So lauft mit schnelle Schritten, den König zu besehn

Berliner Weihnachtsbaum 1856: Aquarell mit Scherenschnitten. Frankfurter Goethe-Haus. Nach einem von Herman Grimm (Sohn von Wilhelm Grimm) gezeichnet und mit Scherenschnitten aus Goldfolie und schwarzem Papier geschmückt.

So lauft mit schnellen Schritten, den König zu besehn, dieweil er kommt geritten, stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann.

Der König will bedenken die, welch er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns gibt durch seine Gnad und Wort. Ja, König, hoch erhoben, wir alle wollen loben. Dich freudig hier und dort.

Nun, Herr, Du giebst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; Du liebest unvergleichlich, Du jagst den Sündern nach. Drum wollen wir all in ein die Stimmen hoch erschwingen, Dir Hosianna singen und ewig dankbar sein.

Johann Rist 1651 (LKG 78,7-9)

Halleluja. Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe. Halleluja. Es ist der Herr mächtig im Streite. Halleluja. Halleluja. 

Psalm 24:7

Kollekte

O Gott, der Du uns durch das Gedächtnis unserer Erlösung alljährlich aufs neue erfreust: gib, daß wir Deinen eingeborenen Sohn, den wir freudenvoll als unseren Erlöser empfangen auch bei seinem Kommen zum Gericht getrost und im Frieden schauen. Durch unseren Herrn Jesum Christum Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. 

Agende für evangelisch-lutherische Kirchen und Gemeinden. Bd.1. Der Hauptgottesdienst mit Predigt und heiligem Abendmahl und die sonstigen Predigt- und Abendmahlsgottesdienste. Ausgabe für den Pfarrer. Lutherisches Verlagshaus: Berlin, 1955. S.10

Fortlaufende Lese

Und sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach:  68 Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk  69 und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils im Hause seines Dieners David –  70 wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten –,  71 dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen,  72 und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund,  73 an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben,  74 dass wir, erlöst aus der Hand der Feinde, ihm dienten ohne Furcht  75 unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.  76 Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest  77 und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden,  78 durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe,  79 auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.  80 Und das Kindlein wuchs und wurde stark im Geist. Und er war in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er vor das Volk Israel treten sollte. 

Lukas 1,67-80 (Lobgesang des Zacharias)

Morgenlese

Von Weisheit reden wir aber unter den Vollkommenen; doch nicht von einer Weisheit dieser Welt, auch nicht der Herrscher dieser Welt, die vergehen. 7 Sondern wir reden von der Weisheit Gottes, die im Geheimnis verborgen ist, die Gott vorherbestimmt hat vor aller Zeit zu unserer Herrlichkeit, 8 die keiner von den Herrschern dieser Welt erkannt hat; denn wenn sie die erkannt hätten, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. 9 Sondern wir reden, wie geschrieben steht: »Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.« 10 Uns aber hat es Gott offenbart durch den Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes. 

1. Korinther 2,6-10

Abendlese

 Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Tausenden[1] in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. 2 Indes lässt er sie plagen bis auf die Zeit, dass die, welche gebären soll, geboren hat. Da wird dann der Rest seiner Brüder wiederkommen zu den Israeliten. 3 Er aber wird auftreten und sie weiden in der Kraft des HERRN und in der Hoheit des Namens des HERRN, seines Gottes. Und sie werden sicher wohnen; denn er wird zur selben Zeit herrlich werden bis an die Enden der Erde. 4 Und er wird der Friede sein. Wenn Assur in unser Land fällt und in unsere festen Häuser einbricht, so werden wir sieben Hirten und acht Fürsten dagegen aufstellen.

Micha 5,1-4

Bekenntnislese: Apologie 1&2,9.

Artikel I. Von Gott

Den ersten Artikel unsers Bekenntnisses lassen ihnen die Widersacher gefallen, in welchem angezeigt wird, wie wir glauben und lehren, daß da sei ein ewiges, einiges, unzerteiltes göttliches Wesen und doch drei unterschiedene Personen in einem göttlichen Wesen, gleich mächtig, gleich ewig, Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiliger Geist.

Diesen Artikel haben wir allzeit also rein gelehrt und verfochten, halten auch und sind gewiß, daß derselbe so starken, guten, gewissen Grund in der Heiligen Schrift hat, daß es niemand möglich sei, den zu tadeln oder umzustoßen. Darum schließen wir frei, daß alle diejenigen abgöttisch, Gotteslästerer und außerhalb der Kirche Christi seien, die da anders halten oder lehren.

Artikel II. Von der Erbsünde

Den andern Artikel, von der Erbsünde, lassen ihnen auch die Widersacher gefallen, doch fechten sie an, als haben wir’s nicht recht getroffen, da wir gesagt, was die Erbsünde sei, so wir doch zufällig allein des Orts davon geredet. Da wird alsbald im Eingang die kaiserliche Majestät befinden, daß unsere Widerwärtigen in dieser hochwichtigen Sache oft gar nichts merken noch verstehen, wiederum auch oft unsere Worte böslich und mit Fleiß uns verkehren oder je zu Mißverstand deuten. Denn so wir aufs allereinfältigste und klärste davon geredet, was die Erbsünde sei oder nicht sei, so haben sie aus eitel Gift und Bitterkeit die Worte, so an ihnen selbst recht und schlecht geredet, mit Fleiß übel und unrecht gedeutet, Denn also sagen sie: „Ihr sprecht, die Erbsünde sei dieses, daß uns ein solcher Sinn und Herz angeboren ist, darin keine Furcht Gottes, kein Vertrauen gegen Gott ist, das ist je eine wirkliche Schuld und selbst ein Werk oder actualis culpa; darum ist’s nicht Erbsünde.“

Es ist leichtlich zu merken und abzunehmen, daß solche cavillatio von Theologen, nicht von des Kaisers Rat herkommt. Wiewohl wir nun solche neidische, gefährliche, mutwillige Deutungen wohl wissen zu widerlegen, doch, daß alle redlichen und ehrbaren Leute verstehen mögen, daß wir in dieser Sache nichts Ungeschicktes lehren, so bitten wir, sie wollen unsere vorige deutsche Konfession, so zu Augsburg überantwortet, ansehen; die wird genug anzeigen, daß wir nichts Neues oder Ungehörtes lehren. Denn in derselben ist also geschrieben: „Weiter wird gelehrt, daß nach dem Fall Adams alle Menschen, so natürlich geboten werden, in Sünden empfangen und geboren werden, das ist, daß sie alle von Mutterleibe an voll böser Lüste und Neigung sind, keine wahre Gottesfurcht, keinen wahren Glauben an Gott von Natur haben können.“

In diesem erscheint genug, daß wir von allen, so aus Fleisch geboren sind, sagen, daß sie untüchtig sind zu allen Gottessachen, Gott nicht herzlich fürchten, ihm nicht glauben noch vertrauen können. Da reden wir von angeborner böser Art des Herzens, nicht allein von actuali culpa oder von wirklicher Schuld und Sünde. Denn wir sagen, daß in allen Adamskindern eine böse Neigung und Lust sei, und daß niemand ihm selbst ein Herz könne oder vermöge zu machen, das Gott erkenne oder Gott herzlich vertraue, herzlich fürchte. Ich wollte doch gerne hören, was sie da schelten wollen oder möchten. Denn fromme, redliche Leute, denen die Wahrheit lieb, sehen ohne allen Zweifel, daß dieses recht und wahr ist. Denn auf die Meinung sagen wir in unserm lateinischen Bekenntnis, daß in einem natürlichen Menschen nicht potentia, das ist, nicht so viel Könnens, Vermögens sei auch nicht an unschuldigen Kindlein, welche auch aus Adam untüchtig sind, immer herzlich Gott zu fürchten und herzlich Gott zu lieben. In den Alten aber und Erwachsenen sind noch über die angeborne böse Art des Herzens auch noch actus und wirkliche Sünden. Darum wenn wir angeborne böse Lust nennen, meinen wir nicht allein die actus, böse Werke oder Früchte, sondern inwendig die böse Neigung, welche nicht aufhört, solange wir nicht neugeboren werden durch Geist und Glauben.

Aber danach wollen wir mit mehr Worten anzeigen, daß wir von der Erbsünde, nämlich was dieselbe sei oder nicht, auch auf geübte, alte Weise der Scholastiker und nicht so ungewöhnlich geredet haben. Ich muß aber erst anzeigen, aus was Ursachen ich an dem Ort vornehmlich solcher und nicht anderer Worte habe brauchen wollen. Die Widersacher selbst reden also davon in ihren Schulen und bekennen, daß die Materie oder Materiale der Erbsünde, wie sie es nennen, sei böse Lust. Darum, so ich habe wollen sagen, was Erbsünde sei, ist das nicht zu übergehen gewesen, sonderlich dieser Zeit, da etliche von derselben angebornen bösen Lust mehr heidnisch aus der Philosophie denn nach dem göttlichen Wort oder nach der Heiligen Schrift reden.

Denn etliche reden also davon, daß die Erbsünde an der menschlichen Natur nicht sei eine angeborne böse Art, sondern allein ein Gebrechen und aufgelegte Last oder Bürde, die alle Adamskinder um fremder Sünde willen, nämlich Adams Sünde halben, tragen müssen, und darum alle sterblich seien, nicht daß sie selbst alle von Art und aus Mutterleibe Sünde ererbten. Darüber sagen sie dazu, daß kein Mensch ewig verdammt werde allein um der Erbsünde oder Erbjammers willen, sondern gleichwie von einer leibeigenen Magd leibeigene Leute und Erbknechte geboren werden, nicht ihrer eigenen Schuld halben, sondern daß sie der Mutter Unglücks und Elends entgelten und tragen müssen, so sie doch an ihnen selbst, wie andere Menschen, ohne Wandel geboren werden: so sei die Erbsünde auch nicht ein angebornes Übel, sondern allein ein Gebrechen und Last, die wir von Adam tragen, aber für uns selbst darum nicht in Sünden und Erbungnaden stecken.

Damit ich nun anzeigte, daß uns solche unchristliche Meinung nicht gefiele, habe ich dieser Worte gebraucht: „Alle Menschen von Mutterleibe an sind alle voll böser Lüste und Neigung“ und nenne die Erbsünde auch darum eine Seuche, anzuzeigen, daß nicht ein Stück, sondern der ganze Mensch mit seiner ganzen Natur mit einer Erbseuche von Art in Sünden geboren wird.

Darum nennen wir es auch nicht allein eine böse Lust, sondern sagen auch, daß alle Menschen in Sünden ohne Gottesfurcht, ohne Glauben geboren werden. Dasselbe setzen wir nicht ohne Ursache dazu. Die Schulzänker oder Scholastici, die reden von der Erbsünde, als sei es allein ein leichtes, geringes Gebrechen, und verstehen nicht, was die Erbsünde sei, oder wie es die andern heiligen Väter gemeint haben. Wenn die Sophisten schreiben, was Erbsünde sei, was der fomes oder böse Neigung sei, reden sie unter andern davon, als sei es ein Gebrechen am Leibe, wie sie denn wunderkindisch von Sachen zu reden pflegen, und geben Fragen vor: ob dasselbe Gebrechen aus Vergiftung des verbotenen Apfels im Paradies oder aus Anblasen der Schlange Adam erst angekommen sei; item, ob es mit dem Gebrechen die Arznei je länger, je ärger macht.

Mit solchen zänkischen Fragen haben sie diese ganze Hauptsache und die vornehmste Frage, was die Erbsünde doch sei, gar verwirrt und unterdrückt. Darum, wenn sie von der Erbsünde reden, lassen sie das Größte und Nötigste außen, und unsers rechten, größten Jammers gedenken sie gar nicht, nämlich daß wir Menschen alle also von Art geboren werden, daß wir Gott oder Gottes Werk nicht kennen, nicht sehen noch merken, Gott verachten, Gott nicht ernstlich fürchten noch vertrauen, seinem Gericht oder Urteil feind sind; item, daß wir alle von Natur vor Gott als einem Tyrannen fliehen, wider seinen Willen zürnen und murren, item, uns auf Gottes Güte gar nicht verlassen noch wagen, sondern allzeit mehr auf Geld, Gut, Freunde verlassen. Diese geschwinde Erbseuche, durch welche die ganze Natur verderbt, durch welche wir alle solch Herz, Sinn und Gedanken von Adam ererben, welches stracks wider Gott und das erste, höchste Gebot Gottes ist, übergehen die Scholastici und reden davon, als sei die menschliche Natur unverderbt, vermöge, Gott groß zu achten, zu lieben über alles, Gottes Gebote zu halten usw., und sehen nicht, daß sie wider sich selbst sind.

Gebet im Advent 

Herr Gott, himmlischer Vater, wir preisen Dich, daß Du Deinen Sohn Jesum Christum uns zugut in die Welt gesandt hast und Dich ihm aller Menschen herzlich annimmst. 

Dir sei Dank, daß Du unsere harten Herzen und unsere Untreue nicht ansiehst und zu uns kommst in Wort und Sakrament. 

Herr, entziehe uns Deine Gnade nicht, laß sie neu werden über Deiner Kirche und mehre unter uns Dein Reich. 

Erfülle die Diener des Evangeliums mit dem Geist der Wahrheit, der Liebe und der Kraft, daß sie mit Freuden Dein Heil verkündigen und in Lauterkeit ihren Wandel führen. 

Pflanze durch Dein Wort den Glauben in unsere Herzen, daß wir in rechter Furcht vor Dir wandeln. Die im Schlaf der Sicherheit liegen, wecke auf; die geistlich Toten rufe zum Leben. Denen, die sich reich und satt dünken, zeige ihre Armut. 

Führe wieder herzu, die untreu geworden sind. Vollende in uns alle das angefangene Werk. Stärke die Schwachen, tröste die Traurigen, gib Sieg den Kämpfenden, bewahre die Treuen. 

Du Gott des Friedens, heilige uns durch und durch, auf daß unser Geist ganz samt Seele und Leib unsträflich bewahret werde auf die Zukunft unseres Herrn Jesu Christi. Getreu bist Du, der Du uns berufen hast; Du wirst es auch tun. Dir sei Ehre in Ewigkeit! Amen. 

Agende s.o. S. 356

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

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Auf, auf Ihr Reichsgenossen, Eur König kommt heran!

Auf, auf, ihr Reichsgenossen, Eur König kommt heran! Empfahet unverdrossen den großen Wundermann. Ihr Christen, geht herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosianna singen mit heiliger Begier.

Auf, Ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da. Seht, wie so mancher Ort hochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können im Nachtmahl, Tauf und Wort.

Auf, auf, Ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern. Seid fröhlich, Ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern. Der Herr will in der Not mit reichem Trost Euch speisen, er will Euch Hilf erweisen, ja dämpfen gar den Tod.

Und wenn gleich Krieg und Flammen uns alles rauben hin, Geduld! – weil ihm zusammen gehört doch der Gewinn. Wenn gleich ein früher Tod die Kinder uns genommen, wohlan, so sind sie kommen ins Leben aus der Not.

Frischauf in Gott, Ihr Armen, der König sorgt für Euch; er will durch sein Erbarmen Euch machen groß und reich. Der an das Tier gedacht, der wird auch Euch ernähren; was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht.

Frisch auf, Ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht, an uns, sein´ Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein, noch Zorn hinfort uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein.

Johann Rist 1651 (LKG 78,1-6)

Halleluja. Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe. Halleluja. Es ist der Herr mächtig im Streite. Halleluja. Halleluja. 

Psalm 24:7

Kollekte

O Gott, der Du uns durch das Gedächtnis unserer Erlösung alljährlich aufs neue erfreust: gib, daß wir Deinen eingeborenen Sohn, den wir freudenvoll als unseren Erlöser empfangen auch bei seinem Kommen zum Gericht getrost und im Frieden schauen. Durch unseren Herrn Jesum Christum Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. 

Agende für evangelisch-lutherische Kirchen und Gemeinden. Bd.1. Der Hauptgottesdienst mit Predigt und heiligem Abendmahl und die sonstigen Predigt- und Abendmahlsgottesdienste. Ausgabe für den Pfarrer. Lutherisches Verlagshaus: Berlin, 1955. S.10

Fortlaufende Lese

Und für Elisabeth kam die Zeit, dass sie gebären sollte; und sie gebar einen Sohn.  58 Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, dass der Herr große Barmherzigkeit an ihr getan hatte, und freuten sich mit ihr.  59 Und es begab sich am achten Tag, da kamen sie, das Kindlein zu beschneiden, und wollten es nach seinem Vater Zacharias nennen.  60 Aber seine Mutter antwortete und sprach: Nein, sondern er soll Johannes heißen.  61 Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt.  62 Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn nennen lassen wollte.  63 Und er forderte eine kleine Tafel und schrieb: Er heißt Johannes. Und sie wunderten sich alle.  64 Und sogleich wurde sein Mund und seine Zunge aufgetan, und er redete und lobte Gott.  65 Und es kam Furcht über alle Nachbarn; und diese ganze Geschichte wurde bekannt auf dem ganzen Gebirge Judäas.  66 Und alle, die es hörten, nahmen’s zu Herzen und sprachen: Was wird aus diesem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. 

Lukas 1,57-66

Morgenlese

Und dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden zu ihm sandten aus Jerusalem Priester und Leviten, dass sie ihn fragten: Wer bist du? 20 Und er bekannte und leugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht der Christus. 21 Und sie fragten ihn: Was dann? Bist du Elia? Er sprach: Ich bin’s nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein. 22 Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du dann?, dass wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst? 23 Er sprach: »Ich bin die Stimme eines Predigers[5] in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn!«, wie der Prophet Jesaja gesagt hat. 24 Und sie waren abgesandt von den Pharisäern, 25 und sie fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufst du denn, wenn du nicht der Christus bist noch Elia noch der Prophet? 26 Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennt. 27 Der wird nach mir kommen, und ich bin nicht wert, dass ich seine Schuhriemen löse. 28 Dies geschah in Betanien jenseits des Jordans, wo Johannes taufte. 

Johannes 1,19-28

Abendlese

Paulus, ein Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel, ausgesondert zu predigen das Evangelium Gottes, 2 das er zuvor verheißen hat durch seine Propheten in der Heiligen Schrift, 3 von seinem Sohn, der geboren ist aus dem Geschlecht Davids nach dem Fleisch, 4 der eingesetzt ist als Sohn Gottes in Kraft nach dem Geist, der da heiligt, durch die Auferstehung von den Toten – Jesus Christus, unserm Herrn. 5 Durch ihn haben wir empfangen Gnade und Apostelamt, den Gehorsam des Glaubens um seines Namens willen aufzurichten unter allen Heiden, 6 zu denen auch ihr gehört, die ihr berufen seid von Jesus Christus. 7 An alle Geliebten Gottes und berufenen Heiligen in Rom: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus! 

Römer 1,1-7

Bekenntnislese: Vorrede der Apologie

Aus dem Latein verdeutscht durch Justus Jonas

Philippus Melanchthon dem Leser.

Als das Bekenntnis unserer gnädigsten und gnädigen Herren, des Kurfürsten zu Sachsen und der Fürsten diese Teils, zu Augsburg öffentlich vor kaiserlicher Majestät und den Ständen des Reichs ist verlesen worden, haben etliche Theologi und Mönche wider dasselbe Bekenntnis und Konfession eine Antwort und Widerlegung gestellt, welche dann kaiserliche Majestät hernach vor Ihrer Majestät, den Kurfürsten, Fürsten und Ständen des Reichs verlesen lassen, und hat begehrt, daß unsere Fürsten aus solche Meinung forthin wollten zu glauben, auch zu lehren und zu halten willigen.

Dieweil aber die unsern angehört, daß in solcher Antwort der Theologen viele Artikel verworfen, welche sie ohne Beschwerung der Gewissen und mit Gott nicht könnten lassen verwerfen, haben sie der Antwort oder der Konfutation Abschrift gebeten, damit sie eigentlich sehen und erwägen möchten, was die Widersacher zu verdammen sich unterstünden, und desto richtiger aus ihre Ursache und vorgebrachten Gründe wieder antworten möchten.

Und in dieser großen, hochwichtigsten Sache, welche nicht Zeitliches, sondern eine gemeine Religion, aller Heil und Wohlfahrt der Gewissen und wiederum auch große Fährlichkeit und Beschwerung derselben belangt, haben es die unsern gewiß dafürgehalten, daß die Widersacher solche Abschrift ohne alle Beschwerung ganz willig und gern überreichen oder auch uns anbieten würden.

Aber die unsern haben solches gar nicht anders erlangen mögen denn mit fast sehr beschwerlichen angehefteten Verpflichtungen und Konditionen, welche sie in keinem Weg haben willigen mögen.

Danach ist eine Unterhandlung und etliche Wege der Güte oder Sühne vorgenommen, da sich denn die unsern aufs höchste erboten, alles gern zu tragen, zu dulden und zu tun, was ohne Beschwerung der Gewissen geschehen könnte.

Aber die Widersacher haben darauf allein hart gestanden, daß wir in etliche öffentliche Mißbräuche und Irrtümer haben willigen sollen, und so wir das nicht tun könnten noch wollten, hat die kaiserliche Majestät wider begehrt, daß unsere Herren und Fürsten willigen sollten, so zu glauben, so zu halten, wie der Theologen Konfutation lautet, welches unsere Fürsten ganz und gar abgeschlagen haben.

Denn wie sollten Ihre Kur= und Fürstlichen Gnaden in so hoher, allerwichtigsten Sache, vieler und ihre eigene Seele und Gewissen belangend, in eine Schrift willigen, die man ihnen nicht übergeben noch zu überlesen vergönnen oder überreichen wollte, sonderlich so sie in der Verlesung angehört, daß solche Artikel verworfen waren, die sie nicht möchten noch könnten nachgeben, sie wollten denn öffentlich wider Gott und Ehrbarkeit handeln?

Derhalben Ihre Kur- und Fürstlichen Gnaden mir und andern befohlen, eine Schutzrede oder Apologie unsers ersten Bekenntnisses zu stellen, in welcher der kaiserlichen Majestät Ursachen angezeigt würden, warum wir die Konfutation nicht annehmen, und warum dieselbe nicht gegründet wäre. 6

Denn ob man uns wohl Abschrift und Kopie über unser Flehen, Bitten und höchstes Ansuchen versagt, so hatten die unsern doch in Verlesung der Konfutation die Summa der Argumente fast in Eile und als im Fluge gefangen und aufgezeichnet, darauf wir die Apologie dasmal, so uns Kopie endlich versagt, stellen mußten.

Dieselbe Apologie haben die unsern zuletzt, als sie von Augsburg Abschied genommen, der kaiserlichen Majestät überantwortet, damit Ihre Majestät verstehen möchte, daß es ganz große, hochwichtige Ursache hätte, warum wir die Konfutation nicht hätten mögen willigen. Aber die kaiserliche Majestät hat die überantwortete Apologie geweigert anzunehmen.

Danach ist gleichwohl ein Dekret ausgegangen, darin die Widersacher sich mit Ungrund rühmen, daß sie unser Bekenntnis aus der Heiligen Schrift widerlegt haben.

Dagegen aber hat jedermann unsere Apologie und Schutzrede, daraus er wird sehen, wie und was die Widersacher geurteilt haben. Denn wir haben es hier eigentlich erzählt, wie es ergangen, und nicht anders, weiß Gott! So haben wir auch hier klar angezeigt, wie sie etliche Artikel wider die öffentliche, helle Schrift und klare Worte des Heiligen Geistes verdammt haben, und dürfen nimmermehr mit der Wahrheit sagen, daß sie einen Tüttel aus der Heiligen Schrift wider uns verantwortet hätten.

Wiewohl ich nun anfänglich zu Augsburg diese Apologie hatte angefangen mit Rat und Bedenken etlicher anderer, so habe ich doch jetzund, so dieselbe in Druck ausgehen sollte, etwas dazugetan. Darum schreibe ich auch hier meinen Namen dran, damit niemand klagen möge, das Buch sei ohne Namen ausgegangen.

Ich habe mich bisher, soviel mir möglich gewesen, geflissen, von christlicher Lehre nach gewöhnlicher Weise zu reden und zu handeln, damit man mit der Zeit desto leichtlicher zusammenrücken und sich vergleichen könnte, wiewohl ich diese Sache mit Fug weiter von ihrer gewöhnlichen Weise hätte führen mögen.

Die Widersacher handeln aber diese Sache dagegen also unfreundlich, daß sie sich genug merken lassen, daß sie weder Wahrheit noch Einigkeit suchen, sondern allein unser Blut zu saufen.

Nun habe ich auf diesmal auch noch aufs gelindeste geschrieben; wo aber etwas Geschwindes in diesem Buche ist, will ich solches nicht wider kaiserliche Majestät oder die Fürsten, welchen ich gebührliche Ehre gern erzeige, sondern wider die Mönche und Theologen geredet haben. Denn ich habe erst neulich die Konfutation bekommen recht zu lesen und merke, daß viel darin so gefährlich, so giftig und neidisch geschrieben, daß es auch an etlichen Orten fromme Leute betrügen möchte.

Ich habe aber nicht alle zänkischen, mutwilligen Ränke der Widersacher gehandelt; denn da wären unzählige Bücher von zu schreiben. Ihre besten, höchsten Gründe habe ich gefaßt, daß bei hohen und niedern Ständen, bei den jetzigen und unsern Nachkommen, bei allen eingebornen Deutschen, auch sonst aller Welt, allen fremden Nationen ein klar Zeugnis vor Augen sei und ewig stehen bleibe, daß wir rein, göttlich, recht von dem Evangelio Christi gelehrt haben.

Wir haben wahrlich nicht Lust oder Freude an Uneinigkeit; auch sind wir nicht so gar stock= oder steinhart, daß wir unsere Gefahr nicht bedenken. Denn wir sehen und merken, wie die Widersacher in dieser Sache uns so mit großem Gift und Bitterkeit suchen und bis hierher gesucht haben an Leib, Leben und allem, was wir haben. Aber wir wissen die öffentliche göttliche Wahrheit, ohne welche die Kirche Christi nicht kann sein oder bleiben, und das ewige heilige Wort des Evangelii nicht zu verleugnen oder zu verwerfen.

Derhalben, so wir um des Herrn Christi und um dieser allerhöchsten, wichtigsten Sache willen, an welcher der ganze heilige christliche Glaube, die ganze christliche Kirche gelegen ist, noch größeren Widerstand, Fahr oder Verfolgung warten oder ausstehen sollen, wollen wir in so ganz göttlicher, rechter Sache gern leiden und vertrösten uns des gänzlich, sind’s auch gewiß, daß der heiligen, göttlichen Majestät im Himmel und unserm lieben Heiland Jesu Christo dieses wohlgefällt, und nach dieser Zeit werden Leute sein und unsere Nachkommen, die gar viel anders und mit mehr Trauen von diesen Sachen urteilen werden.

Denn es können die Widersacher selbst nicht verneinen noch leugnen, daß viele und die höchsten, nötigsten Artikel der christlichen Lehre, ohne welche die christliche Kirche samt der ganzen christlichen Lehre und Namen würde vergessen und untergehen, durch die unsern wieder an Tag gebracht seien. Denn mit was zänkischen, vergeblichen, unnützen, kindischen Lehren viele nötige Stücke vor wenig Jahren bei Mönchen, Theologen, Kanonisten und Sophisten unterdrückt gewesen, will ich hier diesmal nicht erzählen; es soll noch wohl kommen.

Wir haben, Gott Lob! Zeugnis von vielen hohen, ehrlichen, redlichen, gottesfürchtigen Leuten, welche Gott von Herzen danken für die unaussprechlichen Gaben und Gnaden, daß sie in den allernötigsten Stücken der ganzen Schrift von uns viel klarere, gewissere, eigentlichere, richtigere Lehre und Trost der Gewissen haben, denn in allen Büchern der Widersacher immer gefunden ist.

Darum wollen wir, so die erkannte helle Wahrheit je mit Füssen getreten wird, diese Sache hier Christo und Gott im Himmel befehlen, der der Waisen und Witwen Vater und aller Verlassenen Richter ist; der wird (das wissen wir je fürwahr) diese Sache urteilen und recht richten. Und du, Herr Jesu Christ, dein heiliges Evangelium, deine Sache ist es; wollest ansehen so manch betrübt Herz und Gewissen und deine Kirchen und Häuflein, die vom Teufel Angst und Not leiden, erhalten und stärken deine Wahrheit! Mache zuschanden alle Heuchelei und Lügen und gib also Frieden und Einigkeit, daß deine Ehre vorgehe und dein Reich wider alle Pforten der Hölle kräftig ohne Unterlaß wachse und zunehme!

Vorrede zur Apologie von Philipp Melanchthon verdeutscht von Justus Jonas.

Gebet im Advent 

Herr Gott, himmlischer Vater, wir preisen Dich, daß Du Deinen Sohn Jesum Christum uns zugut in die Welt gesandt hast und Dich ihm aller Menschen herzlich annimmst. 

Dir sei Dank, daß Du unsere harten Herzen und unsere Untreue nicht ansiehst und zu uns kommst in Wort und Sakrament. 

Herr, entziehe uns Deine Gnade nicht, laß sie neu werden über Deiner Kirche und mehre unter uns Dein Reich. 

Erfülle die Diener des Evangeliums mit dem Geist der Wahrheit, der Liebe und der Kraft, daß sie mit Freuden Dein Heil verkündigen und in Lauterkeit ihren Wandel führen. 

Pflanze durch Dein Wort den Glauben in unsere Herzen, daß wir in rechter Furcht vor Dir wandeln. Die im Schlaf der Sicherheit liegen, wecke auf; die geistlich Toten rufe zum Leben. Denen, die sich reich und satt dünken, zeige ihre Armut. 

Führe wieder herzu, die untreu geworden sind. Vollende in uns alle das angefangene Werk. Stärke die Schwachen, tröste die Traurigen, gib Sieg den Kämpfenden, bewahre die Treuen. 

Du Gott des Friedens, heilige uns durch und durch, auf daß unser Geist ganz samt Seele und Leib unsträflich bewahret werde auf die Zukunft unseres Herrn Jesu Christi. Getreu bist Du, der Du uns berufen hast; Du wirst es auch tun. Dir sei Ehre in Ewigkeit! Amen. 

Agende s.o. S. 356

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

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4. Advent: Freue Dich sehr, Du Tochter Zion, und jauchze, Du Tochter Jerusalem! Siehe Dein König kommt zu Dir, ein Gerechter und ein Helfer.

Tauet, Ihr Himmel, von oben und Ihr Wolken, regnet den Gerechten; die Erde tue sich auf und bringe den Heiland. Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündiget seiner Hände Werk. Ein Tag sagts dem anderen, und eine Nacht tuts kund der andern. Ihr Schall geht aus in alle Lande und ihre Rede an der Welt Ende. Er hat der Sonne eine Hütte am Himmel gemacht und dieselbe geht heraus, sie gehet wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und freuet sich wie ein Held, zu laufen den Weg. Sie gehet auf an einem Ende des Himmels und läuft um bis wieder an sein Ende und bleibt nichts von ihrer Glut verborgen. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist wie es war im Anfang, ist jetzt und bleibt immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Psalm 19:2f.5ff

Alttestamentliche Lese

Um Zions willen will ich nicht schweigen, und um Jerusalems willen will ich nicht innehalten, bis seine Gerechtigkeit aufgehe wie ein Glanz und sein Heil brenne wie eine Fackel, 2 dass die Völker sehen deine Gerechtigkeit und alle Könige deine Herrlichkeit. Und du sollst mit einem neuen Namen genannt werden, welchen des HERRN Mund nennen wird. 3 Und du wirst sein eine schöne Krone in der Hand des HERRN und ein königlicher Reif in der Hand deines Gottes. 4 Man soll dich nicht mehr nennen »Verlassene« und dein Land nicht mehr »Einsame«, sondern du sollst heißen »Meine Lust« und dein Land »Liebe Frau«; denn der HERR hat Lust an dir, und dein Land hat einen lieben Mann. 5 Denn wie ein junger Mann eine Jungfrau freit, so wird dich dein Erbauer freien, und wie sich ein Bräutigam freut über die Braut, so wird sich dein Gott über dich freuen. 

Jesaja 62,1-5

Kollekte

O Gott, der Du uns durch das Gedächtnis unserer Erlösung alljährlich aufs neue erfreust: gib, daß wir Deinen eingeborenen Sohn, den wir freudenvoll als unseren Erlöser empfangen auch bei seinem Kommen zum Gericht getrost und im Frieden schauen. Durch unseren Herrn Jesum Christum Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit.

Agende für evangelisch-lutherische Kirchen und Gemeinden. Bd.1. Der Hauptgottesdienst mit Predigt und heiligem Abendmahl und die sonstigen Predigt- und Abendmahlsgottesdienste. Ausgabe für den Pfarrer. Lutherisches Verlagshaus: Berlin, 1955. S.10

Epistolische Lektion

Freuet Euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! 5 Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! 6 Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! 7 Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Philipper 4,4-7

Hallelujavers

Halleluja. Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, daß der König der Ehren einziehe. Halleluja. Es ist der Herr mächtig im Streite. Halleluja. Halleluja.

Psalm 24:7

Evangelium

Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, 27 zu einer Jungfrau, die vertraut[1] war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. 28 Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadete[2]! Der Herr ist mit dir! 29 Sie aber erschrak über die Rede und dachte: Welch ein Gruß ist das? 30 Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Du hast Gnade bei Gott gefunden. 31 Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben. 32 Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, 33 und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben. 34 Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Manne weiß? 35 Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden. 36 Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und ist jetzt im sechsten Monat, sie, von der man sagt, dass sie unfruchtbar sei. 37 Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. 38 Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr.

39 Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda 40 und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. 41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt 42 und rief laut und sprach: Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes! 43 Und wie geschieht mir, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44 Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. 45 Ja, selig ist, die da geglaubt hat! Denn es wird vollendet werden, was ihr gesagt ist von dem Herrn.

46 Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, 47 und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes; 48 denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. 49 Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. 50 Und seine Barmherzigkeit währet für und für bei denen, die ihn fürchten. 51 Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 52 Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. 53 Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. 54 Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf,[3] 55 wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit. 56 Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate; danach kehrte sie wieder heim. 

Lukas 1,26-56 (Predigttext)

Gradualien für den 4. Advent

2. Er kommt zu uns geritten auf einem Eselein und stellt sich in die Mitten für uns zum Opfer ein. Er bringt kein zeitlich Gut, er will allein erwerben durch seinen Tod und Sterben, was ewig währen tut.

3. Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht.

4. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn euch rührt.

5. Ihr Armen und Elenden zu dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müsst haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut, lasst eure Lieder klingen, dem König Lob zu singen, der ist eu’r höchstes Gut.

6. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all eu’r Klag und Weinen verwandeln ganz in Freud. Er ist’s, der helfen kann; halt’ eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn.

EG 9 (LKG 75) Matthäus 21,1-9 Text: Michael Schirmer 1640 Musik: Johann Crüger 1640

Glaubensbekenntnis der einen heiligen christlichen Kirche

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus,  Gottes eingeborenen Sohn,  der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt,  Gott von Gott, Licht vom Licht,wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolische Kirche.  Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänische Glaubensbekenntnis.

Wochengebet

Du bist der Trost der ganzen Welt, du bist das Licht, das im Dunkeln Hoffnung gibt, Jesus Christus.
Komm mit deinem Trost. Komm nach Magdeburg, zu den vielen Verletzten und ihren Angehörigen, den Gästen auf dem Weihnachtsmarkt, die körperlich unversehrt blieben.  Komm zu den Trauernden in ihrem verzweifelten Klagen. Zu den Feuerwehrleuten und Rettungskräften, die geholfen und getröstet haben. Stille die Flut der Tränen. Du bist nahe und wir warten schon. Komm!

Du bist der Grund unserer Freude, du bist das Licht, dem wir uns entgegenstrecken, Jesus Christus.
Komm mit deinem Licht, Komm zu den Kindern, die sich ungeduldig auf dein Fest freuen.
Und komm auch zu den Kindern, auf die niemand achtet. Du bist nahe und wir warten schon. Komm!

Du bist die Gerechtigkeit, die die Welt heilt. Jesus Christus.
Komm mit deiner Gerechtigkeit. Komm zu denen, die voller Sorge sind, die um ihre Arbeit bangen. Und komm auch zu denen,  die überarbeitet und erschöpft sind. Du bist nahe und wir warten schon. Komm!

Du bist der Frieden für die Welt, Jesus Christus.
Komm mit deinem Frieden. Komm zu den Menschen, die in Angst und Kälte leben, deren Häuser zerstört werden und die Brot für ihre Kinder suchen. Und komm auch zu denen, die mit Waffen und Gewalt ihre Macht durchsetzen.  Du bist nahe und wir warten schon.
Komm!

Du bist die Hoffnung, die uns atmen lässt. Jesus Christus.
Komm mache groß die Hoffnung. Komm zu den Weinenden, die Schmerzen haben, krank sind und sich nach Heilung sehnen. Komm auch zu denen, die trauern und  sich vor der Einsamkeit in den kommen Tagen fürchten. Du bist nahe und wir warten schon. Komm!

Du bist die Liebe, nach der wir uns sehnen. Jesus Christus.
Mit allen, die an dich glauben, bringen wir dir unsere Liebe und freuen uns auf dein Kommen.  Komm, wir warten. Komm.
Amen.

VELKD: Wochengebete

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz in Euch bestellt

Merseburger Dom

2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Tal laßt sein erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht.

3. Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zugrunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ.

4. Ach mache Du mich Armen zu dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit. Zieh in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen, so werden Herz und Lippen Dir allzeit dankbar sein.

EG 10 (LKG 77) Ö / Jesaja 40,3-4 Text: Valentin Thilo 1642 STR. 4 LÜNEBURG 1657 Musik: VON GOTT WILL ICH NICHT LASSEN (NR. 365)

Freuet Euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet Euch! Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget Euch um nichts, sondern in allen Dingen lasset Eure Bitten mit Gebet und Flehen vor Gott kund werden. 

Kollekte

O Herr, wir bitten Dich: neige Dein Ohr zu unseren Gebeten und erleuchte die Finsternis unserer Herzen durch die Heimsuchung Deiner Gnade. Der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Agende für evangelisch-lutherische Kirchen und Gemeinden. Bd.1. Der Hauptgottesdienst mit Predigt und heiligem Abendmahl und die sonstigen Predigt- und Abendmahlsgottesdienste. Ausgabe für den Pfarrer. Lutherisches Verlagshaus: Berlin, 1955. S.8

Fortlaufende Lese

Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda  40 und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth.  41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt  42 und rief laut und sprach: Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes!  43 Und wie geschieht mir, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?  44 Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe.  45 Ja, selig ist, die da geglaubt hat! Denn es wird vollendet werden, was ihr gesagt ist von dem Herrn.  

46 Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn,  47 und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes;  48 denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder.  49 Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist.  50 Und seine Barmherzigkeit währet für und für bei denen, die ihn fürchten.  51 Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.  52 Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen.  53 Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen.  54 Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf,  55 wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit.  56 Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate; danach kehrte sie wieder heim. 

Lukas 1,39-56

Morgenlese

Um Zions willen will ich nicht schweigen, und um Jerusalems willen will ich nicht innehalten, bis seine Gerechtigkeit aufgehe wie ein Glanz und sein Heil brenne wie eine Fackel, 2 dass die Völker sehen deine Gerechtigkeit und alle Könige deine Herrlichkeit. Und du sollst mit einem neuen Namen genannt werden, welchen des HERRN Mund nennen wird. 3 Und du wirst sein eine schöne Krone in der Hand des HERRN und ein königlicher Reif in der Hand deines Gottes. 4 Man soll dich nicht mehr nennen »Verlassene« und dein Land nicht mehr »Einsame«, sondern du sollst heißen »Meine Lust« und dein Land »Liebe Frau«; denn der HERR hat Lust an dir, und dein Land hat einen lieben Mann. 5 Denn wie ein junger Mann eine Jungfrau freit, so wird dich dein Erbauer freien, und wie sich ein Bräutigam freut über die Braut, so wird sich dein Gott über dich freuen. 6 O Jerusalem, ich habe Wächter über deine Mauern bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen. Die ihr den HERRN erinnern sollt, ohne euch Ruhe zu gönnen, 7 lasst ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder aufrichte und es setze zum Lobpreis auf Erden! 8 Der HERR hat geschworen bei seiner Rechten und bei seinem starken Arm: Ich will dein Getreide nicht mehr deinen Feinden zu essen geben noch deinen Wein, mit dem du so viel Arbeit hattest, die Fremden trinken lassen, 9 sondern die es einsammeln, sollen’s auch essen und den HERRN rühmen, und die ihn einbringen, sollen ihn trinken in den Vorhöfen meines Heiligtums. 10 Gehet ein, gehet ein durch die Tore! Bereitet dem Volk den Weg! Machet Bahn, machet Bahn, räumt die Steine hinweg! Richtet ein Zeichen auf für die Völker! 11 Siehe, der HERR lässt es hören bis an die Enden der Erde: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt! Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her! 12 Man wird sie nennen »Heiliges Volk«, »Erlöste des HERRN«, und dich wird man nennen »Gesuchte« und »Nicht mehr verlassene Stadt«. 

Jesaja 12

Abendlese

Und alles Volk, das ihn hörte, und die Zöllner gaben Gott recht und ließen sich taufen mit der Taufe des Johannes. 30 Aber die Pharisäer und die Lehrer des Gesetzes verwarfen für sich Gottes Ratschluss und ließen sich nicht von ihm taufen. 31 Mit wem soll ich die Menschen dieses Geschlechts vergleichen, und wem sind sie gleich? 32 Sie sind den Kindern gleich, die auf dem Markt sitzen und rufen einander zu: Wir haben euch aufgespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint. 33 Denn Johannes der Täufer ist gekommen und aß kein Brot und trank keinen Wein; und ihr sagt: Er ist von einem Dämon besessen. 34 Der Menschensohn ist gekommen, isst und trinkt; und ihr sagt: Siehe, dieser Mensch ist ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! 35 Und doch ist die Weisheit gerechtfertigt worden von allen ihren Kindern. 

Lukas 7,29-35

Bekenntnislese

Augsburgische Konfession (1530): Artikel 28,61ff (Macht der Bischöfe) und Beschluß

61Merkwürdige Debatten werden geführt über die Veränderung des Gesetzes, über neutestamentliche Handlungen der Gottesverehrung, über die Verlegung des Sabbats… Sie alle entspringen der falschen Meinung, es müsse in der Kirche eine Art levitischen Kult geben, und ebenso der falschen Meinung, als habe Christus von den Aposteln und Bischöfen erwartet, sich neue heilsnotwendige Formen der Gottesverehrung auszudenken. 62Diese Irrtümer haben sich nur deswegen in der Kirche eingeschlichen, weil die Glaubensgerechtigkeit nicht genügend klar gelehrt wurde. 63Manche argumentieren, die Sonntagsheiligung sei zwar nicht eigentlich göttlichen Rechts, aber doch praktisch dem göttlichen Recht gleichgestellt, und machen Vorschriften, wieviel an Feiertagen gearbeitet werden darf. 64Was aber sind solcherart Debatten anderes als Gewissensfallen? Auch wenn man versucht, die Traditionen abzumildern, so kann doch niemals ein rechtes Maß gefunden werden, solange man an ihrer Heilsnotwendigkeit festhält. Die Meinung über die Heilsnotwendigkeit aber wird sich nicht ändern, wo man die Glaubensgerechtigkeit und die christliche Freiheit ignoriert. 65Einst geboten die Apostel, sich von Blut [und Ersticktem] zu enthalten (Apostelgesch. 15,20.29). Wer hält sich heute noch daran? Aber es sündigt niemand, der sich nicht daran hält. Die
Apostel selbst wollten nämlich keineswegs die Gewissen mit so einem Knechtsdienst belasten, sondern erließen nur ein zeitgebundenes Verbot, um Ärgernis zu vermeiden. 66Der Geist des Evangeliums muss ja bei so einer Verfügung stets mitbedacht werden.[Man muss in dieser Satzung Acht haben auf das Hauptstück der christlichen Lehre, das durch dieses Dekret nicht aufgehoben wird.]

67Kaum irgendwelche kanonischen Gesetze werden genau befolgt, und täglich fallen viele weg – auch bei denen, die die Traditionen hochhalten. 68Aber die Gewissen können nur dann guten Rat finden, wenn die Traditionen mit dem rechten Augenmaß befolgt werden – nämlich im Wissen darum, dass man sie nicht für heilsnotwendig halten darf und dass es gewissensmäßig unbedenklich ist, wenn Menschen sie abgewandelt befolgen.
69Die Bischöfe könnten leicht einen legitimen Gehorsam aufrechterhalten, wenn sie nicht auf der Befolgung von solchen Traditionen bestünden, die nur mit schlechtem Gewissen eingehalten werden können. 70Nun aber [verbieten sie beiderlei Gestalt des heiligen Sakraments,] fordern sie den Zölibat und nehmen auch nur solche in den Priesterstand auf, die schwören, dass sie nicht die reine Lehre des Evangeliums verkündigen wollen. 71Wir verlangen ja gar nicht, dass die Bischöfe ihre Ehre verlieren sollen, wenn sie die Einheit wiederherstellen – obgleich das guten Hirten [im Notfall] durchaus gut zu Gesicht stünde. 72Wir verlangen lediglich, dass sie die ungerechtfertigten Belastungen aufheben, die neu sind und ohne Rücksicht auf die Tradition der allgemeinen Kirche eingeführt wurden. 73Möglicherweise gab es ursprünglich akzeptable Gründe für solche Satzungen, aber sie passen nicht in die späteren Zeiten. 74Bei einigen ist auch offensichtlich, dass ihre Einführung ein Irrtum
war. Aus diesem Grund sollten die Bischöfe sich jetzt nachgiebig zeigen und solche Satzungen abmildern; so eine Reform belastet keineswegs die Einheit der Kirche. Viele menschliche Traditionen sind ja im Lauf der Zeit geändert worden, wie selbst das kanonische Recht beweist. 75Falls aber Vorschriften, die nur mit Sünde befolgt werden können, nicht gelockert werden, müssen wir der apostolischen Richtlinie folgen: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelgesch. 5,29). 76Petrus verbietet den Bischöfen zu herrschen und auf die Gemeinden Druck auszuüben (vgl. 1. Petrus 5,3). 77Nun betreiben wir keineswegs die Entmachtung der Bischöfe, sondern verlangen lediglich dies Eine, dass sie die reine Evangeliumsverkündigung dulden und die Einhaltung der wenigen Vorschriften lockern, die man nicht ohne Sünde befolgen kann. 78Falls sie das aber nicht tun, dann sollen sie sehen, wie sie es vor Gott verantworten können, dass sie durch ihre Sturheit eine Kirchenspaltung verursacht haben[, die sie
doch eigentlich verhüten helfen sollten].

Bechluß: 1Wir haben hier die wichtigsten der Artikel betrachtet, die offensichtlich strittig sind. Man könnte durchaus noch mehr Missstände nennen, aber um Weitschweifigkeit zu vermeiden, haben wir uns auf das Wichtigste beschränkt. 2Es hat nämlich auch viel Streit gegeben um Ablässe, Wallfahrten und ungerechtfertigten Ausschluss. Die Pfarrbezirke hatten sehr unter Wanderpredigern zu leiden. Nicht enden wollende Spannungen bestanden zwischen Pastoren und Mönchen über pfarramtliches Recht, Beichte-Hören, Beerdigungen und unzählige andere Dinge. 3Dies alles haben wir hier aber nicht behandelt, damit das, was wirklich wichtig ist, in aller Kürze leicht erfasst werden kann.

4Was wir hier gesagt und zusammengetragen haben, will auch niemanden in irgendeiner Weise beleidigen. 5Lediglich das haben wir vorgebracht, was uns nötig erschien, damit verständlich wird: Es gibt bei unserem Lehren und Handeln nichts, was der Heiligen Schrift oder der allgemeinen Kirche widerspricht. Es ist ganz offensichtlich: Wir haben uns sehr sorgsam davor gehütet, dass sich keine neuen gottlosen Lehren in unseren
Gemeinden einschleichen. 6Die voranstehenden Artikel wollten wir entsprechend des Erlasses eurer kaiserlichen Majestät vorstellen. Mit ihnen haben wir unser Bekenntnis dargelegt. Auch kann man aus ihnen die grundlegende Lehre derer ersehen, die bei uns verkündigen. 7Sollte etwas in diesem Bekenntnis zu wünschen übrig bleiben, sind wir bereit, nach Gottes Willen weitere schriftgemäße Informationen darzulegen.

Eurer kaiserlichen Majestät treu und ergeben:
Johann, Herzog zu Sachsen, Kurfürst
Georg, Markgraf zu Brandenburg
Ernst [Herzog zu Lüneburg] mit eigener Hand
Philipp, Landgraf zu Hessen
Johann Friedrich, Herzog zu Sachsen
Franz, Herzog zu Lüneburg
Wolfgang, Fürst zu Anhalt
Bürgermeister und Rat zu Nürnberg
[Bürgermeister und] Rat zu Reutlingen

Gebet im Advent 

Herr Gott, himmlischer Vater, wir preisen Dich, daß Du Deinen Sohn Jesum Christum uns zugut in die Welt gesandt hast und Dich ihm aller Menschen herzlich annimmst. 

Dir sei Dank, daß Du unsere harten Herzen und unsere Untreue nicht ansiehst und zu uns kommst in Wort und Sakrament. 

Herr, entziehe uns Deine Gnade nicht, laß sie neu werden über Deiner Kirche und mehre unter uns Dein Reich. 

Erfülle die Diener des Evangeliums mit dem Geist der Wahrheit, der Liebe und der Kraft, daß sie mit Freuden Dein Heil verkündigen und in Lauterkeit ihren Wandel führen. 

Pflanze durch Dein Wort den Glauben in unsere Herzen, daß wir in rechter Furcht vor Dir wandeln. Die im Schlaf der Sicherheit liegen, wecke auf; die geistlich Toten rufe zum Leben. Denen, die sich reich und satt dünken, zeige ihre Armut. 

Führe wieder herzu, die untreu geworden sind. Vollende in uns alle das angefangene Werk. Stärke die Schwachen, tröste die Traurigen, gib Sieg den Kämpfenden, bewahre die Treuen. 

Du Gott des Friedens, heilige uns durch und durch, auf daß unser Geist ganz samt Seele und Leib unsträflich bewahret werde auf die Zukunft unseres Herrn Jesu Christi. Getreu bist Du, der Du uns berufen hast; Du wirst es auch tun. Dir sei Ehre in Ewigkeit! Amen. 

Agende s.o. S. 356

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

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Macht hoch die Tür, die Tor macht weit

2. Er ist gerecht, ein Helfer wert; Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barmherzigkeit; all unsre Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt:  Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von Tat.

3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat. Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein. Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat.

4. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, Eu’r Herz zum Tempel zubereit’. Die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; so kommt der König auch zu Euch, ja, Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, voll Rat, voll Tat, voll Gnad.

5. Komm, o mein Heiland Jesu Christ meins Herzens Tür Dir offen ist. Ach zieh mit Deiner Gnade ein; Dein Freundlichkeit auch uns erschein. Dein Heilger Geist uns führ und seit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen Dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr.

EG 1 (LKG 76) Psalm 24,7-10 Text: Georg Weissel (1623) 1642 Musik: 1704 Halle

Freuet Euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet Euch! Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget Euch um nichts, sondern in allen Dingen lasset Eure Bitten mit Gebet und Flehen vor Gott kund werden. 

Kollekte

O Herr, wir bitten Dich: neige Dein Ohr zu unseren Gebeten und erleuchte die Finsternis unserer Herzen durch die Heimsuchung Deiner Gnade. Der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Agende für evangelisch-lutherische Kirchen und Gemeinden. Bd.1. Der Hauptgottesdienst mit Predigt und heiligem Abendmahl und die sonstigen Predigt- und Abendmahlsgottesdienste. Ausgabe für den Pfarrer. Lutherisches Verlagshaus: Berlin, 1955. S.8

Fortlaufende Lese

Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth,  27 zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria.  28 Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir!  29 Sie aber erschrak über die Rede und dachte: Welch ein Gruß ist das?  30 Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Du hast Gnade bei Gott gefunden.  31 Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben.  32 Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben,  33 und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.  34 Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Manne weiß?  35 Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.  36 Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und ist jetzt im sechsten Monat, sie, von der man sagt, dass sie unfruchtbar sei.  37 Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich.  38 Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr. 

Lukas 1,26-38

Morgenlese

Wenn ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis nicht wahr. 32 Ein anderer ist’s, der von mir zeugt; und ich weiß, dass das Zeugnis wahr ist, das er von mir gibt. 33 Ihr habt zu Johannes geschickt, und er hat die Wahrheit bezeugt. 34 Ich aber nehme nicht von einem Menschen Zeugnis an; sondern ich sage das, damit ihr selig werdet. 35 Er war ein brennendes und strahlendes Licht; ihr aber wolltet eine kleine Weile fröhlich sein in seinem Licht. 36 Ich aber habe ein größeres Zeugnis als das des Johannes; denn die Werke, die mir der Vater gegeben hat, damit ich sie vollende, ebendiese Werke, die ich tue, zeugen von mir, dass mich der Vater gesandt hat. 37 Und der Vater, der mich gesandt hat, hat von mir Zeugnis gegeben. Ihr habt niemals seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen 38 und sein Wort habt ihr nicht in euch wohnen; denn ihr glaubt dem nicht, den er gesandt hat. 39 Ihr sucht in den Schriften, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie sind’s, die von mir zeugen.

Johannes 5,31-39

Abendlese

Du aber sei nüchtern in allen Dingen, leide willig, tu das Werk eines Predigers des Evangeliums, erfülle redlich deinen Dienst. 6 Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meines Hinscheidens ist gekommen. 7 Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; 8 hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben. 

2. Timotheus 4,5-8

Bekenntnislese

Augsburgisches Bekenntnis 28,39-60: Von der Kirchengewalt (Gewalt der Bischöfe)

39Ebenso verletzen die Urheber von Traditionen Gottes Gebot dadurch, dass sie bestimmte Speisen, Zeiten und Ähnliches mit Sünde in Verbindung bringen. Sie belasten die Kirche mit einer Gesetzes-Knechtschaft und tun dabei so, als müssten die Christen sich mit einer Art levitischem Kult die Rechtfertigung verdienen und als hätte Gott den Aposteln und Bischöfen aufgetragen, solchen Kult einzurichten. 40Einige haben sich schriftlich entsprechend geäußert. Auch scheinen Päpste teilweise durch das Vorbild des Mose-Gesetzes auf falsche Gedanken gekommen zu sein. 41Folgende Belastungen sind daraus hervorgegangen: Es sei eine Todsünde, an Feiertagen mit den Händen zu arbeiten, selbst wenn anderen dadurch kein Glaubenshindernis entsteht. Bestimmte Speisen verunreinigten das Gewissen. Fasten nicht aus natürlichen, sondern aus Reue-Gründen sei ein Werk, das mit Gott versöhnt. Es sei eine Todsünde, vom kanonischen Recht gebotene Stundengebete zu versäumen. Wenn eine Sünde in der Beichte behalten worden sei, könne sie nur mit der Vollmacht dessen vergeben werden, der den Bindeschlüssel verhängt hat – dabei bezieht sich die entsprechende Verfügung im kanonischen Recht nicht auf das Sünden-Behalten, sondern auf verhängte kirchliche Strafen.

42Woher sollen denn die Bischöfe das Recht haben, den Gemeinden solche Traditionen aufzulegen und damit den Gewissen Fallen zu stellen? Petrus verbietet doch, den Jüngern ein Joch aufzulegen (Apostelgesch. 15,10), und Paulus sagt, dass ihnen die apostolische Macht zum Auferbauen gegeben ist, nicht zum Zerstören (2. Kor. 10,8). Warum vermehren sie die Menge der Sünden durch solche Traditionen?

43Es gibt klare Zeugnisse dafür, dass man keine Traditionen begründen darf, um sich mit Gott zu versöhnen, und dass man sie auch nicht als heilsnotwendig hinstellen darf. 44Paulus sagt in Kolosser 2: „So lasst euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines bestimmten Feiertages, Neumondes oder Sabbats. [Das alles ist nur ein Schatten des Zukünftigen; leibhaftig aber ist es in Christus.]“ 45Und weiter: „Wenn ihr nun mit Christus den Mächten der Welt gestorben seid, was lasst ihr euch dann Satzungen auferlegen, als lebtet ihr noch in dieser Welt: Du sollst das nicht anfassen, du sollst das nicht kosten, du sollst das nicht anrühren? Das alles soll doch verbraucht und verzehrt werden. Es sind Gebote und Lehren von Menschen, die nur einen Schein von Weisheit haben…“ (Kol. 2,16.17.20-23) 46Und an Titus schreibt er: „Achtet nicht auf die jüdischen Fabeln und die Gebote von Menschen, die sich von der Wahrheit abwenden“ (Titus 1,14). 47Christus sagt in Matthäus 15 über die, die Traditionen einfordern: „Lasst sie, sie sind blinde Blindenführer!“ (Matth. 15,14). 48Er missbilligt solche kultischen Handlungen mit den Worten: „Alle Pflanzen, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, die werden ausgerissen“ (Matth. 15,13). 49Wenn Bischöfe das Recht hätten, mit bestimmten Traditionen die Gewissen zu belasten, warum verbietet es dann die Schrift, zahlreiche Traditionen zu begründen? Warum nennt sie sie dann „teuflische Lehren“ (1. Tim. 4,1)? Sollte der Heilige Geist umsonst davor gewarnt haben? 50Es bleibt übrig festzuhalten: Wenn Ordnungen als angeblich heilsnotwendig eingesetzt worden sind oder mit der Absicht, dass man durch sie vor Gott gerechtfertigt werden kann, dann stehen sie dem Evangelium entgegen. Weil das so ist, dürfen Bischöfe solche Formen der Gottesverehrung weder einsetzen noch verbindlich fordern. 51Vielmehr muss in den Gemeinden die Lehre von der christlichen Freiheit beibehalten werden. Sie besagt, dass der Knechtsdienst des Gesetzes nicht notwendig ist für die Rechtfertigung. Im Galaterbrief steht: 52„[Zur Freiheit hat uns Christus befreit; so steht nun fest.] Lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen“ (Gal. 5,1). Der Hauptartikel des Evangeliums muss gewahrt bleiben: Wir erlangen Gnade durch den Glauben an Christus, nicht durch Einhaltung bestimmter Vorschriften oder durch Werke der Gottesverehrung, die von Menschen eingesetzt worden sind.

53Was soll man aber nun vom Sonntag halten und von ähnlichen kultischen Gebräuchen? Wir antworten darauf folgendermaßen: Die Bischöfe bzw. Hirten dürfen Ordnungen aufstellen, damit es in der Kirche ordentlich zugeht, aber nicht, damit man durch diese Ordnungen Genugtuung für Sünden erlangt. Auch darf niemand gewissensmäßig verpflichtet werden zu glauben, dass es sich dabei um heilsnotwendige Werke der Gottesverehrung handelt. [Auch soll niemand verpflichtet werden zu meinen, er täte Sünde, wenn er diese Ordnungen bricht, sofern dabei niemandem ein Glaubenshindernis entsteht.] 54So hat Paulus beispielsweise angeordnet, dass Frauen sich in der gottesdienstlichen Versammlung verschleiern sollen oder dass Ausleger von Zungenrede in der Kirche der Reihe nach zu Gehör kommen sollen (vgl. 1. Kor. 11,5-6; 1.Kor. 14,26-33). 55Insofern ist es recht und billig, wenn Gemeinden solche Ordnungen um der Liebe und des Friedens willen einhalten, damit niemand einem anderen zum Glaubenshindernis wird und alles ordentlich und ohne Unruhe vonstatten gehen kann. 56Das muss allerdings so geschehen, dass keine Gewissen belastet werden; auch darf man nicht meinen, die Ordnungen seien heilsnotwendig, oder urteilen, man sündige, wenn man sie verletzt, selbst wenn anderen dadurch kein Glaubenshindernis entsteht. So hat zum Beispiel nie jemand behauptet, dass eine Frau sündigt, wenn sie unverschleiert ohne Anstoß zu erregen in die Öffentlichkeit tritt. 57Ebenso verhält es sich mit der Beachtung von Sonntagen, Ostern, Pfingsten und ähnlichen Feiertagen sowie kultischer Handlungen. 58Es ist nämlich falsch zu meinen, die Sonntagsheiligung sei kraft kirchlicher Autorität verbindlich an die Stelle des Sabbats getreten. 59Es ist die Heilige Schrift, die den Sabbat abgeschafft hat, nicht die Kirche. Denn weil nun das Evangelium offenbar geworden ist, können alle Zeremonialgesetze des Mose unterbleiben. 60Allerdings war es nötig, einen bestimmten Tag festzulegen, damit das Kirchenvolk weiß, wann es sich versammeln soll. Darum hat die Kirche den Sonntag festgelegt, wie man weiß. Der Sonntag hat sich wohl auch deswegen besonders angeboten, weil die Leute damit ein Beispiel für christliche Freiheit erhielten und die Erkenntnis gewannen, dass weder die Einhaltung des Sabbats noch eines anderen bestimmten Tages heilsnotwendig ist.

Gebet im Advent 

Herr Gott, himmlischer Vater, wir preisen Dich, daß Du Deinen Sohn Jesum Christum uns zugut in die Welt gesandt hast und Dich ihm aller Menschen herzlich annimmst. 

Dir sei Dank, daß Du unsere harten Herzen und unsere Untreue nicht ansiehst und zu uns kommst in Wort und Sakrament. 

Herr, entziehe uns Deine Gnade nicht, laß sie neu werden über Deiner Kirche und mehre unter uns Dein Reich. 

Erfülle die Diener des Evangeliums mit dem Geist der Wahrheit, der Liebe und der Kraft, daß sie mit Freuden Dein Heil verkündigen und in Lauterkeit ihren Wandel führen. 

Pflanze durch Dein Wort den Glauben in unsere Herzen, daß wir in rechter Furcht vor Dir wandeln. Die im Schlaf der Sicherheit liegen, wecke auf; die geistlich Toten rufe zum Leben. Denen, die sich reich und satt dünken, zeige ihre Armut. 

Führe wieder herzu, die untreu geworden sind. Vollende in uns alle das angefangene Werk. Stärke die Schwachen, tröste die Traurigen, gib Sieg den Kämpfenden, bewahre die Treuen. 

Du Gott des Friedens, heilige uns durch und durch, auf daß unser Geist ganz samt Seele und Leib unsträflich bewahret werde auf die Zukunft unseres Herrn Jesu Christi. Getreu bist Du, der Du uns berufen hast; Du wirst es auch tun. Dir sei Ehre in Ewigkeit! Amen. 

Agende s.o. S. 356

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

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Nun jauchzet all Ihr Frommen zu dieser Gnadenzeit

2. Er kommt zu uns geritten auf einem Eselein und stellt sich in die Mitten für uns zum Opfer ein. Er bringt kein zeitlich Gut, er will allein erwerben durch seinen Tod und Sterben, was ewig währen tut.

3. Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden hat vollbracht.

4. Ihr Mächtigen auf Erden, nehmt diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn verachtet und nur nach Hoheit trachtet, des Höchsten Zorn euch rührt.

5. Ihr Armen und Elenden zu dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müsst haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut, lasst eure Lieder klingen, dem König Lob zu singen, der ist eu’r höchstes Gut.

6. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all eu’r Klag und Weinen verwandeln ganz in Freud. Er ist’s, der helfen kann; halt’ eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn.

Evangelisches Gesangbuch 9 Matthäus 21,1-9 Text: Michael Schirmer 1640 Musik: Johann Crüger 1640 (vgl. LKG 75)

Freuet Euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet Euch! Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget Euch um nichts, sondern in allen Dingen lasset Eure Bitten mit Gebet und Flehen vor Gott kund werden. 

Kollekte

O Herr, wir bitten Dich: neige Dein Ohr zu unseren Gebeten und erleuchte die Finsternis unserer Herzen durch die Heimsuchung Deiner Gnade. Der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Agende für evangelisch-lutherische Kirchen und Gemeinden. Bd.1. Der Hauptgottesdienst mit Predigt und heiligem Abendmahl und die sonstigen Predigt- und Abendmahlsgottesdienste. Ausgabe für den Pfarrer. Lutherisches Verlagshaus: Berlin, 1955. S.8

Fortlaufende Lese

Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin alt und meine Frau ist hochbetagt.  19 Der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, mit dir zu reden und dir dies zu verkündigen.  20 Und siehe, du wirst verstummen und nicht reden können bis zu dem Tag, an dem dies geschehen wird, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die erfüllt werden sollen zu ihrer Zeit.  21 Und das Volk wartete auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb.  22 Als er aber herauskam, konnte er nicht mit ihnen reden; und sie merkten, dass er eine Erscheinung gehabt hatte im Tempel. Und er winkte ihnen und blieb stumm.  23 Und es begab sich, als die Zeit seines Dienstes um war, da ging er heim in sein Haus.  24 Nach diesen Tagen wurde seine Frau Elisabeth schwanger und hielt sich fünf Monate verborgen und sprach:  25 So hat der Herr an mir getan in den Tagen, als er mich angesehen hat, um meine Schmach unter den Menschen von mir zu nehmen. 

Lukas 1,18-25

Morgenlese

Und die Menge fragte ihn und sprach: Was sollen wir nun tun? 11 Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer Speise hat, tue ebenso. 12 Es kamen aber auch Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun? 13 Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist! 14 Da fragten ihn auch Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt noch Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold! 15 Als aber das Volk voll Erwartung war und alle dachten in ihren Herzen, ob Johannes vielleicht der Christus wäre, 16 antwortete Johannes und sprach zu allen: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber der, der stärker ist als ich; ich bin nicht wert, dass ich ihm die Riemen seiner Schuhe löse; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. 17 In seiner Hand ist die Worfschaufel, und er wird die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen. 18 Und mit vielem andern mehr ermahnte er das Volk und predigte ihm. 19 Herodes aber, der Landesfürst, der von Johannes zurechtgewiesen wurde wegen Herodias, der Frau seines Bruders, und wegen all des Bösen, das er getan hatte, 20 fügte zu dem allen noch dies hinzu: Er warf Johannes ins Gefängnis. 

Lukas 3,10-20

Abendlese

Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. 7 Der kam zum Zeugnis, damit er von dem Licht zeuge, auf dass alle durch ihn glaubten. 8 Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht. 9 Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen[3]. 10 Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht; und die Welt erkannte es nicht. 11 Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. 12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden: denen, die an seinen Namen glauben, 13 die nicht aus menschlichem Geblüt noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind. 14 Und das Wort ward Fleisch[4] und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. 15 Johannes zeugt von ihm und ruft: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. 16 Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. 17 Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. 18 Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat es verkündigt. 

Johannes 1,6-18

Bekenntnislese

Augsburger Bekenntnis 28,12-38: Von der Bischöfen Gewalt

Aus diesen Gründen dürfen kirchliche und weltliche Macht nicht miteinander vermischt werden. Das kirchliche Amt hat die Aufgabe, das Evangelium zu verkündigen und die Sakramente zu verwalten. 13 Es darf daher nicht in ein fremdes Amt greifen, Regierungsgewalt übertragen, Staatsgesetze außer Kraft setzen, von rechtmäßiger Gehorsamspflicht entbinden, Urteile über zivil-rechtliche Ordnungen und Verträge behindern oder Regierungen Gesetze zur Staatsform vorschreiben.

14Christus hat ja gesagt: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ (Joh. 18,36). 15Und ebenfalls: „Wer hat mich zum Richter oder Erbschlichter über euch gesetzt?“ (Lukas 12,14). 16Paulus sagt in Philipper 3: „Unser Bürgerrecht ist im Himmel“ (Phil. 3,20). 17Und in 2. Korinther 10: „Die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Gedanken zu zerstören…“ (2. Kor. 10,4). 18Auf diese Weise unterscheiden wir beide Machtbereiche. Gleichzeitig gebieten wir, beide zu ehren und anzuerkennen, dass sie beide segensreiche Gaben Gottes sind.

19Wenn Bischöfe Staatsgewalt ausüben, dann tun sie das nicht in ihrer Eigenschaft als Bischöfe vom Auftrag des Evangeliums her, sondern aus menschlichem Recht, das ihnen Könige und Kaiser zur weltlichen Verwaltung ihrer Güter verliehen haben. Das ist dann eine ganz andere Funktion als der Dienst am Evangelium.

20Wenn man nun die Rechtsprechung der Bischöfe näher betrachtet, muss man ihr Regierungsamt von der kirchlichen Rechtsprechung unterscheiden. 21Demnach kommt den Bischöfen in ihrer Eigenschaft als Bischöfe die Rechtsprechung nach dem Evangelium bzw. nach sogenanntem göttlichen Recht zu – das heißt, ihnen ist der Dienst des Wortes und der Sakramente anvertraut: Sie sollen Sünden vergeben, unevangelische und gottlose Lehre abwehren sowie offensichtlich Gottlose aus der Gemeinschaft der Kirche ausschließen – aber ohne menschliche Gewaltmaßnahmen, nur durch das Wort. 22Hierin müssen die Gemeinden ihnen unbedingt und kraft göttlichen Rechts gehorchen, wie es heißt: „Wer euch hört, der hört mich“ (Lukas 10,16). 23Aber wenn die Bischöfe etwas lehren oder bestimmen, was dem Evangelium zuwider läuft, dann haben die Gemeinden die göttliche Pflicht, den Gehorsam zu verweigern. In Matthäus 7 steht: „Seht euch vor vor den falschen Propheten“ (Matth. 7,15). 24Und in Galater 1 steht: „Wenn ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium predigen würde, das anders ist, als wir es euch gepredigt haben, der sei verflucht“ (Gal. 1,8). 25Und in 2. Korinther 13 steht: „Wir vermögen nichts wider die Wahrheit, sondern nur etwas für die Wahrheit“ (2. Kor. 13,8). 26Und ebenfalls: „Der Herr hat uns Vollmacht gegeben zu erbauen, nicht zu zerstören“ (2. Kor. 13,10). 27So schreibt es auch das kanonische Recht vor (2. Causa, Quaestio VII, die Kapitel „Sacerdotes“ und „Oves“). 28Und Augustinus sagt in seinem Brief gegen Petilianus: „Auch Bischöfen der allgemeinen Kirche darf man nicht zustimmen, wann immer sie sich irren oder Meinungen vertreten, die den kanonischen göttlichen Schriften widersprechen.“ 29Wenn die Bischöfe noch andere Macht oder Rechtsprechung für bestimmte Fälle innehaben, zum Beispiel in Ehe- oder Steuerangelegenheiten, dann haben sie die nur kraft menschlichen Rechts. Falls sie für diese Ämter ausfallen, müssen Fürsten einspringen – ob sie wollen oder nicht – , und den Untertanen Recht sprechen, damit der öffentliche Friede erhalten bleibt.

30Weiterhin wird darüber diskutiert, ob Bischöfe bzw. Hirten in der Kirche heilige Handlungen und Gesetze wie Speisevorschriften, Feiertagsregelungen, Amtshierarchien und Ordensregeln festlegen dürfen. 31Diejenigen, die den Bischöfen dieses Recht einräumen, argumentieren mit folgendem Schriftzeugnis: „Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten.“ (Joh. 16,12-13) 32Auch führen sie das Beispiel der Apostel an, die geboten haben, sich von Blut und Ersticktem zu enthalten (vgl. Apostelgesch. 15,20.29). 33Und man führt den Sabbat an, der scheinbar
gegen den Wortlaut der Zehn Gebote durch den Sonntag ersetzt wurde. Kein Beispiel wird häufiger in die Debatte geworfen als die Veränderung beim Sabbat: Man behauptet, die Kirche müsse große Macht haben, weil sie doch sogar eines der Zehn Gebote aufheben konnte.

34Wir aber lehren in dieser Frage so: Die Bischöfe haben keinerlei Macht, etwas zu bestimmen, was dem Evangelium zuwider läuft. Das haben wir bereits oben dargelegt, und das kanonische Recht bestätigt uns darin (Distinctio 9, gesamter Abschnitt). 35Ferner widerspricht es der Heiligen Schrift, Traditionen zu begründen mit der Absicht, dass wir durch sie Sünden vergeben bekommen oder Rechtfertigung verdienen. 36Wer meint, auf diese Weise gerechtfertigt zu werden, der beschädigt die Ehre von Christi Verdienst. 37Es steht fest: Wegen solcher Überzeugung hat die Zahl der Traditionen uferlos zugenommen, während die Lehre vom Glauben und von der Glaubensgerechtigkeit unterdrückt wurde. So schuf man nach und nach zahlreiche Feiertage, setzte Fastenzeiten an und richtete neue heilige Handlungen[, die Verehrung von Heiligen] und Ordnungen ein – nur, weil die Urheber solcher Dinge davon überzeugt waren, dass sie sich mit diesen Werken Gnade verdienen können. 38Auf diese Weise ist auch früher die Zahl der Bußgesetze angewachsen; ihre Spuren sehen wir noch heute in den Werken der Genugtuung, die den Beichtenden auferlegt werden.

Gebet im Advent 

Herr Gott, himmlischer Vater, wir preisen Dich, daß Du Deinen Sohn Jesum Christum uns zugut in die Welt gesandt hast und Dich ihm aller Menschen herzlich annimmst. 

Dir sei Dank, daß Du unsere harten Herzen und unsere Untreue nicht ansiehst und zu uns kommst in Wort und Sakrament. 

Herr, entziehe uns Deine Gnade nicht, laß sie neu werden über Deiner Kirche und mehre unter uns Dein Reich. 

Erfülle die Diener des Evangeliums mit dem Geist der Wahrheit, der Liebe und der Kraft, daß sie mit Freuden Dein Heil verkündigen und in Lauterkeit ihren Wandel führen. 

Pflanze durch Dein Wort den Glauben in unsere Herzen, daß wir in rechter Furcht vor Dir wandeln. Die im Schlaf der Sicherheit liegen, wecke auf; die geistlich Toten rufe zum Leben. Denen, die sich reich und satt dünken, zeige ihre Armut. 

Führe wieder herzu, die untreu geworden sind. Vollende in uns alle das angefangene Werk. Stärke die Schwachen, tröste die Traurigen, gib Sieg den Kämpfenden, bewahre die Treuen. 

Du Gott des Friedens, heilige uns durch und durch, auf daß unser Geist ganz samt Seele und Leib unsträflich bewahret werde auf die Zukunft unseres Herrn Jesu Christi. Getreu bist Du, der Du uns berufen hast; Du wirst es auch tun. Dir sei Ehre in Ewigkeit! Amen. 

Agende s.o. S. 356

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

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O Heiland, reiß die Himmel auf

2. O Gott, ein’ Tau vom Himmel gieß,
im Tau herab, o Heiland, fließ.
Ihr Wolken, brecht und regnet aus
den König über Jakobs Haus.

3. O Erd, schlag aus, schlag aus, o Erd,
dass Berg und Tal grün alles werd.
O Erd, herfür dies Blümlein bring,
o Heiland, aus der Erden spring.

4. Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
darauf sie all ihr Hoffnung stellt?
O komm, ach komm vom höchsten Saal,
komm, tröst uns hier im Jammertal.

5. O klare Sonn, du schöner Stern,
dich wollten wir anschauen gern;
o Sonn, geh auf, ohn deinen Schein
in Finsternis wir alle sein.

6. Hier leiden wir die größte Not,
vor Augen steht der ewig Tod.
Ach komm, führ uns mit starker Hand
vom Elend zu dem Vaterland.

7. Da wollen wir all danken dir,
unserm Erlöser, für und für;
da wollen wir all loben dich
zu aller Zeit und ewiglich.

Evangelisches Kirchengesangbuch 7 (LKG 74) Ö / Jesaja 64,1 / Jesaja 45,8 / Jesaja 11,1 Text: Friedrich Spee 1622 STR. 7 BEI DAVID GREGOR CORNER 1631 Musik: KÖLN 1638, AUGSBURG 1666

Freuet Euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet Euch! Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget Euch um nichts, sondern in allen Dingen lasset Eure Bitten mit Gebet und Flehen vor Gott kund werden. 

Kollekte

O Herr, wir bitten Dich: neige Dein Ohr zu unseren Gebeten und erleuchte die Finsternis unserer Herzen durch die Heimsuchung Deiner Gnade. Der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Agende für evangelisch-lutherische Kirchen und Gemeinden. Bd.1. Der Hauptgottesdienst mit Predigt und heiligem Abendmahl und die sonstigen Predigt- und Abendmahlsgottesdienste. Ausgabe für den Pfarrer. Lutherisches Verlagshaus: Berlin, 1955. S.8

Fortlaufende Lese

Da es nun schon viele unternommen haben, Bericht zu geben von den Geschichten, die sich unter uns erfüllt haben,  2 wie uns das überliefert haben, die es von Anfang an selbst gesehen haben und Diener des Wortes gewesen sind,  3 habe auch ich’s für gut gehalten, nachdem ich alles von Anfang an sorgfältig erkundet habe, es für dich, hochgeehrter Theophilus, in guter Ordnung aufzuschreiben,  4 auf dass du den sicheren Grund der Lehre erfährst, in der du unterrichtet bist.  

5 Zu der Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester von der Ordnung Abija mit Namen Zacharias, und seine Frau war von den Töchtern Aaron, die hieß Elisabeth.  6 Sie waren aber alle beide gerecht und fromm vor Gott und lebten in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig.  7 Und sie hatten kein Kind; denn Elisabeth war unfruchtbar, und beide waren hochbetagt.  8 Und es begab sich, als Zacharias den Priesterdienst vor Gott versah, da seine Ordnung an der Reihe war,  9 dass ihn nach dem Brauch der Priesterschaft das Los traf, das Räucheropfer darzubringen; und er ging in den Tempel des Herrn.  10 Und die ganze Menge des Volkes betete draußen zur Stunde des Räucheropfers.  11 Da erschien ihm der Engel des Herrn, der stand an der rechten Seite des Räucheraltars.  12 Und als Zacharias ihn sah, erschrak er, und Furcht überfiel ihn.  13 Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Johannes geben.  14 Und du wirst Freude und Wonne haben, und viele werden sich über seine Geburt freuen.  15 Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken und wird schon von Mutterleib an erfüllt werden mit dem Heiligen Geist.  16 Und er wird viele der Israeliten zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren.  17 Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist. 

Lukas 1, 1-17

Morgenlese

Bekehre dich, Israel, zu dem HERRN, deinem Gott; denn du bist gestrauchelt durch deine Schuld. 3 Nehmt diese Worte mit euch und bekehrt euch zum HERRN und sprecht zu ihm: Vergib uns alle Sünde und tu uns wohl, so wollen wir opfern die Frucht unserer Lippen. 4 Assur soll uns nicht helfen; wir wollen nicht mehr auf Rossen reiten, auch nicht mehr sagen zu dem Werk unserer Hände: Du bist unser Gott. Sondern bei dir finden die Verwaisten Erbarmen. 5 Ich will ihre Abtrünnigkeit heilen; gerne will ich sie lieben; denn mein Zorn hat sich von ihnen gewendet. 6 Ich will für Israel wie der Tau sein, dass es blüht wie eine Lilie und seine Wurzeln ausschlagen wie der Libanon 7 und seine Zweige sich ausbreiten, dass es so schön sei wie ein Ölbaum und so guten Geruch gebe wie der Libanon. 8 Und sie sollen wieder unter seinem Schatten sitzen; von Korn sollen sie sich nähren und sprossen wie der Weinstock, der berühmt ist wie der Wein vom Libanon. 9 Ephraim, was sollen ihm noch Götzen? Ich will ihn erhören und ihn anschauen. Ich will sein wie der üppige Wacholder. Von mir erhältst du deine Frucht. 10 Wer ist weise, dass er dies versteht, und klug, dass er dies einsieht? Die Wege des HERRN sind richtig und die Gerechten wandeln darauf; aber die Übertreter kommen auf ihnen zu Fall. 

Hosea 14,2-10

Abendlese

Und er spricht: Machet Bahn, machet Bahn! Bereitet den Weg, räumt die Anstöße aus dem Weg meines Volks! 15 Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, dessen Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen. 16 Denn ich will nicht immerdar hadern und nicht ewiglich zürnen; sonst würde ihr Geist vor mir verschmachten und der Lebensodem, den ich geschaffen habe. 17 Ich war zornig über die Sünde ihrer Habgier und schlug sie, verbarg mich und zürnte. Aber sie gingen treulos die Wege ihres Herzens. 18 Ihre Wege habe ich gesehen, aber ich will sie heilen und sie leiten und ihnen wieder Trost geben; und denen, die da Leid tragen, 19 will ich Frucht der Lippen schaffen. Friede, Friede denen in der Ferne und denen in der Nähe, spricht der HERR; ich will sie heilen. 20 Aber die Gottlosen sind wie das ungestüme Meer, das nicht still sein kann und dessen Wellen Schlamm und Unrat auswerfen. 21 Die Gottlosen haben keinen Frieden, spricht mein Gott. 

Jesaja 57,14-21

Bekenntnislese

Artikel 28,1-11: Kirchliche Macht

Schon früher gab es großen Streit um die Macht der Bischöfe. Dabei haben einige die Macht des kirchlichen Amtes und die Staatsgewalt leider miteinander vermischt. 2Diese Verwirrung hat schlimme Kriege und Aufstände nach sich gezogen. So haben Päpste im Vertrauen auf ihre Schlüsselgewalt nicht bloß neue Formen der Gottesverehrung eingeführt und die Gewissen damit beschwert, dass sie sich in bestimmten Fällen die Sündenvergebung persönlich vorbehielten sowie Menschen mit Gewaltmaßnahmen aus der Kirche ausschlossen; nein, darüber hinaus maßten sie sich an, weltliche Regierungsmacht zu verleihen und Machthabern ihre Herrschaft dann auch wieder zu
entziehen. Fromme und gelehrte Leute haben diese Fehlentwicklungen in der Kirche schon lange vor uns kritisiert. So drängte es uns, den Menschen ins Gewissen zu reden und den Unterschied zwischen der Macht des kirchlichen Amtes und der Staatsgewalt aufzuzeigen. Wir haben gelehrt, dass beides wegen Gottes Gebot geehrt und als außerordentlich große göttliche Wohltat auf Erden angesehen werden muss.

Dies ist unsere Überzeugung: Die Schlüsselgewalt bzw. die Macht der Bischöfe ist gemäß dem Evangelium die Vollmacht bzw. der Auftrag Gottes, das Evangelium zu predigen, Sünden zu vergeben und zu behalten sowie die Sakramente zu verwalten.

Christus hat die Apostel nämlich mit folgendem Auftrag ausgesandt: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch… Nehmt hin den Heiligen Geist: Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.“ (Joh. 20,21-23)

Und bei Markus heißt es im 16. Kapitel: „Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur…“ (Markus 16,15). Diese Macht wird nur durch Lehren bzw. Predigen des Evangeliums und durch das Austeilen der Sakramente ausgeübt. Das geschieht je nach Berufung entweder für eine Gemeinschaft oder für Einzelne.

Es geht ja nicht um materielle, sondern um ewige Güter, nämlich um ewige Gerechtigkeit, Heiligen Geist und ewiges Leben. Die können durch nichts anderes als durch den Dienst von Wort und Sakrament empfangen werden, wie Paulus sagt: „Das Evangelium ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben“ (Römer 1,16). Und im Psalm 119 steht: „Dein Wort erquickt mich“ (Psalm 119,50).

Weil also nun die Macht des kirchlichen Amtes an ewigen Gütern Anteil gibt und dies allein durch den Dienst der Wortverkündigung geschieht, kommt sie keinem
politischen Amt in die Quere – ebensowenig, wie zum Beispiel die Sanges-
kunst einem politischen Amt in die Quere kommt. Ein politisches Amt
befasst sich nämlich mit anderen Dingen als mit dem Evangelium
: Eine
Regierung schützt ja nicht den menschlichen Geist, sondern den menschlichen
Leib sowie materielle Güter gegen offenbares Unrecht; auch übt sie mit dem
Schwert und mit leiblichen Strafen Gewalt über die Menschen aus. Das
Evangelium dagegen schützt den menschlichen Geist gegen gottlose Meinun-
gen, den Teufel und den ewigen Tod.

Gebet im Advent 

Herr Gott, himmlischer Vater, wir preisen Dich, daß Du Deinen Sohn Jesum Christum uns zugut in die Welt gesandt hast und Dich ihm aller Menschen herzlich annimmst. 

Dir sei Dank, daß Du unsere harten Herzen und unsere Untreue nicht ansiehst und zu uns kommst in Wort und Sakrament. 

Herr, entziehe uns Deine Gnade nicht, laß sie neu werden über Deiner Kirche und mehre unter uns Dein Reich. 

Erfülle die Diener des Evangeliums mit dem Geist der Wahrheit, der Liebe und der Kraft, daß sie mit Freuden Dein Heil verkündigen und in Lauterkeit ihren Wandel führen. 

Pflanze durch Dein Wort den Glauben in unsere Herzen, daß wir in rechter Furcht vor Dir wandeln. Die im Schlaf der Sicherheit liegen, wecke auf; die geistlich Toten rufe zum Leben. Denen, die sich reich und satt dünken, zeige ihre Armut. 

Führe wieder herzu, die untreu geworden sind. Vollende in uns alle das angefangene Werk. Stärke die Schwachen, tröste die Traurigen, gib Sieg den Kämpfenden, bewahre die Treuen. 

Du Gott des Friedens, heilige uns durch und durch, auf daß unser Geist ganz samt Seele und Leib unsträflich bewahret werde auf die Zukunft unseres Herrn Jesu Christi. Getreu bist Du, der Du uns berufen hast; Du wirst es auch tun. Dir sei Ehre in Ewigkeit! Amen. 

Agende s.o. S. 356

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

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Der Bräutigam wird bald rufen: “Kommt all, Ihr Hochzeitsgäste!”

Der Bräutigam wird bald rufen: “Kommt all, Ihr Hochzeitsgäst!” Hilf Gott, daß wir nicht schlafen, in Sünden schlummern fest, bald habn in unsern Händen die Lampen, Öl and Licht und dürfen uns nicht wenden von Deinem Angesicht. 

Dann wird der Herr Christ führen, uns, die wir ihm vertraut, mit großem Jubilieren zum Vater, seine Braut;  da werden wir Gott schauen von hellem Angesicht, leiblich mit unsern Augen das ewig wahre Licht.

Gott wird sich zu uns kehren, ein´m jedem setzen auf ein gülden Kron der Ehren, uns herzen freundlich drauf, wird uns an sein Brust drücken aus Lieb ganz väterlich, an Leib und Seel uns schmücken mit Gaben mildiglich.

Also wird Gott erlösen uns gar von aller Not, vom Teufel, allem Bösen, von Trübsal, Angst und Spott, von Trauern, Weh und Klagen, von Krankheit, Schmerz und Leid, von Schwermut, Sorg und Zagen, von aller bösen Zeit.

Johann Walter 1552 (LKG 73) 

Freuet Euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet Euch! Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget Euch um nichts, sondern in allen Dingen lasset Eure Bitten mit Gebet und Flehen vor Gott kund werden. 

Kollekte

O Herr, wir bitten Dich: neige Dein Ohr zu unseren Gebeten und erleuchte die Finsternis unserer Herzen durch die Heimsuchung Deiner Gnade. Der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Agende für evangelisch-lutherische Kirchen und Gemeinden. Bd.1. Der Hauptgottesdienst mit Predigt und heiligem Abendmahl und die sonstigen Predigt- und Abendmahlsgottesdienste. Ausgabe für den Pfarrer. Lutherisches Verlagshaus: Berlin, 1955. S.8

Fortlaufende Lese

Denn siehe, der HERR wird kommen mit Feuer und seine Wagen wie ein Wetter, dass er vergelte im Grimm seines Zorns und mit Schelten in Feuerflammen.  16 Denn der HERR wird durchs Feuer richten und durch sein Schwert alles Fleisch, und der vom HERRN Getöteten werden viele sein.  17 Die sich heiligen und reinigen bei den Gärten für den einen, der in der Mitte ist, und die Schweinefleisch essen, gräuliches Getier und Mäuse, die sollen miteinander weggerafft werden, spricht der HERR.  18 Ich kenne ihre Werke und ihre Gedanken und komme, um alle Völker und Zungen zu versammeln, dass sie kommen und meine Herrlichkeit sehen.  19 Und ich will ein Zeichen unter ihnen aufrichten und einige von ihnen, die errettet sind, zu den Völkern senden, nach Tarsis, nach Pul und Lud, nach Meschech, Tubal und Jawan und zu den fernen Inseln, wo man nichts von mir gehört hat und die meine Herrlichkeit nicht gesehen haben; und sie sollen meine Herrlichkeit unter den Völkern verkündigen.  20 Und sie werden alle eure Brüder aus allen Völkern herbringen dem HERRN zum Weihgeschenk auf Rossen und Wagen, in Sänften, auf Maultieren und Dromedaren nach Jerusalem zu meinem heiligen Berge, spricht der HERR, gleichwie die Israeliten die Opfergaben in reinem Gefäße zum Hause des HERRN bringen.  21 Und ich will auch aus ihnen Priester und Leviten nehmen, spricht der HERR.  22 Denn wie der neue Himmel und die neue Erde, die ich mache, vor mir Bestand haben, spricht der HERR, so soll auch euer Geschlecht und Name Bestand haben.  23 Und alles Fleisch wird einen Neumond nach dem andern und einen Sabbat nach dem andern kommen, um vor mir anzubeten, spricht der HERR.  24 Und sie werden hinausgehen und schauen die Leichname derer, die von mir abtrünnig waren; denn ihr Wurm wird nicht sterben, und ihr Feuer wird nicht verlöschen, und sie werden allem Fleisch ein Gräuel sein. 

Jesaja 66,15-24

Morgenlese

Wahrlich, ich sage euch: Unter allen, die von einer Frau geboren sind, ist keiner aufgetreten, der größer ist als Johannes der Täufer; der aber der Kleinste ist im Himmelreich, ist größer als er. 12 Aber von den Tagen Johannes des Täufers bis heute leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewalt tun, reißen es an sich. 13 Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis hin zu Johannes; 14 und wenn ihr’s annehmen wollt: Er ist Elia, der da kommen soll. 15 Wer Ohren hat, der höre! 

Matthäus 11,11-15

Abendlese

 Zu der Zeit kam Johannes der Täufer und predigte in der Wüste von Judäa 2 und sprach: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen! 3 Denn dieser ist’s, von dem der Prophet Jesaja gesprochen und gesagt hat: »Es ist eine Stimme eines Predigers[1] in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg und macht eben seine Steige!« 4 Er aber, Johannes, hatte ein Gewand aus Kamelhaaren an und einen ledernen Gürtel um seine Lenden; seine Speise aber waren Heuschrecken und wilder Honig. 5 Da ging zu ihm hinaus Jerusalem und ganz Judäa und das ganze Land am Jordan 6 und ließen sich taufen von ihm im Jordan und bekannten ihre Sünden. 7 Als er nun viele Pharisäer und Sadduzäer sah zu seiner Taufe kommen, sprach er zu ihnen: Ihr Otterngezücht, wer hat euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? 8 Seht zu, bringt rechtschaffene Frucht der Buße! 9 Denkt nur nicht, dass ihr bei euch sagen könntet: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken. 10 Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Darum: Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 11 Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin nicht wert, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. 12 Er hat die Worfschaufel in seiner Hand und wird die Spreu vom Weizen trennen und seinen Weizen in die Scheune sammeln; aber die Spreu wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer. 

Matthäus 3,1-12

Bekenntnislese: Augsburgisches Bekenntnis 27,27-48

Zweitens: Warum schätzen denn unsere Gegner die verpflichtende Verbind-
lichkeit von Gelübden so hoch ein, während sie gleichzeitig verschweigen,
wie ein Gelübde beschaffen sein muss? Es muss nämlich einhaltbar sein;
außerdem soll es freiwillig und aus eigenem Antrieb nach Beratung gegeben
werden. 28Wie wenige Menschen zu dauerhafter Enthaltsamkeit fähig sind, ist
kein Geheimnis. Und wie groß ist wohl der Anteil derer, die ihre Gelübde aus
eigenem Antrieb nach Beratung abgelegt haben? 29Da werden Mädchen und
junge Männer, die noch gar nicht urteilsfähig sind, zum Geloben gedrängt, ja
manchmal sogar gezwungen. 30Deswegen ist es unangemessen, die Verbind-
lichkeit so streng zu verteidigen. Es müssen doch alle zugeben, dass es dem
Sinn eines Gelübdes widerspricht, wenn es unfreiwillig und ohne Beratung
geleistet wird. 31Viele Kirchengesetze gebieten die Aufhebung von Gelübden,
die vor dem 15. Lebensjahr gegeben worden sind. Es ist nämlich nicht zu
erkennen, dass jemand schon vorher umfassend beurteilen kann, ob er zu so
einer lebenslangen Bindung fähig ist. 32Ein anderes Kirchengesetz schätzt die
menschliche Unmündigkeit noch höher ein und fügt ein paar Jahre hinzu: Es
verbietet Klostergelübde vor dem 18. Lebensjahr. Aber welcher dieser beiden
Richtlinien folgen wir? 33In jedem Fall könnten die meisten Ordensleute mit
gutem Grund die Klöster verlassen, weil sie ihre Gelübde abgelegt haben, als
sie jünger waren.
34Und schließlich: Auch wenn man die Verletzung eines Gelübdes kritisieren
kann, so muss man daraus offensichtlich nicht gleich folgern, dass die (danach
geschlossenen) Ehen der betreffenden Personen aufzulösen sind. 35In seiner

Causa (Quaestio I, Kapitel „Nuptiarum“) bestreitet Augustinus, dass sie
aufgelöst werden müssen. Aufgrund seiner Autorität wiegt diese Meinung
schwer, auch wenn andere später anders geurteilt haben.
36Gottes Gebot über die Ehe entbindet also offensichtlich die meisten Mönche
und Nonnen von ihren Gelübden. Darüber hinaus führen wir aber noch einen
weiteren Grund dafür an, dass Klostergelübde ungültig sind: Jeder Akt der
Gottesverehrung, den man ohne Gottes Gebot eingeführt hat und mit dem man
Rechtfertigung und Gnade erlangen will, ist gottlos. Hier trifft Christi Wort
zu: „Vergeblich dienen sie mir mit Menschengeboten“ (Matth. 15,9). 37Und
Paulus lehrt überall, dass wir nicht mit unserer Einhaltung erdachter Vor-
schriften und mit religiösen Handlungen nach der Gerechtigkeit vor Gott
trachten sollen; vielmehr wird sie denen zuteil, die glauben, dass man wegen
Christus aus Gnade von Gott angenommen wird. 38Nun haben aber Mönche
ganz gewiss gelehrt, dass religiöse Übungen Sünden sühnen sowie Gnade und
Rechtfertigung verdienen. Was ist das anderes als Christus die Ehre nehmen
sowie die Glaubensgerechtigkeit verdunkeln und verleugnen? 39Daraus folgt:
Die üblichen Klostergelübde sind gottlose religiöse Handlungen und daher
ungültig. 40Ein gottloses und gegen Gottes Gebote gegebenes Gelübde kann
ja keine Gültigkeit haben. So heißt es auch im kanonischen Recht, dass ein
Gelübde nicht zu etwas Unrechtem verpflichten darf. 41Paulus sagt: „Ihr habt
Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid aus
der Gnade gefallen“ (Gal. 5,4). 42Folglich verlieren die, die durch Gelübde
gerechtfertigt werden wollen, ebenfalls Christus und fallen aus der Gnade.
43Denn diejenigen, die den Gelübden die Fähigkeit zur Rechtfertigung zu-
schreiben, schreiben ihren eigenen Werken etwas zu, was nur Christus und
seiner Herrlichkeit zusteht. 44Man kann es wirklich nicht abstreiten: Die
Mönche haben tatsächlich gelehrt, dass sie durch die Gelübde und ihre Ein-
haltung von Vorschriften gerechtfertigt werden und Vergebung der Sünden
verdienen. Sie haben sogar etwas noch Absurderes hinzugefügt und sich ge-
rühmt, dass andere am Verdienst ihrer Werke teilhaben können. 45Wenn
jemand böswillig auf diesem Thema herumreiten wollte, wieviel könnte er da
zusammentragen! Inzwischen schämen sich die Mönche schon selbst dafür.
46Obendrein machen sie den Leuten weis, der Stand der christlichen Voll-
kommenheit bestünde aus religiösen Übungen. 47Bedeutet das etwa nicht, die
Rechtfertigung von Werken abhängig zu machen? 48Das ist kein kleines
Ärgernis in der Kirche: dem Kirchenvolk eine bestimmte religiöse Handlung
vorzulegen, die ohne göttliche Weisung von Menschen erdacht wurde, und
dann zu lehren, dass so eine Handlung die Menschen gerecht macht. Auf diese
Weise wird die Glaubensgerechtigkeit verdunkelt, von der in der Kirche doch
am meisten geredet werden sollte. Das kommt dabei heraus, wenn jene wun-
derlichen „Engelstaten“, nämlich geheuchelte Armut, Demut und Enthaltsam-
keit, den Leuten groß vor Augen geführt werden.

49Und dann noch dies: Wenn die Leute hören, dass sich nur die Mönche im
Stand der Vollkommenheit befinden, werden Gottes Weisungen und die rech-
te Gottesverehrung verdunkelt. Christliche Vollkommenheit bedeutet nämlich
etwas anderes: Gott ernsthaft fürchten; dabei großes Vertrauen haben; sich
darauf verlassen, dass Gott durch Christus versöhnt ist; von Gott in allen
Dingen und Lebensumständen Hilfe erbitten sowie fest mit dieser Hilfe
rechnen; dabei im öffentlichen Leben fleißig gute Werke tun und so dienen,
wie es dem jeweiligen Beruf entspricht. 50Aus eben solchem Verhalten besteht
die christliche Vollkommenheit und rechte Gottesverehrung, nicht aus Ent-
haltsamkeit, Bettelei[, schwarzen oder grauen Kappen] und schäbiger Klei-
dung. 51Aber gerade aufgrund dieser falschen Lobeshymnen auf das Mönchs-
leben entwickelt das Kirchenvolk viele schädliche Ansichten. 52Die Leute
hören, dass Enthaltsamkeit maßlos gelobt wird, und haben deswegen beim
Eheleben ein schlechtes Gewissen. 53Sie hören, dass nur Bettelmönche
vollkommen sind, und haben deswegen beim Besitz von Eigentum und beim
Handel ein schlechtes Gewissen. 54Auch hört man, dass es nur ein „Evange-
lischer Rat“ sei, sich nicht zu rächen, und deshalb scheuen sich einige nicht,
jemandem im Privatleben etwas heimzuzahlen – hören sie doch, dass das
Rache-Verbot eben nur ein Ratschlag ist und kein Gebot. 55Auf der anderen
Seite irrt man sich noch viel mehr, wenn man meint, dass alle Regierungen
und öffentlichen Ämter der Christen unwürdig und nicht mit dem „Evange-
lischen Rat“ vereinbar seien. [Etliche meinen, Rache gezieme Christen in
keinem Fall, auch nicht der Regierung.] 56Man liest auch von Menschen, die
ihre Ehen und öffentliche Ämter verließen und sich in Klöster zurückgezogen
haben. 57Sie nannten das Weltflucht und Trachten nach geheiligtem Leben.
Dabei erkannten sie nicht, dass man Gott nach den von ihm selbst gegebenen
Geboten dienen muss, nicht nach von Menschen erdachten Geboten. 58Gut
und vollkommen ist ein Leben nur dann, wenn es mit Gottes Gebot in Ein-
klang steht. [Dagegen ist eine Lebensweise, die nicht Gottes Gebot auf ihrer
Seite hat, schädlich.] 59Entsprechend müssen die Leute unterwiesen werden.
60Bereits in früherer Zeit tadelte Gerson den Irrtum der Mönche bezüglich
ihrer Vollkommenheit. Er bezeugt, dass man erst in seiner Zeit begann, das
Klosterleben als einen Stand der Vollkommenheit zu bezeichnen.
61So sind die Klostergelübde mit vielen gottlosen Ansichten behaftet: dass sie
rechtfertigen; dass sie christliche Vollkommenheit bedeuten; dass die Mönche
besondere „Räte“ und Gebote halten sollen; dass sie einen Überschuss an
guten Werken bewirken. 62Weil das alles falsch und nutzlos ist, gelten
Klostergelübde nicht.

Gebet im Advent 

Herr Gott, himmlischer Vater, wir preisen Dich, daß Du Deinen Sohn Jesum Christum uns zugut in die Welt gesandt hast und Dich ihm aller Menschen herzlich annimmst. 

Dir sei Dank, daß Du unsere harten Herzen und unsere Untreue nicht ansiehst und zu uns kommst in Wort und Sakrament. 

Herr, entziehe uns Deine Gnade nicht, laß sie neu werden über Deiner Kirche und mehre unter uns Dein Reich. 

Erfülle die Diener des Evangeliums mit dem Geist der Wahrheit, der Liebe und der Kraft, daß sie mit Freuden Dein Heil verkündigen und in Lauterkeit ihren Wandel führen. 

Pflanze durch Dein Wort den Glauben in unsere Herzen, daß wir in rechter Furcht vor Dir wandeln. Die im Schlaf der Sicherheit liegen, wecke auf; die geistlich Toten rufe zum Leben. Denen, die sich reich und satt dünken, zeige ihre Armut. 

Führe wieder herzu, die untreu geworden sind. Vollende in uns alle das angefangene Werk. Stärke die Schwachen, tröste die Traurigen, gib Sieg den Kämpfenden, bewahre die Treuen. 

Du Gott des Friedens, heilige uns durch und durch, auf daß unser Geist ganz samt Seele und Leib unsträflich bewahret werde auf die Zukunft unseres Herrn Jesu Christi. Getreu bist Du, der Du uns berufen hast; Du wirst es auch tun. Dir sei Ehre in Ewigkeit! Amen. 

Agende s.o. S. 356

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

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Ihr lieben Christen, freut Euch nun

St. Stephanie (Osterwieck)

Ihr lieben Christen, freut Euch nun, bald wird erscheinen Gottes Sohn, der unser Bruder worden ist, das ist der lieb Herr Jesus Christ.

Der Jüngste Tag ist nun nicht fern. Komm, Jesu Christe, lieber Herr. Kein Tag vergeht, wir warten Dein und wollten gern bald bei Dir sein.

Du treuer Heiland Jesu Christ, dieweil die Zeit erfüllet ist, die uns verkündet Daniel, so komm, lieber Immanuel.

Der Teufel brächt uns gern zu Fall und wollt uns gern verschlingen all; er tracht nach Leib, Seel, Gut und Ehr. Herr Christ, dem alten Drachen wehr.

Eil lieber Herr, eil zum Gericht. Laß sehn Dein herrlich Angesicht, das Wesen der Dreifaltigkeit. Das helf uns Gott in Ewigkeit.

Erasmus Alber 1546 (LKG 72)

Freuet Euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet Euch! Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget Euch um nichts, sondern in allen Dingen lasset Eure Bitten mit Gebet und Flehen vor Gott kund werden.

Kollekte

O Herr, wir bitten Dich: neige Dein Ohr zu unseren Gebeten und erleuchte die Finsternis unserer Herzen durch die Heimsuchung Deiner Gnade. Der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Agende für evangelisch-lutherische Kirchen und Gemeinden. Bd.1. Der Hauptgottesdienst mit Predigt und heiligem Abendmahl und die sonstigen Predigt- und Abendmahlsgottesdienste. Ausgabe für den Pfarrer. Lutherisches Verlagshaus: Berlin, 1955. S.8

Fortlaufende Lese

Hört des HERRN Wort, die ihr erzittert vor seinem Wort: Es sprechen eure Brüder, die euch hassen und verstoßen um meines Namens willen: »Lasst doch den HERRN sich verherrlichen, dass wir eure Freude mit ansehen«, – doch sie sollen zuschanden werden.  6 Horch, Lärm aus der Stadt! Horch, vom Tempel her! Horch, der HERR vergilt seinen Feinden!  7 Ehe sie Wehen bekommt, hat sie geboren; ehe sie in Kindsnöte kommt, hat sie einen Knaben geboren.  8 Wer hat solches je gehört? Wer hat solches je gesehen? Ward ein Land an einem Tage geboren? Ist ein Volk auf einmal zur Welt gekommen? Kaum in Wehen, hat Zion schon ihre Kinder geboren.  9 Sollte ich das Kind den Mutterschoß durchbrechen und nicht auch geboren werden lassen?, spricht der HERR. Sollte ich, der gebären lässt, den Schoß verschließen?, spricht dein Gott.  10 Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid.  11 Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an ihrer vollen Mutterbrust.  12 Denn so spricht der HERR: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Da werdet ihr saugen, auf dem Arm wird man euch tragen und auf den Knien euch liebkosen.  13 Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden.  14 Ihr werdet’s sehen und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras. Dann wird man erkennen die Hand des HERRN an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden. 

Jesaja 66,5-14

Morgenlese

 Zu der Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester von der Ordnung Abija mit Namen Zacharias, und seine Frau war von den Töchtern Aaron, die hieß Elisabeth. 6 Sie waren aber alle beide gerecht und fromm vor Gott und lebten in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig. 7 Und sie hatten kein Kind; denn Elisabeth war unfruchtbar, und beide waren hochbetagt. 8 Und es begab sich, als Zacharias den Priesterdienst vor Gott versah, da seine Ordnung an der Reihe war, 9 dass ihn nach dem Brauch der Priesterschaft das Los traf, das Räucheropfer darzubringen; und er ging in den Tempel des Herrn. 10 Und die ganze Menge des Volkes betete draußen zur Stunde des Räucheropfers. 11 Da erschien ihm der Engel des Herrn, der stand an der rechten Seite des Räucheraltars. 12 Und als Zacharias ihn sah, erschrak er, und Furcht überfiel ihn. 13 Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Johannes geben. 14 Und du wirst Freude und Wonne haben, und viele werden sich über seine Geburt freuen. 15 Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken und wird schon von Mutterleib an erfüllt werden mit dem Heiligen Geist. 16 Und er wird viele der Israeliten zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. 17 Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist. 18 Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin alt und meine Frau ist hochbetagt. 19 Der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, mit dir zu reden und dir dies zu verkündigen. 20 Und siehe, du wirst verstummen und nicht reden können bis zu dem Tag, an dem dies geschehen wird, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die erfüllt werden sollen zu ihrer Zeit. 21 Und das Volk wartete auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. 22 Als er aber herauskam, konnte er nicht mit ihnen reden; und sie merkten, dass er eine Erscheinung gehabt hatte im Tempel. Und er winkte ihnen und blieb stumm. 23 Und es begab sich, als die Zeit seines Dienstes um war, da ging er heim in sein Haus. 24 Nach diesen Tagen wurde seine Frau Elisabeth schwanger und hielt sich fünf Monate verborgen und sprach: 25 So hat der Herr an mir getan in den Tagen, als er mich angesehen hat, um meine Schmach unter den Menschen von mir zu nehmen. 

Lukas 1,5-255

Abendlese

Und für Elisabeth kam die Zeit, dass sie gebären sollte; und sie gebar einen Sohn. 58 Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, dass der Herr große Barmherzigkeit an ihr getan hatte, und freuten sich mit ihr. 59 Und es begab sich am achten Tag, da kamen sie, das Kindlein zu beschneiden, und wollten es nach seinem Vater Zacharias nennen. 60 Aber seine Mutter antwortete und sprach: Nein, sondern er soll Johannes heißen. 61 Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt. 62 Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn nennen lassen wollte. 63 Und er forderte eine kleine Tafel und schrieb: Er heißt Johannes. Und sie wunderten sich alle. 64 Und sogleich wurde sein Mund und seine Zunge aufgetan, und er redete und lobte Gott. 65 Und es kam Furcht über alle Nachbarn; und diese ganze Geschichte wurde bekannt auf dem ganzen Gebirge Judäas. 66 Und alle, die es hörten, nahmen’s zu Herzen und sprachen: Was wird aus diesem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm.
67 Und sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach: 68 Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk 69 und hat uns aufgerichtet ein Horn[4] des Heils im Hause seines Dieners David – 70 wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten –, 71 dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen, 72 und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund, 73 an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, 74 dass wir, erlöst aus der Hand der Feinde, ihm dienten ohne Furcht 75 unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen. 76 Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest 77 und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden, 78 durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe, 79 auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. 80 Und das Kindlein wuchs und wurde stark im Geist. Und er war in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er vor das Volk Israel treten sollte.

Lukas 1,57-80

Bekenntnislese

Der 27. Artikel: Von den Mönchsgelübden (1)

Von Klostergelübden zu reden, ist notwendig, erstlich, um zu bedenken, wie es bisher damit gehalten wurde, welches Wesen in Klöstern gewesen ist und daß darin täglich sehr viel nicht allein gegen Gottes Wort, sondern auch päpstlichen Rechten entgegen gehandelt worden ist.

Denn zu Sankt Augustins Zeiten sind die Klosterstände frei gewesen; danach, als die rechte Zucht und Lehre zerrüttet war, hat man Klostergelübde erdacht und damit eben als mit einem erdachten Gefängnis die Zucht wiederum aufrichten wollen. Dazu hat man neben den Klostergelübden viele andere Stücke hinzugefügt, und mit solchen Banden und
Beschwernissen viele, auch bevor sie das nötige Alter erreicht hatten, beladen. So sind auch viele Personen aus Unwissenheit zu solchem Klosterleben gekommen, die, wiewohl sie sonst nicht zu jung gewesen sind, doch ihr Vermögen nicht genug ermessen noch verstanden haben. Dieselben alle, so verstrickt und verwickelt, sind gezwungen und gedrungen gewesen, in solchen Banden zu bleiben, ungeachtet dessen, daß auch das päpstliche Recht viele von ihnen freigibt. Das ist in Jungfrauenklöstern beschwerlicher gewesen als in Mönchsklostern, so es sich doch geziemt hätte, der Weibsbilder als der Schwachen zu verschonen. Dieselbe Strenge und Härte hat auch vielen frommen Leuten vorzeiten mißfallen, denn sie haben wohl gesehen, daß beide, Knaben und Mädchen, um des leiblichen Unterhalts willen in die Klöster gesteckt worden sind. Sie haben auch wohl gesehen, wie übel dasselbe Vornehmen geraten ist, welches Ärgernis und welche Beschwerung der Gewissen es gebracht hat, und viele Leute haben geklagt, daß man in
solch gefährlicher Sache die Canones gar nicht geachtet hat. Zudem hat man eine solche
Meinung von den Klostergelübden, die unverborgen auch vielen Mönchen mißfallen hat,
die ein wenig Verstand hatten. Dann sie gaben vor, daß Klostergelübde der Taufe gleich wären, und daß man mit dem Klosterleben Vergebung der Sünde und Rechtfertigung vor Gott verdiente.

Ja sie setzten noch mehr hinzu, daß man mit dem Klosterleben nicht allein Gerechtigkeit
verdiente, sondern auch, daß man damit die Gebote und Räte hielte, die im Evangelium
verfaßt sind. Also wurden die Klostergelübde höher gepriesen als die Taufe; ebenso daß
man mehr verdiene mit dem Klosterleben als mit allen anderen Ständen, die von Gott ge-
ordnet sind, wie der Pfarrer- und Predigerstand, Obrigkeit-, Fürsten-, Herrenstand und dergleichen, die alle nach Gottes Gebot, Wort und Befehl ihrem Beruf ohne erdichtete Geistlichkeit dienen. Keines dieser Stücke kann geleugnet werden, denn man findet es in ihren eigenen Büchern.

Überdies, wer so gefangen und ins Kloster gekommen ist, lernt wenig von Christus. Frü-
her hatte man in den Klöstern etwa Schulen der heiligen Schrift und anderer Künste, die
der christlichen Kirche dienstlich sind, daß man aus den Klöstern Pfarrer und Bischöfe
genommen hat. Jetzt aber hat es eine ganz andere Gestalt. Denn vorzeiten kamen sie im
Klosterleben zusammen in der Meinung, daß man die Schrift lernt. Jetzt geben sie vor, das Klosterleben sei ein solches Wesen, daß man Gottes Gnade und Gerechtigkeit vor Gott damit verdiene, ja es sei ein Stand der Vollkommenheit; und ziehen es den anderen Ständen, die von Gott eingesetzt sind, weit vor. Das alles wird darum angeführt ohne alle Verunglimpfung, damit man besser vernehmen und verstehen möge, was und wie die Unseren lehren und predigen.

Erstlich lehren sie bei uns von denen, die zur Ehe greifen, so: daß alle die, so zum ledigen Stand nicht geschickt sind, Macht, Sieg und Recht haben, sich zu verehelichen. Denn die Gelübde vermögen nicht Gottes Ordnung und Gebot aufzuheben. Nun lautet Gottes Gebot also 1. Kor. 7: „Um der Hurerei willen habe ein jeglicher sein eigen Weib, und eine jegliche habe ihren eigenen Mann.“ Dazu dringt, zwingt und treibt nicht allein Gottes Gebot, sondern auch Gottes Schöpfung und Ordnung alle die zum Ehestand, die ohne besonderes Gotteswerk nicht mit der Gabe der Jungfrauschaft begnadet sind, laut dieses Spruches Gottes selbst, Gen. 2: „Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; wir wollen ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.“

Gebet im Advent

Herr Gott, himmlischer Vater, wir preisen Dich, daß Du Deinen Sohn Jesum Christum uns zugut in die Welt gesandt hast und Dich ihm aller Menschen herzlich annimmst.

Dir sei Dank, daß Du unsere harten Herzen und unsere Untreue nicht ansiehst und zu uns kommst in Wort und Sakrament.

Herr, entziehe uns Deine Gnade nicht, laß sie neu werden über Deiner Kirche und mehre unter uns Dein Reich.

Erfülle die Diener des Evangeliums mit dem Geist der Wahrheit, der Liebe und der Kraft, daß sie mit Freuden Dein Heil verkündigen und in Lauterkeit ihren Wandel führen.

Pflanze durch Dein Wort den Glauben in unsere Herzen, daß wir in rechter Furcht vor Dir wandeln. Die im Schlaf der Sicherheit liegen, wecke auf; die geistlich Toten rufe zum Leben. Denen, die sich reich und satt dünken, zeige ihre Armut.

Führe wieder herzu, die untreu geworden sind. Vollende in uns alle das angefangene Werk. Stärke die Schwachen, tröste die Traurigen, gib Sieg den Kämpfenden, bewahre die Treuen.

Du Gott des Friedens, heilige uns durch und durch, auf daß unser Geist ganz samt Seele und Leib unsträflich bewahret werde auf die Zukunft unseres Herrn Jesu Christi. Getreu bist Du, der Du uns berufen hast; Du wirst es auch tun. Dir sei Ehre in Ewigkeit! Amen.

Agende s.o. S. 356

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +  Amen. Amen

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3. Advent: Tröste uns, Gott unser Heiland

St. Johannes der Täufer

Herr, der Du bist vormals gnädig gewesen Deinem Land und hast die Gefangenen Israels erlöset, tröste uns, Gott unser Heiland, und laß ab von Deiner Ungnade über uns. Willst Du uns denn nicht wieder erquicken, daß sich Dein Volk über Dich freuen möge? Doch ist ja Gottes Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, daß in unserem Land seine Ehre wohne, daß Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen, daß Treue auf der Erde wache und Gerechtigkeit vom Himmel schaue.

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und in Ewigkeit. Amen.

Psalm 85,2.5.7.10ff

Kollekte

O Herr, wir bitten Dich: neige Dein Ohr zu unseren Gebeten und erleuchte die Finsternis unserer Herzen durch die Heimsuchung Deiner Gnade. Der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geiste lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Alttestamentliche Lese

Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. 2 Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat die volle Strafe empfangen von der Hand des HERRN für alle ihre Sünden. 3 Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott! 4 Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden; 5 denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat’s geredet. 6 Es spricht eine Stimme: Predige!, und ich sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. 7 Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des HERRN Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk! 8 Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich. 9 Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg; Jerusalem, du Freudenbotin, erhebe deine Stimme mit Macht; erhebe sie und fürchte dich nicht! Sage den Städten Judas: Siehe, da ist euer Gott; 10 siehe, da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen. Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her. 11 Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte. Er wird die Lämmer in seinen Arm sammeln und im Bausch seines Gewandes tragen und die Mutterschafe führen.

Jesaja 40,1-11

Epistolische Lektion

Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse. 2 Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für treu befunden werden. 3 Mir aber ist’s ein Geringes, dass ich von euch gerichtet werde oder von einem menschlichen Gericht; auch richte ich mich selbst nicht. 4 Ich bin mir zwar keiner Schuld bewusst, aber darin bin ich nicht gerechtfertigt; der Herr ist’s aber, der mich richtet. 5 Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch ans Licht bringen wird, was im Finstern verborgen ist, und das Trachten der Herzen offenbar machen wird. Dann wird auch einem jeden von Gott Lob zuteilwerden. 

1. Korinther 4,1-5

Hallelujavers

Halleluja. Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Halleluja.

Psalm 145,18

Graduallied

Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz in Euch bestellt; bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein.

Bereitet doch sein tüchtig den Weg dem großen Gast, macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; macht alle Bahnen recht, die Tal laßt sein erhöhet, macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht.

Ein Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zu Grunde geht; ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ.

Das war Johannis Stimme, das war Johannis Lehr: Gott strafet den mit Grimme, der ihm nicht gibt Gehör. O Herr Gott, mach auch mich zu Deines Kindes Krippen, so sollen meine Lippen  mit Ruhm erheben Dich.

Valentin Thilo 1642 (LKG 77)

Evangelium

Da aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er seine Jünger 3 und ließ ihn fragen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten? 4 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht: 5 Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt; 6 und selig ist, wer sich nicht an mir ärgert.
7 Als sie fortgingen, fing Jesus an, zu dem Volk über Johannes zu reden: Was wolltet ihr sehen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das vom Wind bewegt wird? 8 Oder was wolltet ihr sehen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Menschen in weichen Kleidern? Siehe, die weiche Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige. 9 Oder was wolltet ihr sehen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Propheten? Ja, ich sage euch: Er ist mehr als ein Prophet. 10 Dieser ist’s, von dem geschrieben steht: »Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.«

Matthäus 11,2-10

Glaubensbekenntnis der einen heiligen christlichen Kirche

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus,  Gottes eingeborenen Sohn,  der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt,  Gott von Gott, Licht vom Licht,wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolische Kirche.  Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänische Glaubensbekenntnis

Wochengebet zum 3. Advent

Unruhig ist unsere Welt, unruhig ist unser Herz.
Dass es stiller wird in uns, dass Friede herrscht in unserer Welt –
danach sehnen wir uns, guter Gott.
So bringen wir vor dich:
uns selbst und all die Gehetzten und Zerstreuten.

Viel liegt im Argen, nicht alles wird heil werden.
Dennoch hoffen wir darauf, dass Gerechtigkeit kommen wird
und ein Ende der Gewalt.
So bringen wir vor dich:
uns selbst und all die Verletzten und Verstörten.

Sorgen werden groß, Krisen wachsen über den Kopf.
Umso mehr brauchen wir das Vertrauen,
dass du unsere Gedanken lenkst und unsere Schritte begleitest.
So bringen wir vor dich:
uns selbst und all die Verängstigten und Überforderten.

Macht und Geld regieren die Welt, wie immer schon.
Aber wir wollen einander annehmen,
wie du uns angekommen hast.
So bringen vor dich:
uns selbst und all die Sanftmütigen und Barmherzigen.

Weihnachten wird kommen, wie jedes Jahr.
Wir freuen uns auf das Fest deiner Liebe.
So bringen wir vor dich:
uns selbst und alle, die das Licht Christi brauchen.

Wir stehen vor dir mit leeren Händen und offenem Sinn,
mit unseren Gedanken und Gefühlen
und jetzt – für einen Moment – mit unserem Schweigen.

Freude und Frieden im Glauben. 
Du Gott, kommst in unsere Welt.
Du richtest uns auf.
Wir sehen dir entgegen.
Darauf vertrauen wir.
Und bitten dich:
Für die Müden und Enttäuschten,
dass sie Mut fassen und vorangehen.

Du Gott, kommst in unsere Welt.
Du richtest uns auf.
Wir sehen dir entgegen.
Darauf vertrauen wir.
Und bitten dich:
Für die Lahmen und Beladenen,
dass sie Kraft finden und sich aufrichten.

Du Gott, kommst in unsere Welt.
Du richtest uns auf.
Wir sehen dir entgegen.
Darauf vertrauen wir.
Und bitten dich:
Für die Wankenden und Verängstigten,
dass sie Mut schöpfen und anpacken.

Du Gott, kommst in unsere Welt.
Du richtest uns auf.
Wir sehen dir entgegen.
Darauf vertrauen wir.
Und bitten dich:
Für die Verstummten und Ungetrösteten,
dass sie Zuversicht finden und ihre Stimme erheben.

Du Gott, kommst in unsere Welt.
Du richtest uns auf.
Wir sehen dir entgegen.
Darauf vertrauen wir.
Und bitten dich:
Für uns und alle Menschen in der Stille…

VELKD Wochengebet

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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