Letzter Sonntag nach Epiphanias (Verklärung Christi)

 Die Verklärung Christi. Epitaph des Johannes Göckerlein vom Meister des Universitätsaltars um 1500.

Introitus

Der Herr ist König; des freue sich das Erdreich und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer sind. Wolken und Dunkel sind um ihn her, Gerechtigkeit und Recht sind seines Thrones Stütze. Feuer geht vor ihm her und verzehrt ringsum seine Feinde. Seine Blitze erleuchten den Erdkreis, das Erdreich sieht es und erschrickt. Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem Herrn, vor dem Herrscher der ganzen Erde. Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit, und alle Völker sehen seine Herrlichkeit. Schämen sollen sich alle, die den Bildern dienen und sich der Götzen rühmen. Betet ihn an, alle Götter! Zion hört es und ist froh, und die Töchter Juda sind fröhlich, weil du, Herr, recht regierest. Denn du, Herr, bist der Höchste über allen Landen, du bist hoch erhöht über alle Götter. Die ihr den Herrn liebet, hasset das Arge! Der Herr bewahrt die Seelen seiner Heiligen; aus der Hand der Frevler wird er sie erretten. Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen und Freude den aufrichtigen Herzen. Ihr Gerechten, freut euch des Herrn und danket ihm und preiset seinen heiligen Namen!

Psalm 97,1-12

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du Deinen Sohn vom Himmel herab verkläret hast: verleihe uns, daß wir die Offenbarung seiner Herrlichkeit gläubig aufnehmen und ihm willig nachfolgen, auf daß wir durch sein Leiden und Kreuz zur Glorie der Auferstehung durch Jesus Christus, unsern Herrn.

Orate fratres S.122

Altes Testament

Mose aber hütete die Schafe Jitros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe über die Wüste hinaus und kam an den Berg Gottes, den Horeb. Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde. Da sprach er: Ich will hingehen und diese wundersame Erscheinung besehen, warum der Busch nicht verbrennt. Als aber der Herr sah, dass er hinging, um zu sehen, rief Gott ihn aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. Er sprach: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land! Und er sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. Und der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volks in Ägypten gesehen, und ihr Geschrei über ihre Bedränger habe ich gehört; ich habe ihre Leiden erkannt. Und ich bin herniedergefahren, dass ich sie errette aus der Ägypter Hand Und sie aus diesem Lande hinaufführe in ein gutes und weites Land, in ein Land, darin Milch und Honig fließt, in das Gebiet der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. Weil denn nun das Geschrei der Israeliten vor mich gekommen ist und ich dazu ihre Drangsal gesehen habe, wie die Ägypter sie bedrängen, so geh nun hin, ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führst. Mose sprach zu Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehe und führe die Israeliten aus Ägypten? Er sprach: Ich will mit dir sein. Und das soll dir das Zeichen sein, dass ich dich gesandt habe: Wenn du mein Volk aus Ägypten geführt hast, werdet ihr Gott dienen auf diesem Berge. Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Israeliten komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt!, und sie mir sagen werden: Wie ist sein Name?, was soll ich ihnen sagen? Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: So sollst du zu den Israeliten sagen: »Ich werde sein«, der hat mich zu euch gesandt. Und Gott sprach weiter zu Mose: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der Herr, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name auf ewig, mit dem man mich anrufen soll von Geschlecht zu Geschlecht.

2. Mose 3,1-15

Epistel

Denn Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass die Erleuchtung entstünde zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi. Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, auf dass die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, auf dass auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde.

2. Korinther 4,6-10 (Predigttext)

Evangelium

Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus und Jakobus und Johannes, dessen Bruder, und führte sie allein auf einen hohen Berg. Und er wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia; die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete und sprach zu Jesus: Herr, hier ist gut sein! Willst du, so will ich hier drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine. Als er noch so redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören! Als das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht! Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein. Und als sie vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt von dieser Erscheinung niemandem sagen, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.

Matthäus 17,1-9

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht,wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolischeKirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänum

Wochenlied

Herr Christ, der einig Gotts Sohn, Vaters in Ewigkeit, aus seim Herzen entsprossen, gleichwie geschrieben steht, er ist der Morgensterne, sein Glänzen streckt er ferne vor andern Sternen klar;

für uns ein Mensch geboren im letzten Teil der Zeit, daß wir nicht wärn verloren vor Gott in Ewigkeit, den Tod für uns zerbrochen, den Himmel aufgeschlossen, das Leben wiederbracht:

laß uns in Deiner Liebe und Kenntnis nehmen zu, daß wir am Glauben bleiben, Dir dienen im Geist so, dass wir hier mögen schmecken dein Süßigkeit im Herzen und dürsten stets nach Dir.

Du Schöpfer aller Dinge, Du väterliche Kraft, regierst von End zu Ende kräftig aus eigner Macht. Das Herz uns zu Dir wende und kehr ab unsre Sinne, dass sie nicht irrn von Dir.

Ertöt uns durch Dein Güte, erweck uns durch Dein Gnad. Den alten Menschen kränke, dass der neu leben mag und hier auf dieser Erden den Sinn und alls Begehren und Gdanken hab zu Dir.

Elisabeth Kreuziger 1524 (LKG 120)

Kirchengebet

Du sprichst, barmherziger Gott, damit es in uns hell wird.

Du sprichst, damit es in der Welt hell wird.

Vertreibe mit deinem hellen Schein die Finsternis des Krieges,

dass es ein Ende hat  mit dem Tod, mit den Vergewaltigungen, mit der Angst. Erbarme dich.

Vertreibe mit deinem hellen Schein das Dunkel von Streit und Lüge,

dass es ein Ende hat mit hartherzigem Beharren auf dem Eigenen, mit verächtlichen Worten über die anderen, mit unbarmherzigen Blicken auf die Schwachen. Erbarme dich.

Bekehre mit deinem hellen Schein alle, die Schuld auf sich geladen haben, dass es ein Ende hat mit Verschweigen und Vertuschen, damit Bitten um Vergebung von Herzen kommen, damit die Wunden von Missbrauch heilen können. Erbarme dich.

Ermutige mit deinem hellen Schein alle, die im Schatten leben, damit sich die Geknickten aufrichten, die Gedemütigten wehren, die Mutlosen aufatmen. Erbarme dich.

Hülle ein in deinen hellen Schein unsere Verstorbenen. und alle, die trauern.

Wenn du sprichst, barmherziger Gott, hat die Finsternis verloren. Sprich auch heute und lass es licht werden in uns, in deiner Kirche, in deiner Welt durch Jesus Christus, unseren Morgenstern. Amen.

VELKD


+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.
Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.
Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.
4. Mose 6,24-26
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O Jesulein süß, o Jesulein mild

Flucht nach Ägypten Mühlhäuser Altar Bamberger Dom

O Jesulein süß, o Jesulein mild, Deins Vaters Willn hast Du erfüllt, bist kommen aus dem Himmelreich, uns armen Menschen worden gleich. O Jesulein süß, o Jesulein mild!

O Jesulein süß, o Jesulein mild, Deins Vaters Zorn hast Du gestillt. Du zahlst für uns all unsre Schuld und bringst uns in Deins Vaters Huld. O Jesulein süß, o Jesulein mild!

O Jesulein süß, o Jesulein mild, mit Freud hast Du die Welt erfüllt. Du kommst herab vom Himmelssaal und tröst uns in dem Jammertal. O Jesulein süß, o Jesulein mild!

O Jesulein süß, o Jesulein mild, sei unser Schirm und unser Schild. Wir bitten durch Dein Gburt im Stall, behüt uns all vor Sündenfall. O Jesulein süß, o Jesulein mild!

O Jesulein süß, o Jesulein mild, Du bist der Lieb ein Ebenbild. Zünd an in uns der Liebe Flamm, daß wir Dich loben allzusamm. O Jesulein süß, o Jesulein mild!

O Jesulein süß, o Jesulein mild, hilf, dass wir tun alls, was Du wilt. Was unser ist, ist alles Dein; ach, laß uns Dir befohlen sein. O Jesulein süß, o Jesulein mild!

Altenburg 1655 (LKG 106)

Samstag nach dem 3. Sonntag nach Epiphanias (Der Heiden Heiland)

Und es werden kommen vom Morgen und vom Abend, von Mitternacht und vom Mittage, die zu Tisch sitzen werden im Reiche Gottes.

Lukas 13,29

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du willst, daß allen Menschen geholfen werde, und daß sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, wir bitten Deine milde Güte, sende die Boten Deiner Barmherzigkeit und laß sie verkündigen Dein Heil allem Volke, das im Dunkeln wohnet, auf daß erfüllet werde das Wort Deiner gnädigen Verheißung, daß die Völker wandeln in Deinem LIchte und die Könige im Glanze Deiner Herrlichkeit, durch Jesus Christus, unsern Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.120

Fortlaufende Lese

Aber du, Mensch Gottes, fliehe das! Jage aber nach der Gerechtigkeit, der Frömmigkeit, dem Glauben, der Liebe, der Geduld, der Sanftmut! 12 Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen. 13 Ich gebiete dir vor Gott, der alle Dinge lebendig macht, und vor Christus Jesus, der unter Pontius Pilatus bezeugt hat das gute Bekenntnis, 14 dass du das Gebot unbefleckt und untadelig bewahrst bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus, 15 welche uns zeigen wird zu seiner Zeit der Selige und allein Gewaltige, der König aller Könige und Herr aller Herren, 16 der allein Unsterblichkeit hat, der da wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen kann, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann. Dem sei Ehre und ewige Macht! Amen.

17 Den Reichen in dieser Welt gebiete, dass sie nicht stolz seien, auch nicht hoffen auf den unsicheren Reichtum, sondern auf Gott, der uns alles reichlich darbietet, es zu genießen; 18 dass sie Gutes tun, reich werden an guten Werken, gerne geben, zum Teilen bereit sind 19 und sich selbst einen Schatz sammeln als guten Grund für die Zukunft, damit sie das wahre Leben ergreifen. 20 O Timotheus! Bewahre, was dir anvertraut ist, und meide das ungeistliche lose Geschwätz und das Gezänk der fälschlich so genannten Erkenntnis, 21 die einige verkünden; sie sind vom Glauben abgeirrt. Die Gnade sei mit euch!

1. Timotheus 6,11-21

Tageslese

Als man sich aber lange gestritten hatte, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Ihr Männer, liebe Brüder, ihr wisst, dass Gott vor langer Zeit unter euch bestimmt hat, dass durch meinen Mund die Heiden das Wort des Evangeliums hören und glauben. 8 Und Gott, der die Herzen kennt, hat es bezeugt und ihnen den Heiligen Geist gegeben wie auch uns, 9 und er hat keinen Unterschied gemacht zwischen uns und ihnen und reinigte ihre Herzen durch den Glauben. 10 Warum versucht ihr denn nun Gott dadurch, dass ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger legt, das weder unsre Väter noch wir haben tragen können? 11 Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn Jesus selig zu werden, auf gleiche Weise wie auch sie. 12 Da schwieg die ganze Menge still und hörte Barnabas und Paulus zu, die erzählten, wie große Zeichen und Wunder Gott durch sie getan hatte unter den Heiden.

Apostelgeschichte 15,7-12

Gebet am Sonnabend

Herr Gott, himmlischer Vater, wiederum geht eine Woche zu Ende. Wir bitten Dich mit allen Sündern: Siehe nicht an, Herr, unsere Schuld. Wir bitten Dich, vergib, daß wir auch in dieser Woche wieder gesündigt haben mit Gedanken, Worten und Werken, mit innerlicher Blindheit, Unglauben, Zweifel, Kleinmütigkeit, Ungeduld, Hoffart, bösen Lüsten, Geiz, heimlichem Neid, Haß, Mißgunst und anderen Sünden.

Wir bitten Dich, erlöse uns durch Deine Barmherzigkeit. Wir wissen, daß eine einzige Sünde unsere Gemeinschaft mit Dir auf ewig zerstört. Wir wissen, daß wir Deinen Zorn auf ewig verdient haben. Wir wissen, wir sind es nicht wert, Deine Kinder zu heißen; doch wir hoffen auf Deine Gnade, o Gott. Wir bitten Dich, daß Du uns vergeben mögest um Jesu Christi, Deines lieben Sohnes, willen. Durch ihn schenke uns Kraft, unsere Sünde zu hassen, auf daß wir ein Dir wohlgefälliges Leben führen in wahrer Demut und in der Erkenntnis Deines heiligen Willens. O Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Amen.

Zuletzt bitte ich Dich, himmlischer Vater, daß Du mir und allen Christen den morgigen Sonntag zu einem Segen gereichen lassen wollest! Wecke in uns allen den Hunger nach Deinem Wort und Sakrament und laß uns hier auf Erden mit bereitetem Herzen in der Gemeinschaft Deiner Heiligen teilhaben an der ewigen Liturgie, die vor dem Throne des Lammes von allen Engeln und Auserwählten gesungen wird.

Erhöre unser Gebet um eben des Lammes, um Deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Amen

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.148)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Kommt und laßt uns Christum ehren

“Anbetung der Hl. drei Könige” von Lucas Cranach d.Ä. 1472-1553

Kommt und lasst uns Christus ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren; singet fröhlich, lasst Euch hören, wertes Volk der Christenheit.

Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen; wir, die unser Heil annehmen, werfen allen Kummer hin.

Sehet, was hat Gott gegeben: seinen Sohn zum ewgen Leben. Dieser kann und will uns heben aus dem Leid ins Himmels Freud.

Seine Seel ist uns gewogen, Lieb und Gunst hat ihn gezogen, uns, die Satan hat betrogen, zu besuchen aus der Höh.

Jakobs Stern ist aufgegangen, stillt das sehnliche Verlangen, bricht den Kopf der alten Schlangen und zerstört der Höllen Reich.

Unser Kerker, da wir saßen und mit Sorgen ohne Maßen uns das Herze selbst abfraßen, ist entzwei, und wir sind frei.

O Du hochgesegnete Stunde, da wir das von Herzensgrunde glauben und mit unserm Munde danken Dir, o Jesulein.

Schönstes Kindlein in dem Stalle, sei uns freundlich, bring uns alle dahin, da mit süßem Schalle Dich der Engel Heer erhöht.

Paul Gerhardt 1666 (LKG 105)

Donnerstag nach dem 3. Sonntag nach Epiphanias (Der Heiden Heiland)

Und es werden kommen vom Morgen und vom Abend, von Mitternacht und vom Mittage, die zu Tisch sitzen werden im Reiche Gottes.

Lukas 13,29

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du willst, daß allen Menschen geholfen werde, und daß sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, wir bitten Deine milde Güte, sende die Boten Deiner Barmherzigkeit und laß sie verkündigen Dein Heil allem Volke, das im Dunkeln wohnet, auf daß erfüllet werde das Wort Deiner gnädigen Verheißung, daß die Völker wandeln in Deinem LIchte und die Könige im Glanze Deiner Herrlichkeit, durch Jesus Christus, unsern Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.120

Fortlaufende Lese

Alle, die als Sklaven unter dem Joch sind, sollen ihre Herren aller Ehre wert halten, damit nicht gegen den Namen Gottes und die Lehre gelästert werde. 2 Welche aber gläubige Herren haben, sollen diese nicht verachten, weil sie Brüder sind, sondern sollen ihnen umso mehr dienstbar sein, weil sie gläubig und geliebt sind und sich bemühen, Gutes zu tun. So lehre und mahne!

3 Wenn jemand anders lehrt und bleibt nicht bei den heilsamen Worten unseres Herrn Jesus Christus und bei der Lehre, die der Frömmigkeit gemäß ist, 4 der ist aufgeblasen und weiß nichts, sondern ist süchtig nach Fragen und Wortgefechten. Daraus entspringen Neid, Hader, Lästerung, böser Argwohn, 5 Schulgezänk solcher Menschen, die zerrüttete Sinne haben und der Wahrheit beraubt sind, die meinen, Frömmigkeit diene dem Gewinn. 6 Ein großer Gewinn aber ist die Frömmigkeit zusammen mit Genügsamkeit. 7 Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum können wir auch nichts hinausbringen. 8 Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so wollen wir uns damit begnügen. 9 Denn die reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Verstrickung und in viele törichte und schädliche Begierden, welche die Menschen versinken lassen in Verderben und Verdammnis. 10 Denn Geldgier ist eine Wurzel alles Übels; danach hat einige gelüstet und sie sind vom Glauben abgeirrt und machen sich selbst viel Schmerzen.

1. Timotheus 6,1-10

Tageslese

Ich weiß aber selbst sehr wohl von euch, meine Brüder und Schwestern, dass auch ihr selber voll Güte seid, erfüllt mit aller Erkenntnis, sodass ihr euch untereinander ermahnen könnt. 15 Ich habe euch aber zum Teil sehr kühn geschrieben, um euch zu erinnern kraft der Gnade, die mir von Gott gegeben ist, 16 sodass ich ein Diener Christi Jesu unter den Heiden bin, der mit dem Evangelium Gottes wie ein Priester dient, auf dass die Heiden ein Opfer werden, das Gott wohlgefällig ist, geheiligt durch den Heiligen Geist. 17 Darum kann ich mich rühmen in Christus Jesus, dass ich Gott diene. 18 Denn ich werde nicht wagen, etwas zu reden, das nicht Christus durch mich gewirkt hat, um die Heiden zum Gehorsam zu bringen durch Wort und Werk, 19 in der Kraft von Zeichen und Wundern und in der Kraft des Geistes Gottes. So habe ich von Jerusalem aus ringsumher bis nach Illyrien das Evangelium Christi voll ausgerichtet. 20 Dabei setze ich meine Ehre darein, das Evangelium zu predigen, wo Christi Name noch nicht genannt wurde, damit ich nicht auf einen fremden Grund baue, 21 sondern wie geschrieben steht: »Denen nichts von ihm verkündigt worden ist, die sollen sehen, und die nichts gehört haben, sollen verstehen.«

Römer 15,14-21

Gebet am Freitag

Wir danken Dir, HErr JEsu Christe, wahrer GOTT und Mensch, daß Du uns arme Sünder und verdammte Menschen ohn all unsere Werke, Verdienst und Würdigkeit durch Dein heiliges Leiden, Sterben und Blutvergießen erlöset hast.

O HErr JEsu Christe, wie groß ist Dein Leiden, wie schwer ist Deine Pein, wieviel ist Deiner Marter, wie tief sind Deine Wunden, wie bitter und schmerzlich ist Dein Tod. Wie unaussprechlich ist Deine Liebe, damit Du uns Deinem himmlischen Vater versöhnt hast, da Du am Ölberg blutigen Schweiß vor großer Todesangst geschwitzt hast, daß die Blutstropfen auf die Erde gefallen, und Du daselbst, von allen Deinen Jüngern verlassen, in die Hände der schnöden Juden und Gottlosen Schar Dich willig für uns gegeben, welche Dich hart und grausam gebunden, von einem ungerechten Richter zum anderen unbarmherzig geführt haben. Daselbst bist Du fälschlich verklagt und verurteilt, verspeit, verhöhnt und mit Fäusten ins Angesicht geschlagen worden. Du bist um unserer Missetat willen zerschlagen, gegeißelt, mit Dornen gekrönt und jämmerlich zugerichtet, wie ein armer Wurm, der nicht einem Menschen ähnlich gewesen. Denn Du warst der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit, also daß es auch ein heidnisch Herz erbarmt hat zu sagen: “Sehet, welch ein Mensch ist das !” Du bist von wegen unserer Missetat mitten unter zwei Übeltäter gerechnet und als ein Fluch aufgehängt, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, dazu in Deinem höchsten Durst mit Essig und Gallen getränkt, und mit großen Schmerzen hast Du Deinen Geist aufgegeben, auf daß Du unsere Schuld bezahltest, und wir durch Deine Wunden geheilt würden.

O HErr JEsu Christe, für diese und alle andere Deine Marter und Pein sagen wir Dir Lob und Dank und bitten Dich, laß Dein heilig bitter Leiden an uns nicht verloren sein, sondern gib, daß wir uns desselben zu jeder Zeit von Herzen trösten und rühmen, auch desselben zu jeder Zeit von Herzen trösten und rühmen, auch dasselbe also begehen und betrachten, daß alle böse Lust in uns ausgelöscht und gedämpft, dagegen aber alle Tugend eingepflanzt und gemehrt werde, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben, und Deinem uns gelassenen Vorbilde nachfolgen, in Deine Fußtapfen treten, das Übel mit Geduld ertragen und das Unrecht mit gutem Gewissen leiden. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.147)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Apologie: Von der Erbsünde (4)

“Sündenfall” (1537) von Lucas Cranach jr (1515-1586) zu sehen im Dresdener Zwinger

Der halben wir so eigentlich beides erwenet und ausgedrückt, da wir haben leren wöllen, was die Erbsunde sey, beide, die böse lust und auch den mangel der ersten gerechtigkeit im Paradis. Und sagen, derselb mangel sey, das wir Adamskinder Gott von hertzen nicht vertrauen, ihnen nicht fürchten noch lieben. Die böse lust sey, das natürlich widder Gottes wort all unser sin, hertz und mut stehet, da wir nicht allein suchen allerley wollust des leibs, sondern auch auff unser weisheit und gerechtigkeit vertrauen und deagegen Gottes vergessen und wenig, ja, gar nichts achten. Und nicht allein die alten Veter als Augustinus und dergleichen, sondern auch die neulichsten lerer und Schloastici, die etwas verstand gehabt, leren, das diese zwey steück semptlich die Erbsunde sind, nemlich der mangel und die böse lust. Denn also sagt Sanct Thomas, das Erbsund ist nicht allein ein mangel der Ersten gerechtigkeit, sondern auch ein unördentlich begirde odder lust inn der seelen. Derhalben ist es, sagt er, nicht allein eitel lauter mangel, sondern auch „aliquid positivum“. Und Bonaventura auch sagt klar: Wenn man fragt, was die Erbsunde sey, ist dies die recht antwort: Das es ein ungeweret (ungezügelte), böse lust sey. Auch ist die recht antwort, das es ein mangel sey der gerechtigkeit; und eins gibt das ander.

Gleich dasselbig meinet auch Hugo, da er saget: die Erbsunde ist blindheit im hertzen und böse lust im fleisch, denn er will anzeigen, das wir Adamskinder alle so geborn werden, das wir Gott nicht kennen, Gott verachten, ihm nicht vertrauenb, ja ihnen auch flihen und hassen. Denn das hat Hugo wollen kurtz begreiffen, da er gesagt: „Ignoratia in mente“, blindheit odder unwissenheit im hertzen. Und die sprüche auch auch der neuesten lerer stimmen uberein mit der heiligen schrifft. Denn Paulus nennet die Erbsunde unterzeitten mit klaren worten einen mangel Göttliches liechtes etc. iCorin.ii: „Der natürlich mensch aber vernimpt nichts vom Geist Gottes“; und an andern orten nennet er es „böse lust“ als zu den Römern am vii., da er sagt: „Ich sehe ein ander gesetz inn meinen geliedern“ etc., Welche lust allerley böse früchte gebiret. Ich könd hie wol viel mehr sprüche der schriffte furbringen von beiden diesen stücken, aber inn dieser öffentlichen warheit ist es nicht not. Ein jeder verstendiger wird leichtlich sehen und mercken, das also one Gottesforcht, one vertrauen im hertzen sind nicht allein actus odder wircklich sunde sein, sondern ein angeborn mangel des Göttlichen liechts und alles guten, welcher da bleibt, solange wir nicht durch den heiligen geist neu geborn und durch den erleuchtet werden.

Wie wir nun bisher von der Erbsunde geschrieben und geleret, so leren wir nichts neues, nichts anders denn die heilige schrifft, die gemeine heilige Christliche kirche. Sondern solche nötige, tapffere, klare sprüche der heiligen schrifft und der Veter, welche durch ungeschickt gezenck der Sophisten unterdrückt gewesen, bringen wir widder an tag und wollten gern die Christlich lere rein haben. Denn es ist jhe am tage, das die Sophsten und schuelzencker nicht verstanden haben, was die Veter mit dem wort „mangel der ersten gerechtigkeit“ gemeinet. Dis stücke aber eigentlich und richtig zu leren und was die Erbsunde sey oder nicht sey, ist gar hoch vonnöten und kann niemand sich nach Christo, nach dem unaussprechlichen schatze Göttlicher hulde und gnade, welche das Evangelium furtregt, hertzlich sehnen oder darnach verlangen haben, der nicht sein jamer und seuch erkennet, wie Christus sagt: „die gesunden dörffen des artztes nicht“. All heilig, erbar leben, alle gute wercke, soviel immer ein mensch auff erden thun mag, sind fur Gott eitel heuchley und greuel, wir erkennen denn erst, das wir von art elende sunder sind, welche in ungnaden Gottes sein, Gott widder fürchten noch lieben. Also sagt der Prophet: Dieweil du mir es gezeigt hast, bin ich erschrocken, und der Psalm: „Alle menschen sind lügener!“ das ist, sie sind nicht recht gesinnet von Gott.

Hier schreien nu die widdersacher hefftig widder Doctor Luther, das er geschrieben hat, die Erbsunde bleibe auch nach der Tauffe, und sagen dazu, derselbig Artikel sey billich verdampt von Bapst Leo dem Zehenden. Aber Keiserliche Maiestat wird hie öffentlich finden, das sie uns gantz unrecht thun; denn die widdersacher verstehen fast wol, auff was meinung Doctor Luther das gered will haben, da er sagt, die Erbsunde bleibe nach der Tauffe. Er hat allzeit klar also geschrieben, das die heilige Tauffe die gantz schuld und erbpflicht der Erbsunde wegnimpt und austilget, wiewol das „material“ der sunde, nemlich die böse neigung und lust, bleibet. Darüber inn alle seinen schrifften setzet er noch dazu vom selbigen material, das der heilig geist, wilcher gegeben wird durch die Tauffe, aufehet innwendig die uberig böse luste teglich zu tödten und zu leschen und brengt ins hertz ein neu liecht, ein neuen syn und mut. Auff die meinung redet auch Augustinus, da er also sagt: die Erbsunde wird inn der Tauff vergeben, nicht da sie nicht mehr sey, sondern das sie nicht zugerechnet werde.

Da bekennet Augustinus öffentlich, das die sunde inn uns bleibt, wiewol sie uns nicht zugerechnet wird. Und dieser spruch Augustini hat den lerern hernach so wol gefallen, das er auch im Decret angezogen wird. Und widder Julianum sagt Augustinus: Das gesetz, das inn unsern gelidern ist, ist weggethan durch die geistliche widdergepurt und bleibt doch im fleisch, welchs ist sterblich. Es ist hinweg gethan, denn die schuld ist gantz los durch das Sacrament, dadurch die gleubigen neu geborn werden, und bleibt noch da, denn es wircket böse lust, widder wicleh kempffen die gleubigen. Das Doctor Luther so helt und leret, wissen die widdersacher fast wol, und so sie es nicht können anfechten, sondern selbs bekennen müssen, vorkeren sie ihm böslich die wort und deuten ihm sein meinung felschlich, die warheit unterzudrücken und unschuldig zu verdamnen.

Aber weiter disputirn die widdersacher, das die böse lust ein last und auffelegte straffe sey und sey nicht ein solche sunde, die des todes und verdamnis schuldig. Dawider sagt Doctor Luther, Es sey ein solche verdamliche sunde. Ich habe hie oben gesagt, das Augustinus auch solches meldet, die Erbsunde sey die angeborne böse lust. Sol diese ubel gered sein, mögen sie es mit Augustino ausfechten. Darüber sagt Paulus: „Die sunde erkant ich nicht one daurch das gesetze; denn ich wuste nicht von der luste, wo das gesetz nicht gesagt hette: las dich nicht gelüsten.“ Da sagt jhe Paulus dürre eraus: ich wuste nicht, das die lust sunde war etc. Item: „Ich sehe ein ander gesetz in meinen geliedern, das da widderstreittet dem gesetze inn meinem gemüte und nimpt mich gefangen inn der sunde gesetze, welchs ist inn meinen geliedern.“

Dieses sind Pauli helle, gewisse wort und klare sprüche; da vermag kein gloss, kein listiges fündlein nichts widder; diese sprüch werden alle Teuffel, alle menschen nicht mügen umbstossen. Da nennet er klar die bösen lust ein sunde, doch sagt er, das solch sunde denjhenigen, so an Christum gleuben, nichts wird zugerechnet; doch an ir selbst ist es gleichwol warlich ein sunde, des todes und ewigen verdamnis schüldig, und hat keinen zweifel, das auch solchs der alten Veter meinung gewest. Denn Augustinus disputirt und ficht hefftig widder diejhenigen, die da hilten, das die böse neigung und lust am menschen nicht sunde were und widder gut noch böse, wie schwarzten oder weissen leib haben auch wider gut noch bös ist.

Apologia der Confession verdeutscht aus dem Latin durch Justum Jonam: AC II (Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche hg.v Dingel u.a. i.A. der EKD (V&R: 2014. S.256+258+260)
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AC IV: Von der Erbsünde (5)

Kain auf der Flucht vor Jahwes Fluch von Fernand-Anne Piestre Cormon ca. 1880, Musée d’Orsay, Paris

Und wenn die widdersacher werden furgeben, das „fomes“ odder die böse neigung widder gut noch böse sey, da werden nicht allein viel sprüche der schrifft widder sein, sondern auch die gantze Kirche und alle Veter. Denn alle erfarne Christliche hertzen wissen, das diese stücke leider uns inn der haut stecken, angeborn sind, nemlich, das wir gelt, gut, alle ander sachen grosser denn Gott achten, sicher dahingehen und -leben, Item, das wir immer nach art fleischlicher sicherheit also gedencken, Gottes zorn und ernst sey nicht so gros uber die sunde, als er doch gewis ist, Item, das wir den edelen, unaussprechlichen schatz des Evagelii und versünung Chirsti nicht hertzlich so teuer und edel achten, als sie ist, Item, das wir widder Gottes werck und willen murren, das er inn trübsalen nicht bald hilffet und machts, wie wir wollen. Item, wir erfaren teglich, das es uns wehe thut, wie auch David und alle heiligen geklagt, das den Gottlosen inn dieser welt wolgehet. Darüber fülen alle menschen, wie leicht ihr hertz entbrennet, jizund mit ehrgeitz, denn mit grim und zorn, denn mit unzucht. So nu die widdersacher selbst bekennen müssen, das solcher unglaube, solcher ungehorsam widder Gott im hertzen ist, wenn schon nicht gantz verwilligung, sondern allein die neigung und lust da ist, wer will so küne sein, das er diese grobe stücke widder bös noch gut achte? Nun sind die klaren Psalmen und klare wort der Propheten da, das sie bekennen, das sie sich also fülen.

Aber die Sophisten inn Schulen haben zu dieser sache wider die klaren, öffentlichen schrifft gered und aus der Philosophy ihr eigen treume und sprüche ertichtet, sagen, das wir umb der bösen lüste willen widder bös noch gut, wider zu schelden noch zu loben sind, Item, das luste und gedancken inwendig nicht sunde sind, wenn ich nicht gantz drein verwillige. Dieselbigen rede und worte inn der Philosophen bücher sind zu verstehen von eusserlicher erbarkeit fur der welt und auch von eusserlicher straff fur der welt. Denn da ists war, wie die Juristen sagen, L Cogitationis: Gedancken sind zollfrey und strafffrey, Aber Gott erforschet die hertzen. Mit Gottes gericht und urteil ists anders. Also fliecken sie auch an diese sach andere ungerempte sprüch, nemlich Gottes geschepff und die natur könne an ihr selbs nicht bös sein; das fecht ich nicht an, wenn es irgent gered wird, da es stad hat, aber dazu sol dieser spruch nicht angezogen werden, die Erbsunde gering zu machen. Und diesselbigen sprüche der Sophisten haben viel unsagliches schadens gethan, durch wilche sie die Philosophy und die lere, wilche eusserlich leben fur der welt belangen, vermischen mit dem Evangelio und haben doch solchs nicht allein inn der schule geleret, sondern auch öffentlich unverschempt fur dem volck gepredigt. Und dieselbigen ungöttlichen, irrigen, ferliche, schedliche leren hatten in aller welt uberhand genomen, da ward nichts gepredigt denn unser verdienst in aller welt. Dadurch ward das erkentnus Christi und das Evangelium gantz untergedrückt.

Derhalben hat Doctor Luther aus der schrifft leren und kleren wollen, wie ein gros todsschuld die Erbsunde fur Gott sey und wie inn grossem elend wir geborn werden und das die uberig Erbsunde, so nach der Tauff bleibt, an ihr selb nicht indifferens sey, sondern bedarff des mitlers Christi, das sie uns Gott nicht zurechene, und one unterlas des liechts und wirckung des heiligen geists, durch welchen sie ausgefeget und getödtet werde.

Wiewol nu die Sophisten und Scholastici anders leren und beide, von der Erbsunde und von derselbigen straffe, der schrifft ungemes leren, da sie sagen, der mensch vermüge aus seinen krefften Gottes gebot zu halten, so wird doch die straffe, so Gott auff Adams kinder, auff die Erbsunde gelegt, im ersten buch Mosi viel anders beschrieben. Denn da wird die menschlich natur verurteilt, nicht allein zum tode und anderen leiplichem ubel, sondern dem reich des Teuffels unterworffen; denn da wird dis schrecklich urteil gefellet: „Ich will feinschafft zwischen dir und dem weib, zwischen ihrem samen und deinem samen setzen“ etc. Der mangel erster gerechtigkeit und die böse lust sind sund und straff. Der todt aber und die andern leiplichen ubel, die Tiranney und herschafft des Teuffels, sein eigentlich die straffe und pene der Erbsund. Denn die menschliche natur ist durch die Erbsunde unter des Teuffels gewalt dahingeben und ist also gefangen unter des Teuffels reich, wilcher manchen grossen weisen mensdchen inn der welt mit schrecklichem irthumb, ketzerey und ander blindheit beteubet und verfüret und sonst die menschen zu allerley laster dahinreisset.

Wie es aber nicht müglich ist, den listigen und gewaltigen geist Satan zu uberwinden one die hülffe Christi, also konnnen wir uns aus eigen krefften aus dem gefengnis auch nicht helffen. Es ist in allen Historien von anfang der welt zu sehen und zu finden, wie ein unsaglicher grosser gewalt das reich des Teuffels sey. Man sicht, das die welt vom höchsten bis zum niddersten vol Gotteslesterung, vol grosser irthumb, Gottloser lere widder Gott und sein wort ist. Inn den starcken fesseln und keten helt der Teuffel jemmerlich gefangen viel weiser leut, viel heuchler, die vor der welt heilig scheinen. Die andern füret er in ander grobe laster (geitz, hoffart etc). So uns nu Christus darümb geben ist, das er dieselbigen sunde und schwere straffe der sunde wegneme, die sunde, den tod, des Teuffels reich uns zugut uberwinde, kann niemands hertzlich sich freuen des grossen schatzes, niemands die uberschwenklichen reichthümer der gnaden erkennen, er füle denn vorerst dieselbig last, unser angeborn gros elend und jammer. Darümb haben unser prediger von dem nötigen Artikel mit allem hochsten fleis geleret und haben nichts neues geleret, sondern eitel klare wort der heiligen schrifft und gewisse sprüche der Veter, Augustini und der andern.

Dieses achten wir, solle die Keiserliche Maiestat ihr billich lassen gnug sein, widder das lose, kindisch, ungegründ furbringen der widdersacher, durch wilch sie der unsern Artikel one ursache gantz unbillich anfechten; denn sie singen, sagen, wieviel, was und wielange sie wollen, so wissen wir eigentlich das und sinds forwar gewis, das wir Christlich und recht leren und mit der gemeinen Christlichen Kirchen gleich stimmen und halten; werden sie darüber weiter mutwilligen zanck einfüren so sollen sie sehen, es sollen hie, will Got, leute nicht feilen, die ihnen antworten und die wahrheit dennoch erhalten.

Denn die widdersacher wissen das mehrer teil nicht, was sie reden; denn wie offte reden und schreiben sie ihnen selbs widderwertigs, verstehen auch ihr eigen Dialectica nicht vom „formal“ der Erbsunde, das ist, was eigentlich an ihrem wesen die Erbsunde sey odder nicht sey, was auch der mangel der ersten gerechtigkeit sey. An diesem orte aber haben wir nicht wollen von ihren zengkischen Disputacion subtiler odder weiter reden, sondern allein die sprüche und meinung der heilige Veter, wilchen wir auch gleichförmig leren, mit klaren, gemeinen, verstentlichen worten erzelen wollen.

Apologia der Confession verdeutscht aus dem Latin durch Justum Jonam: AC II (Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche hg.v Dingel u.a. i.A. der EKD (V&R: 2014. S.262+264+266)
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Nun, Du bist hier, da liegst Du, hältst in dem Kripplein Deine Ruh…

Cathedrale de Chartres: Das Leben von Jesus, 12. Jhdt.

Nun Du bist hier, da liegest Du, hältst in der Krippe Deine Ruh, bist klein und machst doch alles groß, bekleidest die Welt und kommst doch bloß. Halleluja.

Du kehrst in fremde Hausung ein, und sind doch alle Himmel Dein; trinkst Milch aus Deiner Mutter Brust und bist doch selbst der Engel Lust. Halleluja.

Du hast dem Meer sein Ziel gesteckt und wirst mit Windeln zugedeckt; bist Gott und liegst auf Heu und Stroh, wirst Mensch und bist doch A und O. Halleluja.

Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herzeleid; bist aller Heiden Trost und Licht, suchst selber Trost und findst ihn nicht. Halleluja.

Ich aber, Dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe Dich, doch nicht so viel, wie ich Dich gerne lieben will. Halleluja.

Paul Gerhardt 1653 (LKG 104,5-9)

Mittwoch nach dem 3. Sonntag nach Epiphanias (Der Heiden Heiland)

Und es werden kommen vom Morgen und vom Abend, von Mitternacht und vom Mittage, die zu Tisch sitzen werden im Reiche Gottes.

Lukas 13,29

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du willst, daß allen Menschen geholfen werde, und daß sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, wir bitten Deine milde Güte, sende die Boten Deiner Barmherzigkeit und laß sie verkündigen Dein Heil allem Volke, das im Dunkeln wohnet, auf daß erfüllet werde das Wort Deiner gnädigen Verheißung, daß die Völker wandeln in Deinem LIchte und die Könige im Glanze Deiner Herrlichkeit, durch Jesus Christus, unsern Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.120

Fortlaufende Lese

Ehre die Witwen, die allein sind. 4 Wenn aber eine Witwe Kinder oder Enkel hat, so sollen diese lernen, zuerst im eigenen Hause fromm zu leben und sich den Eltern dankbar zu erweisen; denn das ist wohlgefällig vor Gott. 5 Das ist aber eine rechte Witwe, die alleinsteht, die ihre Hoffnung auf Gott setzt und beharrlich fleht und betet Tag und Nacht. 6 Eine aber, die ausschweifend lebt, ist lebendig tot. 7 Dies gebiete, damit sie untadelig seien. 8 Wenn aber jemand die Seinen, besonders seine Hausgenossen, nicht versorgt, hat er den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Ungläubiger. 9 Es soll keine als rechte Witwe anerkannt werden unter sechzig Jahren; sie soll eines einzigen Mannes Frau gewesen sein 10 und ein Zeugnis guter Werke haben: wenn sie Kinder aufgezogen hat, wenn sie gastfrei gewesen ist, wenn sie den Heiligen die Füße gewaschen hat, wenn sie den Bedrängten beigestanden hat, wenn sie allem guten Werk nachgekommen ist. 11 Jüngere Witwen aber weise ab; denn wenn sie sich wegen ihres Begehrens von Christus abwenden, so wollen sie heiraten. 12 Sie stehen dann unter dem Urteil, dass sie die erste Treue gebrochen haben. 13 Daneben sind sie faul und lernen, von Haus zu Haus zu laufen; und nicht nur faul sind sie, sondern auch geschwätzig und vorwitzig und reden, was nicht sein soll. 14 So will ich nun, dass die jüngeren Witwen heiraten, Kinder zur Welt bringen, den Haushalt führen, dem Widersacher keinen Anlass geben zu schmähen. 15 Denn schon haben sich einige abgewandt und folgen dem Satan. 16 Wenn eine gläubige Frau Witwen in ihrem Haus hat, so versorge sie diese, die Gemeinde aber soll nicht beschwert werden, damit sie für die rechten Witwen sorgen kann.

1. Timotheus 5,3-16

Tageslese

Er musste aber durch Samarien reisen. 5 Da kam er in eine Stadt Samariens, die heißt Sychar, nahe bei dem Feld, das Jakob seinem Sohn Josef gegeben hatte. 6 Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. 7 Da kommt eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken! 8 Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Speise zu kaufen. 9 Da spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie, du, ein Jude, erbittest etwas zu trinken von mir, einer samaritischen Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. – 10 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du bätest ihn, und er gäbe dir lebendiges Wasser. 11 Spricht zu ihm die Frau: Herr, du hast doch nichts, womit du schöpfen könntest, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn lebendiges Wasser? 12 Bist du etwa mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? Und er hat daraus getrunken und seine Söhne und sein Vieh. 13 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten; 14 wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.

Johannes 4,4-14

Gebet am Mittwoch

Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. Christe, erhöre uns.

HErr GOTT Vater im Himmel, erbarme Dich. HErr GOTT Sohn der Welt Heiland, erbarme Dich. HErr GOTT Heiliger Geist, erbarme Dich.

HErr sei gnädig, verschone alle sterbenden Menschen vor Deinem Zorn, vor bösem Tod, vor der Höllen Pein, vor des Teufels Macht, vor des Teufels Trug und List, vor allem Übel behüte sie, lieber HErre GOTT.

Durch Deine heilige Menschwerdung und Geburt, durch Deinen Todeskampf und blutigem Schweiß, durch Dein Kreuz und bittern Tod, durch Dein heilig Auferstehn und Himmelfahrt, durch die Gnade des Heiligen Geistes des Trösters in der Stunde des Todes, im Jüngsten Gericht, hilf ihnen, lieber HErre GOTT.

Wir armen Sünder bitten: Du wollst uns erhören, lieber HErre GOTT. Und alle sterbenden Menschen trösten. Ihnen alle Sünden verzeihen. Sie aus diesem Elend einzuführen zum ewigen Leben. Erhöre uns, lieber HErre GOTT.

O JEsu Christe, GOTTes Sohn, erhöre uns, lieber HErre GOTT.

O Du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarme Dich über sie. O Du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarme Dich über sie. O Du Gotteslamm, das der Welt Wünde trägt, verleihe ihnen steten Fried.

Christe, erhöre uns. Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. Amen.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht versinken in des bitteren Todes Not. Kyrieleison.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut. Kyrieleison.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrieleison.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.144f)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Dr. Martin Luther predigt über Jesus im Sturm

Rembrandt van Rijn: “Mit Jesus im Schiff bei Wind und Wetter”

Dr. Martin Luthers Predigt zum 4.Sonntag nach Epiphanias (Obersten) über die Schifffahrt mit Jesus bei Wind und Wetter in seiner (WA 52 (S.123-129).

  • Hier geht es nicht über unsere Werke, sondern “was man in Nöten und Widerwärtigkeiten glauben, und wie man sich trösten soll. Darum ists der hohen Predigten eine vom Glauben, welche doch jedermann sich dünken läßt, er könne sie wohl, und es sei ein einfaches, gewöhnliches Ding.” (S.123).
  • Kommt Christus ins Schiff, so wird es nicht lange still bleiben. Es wird Sturm und Unwetter aufkommen. (S.123)
  • Fürchte Dich nicht vor solchem Ungewitter, sondern fürchte Gott, weiche nicht von seinem Wort, sondern halte daran unbeugsam fest. (S.124)
  • Also ist unser Natur und böse Art durch die Erbsünde verdorben, daß Gott es uns nicht recht tun kann, er tue mit uns, was und wie er wolle. (S.125)
  • Der Glaube, wie schwach er auch ist, so hält er sich wie eine Mauer und legt sich wie der kl. David gegen Goliath, daß ist, wieder Tod, Sünde und alle Gefahr, verzagt nicht, sondern sucht Hilfe, da sie zu suchen ist, nämlich bei dem Herrn Christus, weckt ihn auf, schreit ihn an: “Ach Herr, hilf uns, wir verderben!” Also macht der Glaube, ob wohl das Verderben vor Augen ist, daß er dennoch der Hilfe wartet und von seinem Herrn IX erhofft. (S.126)
  • Der Glaube macht allein selig, i.e. der Glaub allein findet Trost, wenn Sünde, Tod und ewige Verdammnis einher dringen und uns zu Boden werfen wollen. (S.127)
  • Also lerne Du auch, daß beides geschehen muß. Willst Du mit Christus in das Schiff, so wird das Unwetter nicht draußen bleiben. Christus wird schlafen wollen, daß wir die Anfechtung recht fühlen. Sonst, wo er nicht schliefe und dem Unwetter zu schnell wehren würde, würden wirs nimmermehr erfahren, was es um einen Christen ist. Und sollten gar meinen, wir hätten es aus eigener Kraft tun können. Hier aber wird der Glaube durch die Versuchung gestärkt, daß man muß sprechen: “Kein menschliche Kraft hat können helfen, allein hat es Gott und sein liebes Wort getan.” (S.128)
  • Wer will sich den über das Kreuz beschweren, wenn es doch so gewiß hilft und so gute Frucht folgt? Aber es tut dem Alten Adam weh. Der rümpft sich wider solchen Trunk und wollte ihm lieber frei springen. (S.129)
  • Darum ist es nötig, daß wir an solche Exempel oft und viel denken und mit dem Wort fleißig umgehen, daß wenn Anfechtung uns erhascht, wir gefaßt sind und uns zu Christo, der bei uns schläft und sich so stellt als nähme er sich unser nicht an, finden und Hilf, Rettung bei ihm durch emsiges Gebet suchen. (ebd)
  • Solches verleihe uns allen unser lieber Vater im Himmel um Christi willen durch seinen Hl. Geist. Amen. (ebd.)

Hier ist eine Kopie der Predigt zum Lesen:

Und hier zum Hören:

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AC III: Über Christus

Den dritten Artikel lassen ihnen die widdersacher gefallen, da wir bekennen, das inn Christo zwo natur sind, nemnlich, das Gottes son die menschliche natur hat angenomen und also Gott und mensch ein person, ein Christus ist und das derselbige fur uns gelitten und gestorben, uns dem Vater zu versünen, und das er aufferstanden ist, das er ein ewig reich besitze, alle gleubigen heilige und gerecht mache etc., wie das Credo der Apostel und Symbolum Nicenum leret.  

Apologia der Confession verdeutscht aus dem Latin durch Justum Jonam: AC III (Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche hg.v Dingel u.a. i.A. der EKD (V&R: 2014. S.266)
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Der Will ist da, die Kraft ist klein

“Geburt Jesu Christi in Bethlehem” von Lucas Cranach d.Ä. (1472-1553)

Der Will ist da, die Kraft ist klein; doch wird Dir nicht zuwider sein mein armes Herz, und was es kann, wirst Du in Gnaden nehmen an. Halleluja.

Und bin ich gleich der Sünden voll, hab ich gelebt nicht, wie ich soll, ei kommst Du doch deswegen her, dass sich der Sünder zu Dir kehr! Halleluja.

So faß ich Dich nun ohne Scheu, Du machst mich alles Jammer frei. Du trägst den Zorn, Du würgst den Tod, verkehrst in Freud all Angst und Not. Halleluja.

Du bist mein Haupt, hinwiederum, bin ich Dein Glied und Eigentum und will, soviel Dein Geist mir gibt, stets dienen Dir, wie Dirs beliebt. Halleluja.

Ich will Dein Halleluja hier mit Freuden singen für und für, und dort in Deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl: Halleluja!

Paul Gerhardt 1653 (LKG 104,10-14)

Donnerstag nach dem 3. Sonntag nach Epiphanias (Der Heiden Heiland)

Und es werden kommen vom Morgen und vom Abend, von Mitternacht und vom Mittage, die zu Tisch sitzen werden im Reiche Gottes.

Lukas 13,29

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du willst, daß allen Menschen geholfen werde, und daß sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, wir bitten Deine milde Güte, sende die Boten Deiner Barmherzigkeit und laß sie verkündigen Dein Heil allem Volke, das im Dunkeln wohnet, auf daß erfüllet werde das Wort Deiner gnädigen Verheißung, daß die Völker wandeln in Deinem LIchte und die Könige im Glanze Deiner Herrlichkeit, durch Jesus Christus, unsern Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.120

Fortlaufende Lese

Die Ältesten, die der Gemeinde gut vorstehen, die halte man zweifacher Ehre wert, besonders, die sich mühen im Wort und in der Lehre. 18 Denn die Schrift sagt: »Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden«; und: »Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert«. 19 Gegen einen Ältesten nimm keine Klage an ohne zwei oder drei Zeugen. 20 Die da sündigen, die weise zurecht vor allen, damit sich auch die andern fürchten. 21 Ich ermahne dich inständig vor Gott und Christus Jesus und den auserwählten Engeln, dass du dich daran hältst ohne Vorurteil und niemanden begünstigst. 22 Die Hände lege niemandem zu bald auf; habe nicht teil an fremden Sünden! Halte dich selber rein! 23 Trinke nicht mehr nur Wasser, sondern nimm ein wenig Wein dazu um des Magens willen und weil du oft krank bist. 24 Bei einigen Menschen sind die Sünden offenbar und gehen ihnen zum Gericht voran; bei einigen aber folgen sie auch nach. 25 Desgleichen sind auch die guten Werke stets offenbar, und die andern bleiben auch nicht verborgen.

1. Timotheus 5,17-25

Tageslese

Unterdessen kamen seine Jünger, und sie wunderten sich, dass er mit einer Frau redete; doch sagte niemand: Was willst du?, oder: Was redest du mit ihr? 28 Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging hin in die Stadt und spricht zu den Leuten: 29 Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob er nicht der Christus sei! 30 Da gingen sie aus der Stadt heraus und kamen zu ihm. 31 Unterdessen mahnten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iss! 32 Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, von der ihr nicht wisst. 33 Da sprachen die Jünger untereinander: Hat ihm jemand zu essen gebracht? 34 Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk. 35 Sagt ihr nicht selber: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder: sie sind schon reif zur Ernte. 36 Wer erntet, empfängt Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, auf dass sich miteinander freuen, der da sät und der da erntet. 37 Denn hier ist der Spruch wahr: Der eine sät, der andere erntet. 38 Ich habe euch gesandt zu ernten, wo ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeit eingetreten. 39 Es glaubten aber an ihn viele der Samariter aus dieser Stadt um des Wortes der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. 40 Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, dass er bei ihnen bleibe; und er blieb dort zwei Tage. 41 Und noch viel mehr glaubten um seines Wortes willen. 42 Und sie sprachen zu der Frau: Nun glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; denn wir haben selber gehört und erkannt: Dieser ist wahrlich der Welt Heiland.

Johannes 4,27-42

Gebet am Donnerstag

HErr JEsu Christe, Du wahrer König Himmels und der Erden! Du hast Deiner Kirche verheißen, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen sollen, und Du lässest noch immer unter uns Dein Wort verkünden und Deine heiligen Sakramente verwalten. Doch ahc, o HErr, die Sünden der Deinen verdunkeln die Herrlichkeit Deiner Braut. Dein heiliger Weinberg ist zertreten und Dein gebenedeites Opfer steht verlassen. Viele dünken sich stark und verachten die Speise des Lebens, die Du den Deinen verordnet hast zur Vergebung ihrer Sünden.

Daß Du verschonen wollest allen Übermut und nicht herabfahren im Zorn, den Leuchter Deines Wortes vor unseren Augen umzustoßen – o HErr,, wir bitten Dich: Suche dagegen heim den Weinstock, den Du Dir vormals erwählet hast und erneure uns, daß es sei wie vor alters.

Gib einen großen Hunger nach Deiner Speise Deines wahren Leibes und Blutes und laß Deine Gläubigen allezeit erfunden sein in der Apostel Lehre, in der Gemeinschaft, im Brechen Deines Brotes und im Gebet.

Wir bitten Dich, HErr, für unseren Altar, daß er immerdar sei eine Stätte, da die Arzenei des ewigen Lebens uns stärke an Leib und Seele in Vergebung unserer Sünden, daß dagegen Unglaube und Unbußfertigkeit ferne bleiben von allen, die da kommen, auf daß sie nicht essen und trinken sich selbst zum Gericht.

O Du ewiger Hoherpriester, der Du uns immer rufest zum Mahle Deines Opfers, laß in uns wachsen die Frucht Deines Geistes, die da ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut und Keuschheit. Laß uns alle in heiligem Wandel zu Deines Namens Ehre leben hier zeitlich und dort ewiglich.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.146)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Wie man fur Gott from und gerecht wird (AC IV)

Rudolf Schäfer: Genesis

In den Artikeln 4,5,6 und 20 verdamnen die widdersacher unser bekentnis, das wir leren, das die gleubigen vergebung der sunde durch Christum one alle verdienst, allein durch den glauben erlangen, und verwerffen gar trötzlich beides. Erstlich, das wir nein dazu sagen, das den menschen durch ihren verdienst sollten die sunde vergeben werden. Zum andern, das wir halten, leren und bekennen, das niemand Gott versünet wird, niemands vergebung der sunde erlanget denn allein durch den glauben an Christum.

Dieweil aber solcher zanck ist uber dem höchsten, furnemsten Artikel der gantzen Christlichen lere, also das an diesem Artikel gantz viel gelegen ist, wilcher auch zu klarem, richtigem verstande der gantzen heiligen schrifft furnemlich dienet und zu dem unaussprechlichen schatz und dem rechten erkenntnis Christi allein den weg weiset, auch inn die gantzen Bibel allein die thür auffthut, one welchen Artikel auch kein arm gewissen ein rechten, bestendigen, gewissen trost haben odder die reichthümer der gnaden Christi erkennen mag, So bitten wir, Keiserlich Maiestat wollen von dieser grossen, tapffern, hochwichtigen sachen nach notturfft und gnediglich uns hören. Denn dieweil die widdersacher gar nicht verstehen noch wissen, was durch diese wort inn der schrifft zu vorstehen, was vergebung der sunde sey, was glaube, was gnade, was gerechtigkeit sey, so haben sie diesen edeln, hochnötigen fürnemsten Artikel, one welchen niemands Christum erkennen wirdet, jemerlich besüddelt und den hohen theren schatz des erkentnis Christi odder was Christus und sein reich und gnade sey gar unterdrückt und den armen gewissen ein solchen, so edelene, grossen schatz und ewigen trost, daran es gar gelegen, jemerlich geraubet. Das wir aber unser bekenntnis bekrefftigen und, was die widdersacher fürbracht, verlegen mügen, so wöllen wir zuvor erst anzeigen grund und ursach beiderley lere, damit jeder teil klerer zu vernemen sey.

Die gantze schrifft, beide, alts und neues Testaments, wird inn die zwey stück geteilet und leret diese zwey stück, nemlich gesetz und Göttliche verheissungen. Denn an etlichen örten helt sie uns für das gesetz, an etlichen beut sie gnad an durch die herlichen verheissung von Christo, als wenn im alten Testament die schrifft verheisset den zukünfftigen Christum und beutet ewigen segen, benedeiung, ewiges heil, gerechtickeit und ewiges leben durch ihn an oder im neuen Testament, wenn Christus, sieder (seitdem) er komen ist auff erden, im Evangelio vorheisset vergebung der sunden, ewige gerechtickeit, ewiges leben. Hie aber an dem ort nennen wir das gesetze die zehen gepot Gottes, wo dieselbigen inn der schrifft gelesen werden. Von den Ceremonien und den gesetzen der gerichtshendel wöllen wir hie nicht reden.

Von diesen zweien stücken nehmen nu die widdersacher das gesetz für sich; denn dieweil das natürlich gesetz welchs mit dem gesetz Mosi odder zehen gepoten ubereinstimmet, inn aller menschen hertzen angeporn und geschrieben ist und also die vernunfft etlichermass die zehen gepot fassen und verstehen kann, will sie wehnen, sie habe gnug am gesetz und durch gesetze könne man vergebung der sunden erlangen. Die Zehen gepot aber erfoddern nicht allein ein eusserlich erbar leben odder gute werck, welche die vernunfft etlichermass vormag zu thuen, sondern erfoddern etwas viel höhers, welchs uber alle menschliche krefft, uber alle vermügen der vernunfft ist, nemlich, will das gesetz von uns haben, das wir Gott sollen mit gantzem ernst, von hertzengrund fürchten und lieben, ihnen in allen nöten allein anruffen und sonst auff nichts einigen trost setzen. Item, das gesetz wil haben, das wir nicht weiche noch wancken sollen, sondern auffs allergewisseste im hertzen schliessen, das Gott bey uns sey, unser gebet erhöret und das unser seufftzen und bitten Ja sey, Item, das wir von Gott noch leben und allerley troste erwarten sollen mitten im tode, in allen anfechtungen seinem willen uns gentzlich heimgeben, im tod und trübsal nicht von ihm fliehen, sondern ihm gehorsam sein, gerne alles tragen und leiden, wie es uns gehet.

Hie haben die Scholastici den Philosophis gefolget, und wenn sie wöllen sagen, wie man für Gott frum wird, leren sie allein ein gerechtickeit und frömkeit, da ein mensch eusserlich für der welt ein erbar leben füret und gute werck thut, und ertichten diesen traum dazu, das die menschliche vernunfft one den heiligen geist vermüge, Gott uber alles zu lieben. Denn wol ists war, wenn ein menschenhertz müssig ist und nicht inn anfechtungen, und dieweil es Gottes zorn und gericht nicht fület, so mag es ein solchen traum ihm ertichten, als liebe es Gott uber alles und thue viel gutes, viel werck umb Gottes willen, aber es ist eitel heucheley. Und auff die weis doch haben die widdersacher geleret, das die menschen vergebung der sunde verdienen, wenn sie so viel thun, als an ihnen ist, das ist, wenn die vernunfft ihr lest die sunde leid sein und ertichtet ein willen dazu, Gott zu lieben. Und diese meinung und irrige lere, dieweil die leute natürlich dazu geneigt sind, das ihr verdienst und werck für Gott etwas geachtet und verdienen mochten, hat unzelich viel missbreuchlich Gottsdienst inn der kirchen angericht und geursacht, als sind die Clöstergelübde, misbreuche der Messen, wie denn solchs unzelich immer ein Gottesdinest uber den andern aus diesem irthumb erdacht ist, und das nur solch vertrauen auff unser verdienst und wercke immer weiter ausgebreitet worden, haben sie unvorschempt dürffen sagen und schliessen, Gott der Herr müsse von not gnade geben denjhenigen, die also gute werck thun, nicht das er gezwungen were, sondern das dis die ordnung also sey, die Gott night ubergehe noch endere.

Apologia der Confession verdeutscht aus dem Latin durch Justum Jonam: AC III (Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche hg.v Dingel u.a. i.A. der EKD (V&R: 2014. S.266+268+270)
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