HERR, sei mir gnädig, denn mir ist angst! Mein Auge ist trübe geworden vor Gram, matt meine Seele und mein Leib. Denn mein Leben ist hingeschwunden in Kummer und meine Jahre in Seufzen. Meine Kraft ist verfallen durch meine Missetat, und meine Gebeine sind verschmachtet.
Allen meinen Bedrängern bin ich ein Spott geworden, eine Last meinen Nachbarn und ein Schrecken meinen Freunden. Die mich sehen auf der Gasse, fliehen vor mir. Ich bin vergessen im Herzen wie ein Toter; ich bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß. Denn ich höre, wie viele mich verleumden: Schrecken ist um und um! Sie halten Rat miteinander über mich und trachten danach, mir das Leben zu nehmen.
Ich aber, HERR, hoffe auf Dich und spreche: Du bist mein Gott! Meine Zeit steht in Deinen Händen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen. Laß leuchten Dein Antlitz über Deinem Knecht; hilf mir durch Deine Güte! HERR, laß mich nicht zuschanden werden; denn ich rufe Dich an. Die Frevler sollen zuschanden werden und verstummen im Totenreich. Verstummen sollen die Lügenmäuler, die da reden wider den Gerechten frech, stolz und höhnisch.
Wie groß ist Deine Güte, HERR, die du bewahrt hast denen, die Dich fürchten, und erweisest vor den Menschen denen, die auf Dich trauen! Du birgst sie im Schutz Deines Angesichts vor den Rotten der Leute, Du verbirgst sie in der Hütte vor den zänkischen Zungen. Gelobt sei der HERR; denn er hat seine wunderbare Güte mir erwiesen in einer festen Stadt. Ich sprach wohl in meinem Zagen: Ich bin von Deinen Augen verstoßen. Doch Du hörtest die Stimme meines Flehens, als ich zu Dir schrie.
Liebet den HERRN, alle seine Heiligen! Die Gläubigen behütet der HERR und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt. Seid getrost und unverzagt alle, die Ihr des HERRN harret!
Psalm 31,10-25
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Alsdann flugs und fröhlich geschlafen.
So spricht der Herr, der Dich geschaffen hat, Jakob, und Dich gemacht hat, Israel: Fürchte Dich nicht, denn ich habe Dich erlöst; ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen; Du bist mein.
Jesaja 43:1
Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch
Durch Adams Fall ist ganz verderbt, menschlich Natur und Wesen: dasselb Gift ist auf uns geerbt, daß wir nicht mocht’n genesen ohn Gottes Trost, der uns erlöst hat von dem großen Schaden, darin die Schlang Evam bezwang, Gott Zorn auf sich zu laden.
Weil denn die Schlang Evam hat bracht, daß sie ist abgefallen von Gottes Wort, welch’s sie veracht’t, dadurch sie in uns allen bracht hat den Tod: so war je Not, daß uns auch Gott sollt geben sein lieben Sohn, der Gnaden Thron, in dem wir möchten leben.
Wie uns nun hat ein fremde Schuld in Adam all verhöhnet: also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adams Fall, sind ewigs Tods gestorben: also hat Gott durch Christi Tod verneut, was war verdorben.
So er uns denn sein´ Sohn geschenkt, da wir sein Feind noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenkt, getödt’t, gen Himmel g’fahren, dadurch wir sein vom Tod und Pein erlöst, so wir vertrauen in diesen Hort, des Vaters Wort: wem wollt vor Sterben grauen?
Lazarus Spengler 1524 (LKG 228,1-4)
Morgenlese
Und nun spricht der HERR, der Dich geschaffen hat, Jakob, und Dich gemacht hat, Israel: Fürchte Dich nicht, denn ich habe Dich erlöst; ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen; Du bist mein!
Wenn Du durch Wasser gehst, will ich bei Dir sein, und wenn Du durch Ströme gehst, sollen sie Dich nicht ersäufen. Wenn Du ins Feuer gehst, wirst Du nicht brennen, und die Flamme wird Dich nicht versengen. Denn ich bin der HERR, Dein Gott, der Heilige Israels, Dein Heiland.
Ich gebe Ägypten für Dich als Lösegeld, Kusch und Seba an Deiner statt. Weil Du teuer bist in meinen Augen und herrlich und weil ich Dich lieb habe, gebe ich Menschen an Deiner statt und Völker für Dein Leben. So fürchte Dich nun nicht, denn ich bin bei Dir.
Ich will vom Osten Deine Kinder bringen und Dich vom Westen her sammeln, ich will sagen zum Norden: Gib her!, und zum Süden: Halte nicht zurück! Bring her meine Söhne von ferne und meine Töchter vom Ende der Erde, alle, die mit meinem Namen genannt sind, die ich zu meiner Ehre geschaffen und zubereitet und gemacht habe.
Jesaja 43,1-7
Abendlese
Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilands, machte er uns selig – nicht um der Werke willen, die wir in Gerechtigkeit getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit – durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist, den er über uns reichlich ausgegossen hat durch Jesus Christus, unsern Heiland, damit wir, durch dessen Gnade gerecht geworden, Erben seien nach der Hoffnung auf ewiges Leben.
Titus 3,4-7
