Auszug aus Papas Wochenbrief

Mittwoch wollen wir uns schon einmal auf den Weg nach Pretoria machen. Am Donnerstag ist unser Flug nach Griechenland über Cairo mit Egypt Air gebucht. In Cairo werden wir einige Stunden Aufenthalt haben, bevor wir nach Athen weiterfliegen, wo wir am 23. mittags ankommen sollen. Unsere Durbaner werden von dort schon nach Johannesburg fliegen, dass wir uns beim Einbuchen nach Cairo am Oliver Thambo Flughafen treffen werden. Nach der Griechenlandreise wollen wir erst einmal wieder einige Tage zu Hause sein, bevor wir zum 11. Oktober dann auf einige Wochen wieder nach Pretoria fahren zu Vorlesungen am Seminar über die Geschichte der Lutherischen Kirche im Südlichen Afrika. Glücklicherweise wurde ich in vergangenen Tagen schon zu ähnlichen Vorträgen gebeten, die ich in Englisch halten musste. Was in Deutsch, Zulu oder auch in Tswana gedruckt, fotokopiert oder sonst vervielfältigt vorliegt über die Geschichte unserer Kirche, will ich dann wenigstens noch im Englischen durchdenken und vorbereiten, bevor ich es vortragen will. Auch habe ich leider etwas sehr spät daran gedacht, hier und da zu bittten, ob sie mir es in Englisch übersetzen können, zumal die Angesprochenen alle besser in Englisch zu Hause sind als ich. Froh bin ich über das Buch von Detlev Schulz: Mission from the Cross, The Lutheran Theology of Mission, (CPH St. Louis, 2009; ISBN 978-0-7586-1350-9)  in dem der Weg der Lutherischen Kirche, wie Missionsarbeit nach Schrift und Bekenntnis begründet wird, klar dargelegt wird mit vielen Hinweisen auf vieles, was über Mission veröffentlicht wurde. Ich staune und freue mich daran, wieviel Material da verarbeitet worden ist.
In einem der Fürbittgebete im Orate Fratres zum Sonnabend Morgen steht: “Ich bitte dich für alle, die mit schweren Erlebenissen nicht fertig werden können: Richte ihren Blick auf den, der ihre Last am Kreuz getragen hat. Mache …. ihre Seele leicht.” Das steht im Zusammenhang mit der Fürbitte für die Kranken und Sterbenden. Da wurde in diesen Tagen hier ein sechzehnjähriger Junge beerdigt. In der Gemeinde und weiteren Bekanntschaft hört man von einer Reihe von Krebskranken. Außerdem bewegt uns hier in der kleinen Farmergemeinschaft, dass ein Mann, der sich manche Tonne Mais liefern ließ, auf einmal nicht mehr voll bezahlen kann. Man spricht von nur 30c, wo er 100c bezahlen müsste. Da geht es bei manchen Farmern um einige 1000 Tonnen Mais, die bereits geliefert wurden. Andere haben glücklicherweise gehört, als sie ihm noch nicht so viel in seine Silos gefahren hatten. Die Arbeiter müssen bezahlt werden, auch der Kunstdünger und das Saatgut, die zum Pflanzen auf Kredit gekauft wurden. Das entwickelt sich dann zu “schweren Erlebnissen.” Auch da mache der Herr die Seelen und Gemüter leicht!!! Das ist leichter gesagt und gebetet, als dann einfach so hingenommen und freudig zu bekennen: Mit aller Notdurft und Nahrung täglich reichlich versorgt. Der Herr schenke wenigstens gerade dann den nötigen Schlaf und schenke die Überzeugung: Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. Anderen sind Büsche abgebrannt. Glücklicherweise haben wir hier in der Gemeinde das Erntedankfest schon gefeiert. Das Evangelium zum 15. Sonntag nach Trinitatis und das Graduallied dazu werden in diesem Jahr nicht den Lesungen des Erntedankfestes geopfert werden. Da schenke der Herr ganz besonders offene Ohren und Herzen in diesem Jahr für Wochenspruch, Evangelium und Graduallied zum 15. Sonntag nach Trinitatis.
Dass Wilhelm einmal am Missionsfest über Mt 6, 24-34 gepredigt hat als junger Mann, werde ich nicht vergessen. Gerade auch in der Mission sollen und wollen wir uns immer wieder errinnern, dass wir uns um die Frucht nicht sorgen sollen und die Sorge darum ganz allein dem Herrn der Mission und Kirche überlassen. Von denen, denen der Herr sein Wort und die Sakramente und damit auch manche andere Verantwortung in der Kirche anvertraut hat, erwartet er, dass wir treu erfunden werden auch dann, wenn nicht so viel Frucht zu sehen ist. Wir freuen uns, dass er uns seine Treue versprochen hat. Er schenke es in Kirche und Mission gerade in dieser treulosen Zeit, dass in der lutherischen Kirche Treue wieder ganz groß geschrieben wird. So weit hatte ich geschrieben, als Karin mich ins Haus rief. Magdalene hatte angerufen, dass sie gut Maulbeeren erntet. Dann erzählte sie, dass sie sich über das Rugbyspiel Südafrika – Fiji freuten. Es stünde schon 42 zu 3. In den letzten zehn Minuten haben die Südafrikaner noch einmal 7 Punkte dazu bekommen. Die Springböcke wurden für gutes Spiel gelobt. Während des Mittagessens hörten wir von Sigrid, dass der Marathon von 38 Km, an dem auch Christoph teilnimmt, nicht um sechs Uhr anfangen konnte, weil Elefanten die Lausfstrecke blockierte. Er sollte dann auf 36 Km verkürzt werden und erst um sieben Uhr anfangen. Inzwischen haben wir nicht gehört, was da geworden ist.

About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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