Ich freute mich über die, die mir sagten: Lasset uns ziehen zum Hause des HERRN! (Psalm 122)

Wolke der Zeugen in Jabel mit Pfarrer Dietrich in der Mitte.

Ich freute mich über die, die mir sagten: Lasset uns ziehen zum Hause des HERRN! Nun stehen unsere Füße in Deinen Toren, Jerusalem. 

Jerusalem ist gebaut als eine Stadt, in der man zusammenkommen soll, wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme des HERRN, wie es geboten ist dem Volke Israel, zu preisen den Namen des HERRN. Denn dort stehen Throne zum Gericht, die Throne des Hauses David. 

Wünschet Jerusalem Frieden! Es möge wohlgehen denen, die Dich lieben! Es möge Friede sein in Deinen Mauern und Glück in Deinen Palästen! Um meiner Brüder und Freunde willen will ich Dir Frieden wünschen. Um des Hauses des HERRN willen, unseres Gottes, will ich Dein Bestes suchen. 

Psalm 122. Von David, ein Wallfahrtslied.

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolisches Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen. 

Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht zum Sieg führt…

Matthäus 12,20

Lied des Tages

Nun lob, mein Seel, den Herren, was in mir ist, den Namen sein. Sein Wohltat tut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein. Hat Dir Dein Sünd vergeben und heilt Dein Schwachheit groß, errett’ Dein armes Leben, nimmt Dich in seinen Schoß, mit reichem Trost beschüttet, verjüngt, dem Adler gleich; der Herr schafft Recht, behütet, die leidn in seinem Reich.

Er hat uns wissen lassen sein herrlich Recht und sein Gericht, dazu sein Güt ohn Maßen, es mangelt an Erbarmung nicht; sein’ Zorn lässt er wohl fahren, straft nicht nach unsrer Schuld, die Gnad tut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist hoch erhaben ob den’, die fürchten ihn; so fern der Ost vom Abend, ist unsre Sünd dahin.

Wie sich ein Mann erbarmet ob seiner jungen Kindelein, so tut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein. Er kennt das arm Gemächte und weiß, wir sind nur Staub, gleichwie das Gras von Rechte, ein Blum und fallend Laub; der Wind nur drüber wehet, so ist es nimmer da, also der Mensch vergehet, sein End, das ist ihm nah.

Johann Gramann um 1540 (LKG 315,1-3)

Morgenlese

Und sie gingen hinein nach Kapernaum; und alsbald am Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte. Und sie entsetzten sich über seine Lehre; denn er lehrte sie mit Vollmacht und nicht wie die Schriftgelehrten. 

Und alsbald war in ihrer Synagoge ein Mensch, besessen von einem unreinen Geist; der schrie: Was haben wir mit Dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist Du gekommen, uns zu vernichten? Ich weiß, wer Du bist: der Heilige Gottes! 

Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! Und der unreine Geist riss ihn hin und her und schrie laut und fuhr aus von ihm. 

Und sie entsetzten sich alle, sodaß sie sich untereinander befragten und sprachen: Was ist das? Eine neue Lehre in Vollmacht! Er gebietet auch den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm! 

Und die Kunde von ihm erscholl alsbald überall in das ganze Land um Galiläa.

Markus 1,21-28

Abendlese

Siehe, das ist mein Knecht, den ich halte, und mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben; er wird das Recht unter die Heiden bringen. 

Er wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen. Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. In Treue trägt er das Recht hinaus. Er selbst wird nicht verlöschen und nicht zerbrechen, bis er auf Erden das Recht aufrichte; und die Inseln warten auf seine Weisung. 

So spricht Gott, der HERR, der die Himmel schafft und ausbreitet, der die Erde macht und ihr Gewächs, der dem Volk auf ihr den Atem gibt und Lebensodem denen, die auf ihr gehen: Ich, der HERR, habe Dich gerufen in Gerechtigkeit und halte Dich bei der Hand. Ich habe Dich geschaffen und bestimmt zum Bund für das Volk, zum Licht der Heiden, daß Du die Augen der Blinden öffnen sollst und die Gefangenen aus dem Gefängnis führen und, die da sitzen in der Finsternis, aus dem Kerker. 

Jesaja 42,1-7

Konkordienformel (Solida Declaratio): XI:24-33

24] Dieses alles wird nach der Schrift in der Lehre von der ewigen Wahl Gottes zur Kindschaft und ewigen Seligkeit begriffen, soll auch darunter verstanden und nimmer ausgeschlossen noch unterlassen werden, wenn man redet von dem Vorsatz, Vorsehung, Wahl und Verordnung Gottes zur Seligkeit. Und wenn also nach der Schrift die Gedanken von diesem Artikel gefaßt werden, so kann man sich durch Gottes Gnade einfältig darein richten.

25] Es gehört auch dies zu fernerer Erklärung und heilsamem [Ge]Brauch der Lehre von der Vorsehung Gottes zur Seligkeit: weil allein die Auserwählten selig werden, deren Namen geschrieben stehen im Buch des Lebens, wie man das wissen, woraus und wobei erkennen könne, welche die Auserwählten sind, die sich dieser Lehre zum Trost annehmen können und sollen.

26] Und hiervon sollen wir nicht urteilen nach unserer Vernunft, auch nicht nach dem Gesetz oder aus einigem äußerlichen Schein; auch sollen wir uns nicht unterstehen, den heimlichen, verborgenen Abgrund göttlicher Vorsehung zu [er]forschen, sondern auf den geoffenbarten Willen Gottes achtgeben. Denn: “er hat uns offenbaret und wissen lassen das Geheimnis seines Willens und hat dasselbige hervorgebracht durch Christum, daß es geprediget werden”, Eph 12 Tim. 1.

27] Dasselbe aber wird uns also geoffenbart, wie Paulus spricht Röm 8: “Die Gott versehen, erwählet und verordnet hat, die hat er auch berufen.” Nun beruft Gott nicht ohne Mittel, sondern durch das Wort, wie er denn befohlen hat, zu predigen Buße und Vergebung der Sünden. Dergleichen bezeugt auch St. Paulus, da er geschrieben: “Wir sind Botschafter an Christus’ Statt, und Gott vermahnet durch uns: Lasset euch versöhnen mit Gott!” 2 Kor. 5. Und die Gäste, welche der König zu seines Sohnes Hochzeit haben will, läßt er durch seine ausgesandten Diener berufen, Matth. 22, etliche zur ersten, etliche zur andern, dritten, sechsten, neunten, auch wohl zur elften Stunde, Matth. 20.

28] Derhalben, wenn wir unsere ewige Wahl zur Seligkeit nützlich betrachten wollen, müssen wir in alle Wege steif und fest darüber halten, daß, wie die Predigt der Buße, also auch die Verheißung des Evangelii universalis [sei], das ist, über alle Menschen gehe, Luk. 24. Darum Christus befohlen hat, zu predigen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völker. Denn Gott hat die Welt geliebet und derselben seinen Sohn gegeben, Joh. 3. Christus hat der Welt Sünde getragen, Joh. 1: sein Fleisch gegeben für der Welt Leben, Joh. 6; sein Blut ist die Versöhnung für der ganzen Welt Sünde, 1 Joh. 2. Christus spricht: Kommet alle zu mir, die ihr beladen seid, ich will euch erquicken, Matth. 11. Gott hat alles beschlossen unter dem [unter den] Unglauben, als daß er sich aller erbarme, Röm 11. Der Her will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße kehre, 2 Petr. 3: Er ist aller zumal ein Her, reich über alle, die ihn anrufen, Röm. 10. Die Gerechtigkeit kommt durch den Glauben an Christum zu allen und aus alle, die glauben, Röm 3. Das ist der Wille des Vaters, daß alle, die an Christum glauben, das ewige Leben haben sollen, Joh. 6 Also ist Christus Befehl, daß insgemein allen, denen Buße gepredigt wird, auch diese Verheißung des Evangelii soll vorgetragen werden, Luk.24Mark.16.

29] Und solchen Beruf Gottes, so durch die Predigt des Worts geschieht, sollen wir für kein Spiegelfechten halten, sondern wissen, daß dadurch Gott seinen Willen offenbart, daß er in denen, die er also beruft, durchs Wort wirken wolle, daß sie erleuchtet, bekehrt und selig werden mögen. Denn das Wort, dadurch wir berufen werden, ist ein Amt des Geistes, das den Geist gibt oder dadurch der Geist gegeben wird, 2 Kor. 3, und eine Kraft Gottes, selig zu machen, Röm. 1. Und weil der Heilige Geist durchs Wort kräftig sein, stärken, Kraft und Vermögen geben will, so ist Gottes Wille, daß wir das Wort annehmen, glauben und demselben folgen sollen.

30] Daher werden die Auserwählten also beschrieben Joh. 10: “Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.” Und Eph. 1: “Die nach dem Vorsatz verordnet sind zum Erbteil”, die hören das Evangelium, glauben an Christum, beten und danken, werden geheiligt in der Liebe, haben Hoffnung, Geduld und Trost im Kreuz, Röm. 8; und ob dies alles gleich sehr schwach in ihnen ist, haben sie doch Hunger und Durst nach der Gerechtigkeit, Math. 5.

31] Also: “gibt der Geist Gottes den Auserwählten Zeugnis, daß sie Kinder Gottes sind; und da sie nicht wissen, was sie beten sollen, wie sichs gebührt, vertritt er sie mit unaussprechlichem Seufzen”, Röm. 8.

32] So zeugt auch die Heilige Schrift, daß Gott, der uns berufen hat, so getreu sei, wenn er das gute Werk in uns angefangen hat, daß er’s auch bis ans Ende erhalten und vollführen wolle, wo wir uns nicht selbst von ihm abkehren, sondern das angefangene Wesen bis ans Ende fest behalten, dazu er denn seine Gnade verheißen hat, 1 Kor. 1; Phil. 12 Petr. 3; Hebr. 3.

33] Mit diesem geoffenbarten Willen Gottes sollen wir uns bekümmern, demselben folgen und uns desselben befleißigen, weil der Heilige Geist durchs Wort, dadurch er uns beruft, Gnade, Kraft und Vermögen dazu verleiht, und den Abgrund der verborgenen Vorsehung Gottes nicht forschen, wie Luk. 13 geschrieben, da einer fragt: “HErr, meinest du, daß wenig selig werden?” antwortet Christus: “Ringet ihr danach, daß ihr durch die enge Pforte eingehet.” Also spricht Lutherus: “Folge du der Epistel zu’n Römern in ihrer Ordnung, bekummere dich zuvor mit Christo und seinem Evangelio, daß du deine Sünde und seine Gnade erkennest, danach mit der Sünde streite, wie Paulus vom ersten bis ins achte Kapitel lehrt; danach, wenn du im achten Kapitel in Anfechtung unter Kreuz und Leiden kommen wirst, das wird dich lehren im neunten, zehnten und elften Kapitel die Vorsehung, wie tröstlich die sei” usw.

FC SD XI:24-33

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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