Wir singen Dir, Immanuel…

“Die Jungfrau Maria mit dem kleinen Jesulein” Lucas Cranach d.Ä. 1472-1553 (Wien)

Wir singen dir, Immanuel, Du Lebensfürst und Gnadenquell, Du Himmelsblum und Morgenstern, Du Jungfraunsohn, Herr aller Herrn. Halleluja.

Wir singen Dir in Deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß Du, o lang gewünschter Gast, Dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja.

Von Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach Dir gewacht, Dich hat gehofft so lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Halleluja.

„Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach, dass die Hilfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein!“ Halleluja.

Paul Gerhardt 1653 (LKG 104)

Dienstag nach dem 3. Sonntag nach Epiphanias (Der Heiden Heiland)

Und es werden kommen vom Morgen und vom Abend, von Mitternacht und vom Mittage, die zu Tisch sitzen werden im Reiche Gottes.

Lukas 13,29

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du willst, daß allen Menschen geholfen werde, und daß sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, wir bitten Deine milde Güte, sende die Boten Deiner Barmherzigkeit und laß sie verkündigen Dein Heil allem Volke, das im Dunkeln wohnet, auf daß erfüllet werde das Wort Deiner gnädigen Verheißung, daß die Völker wandeln in Deinem LIchte und die Könige im Glanze Deiner Herrlichkeit, durch Jesus Christus, unsern Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.120

Fortlaufende Lese

Niemand verachte dich wegen deiner Jugend; du aber sei den Gläubigen ein Vorbild im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Glauben, in der Reinheit. 13 Fahre fort mit Vorlesen, mit Ermahnen, mit Lehren, bis ich komme. 14 Lass nicht außer Acht die Gabe in dir, die dir gegeben ist durch Weissagung mit Handauflegung des Rates der Ältesten. 15 Dies lass deine Sorge sein, damit gehe um, auf dass dein Fortschreiten allen offenbar sei. 16 Hab acht auf dich selbst und auf die Lehre; beharre in diesen Stücken! Denn wenn du das tust, wirst du dich selbst retten und die, die dich hören.

Einen Älteren fahre nicht an, sondern ermahne ihn wie einen Vater, die jüngeren Männer wie Brüder, 2 die älteren Frauen wie Mütter, die jüngeren wie Schwestern, mit allem Anstand.

1. Timotheus 4,12-16; 5,1-2

Tageslese

Deshalb sage ich, Paulus, der Gefangene Christi Jesu für euch Heiden – 2 ihr habt ja gehört, worin das Werk der Gnade Gottes besteht, die mir für euch gegeben wurde: 3 Durch Offenbarung ist mir das Geheimnis kundgemacht worden, wie ich zuvor aufs Kürzeste geschrieben habe. 4 Daran könnt ihr, wenn ihr’s lest, meine Einsicht in das Geheimnis Christi erkennen. 5 Dies war in früheren Zeiten den Menschenkindern nicht kundgemacht, wie es jetzt offenbart ist seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist; 6 nämlich dass die Heiden Miterben sind und mit zu seinem Leib gehören und Mitgenossen der Verheißung in Christus Jesus sind durch das Evangelium, 7 dessen Diener ich geworden bin durch die Gabe der Gnade Gottes, die mir nach seiner mächtigen Kraft gegeben wurde. 8 Mir, dem allergeringsten unter allen Heiligen, ist die Gnade gegeben worden, den Heiden zu verkündigen den unausforschlichen Reichtum Christi 9 und für alle ans Licht zu bringen, wie Gott sein Geheimnis ins Werk setzt, das von Ewigkeit her verborgen war in ihm, der alles geschaffen hat, 10 damit jetzt kundwerde die mannigfaltige Weisheit Gottes den Mächten und Gewalten im Himmel durch die Gemeinde. 11 Diesen ewigen Vorsatz hat Gott ausgeführt in Christus Jesus, unserm Herrn, 12 durch den wir Freimut und Zugang haben in aller Zuversicht durch den Glauben an ihn. 13 Darum bitte ich, nicht zu verzagen wegen meiner Bedrängnisse, die ich für euch erleide, die für euch eine Ehre sind.

Epheser 3,1-13

Gebet am Dienstag

Allmächtiger Gott, himmlischer Vater!

Wir preisen Deine grundlose Barmherzigkeit, mit der Du Dich über sündige Menschen erbarmst. Alle Propheten und Apostel verkündigen uns das in Deinem Wort.

Laß unsere Hoffnung nicht zu Schanden werden, wenn wir zu Dir beten für alle Leidenden in dieser Zeit. Denn siehe, der böse Feind ist mächtig geworden, und die Großen dieser Welt regieren oft mit Ungerechtigkeit. O GOTT, der Du vormals hast Deinen Heiligen überwinden lassen, stärke auch heute alle, die Deiner Hilfe gegen Unrecht bedürftig sind.

Gib, daß alle Kriegsgefangenen und Geiseln der Terroristen – als Sklaven gehalten und Opfer irdischer Rache – in ihre Heimat zurückkehren. Stehe allen Vertriebenen und Heimatlosen bei und sei Du ihre Gerechtigkeit. Den Witwen und Waisen sei ein Vater mit starkem Schutz.

O Jesu Christe, der Du Deine Heiligen wunderbar führst: Gehe durch Riegel und Gitter zu denen, die um Deines Namens und um Deiner Kirche willen gefangen sind; stärke sie zu einem guten Zeugnis und laß sie nicht wankend werden im Bekenntnis Deines Namens. Uns aber lehre durch das Beispiel so vieler heiliger Märtyrer, daß wir allezeit wach seien zum Bekenntnis Deines Namens. Laß uns nicht zu Schanden werden, wenn der böse Feind Hand an uns legt, sondern gib, daß wir in aller Anfechtung bestehen. Doch wenn es Dein Wille ist, dann laß uns in Ruhe und Frieden leben der Heiligung Deines Namens.

Um Deines heiligen Opfers willen, o Jesu Christe, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist, ein wahrer GOTT, lebest und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.143)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Dr. Martin Luther predigt am 3. Sonntag nach Epiphanias

Der Herr IX und der Hauptmann von Kapernaum (Codex Egberti)

Dr. Martin Luthers Predigt zum 3.Sonntag nach Epiphanias (Obersten) in seiner Hauspostille (WA 52 (S.116-122): Matthäus 8,1-13

Und hier zum hören:

The English translation of Dr. Martin Luther´s sermon held on the 3nd Sunday after Epiphany and on the holy Gospel of St. Matthew 8,1-13 taken from “A year in the gospels with Martin Luther” Vol. 1 (CPH, St.Louis: 2018) Pg.313-328:

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Wirst Du geplagt? Sei unverzagt…

Bugenhagen auf unserem Kirchplatz von St.Marien, Lutherstadt Wittenberg

Wirst Du geplagt? Sei unverzagt, Dein Bruder wird Dein Unglück nicht verschmähen. Sein Herz ist weich und gnadenreich, kann unser Leid nicht ohne Tränen sehen.

Tritt zu ihm zu, such Hilf und Ruh. Er wirds so machen, dass Du ihm wirst danken. Er weiß und kennt, was beißt und brennt, versteht wohl, wie zumute sei dem Kranken.

Denn eben drum hat er den Grimm des Kreuzes auch am Leibe wollen tragen, daß seine Pein ihm möge sein ein unverrückt Erinnerung unserer Plagen.

Mit einem Wort: er ist die Pfort zu dieses und des andern Lebens Freuden. Er macht behend ein selig End an alle dem, was fromme Herzen leiden.

Laß aller Welt ihr Gut und Geld und siehe nur, dass dieser Schatz Dir bleibe. Wer den hier fest hält und nicht läßt, den ehrt und krönt er dort an Seel und Leibe.

Paul Gerhardt 1653 (LKG 103, 11-15)

Montag nach dem 3. Sonntag nach Epiphanias (Der Heiden Heiland)

Und es werden kommen vom Morgen und vom Abend, von Mitternacht und vom Mittage, die zu Tisch sitzen werden im Reiche Gottes.

Lukas 13,29

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du willst, daß allen Menschen geholfen werde, und daß sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, wir bitten Deine milde Güte, sende die Boten Deiner Barmherzigkeit und laß sie verkündigen Dein Heil allem Volke, das im Dunkeln wohnet, auf daß erfüllet werde das Wort Deiner gnädigen Verheißung, daß die Völker wandeln in Deinem LIchte und die Könige im Glanze Deiner Herrlichkeit, durch Jesus Christus, unsern Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.120

Fortlaufende Lese

Der Geist aber sagt deutlich, dass in den letzten Zeiten einige von dem Glauben abfallen werden und verführerischen Geistern und Lehren von Dämonen anhängen, 2 verleitet durch Heuchelei der Lügenredner, die ein Brandmal in ihrem Gewissen haben. 3 Sie gebieten, nicht zu heiraten und Speisen zu meiden, die Gott geschaffen hat, dass sie mit Danksagung empfangen werden von den Gläubigen und denen, die die Wahrheit erkannt haben. 4 Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; 5 denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.

6 Wenn du die Brüder und Schwestern dies lehrst, so wirst du ein guter Diener Christi Jesu sein, genährt durch die Worte des Glaubens und der guten Lehre, der du gefolgt bist. 7 Die ungeistlichen Altweiberfabeln aber weise zurück; übe dich selbst aber in der Frömmigkeit! 8 Denn die leibliche Übung ist wenig nütze; aber die Frömmigkeit ist zu allen Dingen nütze und hat die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens. 9 Das ist gewisslich wahr und wert, dass man es beherzigt. 10 Denn dafür arbeiten und kämpfen wir, weil wir unsre Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt haben, welcher ist der Heiland aller Menschen, besonders der Gläubigen. 11 Dies gebiete und lehre. 

1. Timotheus 4,1-11

Tageslese

Und sie gaben alle Zeugnis von ihm und wunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Munde kamen, und sprachen: Ist das nicht Josefs Sohn? 23 Und er sprach zu ihnen: Ihr werdet mir freilich dies Sprichwort sagen: Arzt, hilf dir selber! Denn wie große Dinge haben wir gehört, die in Kapernaum geschehen sind! Tu so auch hier in deiner Vaterstadt! 24 Er sprach aber: Wahrlich, ich sage euch: Kein Prophet ist willkommen in seinem Vaterland. 25 Aber wahrhaftig, ich sage euch: Es waren viele Witwen in Israel zur Zeit des Elia, als der Himmel verschlossen war drei Jahre und sechs Monate und eine große Hungersnot herrschte im ganzen Lande, 26 und zu keiner von ihnen wurde Elia gesandt als allein nach Sarepta im Gebiet von Sidon zu einer Witwe. 27 Und viele Aussätzige waren in Israel zur Zeit des Propheten Elisa, und keiner von ihnen wurde rein als allein Naaman, der Syrer. 28 Und alle, die in der Synagoge waren, wurden von Zorn erfüllt, als sie das hörten. 29 Und sie standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war, um ihn hinabzustürzen. 30 Aber er ging mitten durch sie hinweg.

Lukas 4,22-30

Gebet am Montag

O Herr, wir klagen Dir den Verfall Deiner Kirche. Es ist unsere Schuld, daß man nicht mehr erkennt die Schönheit Deiner Braut. darum bitten wir Dich: Gib und mehre in uns den Glauben, Liebe und Hoffnung in Dich. Reut aus in uns alle Sünd und Laster, alle Zwietracht, allen Unglauben, alle Irrsal und Ketzerei. Strafe die Irrenden, bekehre die Ungläubigen, bringe die Abtrünnigen wieder zur Einigkeit der christlichen Kirche und zeige ihnen das Licht Deiner Wahrheit.

Behüte unseren Hirten vor aller Gefahr des Leibes und der Seele. Segne alle Hirten und Bischöfe, Missionare, Evangelisten, Lehrer, Kirchenvorsteher und Gehilfen im Aufbau Deiner Gemeinde, gib Gedeihen in allen Dingen und rüste Deine ganze Kirche aus mit Kraft und Bewährung des heiligen Glaubens. Stehe bei Deinen Zeugen unter den Völkern und fördere den Lauf Deines Evangeliums in aller Welt.

Erfülle alle Obrigkeit mit Deiner Furcht und laß ihr Regieren der Welt zum Frieden dienen. Erbarme Dich über unser Volk und Land.

Die Jugend laß auferzogen werden in der Zucht und Ermahnung zu Dir, auf daß sie erkenne Dein Gesetz und den Weg Deines Heils. Verleihe Beständigkeit und Treue allen frommen Lehrern.

Tröste alle Betrübten und Traurigen. Den Kranken teil mit Gesundheit des Leibes und der Seelen. Den schwangeren Frauen schenke nach Deiner Barmherzigkeit einen fröhlichen Anblick in ihrer Geburt. Den armen Dürftigen gib leiblich und geistlich nach Deinem Wohlgefallen. Die unterwegs sind, laß dem Schutz Deiner heiligen Engel befohlen sein, und sei eine starke Hilfe allen, die Dein bedürfen. Um Deiner heiligen Wunden willen, o Jesu! Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.142)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Healing of Naaman (3rd Sunday in Epiphany)

“Elisha refusing gift from Naaman” (1630) by Pieter de Grebber

Watchword

Then people will come from east and west, and from north and south, and take their places at the banquet table in the kingdom of God.

Luke 13,29

Introit

Listen, O Lord. Answer me. For I am oppressed and needy.
Protect me, for I am loyal.
You are my God; deliver your servant who trusts in you.

O Lord, hear my prayer.
Pay attention to my plea for mercy.
In my time of trouble I cry out to you, for you will answer me.
None can compare to you among the gods, O Lord.
Your exploits are incomparable.
All the nations, whom you created, will come and worship you, O Lord.
They will honor your name.
For you are great and do amazing things.
You alone are God.
O Lord, teach me how you want me to live.
Then I will obey your commands.
Make me wholeheartedly committed to you.
O Lord, my God, I will give you thanks with my whole heart.
I will honor your name continually.

Psalm 86,1-2.6-12

Old Testament lesson (Sermon)

Now Naaman, the commander of the king of Syria’s army, was esteemed and respected by his master, for through him the Lord had given Syria military victories. But this great warrior had a skin disease. Raiding parties went out from Syria and took captive from the land of Israel a young girl, who became a servant to Naaman’s wife. She told her mistress, “If only my master were in the presence of the prophet who is in Samaria! Then he would cure him of his skin disease.”

Naaman went and told his master what the girl from the land of Israel had said. The king of Syria said, “Go! I will send a letter to the king of Israel.” So Naaman went, taking with him  talents of silver, 6,000 shekels of gold, and 10 suits of clothes. He brought the letter to the king of Israel. It read: “This is a letter of introduction for my servant Naaman, whom I have sent to be cured of his skin disease.” When the king of Israel read the letter, he tore his clothes and said, “Am I God? Can I kill or restore life? Why does he ask me to cure a man of his skin disease? Certainly you must see that he is looking for an excuse to fight me!”

When Elisha the prophet heard that the king of Israel had torn his clothes, he sent this message to the king, “Why did you tear your clothes? Send him to me so he may know there is a prophet in Israel.” So Naaman came with his horses and chariots and stood in the doorway of Elisha’s house. Elisha sent out a messenger who told him, “Go and wash seven times in the Jordan; your skin will be restored and you will be healed.” Naaman went away angry. He said, “Look, I thought for sure he would come out, stand there, invoke the name of the Lord his God, wave his hand over the area, and cure the skin disease. The rivers of Damascus, the Abana and Pharpar, are better than any of the waters of Israel! Could I not wash in them and be healed?” So he turned around and went away angry. His servants approached and said to him, “O master, if the prophet had told you to do some difficult task, you would have been willing to do it. It seems you should be happy that he simply said, ‘Wash and you will be healed.’ So he went down and dipped in the Jordan seven times, as the prophet had instructed. His skin became as smooth as a young child’s and he was healed.

He and his entire entourage returned to the prophet. Naaman came and stood before him. He said, “For sure I know that there is no God in all the earth except in Israel! Now, please accept a gift from your servant.” But Elisha replied, “As certainly as the Lord lives (whom I serve) I will take nothing from you.” Naaman insisted that he take it, but he refused. Naaman said, “If not, then please give your servant a load of dirt, enough for a pair of mules to carry, for your servant will never again offer a burnt offering or sacrifice to a god other than the Lord. May the Lord forgive your servant for this one thing: When my master enters the temple of Rimmon to worship, and he leans on my arm and I bow down in the temple of Rimmon, may the Lord forgive your servant for this.” Elisha said to him, “Go in peace.”

2. Kings 8,1-19

Collect

Give us grace, O Lord, to answer readily the call of our Savior Jesus Christ and proclaim to all people the Good News of his salvation, that we and the whole world may perceive the glory of his marvelous works; who lives and reigns with you and the Holy Spirit, one God, for ever and ever. Amen.

Collect for the 3rd Sunday in the Epiphany

Epistle

I do not want you to be unaware, brothers and sisters, that I often intended to come to you (and was prevented until now), so that I may have some fruit even among you, just as I already have among the rest of the Gentiles. I am a debtor both to the Greeks and to the barbarians, both to the wise and to the foolish. Thus I am eager also to preach the gospel to you who are in Rome. For I am not ashamed of the gospel, for it is God’s power for salvation to everyone who believes, to the Jew first and also to the Greek. For the righteousness of God is revealed in the gospel from faith to faith, just as it is written, “The righteous by faith will live.”

Romans 1,13-17

Gospel

When he entered Capernaum, a centurion came to him asking for help:“Lord, my servant is lying at home paralyzed, in terrible anguish.” Jesussaid to him, “I will come and heal him.” But the centurion replied, “Lord, I am not worthy to have you come under my roof! Instead, just say the word and my servant will be healed. For I too am a man under authority, with soldiers under me. I say to this one, ‘Go!’ and he goes, and to another ‘Come!’ and he comes, and to my slave ‘Do this!’ and he does it.”When Jesus heard this he was amazed and said to those who followed him, “I tell you the truth, I have not found such faith in anyone in Israel!I tell you, many will come from the east and west to share the banquet with Abraham, Isaac, and Jacob in the kingdom of heaven, but the sons of the kingdom will be thrown out into the outer darkness, where there will be weeping and gnashing of teeth.” Then Jesus said to the centurion, “Go; just as you believed, it will be done for you.” And the servant was healed at that hour.

Matthew 8, 5-13

The Confession of the Church

I believe in one God, the Father Almighty, Maker of heaven and earth, and of all things visible and invisible.

And in one Lord Jesus Christ, the only-begotten Son of God, begotten of the Father before all worlds, God of God, Light of Light, very God of very God, begotten, not made, being of one substance with the Father; by whom all things were made; who for us men, and for our salvation, came down from heaven, and was incarnate by the Holy Ghost of the Virgin Mary, and was made man, and was crucified also for us under Pontius Pilate; He suffered and was buried; and the third day He rose again according to the Scriptures; and ascended into heaven, and sitteth on the right hand of the Father; and He shall come again with glory to judge the quick and the dead; whose kingdom shall have no end.

And I believe in the Holy Ghost, the Lord and Giver of life, who proceedeth from the Father and the Son; who with the Father and the Son together is worshiped and glorified; who spake by the Prophets. And I believe in one holy catholic and apostolic Church. I acknowledge one Baptism for the remission of sins; and I look for the resurrection of the dead, and the life of the world to come. Amen.

Nicene Creed

Hymn of the week

Sing praise to God, our highest good,
profound respect expressing.
God give us health, life, livelihood,
with every needed blessing.
To God, who wondrous works performs,
creating life and calming storms,
to God give praise and glory!

2 Creation thanks you, Holy One:
you made us and renew us.
Delighted at what you have done,
you show your greatness through us.
So may all living things proclaim
the wonders of their Maker’s name:
to God give praise and glory!

3 What God has made, God will preserve,
with righteousness unfailing.
Regardless what we may deserve,
we see this good prevailing.
To God who governs evermore
with justice serving rich and poor,
to God give praise and glory!

4 I cry to God, in pain and grief,
“Please, God of mercy, hear me!”
My certain help provides relief,
faith, hope, and love to cheer me.
So let me sing, joyful and free:
ah, thankful Christians, sing with me:
to God give praise and glory!

5 Forever with us, God is here,
Nor ever will desert us.
So dearly loved, we shall not fear;
there’s nothing that can hurt us.
We place our trust in God’s command,
who leads us with a mother’s hand:
to God give praise and glory!

6 Dear Christian friends, we bear the name
of Christ, our sure salvation.
Let us recall Christ Jesus came,
most holy incarnation,
Came from the one God we adore,
came with new life forevermore:
to God give praise and glory!

Johann J. Schütz translated by Madeleine Forell Marshall

Prayer of the church

  1. Let us pray for the whole Church of God in Christ Jesus and for all people according to their needs.

Heavenly Father, bless Your Holy Church throughout the world, that she would rejoice in You with a thankful heart. Strengthen Your Church so that she would not be ashamed of the Gospel, but confess it, preach it and cling to it as Your power for salvation to everyone who believes. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Lord God, bless the congregations of our Synod, that they would be faithful to Your Word and motivated by Your love and compassion in all they do. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

We thank You, dear Father, for the gift of Holy Baptism, by which You heal the corruption of our sinful nature and save us by Christ’s power. With Your great Word and name, plain water becomes a life-giving stream. Do not let us forget our Baptism, nor withhold it from our children, but treasure it as Christ’s trustworthy promise and arise daily to newborn life, cleansed by Your grace. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Heavenly Father, You have raised up civil authorities over Your people, including Olaf, our president; Reiner, our governor; and all who make, administer and judge our laws. Grant that they would serve with integrity and honor, having the welfare of all in mind. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

God of all comfort, look with compassion on the sick and suffering, especially Christoph, June,  that they would know Your peace and receive healing and relief according to Your gracious will. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Holy God, as we approach Your holy altar to receive Christ’s very body and blood, give us humility and faith to confess with the centurion that, though we are unworthy to have Your Son come under our roof, nevertheless, at His Word, we shall be healed. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Lord God, heavenly Father, You have actually spoken Your great Word by Your prophets and apostles. Do not let us despise this Word but, in spite of all appearances, gladly receive its wisdom and promises, doing as Christ commands; through the same Jesus Christ, Your Son, our Lord, who lives and reigns with You and the Holy Spirit, one God, now and forever. Amen.

LCMS Prayers

+ Dominum vobiscum +

The Lord bless Thee, and keep Thee;

The Lord make His face shine upon Thee, and be gracious unto Thee;

The Lord lift up His countenance upon Thee + give Thee peace.

Numbers 6,24-27

If you are called to preach this weekend, may the triune God give you joy and strength, wisdom, knowledge and insight, that You preach His holy will faithfully and His gracious promises invitingly. His most precious Gospel is “the power of God to save all who believe.” (Rom 1:16) and His Word remains forever – just as His one, holy Christian Church + Amen.

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Drum, frommer Christ, wer Du auch bist sei gutes Muts

Drum, frommer Christ, wer Du auch bist, sei gutes Muts und laß Dich nicht betrüben. Weil Gottes Kind Dich ihm verbindt, so kanns nicht anders sein, Gott muß Dich lieben.

Gedenke doch, wie herrlich hoch er über allen Jammer Dich geführet. Der Engel Heer ist selbst nicht mehr als eben Du mit Seligkeit gezieret.

Du siehest ja vor Augen da Dein Fleisch und Blut die Luft und Wolken lenken; was will doch sich, ich frage Dich, erheben, Dich in Angst und Furcht zu senken?

Dein blöder Sinn geht oft dahin, ruft ach und weh, läßt allen Trost verschwinden. Komm her und richt Dein Angesicht zum Kripplein Christi: Da, da wirst Du´s finden.

Paul Gerhardt 1653 (LKG 103,7-10)

Samstag nach dem 2. Sonntag nach Epiphanias (Der Freudenmeister)

Das Gesetz ist durch Mose gegeben, die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christ geworden.

Johannes 1,17

Kollekte

Barmherziger Gott, liebreicher Vater, der Du Deinen Sohn zu uns gesandt hast, daß er uns Deine Liebe offenbare, wandle, wir bitten Dich, unser sündhaftes Wesen und erfülle uns, die wir Knechte des Gesetzes waren, mit dem Geiste der Kindschaft durch Deinen Sohn Jesus Christus, unsern Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.119

Fortlaufende Lese

Dies schreibe ich dir und hoffe, bald zu dir zu kommen; 15 wenn ich aber erst später komme, sollst du wissen, wie man sich verhalten soll im Hause Gottes, welches ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit. 16 Und groß ist, wie jedermann bekennen muss, das Geheimnis des Glaubens: Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit. 

1. Timotheus 3,14-16

Tageslese

Diesen Mose, den sie verleugnet hatten, als sie sprachen: »Wer hat dich als Aufseher und Richter eingesetzt?«, den sandte Gott als Anführer und Befreier durch den Engel, der ihm im Dornbusch erschienen war. 36 Dieser Mose führte sie heraus und tat Wunder und Zeichen in Ägypten, im Roten Meer und in der Wüste vierzig Jahre lang. 37 Dies ist der Mose, der zu den Israeliten gesagt hat: »Einen Propheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, erwecken aus euren Brüdern.« 38 Dieser ist’s, der in der Gemeinde in der Wüste stand zwischen dem Engel, der mit ihm redete auf dem Berge Sinai, und unsern Vätern. Er empfing Worte des Lebens, um sie uns weiterzugeben. 39 Ihm wollten unsre Väter nicht gehorsam werden, sondern sie stießen ihn von sich und wandten sich in ihrem Herzen wieder Ägypten zu 40 und sprachen zu Aaron: »Mache uns Götter, die vor uns hergehen; denn wir wissen nicht, was diesem Mose, der uns aus dem Lande Ägypten geführt hat, widerfahren ist.« … 50 Hat nicht meine Hand das alles gemacht?« 51 Ihr, halsstarrig und unbeschnitten an Herzen und Ohren, ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist, wie eure Väter, so auch ihr. 52 Welchen der Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie haben getötet, die zuvor verkündigten das Kommen des Gerechten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid. 53 Ihr habt das Gesetz empfangen durch Weisung von Engeln und habt’s nicht gehalten.

Apostelgeschichte 7,35-40. 51-53

Gebet am Sonnabend

Herr Gott, himmlischer Vater, wiederum geht eine Woche zu Ende. Wir bitten Dich mit allen Sündern: Siehe nicht an, Herr, unsere Schuld. Wir bitten Dich, vergib, daß wir auch in dieser Woche wieder gesündigt haben mit Gedanken, Worten und Werken, mit innerlicher Blindheit, Unglauben, Zweifel, Kleinmütigkeit, Ungeduld, Hoffart, bösen Lüsten, Geiz, heimlichem Neid, Haß, Mißgunst und anderen Sünden.

Wir bitten Dich, erlöse uns durch Deine Barmherzigkeit. Wir wissen, daß eine einzige Sünde unsere Gemeinschaft mit Dir auf ewig zerstört. Wir wissen, daß wir Deinen Zorn auf ewig verdient haben. Wir wissen, wir sind es nicht wert, Deine Kinder zu heißen; doch wir hoffen auf Deine Gnade, o Gott. Wir bitten Dich, daß Du uns vergeben mögest um Jesu Christi, Deines lieben Sohnes, willen. Durch ihn schenke uns Kraft, unsere Sünde zu hassen, auf daß wir ein Dir wohlgefälliges Leben führen in wahrer Demut und in der Erkenntnis Deines heiligen Willens. O Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Amen.

Zuletzt bitte ich Dich, himmlischer Vater, daß Du mir und allen Christen den morgigen Sonntag zu einem Segen gereichen lassen wollest! Wecke in uns allen den Hunger nach Deinem Wort und Sakrament und laß uns hier auf Erden mit bereitetem Herzen in der Gemeinschaft Deiner Heiligen teilhaben an der ewigen Liturgie, die vor dem Throne des Lammes von allen Engeln und Auserwählten gesungen wird.

Erhöre unser Gebet um eben des Lammes, um Deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Amen

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.148)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Von der Erbsünde (3)

“Adam und Eva mit Gott im Paradies” von Lucas Cranach d. Ä (1472-1553)

Wir sagen auch wol, das eusserlich erbar zu leben etlichermas inn unserm vermügen stehe, aber fur Gott from und heilig zu werden, ist nicht unsers vermügens.

Das sind die ursachen, warümb ich des ortes, als ich hab wöllen sagen, was die Erbsunde sey, der angeboren bösen lust gedacht habe und gesagt, das aus natürlichen krefften kein mensch vermag Gott zu förchten odder ihm zu vertrauen. Denn ich hab wöllen anzeigen, das die Erbsunde auch diesen jamer inn sich begreiffe, nemlich, das kein mensch Gott kennet odder achtet, keiner ihnen hertzlich fürchten odder lieben odder ihm vertrauen kan. Das sind die grösten stück der Erbseuche, durch welche wir alle aus Adam stracks widder Gott, widder Gott, widder die ersten Taffel Mosi und das gröste, höchste Götlich gebot gesinnet und geartet sind.

Und wir haben da nichts neues gesagt, die alten Scholastici, so man sie recht verstehet, haben gleich dasselbige gesagt. Denn sie sagen, die Erbsunde sey ein mangel der ersten reinigkeit und gerechtigkeit im Paradis. Was ist aber „iustitia originalis“ odder die erste gerechtigkeit im Paradis? Gerechtigkeit und heiligkeit inn der schrifft hest jhe nicht allein, wenn ich die ander Taffel Mosi halte, gute werck thu und dem nehisten diene, Sondern denjhenigen nennet die schrifft from, heilig und gerecht, der die ersten Tafel, der das erste gebot helt, das ist, der Gott von hertzen fürchtet, ihnen liebet und sich auff Gott verlesset.

Darümb ist Adams reinigkeit und unverrückt wesen nicht allein ein fein, volkomene gesundheit und allenthalben rein geblüt, unverterbte kreffte des leibs gewesen, wie sie davon reden, Sondern das gröst an solcher edeler erster creatur ist gewesen ein helles liecht im hertzen, Gott und sein werck zu kennen, ein rechte Gottesfurcht, ein recht hertzlich vertrauen gegen Gott und allenthalben ein rechtschaffen, gewisser verstand, ein fein, gut, frölich hertz gegen Gott und allen Göttlichen sachen. Und das bezeugt auch die heilige schrifft, da sie sagt, das der mensch nach Gottes bilde und gleichnis geschaffen sey. Denn was ist das anders denn das Göttliche weisheit und gerechtigkeit, die aus Gott ist, sich im menschen bildet? dadurch wir Gott erkennen, durch welche Gottes klarheit sich inn uns spiegelt, das ist, das dem menschen ersten, als er geschaffen, diese gaben gegen sein: recht, klar erkenntnis Gottes, rechte forcht, recht vertrauen und dergleichen.

Denn also legen auch solchs aus vom bilde und gleichnis Gottes Ireneus und Ambrosius, so er allerley auff die meinung redet, sagt unter andern: die seele ist nicht nach dem bilde Gottes geschaffen, inn welcher Gott allzeit ist; und Paulus zu den Ephesern und Colossern zeigt gnug an, das Gottes bilde inn der schrifft nicht anders heisse denn erkentnis Gottes und rechtschaffen wesen und gerechtigkeit fur Gott. Und Longodardus sagt frey heraus, das die erst geschaffene gerechtigkeit in Adam sey das bilde und die gleichnis Gottes, welcs an dem menschen von Gott gebildet ist. Ich erzele die meinung und sprüche der alten, wilche an der Auslegung Augustini, wie derselbige vom bilde Gottes redet, nichts hindern.

Darümb die alten, da sie sagen, was die Erbsunde sey, und sprechen, Es sey ein mangel der ersten angeschaffenen gerechtigkeit, Da ist ir meinung, das der mensch nicht allein am leib odder geringsten, nidersten krefften verterbet sey, sondern das er auch dadurch verloren habe diese gaben: recht erkentnis Gottes, rechte liebe und vertrauen gegen Gott und die krafft, das liecht im hertzen, so ihm zu dem allen liebe und lust macht. Denn die Scholastici odder Theologen selbst inn schulen leren, das dieselbige angeborne gerechtigkeit uns nicht müglich were gewesen one sonderliche gaben und one hülffe der gnaden. Und dieselbigen gaben nennen wir Göttesforcht, Gotteserkentnis und vertrauen gegen Gott, damit, das man es verstehen müge. Aus diesem allem erscheinet gnugsam, das die alten, da sie sagen, was die Erbsunde sey, gleich mit uns stimmen und auch ihr meinung ist, das wir durch die Erbsunde inn den jamer komen geborn, das wir kein gut hertz, welchs Gott recht liebet, gegen Gott haben, nicht allein kein rein guttes werck zu thun odder volbringen vermügen.

Gleich dasselbig meinet auch Augustinus, da er auch will sagen, was die Erbsunde sey, und pflegt die Erbsunde ein böse lust zu nennen, denn er will anzeigen, das nach Adams falle anstat der gerechtickkeit böse lust uns angeborn wird. Denn von dem falle an, dieweil wir, als von art sundlich geborn, Gott nicht fürchten, lieben noch im vertrauen, so thun wir nichts anders, denn das wir uns auff uns selbst verlassen, verachten Gott oder erschrecken und flihen von Gott. Und also ist inn Augustinus worten auch die meinung gefasset und begriffen derjhenigen, die da sagen, die Erbsunde sey ein mangel der ersten gerechtigkeit, das ist die böse lust, welche anstad derselbigen gerechtigkeit uns anhengt. Und ist die böse lust nicht allein ein verterbung odder verrückung der ersten reinen leibsgesundheit Adams im Paradis, sondern auch ein böse lust und neigung, da wir nach den allerbesten, höchsten krefften und liecht der vernunfft dennoch fleischlich widder Gott geneigt und gesynnet sind. Und diejhenigen wissen nicht, was sie sagen, die da leren, der mensch vermüg aus seinen krefften, Gott uber alles zu lieben, und müssen doch zugleich bekennen, es bleibe, solange dis leben were, noch böse lust, sofern sie vom heiligen geist nicht gentzlich getödtet ist.

Apologia der Confession verdeutscht aus dem Latin durch Justum Jonam: AC II (Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche hg.v Dingel u.a. i.A. der EKD (V&R: 2014. S.252+254)
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O Jesu Christ, Dein Kripplein ist mein Paradies

Die Geburt Jesu Christi, Darstellung aus dem Hortus Deliciarum der Herrad von Landsberg (12. Jahrhundert)

O Jesu Christ, Dein Krippe ist mein Paradies, da meine Seele weidet. Hier ist der Ort, hier liegt das Wort mit unserm Fleisch persönlich angekleidet.
Dem Meer und Wind gehorsam sind, gibt sich zum Dienst und wird ein Knecht der Sünder. Du Gottessohn wirst Erd und Ton, gering und schwach wie wir und unsre Kinder.
Du höchstes Gut hebst unser Blut in Deinen Thron hoch über alle Höhen. Du ewge Kraft machst Brüderschaft mit uns, die wie ein Dampf und Rauch vergehen.
Was will uns nun zuwider tun der Seelenfeind mit allem Gift und Gallen? Was wirft er mir und andern für, daß Adam ist und wir in ihm gefallen?
Schweig, arger Feind! Da sitzt mein Freund, mein Fleisch und Blut hoch in dem Himmel droben. Was Du gefällt, das hat der Held aus Jakobs Stamm zu großer Ehr erhoben.
Sein Licht und Heil macht alles heil; der Himmelschatz bringt allen Schaden wieder. Der Freudenquell Immanuel schlägt Teufel, Höll und all ihr Reich darnieder.

Paul Gerhardt 1653 (LKG 103)

Freitag nach dem 2. Sonntag nach Epiphanias (Der Freudenmeister)

Das Gesetz ist durch Mose gegeben, die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christ geworden.

Johannes 1,17

Fortlaufende Lese

Das ist gewisslich wahr: Wenn jemand ein Bischofsamt erstrebt, begehrt er eine hohe Aufgabe. 2 Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau, nüchtern, besonnen, würdig, gastfrei, geschickt im Lehren, 3 kein Säufer, nicht gewalttätig, sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig, 4 einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat, in aller Ehrbarkeit. 5 Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen? 6 Er soll kein Neugetaufter sein, damit er sich nicht aufblase und dem Urteil des Teufels verfalle. 7 Er muss aber auch einen guten Ruf haben bei denen, die draußen sind, damit er nicht geschmäht werde und sich nicht fange in der Schlinge des Teufels. 8 Desgleichen sollen die Diakone ehrbar sein, nicht doppelzüngig, keine Säufer, nicht schändlichen Gewinn suchen; 9 sie sollen das Geheimnis des Glaubens mit reinem Gewissen bewahren. 10 Und man soll sie zuvor prüfen, und wenn sie untadelig sind, sollen sie den Dienst versehen. 11 Desgleichen sollen die Frauen ehrbar sein, nicht verleumderisch, nüchtern, treu in allen Dingen. 12 Die Diakone sollen ein jeder der Mann einer einzigen Frau sein und ihren Kindern und ihrem eigenen Haus gut vorstehen. 13 Welche aber ihren Dienst gut versehen, die erwerben sich selbst ein gutes Ansehen und viel Freimut im Glauben an Christus Jesus.

1. Timotheus 3,1-13

Tageslese

Johannes zeugt von ihm und ruft: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. 16 Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. 17 Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. 18 Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat es verkündigt.

Johannes 1,15-18

Gebet am Freitag

Wir danken Dir, HErr JEsu Christe, wahrer GOTT und Mensch, daß Du uns arme Sünder und verdammte Menschen ohn all unsere Werke, Verdienst und Würdigkeit durch Dein heiliges Leiden, Sterben und Blutvergießen erlöset hast.

O HErr JEsu Christe, wie groß ist Dein Leiden, wie schwer ist Deine Pein, wieviel ist Deiner Marter, wie tief sind Deine Wunden, wie bitter und schmerzlich ist Dein Tod. Wie unaussprechlich ist Deine Liebe, damit Du uns Deinem himmlischen Vater versöhnt hast, da Du am Ölberg blutigen Schweiß vor großer Todesangst geschwitzt hast, daß die Blutstropfen auf die Erde gefallen, und Du daselbst, von allen Deinen Jüngern verlassen, in die Hände der schnöden Juden und Gottlosen Schar Dich willig für uns gegeben, welche Dich hart und grausam gebunden, von einem ungerechten Richter zum anderen unbarmherzig geführt haben. Daselbst bist Du fälschlich verklagt und verurteilt, verspeit, verhöhnt und mit Fäusten ins Angesicht geschlagen worden. Du bist um unserer Missetat willen zerschlagen, gegeißelt, mit Dornen gekrönt und jämmerlich zugerichtet, wie ein armer Wurm, der nicht einem Menschen ähnlich gewesen. Denn Du warst der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit, also daß es auch ein heidnisch Herz erbarmt hat zu sagen: “Sehet, welch ein Mensch ist das !” Du bist von wegen unserer Missetat mitten unter zwei Übeltäter gerechnet und als ein Fluch aufgehängt, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, dazu in Deinem höchsten Durst mit Essig und Gallen getränkt, und mit großen Schmerzen hast Du Deinen Geist aufgegeben, auf daß Du unsere Schuld bezahltest, und wir durch Deine Wunden geheilt würden.

O HErr JEsu Christe, für diese und alle andere Deine Marter und Pein sagen wir Dir Lob und Dank und bitten Dich, laß Dein heilig bitter Leiden an uns nicht verloren sein, sondern gib, daß wir uns desselben zu jeder Zeit von Herzen trösten und rühmen, auch desselben zu jeder Zeit von Herzen trösten und rühmen, auch dasselbe also begehen und betrachten, daß alle böse Lust in uns ausgelöscht und gedämpft, dagegen aber alle Tugend eingepflanzt und gemehrt werde, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben, und Deinem uns gelassenen Vorbilde nachfolgen, in Deine Fußtapfen treten, das Übel mit Geduld ertragen und das Unrecht mit gutem Gewissen leiden. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.147)

Kollekte

Barmherziger Gott, liebreicher Vater, der Du Deinen Sohn zu uns gesandt hast, daß er uns Deine Liebe offenbare, wandle, wir bitten Dich, unser sündhaftes Wesen und erfülle uns, die wir Knechte des Gesetzes waren, mit dem Geiste der Kindschaft durch Deinen Sohn Jesus Christus, unsern Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.119

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Die Ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei Eures Glaubens Hände.

“Anbetung der drei Könige” vom Meister des Aachener Altars (1480-1520)

Die Ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei eures Glaubens Hände. Hier sind alle guten Gaben und das Gold, da Ihr sollt euer Herz mit laben.

Süßes Heil, lass Dich umfangen, lass mich Dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch Dich wohl zufrieden geben.

Meine Schuld kann mich nicht drücken, denn Du hast meine Last all auf Deinem Rücken. Kein Fleck ist an mir zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden.

Ich bin rein um Deinetwillen: Du gibst g’nug Ehr und Schmuck, mich darein zu hüllen. Ich will Dich ins Herze schließen, o mein Ruhm! Edle Blum, lass Dich recht genießen.

Ich will Dich mit Fleiß bewahren; ich will Dir leben hier, Dir will ich hinfahren; mit Dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben.

Paul Gerhardt 1653 (LKG 101,11-15)

Donnerstag nach dem 2. Sonntag nach Epiphanias (Der Freudenmeister)

Das Gesetz ist durch Mose gegeben, die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christ geworden.

Johannes 1,17

Fortlaufende Lese

So will ich nun, dass die Männer beten an allen Orten und aufheben heilige Hände ohne Zorn und Zweifel. 9 Desgleichen, dass die Frauen in schicklicher Kleidung sich schmücken mit Anstand und Besonnenheit, nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarem Gewand, 10 sondern, wie sich’s ziemt für Frauen, die ihre Frömmigkeit bekunden wollen, mit guten Werken. 11 Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. 12 Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie über den Mann herrsche, sondern sie sei still. 13 Denn Adam wurde zuerst gemacht, danach Eva. 14 Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber wurde verführt und übertrat das Gebot. 15 Sie wird aber gerettet werden dadurch, dass sie Kinder zur Welt bringt, wenn sie bleiben mit Besonnenheit im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung.

1. Timotheus 2,8-15

Tageslese

Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. 18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. 19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich. 20 Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Matthäus 5,17-26

Gebet am Donnerstag

HErr JEsu Christe, Du wahrer König Himmels und der Erden! Du hast Deiner Kirche verheißen, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen sollen, und Du lässest noch immer unter uns Dein Wort verkünden und Deine heiligen Sakramente verwalten. Doch ahc, o HErr, die Sünden der Deinen verdunkeln die Herrlichkeit Deiner Braut. Dein heiliger Weinberg ist zertreten und Dein gebenedeites Opfer steht verlassen. Viele dünken sich stark und verachten die Speise des Lebens, die Du den Deinen verordnet hast zur Vergebung ihrer Sünden.

Daß Du verschonen wollest allen Übermut und nicht herabfahren im Zorn, den Leuchter Deines Wortes vor unseren Augen umzustoßen – o HErr,, wir bitten Dich: Suche dagegen heim den Weinstock, den Du Dir vormals erwählet hast und erneure uns, daß es sei wie vor alters.

Gib einen großen Hunger nach Deiner Speise Deines wahren Leibes und Blutes und laß Deine Gläubigen allezeit erfunden sein in der Apostel Lehre, in der Gemeinschaft, im Brechen Deines Brotes und im Gebet.

Wir bitten Dich, HErr, für unseren Altar, daß er immerdar sei eine Stätte, da die Arzenei des ewigen Lebens uns stärke an Leib und Seele in Vergebung unserer Sünden, daß dagegen Unglaube und Unbußfertigkeit ferne bleiben von allen, die da kommen, auf daß sie nicht essen und trinken sich selbst zum Gericht.

O Du ewiger Hoherpriester, der Du uns immer rufest zum Mahle Deines Opfers, laß in uns wachsen die Frucht Deines Geistes, die da ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut und Keuschheit. Laß uns alle in heiligem Wandel zu Deines Namens Ehre leben hier zeitlich und dort ewiglich.

O JEsu Christe, der Du mit dem Vater und eben demselben Heiligen Geist, ein wahrer GOTT, lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.146)

Kollekte

Barmherziger Gott, liebreicher Vater, der Du Deinen Sohn zu uns gesandt hast, daß er uns Deine Liebe offenbare, wandle, wir bitten Dich, unser sündhaftes Wesen und erfülle uns, die wir Knechte des Gesetzes waren, mit dem Geiste der Kindschaft durch Deinen Sohn Jesus Christus, unsern Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.119

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Von der Erbsunde (Erbjammer)

“Gesetz und Gnade”: Lucas Cranach der Ältere (1472-1553) im Herzöglichen Museum, Gotha.

Darüber sagen sie dazu, das kein mensch ewig verdampt werde allein umb der Erbsunde odder Erbjammers willen, sondern, gleich wie von einer leibeigenen magd leibeigen leut und erbknecht geborn werden, nicht ihr eigen schuld halben, sondern, das sie der mutter unglucks und elends entgelten und tragen müssen – so sie doch an ihn selbst wie ander menschen ohne wandel geborn werden – , So sey die Erbsunde auch nicht ein angeborn ubel, sondern allein ein gebrechen und last, die wir von Adam tragen, aber vor uns selbst, darümb nicht inn sunden und erbungnaden stecken.

Damit ich nu anzeigete, das uns solche unchristliche meinung nicht gefiele, hab ich dieser wort gebraucht: „alle menschen von mutterleib an sind alle vol böser lust und neigung“. Und nenne die Erbsunde auch darümb ein seuche, anzuzeigen, das nicht ein stücke, sondern der gantz mensche mit seiner gantzen natur mit einer Erbseuche von art inn sunden geborn wird; darümb nennen wir es auch nicht allein ein böse lust, sondern sagen auch, das alle menschen inn sunden, ohne Gottesforcht, ohne glauben geborn werden; dasselbig setzen wir nic hat ohne ursach dazu. Die Schulzencker odder Scholastici, die reden von der Erbsunde, als sey es allein ein leiderlich, gering gebrech, und verstehen nicht, was die Erbsunde sey odder wie es die andern heiligen Veter gemeint haben.

Wenn die Sophisten schreiben, was Erbsunde sey, was der fomes odder böse neigung sey, reden sie unter andern davon, als sey es ein gebrech am leib, wie sie denn wunder kindisch von sachen zu reden pflegen, und geben fragen fur: Ob derselbige gebrech aus vergifftung des verboten Apfels im paradis oder aus anblasen der Schlangen Adam erst ankomen sey, Item, Ob es mit dem gebrechen die Artznei jhe lenger jhe erger macht. Mit solchen zenckischen fragen haben sie diese gantze hauptsachen und die furnemste frage, was die Erbsunde doch sey, gar verwirret und unterdrücket.

Darümb, wenn sie von der Erbsunde reden, lassen sie das gröste und nöttigeste aussen, und unsers rechten, grösten jammers gedencken sie gar nicht, nemlich, das wir menschen alle also von art geboren werden, das wir Gott odder Gottes werck nicht kennen, nicht sehen noch mercken, Gott verachten, Gott nicht ernstlich fürchten noch vertrauen, seinem gerichte oder urteil feind sein, Item, das wir alle von natur vor Gott als einem Tyrannen flihen, widder seinen willen zörnen und murren, Item, uns auff Gottes güte gar nicht lassen noch wagen, sondern allzeit mehr auff gelt, gut, freund verlassen; diese geschwinde Erbseuche, durch welche die gantze natur verderbt, durch welche wir alle solch hertz, syn und gedancken von Adam ererben, welches stracks widder Gott und das erste höchste gebot Gottes ist, ubergehen die Scholastici.

Und reden davon, als sey die menschlich natur unverterbet, vormüge Gott gros zu achten, zu lieben uber alles, Gottes gebot zu halten etc., und sehen nicht, das sie widder sich selbs sind. Denn solchs aus eigen krefften vernmügen, nämlich Gott gros zu achten, hertzlich zu lieben, sein gebot halten, was were das anders denn ein neu Creatur im Paradis, gar rein und heilig sein? So wir nu aus unsern krefften so grosses vermöchten, Gott uber alles zu lieben, seine gebote zu halten, wie die Scholastici tapffer dörffen heraus sagen, was were denn die Erbsunde? Und so wir aus eigen krefften gerecht worden, so ist die gnade Christi vergeblich? was dürffen wir auch des heiligen Geistes, so wir aus menschlichen krefften Gott ueber alles lieben und seine gebot halten können?

Hie sicht jhe jdermann, wie ungeschickt die widdersacher von diesem hohen handel reden. Sie bekennen die kleinen gebrechen an der sündlichen natur, und des allergrössten Erbjammers und elends gedencken sie nicht, da doch die Apostel alle uber klagen, das die gantze schrifft allenthalben meldet, da alle Propheten uber schreien, wie der xiii Psalm und etlich ander Psalm sagen: „Da ist nicht, der gerecht sey, auch nicht einer.“  „Da ist nicht, der nach Gott fraget.“ „Da ist nicht, der guttes thut, auch nicht einer.“ „Ihr schlund ist ein offens grab.“ „Otterngifft ist unter ihren lippen.“ Es ist keine forcht Gottes fur ihren augen, so doch auch die schrifft klar sagt, das uns solchs alles nicht angeflohen, sondern angeborn sey.

Dieweil aber die Scholastici unter die Christliche lehre viel Philosophy gemengt und viel von dem liecht der vernunfft und den actibus elicitis reden, halten sie zu viel vom freien willen und unsern wercken. Darüber haben sie geleret, das die menschen durch ein eusserlich erbar leben fur Gott from werden, und haben nicht gesehen die angeborne unreinigkeit inwendig der hertzen, welche niemands gewar wird denn allein durch das wort Gottes, welchs die Scholastici inn ihren büchern fast sperlich und selten handeln.

Apologia der Confession verdeutscht aus dem Latin durch Justum Jonam: AC II (Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche hg.v Dingel u.a. i.A. der EKD (V&R: 2014. S.248+250
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Er nimmt auf sich, was auf Erden wir getan

Winterlandschaft mit Dorfkirche bei Holmstrup 1927 (Peder Mørk Moensted, 1859 -1941)

Er nimmt auf sich, was auf Erden wir getan, gibt sich dran, unser Lamm zu werden, unser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod Gnad und Fried erwirbet.

Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: »Lasset fahrn, o liebe Brüder, was euch quält, was euch fehlt; ich bring alles wieder.«

Ei so kommt und lasst uns laufen, stellt euch ein, groß und klein, eilt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet; schaut den Stern, der euch gern Licht und Labsal gönnet.

Die ihr schwebt in großem Leide, sehet, hier ist die Tür zu der wahren Freude; fasst ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren.

Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfind’t seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost: hier wird gefunden, der in Eil machet heil die vergift’ten Wunden.

Paul Gerhardt 1653 (LKG 101, 6-10)

Mittwoch nach dem 2. Sonntag nach Epiphanias (Der Freudenmeister)

Das Gesetz ist durch Mose gegeben, die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christ geworden.

Johannes 1,17

Fortlaufende Lese

So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, 2 für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. 3 Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, 4 welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 5 Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, 6 der sich selbst gegeben hat als Lösegeld für alle, als Zeugnis zur rechten Zeit. 7 Dazu bin ich eingesetzt als Prediger und Apostel – ich sage die Wahrheit und lüge nicht –, als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit.

1. Timotheus 2,1-7

Tageslese

Da traten Pharisäer zu ihm und versuchten ihn und sprachen: Ist’s erlaubt, dass sich ein Mann aus irgendeinem Grund von seiner Frau scheidet? 4 Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer sie am Anfang schuf als Mann und Frau 5 und sprach: »Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein«? 6 So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch[1]. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden! 7 Sie sprachen zu ihm: Warum hat dann Mose geboten, ihr einen Scheidebrief zu geben und sich von ihr zu scheiden? 8 Er sprach zu ihnen: Mose hat euch erlaubt, euch zu scheiden von euren Frauen, eures Herzens Härte wegen; von Anfang an aber ist’s nicht so gewesen. 9 Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Unzucht, und heiratet eine andere, der bricht die Ehe.

Matthäus 19,3-9

Gebet am Mittwoch

Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. Christe, erhöre uns.

HErr GOTT Vater im Himmel, erbarme Dich. HErr GOTT Sohn der Welt Heiland, erbarme Dich. HErr GOTT Heiliger Geist, erbarme Dich.

HErr sei gnädig, verschone alle sterbenden Menschen vor Deinem Zorn, vor bösem Tod, vor der Höllen Pein, vor des Teufels Macht, vor des Teufels Trug und List, vor allem Übel behüte sie, lieber HErre GOTT.

Durch Deine heilige Menschwerdung und Geburt, durch Deinen Todeskampf und blutigem Schweiß, durch Dein Kreuz und bittern Tod, durch Dein heilig Auferstehn und Himmelfahrt, durch die Gnade des Heiligen Geistes des Trösters in der Stunde des Todes, im Jüngsten Gericht, hilf ihnen, lieber HErre GOTT.

Wir armen Sünder bitten: Du wollst uns erhören, lieber HErre GOTT. Und alle sterbenden Menschen trösten. Ihnen alle Sünden verzeihen. Sie aus diesem Elend einzuführen zum ewigen Leben. Erhöre uns, lieber HErre GOTT.

O JEsu Christe, GOTTes Sohn, erhöre uns, lieber HErre GOTT.

O Du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarme Dich über sie. O Du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarme Dich über sie. O Du Gotteslamm, das der Welt Wünde trägt, verleihe ihnen steten Fried.

Christe, erhöre uns. Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. Amen.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht versinken in des bitteren Todes Not. Kyrieleison.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut. Kyrieleison.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrieleison.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.144f)

Kollekte

Barmherziger Gott, liebreicher Vater, der Du Deinen Sohn zu uns gesandt hast, daß er uns Deine Liebe offenbare, wandle, wir bitten Dich, unser sündhaftes Wesen und erfülle uns, die wir Knechte des Gesetzes waren, mit dem Geiste der Kindschaft durch Deinen Sohn Jesus Christus, unsern Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.Orate fratres S.119

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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