
Hilf, HERR! Die Heiligen haben abgenommen, und treu sind wenige unter den Menschenkindern. Einer redet mit dem andern Lug und Trug, sie heucheln und reden aus zwiespältigem Herzen.
Der HERR wolle ausrotten alle Heuchelei und die Zunge, die hoffärtig redet, die da sagen: »Durch unsere Zunge sind wir mächtig, uns gebührt zu reden! Wer ist unser Herr?«
»Weil die Elenden Gewalt leiden und die Armen seufzen, will ich jetzt aufstehen«, spricht der HERR, »ich will Hilfe schaffen dem, der sich danach sehnt.« Die Worte des HERRN sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal.
Du, HERR, wollest sie bewahren und uns behüten vor diesem Geschlecht ewiglich! Denn Frevler gehen allenthalben einher, wo Gemeinheit herrscht unter den Menschenkindern.
Psalm 12. Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf acht Saiten.
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst Du, so kannst Du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Abendsegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Alsdann flugs und fröhlich geschlafen.
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen!
2.Korinther 13,13
Lied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch
Ach Gott, vom Himmel sieh darein und laß Dich des erbarmen, wie wenig sind der Heilgen Dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr, der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschenkindern.
Sie lehren eitel falsche List, was eigen Witz erfindet; ihr Herz nicht eines Sinnes ist in Gottes Wort gegründet; der wählet dies, der andre das, sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen.
Gott woll ausrotten allen gar, die falschen Schein uns lehren, dazu ihr Zung stolz offenbar/ spricht: »Trotz! Wer will’s uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein, was wir setzen, gilt allgemein; wer ist, der uns sollt meistern?«
Darum spricht Gott: »Ich muß auf sein, die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein, ich hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen.«
Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; am Gottswort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein, da wird sein Kraft erkannt und Schein und leucht stark in die Lande.
Das wollst Du, Gott, bewahren rein vor diesem argen Geschlechte und laß uns Dir befohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte. Der gottlos Hauf sich umher findt, wo diese losen Leute sind in Deinem Volk erhaben. (d.h. zur Herrschaft erhoben)
Martin Luther, 1524 (LKG 44)
Morgenlese
Ach, HERR, Du weißt es! Gedenke an mich und nimm Dich meiner an und räche mich an meinen Verfolgern! Raffe mich nicht hinweg, indem Du Deinen Zorn über sie zurückhältst; erkenne, daß ich um Deinetwillen geschmäht werde.
Dein Wort ward meine Speise, sooft ich’s empfing, und Dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach Deinem Namen genannt, HERR, Gott Zebaoth. Ich saß nicht im Kreis der Fröhlichen und freute mich, sondern saß einsam, gebeugt von Deiner Hand; denn Du hast mich erfüllt mit Grimm.
Warum währt doch mein Leiden so lange und ist meine Wunde so schlimm, daß sie nicht heilen will? Du bist mir geworden wie ein trügerischer Born, der nicht verläßlich Wasser gibt.
Darum, so spricht der HERR: Wenn Du Dich zu mir hältst, so will ich mich zu Dir halten, und Du sollst mein Prediger bleiben. Und wenn Du recht redest und nicht leichtfertig, so sollst Du mein Mund sein.
Sie sollen sich zu Dir kehren, doch Du kehre Dich nicht zu ihnen! Denn ich mache Dich für dies Volk zur festen, ehernen Mauer. Wenn sie auch wider Dich streiten, sollen sie Dir doch nichts anhaben; denn ich bin bei Dir, daß ich Dir helfe und Dich errette, spricht der HERR, und ich will Dich erretten aus der Hand der Bösen und erlösen aus der Hand der Tyrannen.
Jeremia 15,15-21
Abendlese
Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, stelle Dich auf Deine Füße, so will ich mit Dir reden. Und als er so mit mir redete, kam der Geist in mich und stellte mich auf meine Füße, und ich hörte dem zu, der mit mir redete.
Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, ich sende Dich zu den abtrünnigen Israeliten und zu den Völkern, die von mir abtrünnig geworden sind. Sie und ihre Väter haben sich bis auf diesen heutigen Tag gegen mich aufgelehnt. Und die Kinder, zu denen ich Dich sende, haben harte Köpfe und verstockte Herzen.
Zu denen sollst Du sagen: »So spricht Gott der HERR!« Sie gehorchen oder lassen es – denn sie sind ein Haus des Widerspruchs –, dennoch sollen sie wissen, daß ein Prophet unter ihnen gewesen ist.
Und Du, Menschenkind, sollst Dich vor ihnen nicht fürchten noch vor ihren Worten fürchten. Es sind wohl widerspenstige und stachlige Dornen um Dich, und Du wohnst unter Skorpionen; aber Du sollst Dich nicht fürchten vor ihren Worten und Dich vor ihrem Angesicht nicht entsetzen – denn sie sind ein Haus des Widerspruchs –, sondern Du sollst ihnen meine Worte sagen, sie gehorchen oder lassen es; denn sie sind ein Haus des Widerspruchs.
Hesekiel 2,1-7
Konkordienformel IV:16-V:11 (Von guten Werken u. Gesetz & Evangelium)
Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist + Friede sei mit Euch + Amen. Amen.
