Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf Dich traut meine Seele, und unter dem Schatten Deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe. Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt. Er sende vom Himmel und helfe mir von der Schmähung dessen, der mir nachstellt. Sela.
Gott sende seine Güte und Treue. Ich liege mitten unter Löwen; verzehrende Flammen sind die Menschen, ihre Zähne sind Spieße und Pfeile und ihre Zungen scharfe Schwerter. Erhebe Dich, Gott, über den Himmel und Deine Ehre über alle Welt! Sie haben meinen Schritten ein Netz gestellt und meine Seele gebeugt; sie haben vor mir eine Grube gegraben – und fallen doch selbst hinein. Sela.
Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, daß ich singe und lobe. Wach auf, meine Ehre, wach auf, Psalter und Harfe, ich will das Morgenrot wecken! Herr, ich will Dir danken unter den Völkern, ich will Dir lobsingen unter den Leuten. Denn Deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und Deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Erhebe Dich, Gott, über den Himmel und Deine Ehre über alle Welt!
Psalm 57. Ein güldenes Kleinod Davids, vorzusingen, nach der Weise »Vertilge nicht«, als er vor Saul in die Höhle floh.
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Alsdann flugs und fröhlich geschlafen.
Einer trage des andern Last, so werdet Ihr das Gesetz Christi erfüllen.
Galater 6,2
Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch
Lasset mich voll Freuden sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der bei menschlichen Gebrechen dennoch ein Kind Gottes ist. Was sind alle Schätze nütze, da ich einen Schatz besitze, der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht.
Keine Sünde macht mir bange: Ich bin ein getaufter Christ; denn ich weiß gewiß: so lange dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch Dein Blut entbinden, weil das teure Wasserbad mich damit besprenget hat.
Satan, laß Dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ und damit kann ich Dich schlagen, ob Du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist Dir alle Macht genommen, und von Deiner Tyrannei machte Gottes Bund mich frei.
Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin eingetaufter Christ, denn das bringet mich zum Erbe, das im Himmel droben ist: lieg ich gleich im Todesstande, so versichert mir der Glaube, daß mir auch der Taufe Kraft, Leib und Leben wieder schafft.
Nun so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens sein; muß ich mich zu Grabe leben, schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist.
Erdmann Neumeister 1718 (LKG 28)
Morgenlese
Und David zog von dort hinauf und blieb in den Bergfesten bei En-Gedi. Als nun Saul zurückkam von der Verfolgung der Philister, wurde ihm gesagt: Siehe, David ist in der Wüste En-Gedi. Und Saul nahm dreitausend auserlesene Männer aus ganz Israel und zog hin, David samt seinen Männern zu suchen bei den Steinbockfelsen. Und als er kam zu den Schafhürden am Wege, war dort eine Höhle, und Saul ging hinein, um seine Füße zu decken.
David aber und seine Männer saßen hinten in der Höhle. Da sprachen die Männer Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, von dem der HERR zu Dir gesagt hat: Siehe, ich will Deinen Feind in Deine Hand geben, daß Du mit ihm tust, was Dir gefällt. Und David stand auf und schnitt leise einen Zipfel vom Rock Sauls. Aber danach schlug ihm sein Herz, daß er den Zipfel vom Rock Sauls abgeschnitten hatte, und er sprach zu seinen Männern: Das lasse der HERR ferne von mir sein, daß ich das tun sollte und meine Hand legen an meinen Herrn, den Gesalbten des HERRN; denn er ist der Gesalbte des HERRN.
Und David wies seine Männer mit diesen Worten von sich und ließ sie sich nicht an Saul vergreifen. Als aber Saul sich aufmachte aus der Höhle und seines Weges ging, machte sich danach auch David auf und ging aus der Höhle und rief Saul nach und sprach: Mein Herr und König! Saul sah sich um. Und David neigte sein Antlitz zur Erde und fiel nieder.
Und David sprach zu Saul: Warum hörst du auf das Reden der Menschen, die da sagen: David sucht Dein Unglück? Siehe, heute haben Deine Augen gesehen, daß Dich der HERR heute in meine Hand gegeben hat in der Höhle, und man hat mir gesagt, daß ich Dich töten sollte. Aber ich habe Dich verschont; denn ich dachte: Ich will meine Hand nicht an meinen Herrn legen; denn er ist der Gesalbte des HERRN.
Mein Vater, sieh doch hier den Zipfel Deines Rocks in meiner Hand! Daß ich den Zipfel von Deinem Rock schnitt und Dich nicht tötete, daran erkenne und sieh, daß nichts Böses in meiner Hand ist und kein Vergehen. Ich habe mich nicht an Dir versündigt; aber Du jagst mir nach, um mir das Leben zu nehmen. Der HERR wird Richter sein zwischen mir und Dir und mich an Dir rächen, aber meine Hand soll nicht gegen Dich sein; wie man sagt nach dem alten Sprichwort: Von Frevlern kommt Frevel; aber meine Hand soll nicht gegen Dich sein.
Wem zieht der König von Israel nach? Wem jagst Du nach? Einem toten Hund, einem einzelnen Floh! Der HERR sei Richter und richte zwischen mir und Dir und sehe darein und führe meine Sache, daß er mir Recht schaffe und mich rette aus Deiner Hand!
Als nun David diese Worte zu Saul geredet hatte, sprach Saul: Ist das nicht Deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul erhob seine Stimme und weinte und sprach zu David: Du bist gerechter als ich, Du hast mir Gutes erwiesen; ich aber habe Dir Böses erwiesen. Und Du hast mir heute gezeigt, wie Du Gutes an mir getan hast, als mich der HERR in Deine Hand gegeben hatte und Du mich doch nicht getötet hast.
Wo ist jemand, der seinen Feind findet und läßt ihn im Guten seinen Weg gehen? Der HERR vergelte Dir Gutes für das, was Du heute an mir getan hast!
1.Samuel 24,1-20
Abendlese
Darum, wenn Du Deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, daß Dein Bruder etwas gegen Dich hat, so laß dort vor dem Altar Deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne Dich mit Deinem Bruder, und dann komm und opfere Deine Gabe. Vertrage Dich mit Deinem Widersacher sogleich, solange Du noch mit ihm auf dem Weg bist, auf daß Dich der Widersacher nicht dem Richter überantworte und der Richter dem Gerichtsdiener und Du ins Gefängnis geworfen werdest. Wahrlich, ich sage Dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis Du auch den letzten Heller bezahlt hast.
Ihr habt gehört, daß gesagt ist: »Du sollst nicht ehebrechen.« Ich aber sage Euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. Wenn Dich aber Dein rechtes Auge verführt, so reiß es aus und wirf’s von Dir. Es ist besser für Dich, daß eins Deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Wenn Dich Deine rechte Hand verführt, so hau sie ab und wirf sie von Dir. Es ist besser für Dich, daß eins Deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre. Es ist auch gesagt: »Wer sich von seiner Frau scheidet, der soll ihr einen Scheidebrief geben.« Ich aber sage Euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Unzucht, der macht, daß sie die Ehe bricht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.
Ihr habt weiter gehört, daß zu den Alten gesagt ist: »Du sollst keinen falschen Eid schwören und sollst dem Herrn Deine Eide halten.« Ich aber sage Euch, daß Ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron; noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße; noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs. Auch sollst Du nicht bei Deinem Haupt schwören; denn Du vermagst nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen. Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Bösen.
Matthäus 5,23-37
