Helft mir Gotts Güte preisen

Cornelia Kirsch: Wittenberger Marktplatz

Helft mir Gotts Güte preisen, Ihr lieben Kinderlein,
mit Gsang und andrer Weisen ihm allzeit dankbar sein,
vornehmlich zu der Zeit, da sich das Jahr tut enden,
die Sonn sich zu uns wenden, das neu Jahr ist nicht weit.

Erstlich laßt uns betrachten des Herren reiche Gnad,
und so gering nicht achten sein unzählig Wohltat;
stets führen zu Gemüt, wie er dies Jahr hat geben
all Notdurft diesem Leben und uns vor Leid behüt’;

Lehramt, Schul, Kirch, erhalten in gutem Fried und Ruh;
Nahrung für Jung und Alte bescheret auch dazu,
und gar mit milder Hand sein Güter ausgespendet,
Verwüstung abgewendet von diesem Ort und Land.

Er hat unser verschonet aus väterlicher Gnad;
wenn er sonst hätt gelohnet all unser Missetat
mit gleicher Straf und Pein; wir wären längst gestorben,
in mancher Not verdorben, die wir voll Sünden sein.

Nach Vaters Art und Treuen er uns so gnädig ist;
wenn wir die Sünd bereuen, glauben an Jesum Christ
herzlich ohn Heuchelei, tut er all Sünd vergeben,
lindert die Straf daneben, steht uns in Nöten bei.

All solch Dein Güt wir preisen, Vater ins Himmels Thron,
die Du uns tust beweisen durch Christum Deinen Sohn,
und bitten ferner Dich: gib uns ein friedlich Jahre,
vor allem Leid bewahre und nähr uns mildiglich!

Paul Eber 1580 (LKG 111)

Freitag nach dem Letzten Sonntag nach Epiphanias (Verklärung)

Gott, der da hieß Licht aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, daß durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angesichte Jesu Christe.

2. Korinther 4,6

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du Deinen Sohn vom Himmel herab verkläret hast: verleihe uns, daß wir die Offenbarung seiner Herrlichkeit gläubig aufnehmen und ihm willig nachfolgen, auf daß wir durch sein Leiden und Kreuz zur Glorie der Auferstehung durch Jesus Christus, unsern Herrn.

Orate fratres S.122

Fortlaufende Lese

Flieh die Begierden der Jugend! Jage aber nach der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden mit allen, die den Herrn anrufen aus reinem Herzen. 23 Aber die törichten und ungezogenen Fragen weise zurück; denn du weißt, dass sie nur Streit erzeugen. 24 Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streitsüchtig sein, sondern freundlich gegen jedermann, im Lehren geschickt, einer, der Böses ertragen kann 25 und mit Sanftmut die Widerspenstigen zurechtweist. Vielleicht hilft ihnen Gott zur Umkehr, die Wahrheit zu erkennen 26 und wieder nüchtern zu werden aus der Verstrickung des Teufels, von dem sie gefangen sind, zu tun seinen Willen. 

2. Timotheus 2,22-26

Tageslese

 Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. 25 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden. 26 Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse? 27 Denn es wird geschehen, dass der Menschensohn kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und dann wird er einem jeden vergelten nach seinem Tun. 28 Wahrlich, ich sage euch: Es sind etliche unter denen, die hier stehen, die werden den Tod nicht schmecken, bis sie den Menschensohn kommen sehen in seinem Reich.

Matthäus 16,24-28

Gebet am Freitag

Wir danken Dir, HErr JEsu Christe, wahrer GOTT und Mensch, daß Du uns arme Sünder und verdammte Menschen ohn all unsere Werke, Verdienst und Würdigkeit durch Dein heiliges Leiden, Sterben und Blutvergießen erlöset hast.

O HErr JEsu Christe, wie groß ist Dein Leiden, wie schwer ist Deine Pein, wieviel ist Deiner Marter, wie tief sind Deine Wunden, wie bitter und schmerzlich ist Dein Tod. Wie unaussprechlich ist Deine Liebe, damit Du uns Deinem himmlischen Vater versöhnt hast, da Du am Ölberg blutigen Schweiß vor großer Todesangst geschwitzt hast, daß die Blutstropfen auf die Erde gefallen, und Du daselbst, von allen Deinen Jüngern verlassen, in die Hände der schnöden Juden und Gottlosen Schar Dich willig für uns gegeben, welche Dich hart und grausam gebunden, von einem ungerechten Richter zum anderen unbarmherzig geführt haben. Daselbst bist Du fälschlich verklagt und verurteilt, verspeit, verhöhnt und mit Fäusten ins Angesicht geschlagen worden. Du bist um unserer Missetat willen zerschlagen, gegeißelt, mit Dornen gekrönt und jämmerlich zugerichtet, wie ein armer Wurm, der nicht einem Menschen ähnlich gewesen. Denn Du warst der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit, also daß es auch ein heidnisch Herz erbarmt hat zu sagen: “Sehet, welch ein Mensch ist das !” Du bist von wegen unserer Missetat mitten unter zwei Übeltäter gerechnet und als ein Fluch aufgehängt, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, dazu in Deinem höchsten Durst mit Essig und Gallen getränkt, und mit großen Schmerzen hast Du Deinen Geist aufgegeben, auf daß Du unsere Schuld bezahltest, und wir durch Deine Wunden geheilt würden.

O HErr JEsu Christe, für diese und alle andere Deine Marter und Pein sagen wir Dir Lob und Dank und bitten Dich, laß Dein heilig bitter Leiden an uns nicht verloren sein, sondern gib, daß wir uns desselben zu jeder Zeit von Herzen trösten und rühmen, auch desselben zu jeder Zeit von Herzen trösten und rühmen, auch dasselbe also begehen und betrachten, daß alle böse Lust in uns ausgelöscht und gedämpft, dagegen aber alle Tugend eingepflanzt und gemehrt werde, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben, und Deinem uns gelassenen Vorbilde nachfolgen, in Deine Fußtapfen treten, das Übel mit Geduld ertragen und das Unrecht mit gutem Gewissen leiden. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.147)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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