Dr. Luther predigt zu Maria Reinigung

“Darstellung Jesu Christi im Tempel” von Andrea Mantegna (1431-1506)

Dr. Martin Luthers Predigt zum Mariä Reinigung am Lichtmeß Fest zum Evangelium St. Lukas 2,22-24 (WA 52 S.148-154):

Und hier zum hören:

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Mit Fried und Freud ich fahr dahin

Beschneidung Jesu vom Meister der Heiligen Sippe (der Jüngere) 1450-1516 Alte Pinakothek, München

Mit Fried und Freud ich fahr dahin in Gotts Wille; getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille, wie Gott mir verheißen hat: der Tod ist mein Schlaf worden.

Das macht Christus, wahr’ Gottes Sohn, der treu Heiland, den Du mich, Herr, hast sehen lan und g’macht bekannt, dass er sei das Leben mein und Heil in Not und Sterben.

Den hast Du allen vorgestellt mit groß’ Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden durch Dein teuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen.

Er ist das Heil und selig Licht für die Heiden, zu ‘rleuchten, die Dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist Deins Volks Israel Preis, Ehre, Freud und Wonne.

Der Lobgesang des Simeons (das Nunc dimittis), deutsch Martin Luther 1524

Donnerstag nach dem 2.Sonntag vor dem Fasten (Sexagesimae)

Heute, so Ihr seine Stimme hört, so verstockt Euer Herz nicht.

Psalm 95,7f

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken Dir, daß Du Dein Wort durch Deinen Sohn Jesus Christus unter uns reichlich aussäest; wir bitten Dich, bereite unsere Herzen durch Deinen Heiligen Geist, daß wir Dein Wort im Glauben aufnehmen, in einem feinen, guten Herzen behalten und in Geduld Frucht bringen, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres, S. 123f.

Fortlaufende Lese

Paulus, Knecht Gottes und Apostel Jesu Christi, nach dem Glauben der Auserwählten Gottes und der Erkenntnis der Wahrheit, die der Frömmigkeit gemäß ist, 2 in der Hoffnung auf das ewige Leben, das Gott, der nicht lügt, verheißen hat vor den Zeiten der Welt; 3 aber zu seiner Zeit hat er sein Wort offenbart durch die Predigt, die mir anvertraut ist nach dem Befehl Gottes, unseres Heilands; 4 an Titus, mein rechtes Kind nach unserm gemeinsamen Glauben: Gnade und Friede von Gott, dem Vater, und Christus Jesus, unserm Heiland!

5 Deswegen ließ ich dich in Kreta, dass du vollends ausrichten solltest, was noch fehlt, und Stadt für Stadt Älteste einsetzt, wie ich dir befohlen habe: 6 wenn einer untadelig ist, Mann einer einzigen Frau, der gläubige Kinder hat, denen man nicht vorwirft, liederlich oder ungehorsam zu sein. 7 Denn ein Bischof soll untadelig sein als ein Haushalter Gottes, nicht eigensinnig, nicht jähzornig, kein Säufer, nicht gewalttätig, nicht schändlichen Gewinn suchen; 8 sondern gastfrei, gütig, besonnen, gerecht, heilig, beherrscht; 9 er halte sich an das Wort, das verlässlich ist und der Lehre entspricht, auf dass er die Kraft habe, zu ermahnen mit der heilsamen Lehre und zurechtzuweisen, die widersprechen.

Titus 1,1-19

Tageslese

Und er sprach: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft 27 und schläft und steht auf, Nacht und Tag; und der Same geht auf und wächst – er weiß nicht wie. 28 Von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre, danach den vollen Weizen in der Ähre. 29 Wenn aber die Frucht reif ist, so schickt er alsbald die Sichel hin; denn die Ernte ist da.

Markus 4,26-29

Gebet am Donnerstag

HErr JEsu Christe, Du wahrer König Himmels und der Erden! Du hast Deiner Kirche verheißen, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen sollen, und Du lässest noch immer unter uns Dein Wort verkünden und Deine heiligen Sakramente verwalten. Doch ahc, o HErr, die Sünden der Deinen verdunkeln die Herrlichkeit Deiner Braut. Dein heiliger Weinberg ist zertreten und Dein gebenedeites Opfer steht verlassen. Viele dünken sich stark und verachten die Speise des Lebens, die Du den Deinen verordnet hast zur Vergebung ihrer Sünden.

Daß Du verschonen wollest allen Übermut und nicht herabfahren im Zorn, den Leuchter Deines Wortes vor unseren Augen umzustoßen – o HErr,, wir bitten Dich: Suche dagegen heim den Weinstock, den Du Dir vormals erwählet hast und erneure uns, daß es sei wie vor alters.

Gib einen großen Hunger nach Deiner Speise Deines wahren Leibes und Blutes und laß Deine Gläubigen allezeit erfunden sein in der Apostel Lehre, in der Gemeinschaft, im Brechen Deines Brotes und im Gebet.

Wir bitten Dich, HErr, für unseren Altar, daß er immerdar sei eine Stätte, da die Arzenei des ewigen Lebens uns stärke an Leib und Seele in Vergebung unserer Sünden, daß dagegen Unglaube und Unbußfertigkeit ferne bleiben von allen, die da kommen, auf daß sie nicht essen und trinken sich selbst zum Gericht.

O Du ewiger Hoherpriester, der Du uns immer rufest zum Mahle Deines Opfers, laß in uns wachsen die Frucht Deines Geistes, die da ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut und Keuschheit. Laß uns alle in heiligem Wandel zu Deines Namens Ehre leben hier zeitlich und dort ewiglich. O JEsu Christe, der Du mit dem Vater und eben demselben Heiligen Geist, ein wahrer GOTT, lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.146)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Dr. Martin Luther predigt über des Herrn Jesu Christi Gleichnis zum vierfachen Acker

“Einen anderen Grund kann niemand legen als der, der gelegt ist: IX” Lukas Cranach d.J. 1564 (St.Marien, Wittenberg)

Dr. Martin Luthers Predigt zum 2. Sonntag vor den Fasten (Sexagesimae) über des Herrn Gleichnis zum vierfachen Acker aus Lukas 8,4-15 (WA 52 (S.142-148):

Und hier zum Hören:

The English translation of Dr. Martin Luther´s sermon held on the 2nd Sunday before Lent and on our Lord´s parable of the four types of soil in the holy Gospel of St. Luke 8,4-15 taken from “A year in the gospels with Martin Luther” Vol. 1 (CPH, St.Louis: 2018) Pg.343-350:

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Was fürchst Du, Feind Herodes, sehr, daß uns geborn kommt Christ der Herr?

Hans Baldung (1507): “Dreikönigs Altar” Gemäldegalerie Berlin.

Was fürchtst Du, Feind Herodes, sehr, daß uns geborn kommt Christ der Herr?
Er sucht kein sterblich Königreich, der zu uns bringt sein Himmelreich.

Dem Stern die Weisen folgen nach, solch Licht zum rechten Licht sie bracht.
Sie zeigen mit den Gaben drei, dies Kind Gott, Mensch und König sei.

Die Tauf im Jordan an sich nahm das himmelische Gotteslamm,
Dadurch, der nie kein Sünde tat, von Sünden uns gewaschen hat.

Ein Wunderwerk da neu geschah: sechs steinern Krüge man da sah
Voll Wassers, das verlor sein Art, roter Wein durch sein Wort draus ward.

Lob, Ehr und Dank sei Dir gesagt, Christ geborn von der reinen Magd,
Mit Vater und dem Heilgen Geist von nun an bis in Ewigkeit.

Altkirchlicher Hymnus des Bischofs Caelius Sedulius (5Jhd): Hostis Herodes impie), deutsch von Dr. Martin Luther 1541 (LKG 122).

Mittwoch nach dem 2.Sonntag vor dem Fasten (Sexagesimae)

Heute, so Ihr seine Stimme hört, so verstockt Euer Herz nicht.

Psalm 95,7f

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken Dir, daß Du Dein Wort durch Deinen Sohn Jesus Christus unter uns reichlich aussäest; wir bitten Dich, bereite unsere Herzen durch Deinen Heiligen Geist, daß wir Dein Wort im Glauben aufnehmen, in einem feinen, guten Herzen behalten und in Geduld Frucht bringen, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres, S. 123f.

Fortlaufende Lese

Beeile dich, bald zu mir zu kommen. 10 Denn Demas hat mich verlassen und diese Welt lieb gewonnen und ist nach Thessalonich gezogen, Kreszens nach Galatien, Titus nach Dalmatien. 11 Lukas ist allein bei mir. Markus nimm zu dir und bringe ihn mit dir; denn er ist mir nützlich zum Dienst. 12 Tychikus habe ich nach Ephesus gesandt. 13 Den Mantel, den ich in Troas ließ bei Karpus, bringe mit, wenn du kommst, und die Bücher, besonders die Pergamente. 14 Alexander, der Schmied, hat mir viel Böses angetan; der Herr wird ihm vergelten nach seinen Werken. 15 Vor dem hüte du dich auch; denn er hat sich unsern Worten sehr widersetzt. 16 Bei meinem ersten Verhör stand mir niemand bei, sondern sie verließen mich alle. Es sei ihnen nicht zugerechnet. 17 Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich, damit durch mich die Botschaft ausgebreitet würde und alle Heiden sie hörten, so wurde ich erlöst aus dem Rachen des Löwen. 18 Der Herr aber wird mich erlösen von allem Übel und mich retten in sein himmlisches Reich. Ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 19 Grüße Priska und Aquila und das Haus des Onesiphorus. 20 Erastus blieb in Korinth, Trophimus aber ließ ich krank in Milet. 21 Beeile dich, vor dem Winter zu kommen. Es grüßen dich Eubulus und Pudens und Linus und Klaudia und alle Brüder und Schwestern. 22 Der Herr sei mit deinem Geist! Die Gnade sei mit euch!

2. Timotheus 4,9-22

Tageslese

Und er ging von dort weg und kam in seine Vaterstadt, und seine Jünger folgten ihm nach. 2 Und als der Sabbat kam, fing er an zu lehren in der Synagoge. Und viele, die zuhörten, verwunderten sich und sprachen: Woher hat er dies? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und solche Taten geschehen durch seine Hände? 3 Ist der nicht der Zimmermann, Marias Sohn und der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Sind nicht auch seine Schwestern hier bei uns? Und sie ärgerten sich an ihm. 4 Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland[1] und bei seinen Verwandten und in seinem Hause. 5 Und er konnte dort nicht eine einzige Tat tun, außer dass er wenigen Kranken die Hände auflegte und sie heilte. 6 Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und er zog rings umher in die Dörfer und lehrte.

Markus 6,1-6

Gebet am Mittwoch

Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. Christe, erhöre uns.

HErr GOTT Vater im Himmel, erbarme Dich. HErr GOTT Sohn der Welt Heiland, erbarme Dich. HErr GOTT Heiliger Geist, erbarme Dich.

HErr sei gnädig, verschone alle sterbenden Menschen vor Deinem Zorn, vor bösem Tod, vor der Höllen Pein, vor des Teufels Macht, vor des Teufels Trug und List, vor allem Übel behüte sie, lieber HErre GOTT.

Durch Deine heilige Menschwerdung und Geburt, durch Deinen Todeskampf und blutigem Schweiß, durch Dein Kreuz und bittern Tod, durch Dein heilig Auferstehn und Himmelfahrt, durch die Gnade des Heiligen Geistes des Trösters in der Stunde des Todes, im Jüngsten Gericht, hilf ihnen, lieber HErre GOTT.

Wir armen Sünder bitten: Du wollst uns erhören, lieber HErre GOTT. Und alle sterbenden Menschen trösten. Ihnen alle Sünden verzeihen. Sie aus diesem Elend einzuführen zum ewigen Leben. Erhöre uns, lieber HErre GOTT.

O JEsu Christe, GOTTes Sohn, erhöre uns, lieber HErre GOTT.

O Du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarme Dich über sie. O Du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarme Dich über sie. O Du Gotteslamm, das der Welt Wünde trägt, verleihe ihnen steten Fried.

Christe, erhöre uns. Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. Amen.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht versinken in des bitteren Todes Not. Kyrieleison.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut. Kyrieleison.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrieleison.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.144f)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Wie man fur Gott from und gerecht wird (AC IV cont)

Rudolf Schäfer 16. September 1878-25. Oktober 1961

Derhalben können wir durch die vernunfft odder unser gute werck nicht frey werden von den sunden odder vergebung der sunden verdienen. Item, Iohannis am iii stehet geschrieben: „Es sey denn, das jemand neu geporn werde aus dem wasser und geist, so kann er nicht inn das reich Gottes komen.“ So nun das dazu gehöret, das wir durch den heiligen Geist müssen neu geporn werden, so werden uns unser gute werck odder eigen verdienst nicht rechtfertig machen fur Gott, so können wir das gesetz nicht halten noch erfüllen. Item, Romanos iii: „Sie sind allzumal sunder und mangeln des rhumes, den sie an Gott haben solten“, i.e. ihnen mangelt die weisheit und gerechtigkeit, die fur Gott gilt, dadurch sie Gott recht erkennen, gros achten und preisen sollten. Item, Romanos am viii: „fleischlich gesinnet sein ist ein feindschaft widder Gott, sintemal es dem gesetz Gottes nicht unterthan ist, denn es vermag es auch nicht; die aber fleischlich gesinnet sind, mögen Gott nicht gefallen.“

Das sind so gar klare, helle sprüche der schrifft, das sie nicht so schaffes verstands bedürffen, sondern allein, das man es lese und die klaren wort wol ansehe, wie auch Augustinus in der sache saget. Ist nu die vernunfft und fleischlich gesinnet sein ein feindschafft widder Gott, so kann kein mensch one den heiligen geist hertzlich Gott lieben. Item, ist fleischlich gesinnet sein widder Gott, so sein warlich die besten gute wercke unrein und sunde, die immer ein Adamskind thun mage. Item, Kann das fleisch Gottes gesetz nicht unterthan sein, so sundiget warlich auch ein mensch, wenn er gleich edele, schöne, köstliche gute wercke thut, die die welt gros achtet.

Die widdersacher sehen allein die gebot an der andern Taffel Mosi, die da auch von der eusserlichen erbarkeit redet, wilche die vernunfft besser vernimpt, und wollen wehnen, mit solchen eusserlichen guten wercken halten sie Gottes gesetz. Sie sehen aber die erste Taffell nicht an, wilche gebeut und von uns haben will, das wir Gott hertzlich sollen lieben, daran gar nicht wancken noch zweifeln sollen, das Gott umb der sunde willen zörne, das wir Gott hertzlich fürchten sollen, das wir uns gewis inn unseren hertzen sollen darauf verlassen, Gott sey nicht ferne, er erhöre unser gebet etc.

Nu sind wir, ehe wir durch den heiligen geist neu geborn werden, alle der art aus Adam, das unser hertz inn sicherheit Gottes zorn, urteil und dreuen verachtet, seinem urteil und straffen gehessig und feind ist. So nun alle Adamskinder inn so grossen sunden geboren werden, das wir alle von art Gott verachten, sein wort, sein verheissung und dreuen inn zweifel setzen, so müssen warlich unser besten gute werck, die wir thun, ehe wir durch den heiligen geist neu geborn werden, sundlich und verdampt werck fur Gott sein, wenn sie gleich fur der welt schön sein, denn sie gehen aus einem bösen, Gotlosen, unreinem hertzen, wie Paulus sagt, Rom.xiii: „Was nicht aus dem glauben gehe, das ist sunde.“ Denn alle solche werckheiligen thun werck one glauben, verachten Gott im hertzen und gleuben als wenig, das Gott sich ihrer anneme, als Epicurus gleubt hat. Die verachtung Gottes innwendig mus jhe die werck unfletig und sundlich machen, wenn sie gleich fur den leuten schön sind, denn Gott forschet die hertzen.

Zuletzt, so ist jhe das auch auffs nerrischt und ungeschickest von den widdersachern geredt, das die menschen, die auch ewigs zorns schuldig sein, vergebung der sunden erlangen durch die liebe odder „actum elicitum dilectionis“, so ist es doch unmüglich ist, Gott zu lieben, wenn das hertz nicht erst durch den glauben vergebung der sunden ergriffen hat. Denn es kann jhe ein hertz, dass inn engsten ist, Gottes zorn recht fület, Gott nicht lieben, er geb denn dem hertzen lufft, er tröste und erzeige sich denn widder gnedig; denn dieweil er schrecket und also uns angreifft, als wölle er uns in ewiger ungnade inn den den ewigen tod von sich stossen, so mus der armen schwachen natur das hertz und mut entpfallen und mus jhe fur so grossem zorn erzittern, der so greulich schreckt und strafft, und kann jhe als denn, ehe Gott selbst tröstet, kein füncklein liebe fülen.

Müssige und unerfarene leute mügen ihnen wol selbst ein traum von der liebe ertichten, darümb reden sie auch so kindisch davon, das einer, der gleich einer todsunde schuldig ist, könne gleichwohl Gott uber alles lieben, denn sie wissen noch nicht recht, was sunde fur ein last, was es fur ein gros qual sey, Gottes zorn fülen. Aber frome hertzen, die es im rechten kampff mit Satan und rechten engsten des gewissens erfaren haben, die wissen wol, das solch wort und gedancken eitel gedancken, eitel treume sind. Paulus sagt: „das gesetz richt nur zorn an.“ Ro.iiii. Er sagt nicht, das durch das gesetz die leute verdienen vergebung der sunden; denn das gesetz klagt allzeit das gewissen an und erschreckts. Derhalben macht das Gesetz niemands from und gercht fur Gott, denn ein erschrocken gewissen fleuhet fur Gott und seinem urteil; derhalben irren diejhenigen, die durch ihre wercke odder durch das gesetz wollen verdienen vergebung der sunden. Dieses sey gnug gesagt von der gerechtigkeit der werckheiligen odder der vernunfft, wilche die widdersacher leren; denn bald hernach, wenn wir werden sagen von der frömkeit und gerechtigkeit, die fur Gott gilt, die aus dem glauben komet, wird die sache an ihr selbs mit sich brengen, mehr sprüche aus der schrifft einzufüren, wilche denn alle auch gleich starck dienen werden, die abangezeigte irthumb der widdersacher umbzustossen.

Dieweil denn kein mensch aus seinen krefften Gottes gesetz zu halten vermag und sind alle unter der sunde, schuldig des ewigen zorns und todes, so können wir durch das gesetz der sunde nicht los, noch fur Gott from werden, Sondern es ist verheissen vergebung der sunde und gerechtigkeit durch Christum, wilcher fur uns gegeben ist, das er die sunde der welt bezalet, und ist der einige mitler und erlöser. Und diese verheissung laut nicht also: durch Christum habt ihr gnad, heil etc, wo ihrs verdienet, sondern: lauter aus gnade beutet er an vergebung der sunde, Wie Paulus sagt: so aus den wercken vergebung der sunde ist, so ists nicht gnade. Und an einem andern ort: „Diese gerechtigkeit, die fur Gott gilt, ist one gesetz offenbaret“, i.e. umbsonst wird vergebung der sunde angeboten.

Und darümb ligts nicht an unserem verdienst, das wir Gott versünet werden; denn wens an unserm verdienst lege, vergebung der sunde und die versünnung Gottes aus dem gesetz were, so wer es verloren und weren warlich ubel Gott vereiniget und versünet. Denn wir halten das gesetz nicht und vermügen es nicht zu halten, so würde folgen, das wir auch die zugesagte gnade und versünung nimmermehr erlangeten. Denn also schleust Paulus zu den Röm.iiii: „so aus dem gesetz das erbe ist, so ist der glaub nichts und die verheisung ist abe“. So sich nun die verheissung gründet auff unsern verdienst und auff das gesetz, so folgte, dieweil wir das gesetz nicht halten können, das die verheissung vergeblich were.

So wir aber fur Gott from und gerecht werden allein aus lauter gnade und barmhertzigkeit, die inn Christo verheissen ist, erfolget, das wir durch unser werck nicht from werden. Denn was were sonst der herlichen, Göttlichen verheissung vonnöten und was dörfft Paulus die gnade so hoch heben und preisen? Derhalben leret, rhümet, prediget und preiset das Evangelion die gerechtigkeit, die aus dem glauben kömpt an Christum, wilche nicht ein gerechtigkeit des gesetz ist. So leret auch das gesetz davon nichts, und ist gar viel ein höher gerechtigkeit, denn des gesetzs gerechtigkeit ist; denn das gesetz foddert von uns unser werck und will haben, das wir innwendig im hertzen Gottforchtig und gantz rechtschaffen sind. Aber die Göttliche zusage, die beutet uns an als denjhenigen, die von der sunde und tode uberweldigt sein, hülff, gnad und versünung umb Christus willen, wilche gnad niemands mit wercken fassen kann, sondern allein durch den glauben an Christum. Derselb glaub brenget noch schencket Gott dem Herrn kein werck, kein eigen verdienst, sondern bauet blos auff lauter gnad und weis sich nichts zu trösten noch zu verlassen denn allein auff barmhertzigkeit, die verheissen ist inn Christo.

Derselbige glaub nu, da ein jder fur sich gleubet, das Christus fur ihn geben ist, der erlangt allein vergebung der sunde umb Christus willen und macht uns fur Gott from und gerecht. Und dieweil derselbige inn rechtschaffner bus ist, unser hertzen auch im schrecken der sunde und des todes widder auffrichtet, so werden wir durch denselbigen neu geporn und kömpt durch den glauben der heilig geist in unser hertz, welcher unser hertzen verneuert, das wir Gottes gesetz halten können, Gott recht lieben, gewislich fürchten, nicht wancken noch zweifeln, Christus sey uns geben, er erhöre unser ruffen und bitten, und das wir inn Gottes willen uns frölich geben können, auch mitten im tode. Also derselbige glaube, der aus gnaden umbsonst entpfehet und erlangt vergebung der sunde, ist rechtschaffen, der gegen Gottes zorn nicht seinen verdienst odder werck setzet, wilchs ein federlen gegen stromwind wer, sondern der Christum, den mitler, darstellet, und derselbig glaub ist ein recht erkentnis Christi. Wer also gleubet, der erkennet die grosse wolthat Christi und wird ein neu creatur, und ehe ein solch glaub im hertzen ist, kann niemands das gesetz erfüllen. Von demselbigen glauben und erkenntnis Christi ist nicht ein sillabe, nicht ein tittel inn allen büchern der widdersacher. Darümb schelten wir auch die widdersacher, das sie allein das gesetz leren von unsern wercken und nicht das Evangelium, das da leret, das man gerecht werde, wenn man an Christum gleubet.  

Apologia der Confession verdeutscht aus dem Latin durch Justum Jonam: AC IV (Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche hg.v Dingel u.a. i.A. der EKD (V&R: 2014. S.280-286ff)
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Das Jesulein soll doch mein Trost, mein Heiland sein und bleiben (LKG 115)

“Schöne Maria von Regensburg” (1519-22) von Albrecht Altdorfer (1480-1538) im Kollegialstift St.Johann

Das Jesulein soll doch mein Trost, mein Heiland sein und bleiben,
der mich geliebet und erlöst, kein Gwalt soll mich abtreiben.
Ihm tu ich mich ganz williglich von Herzensgrund ergeben,
es mag mir sein weh oder fein, mag sterben oder leben.

Mit meinem lieben Jesulein will ich gar wohl bestehen,
wenn ich mitten durch Not und Pein nach Gotttes Willn soll gehen.
Was will mir dann wohl haben an Welt, Teufel, Tod un Sünde?
Beim Jesulein, dem Heiland mein, ich allzeit Rettung finde.

Auf dies mein liebes Jesulein, will ich für Gott hintreten,
vor allen Feinden sicher sein, mein Seele wohl zu retten,
zum Leben fein zu gehen ein, und lieblich anzuschauen
den Heiland schön, den ich gesehn allhier allein im Glauben.

Bartholomäus Helder 1646 (LKG 115)

Dienstag nach dem 2.Sonntag vor dem Fasten (Sexagesimae)

Heute, so Ihr seine Stimme hört, so verstockt Euer Herz nicht.

Psalm 95,7f

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken Dir, daß Du Dein Wort durch Deinen Sohn Jesus Christus unter uns reichlich aussäest; wir bitten Dich, bereite unsere Herzen durch Deinen Heiligen Geist, daß wir Dein Wort im Glauben aufnehmen, in einem feinen, guten Herzen behalten und in Geduld Frucht bringen, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres, S. 123f.

Fortlaufende Lese

So ermahne ich dich inständig vor Gott und Christus Jesus, der richten wird die Lebenden und die Toten, und bei seiner Erscheinung und seinem Reich: 2 Predige das Wort, stehe dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre. 3 Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihrem eigenen Begehren werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, 4 und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren. 5 Du aber sei nüchtern in allen Dingen, leide willig, tu das Werk eines Predigers des Evangeliums, erfülle redlich deinen Dienst. 6 Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meines Hinscheidens ist gekommen. 7 Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; 8 hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben. 

2. Timotheus 4,1-8

Tageslese

Und sie kamen nach Jerusalem. Und Jesus ging in den Tempel und fing an, hinauszutreiben die Verkäufer und Käufer im Tempel; und die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenhändler stieß er um 16 und ließ nicht zu, dass jemand etwas durch den Tempel trüge. 17 Und er lehrte und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben: »Mein Haus wird ein Bethaus heißen für alle Völker«? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht. 18 Und es kam vor die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und sie trachteten danach, wie sie ihn umbrächten. Sie fürchteten sich nämlich vor ihm; denn alles Volk verwunderte sich über seine Lehre. 19 Und am Abend gingen sie hinaus vor die Stadt. 20 Und als sie am Morgen an dem Feigenbaum vorbeigingen, sahen sie, dass er verdorrt war bis zur Wurzel. 21 Und Petrus erinnerte sich und sprach zu ihm: Rabbi, sieh, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt. 22 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott! 23 Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berge spräche: Heb dich und wirf dich ins Meer!, und zweifelte nicht in seinem Herzen, sondern glaubte, dass geschehen würde, was er sagt, so wird’s ihm geschehen. 24 Darum sage ich euch: Alles, was ihr betet und bittet, glaubt nur, dass ihr’s empfangt, so wird’s euch zuteilwerden. 25-26 Und wenn ihr steht und betet, so vergebt, wenn ihr etwas gegen jemanden habt, damit auch euer Vater im Himmel euch vergebe eure Übertretungen.
27 Und sie kamen wieder nach Jerusalem. Und als er im Tempel umherging, kamen zu ihm die Hohenpriester, Schriftgelehrten und Ältesten 28 und sprachen zu ihm: Aus welcher Vollmacht tust du das? Oder wer hat dir diese Macht gegeben, dass du das tust? 29 Jesus aber sprach zu ihnen: Ich will euch eine Sache fragen; antwortet mir, so will ich euch sagen, aus welcher Vollmacht ich das tue. 30 Die Taufe des Johannes – war sie vom Himmel oder von Menschen? Antwortet mir! 31 Und sie bedachten es bei sich selbst und sprachen: Sagen wir, sie war vom Himmel, so wird er sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? 32 Oder sollen wir sagen, sie war von Menschen? Doch sie fürchteten sich vor dem Volk; denn sie meinten alle, dass Johannes wirklich ein Prophet sei. 33 Und sie antworteten und sprachen zu Jesus: Wir wissen’s nicht. Und Jesus sprach zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, aus welcher Vollmacht ich das tue.

Markus 11:15-33

Gebet am Dienstag

Allmächtiger Gott, himmlischer Vater!

Wir preisen Deine grundlose Barmherzigkeit, mit der Du Dich über sündige Menschen erbarmst. Alle Propheten und Apostel verkündigen uns das in Deinem Wort.

Laß unsere Hoffnung nicht zu Schanden werden, wenn wir zu Dir beten für alle Leidenden in dieser Zeit. Denn siehe, der böse Feind ist mächtig geworden, und die Großen dieser Welt regieren oft mit Ungerechtigkeit. O GOTT, der Du vormals hast Deinen Heiligen überwinden lassen, stärke auch heute alle, die Deiner Hilfe gegen Unrecht bedürftig sind.

Gib, daß alle Kriegsgefangenen und Geiseln der Terroristen – als Sklaven gehalten und Opfer irdischer Rache – in ihre Heimat zurückkehren. Stehe allen Vertriebenen und Heimatlosen bei und sei Du ihre Gerechtigkeit. Den Witwen und Waisen sei ein Vater mit starkem Schutz.

O Jesu Christe, der Du Deine Heiligen wunderbar führst: Gehe durch Riegel und Gitter zu denen, die um Deines Namens und um Deiner Kirche willen gefangen sind; stärke sie zu einem guten Zeugnis und laß sie nicht wankend werden im Bekenntnis Deines Namens. Uns aber lehre durch das Beispiel so vieler heiliger Märtyrer, daß wir allezeit wach seien zum Bekenntnis Deines Namens. Laß uns nicht zu Schanden werden, wenn der böse Feind Hand an uns legt, sondern gib, daß wir in aller Anfechtung bestehen. Doch wenn es Dein Wille ist, dann laß uns in Ruhe und Frieden leben der Heiligung Deines Namens.

Um Deines heiligen Opfers willen, o Jesu Christe, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist, ein wahrer GOTT, lebest und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.143)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Das neugeborne Kindelein, das herzeliebe Jesulein

Rudolf Schäfer 16.September, 1878-25.Oktober, 1961

Das neugeborne Kindelein, das herzeliebe Jesulein,
bringt abermals ein neues Jahr der auserwählten Christenschar.

Des freuen sich die Engelein, die gerne um und bei uns sein;
sie singen in den Lüften frei, daß Gott mit uns versöhnet sei.

Ist Gott versöhnt und unser Freund, was kann uns tun der arge Feind?
Trotz Türken, Papst und Höllenpfort, das Jesulein ist unser Hort.

Es bringt das rechte Jubeljahr. was trauern wir denn immerdar?
Frisch auf, es ist jetzt Singens Zeit, das Jesulein wendt alles Leid!

Cyriakus Schneegaß 1597 (LKG 114)

Montag nach dem 2.Sonntag vor dem Fasten (Sexagesimae)

Heute, so Ihr seine Stimme hört, so verstockt Euer Hern nicht.

Psalm 95,7f

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken Dir, daß Du Dein Wort durch Deinen Sohn Jesus Christus unter uns reichlich aussäest; wir bitten Dich, bereite unsere Herzen durch Deinen Heiligen Geist, daß wir Dein Wort im Glauben aufnehmen, in einem feinen, guten Herzen behalten und in Geduld Frucht bringen, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres, S. 123f.

Fortlaufende Lese

Du aber bist mir gefolgt in der Lehre, im Leben, im Streben, im Glauben, in der Langmut, in der Liebe, in der Geduld, 11 in den Verfolgungen, in den Leiden, die mir widerfahren sind in Antiochia, in Ikonion, in Lystra. Welche Verfolgungen ertrug ich da! Und aus allen hat mich der Herr erlöst. 12 Und alle, die fromm leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden. 13 Mit den bösen Menschen aber und Betrügern wird’s je länger, desto ärger: Sie verführen und werden verführt.

14 Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist; du weißt ja, von wem du gelernt hast 15 und dass du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die dich unterweisen können zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus. 16 Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, 17 dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.

2. Timotheus 3,10-17

Tageslese

Und die Jünger traten hinzu und sprachen zu ihm: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen? 11 Er antwortete und sprach zu ihnen: Euch ist’s gegeben, zu wissen die Geheimnisse des Himmelreichs, diesen aber ist’s nicht gegeben. 12 Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat. 13 Darum rede ich zu ihnen in Gleichnissen. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht; und sie verstehen es nicht. 14 Und an ihnen wird die Weissagung Jesajas erfüllt, die da sagt: »Mit den Ohren werdet ihr hören und werdet nicht verstehen; und mit sehenden Augen werdet ihr sehen und werdet nicht erkennen. 15 Denn das Herz dieses Volkes ist verfettet, und mit ihren Ohren hören sie schwer, und ihre Augen haben sie geschlossen, auf dass sie nicht mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, dass ich sie heile[1].« 16 Aber selig sind eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören. 17 Wahrlich, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben begehrt, zu sehen, was ihr seht, und haben’s nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben’s nicht gehört.

Matthäus 13,10-17

Gebet am Montag

O Herr, wir klagen Dir den Verfall Deiner Kirche. Es ist unsere Schuld, daß man nicht mehr erkennt die Schönheit Deiner Braut. darum bitten wir Dich: Gib und mehre in uns den Glauben, Liebe und Hoffnung in Dich. Reut aus in uns alle Sünd und Laster, alle Zwietracht, allen Unglauben, alle Irrsal und Ketzerei. Strafe die Irrenden, bekehre die Ungläubigen, bringe die Abtrünnigen wieder zur Einigkeit der christlichen Kirche und zeige ihnen das Licht Deiner Wahrheit.

Behüte unseren Hirten vor aller Gefahr des Leibes und der Seele. Segne alle Hirten und Bischöfe, Missionare, Evangelisten, Lehrer, Kirchenvorsteher und Gehilfen im Aufbau Deiner Gemeinde, gib Gedeihen des heiligen Glaubens. Stehe bei Deinen Zeugen unter den Völkern und fördere den Lauf Deines Evangeliums in aller Welt.

Erfülle alle Obrigkeit mit Deiner Furcht und laß ihr Regieren der Welt zum Frieden dienen. Erbarme Dich über unser Volk und Land.

Die Jugend laß auferzogen werden in der Zucht und Ermahnung zu Dir, auf daß sie erkenne Dein Gesetz und den Weg Deines Heils. Verleihe Beständigkeit und Treue allen frommen Lehrern.

Tröste alle Betrübten und Traurigen. Den Kranken teil mit Gesundheit des Leibes und der Seelen. Den schwangeren Frauen schenke nach Deiner Barmherzigkeit einen fröhlichen Anblick in ihrer Geburt. Den armen Dürftigen gib leiblich und geistlich nach Deinem Wohlgefallen. Die unterwegs sind, laß dem Schutz Deiner heiligen Engel befohlen sein, und sei eine starke Hilfe allen, die Dein bedürfen. Um Deiner heiligen Wunden willen, o Jesu! Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.142)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Sexagesima (2. Sunday before Lent)

Sowing seeds in spring

Introit

Lord, your instructions endure; they stand secure in heaven.
 You demonstrate your faithfulness to all generations.
You established the earth and it stood firm.
Today they stand firm by your decrees, for all things are your servants.
If I had not found encouragement in your law, I would have died in my sorrow.

Your words are sweeter in my mouth than honey! Your precepts give me discernment. Therefore I hate all deceitful actions. Your word is a lamp to walk by, and a light to illumine my path.

Sustain me as you promised, so that I will live. Do not disappoint me.

Psalm 119,89-92.103-105.116

Old Testament lesson

“Indeed, my plans are not like your plans, and my deeds are not like your deeds,” says the Lord, “for just as the sky is higher than the earth, so my deeds are superior to your deeds and my plans superior to your plans.

The rain and snow fall from the sky and do not return, but instead water the earth and make it produce and yield crops, and provide seed for the planter and food for those who must eat. In the same way, the promise that I make does not return to me, having accomplished nothing. No, it is realized as I desire and is fulfilled as I intend.

Indeed, you will go out with joy; you will be led along in peace; the mountains and hills will give a joyful shout before you, and all the trees in the field will clap their hands. Evergreens will grow in place of thorn bushes, firs will grow in place of nettles; they will be a monument to the Lord, a permanent reminder that will remain.

Isaiah 55, 8-13

Collect for this 2nd Sunday before Lent

O LORD God, who seest that we put not our trust in any thing that we do: Mercifully grant that by Thy power we may be defended against all adversity; through Jesus Christ our Lord. Amen.

Epistle

For the word of God is living and active and sharper than any double-edged sword, piercing even to the point of dividing soul from spirit, and joints from marrow; it is able to judge the desires and thoughts of the heart. And no creature is hidden from God, but everything is naked and exposed to the eyes of him to whom we must render an account.

Hebrews 4, 12-13

Gospel

While a large crowd was gathering and people were coming to Jesus from one town after another, he spoke to them in a parable: “A sower went out to sow his seed. And as he sowed, some fell along the path and was trampled on, and the wild birds devoured it. Other seed fell on rock, and when it came up, it withered because it had no moisture. Other seed fell among the thorns, and they grew up with it and choked it. But other seed fell on good soil and grew, and it produced a hundred times as much grain.” As he said this, he called out, “The one who has ears to hear had better listen!”

Luke 8,4-8

Christian Creed

I believe in one God, the Father Almighty, maker of heaven and earth and of all things visible and invisible.

And in one Lord Jesus Christ, the only-begotten Son of God, begotten of His Father before all worlds, God of God, Light of Light, very God of very God, begotten, not made, being of one substance with the Father, by whom all things were made; who for us men and for our salvation came down from heaven and was incarnate by the Holy Spirit of the virgin Mary and was made man; and was crucified also for us under Pontius Pilate. He suffered and was buried. And the third day He rose again according to the Scriptures and ascended into heaven and sits at the right hand of the Father. And He will come again with glory to judge both the living and the dead, whose kingdom will have no end.

And I believe in the Holy Spirit, the Lord and Giver of Life, who proceeds from the Father and the Son, who with the Father and the Son together is worshiped and glorified, who spoke by the prophets. And I believe in one holy Christian and apostolic Church, I acknowledge one Baptism for the remission of sins, and I look for the resurrection of the dead and the life of the world to come. Amen.

Nicene creed

Hymn of the week

May God bestow on us his grace, with blessings rich provide us;
and may the brightness of his face to life eternal guide us,
that we his saving health may know, his gracious will and pleasure,
and also to the heathen show Christ’s riches without measure
and unto God convert them.

Yours over all shall be the praise and thanks of ev’ry nation;
and all the world with joy shall raise the voice of exultation.
For you will judge the earth, O Lord, forbidding sin to flourish;
your people’s pasture is your Word, their souls to feed and nourish,
in righteous paths to keep them.

O let the people praise your worth, in all good works increasing;
the land shall plenteous fruit bring forth, your Word is rich in blessing.
May God the Father, God the Son, and God the Spirit bless us!
Let all the world praise him alone; let solemn awe possess us.
Now let our hearts say, “Amen!”

Martin Luther 1524 translated by Richard Massie

Sermon text

He also said, “The kingdom of God is like someone who spreads seed on the ground.  He goes to sleep and gets up, night and day, and the seed sprouts and grows, though he does not know how. By itself the soil produces a crop, first the stalk, then the head, then the full grain in the head. And when the grain is ripe, he sends in the sickle because the harvest has come.”

Mark 4,26-29

Prayer of the church

Lord of the harvest, You send Your Word down on earth to give seed to the sower and bread to the eater. You are living and active among us, calling to repentance and raising to new life. Lead us not into temptation, and protect us from the crafts and assaults of the devil, the world and our own sinful flesh, which do not want us to hallow Your name or let Your kingdom come. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Send forth laborers into Your harvest, that we may be preserved in the pure teaching of Your saving Word, whereby faith toward You is strengthened, charity increased in us toward all and Your kingdom extended in all the world. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Caring Father, visit the homes of Your people. Keep them from all harm and danger, and grant that we would dwell together in peace under the protection of Your holy angels. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Almighty God, look favorably on the nations of the world and their leaders, that all who receive the sword as Your servants would bear it according to Your command. We pray that war, hate and bloodshed would be overcome by peace, justice and love. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Loving Father, have compassion on the sick and suffering – especially Friederike, Marie-Luise, Katharina. Make them to know Your peace, which the world cannot give, and bring them out of all their troubles. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Heavenly Father, we give You thanks for the faithful departed. Cultivate the seed of Your Word in our hearts until You bring us to share with them in the joys of Your unending feast. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Almighty God, Your Son has promised to be with us always, until the end of the age. Strengthen and preserve us today as He comes to us in His Holy Supper. Grant that we would faithfully receive His body and blood for the forgiveness of sins and so obtain everlasting life. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Heavenly Father, You have planted Your Word in the hearts of Your children. Grant that we would rejoice to receive this gift and use it to bear abundant fruit in our lives. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Lord God, heavenly Father, we thank You that through Your Son, Jesus Christ, You have sown Your Holy Word among us. Prepare our hearts by Your Holy Spirit, that we may diligently and reverently hear Your Word, keep it in good hearts, and bring forth fruit with patience; and that we may not incline to sin, but subdue it by Your power, and in all persecutions comfort ourselves with Your grace and continual help; through the same Jesus Christ, Your Son, our Lord, who lives and reigns with You and the same Holy Spirit, one God, now and forever. Amen.

LCMS One-Year-Series

+ Dominum vobiscum +

The Lord bless Thee, and keep Thee;

The Lord make His face shine upon Thee, and be gracious unto Thee;

The Lord lift up His countenance upon Thee + give Thee peace.

Numbers 6,24-27

If you are called to preach this weekend, may the triune God give you joy and strength, wisdom, knowledge and insight, that You preach His holy will faithfully and His gracious promises invitingly. His most precious Gospel is “the power of God to save all who believe.” (Rom 1:16) and His good Word remains forever – just as His one, holy Christian Church + Amen.

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Jesu, nun sei gepreiset zu diesem neuen Jahr für Dein Güt

Rudolf Schäfer: Jeremia 31

Jesu, nun sei gepriesen zu diesem neuen Jahr für Dein Güt, uns beweiset in aller Not und Gfahr, daß wir haben erlebet die neu fröhliche Zeit, die voller Gnaden schwebet und ewger Seligkeit, daß wir in guter Stille das alte Jahr han erfüllet. Wir wolln uns Dir ergeben jetzund und immerdar. Behüt uns Leib und Leben hinfort das ganze Jahr.

Laß uns das Jahr vollbringen zu Lob dem Namen Dein, daß wir demselben singen in der Christen Gemein. Wollst uns das Leben fristen durch Dein allmächtig Hand; erhalt Dein lieben Christen und unser Vaterland; Dein´ Segen zu uns wende, gib Fried an allen Enden; gib unverfälscht im Lande Dein seligmachend Wort, die Teufel mach zuschanden hie und an allem Ort.

Dein ist allein die Ehre, Dein ist allein der Ruhm. Geduld im Kreuz uns lehre, regier all unser Tun, bis wir getrost abscheiden ins ewgen Vaters Reich zum wahren Fried und Freuden den Heilgen Gottes gleich. Indes machs mit uns allen nach Deinem Wohlgefallen. Solchs singt heut ohne Scherzen die christgläubige Schar und wünscht mit Mund und Herzen ein selig neues Jahr.

Johannes Herman 1591 (LKG 113): Wittenberger Weihnachtslieder 1591/J.S.Bach

Samstag nach dem Letzten Sonntag nach Epiphanias (Verklärung)

Gott, der da hieß Licht aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, daß durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angesichte Jesu Christe.

2. Korinther 4,6

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du Deinen Sohn vom Himmel herab verkläret hast: verleihe uns, daß wir die Offenbarung seiner Herrlichkeit gläubig aufnehmen und ihm willig nachfolgen, auf daß wir durch sein Leiden und Kreuz zur Glorie der Auferstehung durch Jesus Christus, unsern Herrn.

Orate fratres S.122

Fortlaufende Lese

Das sollst du aber wissen, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten kommen werden. 2 Denn die Menschen werden viel von sich halten, geldgierig sein, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, gottlos, 3 lieblos, unversöhnlich, schändlich, haltlos, zuchtlos, dem Guten feind, 4 Verräter, unbedacht, aufgeblasen. Sie lieben die Ausschweifungen mehr als Gott; 5 sie haben den Schein der Frömmigkeit, aber deren Kraft verleugnen sie; solche Menschen meide! 6 Zu ihnen gehören auch die, die sich in die Häuser einschleichen und gewisse Frauen einfangen, die mit Sünden beladen sind und von mancherlei Begierden getrieben werden, 7 die immer auf neue Lehren aus sind und nie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen können. 8 Wie Jannes und Jambres dem Mose widerstanden, so widerstehen auch diese der Wahrheit: Es sind Menschen mit zerrütteten Sinnen, untüchtig zum Glauben. 9 Aber sie werden damit nicht weit kommen; denn ihre Torheit wird allen offenbar werden, wie es auch bei jenen geschah. 

2. Timotheus 3,1-9

Tageslese

Wir aber sind Bürger im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, 21 der unsern geringen Leib[3] verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann. Also, meine lieben Brüder und Schwestern, nach denen ich mich sehne, meine Freude und meine Krone, steht fest in dem Herrn, ihr Lieben.

Philipper 3,20-4,1

Gebet am Sonnabend

Herr Gott, himmlischer Vater, wiederum geht eine Woche zu Ende. Wir bitten Dich mit allen Sündern: Siehe nicht an, Herr, unsere Schuld. Wir bitten Dich, vergib, daß wir auch in dieser Woche wieder gesündigt haben mit Gedanken, Worten und Werken, mit innerlicher Blindheit, Unglauben, Zweifel, Kleinmütigkeit, Ungeduld, Hoffart, bösen Lüsten, Geiz, heimlichem Neid, Haß, Mißgunst und anderen Sünden.

Wir bitten Dich, erlöse uns durch Deine Barmherzigkeit. Wir wissen, daß eine einzige Sünde unsere Gemeinschaft mit Dir auf ewig zerstört. Wir wissen, daß wir Deinen Zorn auf ewig verdient haben. Wir wissen, wir sind es nicht wert, Deine Kinder zu heißen; doch wir hoffen auf Deine Gnade, o Gott. Wir bitten Dich, daß Du uns vergeben mögest um Jesu Christi, Deines lieben Sohnes, willen. Durch ihn schenke uns Kraft, unsere Sünde zu hassen, auf daß wir ein Dir wohlgefälliges Leben führen in wahrer Demut und in der Erkenntnis Deines heiligen Willens. O Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Amen.

Zuletzt bitte ich Dich, himmlischer Vater, daß Du mir und allen Christen den morgigen Sonntag zu einem Segen gereichen lassen wollest! Wecke in uns allen den Hunger nach Deinem Wort und Sakrament und laß uns hier auf Erden mit bereitetem Herzen in der Gemeinschaft Deiner Heiligen teilhaben an der ewigen Liturgie, die vor dem Throne des Lammes von allen Engeln und Auserwählten gesungen wird.

Erhöre unser Gebet um eben des Lammes, um Deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Amen

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.148)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Helft mir Gotts Güte preisen

Cornelia Kirsch: Wittenberger Marktplatz

Helft mir Gotts Güte preisen, Ihr lieben Kinderlein,
mit Gsang und andrer Weisen ihm allzeit dankbar sein,
vornehmlich zu der Zeit, da sich das Jahr tut enden,
die Sonn sich zu uns wenden, das neu Jahr ist nicht weit.

Erstlich laßt uns betrachten des Herren reiche Gnad,
und so gering nicht achten sein unzählig Wohltat;
stets führen zu Gemüt, wie er dies Jahr hat geben
all Notdurft diesem Leben und uns vor Leid behüt’;

Lehramt, Schul, Kirch, erhalten in gutem Fried und Ruh;
Nahrung für Jung und Alte bescheret auch dazu,
und gar mit milder Hand sein Güter ausgespendet,
Verwüstung abgewendet von diesem Ort und Land.

Er hat unser verschonet aus väterlicher Gnad;
wenn er sonst hätt gelohnet all unser Missetat
mit gleicher Straf und Pein; wir wären längst gestorben,
in mancher Not verdorben, die wir voll Sünden sein.

Nach Vaters Art und Treuen er uns so gnädig ist;
wenn wir die Sünd bereuen, glauben an Jesum Christ
herzlich ohn Heuchelei, tut er all Sünd vergeben,
lindert die Straf daneben, steht uns in Nöten bei.

All solch Dein Güt wir preisen, Vater ins Himmels Thron,
die Du uns tust beweisen durch Christum Deinen Sohn,
und bitten ferner Dich: gib uns ein friedlich Jahre,
vor allem Leid bewahre und nähr uns mildiglich!

Paul Eber 1580 (LKG 111)

Freitag nach dem Letzten Sonntag nach Epiphanias (Verklärung)

Gott, der da hieß Licht aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, daß durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angesichte Jesu Christe.

2. Korinther 4,6

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du Deinen Sohn vom Himmel herab verkläret hast: verleihe uns, daß wir die Offenbarung seiner Herrlichkeit gläubig aufnehmen und ihm willig nachfolgen, auf daß wir durch sein Leiden und Kreuz zur Glorie der Auferstehung durch Jesus Christus, unsern Herrn.

Orate fratres S.122

Fortlaufende Lese

Flieh die Begierden der Jugend! Jage aber nach der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden mit allen, die den Herrn anrufen aus reinem Herzen. 23 Aber die törichten und ungezogenen Fragen weise zurück; denn du weißt, dass sie nur Streit erzeugen. 24 Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streitsüchtig sein, sondern freundlich gegen jedermann, im Lehren geschickt, einer, der Böses ertragen kann 25 und mit Sanftmut die Widerspenstigen zurechtweist. Vielleicht hilft ihnen Gott zur Umkehr, die Wahrheit zu erkennen 26 und wieder nüchtern zu werden aus der Verstrickung des Teufels, von dem sie gefangen sind, zu tun seinen Willen. 

2. Timotheus 2,22-26

Tageslese

 Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. 25 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden. 26 Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse? 27 Denn es wird geschehen, dass der Menschensohn kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und dann wird er einem jeden vergelten nach seinem Tun. 28 Wahrlich, ich sage euch: Es sind etliche unter denen, die hier stehen, die werden den Tod nicht schmecken, bis sie den Menschensohn kommen sehen in seinem Reich.

Matthäus 16,24-28

Gebet am Freitag

Wir danken Dir, HErr JEsu Christe, wahrer GOTT und Mensch, daß Du uns arme Sünder und verdammte Menschen ohn all unsere Werke, Verdienst und Würdigkeit durch Dein heiliges Leiden, Sterben und Blutvergießen erlöset hast.

O HErr JEsu Christe, wie groß ist Dein Leiden, wie schwer ist Deine Pein, wieviel ist Deiner Marter, wie tief sind Deine Wunden, wie bitter und schmerzlich ist Dein Tod. Wie unaussprechlich ist Deine Liebe, damit Du uns Deinem himmlischen Vater versöhnt hast, da Du am Ölberg blutigen Schweiß vor großer Todesangst geschwitzt hast, daß die Blutstropfen auf die Erde gefallen, und Du daselbst, von allen Deinen Jüngern verlassen, in die Hände der schnöden Juden und Gottlosen Schar Dich willig für uns gegeben, welche Dich hart und grausam gebunden, von einem ungerechten Richter zum anderen unbarmherzig geführt haben. Daselbst bist Du fälschlich verklagt und verurteilt, verspeit, verhöhnt und mit Fäusten ins Angesicht geschlagen worden. Du bist um unserer Missetat willen zerschlagen, gegeißelt, mit Dornen gekrönt und jämmerlich zugerichtet, wie ein armer Wurm, der nicht einem Menschen ähnlich gewesen. Denn Du warst der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit, also daß es auch ein heidnisch Herz erbarmt hat zu sagen: “Sehet, welch ein Mensch ist das !” Du bist von wegen unserer Missetat mitten unter zwei Übeltäter gerechnet und als ein Fluch aufgehängt, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, dazu in Deinem höchsten Durst mit Essig und Gallen getränkt, und mit großen Schmerzen hast Du Deinen Geist aufgegeben, auf daß Du unsere Schuld bezahltest, und wir durch Deine Wunden geheilt würden.

O HErr JEsu Christe, für diese und alle andere Deine Marter und Pein sagen wir Dir Lob und Dank und bitten Dich, laß Dein heilig bitter Leiden an uns nicht verloren sein, sondern gib, daß wir uns desselben zu jeder Zeit von Herzen trösten und rühmen, auch desselben zu jeder Zeit von Herzen trösten und rühmen, auch dasselbe also begehen und betrachten, daß alle böse Lust in uns ausgelöscht und gedämpft, dagegen aber alle Tugend eingepflanzt und gemehrt werde, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben, und Deinem uns gelassenen Vorbilde nachfolgen, in Deine Fußtapfen treten, das Übel mit Geduld ertragen und das Unrecht mit gutem Gewissen leiden. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.147)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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