Dies ist der Tag, den Gott gemacht

Lucas Cranach: Das liebe Jesulein an seiner hl. Mutter Brust

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

LKG S. 13f

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Matthäus 6,9-13

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte

Hilf, lieber Herre Gott: daß wir der neuen leiblichen Geburt Deines lieben Sohnes teilhaftig werden und bleiben, und unserer alten südlichen Geburt leid werden. Durch denselben unsern Herrn Jesum Christum, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geiste, ein wahrer Gott, lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

LKG S.139

Weihnachtslied

Dies ist der Tag, den Gott gemacht. sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesus Christ im Himmel und auf Erden ist.

Die Völker haben Dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, Dich, seinen Sohn.

Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermisst, daß Gottes Lieb unendlich ist.

Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst Du Dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil.

Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, Dich, Gott, Messias, bet ich an.

Du unser Heil und höchstes Gut, vereinest Dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier und Gottes Kinder werden wir.

Durch eines Sünde fiel die Welt, ein Mittler ists, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schützt, der in des Vaters Schoße sitzt?

Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied!

Dies ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht; ihn preise, was durch Jesus Christ im Himmel und auf Erden ist.

Christian Fürchtegott Gellert 1757 Musik: Martin Luther 1539 (LKG 109)

Fortlaufende Lese

Nachdem Jesus seine Rede vor dem Volk vollendet hatte, ging er nach Kapernaum.  2 Ein Hauptmann aber hatte einen Knecht, der ihm lieb und wert war; der lag todkrank.  3 Da er aber von Jesus hörte, sandte er Älteste der Juden zu ihm und bat ihn, zu kommen und seinen Knecht gesund zu machen.  4 Als sie aber zu Jesus kamen, baten sie ihn inständig und sprachen: Er ist es wert, dass du ihm dies erfüllst;  5 denn er hat unser Volk lieb, und die Synagoge hat er uns erbaut.  6 Da ging Jesus mit ihnen. Als er aber nicht mehr fern von dem Haus war, sandte der Hauptmann Freunde zu ihm und ließ ihm sagen: Ach, Herr, bemühe dich nicht; ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst;  7 darum habe ich auch mich selbst nicht für würdig geachtet, zu dir zu kommen; sondern sprich ein Wort, so wird mein Knecht gesund.  8 Denn auch ich bin ein Mensch, der einer Obrigkeit untersteht, und habe Soldaten unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh hin!, so geht er hin; und zu einem andern: Komm her!, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er’s.  9 Da Jesus das hörte, wunderte er sich über ihn und wandte sich um und sprach zu dem Volk, das ihm nachfolgte: Ich sage euch: Solchen Glauben habe ich auch in Israel nicht gefunden.  10 Und als die Boten wieder nach Hause kamen, fanden sie den Knecht gesund. 

Lukas 7:1-10

Morgenlese

Sieh, ich habe euch gelehrt Gebote und Rechte, wie mir der HERR, mein Gott, geboten hat, dass ihr danach tun sollt im Lande, in das ihr kommen werdet, um es einzunehmen. 6 So haltet sie nun und tut sie! Denn darin zeigt sich den Völkern eure Weisheit und euer Verstand. Wenn sie alle diese Gebote hören werden, dann müssen sie sagen: Was für weise und verständige Leute sind das, ein herrliches Volk! 7 Denn wo ist so ein herrliches Volk, dem Götter so nahe sind wie uns der HERR, unser Gott, sooft wir ihn anrufen? 8 Und wo ist so ein großes Volk, das so gerechte Ordnungen und Gebote hat wie dies ganze Gesetz, das ich euch heute vorlege? 9 Hüte dich nur und bewahre deine Seele gut, dass du nicht vergisst, was deine Augen gesehen haben, und dass es nicht aus deinem Herzen kommt dein ganzes Leben lang. Und du sollst deinen Kindern und Kindeskindern kundtun 10 den Tag, da du vor dem HERRN, deinem Gott, standest an dem Berge Horeb, als der HERR zu mir sagte: Versammle mir das Volk, dass ich sie meine Worte hören lasse und sie mich fürchten lernen alle Tage ihres Lebens auf Erden und ihre Kinder lehren. 11 Da tratet ihr herzu und standet unten an dem Berge; der Berg aber stand in Flammen bis in den Himmel hinein, und da war Finsternis, Wolken und Dunkel. 12 Und der HERR redete mit euch mitten aus dem Feuer. Den Klang der Worte hörtet ihr, aber ihr saht keine Gestalt, nur eine Stimme war da. 13 Und er verkündigte euch seinen Bund, den er euch gebot zu halten, nämlich die Zehn Worte, und schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln. 

5. Mose 4,5-13 (Deuteronomium)

Abendlese

Und es begab sich, als Jesus diese Rede vollendet hatte, machte er sich auf aus Galiläa und kam in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordans; 2 und eine große Menge folgte ihm, und er heilte sie dort. 3 Da traten Pharisäer zu ihm und versuchten ihn und sprachen: Ist’s erlaubt, dass sich ein Mann aus irgendeinem Grund von seiner Frau scheidet? 4 Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer sie am Anfang schuf als Mann und Frau 5 und sprach: »Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein«? 6 So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch[1]. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden! 7 Sie sprachen zu ihm: Warum hat dann Mose geboten, ihr einen Scheidebrief zu geben und sich von ihr zu scheiden? 8 Er sprach zu ihnen: Mose hat euch erlaubt, euch zu scheiden von euren Frauen, eures Herzens Härte wegen; von Anfang an aber ist’s nicht so gewesen.

Matthäus 19,1-8

Bekenntnislese

Hier wollen aber alle Verständigen sehen, was aus der Widersacher Lehre folgen wollte. Denn so wir halten werden, daß Christus allein uns primam gratiam, das ist, die erst Gnade, verdient hätte (wie sie es nennen), und wir hernach durch unsere Werke erst das ewige Leben müßten verdienen, so werden die Herzen oder Gewissen weder in der Todesstunde noch sonst nimmermehr zufrieden werden, werden nimmermehr bauen können auf gewissen Grund, werden nimmer gewiß, ob uns Gott gnädig wäre. Also führt ihre Lehre die Gewissen ohne Unterlaß auf eitel Herzeleid und endlich auf Verzweiflung. Denn Gottes Gesetz ist nicht ein Scherz; das klagt die Gewissen an außer Christo ohne Unterlaß, wie Paulus sagt Röm. 4, 15: „Das Gesetz richtet Zorn an.“ Also dann, wenn die Gewissen Gottes Urteil fühlen und haben keinen gewissen Trost, fallen sie dahin in Verzweiflung.

Paulus sagt Röm. 14, 23: „Alles, was nicht aus dem Glauben ist, das ist Sünde.“ Diejenigen aber können nichts aus Glauben tun, die dann sollen einen gnädigen Gott erst bekommen, wenn sie mit ihren Werken das Gesetz erfüllt haben. Denn sie werden allezeit wanken und zweifeln, ob sie Werke genug getan haben, ob des Gesetz genug geschehen sei. Ja, sie werden stark fühlen und empfinden, daß sie noch dem Gesetz schuldig seien; darum werden sie nimmermehr bei sich gewiß halten, daß sie einen gnädigen Gott haben, oder daß ihr Gebet erhört werde. Derhalben können sie Gott nimmer recht lieben, auch nichts Gutes sich zu Gott versehen oder Gott recht dienen. Denn was sind doch solche Herzen und Gewissen anders denn die Hölle selbst, so nichts anderes in solchen Herzen ist denn eitel Zweifeln, eitel Verzagen, eitel Murren, Verdrieß und Haß wider Gott. Und in dem Haß rufen sie doch gleichwohl Gott heuchlerisch an, wie der gottlose König Saul tat.

Hier können wir uns berufen auf alle christlichen Gewissen und alle diejenigen, die Anfechtungen versucht haben; die müssen bekennen und sagen, daß solche große Ungewißheit, solche Unruhe, solche Qual und Angst, solch schrecklich Zagen und Verzweiflung aus solcher Lehre der Widersacher folgt, da sie lehren oder wähnen, daß wir durch unsere Werke oder Erfüllung des Gesetzes, so wir tun, vor Gott gerecht werden, und weisen uns den Holzweg, zu vertrauen nicht auf die reichen, seligen Zusagungen der Gnade, welche uns durch den Mittler Christum werden angeboten, sondern auf unsere elenden Werke.

Darum bleibt dieser Beschluß wie eine Mauer, ja wie ein Fels feststehen, daß wir schon angefangen haben, das Gesetz zu tun, dennoch nicht um solcher Werke willen, sondern um Christus’ willen durch den Glauben Gott angenehm sind und mit Gott Frieden haben, und ist uns Gott für dieselben Werke nicht schuldig das ewige Leben, sondern gleichwie uns Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit um Christus’ willen, nicht um unserer Werke oder des Gesetzes willen, wird zugerechnet, also wird uns auch nicht um unserer Werke willen noch um des Gesetzes willen, sondern um Christus’ willen samt der Gerechtigkeit ewiges Leben angeboten, wie denn Christus sagt Joh. 6, 40: „Das ist der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, daß ein jeglicher, der den Sohn siehet und glaubet an ihn, habe das ewige Leben“; item V. 47: „Der da glaubet in den Sohn, hat des ewige Leben.“

Nun sind hier wohl die Widersacher zu fragen, was sie doch den armen Gewissen in der Todesstunde für Rat geben; ob sie die Gewissen vertrösten, daß sie sollen wohl fahren, selig werden, einen gnädigen Gott haben um ihres eigenen Verdienstes willen oder aus Gottes Gnade und Barmherzigkeit um Christus’ willen. Denn St. Peter, St. Paul und dergleichen Heilige können nicht rühmen, daß ihnen Gott für ihre Marter das ewige Leben schuldig sei, haben auch nicht auf ihre Werke vertraut, sondern auf der Barmherzigkeit, in Christo verheißen.

Und es wäre auch nicht möglich, daß ein heiligen, wie groß und hoch er ist, wider des Anklagen göttliches Gesetzes, wider die große Macht des Teufels, wider die Schrecken das Todes und endlich wider die Verzweiflung und Angst der Hölle sollte bleiben oder bestehen können, wenn er nicht die göttliche Zusage, das Evangelium, wie einen Baum oder Zweig ergriffe in der großen Flut, in dem starken, gewaltigen Strome, unter den Wellen und Wogen der Todesangst, wenn er nicht durch den Glauben sich an das Wort, welches Gnade verkündigt, hielte, und also ohne alle Werke, ohne Gesetz, lauter aus Gnaden, das ewige Leben erlangte. Den diese Lehre allein erhält die christlichen Gewissen in Anfechtungen und Todesängsten, von welchen die Widersacher nichts wissen und reden davon wie der Blinde von der Farbe.

Hier werden sie aber sagen: So wir aus lauter Barmherzigkeit sollen selig werden, was ist dann für ein Unterschied unter denen, die da selig werden, und die da nicht selig werden? Gilt kein Verdienst, so ist kein Unterschied unter Bösen und Guten und folgt, daß sie zugleich selig werden. Das Argument hat die Scholastiker bewegt, daß sie haben erfunden das meritum condigni; denn es muß ein Unterschied unter denen sein, die da selig werden und die verdammt werden.

Für das erst aber sagen wir, daß das ewige Leben gehöre denen, die Gott gerecht schätzt, und wenn sie sind gerecht geschätzt, sind sie damit Gottes Kinder und Christi Miterben geworden, wie Paulus zu den Römern am 8, 30 sagt: „Welche er hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht.“ Darum wird niemand selig denn allein, die da glauben dem Evangelio. Wie aber unsere Versöhnung gegen Gott ungewiß wäre, wenn sie sollte auf unsern Werken stehen und nicht auf Gottes gnädiger Verheißung, welche nicht fehlen kann, also auch wäre alles ungewiß, was wir durch die Hoffnung erwarten, wenn sie sollte gebaut sein auf unser Verdienst und Werke. Denn Gottes Gesetz klagt das Gewissen an ohne Unterlaß, und wir fühlen im Herzen nichts anderes denn diese Stimme aus der Wolke und Feuerflammen, Deut. am 5, 6ff.: „Ich bin der Herr, dein Gott; das sollst du tun, das bist du schuldig, das will ich haben“ usw. Und kein Gewissen kann Ruhe haben einen Augenblick, wenn das Gesetz und Moses im Herzen drängt, ehe es Christum ergreift durch den Glauben. Es kann auch nicht recht hoffen das ewige Leben, es sei denn erst zur Ruhe gekommen. Denn ein Gewissen, das da zweifelt, das flieht vor Gott und verzweifelt und kann nicht hoffen. Nun muß aber die Hoffnung des ewigen Lebens gewiß sein. Damit sie nun nicht wanke, sondern gewiß sei, so müssen wir glauben, daß wir das ewige Leben haben nicht durch unsere Werke oder Verdienst, sondern aus lauter Gnade, durch den Glauben an Christum.

In Welthändeln und in den weltlichen Gerichtsstühlen, das ist zweierlei, Gnade und Recht. Recht ist durch die Gesetze und Urteil gewiß, Gnade ist ungewiß. Hier vor Gott ist’s ein ander Ding; denn die Gnade und Barmherzigkeit ist durch ein gewiß Wort zugesagt, und das Evangelium ist das Wort, das uns gebietet zu glauben, daß uns Gott gnädig sei und selig machen wolle um Christus’ willen, wie der Text lautet, Joh. 3, 17: „Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt geschickt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt selig werde durch ihn. Wer in ihn glaubet, der wird nicht gerichtet.“

Sooft als man nun redet von Barmherzigkeit, so ist’s also zu verstehen, daß Glaube gefordert wird, und derselbe Glaube, der macht den Unterschied unter denen, die selig, und unter denen, die verdammt werden, unter Würdigen und Unwürdigen. Denn das ewige Leben ist niemand zugesagt denn den Versöhnten in Christo, Der Glaube aber versöhnt und macht uns gerecht vor Gott, wenn und zu welcher Zeit wir die Zusage durch den Glauben ergreifen. Und das ganze Leben durch sollen wir Gott bitten und uns fleißigen, daß wir den Glauben bekommen und in dem Glauben zunehmen. Denn, wie oben gesagt ist, der Glaube ist, wo Buße ist, und ist nicht in denen, die nach dem Fleisch wandeln. Derselbe Glaube soll auch durch allerlei Anfechtungen das ganze Leben durch wachsen und zunehmen. Und welche den Glauben erlangen, die werden neugeboren, daß sie auch ein neu Leben führen und gute Werke tun.

Wie wir nun sagen, daß die rechte Buße soll das ganze Leben durch währen, also sagen wir auch, daß die guten Werke und Früchte des Glaubens das ganze Leben durch geschehen sollen; wiewohl unsere Werke nimmermehr so teuer werden, daß sie sollten dem Schatze Christi gleich sein oder das ewige Leben verdienen. Wie auch Christus sagt Luk 17, 10: „wenn ihr alles getan habt, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte.“ Und St. Bernhardus sagt recht: „Es ist not, und du mußt erst glauben, daß du Vergebung der Sünden nicht haben könnest denn allein durch Gottes Gnade, und danach, daß du auch sonst hernach kein gut Werk haben und tun könnest, wenn dir dasselbe auch nicht ohne Verdienst gegeben wird.“ Und bald hernach: „Niemand wolle sich selbst verführen; denn wenn du würdest recht die Sache bedenken, so würdest du ohne Zweifel finden, daß du mit zehntausend nicht könnest entgegenkommen dem, der dir mit zwanzigtausend begegnet“ usw. Das sind je starke Sprüche St. Bernhardi; sie möchten doch denselben glauben, ob sie uns nicht glauben wollten.

Darum damit die Herzen einen rechten, gewissen Trost und Hoffnung haben mögen, so weisen wir sie, wie Paulus tut, auf die göttliche Zusage der Gnade in Christo und lehren, daß man müsse glauben, daß Gott nicht um unserer Werke, nicht um Erfüllung des Gesetzes willen, uns das ewige Leben gibt, sondern um Christus’ willen; wie Johannes der Apostel in seiner Epistel spricht, 1 Joh. 5, 12: „Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn nicht hat, der hat nicht das Leben.“

Hier haben die Widersacher ihre große Kunst trefflich bewiesen und den Spruch Christi verkehrt: „Wenn ihr alles getan habt, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte.“ Ziehen ihn von Werken auf Glauben, sagen vielmehr, wenn wir alles glauben, sind wir unnütze Knechte.

Das sind je schändlich Sophisten, die die tröstliche Lehre vom Glauben so gar verkehren. Sagt, ihr Esel, wenn einer da liegt am Tode und fühlt, daß er kein Werk hat, das vor Gottes Gericht genug sei, und kann auf kein Werk vertrauen, was wollt ihr demselben raten? Wollt ihr ihm auch sagen: Wenn du schon glaubst, so bist du doch ein unnützer Knecht, und hilft dir nichts? Da muß das arme Gewissen in Verzweiflung fallen, wenn es nicht weiß, daß das Evangelium den Glauben eben darum fordert, dieweil wir untüchtige Knechte sind und nicht Verdienst haben. Darum soll man sich hüten vor den Sophisten, so die Worte Christi also lästerlich verkehren.

Denn es folgt nicht: Die Werke helfen nicht, darum hilft der Glaube auch nicht. Wir müssen den groben Eseln ein grob Exempel geben. Es folgt nicht: Der Heller hilft nicht, darum hilft der Gulden auch nicht. Also, wie der Gulden viel höher und stärker ist denn der Heller, soll man verstehen, daß Glaube viel höher und stärker ist denn Werke. Nicht, daß Glaube helfe um seiner Würdigkeit willen, sondern darum, daß er auf Gottes Verheißung und Barmherzigkeit vertraut. Glaube ist stark, nicht um seiner Würdigkeit willen, sondern von wegen der göttlichen Verheißung. Und darum verbietet er nicht Vertrauen auf Gottes Verheißung. Ja, er fordert dasselbe Vertrauen auf Gottes Verheißung eben darum, dieweil wir untüchtige Knechte sind und die Werke nicht helfen können. Derhalben ziehen die Bösewichter die Worte Christi unrecht von Vertrauen eigener Würdigkeit auf Vertrauen göttlicher Zusage. Damit ist ihre Sophisterei klar widerlegt und aufgelöst. Der Herr Christus wolle die Sophisten, so sein heiliges Wort also zerreißen, bald zuschanden machen! Amen.

Apologie IV,329-343

Segen

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.  Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.  Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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Jauchzet, Ihr Himmel, frohlocket Ihr Engel in Chören

Das liebe Jesulein von Lucas Cranach

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

LKG S. 13f

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Matthäus 6,9-13

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Weihnachtslied

Jauchzet Ihr Himmel, frohlocket, Ihr Engel, in Chören, singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! Sehet doch da: Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren.

Jauchzet, Ihr Himmel, frohlocket, Ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden!

Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget; sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget! Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget.

Gott ist im Fleische: wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen. Gehet hinein, eins mit dem Kinde zu sein, die Ihr zum Vater wollt gehen.

Hast Du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken? Du willst Dich selber, Dein Herze der Liebe, mir schenken. Sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken?

König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde: Du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde.

Süßer Immanuel, werd auch in mir nun geboren, komm doch, mein Heiland, denn ohne Dich bin ich verloren! Wohne in mir, mach ganz eins mich mit Dir, der Du mich liebend erkoren.

Gerhard Tersteegen 1731 (LKG 108)

Fortlaufende Lese

Denn es gibt keinen guten Baum, der faule Frucht trägt, noch einen faulen Baum, der gute Frucht trägt.  44 Ein jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt. Denn man pflückt nicht Feigen von den Dornen, auch liest man nicht Trauben von den Hecken.  45 Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser bringt Böses hervor aus dem bösen. Denn wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.  46 Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage?  

47 Wer zu mir kommt und hört meine Rede und tut sie – ich will euch zeigen, wem er gleicht.  48 Er gleicht einem Menschen, der ein Haus baute und grub tief und legte den Grund auf Fels. Als aber eine Wasserflut kam, da riss der Fluss an dem Haus und konnte es nicht erschüttern; denn es war gut gebaut.  49 Wer aber hört und nicht tut, der gleicht einem Menschen, der ein Haus baute auf die Erde, ohne Grund zu legen; und der Fluss riss an ihm, und es fiel gleich zusammen, und der Einsturz dieses Hauses war gewaltig. 

Lukas 6,43-49

Morgenlese

Johannes zeugt von ihm und ruft: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. 16 Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. 17 Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. 18 Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat es verkündigt. 

Johannes 1,15-18

Abendlese

Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg. Und er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. 2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: 3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. 4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. 5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen[1]. 6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. 7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. 8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. 9 Selig sind, die Frieden stiften[2]; denn sie werden Gottes Kinder heißen. 10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. 11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und allerlei Böses gegen euch reden und dabei lügen. 12 Seid fröhlich und jubelt; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind. 

Matthäus 5,1-12

Bekenntnislese

Aus diesem allem ist leichtlich zu verstehen, was man halten soll vom merito condigni, da die Widersacher erdichten, daß wir vor Gott gerecht sind durch die Liebe und unsere Werke. Da gedenken sie nicht einmal des Glaubens und anstatt des Mittlers Christi setzen sie unsere Werke, unsere Erfüllung des Gesetzes; das ist in keinem Weg zu leiden.

Denn wiewohl wir oben gesagt, so die neue Geburt ist durch Geist und Gnade, da folgt auch gewißlich die Liebe, so soll man doch die Ehre Christi nicht unsern Werken geben; sondern das ist gewiß, daß wir vor und nach, wenn wir zu dem Evangelio kommen, gerecht geschätzt werden um Christus’ willen, und der Christus bleibt der Mittler und Versöhner vor wie nach, nach als vor, und durch Christum haben wir einen Zugang zu Gott, nicht darum, daß wir das Gesetz gehalten haben und viel Gutes getan, sondern daß wir so fröhlich, getrost auf Gnade bauen und so gewiß uns verlassen, daß wir aus Gnaden um Christus’ willen gerecht vor Gott geschätzt werden. Und das lehrt, predigt, bekennt die heilige catholica, christliche Kirche, daß wir selig werden durch Barmherzigkeit, wie wir oben haben angezogen aus Hieronymo.

Unsere Gerechtigkeit steht nicht auf eigenem Verdienst, sondern auf Gottes Barmherzigkeit, und dieselbe Barmherzigkeit faßt man durch den Glauben.

Hier wollen aber alle Verständigen sehen, was aus der Widersacher Lehre folgen wollte. Denn so wir halten werden, daß Christus allein uns primam gratiam, das ist, die erst Gnade, verdient hätte (wie sie es nennen), und wir hernach durch unsere Werke erst das ewige Leben müßten verdienen, so werden die Herzen oder Gewissen weder in der Todesstunde noch sonst nimmermehr zufrieden werden, werden nimmermehr bauen können auf gewissen Grund, werden nimmer gewiß, ob uns Gott gnädig wäre. Also führt ihre Lehre die Gewissen ohne Unterlaß auf eitel Herzeleid und endlich auf Verzweiflung. Denn Gottes Gesetz ist nicht ein Scherz; das klagt die Gewissen an außer Christo ohne Unterlaß, wie Paulus sagt Röm. 4, 15: „Das Gesetz richtet Zorn an.“ Also dann, wenn die Gewissen Gottes Urteil fühlen und haben keinen gewissen Trost, fallen sie dahin in Verzweiflung.

Paulus sagt Röm. 14, 23: „Alles, was nicht aus dem Glauben ist, das ist Sünde.“ Diejenigen aber können nichts aus Glauben tun, die dann sollen einen gnädigen Gott erst bekommen, wenn sie mit ihren Werken das Gesetz erfüllt haben. Denn sie werden allezeit wanken und zweifeln, ob sie Werke genug getan haben, ob des Gesetz genug geschehen sei. Ja, sie werden stark fühlen und empfinden, daß sie noch dem Gesetz schuldig seien; darum werden sie nimmermehr bei sich gewiß halten, daß sie einen gnädigen Gott haben, oder daß ihr Gebet erhört werde. Derhalben können sie Gott nimmer recht lieben, auch nichts Gutes sich zu Gott versehen oder Gott recht dienen. Denn was sind doch solche Herzen und Gewissen anders denn die Hölle selbst, so nichts anderes in solchen Herzen ist denn eitel Zweifeln, eitel Verzagen, eitel Murren, Verdrieß und Haß wider Gott. Und in dem Haß rufen sie doch gleichwohl Gott heuchlerisch an, wie der gottlose König Saul tat.

Hier können wir uns berufen auf alle christlichen Gewissen und alle diejenigen, die Anfechtungen versucht haben; die müssen bekennen und sagen, daß solche große Ungewißheit, solche Unruhe, solche Qual und Angst, solch schrecklich Zagen und Verzweiflung aus solcher Lehre der Widersacher folgt, da sie lehren oder wähnen, daß wir durch unsere Werke oder Erfüllung des Gesetzes, so wir tun, vor Gott gerecht werden, und weisen uns den Holzweg, zu vertrauen nicht auf die reichen, seligen Zusagungen der Gnade, welche uns durch den Mittler Christum werden angeboten, sondern auf unsere elenden Werke.

Darum bleibt dieser Beschluß wie eine Mauer, ja wie ein Fels feststehen, daß wir schon angefangen haben, das Gesetz zu tun, dennoch nicht um solcher Werke willen, sondern um Christus’ willen durch den Glauben Gott angenehm sind und mit Gott Frieden haben, und ist uns Gott für dieselben Werke nicht schuldig das ewige Leben, sondern gleichwie uns Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit um Christus’ willen, nicht um unserer Werke oder des Gesetzes willen, wird zugerechnet, also wird uns auch nicht um unserer Werke willen noch um des Gesetzes willen, sondern um Christus’ willen samt der Gerechtigkeit ewiges Leben angeboten, wie denn Christus sagt Joh. 6, 40: „Das ist der Wille des Vaters, der mich gesandt hat, daß ein jeglicher, der den Sohn siehet und glaubet an ihn, habe das ewige Leben“; item V. 47: „Der da glaubet in den Sohn, hat des ewige Leben.“

Nun sind hier wohl die Widersacher zu fragen, was sie doch den armen Gewissen in der Todesstunde für Rat geben; ob sie die Gewissen vertrösten, daß sie sollen wohl fahren, selig werden, einen gnädigen Gott haben um ihres eigenen Verdienstes willen oder aus Gottes Gnade und Barmherzigkeit um Christus’ willen. Denn St. Peter, St. Paul und dergleichen Heilige können nicht rühmen, daß ihnen Gott für ihre Marter das ewige Leben schuldig sei, haben auch nicht auf ihre Werke vertraut, sondern auf der Barmherzigkeit, in Christo verheißen.

Und es wäre auch nicht möglich, daß ein heiligen, wie groß und hoch er ist, wider des Anklagen göttliches Gesetzes, wider die große Macht des Teufels, wider die Schrecken das Todes und endlich wider die Verzweiflung und Angst der Hölle sollte bleiben oder bestehen können, wenn er nicht die göttliche Zusage, das Evangelium, wie einen Baum oder Zweig ergriffe in der großen Flut, in dem starken, gewaltigen Strome, unter den Wellen und Wogen der Todesangst, wenn er nicht durch den Glauben sich an das Wort, welches Gnade verkündigt, hielte, und also ohne alle Werke, ohne Gesetz, lauter aus Gnaden, das ewige Leben erlangte. Den diese Lehre allein erhält die christlichen Gewissen in Anfechtungen und Todesängsten, von welchen die Widersacher nichts wissen und reden davon wie der Blinde von der Farbe.

Hier werden sie aber sagen: So wir aus lauter Barmherzigkeit sollen selig werden, was ist dann für ein Unterschied unter denen, die da selig werden, und die da nicht selig werden? Gilt kein Verdienst, so ist kein Unterschied unter Bösen und Guten und folgt, daß sie zugleich selig werden. Das Argument hat die Scholastiker bewegt, daß sie haben erfunden das meritum condigni; denn es muß ein Unterschied unter denen sein, die da selig werden und die verdammt werden.

Für das erst aber sagen wir, daß das ewige Leben gehöre denen, die Gott gerecht schätzt, und wenn sie sind gerecht geschätzt, sind sie damit Gottes Kinder und Christi Miterben geworden, wie Paulus zu den Römern am 8, 30 sagt: „Welche er hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht.“ Darum wird niemand selig denn allein, die da glauben dem Evangelio. Wie aber unsere Versöhnung gegen Gott ungewiß wäre, wenn sie sollte auf unsern Werken stehen und nicht auf Gottes gnädiger Verheißung, welche nicht fehlen kann, also auch wäre alles ungewiß, was wir durch die Hoffnung erwarten, wenn sie sollte gebaut sein auf unser Verdienst und Werke. Denn Gottes Gesetz klagt das Gewissen an ohne Unterlaß, und wir fühlen im Herzen nichts anderes denn diese Stimme aus der Wolke und Feuerflammen, Deut. am 5, 6ff.: „Ich bin der Herr, dein Gott; das sollst du tun, das bist du schuldig, das will ich haben“ usw. Und kein Gewissen kann Ruhe haben einen Augenblick, wenn das Gesetz und Moses im Herzen drängt, ehe es Christum ergreift durch den Glauben. Es kann auch nicht recht hoffen das ewige Leben, es sei denn erst zur Ruhe gekommen. Denn ein Gewissen, das da zweifelt, das flieht vor Gott und verzweifelt und kann nicht hoffen. Nun muß aber die Hoffnung des ewigen Lebens gewiß sein. Damit sie nun nicht wanke, sondern gewiß sei, so müssen wir glauben, daß wir das ewige Leben haben nicht durch unsere Werke oder Verdienst, sondern aus lauter Gnade, durch den Glauben an Christum.

In Welthändeln und in den weltlichen Gerichtsstühlen, das ist zweierlei, Gnade und Recht. Recht ist durch die Gesetze und Urteil gewiß, Gnade ist ungewiß. Hier vor Gott ist’s ein ander Ding; denn die Gnade und Barmherzigkeit ist durch ein gewiß Wort zugesagt, und das Evangelium ist das Wort, das uns gebietet zu glauben, daß uns Gott gnädig sei und selig machen wolle um Christus’ willen, wie der Text lautet, Joh. 3, 17: „Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt geschickt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt selig werde durch ihn. Wer in ihn glaubet, der wird nicht gerichtet.“

Sooft als man nun redet von Barmherzigkeit, so ist’s also zu verstehen, daß Glaube gefordert wird, und derselbe Glaube, der macht den Unterschied unter denen, die selig, und unter denen, die verdammt werden, unter Würdigen und Unwürdigen. Denn das ewige Leben ist niemand zugesagt denn den Versöhnten in Christo, Der Glaube aber versöhnt und macht uns gerecht vor Gott, wenn und zu welcher Zeit wir die Zusage durch den Glauben ergreifen. Und das ganze Leben durch sollen wir Gott bitten und uns fleißigen, daß wir den Glauben bekommen und in dem Glauben zunehmen. Denn, wie oben gesagt ist, der Glaube ist, wo Buße ist, und ist nicht in denen, die nach dem Fleisch wandeln. Derselbe Glaube soll auch durch allerlei Anfechtungen das ganze Leben durch wachsen und zunehmen. Und welche den Glauben erlangen, die werden neugeboren, daß sie auch ein neu Leben führen und gute Werke tun.

Wie wir nun sagen, daß die rechte Buße soll das ganze Leben durch währen, also sagen wir auch, daß die guten Werke und Früchte des Glaubens das ganze Leben durch geschehen sollen; wiewohl unsere Werke nimmermehr so teuer werden, daß sie sollten dem Schatze Christi gleich sein oder das ewige Leben verdienen. Wie auch Christus sagt Luk 17, 10: „wenn ihr alles getan habt, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte.“ Und St. Bernhardus sagt recht: „Es ist not, und du mußt erst glauben, daß du Vergebung der Sünden nicht haben könnest denn allein durch Gottes Gnade, und danach, daß du auch sonst hernach kein gut Werk haben und tun könnest, wenn dir dasselbe auch nicht ohne Verdienst gegeben wird.“ Und bald hernach: „Niemand wolle sich selbst verführen; denn wenn du würdest recht die Sache bedenken, so würdest du ohne Zweifel finden, daß du mit zehntausend nicht könnest entgegenkommen dem, der dir mit zwanzigtausend begegnet“ usw. Das sind je starke Sprüche St. Bernhardi; sie möchten doch denselben glauben, ob sie uns nicht glauben wollten.

Darum damit die Herzen einen rechten, gewissen Trost und Hoffnung haben mögen, so weisen wir sie, wie Paulus tut, auf die göttliche Zusage der Gnade in Christo und lehren, daß man müsse glauben, daß Gott nicht um unserer Werke, nicht um Erfüllung des Gesetzes willen, uns das ewige Leben gibt, sondern um Christus’ willen; wie Johannes der Apostel in seiner Epistel spricht, 1 Joh. 5, 12: „Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn nicht hat, der hat nicht das Leben.“

Hier haben die Widersacher ihre große Kunst trefflich bewiesen und den Spruch Christi verkehrt: „Wenn ihr alles getan habt, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte.“ Ziehen ihn von Werken auf Glauben, sagen vielmehr, wenn wir alles glauben, sind wir unnütze Knechte.

Das sind je schändlich Sophisten, die die tröstliche Lehre vom Glauben so gar verkehren. Sagt, ihr Esel, wenn einer da liegt am Tode und fühlt, daß er kein Werk hat, das vor Gottes Gericht genug sei, und kann auf kein Werk vertrauen, was wollt ihr demselben raten? Wollt ihr ihm auch sagen: Wenn du schon glaubst, so bist du doch ein unnützer Knecht, und hilft dir nichts? Da muß das arme Gewissen in Verzweiflung fallen, wenn es nicht weiß, daß das Evangelium den Glauben eben darum fordert, dieweil wir untüchtige Knechte sind und nicht Verdienst haben. Darum soll man sich hüten vor den Sophisten, so die Worte Christi also lästerlich verkehren.

Denn es folgt nicht: Die Werke helfen nicht, darum hilft der Glaube auch nicht. Wir müssen den groben Eseln ein grob Exempel geben. Es folgt nicht: Der Heller hilft nicht, darum hilft der Gulden auch nicht. Also, wie der Gulden viel höher und stärker ist denn der Heller, soll man verstehen, daß Glaube viel höher und stärker ist denn Werke. Nicht, daß Glaube helfe um seiner Würdigkeit willen, sondern darum, daß er auf Gottes Verheißung und Barmherzigkeit vertraut. Glaube ist stark, nicht um seiner Würdigkeit willen, sondern von wegen der göttlichen Verheißung. Und darum verbietet er nicht Vertrauen auf Gottes Verheißung. Ja, er fordert dasselbe Vertrauen auf Gottes Verheißung eben darum, dieweil wir untüchtige Knechte sind und die Werke nicht helfen können. Derhalben ziehen die Bösewichter die Worte Christi unrecht von Vertrauen eigener Würdigkeit auf Vertrauen göttlicher Zusage. Damit ist ihre Sophisterei klar widerlegt und aufgelöst. Der Herr Christus wolle die Sophisten, so sein heiliges Wort also zerreißen, bald zuschanden machen! Amen.

Apologie IV,316-328

Segen

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.  Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.  Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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Wunderbarer Gnadenthron, Gottes und Marien Sohn

Marktplatz Kazimierz (Kasimir) Stadtteil von Krakau, Polen von Wladyslaw Chmielinski (1911-1979)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

LKG S. 13f

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Matthäus 6,9-13

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Wunderbarer Gnadenthron, Gottes und Marien Sohn, Gott und Mensch, ein kleines Kind, das man in der Krippe findt, großer Held von Ewigkeit, dessen Macht und Herrlichkeit rühmt die ganze Christenheit:

Du bist arm und nachst zugleich uns an Leid und Seele reich. Du wirst klein, Du großer Gott, und machst Höll und Tod zu Spott. Aller Welt wird offenbar, ja auch Deiner Feinde Schar, daß Du, Gott, bist wunderbar.

Laß mir Deine Güt und Treu täglich werden immer neu. Gott, mein Gott, verlaß mich nicht, wenn mich Not und Tod anficht. Laß mich Deine Herrlichkeit, deine Wundergütigkeit schauen in der Ewigkeit.

Johann Olearius 1665 (LKG 107)

Fortlaufende Lese

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.  37 Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben.  38 Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch zumessen.  39 Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann denn ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen?  40 Ein Jünger steht nicht über dem Meister; wer aber alles gelernt hat, der ist wie sein Meister.  41 Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge, aber den Balken im eigenen Auge nimmst du nicht wahr?  42 Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, danach kannst du sehen und den Splitter aus deines Bruders Auge ziehen. 

Lukas 6,36-42

Morgenlese

Und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie und sie redeten in Zungen und weissagten. 7 Es waren aber zusammen etwa zwölf Männer. 8 Er ging aber in die Synagoge und predigte frei und offen drei Monate lang, lehrte und überzeugte sie von dem Reich Gottes. 9 Als aber einige verstockt waren und nicht glaubten und vor der Menge übel redeten von dem Weg[1], trennte er sich von ihnen und sonderte auch die Jünger ab und redete täglich in der Schule des Tyrannus. 10 Und das geschah zwei Jahre lang, sodass alle, die in der Provinz Asia wohnten, das Wort des Herrn hörten, Juden und Griechen.

Apostelgeschichte 19,6-10

Abendlese

Und Gott redete alle diese Worte: 2 Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. 3 Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. 4 Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis[1] machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: 5 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, 6 aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten. 7 Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. 8 Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst. 9 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. 10 Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. 11 Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn. 12 Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird. 13 Du sollst nicht töten. 14 Du sollst nicht ehebrechen. 15 Du sollst nicht stehlen. 16 Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. 17 Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat. 18 Und alles Volk sah den Donner und die Blitze und den Ton der Posaune und den Berg rauchen. Als sie aber solches sahen, flohen sie und blieben in der Ferne stehen 19 und sprachen zu Mose: Rede du mit uns, wir wollen hören; aber lass Gott nicht mit uns reden, wir könnten sonst sterben. 20 Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht, denn Gott ist gekommen, euch zu versuchen, damit ihr’s vor Augen habt, wie er zu fürchten sei, und ihr nicht sündigt. 21 So stand das Volk von ferne, aber Mose nahte sich dem Dunkel, darinnen Gott war. 

2. Mose (Exodus) 20,1-21

Bekenntnislese

Was nun auf andere dergleichen mehr Sprüche zu antworten sei, ist leichtlich abzunehmen aus diesem, so wir erklärt haben. Denn die Regel legt aus alle Sprüche von guten Werken, daß sie außer Christo vor Gott nichts gelten, sondern das Herz muß zuvor Christum haben und glauben, daß es Gott gefalle um Christus’ willen, nicht von wegen eigener Werke. Die Widersacher führen auch etliche Schulargumente, darauf leichtlich zu antworten ist, wenn man weiß, was Glaube ist. Erfahrene Christen reden viel anders vom Glauben denn die Sophisten, wie wir droben angezeigt, daß glauben heißt vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit, daß er gnädig sein wolle um Christus’ willen, ohne unser Verdienst, und das heißt glauben den Artikel: Vergebung der Sünde. Dieser Glaube ist nicht allein die Historia wissen, die auch die Teufel wissen. Darum ist das Schulargument leichtlich aufzulösen, daß sie sprechen, die Teufel glauben auch, darum mache der Glaube nicht gerecht. Ja, die Teufel wissen die Historia, glauben aber nicht Vergebung der Sünden. Item, daß sie sprechen, gerecht sein heißt Gehorsam; nun ist ja Werke tun ein Gehorsam, darum müssen die Werke gerecht machen. Darauf soll man also antworten: Gerecht sein heißt ein solcher Gehorsam, den Gott dafür annimmt. Nun will Gott unsern Gehorsam in Werken nicht annehmen für Gerechtigkeit; denn es ist nicht ein herzlicher Gehorsam, dieweil niemand das Gesetz recht hält. Darum hat er einen andern Gehorsam geordnet, den er will für Gerechtigkeit annehmen, nämlich daß wir unsern Ungehorsam erkennen und vertrauen, wir gefallen Gott um Christus’ willen, nicht von wegen unsers Gehorsams. Derhalben heißt nun hier gerecht sein, Gott angenehm sein, nicht von wegen eigenen Gehorsams, sondern aus Barmherzigkeit, um Christus’ willen. Item. Sünde ist Gott hassen, darum muß Gerechtigkeit sein, Gott lieben. Wahr ist’s Gott lieben ist Gerechtigkeit des Gesetzes; aber dieses Gesetz erfüllt niemand. Darum lehrt das Evangelium eine neue Gerechtigkeit, daß wir um Christus’ willen Gott gefallen, ob wir schon das Gesetz nicht erfüllen, und sollen doch anheben, das Gesetz zu tun. Item, was ist der Unterschied zwischen Glauben und Hoffen? Antwort: Hoffnung wartet künftiger Güter und Rettung aus der Trübsal; Glaube empfängt gegenwärtige Versöhnung und schließt im Herzen, daß Gott die Sünden vergeben habe, und das er jetzt mir gnädig sei. Und dieses ist ein hoher Gottesdienst, der Gott damit dient daß er ihm die Ihre tut und die Barmherzigkeit und Verheißung so gewiß hält, daß er ohne Verdienst kann allerlei Güter von ihm empfangen und erwarten. Und in diesem Gottesdienst soll das Herz geübt werden und zunehmen; davon wissen die tollen Sophisten nichts.

Apologie IV,303-315

Segen

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.  Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.  Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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O Jesulein süß, o Jesulein mild

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

LKG S. 13f

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Matthäus 6,9-13

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

O Jesulein süß, o Jesulein mild, Deins Vaters Willi hast Du erfüllt, bist kommen aus dem Himmelreich, uns armen Menschen worden gleich. O Jesulein süß, o Jesulein mild!

O Jesulein süß, o Jesulein mild, Deines Vaters Zorn hast Du gestillt. Du zahlst für uns all unser Schuld und bringst uns in Deins Vaters Huld. O Jesulein süß, o Jesulein mild!

O Jesulein süß, o Jesulein mild, mit Freud hast Du die Welt erfüllt. Du kommst herab von Himmels Saal und tröstet uns in dem Jammertal. O Jesulein süß, o Jesulein mild!

O Jesulein süß, o Jesulein mild, sein unser Schirm und unser Schild. Wir bitten durch Dein Gburt im Stall, behüt uns all vor Sündenfall. O Jesulein süß, o Jesulein mild!

O Jesulein süß, o Jesulein mild, Du bist der der Lieb ein Ebenbild. Zünd an in uns der Liebe Flamm, daß wir Dich loben allzusamm. O Jesulein süß, o Jesulein mild!

O Jesulein süß, o Jesulein mild, hilf, daß wir tun alls, was Du wilt. Was unser ist, ist alles Dein; ach laß uns Dir befohlen sein. O Jesulein süß, o Jesulein mild!

Altenburg 1655 (LKG 106)

Fortlaufende Lese

Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen;  28 segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen.  29 Und wer dich auf die eine Backe schlägt, dem biete die andere auch dar; und wer dir den Mantel nimmt, dem verweigere auch den Rock nicht.  30 Wer dich bittet, dem gib; und wer dir das Deine nimmt, von dem fordere es nicht zurück.  31 Und wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch!  32 Und wenn ihr liebt, die euch lieben, welchen Dank habt ihr davon? Denn auch die Sünder lieben, die ihnen Liebe erweisen.  33 Und wenn ihr euren Wohltätern wohltut, welchen Dank habt ihr davon? Das tun die Sünder auch.  34 Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr etwas zu bekommen hofft, welchen Dank habt ihr davon? Auch Sünder leihen Sündern, damit sie das Gleiche zurückbekommen.  35 Vielmehr liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht, ohne etwas dafür zu erhoffen. So wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. 

Lukas 6,27-35

Morgenlese

Denn ihr seid nicht zu etwas gekommen, das man anrühren konnte und das mit Feuer brannte, nicht zu Dunkelheit und Finsternis und Ungewitter 19 und nicht zum Schall der Posaune und zum Klang der Worte. Die das hörten, baten, dass ihnen kein Wort mehr gesagt würde; 20 denn sie konnten’s nicht ertragen, was da gesagt wurde: »Und auch wenn ein Tier den Berg anrührt, soll es gesteinigt werden.« 21 Und so schrecklich war die Erscheinung, dass Mose sprach: »Ich bin erschrocken und zittere.« 22 Sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu den vielen tausend Engeln und zur Festversammlung 23 und zu der Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel aufgeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten 24 und zu dem Mittler des neuen Bundes, Jesus, und zu dem Blut der Besprengung, das besser redet als Abels Blut[2]. 25 Seht zu, dass ihr den nicht abweist, der da redet. Denn wenn jene nicht entronnen sind, die den abwiesen, der auf Erden den Willen Gottes verkündete, wie viel weniger werden wir entrinnen, wenn wir den abweisen, der vom Himmel her redet. 26 Seine Stimme hat zu jener Zeit die Erde erschüttert, jetzt aber verheißt er und spricht: »Noch einmal will ich erschüttern nicht allein die Erde, sondern auch den Himmel.« 27 Dieses »Noch einmal« aber zeigt an, dass das, was erschüttert wird, weil es geschaffen ist, verwandelt werden soll, auf dass bleibe, was nicht erschüttert wird. 28 Darum, weil wir ein Reich empfangen, das nicht erschüttert wird, lasst uns dankbar sein und so Gott dienen mit Scheu und Furcht, wie es ihm gefällt; 29 denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer. 

Hebräer 12,18-29

Abendlese

Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. 9 Denn was da gesagt ist: »Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren«, und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.« 10 Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. 

Römer 13,8-10

Bekenntnislese

Was nun auf andere dergleichen mehr Sprüche zu antworten sei, ist leichtlich abzunehmen aus diesem, so wir erklärt haben. Denn die Regel legt aus alle Sprüche von guten Werken, daß sie außer Christo vor Gott nichts gelten, sondern das Herz muß zuvor Christum haben und glauben, daß es Gott gefalle um Christus’ willen, nicht von wegen eigener Werke. Die Widersacher führen auch etliche Schulargumente, darauf leichtlich zu antworten ist, wenn man weiß, was Glaube ist. Erfahrene Christen reden viel anders vom Glauben denn die Sophisten, wie wir droben angezeigt, daß glauben heißt vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit, daß er gnädig sein wolle um Christus’ willen, ohne unser Verdienst, und das heißt glauben den Artikel: Vergebung der Sünde. Dieser Glaube ist nicht allein die Historia wissen, die auch die Teufel wissen. Darum ist das Schulargument leichtlich aufzulösen, daß sie sprechen, die Teufel glauben auch, darum mache der Glaube nicht gerecht. Ja, die Teufel wissen die Historia, glauben aber nicht Vergebung der Sünden. Item, daß sie sprechen, gerecht sein heißt Gehorsam; nun ist ja Werke tun ein Gehorsam, darum müssen die Werke gerecht machen. Darauf soll man also antworten: Gerecht sein heißt ein solcher Gehorsam, den Gott dafür annimmt. Nun will Gott unsern Gehorsam in Werken nicht annehmen für Gerechtigkeit; denn es ist nicht ein herzlicher Gehorsam, dieweil niemand das Gesetz recht hält. Darum hat er einen andern Gehorsam geordnet, den er will für Gerechtigkeit annehmen, nämlich daß wir unsern Ungehorsam erkennen und vertrauen, wir gefallen Gott um Christus’ willen, nicht von wegen unsers Gehorsams. Derhalben heißt nun hier gerecht sein, Gott angenehm sein, nicht von wegen eigenen Gehorsams, sondern aus Barmherzigkeit, um Christus’ willen. Item. Sünde ist Gott hassen, darum muß Gerechtigkeit sein, Gott lieben. Wahr ist’s Gott lieben ist Gerechtigkeit des Gesetzes; aber dieses Gesetz erfüllt niemand. Darum lehrt das Evangelium eine neue Gerechtigkeit, daß wir um Christus’ willen Gott gefallen, ob wir schon das Gesetz nicht erfüllen, und sollen doch anheben, das Gesetz zu tun. Item, was ist der Unterschied zwischen Glauben und Hoffen? Antwort: Hoffnung wartet künftiger Güter und Rettung aus der Trübsal; Glaube empfängt gegenwärtige Versöhnung und schließt im Herzen, daß Gott die Sünden vergeben habe, und das er jetzt mir gnädig sei. Und dieses ist ein hoher Gottesdienst, der Gott damit dient daß er ihm die Ihre tut und die Barmherzigkeit und Verheißung so gewiß hält, daß er ohne Verdienst kann allerlei Güter von ihm empfangen und erwarten. Und in diesem Gottesdienst soll das Herz geübt werden und zunehmen; davon wissen die tollen Sophisten nichts.

Apologie IV,291-315

Segen

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.  Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.  Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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Kommt und laßt uns Christum ehren

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

LKG S. 13f

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Matthäus 6,9-13

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Morgenlied 

KOmmt und last uns Christum ehrenm Herz und Sinnen zu ihm kehren; singet fröhlich laßt Euch hören, wertes Volk der Christenheit.

Sünd und Hölle mag sich grämen Tod und Teuffel mag sich schämen; wir, die unser Heil annehmen, werfen allen Kummer hin.

Sehet, was hat GOtt gegeben; seinen Sohn zum ewgen Leben. Dieser kan und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud.

Seine Seel ist uns gewogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, uns, die Satanas betrogen, zu besuchen aus der Höh.

Jakobs Stern ist aufgegangen stillt das sehnliche Verlangen, bricht den Kopf der alten Schlangen, und zerstört der Höllen Reich.

Unser Kerker, da wir saßen, und mit Sorgen ohne Maßen uns das Herze selbst abfraßen ist entzwei und wir sind frei.

O gebenedeite Stunde, da wir das von Herzensgrunde glauben und mit unserm Munde danken Dir, o Jesulein.

Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem Schalle Dich der Engel Heer erhöht!

Paul Gerhardt 1666 (LKG 105)

Fortlaufende Lese

Und er ging mit ihnen hinab und trat auf ein ebenes Feld, er und eine große Schar seiner Jünger und eine große Menge des Volkes aus dem ganzen jüdischen Land und Jerusalem und aus dem Küstenland von Tyrus und Sidon,  18 die gekommen waren, ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden; und die von unreinen Geistern umgetrieben wurden, die wurden gesund.  19 Und alles Volk suchte ihn anzurühren; denn es ging Kraft von ihm aus und heilte sie alle.  

20 Und er hob seine Augen auf über seine Jünger und sprach: Selig seid ihr Armen; denn das Reich Gottes ist euer.  21 Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert; denn ihr sollt satt werden. Selig seid ihr, die ihr jetzt weint; denn ihr werdet lachen.  22 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und euch ausstoßen und schmähen und verwerfen euren Namen als böse um des Menschensohnes willen.  23 Freut euch an jenem Tage und tanzt; denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel. Denn das Gleiche haben ihre Väter den Propheten getan.  

24 Aber dagegen: Weh euch Reichen; denn ihr habt euren Trost schon gehabt.  25 Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet weinen und klagen.  26 Wehe, wenn jedermann gut über euch redet; denn das Gleiche haben ihre Väter den falschen Propheten getan. 

Lukas 6,17-26

Morgenlese

Und er ging abermals in die Synagoge. Und es war da ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. 2 Und sie gaben acht, ob er ihn am Sabbat heilen würde, damit sie ihn verklagen könnten. 3 Und er sprach zu dem Menschen mit der verdorrten Hand: Steh auf und tritt in die Mitte! 4 Und er sprach zu ihnen: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes tun oder Böses tun, Leben retten oder töten? Sie aber schwiegen still. 5 Und er sah sie ringsum an mit Zorn, betrübt über ihr erstarrtes Herz, und sprach zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus; und seine Hand wurde wieder gesund. 6 Und die Pharisäer gingen hinaus und hielten alsbald Rat über ihn mit den Anhängern des Herodes[1], dass sie ihn umbrächten. 

Markus 3,1-6

Abendlese

Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns umstrickt. Lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, 2 und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. 3 Gedenkt an den, der so viel Widerspruch gegen sich von den Sündern erduldet hat, dass ihr nicht matt werdet und den Mut nicht sinken lasst. 4 Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde 5 und habt den Trost vergessen, der zu euch redet wie zu Kindern: »Mein Sohn, achte nicht gering die Zucht des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst. 6 Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt.« 7 Es dient zu eurer Erziehung, wenn ihr dulden müsst. Wie mit Kindern geht Gott mit euch um. Denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? 8 Seid ihr aber ohne Züchtigung, die doch alle erfahren haben, so seid ihr Ausgestoßene und nicht Kinder. 9 Wenn unsre leiblichen Väter uns gezüchtigt haben und wir sie doch geachtet haben, sollten wir uns dann nicht viel mehr unterordnen dem Vater der Geister[1], damit wir leben? 10 Denn jene haben uns gezüchtigt wenige Tage nach ihrem Gutdünken, dieser aber tut es zu unserm Besten, auf dass wir an seiner Heiligkeit Anteil erlangen. 11 Jede Züchtigung aber, wenn sie da ist, scheint uns nicht Freude, sondern Schmerz zu sein; danach aber bringt sie als Frucht denen, die dadurch geübt sind, Frieden und Gerechtigkeit. 12 Darum stärkt die müden Hände und die wankenden Knie 13 und tut sichere Schritte mit euren Füßen, dass nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde. 14 Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird, 15 und seht darauf, dass nicht jemand Gottes Gnade versäume; dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch sie verunreinigt werden; 16 dass nicht jemand sei ein Hurer oder Gottloser wie Esau, der um der einen Speise willen sein Erstgeburtsrecht verkaufte. 17 Ihr wisst ja, dass er hernach, als er den Segen ererben wollte, verworfen wurde, denn er fand keinen Raum zur Buße, obwohl er sie mit Tränen suchte.

Hebräer 12,1-17

Bekenntnislese

Auch ziehen sie an den Spruch Christi: „Gebet Almosen, so wird euch alles rein sein.“ Die Widersacher sind taub und haben dicke Ohren, darum müssen wir ihnen die Regel oft wiederholen, daß das Gesetz ohne Christum niemand vor Gott fromm mache, und daß alle Werke allein um Christus’ willen angenehm sind. Aber die Widersacher schließen Christum allenthalben aus, tun gleich, als sei Christus nichts, und lehren unverschämt, daß wir Vergebung der Sünden erlangen durch gute Werke usw.

Wenn wir aber den Spruch unzerrissen, ganz ansehen, so werden wir sehen, daß er auch vom Glauben mit redet. Christus schilt die Pharisäer, daß sie wollten wähnen, sie würden vor Gott heilig und rein durch allerlei baptismata carnis, das ist, durch allerlei leibliches Baden, waschen und Reinigung am Leibe, an Gefäßen, an Kleidern, wie auch ein Papst in seine Canones gesetzt hat ein nötig päpstlich Stück vom Weihwasser, daß, wenn es mit geweihtem Salz besprengt wird, so heiligt’s und reinigt’s das Volk von Sünden. Und die Glosse sagt, es reinige von täglichen Sünden. Also hatten die Pharisäer auch Irrtümer unter sich, welche Christus straft und setzt gegen die erdichteten Reinigungen zweierlei Reinigkeit, eine innerlich, die andere äußerlich, und vermahnt, daß sie inwendig sollen rein sein; das geschieht, wie Petrus sagt in Geschichten der Apostel am 15., „durch den Glauben“. Und setzt dazu von äußerlicher Reinigkeit: „Gebet Almosen von dem, das ihr übrig habt, so wird euch alles rein sein.“ 1

Die Widersacher führen nicht recht ein das Wort: „alles“. Denn Christus setzt den Beschluß auf beide Stücke, auf die innerliche und äußerliche Reinigkeit, und sagt: „alles wird euch rein sein.“ Das ist wenn ihr euch nicht allein leiblich badet, sondern Gott glaubt und also inwendig rein seid und auswendig Almosen gebt, so wird euch alles rein sein. Und zeigt an, daß auch die rechte äußerliche Reinigkeit stehe in den Werken, welche Gott geboten habe, und nicht in menschlichen Satzungen, als da waren dieselben traditiones Pharisaeorum usw., und wie bei unserer Zeit ist das Bespritzen und Sprengen den Weihwassers, die schneeweißen Mönchskleider, die Unterschiede der Speisen und dergleichen. Die Widersacher aber ziehen dies signum universale, nämlich das Wort „alles“, sophistisch allein auf einen Teil und sagen: Alles wird euch rein sein, wenn ihr Almosen gebt usw. Als wenn einer sagt: Andreas ist da, darum sind alle Apostel da. Darum im antecedente oder vorangehenden Stück dieses Spruchs soll beiden beieinander bleiben: Glaubt und: Gebt Almosen. Denn darauf geht die ganze Sendung, das ganze Amt Christi, darum ist er da, daß sie glauben sollen. Wenn nun beide Stücke zusammengefaßt werden: glauben und Eleemosynen geben, so folgt recht, daß alles rein sei, das Herz durch Glauben, der äußerliche Wandel durch gute Werke. Also soll man die Predigt ganz fassen und nicht das eine Stück umkehren und deuten, daß das Herz von Sünden rein wird durch unsere Eleemosynen. Es sind auch wohl etliche, die da meinen, daß es wider die Pharisäer von Christo ironice oder spöttisch geredet sei, als sollte er sagen: Ja, liebe Junker, raubt und stehlt und geht danach hin, gebt Almosen, so werdet ihr bald rein sein! Daß also Christus etwas herbe und höhnisch aussteche ihre pharisäische Heuchelei. Denn wiewohl sie voll Unglaubens, voll Geizen und alles Argen waren, so hielten sie doch ihre Reinigung, gaben Almosen und meinten, sie wären gar reine, zarte Heilige. Die Auslegung ist dem Text daselbst nicht entgegen.

Apologie IV,281-290

Segen

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.  Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.  Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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Ich will Dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

LKG S. 13f

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Matthäus 6,9-13

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Morgenlied

Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird Dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst Du in Gnaden nehmen an. Halleluja.

Und bin ich gleich der Sünden voll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll, ei kommst Du doch deswegen her, daß sich der Sünder zu Dir kehr! Halleluja.

So faß ich Dich nun ohne Scheu, Du machst mich alles Jammers frei. Du trägst den Zorn, Du würgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Not. Halleluja.

Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich Dein Glied und Eigentum und will, soviel Dein Geist mir gib t, stets dienen Dir, wie Dir beliebt. Halleluja.

Ich will Dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für, und dort in Deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl: Halleluja.

Paul Gerhard 1653 (LKG 104,10-14)

Fortlaufende Lese

Es begab sich aber zu der Zeit, dass er auf einen Berg ging, um zu beten; und er blieb über Nacht im Gebet zu Gott.  13 Und als es Tag wurde, rief er seine Jünger und erwählte zwölf von ihnen, die er auch Apostel nannte:  14 Simon, den er auch Petrus nannte, und Andreas, seinen Bruder, Jakobus und Johannes; Philippus und Bartholomäus;  15 Matthäus und Thomas; Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Simon, genannt der Zelot;  16 Judas, den Sohn des Jakobus, und Judas Iskariot, der zum Verräter wurde.

Lukas 6,12-16

Morgenlese

Und die Jünger des Johannes und die Pharisäer fasteten viel. Und es kamen etliche, die sprachen zu ihm: Warum fasten die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer, aber deine Jünger fasten nicht? 19 Und Jesus sprach zu ihnen: Wie können die Hochzeitsgäste fasten, während der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten. 20 Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen ist; dann werden sie fasten, an jenem Tage. 21 Niemand flickt einen Lappen von neuem Tuch auf ein altes Kleid; sonst reißt der neue Lappen vom alten ab und der Riss wird ärger. 22 Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißt der Wein die Schläuche, und der Wein ist verloren und die Schläuche auch; sondern man füllt neuen Wein in neue Schläuche. 

Markus 2,18-22

Abendlese

Wer ist es aber, der die Welt überwindet, wenn nicht, der da glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist?

6 Dieser ist’s, der gekommen ist durch Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht im Wasser allein, sondern im Wasser und im Blut; und der Geist ist’s, der das bezeugt, denn der Geist ist die Wahrheit. 7 Denn drei sind, die das bezeugen: 8 der Geist und das Wasser und das Blut; und die drei stimmen überein. 9 Wenn wir der Menschen Zeugnis annehmen, so ist Gottes Zeugnis größer; denn das ist Gottes Zeugnis, dass er Zeugnis gegeben hat von seinem Sohn. 10 Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat dieses Zeugnis in sich. Wer Gott nicht glaubt, der macht ihn zum Lügner; denn er glaubt nicht dem Zeugnis, das Gott gegeben hat von seinem Sohn. 11 Und das ist das Zeugnis, dass uns Gott das ewige Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn. 12 Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.

13 Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes. 

Bekenntnislese

Also ist klar, daß dieser Spruch der Lehre vom Glauben nicht entgegen ist. Aber unsere Widersacher, die groben Esel, flicken ihre Zusätze an alle solche Sprüche, nämlich daß uns die Sünden um unserer Werke willen vergeben werden, und lehren vertrauen auf Werke, so doch die Sprüche nicht also reden, sondern fordern gute Werke, wie denn wahr ist, daß muß ein ander und besser Leben in uns werden. Aber dennoch sollen dieselben Werke Christo seine Ehre nicht nehmen.

Also ist auch auf den Spruch aus dem Evangelio zu antworten: „Vergebet, so wird euch vergeben.“ Denn es ist gleich eine solche Lehre von der Buße. Daß erst Stück an diesem Spruch fordert Besserung und gute Werke, das andere Stück setzt dazu die Verheißung, und man soll daraus nicht schließen, daß unser Vergeben uns ex opere operato Vergebung der Sünden verdiene. Denn das sagt Christus nicht, sondern wie in andern Sakramenten Christus die Verheißung heftet an das äußerliche Zeichen, also heftet er auch hier die Verheißung von Vergebung der Sünden an die äußerlichen guten Werke. Und wie wir im Abendmahl nicht erlangen Vergebung der Sünden ohne den Glauben, ex opere operato, also auch nicht in diesem Werke und unserm Vergeben; denn unser Vergeben ist auch kein gut Werk, es geschehe denn von denjenigen, welchen von Gott in Christo die Sünden schon zuvor vergeben sind. Darum unser Vergeben, soll es Gott gefallen, so muß es nach der Vergebung, da uns Gott vergibt, folgen. Denn Christus pflegt die zwei also zusammenzusetzen, das Gesetz und Evangelium, beide den Glauben und auch die guten Werke, daß er anzeige, daß kein Glaube da sei, wenn nicht gute Werke folgen; item, daß wir äußerliche Zeichen haben, welche uns erinnern des Evangelii und Vergebung der Sünden, dadurch wir getröstet werden, daß also mannigfaltig unser Glaube geübt werde. Also sollen solche Sprüche verstanden werden, denn sonst wäre es stracks wider das ganze Evangelium, und würde unser bettelisch Werk an Christus’ Statt gesetzt, welcher allein soll die Versöhnung sein, welcher je nicht zu verachten ist. Item, wo sie sollten von Werken verstanden werden, so würde die Vergebung der Sünden ganz ungewiß; denn sie stünde auf einem losen Grunde, auf unsern elenden Werken.

Auch ziehen sie an einen Spruch aus Tobias: „Die Almosen erlösen von der Sünde und von dem Tode.“ Wir wollen nicht sagen, daß da eine Hyperbole sei, wiewohl wir es sagen möchten, damit Christi Ehre erhalten werde; denn dies ist Christus’ Amt allein, von der Sünde, vom Tode erlösen, usw. Wir wollen aber uns zu unserer alten Regel halten, nämlich daß das Gesetz oder die Werke außer Christo niemand gerecht machen vor Gott.

So gefallen nun die Almosen (welche dem Glauben folgen) dann erst Gott, wenn ich durch Christum versöhnt bin, nicht die vorhergehen. Darum erlösen sie vom Tode nicht ex opere operato, sondern wie ich kurz zuvor von der Buße gesagt habe, daß man den Glauben mit den Früchten zugleich muß zusammenfassen, also ist auch von den Almosen zu sagen, daß sie Gott gefallen, dieweil sie geschehen in den Gläubigen. Denn Tobias redet nicht allein von Almosen, sondern auch vom Glauben. Denn er sagt: „Lobe Gott und bitte ihn, daß er dich wolle auf deinen Wegen leiten“ usw. Da redet er eigentlich von dem Glauben, da wir von reden, der da glaubt, daß er einen gnädigen Gott habe, den er zu loben schuldig ist für eitel große Güte und Gnade, von dem er auch täglich erwarte Hilfe, und bittet ihn, daß er ihn im Leben und Sterben leiten und regieren wolle. Auf die Weise mögen wir nachgeben, daß die Almosen nicht unverdienstlich seien gegen Gott, nicht aber, daß sie können den Tod, die Hölle, den Teufel, die Sünde überwinden, die Gewissen zur Ruhe stellen (denn das muß durch den Glauben an Christum allein geschehen), sondern verdienen, daß uns Gott schützt vor künftigem Übel und Gefahr an Leib und Seele. Das ist der einfältige Verstand, welcher auch mit andern Sprüchen der Schrift übereinstimmt. Denn wo gute Werke gelobt werden in der Schrift, da soll man es allezeit nach der Regel Pauli verstehen, daß man das Gesetz und die Werke nicht über Christum hebe, daß Christus und der Glaube so hoch über alle Werke gehen, als der Himmel über der Erde ist.

Auch ziehen sie an den Spruch Christi: „Gebet Almosen, so wird euch alles rein sein.“ Die Widersacher sind taub und haben dicke Ohren, darum müssen wir ihnen die Regel oft wiederholen, daß das Gesetz ohne Christum niemand vor Gott fromm mache, und daß alle Werke allein um Christus’ willen angenehm sind. Aber die Widersacher schließen Christum allenthalben aus, tun gleich, als sei Christus nichts, und lehren unverschämt, daß wir Vergebung der Sünden erlangen durch gute Werke usw.

Apologie IV,270-280

Segen

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.  Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.  Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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2. Sonntag nach Epiphanias (Der Freudenmeister)

Das Gesetz ist durch Mose gegeben, die Gnade und Wahrheit ist durch Jesum Christi worden.

Johannes 1,17

Introitus

Danket dem HERRN und rufet an seinen Namen; verkündigt sein Tun unter den Völkern! 2 Singet ihm und spielet ihm, redet von allen seinen Wundern! 3 Rühmet seinen heiligen Namen; es freue sich das Herz derer, die den HERRN suchen! 4 Fraget nach dem HERRN und nach seiner Macht, suchet sein Antlitz allezeit! 5 Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat, seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes, 6 du Geschlecht Abrahams, seines Knechts, ihr Söhne Jakobs, seine Auserwählten! 7 Er ist der HERR, unser Gott, er richtet in aller Welt. 8 Er gedenkt ewiglich an seinen Bund, an das Wort, das er verheißen hat für tausend Geschlechter, 9 an den Bund, den er geschlossen hat mit Abraham, und an den Eid, den er Isaak geschworen hat. 10 Er stellte ihn auf für Jakob als Satzung und für Israel als ewigen Bund 11 und sprach: »Dir will ich das Land Kanaan geben, das Los eures Erbteils«, 12 als sie gering waren an Zahl, nur wenige und Fremdlinge im Lande. 13 Und sie zogen von Volk zu Volk, von einem Königreich zum andern. 14 Er ließ keinen Menschen ihnen Schaden tun und wies Könige zurecht um ihretwillen: 15 »Tastet meine Gesalbten nicht an, und tut meinen Propheten kein Leid!« 16 Und er rief den Hunger ins Land und nahm weg allen Vorrat an Brot. 17 Er sandte einen Mann vor ihnen hin; Josef wurde als Knecht verkauft. 18 Sie zwangen seine Füße in Fesseln, sein Hals wurde in Eisen gelegt, 19 bis sein Wort eintraf und die Rede des HERRN ihm recht gab. 20 Da sandte der König hin und ließ ihn losbinden, der Herrscher über Völker, er gab ihn frei. 21 Er setzte ihn zum Herrn über sein Haus, zum Herrscher über alle seine Güter, 22 dass er seine Fürsten unterwiese nach seinem Willen und seine Ältesten Weisheit lehrte. 23 Und Israel zog nach Ägypten, Jakob ward ein Fremdling im Lande Hams. 24 Und der Herr ließ sein Volk sehr wachsen und machte sie mächtiger als ihre Feinde. 25 Diesen verwandelte er das Herz, / dass sie seinem Volk gram wurden und Arglist übten an seinen Knechten. 26 Er sandte seinen Knecht Mose und Aaron, den er erwählt hatte. 27 Die taten seine Zeichen unter ihnen und seine Wunder im Lande Hams. 28 Er sandte Finsternis und machte es finster; doch sie blieben ungehorsam seinen Worten. 29 Er verwandelte ihre Wasser in Blut und tötete ihre Fische. 30 Ihr Land wimmelte von Fröschen bis in die Kammern ihrer Könige. 31 Er gebot, da kam Ungeziefer, Stechmücken in all ihr Gebiet. 32 Er gab ihnen Hagel statt Regen, Feuerflammen in ihrem Lande 33 und schlug ihre Weinstöcke und Feigenbäume und zerbrach die Bäume in ihrem Gebiet. 34 Er gebot, da kamen Heuschrecken und Käfer ohne Zahl; 35 sie fraßen alles Gras in ihrem Lande, und fraßen auch die Frucht ihres Ackers. 36 Er schlug alle Erstgeburt in Ägypten, alle Erstlinge ihrer Kraft. 37 Er führte sie heraus mit Silber und Gold; es war kein Gebrechlicher unter ihren Stämmen. 38 Ägypten wurde froh, dass sie auszogen; denn Furcht vor ihnen war auf sie gefallen. 39 Er breitete eine Wolke aus, sie zu decken, und ein Feuer, die Nacht zu erleuchten. 40 Sie baten, da ließ er Wachteln kommen, und er sättigte sie mit Himmelsbrot. 41 Er öffnete den Felsen, da strömten Wasser heraus, sie flossen dahin als Strom in der Wüste. 42 Denn er gedachte an sein heiliges Wort und an Abraham, seinen Knecht. 43 So führte er sein Volk in Freuden heraus und seine Auserwählten mit Jubel 44 und gab ihnen die Länder der Völker, dass sie die Güter der Nationen gewannen, 45 damit sie hielten seine Gebote und seine Gesetze bewahrten. Halleluja! 

Psalm 105

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, Du hast die Herrlichkeit Deines Sohnes in seiner Erdenzeit durch Zeichen und Wunder offenbart: wir bitten Dich, gib, daß wir seiner Macht und Güte vertrauen, die unser Leben mit Freude erfüllt. Durch ihn, unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Evangelisch-Lutherische Kirchenagende (SELK). Bd.1. Herder: Freiburg u.a. 1997. S.43

Alttestamentliche Lese

Und Mose sprach: Lass mich deine Herrlichkeit sehen! 19 Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht all meine Güte vorübergehen lassen und will ausrufen[1] den Namen des HERRN vor dir: Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich. 20 Und er sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht. 21 Und der HERR sprach weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir, da sollst du auf dem Fels stehen. 22 Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in die Felskluft stellen und meine Hand über dir halten, bis ich vorübergegangen bin. 23 Dann will ich meine Hand von dir tun, und du darfst hinter mir her sehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen. 

Exodus (2. Mose) 33,18-23

Epistolische Lektion

Auch ich, meine Brüder und Schwestern, als ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten oder hoher Weisheit, euch das Geheimnis Gottes zu predigen. 2 Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, ihn, den Gekreuzigten. 3 Und ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern; 4 und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten der Weisheit, sondern im Erweis des Geistes und der Kraft, 5 auf dass euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft.

6 Von Weisheit reden wir aber unter den Vollkommenen; doch nicht von einer Weisheit dieser Welt, auch nicht der Herrscher dieser Welt, die vergehen. 7 Sondern wir reden von der Weisheit Gottes, die im Geheimnis verborgen ist, die Gott vorherbestimmt hat vor aller Zeit zu unserer Herrlichkeit, 8 die keiner von den Herrschern dieser Welt erkannt hat; denn wenn sie die erkannt hätten, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. 9 Sondern wir reden, wie geschrieben steht: »Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.« 10 Uns aber hat es Gott offenbart durch den Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes. 

1. Korinther 2,1-10

Halleluja Vers

Halleluja. Meine Seele soll sich rühmen des Herrn, daß es die Elenden hören und sich freuen. Halleluja. Halleluja.

Psalm 34,3

Evangelium

Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. 2 Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen. 3 Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. 4 Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. 5 Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. 6 Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maß[1]. 7 Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis obenan. 8 Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt’s dem Speisemeister! Und sie brachten’s ihm. 9 Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam – die Diener aber wussten’s, die das Wasser geschöpft hatten –, ruft der Speisemeister den Bräutigam 10 und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie trunken sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. 11 Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat. Es geschah zu Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.

Johannes 2,1-11

Graduallied

1. Du Morgenstern, du Licht vom Licht,
das durch die Finsternisse bricht,
du gingst vor aller Zeiten Lauf
in unerschaffner Klarheit auf.

2. Du Lebensquell, wir danken dir, 
auf dich, Lebend’ger, hoffen wir;
denn du durchdrangst des Todes Nacht,
hast Sieg und Leben uns gebracht.

3. Du ewge Wahrheit, Gottes Bild,
der du den Vater uns enthüllt,
du kamst herab ins Erdental
mit deiner Gotterkenntnis Strahl.

4. Bleib bei uns, Herr, verlass uns nicht,
führ uns durch Finsternis zum Licht,
bleib auch am Abend dieser Welt
als Hilf und Hort uns zugesellt.

Text: Johann Gottfried Herder vor 1800 (NACH 1817 BEARBEITET) Musik: Johann Gottfried Herder STEHT AUF, IHR LIEBEN KINDERLEIN (NR. 442) EG 74

Glaubensbekenntnis der Kirche

Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht,wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolischeKirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänum 

Predigttext

Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. 10 Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. 11 Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. 12 Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. 13 Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft. 14 Segnet, die euch verfolgen; segnet, und verflucht sie nicht. 15 Freut euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden. 16 Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch zu den niedrigen. Haltet euch nicht selbst für klug.

Römer 12,9-16

Meine Predigt dazu:

Wochengebet

Jesus, du bist gekommen,
du Grund ewiger Freude.
Du schenkst uns die Fülle des Lebens.

Du zeigst uns den Weg der Liebe.
Deine Liebe erbitten wir für diese Welt.
Lehre die Mächtigen,
das Gute zu wollen.
Verbanne den Hass aus ihren Gedanken.
Erinnere sie an ihre Verantwortung 
für die Schwachen und für die Schöpfung.
Mahne sie, die Fremden zu schützen.
Forme ihre Herzen,
damit sie dem Frieden dienen. 
Jesus, du bist gekommen, 
du Grund ewiger Freude.

Du zeigst uns den Weg der Zuversicht.
Licht und Leben erbitten wir für diese Welt.
Tröste die Trauernden
und stille ihren Schmerz.
Weine mit denen, 
die vor den Trümmern ihres Lebens stehen,
geh mit ihnen zusammen heraus aus dem Elend
und sende ihnen Menschen guten Willens.
Heile die Kranken
und segne die, die sie pflegen.
Hülle mit deiner Freundlichkeit die Verängstigten ein,
damit in ihren Herzen Freude Raum findet. 
Jesus, du bist gekommen, 
du Grund ewiger Freude.

Du zeigst uns den Weg der Hoffnung.
Frieden erbitten wir für diese Welt,
Nächte ohne Drohnen,
Tage ohne Kämpfe,
Freiheit für die Verschleppten,
Würde für die Geschlagenen, 
Glück für alle, die verzweifeln,
damit die Dunkelheit vergeht.
Jesus, du bist gekommen, 
du Grund ewiger Freude.

Du zeigst uns den Weg des Glaubens.
Segen erbitten wir für diese Welt.
Lehre deine Kirche.
Schütze unsere Kinder und Jugendlichen.
Bewahre alle, die uns lieb sind.
Begeistere deine Gemeinde für dich,
damit sie dich in dieser Welt bezeugt.
Jesus, du bist gekommen, 
du Grund ewiger Freude.
Amen.

VELKD Wochengebete

Segen 

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Friede

4. Mose 6,24-26.

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Nun Du bist hier, da liegest Du, hältst in dem Kripplein Deine Ruh

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Nun bist Du hier, da liegest Du, hältst in dem Kripplein Deine Ruh; bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja.

Du kehrst in fremde Hausung ein, und sind doch alle Himmel Dein; grinst Milch aus Deiner Mutter Brust und bist doch selbst der Engel Lust. Halleluja.

Du hast dem Meer sein Ziel gesteckt und wirst mit Windeln zugedeckt; bist Gott und liegst auf Heu und Stroh, wirst Mensch und bist doch A und O. Halleluja.

Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herzeleid; bist aller Heiden Trost und Licht, suchst selber Trost und findet ihn nicht. Halleluja.

Ich aber, Dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich Dich gerne lieben will. Halleluja.

Der Will is da, die Kraft ist klein; doch wird Dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst Du in Gnaden nehmen an. Halleluja.

Paul Gerhardt 1653 (LKG 104)

Kollekte

Allmächtiger, ewiger Gott, Du hast unseren Herrn Jesus Christus bei seiner Taufe am Jordan als Deinen lieben Sohn offenbart und den Geist auf ihn herabgesandt: wir bitten Dich, gib, daß auch wir als Deine getauften Kinder in Deinem Wohlgefallen stehen und von Deinem Geist geleitet werden. Durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

Evangelisch-Lutherische Kirchenagende (SELK). Bd.1. Herder: Freiburg u.a. 1997. S.42

Fortlaufende Lese

Und es begab sich an einem Sabbat, dass er durch die Kornfelder ging; und seine Jünger rauften Ähren aus und zerrieben sie mit den Händen und aßen.  2 Einige der Pharisäer aber sprachen: Warum tut ihr, was am Sabbat nicht erlaubt ist?  3 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht das gelesen, was David tat, als ihn hungerte, und die, die bei ihm waren?  4 Wie er in das Haus Gottes ging und die Schaubrote nahm und aß, die doch niemand essen darf als die Priester allein, und wie er sie auch denen gab, die bei ihm waren?  5 Und er sprach zu ihnen: Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.  

6 Es geschah aber an einem andern Sabbat, dass er in die Synagoge ging und lehrte. Und da war ein Mensch, dessen rechte Hand war verdorrt.  7 Aber die Schriftgelehrten und die Pharisäer gaben acht, ob er auch am Sabbat heilen würde, damit sie etwas fänden, ihn zu verklagen.  8 Er aber kannte ihre Gedanken und sprach zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und tritt in die Mitte! Und er stand auf und trat vor.  9 Da sprach Jesus zu ihnen: Ich frage euch: Ist’s erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun oder Böses zu tun, Leben zu retten oder zu verderben?  10 Und er sah sie alle ringsum an und sprach zu ihm: Strecke deine Hand aus! Und er tat’s; da wurde seine Hand wieder gesund.  11 Sie aber wurden ganz von Sinnen und beredeten sich miteinander, was sie Jesus tun wollten. 

Lukas 6,1-11

Morgenlese

Und sie gingen hinein nach Kapernaum; und alsbald am Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte. 22 Und sie entsetzten sich über seine Lehre; denn er lehrte sie mit Vollmacht und nicht wie die Schriftgelehrten. 23 Und alsbald war in ihrer Synagoge ein Mensch, besessen von einem unreinen Geist[2]; der schrie: 24 Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen, uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes! 25 Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! 26 Und der unreine Geist riss ihn hin und her und schrie laut und fuhr aus von ihm. 27 Und sie entsetzten sich alle, sodass sie sich untereinander befragten und sprachen: Was ist das? Eine neue Lehre in Vollmacht! Er gebietet auch den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm! 28 Und die Kunde von ihm erscholl alsbald überall in das ganze Land um Galiläa.

Markus 1,21-28

Abendlese

Zu der Stunde freute sich Jesus im Heiligen Geist und rief: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies Weisen und Klugen verborgen hast und hast es Unmündigen offenbart. Ja, Vater, so hat es dir wohlgefallen. 22 Alles ist mir übergeben von meinem Vater. Und niemand weiß, wer der Sohn ist, als nur der Vater, noch, wer der Vater ist, als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will. 23 Und er wandte sich zu seinen Jüngern und sprach zu ihnen allein: Selig sind die Augen, die sehen, was ihr seht. 24 Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben’s nicht gesehen, und hören, was ihr hört, und haben’s nicht gehört. 

Lukas 10,21-24

Bekenntnislese

Das andere ist die Verheißung oder Absolution. Wo nun Verheißung ist, muß Glaube sein. Denn Verheißung kann nicht anders empfangen werden, denn daß sich das Herz verläßt auf solch Gotteswort und siehet nicht an eigene Würdigkeit oder Unwürdigkeit. Darum fordert Daniel auch Glauben; denn also lautet die Verheißung: „Deine Sünden werden geheilet.“ Dieses Wort ist eine recht prophetische und evangelische Predigt. Denn Daniel weiß, daß durch den künftigen Samen, Christum, nicht allein den Juden, sondern auch den Heiden Vergebung der Sünden, Gnade und ewiges Leben zugesagt war, sonst hätte er den König nicht also können trösten. Denn es ist nicht Menschenwerk, einem erschrockenen Gewissen gewißlich Vergebung der Sünden zusagen und trösten, daß Gott nicht mehr zürnen wolle; da muß man von Gottes Willen Zeugnis aus Gottes Wort haben, wie denn Daniel die hohen Verheißungen vom künftigen Samen gewußt und verstanden hat. Dieweil er nun eine Promission setzt, ist klar und offenbar, daß er Glauben fordert, da wir von reden. Daß er aber spricht: „Deine Sünden löse mit Gerechtigkeit und deine Übertretungen mit Wohltaten gegen die Armen“, ist eine Summa einer ganzen Predigt und ist so viel: Bessere dich! Und ist wahr, so wir uns bessern, werden wir los von Sünden.

Darum sagt er recht: „Löse deine Sünden.“ Daraus folgt aber nicht, daß wir von Sünden los werden um unserer Werke willen, oder daß unsere Werke die Bezahlung sind für die Sünde. Auch setzt Daniel nicht allein die Werke, sondern spricht: „Löse deine Sünden mit Gerechtigkeit.“ Nun weiß männiglich, daß Gerechtigkeit in der Schrift nicht allein äußerliche Werke heißt, sondern faßt den Glauben, wie Paulus spricht: Iustus ex fide vivet, „der Gerechte lebt seines Glaubens“, Hebr. 10, 38. Darum fordert Daniel erstlich Glauben, da er Gerechtigkeit nennt, und spricht: „Löse deine Sünden mit Gerechtigkeit“, das ist, mit Glauben gegen Gott, dadurch du gerecht wirst. Dazu tue auch gute Werke, nämlich warte deines Amtes; sei nicht ein Tyrann, sondern siehe zu, daß dein Regiment Landen und Leuten nützlich sei, halte Frieden und schütze die Armen wider unrechte Gewalt. Das sind fürstliche eleemosynae.

Also ist klar, daß dieser Spruch der Lehre vom Glauben nicht entgegen ist. Aber unsere Widersacher, die groben Esel, flicken ihre Zusätze an alle solche Sprüche, nämlich daß uns die Sünden um unserer Werke willen vergeben werden, und lehren vertrauen auf Werke, so doch die Sprüche nicht also reden, sondern fordern gute Werke, wie denn wahr ist, daß muß ein ander und besser Leben in uns werden. Aber dennoch sollen dieselben Werke Christo seine Ehre nicht nehmen.

Also ist auch auf den Spruch aus dem Evangelio zu antworten: „Vergebet, so wird euch vergeben.“ Denn es ist gleich eine solche Lehre von der Buße. Daß erst Stück an diesem Spruch fordert Besserung und gute Werke, das andere Stück setzt dazu die Verheißung, und man soll daraus nicht schließen, daß unser Vergeben uns ex opere operato Vergebung der Sünden verdiene. Denn das sagt Christus nicht, sondern wie in andern Sakramenten Christus die Verheißung heftet an das äußerliche Zeichen, also heftet er auch hier die Verheißung von Vergebung der Sünden an die äußerlichen guten Werke. Und wie wir im Abendmahl nicht erlangen Vergebung der Sünden ohne den Glauben, ex opere operato, also auch nicht in diesem Werke und unserm Vergeben; denn unser Vergeben ist auch kein gut Werk, es geschehe denn von denjenigen, welchen von Gott in Christo die Sünden schon zuvor vergeben sind. Darum unser Vergeben, soll es Gott gefallen, so muß es nach der Vergebung, da uns Gott vergibt, folgen. Denn Christus pflegt die zwei also zusammenzusetzen, das Gesetz und Evangelium, beide den Glauben und auch die guten Werke, daß er anzeige, daß kein Glaube da sei, wenn nicht gute Werke folgen; item, daß wir äußerliche Zeichen haben, welche uns erinnern des Evangelii und Vergebung der Sünden, dadurch wir getröstet werden, daß also mannigfaltig unser Glaube geübt werde. Also sollen solche Sprüche verstanden werden, denn sonst wäre es stracks wider das ganze Evangelium, und würde unser bettelisch Werk an Christus’ Statt gesetzt, welcher allein soll die Versöhnung sein, welcher je nicht zu verachten ist. Item, wo sie sollten von Werken verstanden werden, so würde die Vergebung der Sünden ganz ungewiß; denn sie stünde auf einem losen Grunde, auf unsern elenden Werken.

Apologie IV,263-269

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

LKG S. 13f

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Matthäus 6,9-13

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Segen

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.  Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.  Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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Wir singen Dir Immanuel, Du Lebensfürst und Gnadenquell

Wir singen Dir, Immanuel, Du Lebensfürst und Gnadenquell, Du Himmelsblum und Morgenstern, Du Jungfraunsohn, Herr aller Herrn. Halleluja.

Wir singen Dir mit Deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß Du, o lang gewünschter Gast, Dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja.

Vom Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach Dir gewacht; Dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Halleluja.

“Ach daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach daß die Hilfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein! Halleluja.

Nun bist Du hier, da liegest Du, hältst in dem Kripplein Deine Ruh; bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja.

Paul Gerhardt 1653 LKG 104

Kollekte

Allmächtiger, ewiger Gott, Du hast unseren Herrn Jesus Christus bei seiner Taufe am Jordan als Deinen lieben Sohn offenbart und den Geist auf ihn herabgesandt: wir bitten Dich, gib, daß auch wir als Deine getauften Kinder in Deinem Wohlgefallen stehen und von Deinem Geist geleitet werden. Durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

Evangelisch-Lutherische Kirchenagende (SELK). Bd.1. Herder: Freiburg u.a. 1997. S.42

Fortlaufende Lese

Sie aber sprachen zu ihm: Die Jünger des Johannes fasten oft und beten viel, ebenso die Jünger der Pharisäer; aber deine Jünger essen und trinken.  34 Jesus sprach aber zu ihnen: Könnt ihr denn die Hochzeitsgäste fasten lassen, solange der Bräutigam bei ihnen ist?  35 Es wird aber die Zeit kommen, dass der Bräutigam von ihnen genommen ist; dann werden sie fasten, in jenen Tagen.  36 Und er sagte zu ihnen ein Gleichnis: Niemand reißt einen Lappen von einem neuen Kleid und flickt ihn auf ein altes Kleid; sonst zerreißt man das neue und der Lappen vom neuen passt nicht auf das alte.  37 Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißt der neue Wein die Schläuche und wird verschüttet, und die Schläuche verderben.  38 Sondern neuen Wein soll man in neue Schläuche füllen.  39 Und niemand, der vom alten Wein trinkt, will neuen; denn er spricht: Der alte ist milder. 

Lukas 5,33-39

Morgenlese

Am nächsten Tag wollte Jesus nach Galiläa ziehen und findet Philippus und spricht zu ihm: Folge mir nach! 44 Philippus aber war aus Betsaida, der Stadt des Andreas und des Petrus. 45 Philippus findet Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von dem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, Josefs Sohn, aus Nazareth. 46 Und Nathanael sprach zu ihm: Was kann aus Nazareth Gutes kommen! Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh! 47 Jesus sah Nathanael kommen und sagt von ihm: Siehe, ein rechter Israelit, in dem kein Falsch ist. 48 Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bevor Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, habe ich dich gesehen. 49 Nathanael antwortete ihm: Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König von Israel! 50 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir gesagt habe, dass ich dich gesehen habe unter dem Feigenbaum. Du wirst noch Größeres sehen als das. 51 Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf- und herabfahren über dem Menschensohn. 

Johannes 1,43-51

Abendlese

Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hatte er gleichermaßen daran Anteil, auf dass er durch den Tod die Macht nähme dem, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel, 15 und die erlöste, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte sein mussten. 16 Denn er nimmt sich nicht der Engel an, sondern der Kinder Abrahams nimmt er sich an. 17 Daher musste der Sohn in allem seinen Brüdern gleich werden, auf dass er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des Volkes. 18 Denn da er selber gelitten hat und versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden. 

Hebräer 2,14-18

Bekenntnislese

Nun ist es gewiß, daß zu einer rechten Buße nicht genug ist, allein das Gesetz zu predigen, denn es schreckt allein die Gewissen; sondern es muß dazukommen auch das Evangelium, nämlich daß die Sünden ohne Verdienst vergeben werden um Christus’ willen, daß wir durch den Glauben erlangen Vergebung der Sünden. Das ist so gewiß und also klar, daß, wo die Widersacher das werden anfechten und Christum und den Glauben von der Buße scheiden, sie billig für Lästerer des Evangelii und Christi geachtet werden.

Darum soll man die Worte des großen, hohen Propheten Daniel nicht allein auf des bloße Werk, auf die Almosen, deuten und ziehen, sondern auch den Glauben ansehen. Man muß der Propheten Worte, welche voll Glaubens und Geistes gewesen, nicht so heidnisch ansehen als Aristotelis oder eines andern Heiden. Aristoteles hat auch Alexandrum vermahnt, daß er seine Macht nicht zu eigenem Mutwillen, sondern zur Besserung von Land und Leuten brauchen sollte. Das ist recht und wohl geschrieben; man kann auch vom königlichen Amt nicht Besseres predigen oder schreiben. Aber Daniel sagt seinem König nicht allein von seinem königlichen Amt, sondern von Versöhnung mit Gott und von den hohen, großen, geistlichen Sachen, welche gar hoch und weit über alle menschlichen Gedanken und Werke gehen. Darum sind seine Worte nicht allein von Werken und Almosen zu verstehen, welche auch ein Heuchler tun kann, sondern vornehmlich vom Glauben. Daß man aber muß Glauben hier verstehen, da wir von reden, das ist, glauben, daß Gott Sünde durch Barmherzigkeit, nicht um unsers Verdienstes willen vergebe, das beweist der Text selbst. Erstlich damit, denn es sind zwei Stücke in Daniels Predigt. Das eine ist Gesetzpredigt und Strafe.

Das andere ist die Verheißung oder Absolution. Wo nun Verheißung ist, muß Glaube sein. Denn Verheißung kann nicht anders empfangen werden, denn daß sich das Herz verläßt auf solch Gotteswort und siehet nicht an eigene Würdigkeit oder Unwürdigkeit. Darum fordert Daniel auch Glauben; denn also lautet die Verheißung: „Deine Sünden werden geheilet.“ Dieses Wort ist eine recht prophetische und evangelische Predigt. Denn Daniel weiß, daß durch den künftigen Samen, Christum, nicht allein den Juden, sondern auch den Heiden Vergebung der Sünden, Gnade und ewiges Leben zugesagt war, sonst hätte er den König nicht also können trösten. Denn es ist nicht Menschenwerk, einem erschrockenen Gewissen gewißlich Vergebung der Sünden zusagen und trösten, daß Gott nicht mehr zürnen wolle; da muß man von Gottes Willen Zeugnis aus Gottes Wort haben, wie denn Daniel die hohen Verheißungen vom künftigen Samen gewußt und verstanden hat. Dieweil er nun eine Promission setzt, ist klar und offenbar, daß er Glauben fordert, da wir von reden. Daß er aber spricht: „Deine Sünden löse mit Gerechtigkeit und deine Übertretungen mit Wohltaten gegen die Armen“, ist eine Summa einer ganzen Predigt und ist so viel: Bessere dich! Und ist wahr, so wir uns bessern, werden wir los von Sünden.

Apologie IV,256-262

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilato, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

LKG S. 13f

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Matthäus 6,9-13

Segen

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.  Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.  Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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Mit einem Wort: Er ist die Pforte zu dieses und des andern Lebens Freuden.

Portal der Dominikanischen Kirche in Colmar (Frankreich)

Denn eben drum hat er den Grimm des Kreuzes auch am Leibe wollen tragen, daß seine Pein ihm möge sein ein unverrückt Erinnrung unsrer Plagen.

Mit einem Wort: Er ist die Pforte zu dieses und des andern Lebens Freuden. Er macht behend ein selig End an alle dem, was fromme Herzen leiden.

Laß aller Welt ihr Gut und Geld und siehe nur, daß dieser Schatz Dir bleibe. Wer den hier fest hält und nicht läßt, den ehrt und krönt er dort an Seel und Leibe.

Paul Gerhardt 1653 LKG 103,13-15

Kollekte

Allmächtiger, ewiger Gott, Du hast unseren Herrn Jesus Christus bei seiner Taufe am Jordan als Deinen lieben Sohn offenbart und den Geist auf ihn herabgesandt: wir bitten Dich, gib, daß auch wir als Deine getauften Kinder in Deinem Wohlgefallen stehen und von Deinem Geist geleitet werden. Durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

Evangelisch-Lutherische Kirchenagende (SELK). Bd.1. Herder: Freiburg u.a. 1997. S.42

Fortlaufende Lese

Und danach ging er hinaus und sah einen Zöllner mit Namen Levi am Zoll sitzen und sprach zu ihm: Folge mir nach!  28 Und er verließ alles, stand auf und folgte ihm nach.  29 Und Levi richtete ihm ein großes Mahl zu in seinem Haus, und viele Zöllner und andre saßen mit ihm zu Tisch.  30 Und die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten murrten und sprachen zu seinen Jüngern: Warum esst und trinkt ihr mit den Zöllnern und Sündern?  31 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken.  32 Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße. 

Lukas 5,27-32

Morgenlese

Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott, erwecken aus dir und aus deinen Brüdern; dem sollt ihr gehorchen. 16 Ganz so wie du es von dem HERRN, deinem Gott, erbeten hast am Horeb am Tage der Versammlung und sprachst: Ich will hinfort nicht mehr hören die Stimme des HERRN, meines Gottes, und dies große Feuer nicht mehr sehen, damit ich nicht sterbe. 17 Und der HERR sprach zu mir: Sie haben recht geredet. 18 Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde. 19 Doch wer meine Worte nicht hören wird, die er in meinem Namen redet, von dem will ich’s fordern. 20 Doch wenn ein Prophet so vermessen ist, dass er redet in meinem Namen, was ich ihm nicht geboten habe, und wenn einer redet in dem Namen anderer Götter, dieser Prophet soll sterben. 21 Wenn du aber in deinem Herzen sagen würdest: Wie kann ich merken, welches Wort der HERR nicht geredet hat? – 22 wenn der Prophet redet in dem Namen des HERRN und es wird nichts daraus und es tritt nicht ein, dann ist das ein Wort, das der HERR nicht geredet hat. Der Prophet hat’s aus Vermessenheit geredet; darum scheue dich nicht vor ihm. 

Deuteronomium (5. Mose) 18,15-22

Abendlese

Als nun Jesus am Galiläischen Meer entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, der Petrus genannt wird, und Andreas, seinen Bruder; die warfen ihre Netze ins Meer; denn sie waren Fischer. 19 Und er sprach zu ihnen: Kommt, folgt mir nach! Ich will euch zu Menschenfischern machen. 20 Sogleich verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach. 21 Und als er von dort weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, im Boot mit ihrem Vater Zebedäus, wie sie ihre Netze flickten. Und er rief sie. 22 Sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten ihm nach. 23 Und er zog umher in ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk. 24 Und die Kunde von ihm erscholl durch ganz Syrien. Und sie brachten zu ihm alle Kranken, mit mancherlei Leiden und Qualen behaftet, Besessene, Mondsüchtige und Gelähmte; und er machte sie gesund. 25 Und es folgte ihm eine große Menge aus Galiläa, aus den Zehn Städten, aus Jerusalem, aus Judäa und von jenseits des Jordans. 

Matthäus 4,18-25

Bekenntnislese

Auch ziehen sie den Spruch aus dem Apostel Jakobo an und sagen: „Sehet ihr nun, daß wir nicht allein durch den Glauben, sondern durch Werke vor Gott gerecht werden?“ Und sie wollen wähnen, der Spruch sei fest, stark wider unsere Lehre. Aber wenn die Widersacher allein ihre Träume außen lassen und nicht hinanflicken, was sie wollen, so ist die Antwort leicht. Denn des Apostels Jakobi Spruch hat wohl seinen einfältigen Verstand, aber die Widersacher erdichten das dazu, daß wir durch unsere Werke verdienen Vergebung der Sünden; item, daß die guten Werke eine Versöhnung seien, dadurch uns Gott gnädig wird; item, daß wir durch die guten Werke überwinden können die große Macht des Teufels, des Todes und der Sünde; item, daß unsere guten Werke an ihnen selbst vor Gott so angenehm und groß geachtet seien, daß wir des Mittlers Christi nicht bedürfen. Der keines ist dem Apostel Jakobo in sein Herz gekommen, welches doch alles die Widersacher sich zu erhalten unterstehen durch den Spruch Jakobi.

So müssen wir nun erst dieses merken, daß dieser Spruch mehr ist wider die Widersacher denn für sie. Denn die Widersacher lehren, der Mensch werde vor Gott fromm und gerecht durch die Liebe und Werke. Von dem Glauben, dadurch wir uns hatten an den Mittler Christum, reden sie nichts. Und das mehr ist, von dem Glauben wollen sie nichts hören noch sehen, unterstehen sich, diese Lehre vom Glauben mit dem Schwert und Feuer zu tilgen. Jakobus aber tut anders; er läßt den Glauben nicht außen, sondern redet vom Glauben, damit läßt er Christum den Schatz und den Mittler bleiben, dadurch wir vor Gott gerecht werden, wie auch Paulus, das er die Summa setzt christlichen Glaubens, setzt er Glauben und Liebe zusammen, 1 Tim. 1, 5: „Die Summa des Gesetzes ist die Liebe aus ungefärbtem Glauben.“

Zum andern zeigt die Sache an ihr selbst an, daß er von Werken redet, welche dem Glauben folgen; denn er zeigt an, daß des Glaube nicht müsse tot, sondern lebendig, kräftig, geschäftig und tätig im Herzen sein. Darum ist Jakobi Meinung nichtgewesen, daß wir durch Werke Gnade oder Vergebung der Sünden verdienen. Denn er redet von Werken derjenigen, welche schon durch Christum gerecht geworden sind, welche schon Gott versöhnt sind und Vergebung der Sünden durch Christum erlangt haben. Darum irren die Widersacher weit, wenn sie aus dem Spruche schließen wollen, daß wir durch gute Werke Gnade und Vergebung der Sünden verdienen, oder daß Jakobus dies wolle, daß wir durch unsere Werke einen Zugang zu Gott haben ohne den Mittler und Versöhner Christum.

Zum dritten, so hatte St. Jakobus zuvor gesagt von der geistlichen Wiedergeburt, daß sie durch des Evangelium geschieht. Denn also sagt er im 1. Kapitel: „Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen.“ So er nun sagt, daß wir durch das Evangelium neugeboren seien, so will er, daß wir durch den Glauben gerecht seien vor Gott geworden. Denn die Verheißung von Christo faßt man allein durch den Glauben, wenn wir durch dieselbe getröstet werden wider die Schrecken des Todes, der Sünde usw. Darum ist seine Meinung nicht, daß wir durch unsere Werke sollten neugeboren werden.

Aus diesem allem ist klar genug, daß der Spruch Jakobi nicht wider uns ist. Denn er schilt da etliche faule Christen, welche allzu sicher waren geworden, machten ihnen Gedanken, sie hätten den Glauben, so sie doch ohne Glauben waren. Darum macht er Unterschied zwischen lebendigem und totem Glauben.

Den toten Glauben nennt er, wo nicht allerlei gute Werke und Früchte des Geistes folgen: Gehorsam, Geduld, Keuschheit, Liebe, usw. Lebendigen Glauben nennt er, das gute Früchte folgen. Nun haben wir gar oft gesagt, was wir glauben nennen. Denn wir nennen daß nicht Glauben, daß man die schlechte Historie wisse von Christo, welches auch in Teufeln ist, sondern das neue Licht und die Kraft, welche der Heilige Geist in den Herzen wirkt, durch welche wir die Schrecken des Todes, der Sünde usw. überwinden. Das heißen wir Glauben.

Ein solch recht christlicher Glaube ist nicht so ein leicht, schlecht Ding, als die Widersacher wähnen wollen. Wie sie denn sagen: Glaube, Glaube, wie bald kann ich glauben! usw. Es ist auch nicht ein Menschengedanke, den ich mir selbst machen könne, sondern ist eine göttliche Kraft im Herzen, dadurch wir neugeboren werden, dadurch wir die große Gewalt des Teufels und des Todes überwinden, wie Paulus sagt zu den Kolossern: „In welchem ihr auch seid auferstanden durch den Glauben, den Gott wirkt“ usw. Derselbe Glaube, dieweil es ein neu göttliche Licht und Leben im Herzen ist, dadurch wir andern Sinn und Mut kriegen, ist lebendig, geschäftig und reich an guten Werken. Darum ist das recht geredet, daß der Glaube nicht recht ist, der ohne Werke ist.

Und ob er sagte, daß wir durch den Glauben und Werke gerecht werden, so sagt er doch nicht, daß wir durch die Werke neugeboren werden; so sagt er auch nicht, daß Christus halb der Versöhner sei, halb unsere Werke, sondern er redet von Christen, wie sie sein sollen, nachdem sie nun neugeboren sind durch das Evangelium. Denn er redet von Werken, die nach dem Glauben folgen sollen; da ist’s recht geredet:

Wer Glauben und gute Werke hat, der ist gerecht. Ja, nicht um der Werke willen, sondern um Christus’ willen, durch den Glauben. Und wie ein guter Baum gute Früchte tragen soll, und doch die Früchte machen den Baum nicht gut, also müssen gute Werke folgen nach der neuen Geburt, wiewohl sie den Menschen nicht vor Gott angenehm machen, sondern wie der Baum zuvor gut sein muß, also müsse der Mensch zuvor Gott angenehm sein durch den Glauben, um Christus’ willen.

Die Werke sind viel zu gering dazu, daß uns Gott um ihretwillen gnädig sein sollte, wo er uns nicht um Christus’ willen gnädig wäre. Also ist Jakobus St. Paulo nicht entgegen, sagt auch nicht, daß wir durch die Werke verdienen Vergebung der Sünden; sagt nicht, daß unsere Werke des Teufels Macht, den Tod, die Sünde, der Hölle Schrecken überwinden und dem Tode Christi gleich seien; er sagt nicht, daß wir durch Werke Gott angenehm werden; er sagt nicht daß unsere Werke die Herzen zur Ruhe bringen und Gottes Zorn überwinden, oder daß wir Barmherzigkeit nicht bedürfen, wenn wir Werke haben: der keines sagt Jakobus, welchen Zusatz doch die Widersacher hinzuflicken an die Worte Jakobi.

Auch führen sie noch mehr Sprüche wider uns, als diesen: Danielis am 4. sagt der Text: „Deine Sünden löse mit Gerechtigkeit und deine Übertretungen mit Almosen gegen die Armen.“ Und Jesaias am 58.: „Brich den Hungrigen dein Brot.“ Item, Luk. 6: „Vergebet, so wird euch vergeben werden.“ Und Matthäi am 5.: „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden die Barmherzigkeit erlangen.“ Auf diese Sprüche und dergleichen von den Werken antworten wir erstlich dieses, nämlich daß (wie wir oben gesagt) das Gesetz niemand halten kann ohne Glauben, so kann niemand Gott gefallen ohne Glauben an Christum, wie er sagt: „ohne mich könnt ihr nichts tun“; item, wie Paulus sagt: „Durch Christum haben wir einen Zugang zu Gott durch den Glauben.“ Darum, sooft die Schrift der Werke gedenkt, so will sie allenthalben das Evangelium von Christo und den Glauben mit gemeint haben. Zum andern, so sind die Sprüche aus Daniel und andern (so jetzund erzählt) fast alle Predigten von der Buße. Erstlich predigen sie das Gesetz, zeigen die Sünde an und vermahnen zur Besserung und guten Werken. Zum andern ist daneben eine Verheißung, daß Gott wolle gnädig sein. Nun ist es gewiß, daß zu einer rechten Buße nicht genug ist, allein das Gesetz zu predigen, denn es schreckt allein die Gewissen; sondern es muß dazukommen auch das Evangelium, nämlich daß die Sünden ohne Verdienst vergeben werden um Christus’ willen, daß wir durch den Glauben erlangen Vergebung der Sünden. Das ist so gewiß und also klar, daß, wo die Widersacher das werden anfechten und Christum und den Glauben von der Buße scheiden, sie billig für Lästerer des Evangelii und Christi geachtet werden.

Apologie IV,244-255

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilato, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

LKG S. 13f

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Matthäus 6,9-13

Segen

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.  Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.  Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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