Auszug aus Papas Wochenbrief zu Weihnachten …

“In diesem Jahr konnten viele schöne Blumen zu Heilig Abend ins Haus geholt werde. Die weißen St. Josefs Lilien waren waren gerade verblüht (auf dem Altar standen viele), aber Rosen, Margeriten, Sonnenblumen, weiße, rote, blaue, gelbe Blumen schmücken Flur und Stube zu Weihnachten. Im vorigen Jahr hatten wir zum dritten Adventssonntag gerade ein schreckliches Hagelwetter, dass Karin zum ersten Mal in den über fünfzig Jahren in Afrika, keine Blumen zu Weihnachten aus dem Garten holen konnte. Desto froher machen uns in diesem Jahr die Blumen. Auch das Adventssingen mit den Kindern von der Farm hat wieder viel Freude gemacht.
Vor allen Dingen freuen wir uns, dass wir dessen ganz gewiss und ganz fest davon überzeugt sein dürfen,  dass wir gerade als freikirchliche lutherische Missionare und Pastoren gerettet werden und die, denen wir  das Evangelium unverfälscht  verkündigen und die Sakramente schrift- und evangeliumsgemäß reichen, retten. Das sagen wir nicht aus Hochmut oder Besserwisserei. Wir wissen uns als Sünder, die wissen und davon überzeugt sind, dass wir auch dann unwürdige Knechte sind, wenn wir alles getan hätten, was uns zu tun befohlen ist, und dass wir täglich die Vergebung unseres Heilandes nötig haben und dankenswerterweise täglich reichlich bekommen. Auch wissen wir, dass über unsere Kirchen hinweg, viele in den verschiedenen christlichen Kirchen, die Verheißung von der Vergebung aus Gnaden um Christi willen glauben udn deshalb mit uns gerettet werden. Dabei nehmen wir die Schift beim Wort und  halten uns daran, was Paulus seinem Timotheus schreibt, auf uns persönlich und auf die Lehre zu achten. Wir wollen Kirche bauen, lebendige Steine in ihre Mauern einfügen auf dem festen Grund der Apostel und Propheten. Dieser feste Grund widerspricht nicht dem Wort aus dem Korintherbrief, dass keiner einen anderen Grund legen kann als den, den der Apostel gelegt hat: Jesus Christus, der wahrhaftig Mensch gewordene Sohn Gottes. Er ist der Eckstein in dem Bau, der auf die Apostel und Propheten, sage die von Gott wörtlich eingegebenen Schriften des Alten une Neuen Testaments, gegründet ist. Wir nehmen halt die Aussagen der Schrift über sich genau so wörlich wie die Worte, die uns Vergebung all unserer Sünden um Christi willen versprechen durch Glauben aus unverdienter Gnade, die keine Gnade wäre, wenn sie nicht unverdient ist. Bei diesem Bau dürfen wir Gottes Mitarbeiter sein gerade auch bei seiner Ablehnung aller falschen Propheten, aller falscher Christi, aller Irrlehre. Gut ist es, wenn wir uns in dieser Ablehnung nie wegen Anfeindungen irre machen lassen, sogar gerne alle Schmähungen und Beleidigungen, Vorwürfe und Verurteilungen auch die, wir bildeten uns etwas auf die reine Lehre ein und ließen es an der nötigen Liebe mangeln, auf uns nehmen. Dabei ist die klare Ablehnung kirchlich falscher Wege ein Zeichen der Liebe, die die nötige Konsequenz zum Ausruck bringt, an Schrift und lutherischen Bekenntnis gebunden zu sein.
Wir sind davon überzeugt, dass auch diese Ablehnung zu dem Band des Friedens in dem einmütigen Geist der Liebe Christi gehört und zum Gehorsam der apostolischen Mahnung, mit einer Stimme zu reden, keine Spaltungen unter uns sein zu lassen, sondern aneinander fest zu halten in einem Sinn und in einer Meinung. Man hält nicht mehr in einem Sinn und in einer Meinung fest aneinander, wenn kirchlich anderswo erklärt wird, die Schrift sei “an sich toter Buchstabe” und würde “erst durch den Geist Gottes lebendig”, als ob die Schrift des Alten und Neuen Testaments sich nicht als Buch des heiligen Geistes verstünde. Ich vergesse es nicht, dass einer der Mitverfasser der Einigungssätze zwischen der Ev.Luth. (altlutherischen) Kirche und der Ev. Luth. Freikirche mir erzählte, wie Kirchenrat Dr. Martin Kiunke die wichtige These über die heilige Schrift als Zusammenfassung ihrer Verhandlungen verfasst hat und ihr die Form gab, wie sie sich darauf einigen konnten. Das ist Orthodoxie aus den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ganz im Sinne Martin Luthers und der lutherischen Bekenntnisse verstanden, und im Geist unseres Herrn, der es den Schriftgelehrten sagte: Die Schrift kann nicht gebrochen werden. Es soll uns nicht anfechten, dass der protestantische Mainstream da nicht mitmacht und die rechte Schriftlehre nicht mehr schriftgemäß versteht. Die Verheißung haben die, die das Band des Friedens wahren, die in der Liebe Christi auf die Einigkeit des Geistes in Glaube, Lehre und Bekenntnis achten. Der Herr schenke es der Lutherischen Kirche, auch in Zukunft immer ganz wahr und ganz lieb zu sein in der Wahrheit und in der Liebe, wie die Schrift uns beides unmissverständlich offenbart hat.
Gestern sollte Walter mir noch Lutscher vom Lüneburger Laden mitbringen. Ich befürchtete, dass sie gestern zum Abschied doch nicht reichen würden, die ich mir vorige Woche da besorgt hatte. Die hat mir der Eigentümer dann geschenkt. In diesem Jahr kamen anfänglich die größeren Kinder nicht zum Singen und Weissagungen lernen. Entsprechend war in diesem Jahr ein wenig mehr Unruhe unter den zum Teil doch sehr kleinen Kindern. Das hat aber der Freude am Singen und Hersagen der Kinder keinen Abbruch getan. Es waren dann um zwanzig Kinder zum Singen gekommen. Mir sah es oft so aus, als ob  die vierjährige Andile kaum richtig mit ihren Gedanken dabei sei. Sonst ist sie ja als Kind die einzige hier auf dem Hof und wollte den anderen zeigen, dass sie hier zu Hause ist. Aber dann hat Karin gehört, wie sie auf ihrem Roller O du fröhlich sang. Was will man mehr? Gestern zum Abschluss haben die Kinder ohne Hilfe die zwölf Weissagungen hergesagt und die einzelnen Liedverse, die dazu gelernt waren ohne Blatt gesungen. Das ist Weihnachtsfreude eines Missionars im Ruhestand.”

About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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