da zeigt Johannes gnug an, das der glaube also furgehe und die liebe alsdenn folge.

Item, dieser glaube ist in denen, da rechte bus ist, das ist, da ein erschrocken gewissen Gottes zorn und seine sunde fület, vergebung der sunde und gnade suchet. Und inn solchem schrecken, inn solchen engsten und nöten beweiset sich erst der glaub und mus auch also bewert werden und zunemen. Darümb kann der glaub nicht sein inn fleischlichen, sicheren leuten, wilche nach des fleisches lust und willen dahin leben. Denn also sagt Paulus: „So ist nu nichts verdamlichs an denen, die inn Christo Jhesu sind, die nicht nach dem fleisch wandeln, sondern nach dem geist.“ Item: „so sind wir nu schuldner nicht dem fleisch, das wir nach dem fleisch leben. Denn wo ihr nach dem fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den geist des fleisches gescheffte tödtet, so werdet ihr leben.“ Derhalben kann der glaube, welcher allein inn dem hertzen und gewissen ist, denen ihr sunde hertzlich leid sein, nicht zugleich neben einer todtunde sein, wie die widdersacher leren. So kann er auch nicht inn denjhenigen sein, die noch in der welt fleischlich nach des Satans und des fleisches willen leben.

Aus diesen früchten und wercken des glaubens klauben die widdersacher nur ein stücke, nemlich die liebe, und leren, das die liebe fur Gott gerecht mache; also sind sie nichts anders denn werckprediger und gesetzlerer. Sie leren nicht erst, das wir vergebung der sunde erlangen durch den glauben, sie leren nichts von dem mitler Christo, das wir durch denselbigen einen gnedigen Gott erlangen, sondern reden von unser liebe und unsern wercken. Und sie sagen doch nicht, was es vor eine liebe sey, und können es auch nicht sagen. Sie rhümen, sie können das gesetz erfüllen odder halten, so doch die ehre niemands gehöret denn Christo, und haben also ihr eigen werck gegen Gottes urteil, sagen, sie verdienen „de codigno“ gnad ewiges leben. Das ist doch ein gantz vergeblich und Gottlos vertrauen auff eigene werck. Denn inn diesem leben können auch Christen und heiligen selbst Gottes gesetz nicht volkömlich halten, Denn es bleiben immer böse neigung und lust inn uns, wiewol der heilig geist denselbigen widderstehet.

Es möchte aber jmands unter ihnen fragen: So wir selbst bekennen, das die lieb eine frucht des geistes sey, und so die liebe dennoch ein heilig werck und erfüllung des gesetzs genennet wird, warümb wir denn auch nicht leren, das sie fur Gott gerecht mache? Antwort: Erst ist das gewis, das wir vorgebung der sunde nicht entpfahen wider durch die liebe noch umb der liebe wille, sondern allein durch den glauben umb Christus willen. Denn allein der glaub im hertzen sihet auff Gottes verheissung. Und allein der glaube ist die gewisheit, da das hertz gewis drauff stehet, das Gott gnedig ist, das Christus nicht umbsonst gestorben sey etc. Und derselbig glaube uberwindet allein das schrecken des todes und der sunde. Denn wer noch wancket odder zweifelt, ob ihm die sunde vergeben sein, der vertrauet Gott nicht und verzaget an Christo, denn er helt sein sunde fur grösser und stercker denn den tod und blut Christi. So doch Paulus sagt zun Römern am v. Cap., Die gnade sey mechtiger denn die sunde, das ist krefftiger, reicher und stercker.

So nu jemands meinet, das er darümb vorgebung der sunde will erlangen, das er die liebe hat, der schmehet und schendet Christum und wird am letzten ende, wenn er vor Gottes gericht stehen sol, finden, das solch vertrauen vorgeblich ist. Darümb ist es gewis, das allein der glaub gerecht macht. Und gleich wie wir nicht erlangen vergebung der sunde durch andere gute werck und tügende, als umb gedult willen, umb keuscheit, umb gehorsams willen gegen der Oberkeit, und folgen doch die tügende, wo glaub ist, Also entpfahen wir auch nicht umb der liebe Gottes willen vergebung der sunde, wiewol sie nicht aussen bleibt, wo dieser glaube ist.

Das aber Christus Luce am vii. Ca. spricht: „Ihr werden viele sunde vorgeben werden, denn sie hat viel geliebet“, da legt Christus sein wort selbst aus, da er sagt: „Dein glaub hat dir geholffen.“ Und Christus will nicht, das die frau durch das werck der liebe vordienet habe vorgebung der sunde, darümb sagt er klar: „Dein glaub hat dir geholffen.“ Nu ist das der glaub, Welcher sich verlesset auf Gottes barmhertzigkeit und wort, nicht auff eigen werck. Und meinet jmands, das glaube sich zugleich auff Gott und eigen werck verlassen könne, der verstehet gewislich nicht, was glauben sey. Denn das erschrocken gewissen wird nicht zufriedet durch eigene werck, sondern mus nach barmhertzigkeit schreien und lesst sich allein durch Gottes wort trösten und auffrichten. Und die Historien selbs zeigt an dem ort wol an, was Christus liebe nennet. Die frau kömpt inn der zuvorsicht zu Christo, das sie wölle vergebung der sunde bey ihm erlangen, das heist recht Christum erkennen und ehren, denn grösser ehre kann man Christo nicht thun. Denn das heist Messiam odder Christum warlich erkennen: bey ihm suchen vergebung der sunde; dasselbige von Christo halten, Also Christum erkennen und annemen, das heist recht an Christum gleuben.

Christus aber hat dieses wort, da er sagt: „Sie hat viel geliebt“ nicht gebraucht, als er mit der frauen redet, sondern als er mit dem Phariseer redet. Denn der Herr Christus heltet gegenader die gantze ehre, die ihm der Phariseer gethan hat, mit dem erbieten und wercken, so die fraue ihm erzeiget hat. Er straffet den Phariseer, das er ihnen nicht hat erkent fur Christum, wie wol er ihnen eusserlich geehret als einen gast und fromen heiligen man. Aber den Gottesdienst der frauen, das sie ihre sunde erkennet und bey Christuo vergebung der sunde suchet, diesen dienst lobet Christus. Und es ist ein gros Exempel, wilchs Christum billich beweget hat, das er den Pharisser als ein weisen, ehrlichen man, der doch nicht an ihnen gleubet, straffet. Den unglauben wirfft er ihm fu und vermanet ihnen durch das Exempel, als solt er sagen: Billich soltu dich schemen, du Phariseer, das du so blind bist, mich vor Christum und Messiam nicht erkennest, so du ein lerer des gesetzes bist, und das weib, das ein ungelert, arm weib ist, mich erkennet.

Darümb lobet er da nicht allein die liebe, sondern den gantzen Cultum odder Gottesdienst, den glauben mit den früchten, und nennet doch fur dem Phariseo die frucht. Denn man kann den glauben im hertzen andern nicht weisen und anzeigen denn durch die früchte, die beweisen fur den menschen den glauben im hertzen. Darümb wil Christus nicht, das die liebe und die werck sollen der schatz sein, daduch die sunden bezalt werden, welchs Christus blut ist. Derhalben ist dieser streit uber einer hohen, wichtigen sache, da den fromen hertzen und gewissen ihr höchster, gewister, ewiger trost an gelegen ist, nemlich von Christo, ob wir sollen vertrauen auff den verdienst Christi odder auff unser wercke. Denn so wir auff usere wercke vertrauen, so wird Christo sein ehre genomen, so ist Christus nicht der versüner noch der mitler und werden doch entlich erfahren, das solch vertrauen vergeblich sey und das die gewissen dadurch nur inn verzweiflung fallen. Denn so wir vergebung der sunde und versünung Gottes nicht one verdienst erlangen durch Christum, so wird niemands vergebung der sunde haben, er hab denn das gantz gesetz gehalten. Denn das gesetz macht niemands gerecht fur Gott, so lange es uns anklaget. Nu kan sich ja niemands rhümen, das er dem gesetz gnug gethan habe. Darümb müssen wir sonst trost suchen, nemlich an Christo.

Nu wöllen wir antworten auff die frage, welche wir oben angezeigt: Warümb die liebe oder dilectio niemands fur Gott gerecht mache. Die widdersacher dencken also, die liebe sey erfüllung des gesetzs, darümb were es wol war, das liebe uns gerecht macht, wenn wir das gesetz hielten. Wer darff aber mit warheit sagen odder rhümen, das er das gesetz halte und Gott liebe, wie das gesetz gebeut? Wir haben oben angezeigt, das darümb Gott die verheissung der gnaden gethan hat, das wir das gesetz nicht halten können, darümb sagt auch allenthalben Paulus, das wir durch das gesetz nicht können fur Gott gerecht werden.

Die widdersacher müssen hie wol weit feilen und der heuptfrage irre gehen, Denn sie sehen inn diesem handel allein das gesetz an; denn alle menschliche vernufft und weisheit kan nicht anders urteilen, denn das man durch gesetz müsse from werden, und wer eusserlich das gesetze halte, der sey heilig und from. Aber das Evangelium rücket uns herümb und wiset uns von dem gesetz zu den Göttlichen verheissungen und leret, das wir nicht gerecht werden durchs gesetz, denn niemand kann es halten, sondern dadurch,d as ums umb Christus willen versünung geschenckt ist, und die entpfahen wir allein durch den glauben. Denn ehe wir ein tittel am gesetz erfüllen, so mus erst da sein der glaub an Christum, durch wilchen wir Gotte versünet werden und erst vergebung der sunde erlangen. Lieber Herr Gott, wie dörffen doch die leute sich Christen nennen odder sagen, das sie auch die bücher des Evangelii einmal jhe ansehen odder gelesen haben, die noch dieses anfechten, Das wir vergebung der sunde durch den glauben an Christum erlangen? Ist es doch einem Christenmenschen schrecklich allein zu hören.

Zum andern ists gewis, das auch diejhenigen, so durch den glauben und heiligen geist neu geborn sind, doch gleichwol noch, solang dis leben weret, nicht gar rein sein, auch das gesetz nicht volkömlich halten. Denn wiewol sie die erstling des geists entpfahen und wiewol sich inn ihnen das neu, ja, das ewige leben angefangen, so bleibt doch noch etwas da von der sunde und böser lust und findet das gesetz noch viel, das es uns anzuklagen hat. Darümb, ob schon die liebe Gottes und gute werck inn Christen sollen und müssen sein, sind sie dennoch fur Gott nicht gerecht umb solcher ihrer werck willen, sondern um Christus willen durch den glauben. Und vertrauen auff eigene erfüllung des gesetzes ist eitel Abgötterey und lesterung Christi und fellet doch zuletzt weg und macht, das die gewissen verzweifeln.

Derhalben sol dieser grund fest stehenbleiben, das wir umb Christuus willen Gott angenem und gerecht sind durch glauben, nicht von wegen unser lieb und wercke. Das wollen wir also klar und gewis machen, das mans greiffen möge. Solange das hertz nicht fride fur Gott hat, kann es nicht gerecht sein, denn es fleucht fur Gottes zorn und verzweifelt und wolt, das Gott nicht richtet. Darümb kann das hetz nicht gerecht und Gott angenem sein, dieweil es nicht fride mit Gott hat.

Apologia der Confession verdeutscht aus dem Latin durch Justum Jonam: AC IV (Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche hg.v Dingel u.a. i.A. der EKD (V&R: 2014. S.322-332)

Posted in Book of Concord: Confessions of the Evangelical Lutheran Church, Lutheran Confessions | Tagged , , , , , , | Leave a comment

Lebt Christus, was bin ich betrübt?

Und daß der Herr erstanden sei, das ist von allem Zweifel frei; Halleluja, Halleluja; der Engel selbst bezeugt es klar, das leere Grab machts offenbar. Halleluja, Halleluja.

Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, dass er mich herzlich liebt; Halleuluja, Halleluja; wenn mir gleich alle Welt stürb ab, g’nug, dass ich Christus bei mir hab. Halleluja, Halleluja.

Er nährt, er schützt, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Halleluja, Halleluja. Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glieb seines Leibes bin. Halleluja, Halleluja.

Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Engelbrüderschaft. Halleluja, Halleluja. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Halleluja, Halleluja.

Johann Heermann 1630 (LKG 167,14-17)

Montag nach Jubilate

Ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu worden.

2. Korinther 5,17

Kollekte

Herr, allmächtiger Gott, wie Du alljährlich das Angesicht der Erde erneust, so willst Du die Welt erneuern, die der Sünde und dem Tode verfallen war; verleih uns, wir bitten Dich, daß wir den Anbruch des wahren Lebens in Deinem Sohn erkennen und in ihm an dieser neuen Schöpfung teilhaben. Der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.133f

Fortlaufende Lese

Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es Gottes Kraft.  19 Denn es steht geschrieben: »Ich will zunichtemachen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen.«  20 Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?  21 Denn weil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die da glauben.  22 Denn die Juden fordern Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit,  23 wir aber predigen Christus, den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis und den Heiden eine Torheit;  24 denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit.  25 Denn die göttliche Torheit ist weiser, als die Menschen sind, und die göttliche Schwachheit ist stärker, als die Menschen sind. 

  1. Korinther 1,18-25

Tageslese

So sage ich nun und bezeuge in dem Herrn, dass ihr nicht mehr leben dürft, wie die Heiden leben in der Nichtigkeit ihres Sinnes. 18 Ihr Verstand ist verfinstert, und sie sind entfremdet dem Leben, das aus Gott ist, durch die Unwissenheit, die in ihnen ist, und durch die Verstockung ihres Herzens. 19 Sie sind abgestumpft und haben sich der Ausschweifung ergeben, um allerlei unreine Dinge zu treiben in Habgier. 20 Ihr aber habt Christus nicht so kennengelernt; 21 ihr habt doch von ihm gehört und seid in ihm unterwiesen, wie es Wahrheit in Jesus ist: 22 Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. 23 Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn 24 und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.

Epheser 4,25-32

Gebet am Montag

O Herr, wir klagen Dir den Verfall Deiner Kirche. Es ist unsere Schuld, daß man nicht mehr erkennt die Schönheit Deiner Braut. darum bitten wir Dich: Gib und mehre in uns den Glauben, Liebe und Hoffnung in Dich. Reut aus in uns alle Sünd und Laster, alle Zwietracht, allen Unglauben, alle Irrsal und Ketzerei. Strafe die Irrenden, bekehre die Ungläubigen, bringe die Abtrünnigen wieder zur Einigkeit der christlichen Kirche und zeige ihnen das Licht Deiner Wahrheit.

Behüte unseren Hirten vor aller Gefahr des Leibes und der Seele. Segne alle Hirten und Bischöfe, Missionare, Evangelisten, Lehrer, Kirchenvorsteher und Gehilfen im Aufbau Deiner Gemeinde, gib Gedeihen des heiligen Glaubens. Stehe bei Deinen Zeugen unter den Völkern und fördere den Lauf Deines Evangeliums in aller Welt.

Erfülle alle Obrigkeit mit Deiner Furcht und laß ihr Regieren der Welt zum Frieden dienen. Erbarme Dich über unser Volk und Land.

Die Jugend laß auferzogen werden in der Zucht und Ermahnung zu Dir, auf daß sie erkenne Dein Gesetz und den Weg Deines Heils. Verleihe Beständigkeit und Treue allen frommen Lehrern.

Tröste alle Betrübten und Traurigen. Den Kranken teil mit Gesundheit des Leibes und der Seelen. Den schwangeren Frauen schenke nach Deiner Barmherzigkeit einen fröhlichen Anblick in ihrer Geburt. Den armen Dürftigen gib leiblich und geistlich nach Deinem Wohlgefallen. Die unterwegs sind, laß dem Schutz Deiner heiligen Engel befohlen sein, und sei eine starke Hilfe allen, die Dein bedürfen. Um Deiner heiligen Wunden willen, o Jesu! Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.142)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

Posted in Jubilate | Tagged , , , , , | Leave a comment