Gedenke, wie kurz mein Leben ist, wie vergänglich Du alle Menschen geschaffen hast! (Psalm 89,39ff)

Der Prophet Nathan konfrontiert König David.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Hörversion dieser Andacht:

Wochenspruch aus Psalm 130,4

Denn bei Dir ist die Vergebung, daß man Dich fürchte.

Introitus Psalm 89,39ff: Eine Unterweisung Etans, des Esrachiters.

Aber nun hast Du verstoßen und verworfen und zürnst mit Deinem Gesalbten! Du hast zerbrochen den Bund mit Deinem Knecht und seine Krone entweiht in den Staub. Du hast eingerissen alle seine Mauern und hast zerstört seine Festungen. Es berauben ihn alle, die vorübergehen; er ist seinen Nachbarn ein Spott geworden. 

Du hast die Rechte seiner Widersacher erhöht und alle seine Feinde erfreut. Auch hast Du die Kraft seines Schwerts weggenommen und läßest ihn nicht siegen im Streit. Du hast seinem Glanz ein Ende gemacht und seinen Thron zu Boden geworfen. Du hast die Tage seiner Jugend verkürzt und ihn bedeckt mit Schande. Sela. 

Wie lange, HERR, willst Du Dich immerfort verbergen und Deinen Grimm wie Feuer brennen lassen? Gedenke, wie kurz mein Leben ist, wie vergänglich Du alle Menschen geschaffen hast! Wo ist jemand, der da lebt und den Tod nicht sähe, der seine Seele errette aus des Todes Hand? Sela. 

Herr, wo ist Deine Gnade von einst, die Du David geschworen hast in Deiner Treue? Gedenke, Herr, an die Schmach Deiner Knechte, die ich trage in meiner Brust von all den vielen Völkern, mit der, HERR, Deine Feinde Dich schmähen, mit der sie schmähen die Spuren Deines Gesalbten! Gelobt sei der HERR ewiglich! Amen! Amen! 

Lutherisches Kirchengesangbuch Nr. 240 von Christian Ludwig Scheidt, 1742

Aus Gnaden soll ich selig werden! Herz, glaubst Du’s oder glaubst Du’s nicht? Was willst Du Dich so zag gebärden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrheit sein: aus Gnaden ist der Himmel Dein.

Aus Gnaden! Hier gilt kein Verdienen, die eignen Werke fallen hin; Gott, der aus Lieb im Fleisch erschienen, bringt uns den seligen Gewinn, daß uns sein Tod das Heil gebracht und uns aus Gnaden selig macht.

Aus Gnaden! Dieser Grund wird bleiben, solange Gott wahrhaftig heißt. Was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Worte preist, worauf all unser Glaube ruht, ist: Gnade durch des Lammes Blut.

Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl. Ich kenn mein sündliches Verderben, doch auch den, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht.

Jesaja 64,5-11

So wurden wir alle wie die Unreinen, und alle unsre Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid. Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsre Sünden tragen uns davon wie der Wind. 

Niemand ruft Deinen Namen an oder macht sich auf, daß er sich an Dich halte; denn Du hast Dein Angesicht vor uns verborgen und läßt uns vergehen unter der Gewalt unsrer Schuld. 

Aber nun, HERR, Du bist doch unser Vater! Wir sind Ton, Du bist unser Töpfer, und wir alle sind Deiner Hände Werk. HERR, zürne nicht so sehr und gedenke nicht ewig der Sünde! Sieh doch an, daß wir alle Dein Volk sind! 

Deine heiligen Städte sind zur Wüste geworden, Zion ist zur Wüste geworden, Jerusalem liegt zerstört. Das Haus unsrer Heiligkeit und Herrlichkeit, in dem Dich unsre Väter gelobt haben, ist mit Feuer verbrannt, und alles, was wir Schönes hatten, ist zuschanden gemacht. 

HERR, willst Du bei alledem noch zögern und schweigen und uns so sehr niederschlagen? 

2. Samuel 12,1-10.13-14 (Nathan und König David)

Und der HERR sandte Nathan zu David. Als der zu ihm kam, sprach er zu ihm:

Es waren zwei Männer in einer Stadt, der eine reich, der andere arm. Der Reiche hatte sehr viele Schafe und Rinder; aber der Arme hatte nichts als ein einziges kleines Schäflein, das er gekauft hatte.

Und er nährte es, daß es groß wurde bei ihm zugleich mit seinen Kindern. Es aß von seinem Bissen und trank aus seinem Becher und schlief in seinem Schoß, und er hielt’s wie eine Tochter. 

Als aber zu dem reichen Mann ein Gast kam, brachte er’s nicht über sich, von seinen Schafen und Rindern zu nehmen, um dem Gast etwas zuzurichten, der zu ihm gekommen war. Und er nahm das Schaf des armen Mannes und richtete es dem Mann zu, der zu ihm gekommen war. 

Da geriet David in großen Zorn über den Mann und sprach zu Nathan: So wahr der HERR lebt: Der Mann ist ein Kind des Todes, der das getan hat! Dazu soll er das Schaf vierfach bezahlen, weil er das getan und sein eigenes geschont hat. 

Da sprach Nathan zu David: Du bist der Mann!

So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe Dich zum König gesalbt über Israel und habe Dich errettet aus der Hand Sauls und habe Dir Deines Herrn Haus gegeben, dazu seine Frauen in Deinen Schoß, und habe Dir das Haus Israel und Juda gegeben; und ist das zu wenig, will ich noch dies und das dazutun. 

Warum hast Du denn das Wort des HERRN verachtet, daß Du getan hast, was ihm mißfiel? Uria, den Hetiter, hast Du erschlagen mit dem Schwert, seine Frau hast Du Dir zur Frau genommen, ihn aber hast Du umgebracht durch das Schwert der Ammoniter. Nun, so soll von Deinem Hause das Schwert nimmermehr lassen, weil Du mich verachtet und die Frau Urias, des Hetiters, genommen hast, daß sie Deine Frau sei. 

Da sprach David zu Nathan: Ich habe gesündigt gegen den HERRN. Nathan sprach zu David: So hat auch der HERR Deine Sünde weggenommen; Du wirst nicht sterben. Aber weil Du die Feinde des HERRN durch diese Sache zum Lästern gebracht hast, wird der Sohn, der Dir geboren ist, des Todes sterben.

Schmalkaldische Artikel 3,VII,1-VIII,13 Von den Schlüsseln usw.

Apostolisches Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde.

Und an Jesum Christum, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du eines dieser Gebete dazu sprechen

Luthers Morgensegen

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Luthers Abendsegen

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen.

Der Friede des Herr sei mit Euch +

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist. Amen.

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About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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