Das der glaub an Christum gerecht macht

Weiter lesen wir in der Apologie des Augsburgischen Bekenntnisses des Magisters Philipp Melanchthon (1530) übersetzt von Justus Jonas.

Vor das erst, das niemands gedenck, wir reden von einem schlechten wissen odder erkentnis der Historien von Christo, so müssen wir erstlich sagen, wie es zugehet, wie ein hertz anfehet zu gleuben, wie es zum glauben kömpt. Darnach wollen wir anzeigen, das derselbig glaub fur Got from macht und wie das zu verstehen sey und wollen der widdersacher grunde eigentlich, klar und gewis ablenen. Christus befielet Lucae am letzten, zu „predigen bus und vergebung der sunde“. Das Evangelium auch straffet alle menschen, das sie inn sunden geborn sein und das sie alle schüldig des ewigen zorns und tods sein, nd beutet ihnen an vergebung der sunde und gerechtigkeit durch Christum. Und dieselbige vergebung, versönung und gerechtigkeit wird durch den glauben entpfangen.

Denn die predigt von der bus odder diese stimme des Evangelii (Bessert euch! thut bus!), wen sie recht inn die hertzen gehet, erschreckt sie die gewissen und ist nicht ein schertz, sondern ein gros schrecken, da das gewissen sein jamer und sunde und Gottes zorn fület. Inn dem erschrecken sollen die hertzen widder trost suchen; das geschicht, wenn sie gleuben an die verheissung von Christo, das wir durch ihnen vergebung der sunde haben. Der glaub, wilcher inn solchem zagen und schrecken die hertzen widder aufrichtet und tröstet, entpfehet und entpfindet vergebung der sunde, macht gerecht und bringt leben; denn derselbig starcke trost ist ein neu geburt und ein neu leben.

Dieses ist jhe einfeltig und klar gered, so wissen frome hertzen, das es also ist, so sind die Exempel, das es mit allen heiligen so gangen von anbegin, inn der kirchen vorhanden, wie an der bekerung Pauli und Augustini zu sehen ist. Die widdersacher haben nichts gewisses, können nirgent recht sagen odder verstendlich davon reden, wie der heilig geist geben wird. Sie ertichten ihnen eigen treume, das durch schlecht leiplich entpfahen und brauchen das Sacrament ex opere operato die leut gnad erlangen und den heiligen geist entpfahen, wenn schon das hertz gar nicht dabey ist, gleich als sey das licht des heiligen geists so ein schlecht, schwach, nichtig ding.

So wir aber von einem solchen glauben reden, wilcher nicht ein müssiger gedanck ist, sondern ein solch neu liecht, leben und krafft im hertzen, wilche hertz, syn und mut verneuert, ein andern menschen und neu creatur aus uns macht, nemlich ein neu liecht und werck des heiligen geists, So verstehet ja meniglich, das wir nicht von solchem glauben reden, dabei todsund ist, wie die widdersacher vom glauben reden. Denn wie will liecht und finsterins beieinander sein? denn der glaub, wo er ist und dieweil er da ist, gebiert er gut frucht, wie wir darnach sagen wollen.

Dieses ist jhe mit klaren, deutlichen, einfeltigen worten gered, wie es zugehet, wenn ein sunder recht sich bekert, was die neu geburt sey odder nicht sey. Trotz nu geboten allen den sententiariis, ob sie unter den unzehelichen Commenten, glossen und Scribenten uber sententiarum einen können furbringen, der ein wörtlein, ein tittel recht davon setzet, wie es zugehet, wenn ein sunder bekert wird. Wenn sie von der liebe reden odder wenn sie von ihrem „habitu dilectionis“ reden, so brengen sie wol ihre treum fur, dar denselbigen habitum die leut verdienen durch ihr werck, reden aber garnichts von Gottes verheissung odder wort, wie auch zu dieser zeit die widerteuffer leren.

Nun kann man mit Gott doch jhe nicht handeln, so lest sich Gott nicht erkennen, suchen noch fassen denn allein im wort und durchs wort, wie Paulus sagt: „Das Evangelium ist ein krafft Gottes allen, die daran glauben.“ Item, zu den Römern am x: Der glaub ist aus dem gehör; und aus dem allein solt jhe klar gnug sein, das wir allein durch den glauben fur Gott from werden. Denn so wir allein durchs wort Gottes zu Gott komen und gerecht werden, und das wort kann niemands fassen denn durch den glauben, so folget, das der glaub gerecht macht. Doch sind andere ursachen, die sich zu dieser sach besser reimen. Dieses hab ich bisher gesagt, das ich anzeige, wie es zugehet, wie wir neu geborn werden, und das man verstehen möchte, was der glaub ist odder nicht ist, davon wir reden.

Nu wöllen wir anzeigen, das derselbige glaube und sonst nichts uns fur Gott gerecht macht, und erstlich will ich dieses hie den leser vorwarnen: gleich wie dieser spruch mus und sol stehenbleiben und kann ihnen niemands umbstossen: „Christus ist unser einiger mitler“, also kann auch diesen spruch niemands umbstossen: „durch den glauben werden wir rechtfertig one wercke.“ Denn wie will Christus der mitler sein und bleiben, wenn wir nicht durch den glauben uns an ihn halten als an mitler und also Gott versünet werden, wenn wir nicht gewis im hertzen halten, das wir umb seinetwillen fur Gott gerecht geschatzt werden? Das heist nu gleuben, also vertrauen, also sich trösten des verdiensts Christi, das umb seinetwillen Gott gewis uns wölle gnedig sein. Item, wie dieses klar inn der schrifft ist, das uber das gesetz zur seligkeit not ist die verheissung Christi, Also ist auch klar, das der glaub gerecht macht, denn das gesetz prediget nicht vergebung der sunde aus gnaden. Item, das gesetz können wir nicht erfüllen, noch halten, ehe wir den heiligen geist entpfahen. Darümb mus das bestehen, das zur seligkeit die verheissung Christi vonnöten ist, dieselbigen kn nu niemands fassen noch entpfahen denn allein durch den glauben. Darümb diejhenigen, so leren, das wir nicht durch glauben fur Gott gerecht und frum werden, was thun die anders, denn das sie Christum und das Evangelium unterdrücken und das gesetz leren?

Aber etlich, wenn man sagt: der glaub macht rechtfertig fur Gott, verstehen solchs vielleicht vom anfang, nemlich, das der glaub sey nur der anfang odder ein vorbereitung zu der rechtfertigung. Also das nicht der glaub selbst dafür gehalten werden sol, das wir dadurch Gott gefallen und angenem sind, sondern das wir Gott angenem sind von wegen der lieb und werck, so folgen, nicht von wegen des glaubens. Und solche meinen, der glaube werde allein derhalben gelobet inn der schrifft, das er ein anfang sey guter werck, wie denn allzeit viel am anfang gelegen ist. Dis aber ist nicht unser meinung, sondern wir leren also vom glauben, das wir durch den glauben selbst fur Gott angenem sind. Und nachdem das wort „iustificari“ auff zweierley weis gebraucht wird, nemlich fur „bekeret werden“ odder „neu geborn“, Item, fur „gerecht geschetzt werden“, wollen wir das erst anzeigen, das wir allein durch den glauben aus dem Gotlosen wesen bekert, neu geborn und gerecht werden.

Etlich fechten gros an das wort „sola“, so doch Paulus klar saget zu den Römern am iii: „So halten wir nu, das der mensche gerecht werde one des gesetz wercke.“ Item, zu Ephesern ii: „Gottes gabe ist, nicht aus euch, noch aus den wercken, auff das sich nicht jmand rhüme.“ Item, zun Römern am iii. dergleichn. So nu dieses wort und diese exclusiva, „sola“ etlichen so hart entgegen ist, so ubel gefellet, die mügen an so viel orten inn den Episteln Pauli auch dieses wort auskratzen: „aus gnaden“, Item, „nicht aus wercken“, Item, „Gottes gabe“ etc, Item, „das sich niemands rhüme“ etc und dergleichen, denn es sind gantz starcke exclusivae. Das wort „aus gnaden“ schleust verdienst und alle wercke aus, wie die namen haben. Und durch das wort „sola“, so wir sagen, allein der glaub macht from, schliessen wir nicht aus das Evangelium und die Sacrament, das darümb das wort und Sacrament sollten vergeblich sein, so es der glaub alles allein thut, wie der widdersacher uns alles geferlich deuten, sondern unsern verdienst daran schliessen wir aus. Denn wir haben oben gnug gesagt, das der glaub durch wort kömpt, so preisen wir das predigampt und -wort höer und mehr denn die widersacher, so sagen wir auch: die Liebe und wercke sollen dem glauben folgen. Darümb schliessen wir die werck durch sort „sola“ nicht also aus, das sie nicht folgen solten, Sondern, das vertrauen auff verdienst, auff wercke, das schliessen wir aus, Und sagen, sie verdienen nicht vergebung der sunden, und das wollen wir noch richtiger, heller und klerer zeigen.

Apologia der Confession verdeutscht aus dem Latin durch Justum Jonam: AC IV (Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche hg.v Dingel u.a. i.A. der EKD (V&R: 2014. S.292-298)
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Laß mich diese Leidenszeit fruchtbarlich bedenken

Rudolf Schäfer *16.September 1878 +25.Oktober 1961

Du wirst, Herr der Herrlichkeit, ja wohl müssen sterben, daß des Himmels Ewigkeit ich dadurch mag erben. Aber, ach, wie herrlich glänzt Deine Kron von ferne, die Dein siegreich Haupt bekränzt, schöner als die Sterne.

Laß mich diese Leidenszeit fruchtbarlich bedenken, voller Andacht, Reu und Leid mich darüber kränken. Auch Dein Leiden tröste mich bei so vielem Jammer, bis nach allem Leiden ich geh zur Ruhekammer.

Abraham Kiesel 1675 (LKG 147)

Aschermittwoch

Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.

Lukas 18,31

Kollekte

Heiliger, ewiger Gott und Vater, Du lässest uns eintreten in die Gemeinschaft des heiligen Leidens und Sterbens Deines lieben Sohnes Jesu Christi; verleihe uns, daß wir in wahrer Andacht das Gedächtnis seiner Leiden begehen, in seiner Nachfolge das Kreuz auf uns nehmen und also Deinen Willen erfüllen, durch Deinen lieben Sohn Jesus Christus, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert ein Gott von nun an bis in Ewigkeit.

Orate fratres S.124

Fortlaufende Lese

Das ist gewisslich wahr. Darum will ich, dass du festbleibst, damit alle, die zum Glauben an Gott gekommen sind, darauf bedacht sind, sich mit guten Werken hervorzutun. Das ist gut und nützlich für die Menschen. 9 Von törichten Fragen aber, von Geschlechtsregistern, von Zank und Streit über das Gesetz halte dich fern; denn sie sind unnütz und nichtig. 10 Einen Menschen, der die Gemeinde spalten will, weise ab, wenn er einmal und noch einmal ermahnt ist, 11 und wisse, dass ein solcher ganz verkehrt ist und sündigt und sich selbst damit das Urteil spricht.

12 Wenn ich Artemas oder Tychikus zu dir senden werde, so komm eilends zu mir nach Nikopolis; denn ich habe beschlossen, dort den Winter über zu bleiben. 13 Zenas, den Rechtsgelehrten, und Apollos rüste sorgfältig aus zur Reise, damit ihnen nichts fehle. 14 Aber auch die Unseren sollen lernen, sich hervorzutun mit guten Werken, wo es nötig ist, damit sie nicht fruchtlos bleiben. 15 Es grüßen dich alle, die bei mir sind. Grüße, die uns lieben im Glauben! Die Gnade sei mit euch allen!

Titus 3,8-15

Tageslese

Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Gesicht, um sich vor den Leuten zu zeigen mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 17 Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, 18 damit du dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.

19 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo Motten und Rost sie fressen und wo Diebe einbrechen und stehlen. 20 Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. 21 Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.

Matthäus 6,16-21

Gebet am Mittwoch

Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. Christe, erhöre uns.

HErr GOTT Vater im Himmel, erbarme Dich. HErr GOTT Sohn der Welt Heiland, erbarme Dich. HErr GOTT Heiliger Geist, erbarme Dich.

HErr sei gnädig, verschone alle sterbenden Menschen vor Deinem Zorn, vor bösem Tod, vor der Höllen Pein, vor des Teufels Macht, vor des Teufels Trug und List, vor allem Übel behüte sie, lieber HErre GOTT.

Durch Deine heilige Menschwerdung und Geburt, durch Deinen Todeskampf und blutigem Schweiß, durch Dein Kreuz und bittern Tod, durch Dein heilig Auferstehn und Himmelfahrt, durch die Gnade des Heiligen Geistes des Trösters in der Stunde des Todes, im Jüngsten Gericht, hilf ihnen, lieber HErre GOTT.

Wir armen Sünder bitten: Du wollst uns erhören, lieber HErre GOTT. Und alle sterbenden Menschen trösten. Ihnen alle Sünden verzeihen. Sie aus diesem Elend einzuführen zum ewigen Leben. Erhöre uns, lieber HErre GOTT.

O JEsu Christe, GOTTes Sohn, erhöre uns, lieber HErre GOTT.

O Du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarme Dich über sie. O Du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, erbarme Dich über sie. O Du Gotteslamm, das der Welt Wünde trägt, verleihe ihnen steten Fried.

Christe, erhöre uns. Kyrie eleison. Christe eleison. Kyrie eleison. Amen.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht versinken in des bitteren Todes Not. Kyrieleison.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut. Kyrieleison.

Heiliger HErre GOTT, heiliger, starker GOTT, heiliger barmherziger Heiland, Du ewiger GOTT: laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrieleison.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.144f)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Seele, mach Dich heilig auf, Jesum zu begleiten

Seele, mach Dich heilig auf, Jesum zu begleiten nach Jerusalem hinauf, tritt ihm an die Seiten! In der Andacht folg ihm nach zu dem bittern Leiden, bis Du aus dem Ungemach zu ihm wirst verscheiden.

Seele, siehe, Gottes Lamm gehet zu dem Leiden, Deiner Seele Bräutigam, als zu Hochzeitsfreuden. Geht, Ihr Töchter von Zion, Jesum zu empfangen, sehen ihn in seiner Kron unter Dornen prangen.

Du zeuchst als ein König ein, wirst dafür empfangen, aber Bande warten Dein, Dich damit zu fangen. Für die Ehre Hohn und Spott wird man Dir, Herr, geben, bis Du durch des Kreuzes Tod schließen wirst Dein Leben.

Das Kreuz ist der Königsthron, drauf man Dich wird setzen, Dein Haupt mit der Dornenkron bis in Tod verletzen. Jesus, Dein Reich auf der Welt ist ja lauter Leiden; so ist es von Dir bestellt bis zum letzten Scheiden.

Abraham Kiesel 1675 (LKG 147)

Dienstag vor Invokavit

Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.

Lukas 18,31

Kollekte

Heiliger, ewiger Gott und Vater, Du lässest uns eintreten in die Gemeinschaft des heiligen Leidens und Sterbens Deines lieben Sohnes Jesu Christi; verleihe uns, daß wir in wahrer Andacht das Gedächtnis seiner Leiden begehen, in seiner Nachfolge das Kreuz auf uns nehmen und also Deinen Willen erfüllen, durch Deinen lieben Sohn Jesus Christus, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert ein Gott von nun an bis in Ewigkeit.

Orate fratres S.124

Fortlaufende Lese

Erinnere sie daran, dass sie sich den Obrigkeiten, die die Macht haben, unterordnen, dass sie gehorsam seien und zu allem guten Werk bereit, 2 niemanden verleumden, nicht streiten, freundlich seien und alle Sanftmut beweisen gegen alle Menschen. 3 Denn auch wir waren früher unverständig, ungehorsam, gingen in die Irre, waren mancherlei Begierden und Gelüsten dienstbar und lebten in Bosheit und Neid, waren verhasst und hassten uns untereinander. 4 Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilands, 5 machte er uns selig – nicht um der Werke willen, die wir in Gerechtigkeit getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit – durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist, 6 den er über uns reichlich ausgegossen hat durch Jesus Christus, unsern Heiland, 7 damit wir, durch dessen Gnade gerecht geworden, Erben seien nach der Hoffnung auf ewiges Leben.

Titus 3,1-7

Tageslese

Und es begab sich, als Jesus allein betete, waren seine Jünger bei ihm; und er fragte sie und sprach: Wer, sagen die Leute, dass ich sei? 19 Sie antworteten und sprachen: Sie sagen, du seiest Johannes der Täufer; andere aber, du seiest Elia; andere aber, es sei einer der alten Propheten auferstanden. 20 Er aber sprach zu ihnen: Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich sei? Da antwortete Petrus und sprach: Du bist der Christus Gottes! 21 Er aber bedrohte sie und gebot ihnen, dass sie das niemandem sagen sollten, 22 und sprach: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen.
23 Da sprach er zu allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.

Lukas 9,18-23

Gebet am Dienstag

Allmächtiger Gott, himmlischer Vater!

Wir preisen Deine grundlose Barmherzigkeit, mit der Du Dich über sündige Menschen erbarmst. Alle Propheten und Apostel verkündigen uns das in Deinem Wort.

Laß unsere Hoffnung nicht zu Schanden werden, wenn wir zu Dir beten für alle Leidenden in dieser Zeit. Denn siehe, der böse Feind ist mächtig geworden, und die Großen dieser Welt regieren oft mit Ungerechtigkeit. O GOTT, der Du vormals hast Deinen Heiligen überwinden lassen, stärke auch heute alle, die Deiner Hilfe gegen Unrecht bedürftig sind.

Gib, daß alle Kriegsgefangenen und Geiseln der Terroristen – als Sklaven gehalten und Opfer irdischer Rache – in ihre Heimat zurückkehren. Stehe allen Vertriebenen und Heimatlosen bei und sei Du ihre Gerechtigkeit. Den Witwen und Waisen sei ein Vater mit starkem Schutz.

O Jesu Christe, der Du Deine Heiligen wunderbar führst: Gehe durch Riegel und Gitter zu denen, die um Deines Namens und um Deiner Kirche willen gefangen sind; stärke sie zu einem guten Zeugnis und laß sie nicht wankend werden im Bekenntnis Deines Namens. Uns aber lehre durch das Beispiel so vieler heiliger Märtyrer, daß wir allezeit wach seien zum Bekenntnis Deines Namens. Laß uns nicht zu Schanden werden, wenn der böse Feind Hand an uns legt, sondern gib, daß wir in aller Anfechtung bestehen. Doch wenn es Dein Wille ist, dann laß uns in Ruhe und Frieden leben der Heiligung Deines Namens.

Um Deines heiligen Opfers willen, o Jesu Christe, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist, ein wahrer GOTT, lebest und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.143)

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Dr. Martin Luther predigt Estomihi über Lukas 18,31-43

Rudolf Schäfer: Titelseite

Dr. Martin Luthers predigt am Sonntag vor den Fasten (Estomihi) über das Wort Gottes und das Gebet bei dem Evangelisten Lukas im 18. Kapitel, die Verse 31-43 (WA 52 S.164-171):

Und zum Hören:

The English translation of Dr. Martin Luther´s sermon held on the Sunday before Lent (Estomihi) on the holy Gospel of St. Luke 18,31-43 taken from “A year in the gospels with Martin Luther” Vol. 1 (CPH, St.Louis: 2018) Pg.351-356:

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Lasset uns mit Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach

“Winderlandschaft” (1811) von Caspar David Friedrich (5. September 1774-7. Mai 1840)

Lasset uns mit Jesus ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch schon himmlisch sein, glauben recht und leben rein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir, gehe vor, ich folge Dir.

Lasset uns mit Jesus leiden, seinem Vorbild werden gleich; nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht dorten reich, Tränensaat, die erntet Lachen; Hoffnung tröste die Geduld: es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit Dir, dort teil Deine Freud mit mir!

Lasset uns mit Jesus sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, von der ewiglichen Not. Lasst uns töten hier im Leben unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich Dir, dass ich lebe für und für.

Lasset uns mit Jesus leben. Weil er auferstanden ist, muss das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt Du bist, wir sind Deines Leibes Glieder, wo Du lebst, da leben wir; ach erkenn uns für und für, trauter Freund, als Deine Brüder! Jesu, Dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei Dir.

Siegmund von Birken 1653 (LKG 251)

Montag nach dem Sonntag vor dem Fasten (Estomihi)

Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.

Lukas 18,31

Kollekte

Heiliger, ewiger Gott und Vater, Du lässest uns eintreten in die Gemeinschaft des heiligen Leidens und Sterbens Deines lieben Sohnes Jesu Christi; verleihe uns, daß wir in wahrer Andacht das Gedächtnis seiner Leiden begehen, in seiner Nachfolge das Kreuz auf uns nehmen und also Deinen Willen erfüllen, durch Deinen lieben Sohn Jesus Christus, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert ein Gott von nun an bis in Ewigkeit.

Orate fratres S.124

Fortlaufende Lese

Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen 12 und erzieht uns, dass wir absagen dem gottlosen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben 13 und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilands, Jesus Christus, 14 der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken. 15 Dies rede, und ermahne und weise zurecht mit ganzem Ernst. Niemand soll dich verachten.

Titus 2,11-15

Tageslese

Zu dieser Stunde kamen einige Pharisäer und sprachen zu ihm: Mach dich auf und geh weg von hier; denn Herodes will dich töten. 32 Und er sprach zu ihnen: Geht hin und sagt diesem Fuchs: Siehe, ich treibe Dämonen aus und mache gesund heute und morgen, und am dritten Tage werde ich vollendet. 33 Doch muss ich heute und morgen und am Tag danach wandern, denn es geht nicht an, dass ein Prophet umkomme außerhalb von Jerusalem.
34 Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! 35 Seht, euer Haus wird euch allein überlassen. Ich sage euch: Ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis die Zeit kommt, da ihr sagen werdet: Gelobt ist, der da kommt im Namen des Herrn!

Lukas 13,31-35

Gebet am Montag

O Herr, wir klagen Dir den Verfall Deiner Kirche. Es ist unsere Schuld, daß man nicht mehr erkennt die Schönheit Deiner Braut. darum bitten wir Dich: Gib und mehre in uns den Glauben, Liebe und Hoffnung in Dich. Reut aus in uns alle Sünd und Laster, alle Zwietracht, allen Unglauben, alle Irrsal und Ketzerei. Strafe die Irrenden, bekehre die Ungläubigen, bringe die Abtrünnigen wieder zur Einigkeit der christlichen Kirche und zeige ihnen das Licht Deiner Wahrheit.

Behüte unseren Hirten vor aller Gefahr des Leibes und der Seele. Segne alle Hirten und Bischöfe, Missionare, Evangelisten, Lehrer, Kirchenvorsteher und Gehilfen im Aufbau Deiner Gemeinde, gib Gedeihen des heiligen Glaubens. Stehe bei Deinen Zeugen unter den Völkern und fördere den Lauf Deines Evangeliums in aller Welt.

Erfülle alle Obrigkeit mit Deiner Furcht und laß ihr Regieren der Welt zum Frieden dienen. Erbarme Dich über unser Volk und Land.

Die Jugend laß auferzogen werden in der Zucht und Ermahnung zu Dir, auf daß sie erkenne Dein Gesetz und den Weg Deines Heils. Verleihe Beständigkeit und Treue allen frommen Lehrern.

Tröste alle Betrübten und Traurigen. Den Kranken teil mit Gesundheit des Leibes und der Seelen. Den schwangeren Frauen schenke nach Deiner Barmherzigkeit einen fröhlichen Anblick in ihrer Geburt. Den armen Dürftigen gib leiblich und geistlich nach Deinem Wohlgefallen. Die unterwegs sind, laß dem Schutz Deiner heiligen Engel befohlen sein, und sei eine starke Hilfe allen, die Dein bedürfen. Um Deiner heiligen Wunden willen, o Jesu! Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.142)

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Sonntag vor den Fasten (Estomihi)

Mt Zion (George Williams: 1849)

Wochenspruch

Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.

Lukas 18,31

Introitus

Herr, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit! Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends. Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest! Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen. Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir heimlich stellten, denn du bist meine Stärke. In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.

Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst und kennst die Not meiner Seele und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Meine Zeit steht in deinen Händen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen. Lass leuchten dein Antlitz über deinem Knecht; hilf mir durch deine Güte!

Ps 31,2-6.8-9.16-17

Altes Testament

Ich hasse und verachte eure Feste und mag eure Versammlungen nicht riechen – es sei denn, ihr bringt mir rechte Brandopfer dar –, und an euren Speisopfern habe ich kein Gefallen, und euer fettes Schlachtopfer sehe ich nicht an. Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören! Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.

Amos 5,21-24 (Predigttext)

Kollekte

Heiliger, ewiger Gott und Vater, Du lässest uns eintreten in die Gemeinschaft des heiligen Leidens und Sterbens Deines lieben Sohnes Jesu Christi; verleihe uns, daß wir in wahrer Andacht das Gedächtnis seiner Leiden begehen, in seiner Nachfolge das Kreuz auf uns nehmen und also Deinen Willen erfüllen, durch Deinen lieben Sohn Jesus Christus, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert ein Gott von nun an bis in Ewigkeit.

Orate fratres S.124

Epistolische Lektion

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und meinen Leib dahingäbe, mich zu rühmen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze. Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

1. Korinther 13 (Das Hohelied der Liebe)

Hallelujavers

Halleluja. Ich freue mich und bin frö­hlich über Deiner Güte. Das du mein elend ansiehst und erkenneſt meine Seele in der Not. Halleluja.

Psalm 31,8

Evangelium

Und er fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen. Und er redete das Wort frei und offen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. Er aber wandte sich um, sah seine Jünger an und bedrohte Petrus und sprach: Geh hinter mich, du Satan! Denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist. Und er rief zu sich das Volk samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben behalten will, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird’s behalten. Denn was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und Schaden zu nehmen an seiner Seele? Denn was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse? Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.

Markus 8,31-38

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht,wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolischeKirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänum

Wochenlied

Lasset uns mit Jesus ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch schon himmlisch sein, glauben recht und leben rein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir, gehe vor, ich folge Dir.

Lasset uns mit Jesus leiden, seinem Vorbild werden gleich; nach dem Leide folgen Freuden, Armut hier macht dorten reich, Tränensaat, die erntet Lachen; Hoffnung tröste die Geduld: es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit Dir, dort teil Deine Freud mit mir!

Lasset uns mit Jesus sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, von der ewiglichen Not. Lasst uns töten hier im Leben unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jesu, sterb ich, sterb ich Dir, dass ich lebe für und für.

Lasset uns mit Jesus leben. Weil er auferstanden ist, muss das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt Du bist, wir sind Deines Leibes Glieder, wo Du lebst, da leben wir; ach erkenn uns für und für, trauter Freund, als Deine Brüder! Jesu, Dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei Dir.

Siegmund von Birken 1653 (LKG 251)

Kirchengebet

Du Ursprung der Gerechtigkeit,
du Quelle des Friedens,
du Gott voller Liebe,
wir hoffen auf dich.

Du liebst die Gerechten.
Hilf ihnen,
damit ihre Taten denen helfen,
die wehrlos sind,
die bedroht und geschlagen werden,
die verschleppt wurden,
denen gerechter Lohn verweigert wird.
Du Ursprung der Gerechtigkeit,
wir bitten dich:
Erbarme dich.

Du liebst die Friedensstifter.
Hilf ihnen,
damit sie Frieden bringen,
wo sich der Tod ausbreitet,
wo Krieg herrscht,
wo das Böse die Schwachen bedrängt,
wo die Lüge das Leben zerstört.
Du Quelle des Friedens,
wir bitten dich:
Erbarme dich.

Du liebst deine Schöpfung.
Hilf ihr,
damit deine Liebe zur Kraft wird
für die Kranken,
für die Enttäuschten,
für die Mutlosen,
für die Hoffenden,
Du Anfang der Liebe,
wir bitten dich:
Erbarme dich.

Du liebst deine Gemeinde. Matt & Kathy, Scott & Maryann, Ulrich & Erika, Larry, Hans-Jörg, Markus, Felix, Armin & Susanne; Thomas & Annette; Götz & Sylvia; Vivian; Elly; Vaclav & Paulina; Bob & Pauline; Dietmar; Mark & Mindy; Berno & Karin;
Präge uns dein Wort ein,
damit wir gerecht leben,
damit wir dem Frieden dienen,
damit an uns deine Liebe erkannt wird.
Du liebst unsere Kinder Christoph, Friederike & Oliver und Isabel, Detlev und Biljana, Matthias und alle, die zu uns gehören: Karin, Ingrid, Walter und Ruth, Renate und Hans, Bernhard und Anne, Gerhard und Carmela, Manfred und Elisabeth, Peter und Simone, Christoph und Sigrid, Kurt und Lene und ihre Kinder.
Segne sie,
geh mit uns durch diese Zeit.
Auf dich trauen wir,
errette uns durch deine Gerechtigkeit
heute und morgen und an jedem kommenden Tag.
In Jesu Namen.
Amen.

VELKD (Wochengebet)

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.
Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.
Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.
4. Mose 6,24-26
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Wir danken Dir, Herr, insgemein für Deines lieben Wortes Schein (LKG 125)

Rudolf Schäfer lebte vom16. September 1878 bis 25. Oktober 1961

Wir danken Dir, Herr, insgemein für Deines lieben Wortes Schein,
damit Du uns hast angeblickt und unser mattes Herz erquickt.

Wir saßen in des Todes Tal sehr tief gefangen allzumal.
Hab Dank, Du liebstes Jesulein, daß wir durch Dich erlöset sein.

Hilf, daß Dein Licht uns leuchten mag bis an den lieben Jüngsten Tag,
und wir auch wandeln jederzeit den rechten Weg zur Seligkeit.

Du wahrer Mensch und Gottes Sohn, Du König aller Ehren schon,
Niemand von uns verdienet hat solch eine Lieb und große Gnad.

Dein guter Geist uns immer führ, daß wir von Herzen dienen Dir,
Du weißt, o großer Menschenfreund wie wir so unvermögend seind.

Nimm an zum Opfer Deiner Ehr die Herzensseufzer lieber Herr,
damit wir armen Heiden Dich mit Andacht rühmen stetiglich.

Peter Hagen 1642

Samstag nach dem 2.Sonntag vor dem Fasten (Sexagesimae)

Heute, so Ihr seine Stimme hört, so verstockt Euer Herz nicht.

Psalm 95,7f

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken Dir, daß Du Dein Wort durch Deinen Sohn Jesus Christus unter uns reichlich aussäest; wir bitten Dich, bereite unsere Herzen durch Deinen Heiligen Geist, daß wir Dein Wort im Glauben aufnehmen, in einem feinen, guten Herzen behalten und in Geduld Frucht bringen, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres, S. 123f.

Fortlaufende Lese

Du aber rede, wie sich’s ziemt nach der heilsamen Lehre: 2 Den alten Männern sage, dass sie nüchtern seien, ehrbar, besonnen, gesund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld; 3 desgleichen den alten Frauen, dass sie sich verhalten, wie es Heiligen ziemt, nicht verleumderisch, nicht dem Trunk ergeben, fähig, Gutes zu lehren, 4 damit sie die jungen Frauen zur Besonnenheit anhalten, dass sie ihre Männer lieben, ihre Kinder lieben, 5 verständig seien, keusch, häuslich, gütig und sich ihren Männern unterordnen, damit nicht das Wort Gottes gelästert werde. 6 Desgleichen ermahne die jungen Männer, dass sie besonnen seien 7 in allen Dingen. Dich selbst aber erweise als Vorbild guter Werke, ohne Falsch in der Lehre und ehrbar, 8 mit heilsamem und untadeligem Wort, damit der Widersacher beschämt werde, weil er nichts Schlechtes über uns sagen kann. 9 Die Sklaven ermahne, dass sie sich ihren Herren in allen Dingen unterordnen, ihnen gefällig seien, nicht widersprechen, 10 nichts veruntreuen, sondern sich stets als gut und treu erweisen, damit sie in allem die Lehre Gottes, unseres Heilands, schmücken. 

Titus 2,1-10

Tageslese

Darum wollen wir jetzt lassen, was am Anfang über Christus zu lehren ist, und uns zum Vollkommenen wenden. Wir wollen nicht abermals den Grund legen mit der Umkehr von den toten Werken und dem Glauben an Gott, 2 mit der Lehre vom Taufen[1], vom Händeauflegen, von der Auferstehung der Toten und vom ewigen Gericht. 3 Das wollen wir tun, wenn Gott es zulässt. 4 Denn es ist unmöglich, die, die einmal erleuchtet worden sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und Anteil bekommen haben am Heiligen Geist 5 und geschmeckt haben das gute Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt 6 und dann abgefallen sind, wieder zu erneuern zur Buße, da sie für sich selbst den Sohn Gottes abermals kreuzigen und zum Spott machen. 7 Denn die Erde, die den Regen trinkt, der oft auf sie fällt, und nützliche Frucht trägt denen, die sie bebauen, empfängt Segen von Gott. 8 Wenn sie aber Dornen und Disteln trägt, bringt sie keinen Nutzen und ist dem Fluch nahe, sodass man sie zuletzt abbrennt.

Hebräer 6,1-8

Gebet am Samstag

Herr Gott, himmlischer Vater, wiederum geht eine Woche zu Ende. Wir bitten Dich mit allen Sündern: Siehe nicht an, Herr, unsere Schuld. Wir bitten Dich, vergib, daß wir auch in dieser Woche wieder gesündigt haben mit Gedanken, Worten und Werken, mit innerlicher Blindheit, Unglauben, Zweifel, Kleinmütigkeit, Ungeduld, Hoffart, bösen Lüsten, Geiz, heimlichem Neid, Haß, Mißgunst und anderen Sünden.

Wir bitten Dich, erlöse uns durch Deine Barmherzigkeit. Wir wissen, daß eine einzige Sünde unsere Gemeinschaft mit Dir auf ewig zerstört. Wir wissen, daß wir Deinen Zorn auf ewig verdient haben. Wir wissen, wir sind es nicht wert, Deine Kinder zu heißen; doch wir hoffen auf Deine Gnade, o Gott. Wir bitten Dich, daß Du uns vergeben mögest um Jesu Christi, Deines lieben Sohnes, willen. Durch ihn schenke uns Kraft, unsere Sünde zu hassen, auf daß wir ein Dir wohlgefälliges Leben führen in wahrer Demut und in der Erkenntnis Deines heiligen Willens. O Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden. Amen.

Zuletzt bitte ich Dich, himmlischer Vater, daß Du mir und allen Christen den morgigen Sonntag zu einem Segen gereichen lassen wollest! Wecke in uns allen den Hunger nach Deinem Wort und Sakrament und laß uns hier auf Erden mit bereitetem Herzen in der Gemeinschaft Deiner Heiligen teilhaben an der ewigen Liturgie, die vor dem Throne des Lammes von allen Engeln und Auserwählten gesungen wird.

Erhöre unser Gebet um eben des Lammes, um Deines lieben Sohnes Jesu Christi willen. Amen

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.148)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Dr. Luther predigt vom alten Simeon im Tempel

Hl. Simeon mit Christuskind von José de Ribera (1591-1652)

Dr. Martin Luthers von des heiligen Simeons tröstlicher Predigt im Tempel St. Lukas 2,25-32 (WA 52 S.154-164):

Und hier vorgelesen:

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Herr Jesu, Licht der Heiden, der Frommen Schatz

Heures de Notre-Dame de Pitié à l’usage de Toul (Bibliothèques de Nancy)

Herr Jesu, Licht der Heiden, der Frommen Schatz und Lieb,
wir kommen jetzt mit Freuden, durch Deines Geistes Trieb,
in diesen Deinen Tempel und suchen mit Begier,
nach Simeons Exempel, Dich, großen Gott, allhier.

Du wirst von uns gefunden, o Herr, an jedem Ort,
dahin Du Dich verbunden durch Dein Verheißungswort;
vergönnst noch heutzutage, daß man Dich gleicherweis
auf Glaubensarmen trage, wie hier der fromme Greis.

Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein,
im Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein,
in Zagheit, Glut und Flamme, in Not ein Freudenstrahl,
in Krankheit Arzt und Amme, ein Stern in Todesqual!

Herr, laß uns auch gelingen, daß letzt wie Simeon
ein jeder Christ kann singen den schönen Schwanenton:
“Mir werden nun mit Frieden mein Augen zugedrückt,
nachdem ich schon hienieden den Heiland hab erblickt.”

Ja, ja ich hab im Glauben, mein Jesu, Dich geschaut;
kein Feind kann Dich mir rauben, wie heftig er auch dräut,
Ich wohn in Deinem Herzen, und in dem meinen Du;
uns scheiden keine Schmerzen, kein Angst, kein Tod dazu.

Hier blickst Du zwar die Deinen oft streng und strafend an,
daß ich vor Angst und Weinen Dich nicht erkennen kann;
dort aber wirds geschehen, daß ich von Angesicht
zu Angesicht soll sehen Dein immer klares Licht.

Johann Franck 1667 (LKG 197)

Freitag nach dem 2.Sonntag vor dem Fasten (Sexagesimae)

Heute, so Ihr seine Stimme hört, so verstockt Euer Herz nicht.

Psalm 95,7f

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken Dir, daß Du Dein Wort durch Deinen Sohn Jesus Christus unter uns reichlich aussäest; wir bitten Dich, bereite unsere Herzen durch Deinen Heiligen Geist, daß wir Dein Wort im Glauben aufnehmen, in einem feinen, guten Herzen behalten und in Geduld Frucht bringen, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Orate fratres, S. 123f.

Fortlaufende Lese

Denn es gibt viele, die sich nicht unterordnen, Schwätzer und Verblendete, besonders solche aus der Beschneidung, 11 denen man das Maul stopfen muss, die ganze Häuser verwirren und lehren, was nicht sein darf, um schändlichen Gewinns willen. 12 Es hat einer von ihnen gesagt, ihr eigener Prophet: Die Kreter sind immer Lügner, böse Tiere und faule Bäuche. 13 Dieses Zeugnis ist wahr. Aus diesem Grund weise sie scharf zurecht, damit sie gesund werden im Glauben 14 und nicht achten auf die jüdischen Fabeln und die Gebote von Menschen, die sich von der Wahrheit abwenden. 15 Den Reinen ist alles rein; den Unreinen aber und Ungläubigen ist nichts rein, sondern unrein ist beides, ihr Sinn und ihr Gewissen. 16 Sie beteuern, Gott zu kennen, aber mit den Werken verleugnen sie ihn; ein Gräuel sind sie und ungehorsam und zu allem guten Werk untüchtig. 

Titus 1,10-16

Tageslese

Auch ich, meine Brüder und Schwestern, als ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten oder hoher Weisheit, euch das Geheimnis Gottes zu predigen. 2 Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, ihn, den Gekreuzigten. 3 Und ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern; 4 und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten der Weisheit, sondern im Erweis des Geistes und der Kraft, 5 auf dass euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft.

1. Korinther 2,1-5

Gebet am Freitag

Wir danken Dir, HErr JEsu Christe, wahrer GOTT und Mensch, daß Du uns arme Sünder und verdammte Menschen ohn all unsere Werke, Verdienst und Würdigkeit durch Dein heiliges Leiden, Sterben und Blutvergießen erlöset hast.

O HErr JEsu Christe, wie groß ist Dein Leiden, wie schwer ist Deine Pein, wieviel ist Deiner Marter, wie tief sind Deine Wunden, wie bitter und schmerzlich ist Dein Tod. Wie unaussprechlich ist Deine Liebe, damit Du uns Deinem himmlischen Vater versöhnt hast, da Du am Ölberg blutigen Schweiß vor großer Todesangst geschwitzt hast, daß die Blutstropfen auf die Erde gefallen, und Du daselbst, von allen Deinen Jüngern verlassen, in die Hände der schnöden Juden und Gottlosen Schar Dich willig für uns gegeben, welche Dich hart und grausam gebunden, von einem ungerechten Richter zum anderen unbarmherzig geführt haben. Daselbst bist Du fälschlich verklagt und verurteilt, verspeit, verhöhnt und mit Fäusten ins Angesicht geschlagen worden. Du bist um unserer Missetat willen zerschlagen, gegeißelt, mit Dornen gekrönt und jämmerlich zugerichtet, wie ein armer Wurm, der nicht einem Menschen ähnlich gewesen. Denn Du warst der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit, also daß es auch ein heidnisch Herz erbarmt hat zu sagen: “Sehet, welch ein Mensch ist das !” Du bist von wegen unserer Missetat mitten unter zwei Übeltäter gerechnet und als ein Fluch aufgehängt, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, dazu in Deinem höchsten Durst mit Essig und Gallen getränkt, und mit großen Schmerzen hast Du Deinen Geist aufgegeben, auf daß Du unsere Schuld bezahltest, und wir durch Deine Wunden geheilt würden.

O HErr JEsu Christe, für diese und alle andere Deine Marter und Pein sagen wir Dir Lob und Dank und bitten Dich, laß Dein heilig bitter Leiden an uns nicht verloren sein, sondern gib, daß wir uns desselben zu jeder Zeit von Herzen trösten und rühmen, auch desselben zu jeder Zeit von Herzen trösten und rühmen, auch dasselbe also begehen und betrachten, daß alle böse Lust in uns ausgelöscht und gedämpft, dagegen aber alle Tugend eingepflanzt und gemehrt werde, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben, und Deinem uns gelassenen Vorbilde nachfolgen, in Deine Fußtapfen treten, das Übel mit Geduld ertragen und das Unrecht mit gutem Gewissen leiden. Amen.

Lutherisches Kirchengesangbuch (Lutheraner Verlag, Uelzen: 1956. Anhang: S.147)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist 
Friede sei mit Euch + 
AmenAmen

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Was der glaub sey, der fur Gott from und gerecht macht (Apologie IV)

König David im Egbert Psalter (Erzbischof von Trier 977-993 AD)

Die widdersacher wöllen wehnen, der glaub sey dieses, das ich wisse odder gehört habe die Historien von Christo; darümb leren sie, Ich könne wol gleuben, ob ich gleich inn todsunden sey. Darümb von dem rechten Christlichem glauben, davon Paulus an allen orten so offen redet, das wir durch den glauben fur Gott from werden, da wissen odder reden sie garnichts von. Denn wilche fur Gott heilig und gerecht geacht werden, die sind jhe nicht in todsunden. Darümb der glaub, wilcher fur Gott from und gerecht macht, ist nicht allein dieses, das ich wisse die Historien, wie Christus geporn, gelieden etc. – das wissen die Teuffel auch – , Sondern ist die gewisheit oder das gewisse, starcke vertrauen im hertzen, da ich mit gantzem hertzen die zusag Gottes fur gewis und war halte, durch wilche mir angeboten wird one mein verdienst vergebung der sunde, gnade und alles heil durch den mitler Christum. Und damit das niemands wehne, es sey allein ein blos wissen der Historien, so setze ich das darzu: Der glaub ist, das sich mein gantz hertz desselbigen schatzes annimpt, und ist nicht mein thun, nicht mein schencken noch geben, nicht mein wercke odder bereiten, sondern das ein hertz sich des tröstet und gantz darauff verlesset, das Gott uns schenckt, uns gibt und wir ihme nicht, das er uns mit allem schatz der gnaden inn Christo uberschüt.

Aus diesem ist leicht zu mercken unterscheid zwischen dem glauben und zwischen der frömkeit, die durch gesetz kömpt. Denn der glaub ist ein solcher Gottesdienst und latria, da ich mir schencken und geben lasse. Die gerechtigkeit aber des gesetzs ist ein solcher Gottesdienst, der da Gott anbeutet unser wercke. So will Gott nu durch den glauben also geehret sin, das wir von ihm entpfahen, was er verheisset und anbeutet.

Das aber der glaub nicht allein sey die Historien wissen, sondern der da fest helt die Göttlich verheissungen, zeiget Paulus gnugsam an, der da saget zu den Römern am iiii: „Derhalben mus die gerechtigkeit durch den glauben komen, auff das die verheissung fest bleibe.“ Da hefftet und verbindet Paulus die zwey also zusamen, das, wo verheissung ist, da mus auch glaub sein etc., und widderümb correlative, wo verheissung ist, da foddert Gott auch glauben. Wiewol nock klerer und schlechter zu zeigen ist, was der glaub , der da gerecht macht, sey, wenn wir unser eigen Credo und glauben ansehen. Denn im symbolo stehet jhe dieser Artikel: vergebung der sunde. Darümb ists nicht genug, das ich wisse odder gleube, das Christus geborn ist, gelieden hat, aufferstanden ist, wenn wir nicht auch diesen Artikel, darümb das alles entlich geschehen, gleuben. Nemlich, ich gleube, das mir die sunde vergeben sein; auff den Artiel mus das ander alles gezogen werden, nemlich, das umb Christus willen, nicht umb meins verdiensts willen uns die sunde vergeben werden. Denn was wer not, das Gott Christum fur unser sunde gebe, wenn unser verdienst fur unser sunde könnte gnugthun? Derhaben soofte wir reden von dem glauben, der gerecht macht odder „fide iustificante“, so sind allzeit diese drey stücke odder obiecta beieinander: Erstlich, die Göttliche verheissung, zum andern, das dieselbige umbsonst one verdienst gnade anbeutet, fur das drit, das Christi blut und verdienst der schatz ist, durch wilchen die sunde bezalet ist. Die verheissung wird durch den glauben entpfangen; das sie aber one verdienst gnade anbeut, da gehet all unser wirdigkeit und verdienst unter und zu boden und wird gepreiset die gnad und gros barmhertzigkeit. Der Verdienst Christi aber ist der schatz; denn es mus jhe ein schatz und edels pfand sein, dadurch die sunde aller welt bezalt sein.

Die gantze schrifft, alts und neues Testaments, wenn sie von Gott und glauben redet, brauchet viel dieses worts, güte, barmhertzigkeit, misericordia. Und die heiligen Veter in allen ihren büchern sagen alle, das wir durch gnade, durch güte, durch vergebung selig werden. Soofte wir nu das wort barmhertzigkeit inn der schrifft odder in den Vetern finden, sollen wir wissen, das da vom glauben geleret wird, der die verheissung solcher barmhertzigkeit fasset. Widderümb, soofft die schrifft vom glauben redet, meinet sie den glauben, der auff lauter gnade bauet; denn der glaube nicht darümb fur Gott from und gerecht macht, das er an ihm selbst unser werck und unser ist, Sondern allein darümb, das er die verhissen, angeboten gnade one verdienst aus reichem schatze geschanckt nimpt.

Und solcher glaub und vertrauen auff Gottes barmhertzigkeit wird als der gröste, heiligste Gottesdienst gepreiset, sondern inn Propheten und Psalmen. Denn wiewol das gesetz nicht vornemlich predigt gnade und vergebung der sunde wie das Evangelium, so sind doch die verheissung von dem künfftigen Christo von einem Patriarchen auff den andern geerbet, und haben gewust, auch gegleubt, das Gott durch den benedeieten samen, durch Christum, wolt segen, gnad, heil und trost geben. Darümb, so ist verstunden, das Christus solt der schatz sein, dadurch unser sunde bezalt werden, haben sie gewust, das unsere wercke ein solch gros schuld nicht bezalen konten. Darümb haben sie vergebung der sunde, gnade und heil one alle verdienst entpfangen und durch den glauben an die Göttlich verheissung, an das Evangelium von Christo, selig worden als wol als wir odder die heiligen im neuen Testament.

Daher kömpts, das diese wort barmhertzigkeit, güte, glaube, so offt inn Psalmen und Propheten widerholet werden. Als im cxxx. Psalm: „So du wilt, Herr, acht haben auff missethat, Herre, wer wird bestehen?“ Da bekennet David seine sunde, rhümet nicht viele verdienst, sagt auch weiter: „Denn bey dir ist die vergebung, das man dich fürchte“; da fület er widder trost und verlest sich auff gnade und barmhertzigkeit, verlest sich auff die Göttliche zusage und spricht: „Meine seele harret des Herrn, und ich warte auff sein wort.“ Und: aber „meine seele wartet doch auff den Herren.“ i.e. dieweil du verheissen hast vergebung der sunde, so halt ich mich an die zusage, so verlasse und wage ich mich auff die gnedige verheissung.

Darümb werden die heiligen Patriarchen fur Gott from und heilig auch nicht durchs gesetz, sondern durch Gottes zusage und den glauben. Und solt warlich jdermann sich hoch verwundern, warümb die widdersacher doch so wenig odder garnichts vom glauben leren, so sie doch sehen gar nahe inn allen sillaben der Bibel, das der glaube fur den allerhöchsten, edelsten, heiligsten, grösten, angenemesten, besten Gottesdienst gelobt und bepreiset wird. Also sagt er im xlix. Psalm: „Ruff mich an inn der zeit der not, und ich will dich erretten“, Also nu und durch diese weis will Gott uns bekannt werden. Also will er geeret sein, das wir von ihm gnade, heil, alles gut nehmen und entpfahen sollen, und nemlich aus gnaden, nicht umb unsers verdiensts willen. Dieses erkentnis ist gar ein edel erkentnis und ein grosmechtiger trost in allen anfechtung, leiplichen, geistlichen, es kom zu sterben odder zu leben, wie frome hertzen wissen. Und denselbigen edelen, teuren, gewissen trost rauben und nehmen die widdersacher den armen gewissen, wenn sie vom glauben so kalt, so vorechtlich reden und leren und dagegen mit Gotte der hohen Maiestat durch unser elend, bettelisch werck und verdienst handeln.


Apologia der Confession verdeutscht aus dem Latin durch Justum Jonam: AC IV (Die Bekenntnisschriften der Evangelisch-Lutherischen Kirche hg.v Dingel u.a. i.A. der EKD (V&R: 2014. S.286-292)
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