Vater Wilhelms Rundbrief

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Ganz habe ich die Arbeit: “So verstehen wir die Bibel” noch nicht gelesen. Für das, und über das was ich gelesen habe, danke ich vielmals und freue ich mich gerade zur Beherzigung in Südafrika, nachdem 2009 die NT-kirche ihren Standpunkt zum Verständnis der heiligen Schrift auf ganz andere Weise zu Papier gebracht und veröffentlicht hat.
Doch  möchte ich den Ausdruck der “bedingungslosen Güte” hinterfragen. Warum ist aus Luthers “grundlosen Güte” die “bedingungslose”gemacht worden. Wenn Lutheraner ihr Gebete mit der Kirche aller Zeiten schließt: Die Bitte um Gnade, Liebe, Barmherzigkeit, Hilfe u. s. w. möge erhört werden: “Um Jesu Christi willen.” Berhard Rothen in seiner Kritik an Karl Barth schreibt von der “irreführenden bedingungslosen Gnade.” Dr. Gottfried Hoffmann in seinem: “Bei Gott ist viel mehr Gnade” (2005 3. Auflage 2014) schreibt  von der “unbedingten Gnade” über Walthers rechte Unterscheidung von Gesetz und Evangelium” (1878). Mir ist die Ausgabe von 1893 durch den Wiederdruck (1946) bekannt. Da hat Walther geschrieben: “Wie anders ist das liebliche, süße, trostreiche Evangelium! -Das verheißt uns Gottes Gnade und Seligkeit ohne alle Bedingung. Es ist eine Verheißung freier Gnade. Es begehrt nichts, als ‘Nimm es an, dann hast du es.’ Das ist aber keine Bedingung, sondern nur eine freundliche Einladung.”  Durch Einladung durch Wort und Sakrament ist das “irreführende” von Rothen ausgeschlossen. Gott hat ja viel dafür getan, dass er uns gnädig ist, und lässt es sich noch immer viel kosten, wenn er Prediger schickt und für ihre Ausbildung und ihr Auskommen sorgt.
Ich bin dankbar, dass zur “bedingungslosen Güte” Cat. maj. II,28 angegeben wurde. Ich ging gleich zu Karin und sagte, “auch Luther hätte von der “bedinungslosen Güte”  geschrieben, bevor ich nachprüfte in BSLK (3. Auflage). BSELK soll ja die Sprache hier und da modernisiert haben. Aber auch da BSELK p. 1056, Z. 11 ist die “grundlose Güte” stehen geblieben, und nicht zur “bedingungslosen Güte” geworden.  Beim Nachlesen in der BSELK entdeckte ich, dass darin die Paragraphen nicht nummeriert sind Ich habe nun die Bekenntnisschriften in Englisch, Zulu und Tswana nach der Übersetzung von “grundlose Güte” nachgelesen in Englisch: “in His immeasurable goodness” nach derAusgabe von CPH, St. Louis; die Triglotta wörtlich: ”unfathomable goodness.” Unfathomable steht sogar im English- Zuluwörterbuch. Im English-Tswanawörterbuch habe ich das Wort nicht gefunden. In Setswana Konkordienbuch steht:: “mefutafuta ya molemo”; Zulu: “ngohlobo ngohlobo lobuhle”.
Bei der Laudatio zum BSELK für den Sassepreis am kommenden Sonnabend wird es sicher kaum erwähnt werden, wie durch die Ausgabe ohne Zählung der § uns bei der Benutzung der genannten Übersetzungen der Vergleich mit dem Original wieder mehr Zeit in Anspruch nehmen wird. In all den genannten Übersetzungen war es schnell nach der “Paragraphenangabe” von der Ausgabe von Müller und der BSLK zu finden. In der BSELK musste nun schon zum ersten Mal die Stelle mit einigem Lesen gefunden werden.  Ich bedauere es sehr, dass BSELK zwar die Seitenzahl von BSLK klein am Rand angibt, aber die Zählung nach § gibt es nicht. Die Paragraphen hätten bei der schon immensen Arbeit noch einige Stunden mehr gekostet. Die Zählung der § war für die Arbeit in Zulu, Tswana, Englisch zum Finden im Original der BSLK hilfreich, und nun nicht mehr zu nutzen  Da gilt es jetzt die Seite in BSLK nach der Paragraphenangabe zu finden, und dann mit der angegebenen Seite die Seite in BSELK zu lesen, bis man die Zeilen findet. Schon die Triglotta hatte die Paragraphen vom Müller übernommen. Ich würde mich freuen, wenn man bei der “grundlosen Güte” von Luthers Katechismus bliebe in “So verstehen wir die Bibel” und überhaupt in allem Reden von Gottes Güte, Liebe, Gnade, weil wir selbstverständlich alles das nur aufgrund des “um Christi willen” verstehen, meinen. Deshalb soll bei der Erfüllung und der Inanspruchnahme der Liebe, Gnade, Barmhezigkeit und Güte nicht unerwähnt bleiben dass das alles um Christi willen geschieht, von Gottes Seite nicht ohne das, was Christus getan hat und tun musste, es für uns zu ermöglichen. gewährt. Dazu noch: “Gott liebt uns bedingungslos, wie wir sind.” Wie antinomistisch, reformiert, charismatisch  irreführend? Prof. Klän sagte mir einmal: “Er liebt uns, obwohl wir sind, wie wir sind.”  Was hat es Gott gekostet, dass wir erlöset sind?!  Diese teuer erworbene Gnade soll nicht als billige Gnade verschleudert werden. Die reine Gnade ist immer verbunden mit dem Namen, Wort und dem Werk Jesu Christi. Das sollte man bei allem Singen von pietistischen Liedern und vor allem auch bei unserem Predigen immer bedenken. Wie oft wurde von Gnade, Güte, Barmherzigkeit, Liebe Gottes gesungen und gebetet, ohne den Namen Jesu Christi zu nennen. Wenn Paulus z. B. in der heutigen Epistel von seinem Erleben der Gnade und Barmherzigkeit Gottes schreibt, nennt er den Namen Jesu vier Mal. Das heutige Evangelium erinnert uns an die Freude über einen Sünder der Buße tut, umkehrt, nicht bleibt, wie er ist, und gerade von seinem Gnadenstand bekennt, dass es ganz allein um Christi willen möglich ist und aufgrund seiner Verheißung bleiben wird.

About Wilhelm Weber jr

Rector of the Lutheran Theological Seminary in Tshwane
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