Groß ist der HERR und hoch zu rühmen in der Stadt unsres Gottes, auf seinem heiligen Berge. (Psalm 48)

Dorfkirche in Lausa (1690)

Groß ist der HERR und hoch zu rühmen in der Stadt unsres Gottes, auf seinem heiligen Berge. 3 Schön ragt empor sein Gipfel, daran sich freut die ganze Welt, der Berg Zion fern im Norden, die Stadt des großen Königs. 4 Gott ist in ihren Palästen, er ist bekannt als Schutz. 5 Denn siehe, Könige waren versammelt und miteinander herangezogen. 6 Sie haben sich verwundert, da sie solches sahen; sie haben sich entsetzt und sind davongestürzt. 7 Zittern hat sie daselbst gepackt, Angst wie eine Gebärende. 8 Du zerbrichst die großen Schiffe durch den Sturm vom Osten. 9 Wie wir’s gehört haben, so sehen wir’s an der Stadt des HERRN Zebaoth, an der Stadt unsres Gottes: Gott erhält sie ewiglich. Sela. 10 Gott, wir gedenken deiner Güte in deinem Tempel. 11 Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Enden. Deine Rechte ist voll Gerechtigkeit. 12 Es freue sich der Berg Zion, und die Töchter Juda seien fröhlich um deiner Rechte willen. 13 Ziehet um den Zion herum und umschreitet ihn, zählt seine Türme; 14 habt gut acht auf seine Mauern, / durchwandert seine Paläste, dass ihr den Nachkommen davon erzählt: 15 Dieser ist Gott, unser Gott für immer und ewig. Er ist’s, der uns führet. 

Psalm 48

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Invokavit 

Herr Gott, himmlischer Vater, Du hast Deinen Sohn in die Welt gesandt, daß er des Teufels Tyrannei wehren und uns wider den Feind schützen möge. Wir bitten Dich, Du wollest uns in aller Anfechtung erhalten und uns Deinen Geist geben, daß wir dem Satan Widerstand leisten, ihn durch Dein Wort von uns treiben und den Sieg über ihn davontragen, durch unsern Herrn Jesus Christus Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre. 

1. Johannes 3,8

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Ehre sei Dir, Christe, der Du littest Not, an dem Stamm des Kreuzes für uns bittern Tod, herrschest mit dem Vater in der Ewigkeit: hilf uns armen Sündern zu der Seligkeit. Kyrie eleison, Christe eleison, Kyrie eleison.

Nach dem Gesang “Laus tibi Christe” (14.Jhd) 1560 (LKG 131).

Fortlaufende Lese

Und am achten Tage rief Mose Aaron und seine Söhne und die Ältesten in Israel  2 und sprach zu Aaron: Nimm dir einen jungen Stier zum Sündopfer und einen Widder zum Brandopfer, beide ohne Fehler, und bringe sie vor den HERRN.  3 Und rede mit den Israeliten und sprich: Nehmt einen Ziegenbock zum Sündopfer und ein Kalb und ein Lamm, beide ein Jahr alt und ohne Fehler, zum Brandopfer  4 und einen Stier und einen Widder zum Dankopfer, dass wir sie vor dem HERRN opfern, und ein Speisopfer, mit Öl vermengt. Denn heute wird euch der HERR erscheinen.  5 Und sie brachten, was Mose geboten hatte, vor die Stiftshütte, und es trat herzu die ganze Gemeinde und stellte sich auf vor dem HERRN.  6 Da sprach Mose: Das ist’s, was der HERR geboten hat, dass ihr es tun sollt, auf dass euch des HERRN Herrlichkeit erscheine.  7 Und Mose sprach zu Aaron: Tritt zum Altar und bringe dar dein Sündopfer und dein Brandopfer und entsühne dich und das Volk. Danach bringe dar die Opfergabe des Volks und entsühne es auch, wie der HERR geboten hat.  8 Und Aaron trat zum Altar und schlachtete den jungen Stier als sein Sündopfer.  9 Und seine Söhne brachten das Blut zu ihm, und er tauchte mit seinem Finger ins Blut und tat es auf die Hörner des Altars und goss das Blut an den Fuß des Altars.  10 Aber das Fett und die Nieren und den Lappen an der Leber vom Sündopfer ließ er in Rauch aufgehen auf dem Altar, wie der HERR es Mose geboten hatte.  11 Und das Fleisch und das Fell verbrannte er mit Feuer draußen vor dem Lager.  12 Danach schlachtete er das Brandopfer; und Aarons Söhne brachten das Blut zu ihm, und er sprengte es ringsum an den Altar.  13 Und sie brachten das Brandopfer zu ihm, Stück um Stück, und den Kopf, und er ließ es in Rauch aufgehen auf dem Altar.  14 Und er wusch die Eingeweide und die Schenkel und ließ sie in Rauch aufgehen oben auf dem Brandopfer auf dem Altar.  15 Danach brachte er herzu die Opfergabe des Volks und nahm den Bock, das Sündopfer des Volks, und schlachtete ihn und machte ein Sündopfer daraus wie das vorige.  16 Und brachte das Brandopfer herzu und tat damit der Ordnung gemäß.  17 Und brachte herzu das Speisopfer und nahm eine Handvoll und ließ es in Rauch aufgehen auf dem Altar, außer dem Brandopfer am Morgen.  18 Danach schlachtete er den Stier und den Widder als Dankopfer des Volks. Und seine Söhne brachten ihm das Blut; das sprengte er ringsum an den Altar.  19 Aber das Fett vom Stier und vom Widder, den Fettschwanz und das Fett am Eingeweide und die Nieren und den Lappen an der Leber,  20 all dieses Fett legten sie auf die Brust, und er ließ das Fett auf dem Altar in Rauch aufgehen.  21 Aber die Brust und die rechte Keule schwang Aaron als Schwingopfer vor dem HERRN, wie der HERR es Mose geboten hatte.  22 Und Aaron hob seine Hände auf zum Volk und segnete sie und stieg herab, nachdem er das Sündopfer, Brandopfer und Dankopfer dargebracht hatte.  23 Und Mose und Aaron gingen in die Stiftshütte. Und als sie wieder herauskamen, segneten sie das Volk. Da erschien die Herrlichkeit des HERRN allem Volk.  24 Und ein Feuer ging aus von dem HERRN und verzehrte das Brandopfer und das Fett auf dem Altar. Da alles Volk das sah, frohlockten sie und fielen auf ihr Antlitz. 

3. Mose (Leviticus) 9,1-24

Morgenlese

Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. 15 Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. 16 Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit. 

Hebräer 4,14-16

Abendlese

Und der HERR sprach zu Mose: Komm herauf zu mir auf den Berg und bleib daselbst, dass ich dir gebe die steinernen Tafeln, Gesetz und Gebot, die ich geschrieben habe, um sie zu unterweisen. 13 Da machte sich Mose auf mit seinem Diener Josua. Und Mose stieg auf den Berg Gottes. 14 Aber zu den Ältesten sprach er: Bleibt hier, bis wir zu euch zurückkommen. Siehe, Aaron und Hur sind bei euch; hat jemand eine Rechtssache, der wende sich an sie. 15 Da nun Mose auf den Berg kam, bedeckte die Wolke den Berg, 16 und die Herrlichkeit des HERRN ließ sich nieder auf dem Berg Sinai, und die Wolke bedeckte ihn sechs Tage; und er rief Mose am siebenten Tag aus der Wolke. 17 Und die Herrlichkeit des HERRN war anzusehen wie ein verzehrendes Feuer auf dem Gipfel des Berges vor den Augen der Israeliten. 18 Und Mose ging mitten in die Wolke hinein und stieg auf den Berg und blieb auf dem Berge vierzig Tage und vierzig Nächte. 

2. Mose 24,12-18

Bekenntnislese

Für das dritte sagt Paulus: „Zu vermeiden die Hurerei, habe ein jeglicher sein eigen Eheweib.“ Das ist ein gemeiner Befehl und Gebot und geht alle diejenigen an, die nicht vermögen, ohne Ehe zu bleiben. Die Widersacher fordern, wir sollen Gottes Gebot zeigen, da er gebiete, daß die Priester sollen Weiber nehmen, gleich als seien die Priester nicht Menschen. Was die Schrift insgemein vom ganzen menschlichen Geschlecht redet, das geht wahrlich die Priester mit an. Paulus gebiete da, daß diejenigen sollen Weiber nehmen, so nicht haben die Gabe der Jungfrauschaft; denn er legt sich bald hernach selbst aus, da er sagt: „Es ist besser ehelich werden, denn brennen.“ Und Christus sagt klar: „Sie fassen nicht alle das Wort, sondern denen es gegeben ist.“ Dieweil nun nach Adams Fall in uns allen die beiden beieinander sind, die natürliche Neigung und angeborne böse Lust, welche die natürliche Neigung noch stärker macht, also daß des Ehestandes mehr vonnöten ist, denn da die Natur unverderbt war: darum redet Paulus also von der Ehe, daß damit unserer Schwachheit geholfen werde, und solch Brennen zu vermeiden, gebietet er, das diejenigen, so es bedürfen, sollen ehelich werden. Und dies Wort: „Es ist besser, ehelich zu werden, denn brennen“, kann durch kein Menschengesetz, durch kein Klostergelübde weggetan werden. Denn kein Gesetz kann die Natur anders machen, denn sie geschaffen oder geartet ist. Darum haben wir Freiheit und Macht, ehelich zu werden, alle, so das Brennen fühlen; Und alle, die nicht recht rein und keusch vermögen zu bleiben, die sind schuldig, diesem Gebot und Wort Pauli zu folgen: „Es soll ein jeglicher sein eigen Weib haben, zu vermeiden Hurerei.“ Darin hat ein jeder für sich sein Gewissen zu prüfen.

Denn daß die Widersacher sagen, man solle Gott um Keuschheit bitten und anrufen, man solle den Leib mit Fasten und Arbeit kasteien, sollten sie billig solch Kasteien anfangen. Aber wie ich hier oben gesagt, die Widersacher meinen diese Sache nicht mit Ernst; sie spielen und scherzen ihres Gefallens. Wenn Jungfrauschaft einem jeden möglich wäre, so bedürfte es keiner besonderen Gottesgabe. Nun sagt der Herr Christus Mat. 19, es sei eine besondere hohe Gottesgabe, und: „nicht jedermann fasse das Wort.“ Die andern nun, will Gott, daß sie sollen gebrauchen des Ehestandes den Gott eingesetzt. Denn Gott will nicht, daß man sein Geschöpf und Ordination verachten soll; so will er dennoch, daß dieselben auch sollen keusch sein, nämlich, daß sie des Ehestandes gebrauchen, welchen er eheliche Reinigkeit und Keuschheit zu erhalten hat eingesetzt; wie er auch will, daß wir sollen der Speise und des Tranks gebrauchen die er uns zur Leibeserhaltung geschaffen hat. Und Gerson, der zeigt an, daß viel fromme, große Leute gewesen sind, die durch Leibeskasteien haben wollen Keuschheit halten und haben dennoch nichts geschafft. Darum sagt auch St. Ambrosius recht: „Allein die Jungfrauschaft ist ein solch Ding, die man raten mag und nicht gebieten.“ Ob jemand hier nun sagen wollte, der Herr Christus lobt diejenigen redet, welche die Gabe der Jungfrauschaft haben; denn darum setzt er dazu: „Wer es fassen kann, der fasse es.“ Denn dem Herrn Christo gefällt solche unreine Keuschheit nicht, wie in Stiften und Klöstern ist. Wir lassen auch rechte Keuschheit eine feine, edle Gottesgabe sein. Wir reden aber hier davon, daß solch Gesetz und Verbot der Ehe unrecht ist, und von denen, die Gottes Gabe nicht haben. Darum soll es frei sein, und sollen nicht solche Stricke den armen Gewissen angeworfen werden.

Zum vierten, so ist auch dasselbe Papstgesetz wider die Canones und alten Konzilien. Denn die alten Canones verbieten nicht die Ehe, sie zerreißen auch nicht den Ehestand begeben, ihres geistlichen Amtes entsetzen. Das war die Zeit nach Gelegenheit mehr eine Gnade denn eine Strafe. Aber die neuen Canones, die nicht in den Conciliis, sondern durch die Päpste gemacht sind, die verbieten die Ehe und zerreißen die iam contracta matrimonia usw. So ist’s nun am Tage, daß solches wider die Schrift, auch wider Christi Gebot ist, da er sagt: „Die Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.“ Die Widersacher schreien sehr , daß der Zölibat oder Keuschheit der Priester geboten seit in den Conciliis. Wir fechten die Concilia des Teils nicht an, denn sie verbieten die Ehe nicht; sondern das neue Gesetz fechten wir an, welches die Päpste wider die Concilia gemacht haben. Also gar verachten die Päpste selbst die Concilia, so sie doch andern bei Gottes Zorn und ewiger Verdammnis dürfen gebieten, die Konzilien zu halten. Darum ist das Gesetz, dadurch die Priesterehe verboten, ein recht Papstgesetz der römischen Tyrannei. Denn der Prophet Daniel hat das antichristliche Reich also abgemalt, daß es solle Ehestand und Eheweiber, ja das weibliche Geschlecht verachten lehren.

Zum fünften, wiewohl sie das ungöttliche Gesetz nicht Heiligkeit halben, oder aus Unwissenheit verteidigen (denn sie wissen wohl, daß sie Keuschheit nicht halten), so geben sie doch Ursache zu unzähliger Heuchelei, dieweil sie einen Schein der Heiligkeit vorwenden. Sie sagen, daß darum die Priester sollen Keuschheit halten, denn sie müssen heilig und rein sein; gleich als sei der Ehestand eine Unreinigkeit, gleich als werde man eher heilig und gerecht vor Gott durch den Zölibat denn durch den Ehestand. Und dazu ziehen sie an die Priester im Gesetz Mosis. Denn sie sagen, wenn die Priester haben im Tempel gedient, haben sie sich ihrer Weiber müssen enthalten: darum, so im Neuen Testament die Priester allezeit beten sollen, sollen sie sich auch allezeit keusch halten. Solch ungeschickt, närrisch Gleichnis ziehen sie an als einen ganz klaren, gewissen Grund, dadurch schon erstritten sei, daß die Priester schuldig seien, ewige Keuschheit zu halten, so sie doch, wenn auch das Gleichnis hier taugte oder sich reimte, nichts mehr damit beweisen, denn daß die Priester sich ihrer Weiber allein eine Zeitlang enthalten sollten, nämlich wenn sie Kirchendienst vorhätten. Auch so ist ein ander Ding beten, ein ander Ding, in der Kirche priesterlich Amt tun. Denn viel Heilige haben wohl gebetet, wenn sie gleich nicht im Tempel gedient, und hat sie eheliche Beiwohnung daran nichts gehindert.

Apologie XXIII,14-27

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Dr. Martin Luther predigt zur Passion: Ölberg (1)

Albrecht Dürer: Jesus am Ölberg (1497/98)

Hier der Link zur ersten Predigt Dr. Martin Luthers zur Historie der Passion unseres Herrn und Heilandes Christi Jesu – am Ölberg – aus der Hauspostille von 1545 (WA 52,S.734-742).

Hier zum Zuhören:

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Laß sich nicht über mich freuen, die mir zu Unrecht feind sind, noch mit den Augen spotten, die mich ohne Grund hassen! (Psalm 35,19)

Wittenberger Schloßkirche (Netzfund)

Lass sich nicht über mich freuen, die mir zu Unrecht feind sind, noch mit den Augen spotten, die mich ohne Grund hassen! 20 Denn sie reden nicht, was dem Frieden dient, und ersinnen falsche Anklagen wider die Stillen im Lande. 21 Sie sperren das Maul weit auf wider mich und sprechen: »Da, da, wir sehen’s mit eigenen Augen!« 22 HERR, du hast es gesehen, schweige nicht; HERR, sei nicht ferne von mir! 23 Wach auf, werde wach für mein Recht und meine Sache, mein Gott und Herr! 24 HERR, mein Gott, schaffe mir Recht nach deiner Gerechtigkeit, dass sie sich nicht über mich freuen. 25 Lass sie nicht sagen in ihrem Herzen: »Da! Das wollten wir.« Lass sie nicht sagen: »Wir haben ihn verschlungen.« 26 Sie sollen sich schämen und zuschanden werden, alle, die sich meines Unglücks freuen; sie sollen in Schmach und Schande sich kleiden, die sich wider mich rühmen. 27 Jubeln und freuen sollen sich, die Gefallen haben an meiner Gerechtigkeit, und immer sagen: Der HERR sei hochgelobt, der seinem Knecht so wohl will! 28 Und meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit und dich täglich preisen. 

Psalm 35,19-28

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Invokavit 

Herr Gott, himmlischer Vater, Du hast Deinen Sohn in die Welt gesandt, daß er des Teufels Tyrannei wehren und uns wider den Feind schützen möge. Wir bitten Dich, Du wollest uns in aller Anfechtung erhalten und uns Deinen Geist geben, daß wir dem Satan Widerstand leisten, ihn durch Dein Wort von uns treiben und den Sieg über ihn davontragen, durch unsern Herrn Jesus Christus Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre. 

1. Johannes 3,8

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

O wir armen Sünder! Unser Missetat, darin wir empfangen und geboren sind, hat gebracht uns alle in solche große Not, daß wir unterworfen sind dem ewigen Tod. Kyrie eleison,  Christe eleison, Kyrie eleison.

Aus dem Tod wir konnten durch unsr eigen Werk nimmer werdn errettet, die Sünde war zu schwer; daß wir würdn erlöset, so konnts nicht anders sein, denn Gottes Sohn mußt leiden des Kreuzes bittre Pein. Kyrie eleison,  Christe eleison, Kyrie eleison.

So nicht wäre kommen Christus in die Welt, und an sich genommen unser arm Gestalt, und für unsre Sünde gestorben williglich, so hätt’n wir müssen verdammt sein ewiglich. Kyrie eleison,  Christe eleison, Kyrie eleison.

Solche groß Gnade und väterliche Gunst hat uns Gott erzeiget, lauterlich umsonst, in Christo seinem Sohne, der sich gegeben hat, in den Tod des Kreuzes zu unsrer Seligkeit. Kyrie eleison,  Christe eleison, Kyrie eleison.

Des solln wir uns trösten gegen Sünd und Tod, und ja nicht verzagen vor der Höllen Glut; denn wir sind gerettet aus aller Fährlichkeit durch Christm unsern Herren gelobt in Ewigkeit. Kyrie eleison,  Christe eleison, Kyrie eleison.

Darum wolln wir loben, danken allezeit dem Vater und Sohne, und dem heiligen Geist; bitten, daß sie wollen behüten uns vor Gfahr, und daß wir stets bleiben bei seinem heilgen Wort. Kyrie eleison,  Christe eleison, Kyrie eleison.

Hermann Bonn 1542 nach dem vorreformatorischen Liede “O Du arme Judas” (LKG 130)

Fortlaufende Lese

Und der HERR redete mit Mose und sprach:  2 Nimm Aaron und seine Söhne und die Kleider und das Salböl und den jungen Stier zum Sündopfer, die beiden Widder und den Korb mit ungesäuertem Brot  3 und versammle die ganze Gemeinde vor dem Eingang der Stiftshütte.  4 Mose tat, wie ihm der HERR geboten hatte, und versammelte die Gemeinde am Eingang der Stiftshütte  5 und sprach zu ihnen: Dies ist’s, was der HERR geboten hat zu tun.  6 Und Mose ließ herzutreten Aaron und seine Söhne und wusch sie mit Wasser  7 und legte ihm das leinene Gewand an und gürtete ihn mit dem Gürtel und zog ihm das Obergewand an und tat ihm den Priesterschurz um und gürtete ihn mit dem Gurt des Schurzes.  8 Dann tat er ihm die Brusttasche an und legte in die Tasche die Lose »Licht und Recht«  9 und setzte ihm den Kopfbund auf sein Haupt und befestigte an dem Kopfbund vorn das goldene Stirnblatt, den heiligen Reif, wie der HERR es Mose geboten hatte.  10 Und Mose nahm das Salböl und salbte das Heiligtum und alles, was darin war, und weihte es;  11 er sprengte damit siebenmal an den Altar und salbte den Altar mit all seinem Gerät und das Becken mit seinem Gestell, dass alles geweiht würde.  12 Und er goss von dem Salböl auf Aarons Haupt und salbte ihn, dass er geweiht würde,  13 und brachte herzu Aarons Söhne und zog ihnen das leinene Gewand an und gürtete sie mit dem Gürtel und setzte ihnen Priesterhüte auf, wie ihm der HERR geboten hatte. 

3. Mose (Leviticus) 8,1-13

Morgenlese

Und gedenke des ganzen Weges, den dich der HERR, dein Gott, geleitet hat diese vierzig Jahre in der Wüste, auf dass er dich demütigte und versuchte, damit kundwürde, was in deinem Herzen wäre, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht. 3 Er demütigte dich und ließ dich hungern und speiste dich mit Manna, das du und deine Väter nie gekannt hatten, auf dass er dir kundtäte, dass der Mensch nicht lebt vom Brot allein, sondern von allem, was aus dem Mund des HERRN geht. 4 Deine Kleider sind nicht zerrissen an dir, und deine Füße sind nicht geschwollen diese vierzig Jahre. 5 So erkennst du ja in deinem Herzen, dass der HERR, dein Gott, dich erzogen hat, wie ein Mann seinen Sohn erzieht. 

So hüte dich nun davor, den HERRN, deinen Gott, zu vergessen, sodass du seine Gebote und seine Gesetze und Rechte, die ich dir heute gebiete, nicht hältst. 12 Wenn du nun gegessen hast und satt bist und schöne Häuser erbaust und darin wohnst 13 und deine Rinder und Schafe und Silber und Gold und alles, was du hast, sich mehrt, 14 dann hüte dich, dass dein Herz sich nicht überhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst, der dich aus Ägyptenland geführt hat, aus der Knechtschaft, 15 und dich geleitet hat durch die große und furchtbare Wüste, wo feurige Schlangen und Skorpione und lauter Dürre und kein Wasser war, und ließ dir Wasser aus dem harten Felsen hervorgehen 16 und speiste dich mit Manna in der Wüste, von dem deine Väter nichts gewusst haben, auf dass er dich demütigte und versuchte, damit er dir hernach wohltäte. 17 Du könntest sonst sagen in deinem Herzen: Meine Kräfte und meiner Hände Stärke haben mir diesen Reichtum gewonnen. 18 Sondern gedenke an den HERRN, deinen Gott; denn er ist’s, der dir Kräfte gibt, Reichtum zu gewinnen, auf dass er hielte seinen Bund, den er deinen Vätern geschworen hat, so wie es heute ist. 

5. Mose (Deuternomium) 8,2-5.11-18

Abendlese

Zieht nicht unter fremdem Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat Gerechtigkeit zu schaffen mit Gesetzlosigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? 15 Wie stimmt Christus überein mit Beliar[1]? Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? 16 Was hat der Tempel Gottes gemein mit den Götzen? Wir aber sind der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott sprach: »Ich will unter ihnen wohnen und wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.« 17 Darum »geht weg von ihnen und sondert euch ab«, spricht der Herr; »und rührt nichts Unreines an, so will ich euch annehmen 18 und euer Vater sein und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein«, spricht der allmächtige Herr. 

Weil wir nun solche Verheißungen haben, ihr Lieben, so lasst uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und die Heiligung vollenden in der Furcht Gottes.

2. Korinther 6,14-7,1

Bekenntnislese

Auch so ist es ihnen gewiß nicht Ernst, solchen Zölibat und ehelosen Stand zu verfechten; denn sie wissen wohl, wie reine Jungfern sie sind, wie wenige unter ihnen die Keuschheit halten. Allein sie bleiben bei ihrem Trostwort, das sie in ihrer Schrift finden: Si non caste, tamen caute, Und wissen, daß keusch sich rühmen oder nennen und doch nicht sein, in der Welt einen Schein der Keuschheit hat, daß auch ihr Papstreich und Pfaffenreich und Pfaffenwesen dadurch vor der Welt desto heiliger scheint. Denn Petrus der Apostel hat recht gewarnt, daß solche falsche Propheten werden die Leute betrügen mit erdichteten Worten. Die Widersacher nehmen sich der Sache der Religion, welches die Hauptsache ist, gar nicht mit Ernst an. Was sie schreiben, reden, handeln, sind eitel Worte ad hominem; da ist kein Ernst, keine Treue, kein recht Herz zu gemeinem Nutz, den armen Gewissen oder Kirchen zu helfen. Im Grund ist’s ihnen um die Herrschaft zu tun, derselben haben sie Sorge und unterstützen sie fein mit eitel gottlosen, heuchlerischen Lügen; so wird sie auch stehen wie Butter an der Sonne.

Wie können das Gesetz vom ehelosen Stand darum nicht annehmen, denn es ist wider göttlich und natürlich Recht, wider alle Heilige Schrift, wider die Konzilien und Canones selbst. Darüber ist’s lauter Heuchelei und dem Gewissen fährlich und ganz schädlich; so erfolgen auch daraus unzählige Ärgernisse, häßliche, schreckliche Sünden und Schanden, und wie man steht in den rechten Pfaffenstädten und Residenzen, wie sie es nennen, Zerrüttung aller weltliche Ehre und Zucht. Die andern Artikel unserer Konfession, wiewohl sie gewiß gegründet, sind dennoch so klar nicht, daß sie nicht mit einem Schein möchten angefochten werden. Aber dieser Artikel ist so klar, daß er auf beiden Seiten gar nahe keiner Rede bedarf; allein wer ehrbar und gottesfürchtig ist, der kann hier bald Richter sein. Und wiewohl wir die öffentliche Wahrheit hier nun für uns haben, dennoch suchen die Widersacher Fündlein, unsere Gründe etwas anzufechten.

Erstlich ist geschrieben Gen. 1, daß Mann und Weib also geschaffen von Gott sind, daß sie sollen fruchtbar sein, Kinder zeugen usw., das Weibe geneigt sein zum Mann, der Mann wieder zum Weibe. Und wir reden hier nicht von der unordentlichen Brunst, die nach Adams Fall gefolgt ist, sondern von natürlicher Neigung zwischen Mann und Weib, welche auch gewesen wäre in der Natur, wenn sie rein geblieben wäre. Und das ist Gottes Geschöpf und Ordnung, daß der Mann zum Weibe geneigt sei, das Weib zum Mann. So nun die göttliche Ordnung und die angeschaffene Art niemand ändern mag noch soll denn Gott selbst, so folgt, daß der Ehestand durch kein menschlich Statut oder Gelübde mag abgetan werden.

Wider diesen starken Grund spielen die Widersacher mit Worten; sagen: im Anfang der Schöpfung habe das Wort noch stattgehabt: „Wachset und mehret euch und erfüllet die Erde“; nun aber, so die Erde erfüllt ist, sei die Ehe nicht geboten. Seht aber, wie weise Leute sind da die Widersacher! Durch dies göttliche Wort: „Wachset und mehret euch“, welches noch immer geht und nicht aufhört, ist Mann und Weibe also geschaffen, daß sie sollen fruchtbar sein, nicht allein die Zeit des Anfangs, sondern solange diese Natur währt. Denn gleichwie durch das Wort Gen. am 1., da Gott sprach: „Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut“ usw. die Erde also geschaffen ist, daß sie nicht allein im Anfang Frucht brachte, sondern daß sie alle Jahre Gras, Kräuter und ander Gewächs brächte, solange diese Natur währt: also ist auch Mann und Weib geschaffen, fruchtbar zu sein, solange diese Natur währt. Die nun das Menschengebot und =gesetz nicht ändern kann, daß die Erde nicht sollte grün werden usw., also kann auch kein Klostergelübde, kein Menschengebot die menschlich Natur ändern, daß ein Weib nicht sollte eines Mannes begehren, ein Mann eines Weibes, ohne ein sonderlich Gotteswerk.

Zum andern, dieweil das göttliche Geschöpf und Gottes Ordnung natürlich Recht und Gesetz ist, so haben die Juriskonsulti recht gesagt, daß den Mannes und Weibes Beieinandersein und Zusammengehören ist natürlich Recht. So aber das natürliche Recht niemand verändern kann, so muß je einem jeden die Ehe frei sein. Denn wo Gott die Natur nicht verändert, da muß auch die Art bleiben, die Gott der Natur eingepflanzt hat, und sie kann mit Menschengesetz nicht verändert werden. Derhalben ist es ganz kindisch, daß die Widersacher sagen, im Anfang, da der Mensch geschaffen, sei die Ehe geboten, nun aber nicht. Denn es ist gleich, als wenn sie sprächen: Früher zu Adams und der Patriarchen Zeiten, wenn ein Mann geboren ward, hatte er Mannesart an sich, wenn ein Weib geboren ward, hatte sie Weibesart an sich, jetzund aber ist’s anders; vorzeiten brachte ein Kind aus Mutterleib natürliche Art mit sich, nun aber nicht. So bleiben wir nun billig bei dem Spruch, wie die Juriskonsulti weislich und recht gesagt haben, daß Mann und Weibe beieinander sind, ist natürlich Recht. Ist’s nun natürlich Recht, so ist es Gottes Ordnung, also in die Natur gepflanzt, und ist also auch göttlich Recht. Dieweil aber das göttliche und natürliche Recht niemand zu ändern hat denn Gott allein, so muß der Ehestand jedermann frei sein. Denn die natürliche angeborne Neigung des Weibes gegen den Mann, des Mannes gegen das Weib ist Gottes Geschöpf und Ordnung. Darum ist’s recht, und hat’s kein Engel noch Mensch zu ändern. Gott der Herr hat nicht allein Adam geschaffen, sondern auch Eva, nicht allein einen Mann, sondern auch ein Weib, und sie gesegnet, daß sie fruchtbar seien. Und wir reden, wie ich gesagt habe, nicht von der unordentlichen Brunst, die da sündlich ist, sondern von der natürlichen Neigung, die zwischen Mann und Weib auch gewesen wäre, so die Natur rein geblieben wäre. Die böse Lust nach dem Fall hat solche Neigung noch stärker gemacht, daß wir nun des Ehestandes viel mehr bedürfen, nicht allein Kinder zu zeugen, sondern auch Sünde zu verhüten. Dies ist so ein klarer Grund, daß ihn niemand wird umstoßen, sondern der Teufel und alle Welt wird ihn müssen bleiben lassen.

Apologie XXIII,5-13 (Von der Priesterehe)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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HERR, höre die gerechte Sache

Drebach (Erzgebirge)

HERR, höre die gerechte Sache, merke auf mein Schreien, vernimm mein Gebet von Lippen ohne Falsch. 2 Sprich du in meiner Sache; deine Augen sehen, was recht ist. 3 Du prüfst mein Herz und suchst mich heim bei Nacht; du läuterst mich und findest nichts. Ich habe mir vorgenommen, dass mein Mund sich nicht vergehe. 4 Im Treiben der Menschen bewahre ich mich / durch das Wort deiner Lippen vor Wegen der Gewalt. 5 Erhalte meinen Gang auf deinen Pfaden, dass meine Tritte nicht gleiten. 6 Ich rufe zu dir, denn du, Gott, wirst mich erhören; neige deine Ohren zu mir, höre meine Rede! 7 Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die Zuflucht suchen vor denen, die sich gegen deine rechte Hand erheben. 8 Behüte mich wie einen Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel 9 vor den Gottlosen, die mir Gewalt antun, vor meinen Feinden, die mich ringsum bedrängen. 10 Ihr Herz haben sie verschlossen, mit ihrem Munde reden sie stolz. 11 Wo wir auch gehen, da umgeben sie uns; ihre Augen richten sie darauf, dass sie uns zu Boden stürzen, 12 gleichwie ein Löwe, der nach Raub giert, wie ein junger Löwe, der im Versteck sitzt. 13 HERR, mache dich auf, tritt ihm entgegen und demütige ihn! Errette mein Leben vor dem Frevler mit deinem Schwert, 14 vor den Leuten, HERR, mit deiner Hand, vor den Leuten dieser Welt, die ihr Teil haben schon im Leben, denen du den Bauch füllst mit deinen Gütern, dass noch ihre Söhne die Fülle haben und ihren Kindern ein Übriges lassen. 15 Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit, ich will satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde. 

Psalm 17 nach der Übersetzung Dr. Martin Luthers (2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Invokavit 

Herr Gott, himmlischer Vater, Du hast Deinen Sohn in die Welt gesandt, daß er des Teufels Tyrannei wehren und uns wider den Feind schützen möge. Wir bitten Dich, Du wollest uns in aller Anfechtung erhalten und uns Deinen Geist geben, daß wir dem Satan Widerstand leisten, ihn durch Dein Wort von uns treiben und den Sieg über ihn davontragen, durch unsern Herrn Jesus Christus Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre.

1. Johannes 3,8

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Da Jesus an dem Kreuze stund, und ihm sein Leichnahm ward verwundt, so gar mit bittren Schmerzen, die sieben Wort, die Jesus spracht, betracht’ in Deinem Herzen.

Zum ersten sprach er von Herzensgrund: “Vater, vergib ihn diese Sünd, die mir mein Blut vergießen; sie wissen doch nicht, was sie tun, laß sie der Bitt genießen.”

Zum andern in Barmherzigkeit dem Schacher er die Sünd verzeiht, er sprach gar gnädigliche: “Fürwahr, heut wirst Du bei mir sein  in meines Vaters Reiche.”

Als Jesus seine Mutter sah, zum dritten Mal sprach er da: “Johannes nimm zum Sohne.” “Sohn, nimm Dich Deiner Mutter an, daß ich Dirs ewig lohne.”

Alsdann rief er in großer Not zur neunten Stund: “Mein Gott, mein Gott, warum hast mich verlassen?” Die Marter, die er leiden muß, sind ganz über die Maßen.”

Die fünfte Red er danach tut: “Mich dürft; vergossen ist mein Blut an meinem ganzen Leibe.” Damit hat er die Schrift vollbracht, wie David tut beschreiben.

Das sechste war ein kräftig Wort, das mancher hat beim Kreuz gehört aus sein göttlichen Munde: “Es ist vollbracht mein Leiden groß, wohl hie zu dieser Stunde.”

Zum siebten redt er vor seim End: “Mein Geist befehl ich in Dein Händ, so ich jetzund soll sterben. Du wollst den Sündern gnädig sein, laß, Vater, sie nicht verderben.”

Wer Gottes Mart’r in Ehren hat und oft bedenkt die sieben Wort, des will Gott treulich pflegen wohl hie auf Erd mit seiner Gnad und dort im ewgen Leben.

Johannes Böschenstain 1539 (LKG 129)

Fortlaufende Lese

Und der HERR rief Mose und redete mit ihm aus der Stiftshütte und sprach:  2 Rede mit den Israeliten und sprich zu ihnen: Wer unter euch dem HERRN ein Opfer darbringen will, der bringe es von dem Vieh, von Rindern oder von Schafen und Ziegen.  3 Will er ein Brandopfer darbringen von Rindern, so opfere er ein männliches Tier, das ohne Fehler ist. An den Eingang der Stiftshütte soll er es bringen, damit es ihn wohlgefällig mache vor dem HERRN.  4 Und er lege seine Hand auf den Kopf des Brandopfers, damit es ihn wohlgefällig mache und für ihn Sühne schaffe.  5 Dann soll er das Rind schlachten vor dem HERRN, und die Priester, Aarons Söhne, sollen das Blut herzubringen und ringsum an den Altar sprengen, der vor dem Eingang der Stiftshütte ist.  6 Und er soll dem Brandopfer das Fell abziehen und es in seine Stücke zerlegen.  7 Und die Söhne Aarons, des Priesters, sollen ein Feuer auf dem Altar machen und Holz oben darauflegen  8 und sollen die Stücke samt dem Kopf und dem Fett auf das Holz legen, das über dem Feuer auf dem Altar liegt.  9 Die Eingeweide aber und die Schenkel soll er mit Wasser waschen, und der Priester soll das alles auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen. Das ist ein Brandopfer, ein Feueropfer zum lieblichen Geruch für den HERRN. 

3. Mose (Leviticus) 1,1-9

Morgenlese

Woher kommt Streit, woher Krieg unter euch? Kommt’s nicht daher: aus euren Gelüsten, die da streiten in euren Gliedern? 2 Ihr seid begierig und erlangt’s nicht; ihr mordet und neidet und gewinnt nichts; ihr streitet und kämpft; ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet; 3 ihr bittet und empfangt’s nicht, weil ihr in übler Absicht bittet, nämlich damit ihr’s für eure Gelüste vergeuden könnt. 4 Ihr Ehebrecher, wisst ihr nicht, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein. 5 Oder meint ihr, die Schrift sage umsonst: Der Geist, den er in uns wohnen ließ, drängt nach Neid; 6 doch Gott gibt größere Gnade. Darum heißt es: »Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.« 7 So seid nun Gott untertan. Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch. 8 Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Reinigt die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Wankelmütigen. 9 Klagt, trauert und weint; euer Lachen verkehre sich in Weinen und eure Freude in Traurigkeit. 10 Demütigt euch vor dem Herrn, so wird er euch erhöhen. 

Jakobus 4,1-10

Abendlese

Selig ist, wer Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben.

13 Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand. 14 Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt. 15 Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod. 16 Irrt euch nicht, meine Lieben. 17 Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts[1], bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel von Licht und Finsternis. 18 Er hat uns geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, damit wir die Erstlinge seiner Geschöpfe seien.

19 Ihr sollt wissen, meine Lieben: Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn. 20 Denn des Menschen Zorn tut nicht, was vor Gott recht ist. 21 Darum legt ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit und nehmt das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzt ist und Kraft hat, eure Seelen selig zu machen.

Jakobus 1,12-21

Bekenntnislese

Aber laßt sehen weiter. Wie unverschämt Ding schreiben doch die Widersacher wider Christi Einsetzung und Ordnung! Gabriel unter andern Ursachen, warum den Laien nicht beide Gestalt gereicht werde, setzt auch diese: es habe müssen ein Unterschied sein, sagt er, unter Priestern und Laien. Und ich halte wohl, es sei die größte und vornehmste Ursache, warum sie heutigentags so festhalten, damit der Pfaffenstand heiliger scheine gegen den Laienstand. Das ist nun ein Menschengedanke; worauf der gehe, ist wohl abzunehmen. Und in der Konfutation ziehen sie an die Kinder Elis, 1 Sam. 2, da der Text sagt: „Wer übrig ist von deinem Hause, der wird kommen und ihn anbeten um ein Stück Brots und wird sagen: Lieber, laß mich zu einem Priesterteil, daß ich einen Bissen Brots esse“ usw. Da, sagen sie, ist die einerlei Gestalt bedeutet, und sagen nun, also sollen auch unsere Laien mit einem Priesterteil, das ist, mit einerlei Gestalt, zufrieden sein. Die Meister der Konfutation sind recht unverschämte, grobe Esel, sie spielen und gaukeln mit der Schrift, wie sie wollen, so die Historien von den Kindern Elis auf das Sakrament deuten. Denn an dem Ort wird beschrieben die ernstliche Strafe über Eli und seine Kinder. Wollen sie denn auch sagen, daß den Laien eine Gestalt werde darum gewehrt zu einer Strafe? Sie sind gar töricht und toll. Das Sakrament ist von Christo eingesetzt, erschrockene Gewissen zu trösten, ihren Glauben zu stärken, wenn sie glauben, daß Christi Fleisch für der Welt Leben gegeben ist, und daß wir durch die Speise mit Christo vereinigt werden, Gnade und Leben haben. Aber die Widersacher schließen also, daß diejenigen, so solch Sakrament in einer Gestaltempfangen, damit also gestraft werden, und sprechen, es sollen und müssen die Laien sich genügen lassen; das heißt je stolz genug dahergetrotzt. Wie, ihr Herren, dürfen wir auch Ursache fragen, warum sie sich sollen genügen lassen? Oder soll es eitel Wahrheit heißen, was ihr wollt und was ihr sagt? Seht aber Wunder zu, wie unverschämt und frech die Widersacher sind: sie dürfen ihr Wort als eitel Herrengebote setzen, sagen frei, die Laien müssen sich genügen lassen. Wie aber, wenn sie nicht müssen? Sind das nun die Gründe und Ursachen, dadurch diejenigen entschuldigt sollen sein vor Gottes Urteil, die bisanher die Leute von beiderlei Gestalt abgedrungen und unschuldig die Leute darum erwürgt haben? Sollen sie sich damit trösten, daß von den Kindern Elis geschrieben: „Sie werden betteln“? Das wird eine faule Entschuldigung sein vor Gottes Gericht.

Doch ziehen sie noch mehr Ursachen an, warum beiderlei Gestalt nicht solle gereicht werden, nämlich um Fährlichkeit willen, damit nicht etwa ein Tröpflein aus dem Kelche verschüttet werde. Dergleichen Träume bringen sie mehr vor, um welcher willen Christus’ Ordnung billig nicht soll geändert werden. Ich will aber gleich setzen, daß frei wäre, einer oder beiderlei Gestalt gebrauchen. Wie wollten sie denn beweisen, daß sie Macht hätten, beiderlei Gestalt zu verbieten? Wiewohl auch den Menschen oder der Kirche nicht gebührt, die Freiheit selbst zu machen, oder daß sie auch Christi Ordnung wollten res indifferentes, das ist frei auch beiden Seiten, machen. Die armen Gewissen, welchen die eine Gestalt mit Gewalt entzogen ist, und solch Unrecht haben leiden müssen, die wollen wir hier nicht richten. Aber diejenigen, so beiderlei Gestalt verboten haben, und doch nicht allein verbreiten, sondern auch also öffentlich lehren, predigen, die Leute darum fangen, erwürgen usw., die laden auf sich Gottes schrecklich Gericht und Zorn, und die wissen wir gar nicht zu entschuldigen; sie mögen sehen, wie sie Gott wollen Rechenschaft geben ihres Vornehmens. Und es ist auch nicht so bald der Kirche Beschluß, was die Bischöfe und Pfaffen beschließen, sonderlich so die Schrift und der Prophet Ezechiel sagt: „Es werden Priester und Bischöfe kommen, die kein Gottesgebot noch =gesetz wissen.“

Artikel XXIII. Von der Priesterehe.

Wiewohl die große, ungehörte Unzucht mit Hurerei und Ehebruch unter Pfaffen und Mönchen usw. auf hohen Stiften, andern Kirchen und Klöstern in aller Welt also rüchtig ist, daß man davon singt und sagt, noch sind die Widersacher, so die Konfutation gestellt, so ganz verblendet und unverschämt, daß sie den Papstes Gesetz, dadurch die Ehe verboten, verteidigen, und dazu mit falschem Schein, als sei es Geistlichkeit. Darüber, wiewohl sie billig sich des überaus schändlichen, unzüchtigen, freien, losen Bubenlebens auf ihren Stiften und in Klöstern in ihr Herz schämen sollten und allein des Stücks halben nicht kühnlich die Sonne ansehen, wiewohl auch ihr bös, unruhig Herz und Gewissen ihnen billig so bange macht, sich zu entsetzen und zu scheuen, vor so löblichem, ehrliebendem Kaiser ihre Augen aufzuheben, so sind sie doch henkerskühn, tun wie der Teufel selbst und alle verwegene, verruchten Leute, gehen in ihrem blinden Trotz dahin, aller Ehre und Scham vergessend. Und die reinen, keuschen Leute dürfen kaiserliche Majestät, die Kurfürsten und Fürsten vermahnen, daß sie der Priester Ehe nicht leiden sollen ad infamiam et ignominiam imperii, das ist zu deutsch, dem römischen Reich zu Schmach und Unehren. Denn dies sind ihre Worte, gleich als sei ihr schändlich Leben der Kirche sehr ehrlich und rühmlich.

Wie könnten doch die Widersacher ungeschickter, unverschämter und öffentlicher ihre eigenen Schande und Schaden wirken und reden? Dergleichen unverschämt Vorbringen vor einem römischen Kaiser wird man in keiner Historie finden. Wenn sie nicht alle Welt kennte, wenn nicht viel fromme, redliche Leute, ihre eigenen Konkanonieken, unter ihnen selbst über so schändlich, unzüchtig, unehrlich Wesen vor langer Zeit geklagt hätten, wenn ihr ehrlose, schändlich, ungöttlich, unzüchtig, heidnisch, epikurisch Leben und die Grundsuppe aller Unzucht zu Rom nicht so gar am Tage wäre, das sich weder decken noch färben noch schmücken will lassen, so möchte man denken, ihre große Reinigkeit und ihre unverrückte jungfräuliche Keuschheit wäre eine Ursache, daß sie ein Weib oder die Ehe auch nicht mögen hören nennen, daß sie die heilige Ehe, welche der Papst selbst ein Sakrament der heiligen Ehe heißt, infamiam imperii taufen. Wohlan, ihre Argumente und Gründe wollen wir hernach erzählen. Dieses wolle aber ein jeder christlicher Leser, alle ehrbaren, ehrliebenden, frommen Leute zu Herzen nehmen und wohl bedenken, wie ganz ohne Ehre und Scheu und alle Scham die Leute sein müssen, so die heilige Ehe, welche die Heilige Schrift aufs höchste preist und lobt, einen Schandflecken, eine Infamie des römischen Reichs dürfen nennen; gleich als sei es so eine große Ehre der Kirche und des Reichs ihre lästerliche, greuliche Unzucht, wie man das römische und der Pfaffen Wesen kennt. Und, allergnädigstger Herr Kaiser, bei Eurer Kaiserliche Majestät, welche in alten Schriften wird ein züchtiger Fürst und König genannt (denn freilich dieser Spruch von Eurer Kaiserlichen Majestät gesagt ist: Pudicus facie regnabit ubique), ja bei Eurer Majestät und den löblichen Reichsständen dürfen solche Leute suchen und unverschämt fordern, daß Eure Majestät (was Gott verhüte!) solche greuliche Unzucht sollen handhaben, ihre kaiserliche Macht, welche der Allmächtige bisanher Eurer kaiserlichen Majestät sieghaftig und seliglich zu gebrauchen gnädiglich verliehen hat, darauf wenden solle, schändliche Unzucht und ungehörte Laster, welche auch bei den Heiden für greulich gehalten, zu schützen und zu verteidigen. 

Apologie XXII,9 (Von beiderlei Gestalt im Abendmahl) – XXIII,4 (Von der Priesterehe)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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1st Sunday in Lent: Invocavit (Temptation)

Joos de Momper (II) – Landscape with the Temptation of Christ

For this purpose the Son of God was revealed: to destroy the works of the devil.

1. John 3,8b

Introit

As for you, the one who lives in the shelter of the Most High,
and resides in the protective shadow of the Sovereign One—
I say this about the Lord, my shelter and my stronghold,
my God in whom I trust— he will certainly rescue you from the snare of the hunter
and from the destructive plague.
He will shelter you with his wings; you will find safety under his wings.
His faithfulness is like a shield or a protective wall.
You need not fear the terrors of the night, the arrow that flies by day,
the plague that stalks in the darkness, or the disease that ravages at noon.
Though a thousand may fall beside you, and a multitude on your right side,
it will not reach you.
Certainly you will see it with your very own eyes— you will see the wicked paid back.
For you have taken refuge in the Lord, my shelter, the Most High.
No harm will overtake you; no illness will come near your home.
For he will order his angels to protect you in all you do.
They will lift you up in their hands, so you will not slip and fall on a stone.
You will subdue a lion and a snake; you will trample underfoot a young lion and a serpent.
The Lord says, “Because he is devoted to me, I will deliver him;
I will protect him because he is loyal to me. When he calls out to me, I will answer him.
I will be with him when he is in trouble; I will rescue him and bring him honor.
I will satisfy him with long life, and will let him see my salvation.”

Psalm 91

Collect

O Lord God, You led Your ancient people through the wilderness and brought them to the promised land. Guide the people of your church that following our saviour we may walk through the wilderness of this world toward the glory of the world to come; through Jesus Christ, Your Son, our Lord, who lives and reigns with you and the Holy Spirit, one God, now and forever. Amen.

LSB Altar Book Pg. 869

Old Testament Reading

Now the serpent was shrewder than any of the wild animals that the Lord God had made. He said to the woman, “Is it really true that God said, ‘You must not eat from any tree of the orchard’?”The woman said to the serpent, “We may eat of the fruit from the trees of the orchard;but concerning the fruit of the tree that is in the middle of the orchard God said, ‘You must not eat from it, and you must not touch it, or else you will die.’” The serpent said to the woman, “Surely you will not die, for God knows that when you eat from it your eyes will open and you will be like God, knowing good and evil.”

When the woman saw that the tree produced fruit that was good for food, was attractive to the eye, and was desirable for making one wise, she took some of its fruit and ate it. She also gave some of it to her husband who was with her, and he ate it. Then the eyes of both of them opened, and they knew they were naked; so they sewed fig leaves together and made coverings for themselves.

Then the man and his wife heard the sound of the Lord God moving about in the orchard at the breezy time of the day, and they hid from the Lord God among the trees of the orchard.But the Lord God called to the man and said to him, “Where are you?” The man replied, “I heard you moving about in the orchard, and I was afraid because I was naked, so I hid.” And the Lord God said, “Who told you that you were naked? Did you eat from the tree that I commanded you not to eat from?”The man said, “The woman whom you gave me, she gave me some fruit from the tree and I ate it.”So the Lord God said to the woman, “What is this you have done?” And the woman replied, “The serpent tricked me, and I ate.”

The Lord God said to the serpent,

“Because you have done this,
cursed are you above all the cattle
and all the living creatures of the field!
On your belly you will crawl
and dust you will eat all the days of your life.
And I will put hostility between you and the woman
and between your offspring and her offspring;
he will strike your head,
and you will strike his heel.”

To the woman he said,

“I will greatly increase your labor pains;
with pain you will give birth to children.
You will want to control your husband,
but he will dominate you.”

 But to Adam he said,

“Because you obeyed your wife
and ate from the tree about which I commanded you,
‘You must not eat from it,’
the ground is cursed because of you;
in painful toil you will eat of it all the days of your life.
It will produce thorns and thistles for you,
but you will eat the grain of the field.
By the sweat of your brow you will eat food
until you return to the ground,
for out of it you were taken;
for you are dust, and to dust you will return.”

The man named his wife Eve, because she was the mother of all the living.The Lord God made garments from skin for Adam and his wife, and clothed them. And the Lord God said, “Now that the man has become like one of us, knowing good and evil, he must not be allowed to stretch out his hand and take also from the tree of life and eat, and live forever.”So the Lord God expelled him from the orchard in Eden to cultivate the ground from which he had been taken. When he drove the man out, he placed on the eastern side of the orchard in Eden angelic sentries who used the flame of a whirling sword to guard the way to the tree of life.

Genesis (1. Mose) 3,1-24

Epistle

Therefore since we have a great high priest who has passed through the heavens, Jesus the Son of God, let us hold fast to our confession. For we do not have a high priest incapable of sympathizing with our weaknesses, but one who has been tempted in every way just as we are, yet without sin. Therefore let us confidently approach the throne of grace to receive mercy and find grace whenever we need help.

Hebrews 4,14-16

Gospel

Then Jesus was led by the Spirit into the wilderness to be tempted by the devil. After he fasted forty days and forty nights he was famished.

The tempter came and said to him, “If you are the Son of God, command these stones to become bread.”But he answered, “It is written, ‘Man does not live by bread alone, but by every word that comes from the mouth of God.’

”Then the devil took him to the holy city, had him stand on the highest point of the temple,and said to him, “If you are the Son of God, throw yourself down. For it is written, ‘He will command his angels concerning you’ and ‘with their hands they will lift you up, so that you will not strike your foot against a stone.’”Jesus said to him, “Once again it is written: ‘You are not to put the Lord your God to the test.’”

Again, the devil took him to a very high mountain, and showed him all the kingdoms of the world and their grandeur.And he said to him, “I will give you all these things if you throw yourself to the ground and worship me.” Then Jesus said to him, “Go away, Satan! For it is written: ‘You are to worship the Lord your God and serve only him.’”

Then the devil left him, and angels came and began ministering to his needs.

Matthew 4,1-11

The Christian Creed 

I believe in one God, the Father Almighty, maker of heaven and earth and of all things visible and invisible.

And in one Lord Jesus Christ, the only-begotten Son of God, begotten of His Father before all worlds, God of God, Light of Light, very God of very God, begotten, not made, being of one substance with the Father, by whom all things were made; who for us men and for our salvation came down from heaven and was incarnate by the Holy Spirit of the virgin Mary and was made man; and was crucified also for us under Pontius Pilate. He suffered and was buried. And the third day He rose again according to the Scriptures and ascended into heaven and sits at the right hand of the Father. And He will come again with glory to judge both the living and the dead, whose kingdom will have no end.

And I believe in the Holy Spirit, the Lord and Giver of Life, who proceeds from the Father and the Son, who with the Father and the Son together is worshiped and glorified, who spoke by the prophets. 

And I believe in one holy Christian and apostolic Church, I acknowledge one Baptism for the remission of sins, and I look for the resurrection of the dead and the life of the world to come. Amen.

Nicene Creed

Lutheran Hymn

God the Father, be our stay and let us perish never!
Cleanse us from our sins, we pray, and grant us life forever.
Keep us from the evil one; uphold our faith most holy,
and let us trust you solely with humble hearts and lowly.
Let us put God’s armor on, with all true Christians running
our heav’nly race and shunning the devil’s wiles and cunning.
Amen, amen! This be done; so sing we, “O Lord, have mercy on us.”

Jesus Christ, O be our stay and let us perish never!
Cleanse us from our sins, we pray, and grant us life forever.
Keep us from the evil one; uphold our faith most holy,
and let us trust you solely with humble hearts and lowly.
Let us put God’s armor on, with all true Christians running
our heav’nly race and shunning the devil’s wiles and cunning.
Amen, amen! This be done; so sing we, “O Lord, have mercy on us.”

Holy Spirit, be our stay and let us perish never!
Cleanse us from our sins, we pray, and grant us life forever.
Keep us from the evil one; uphold our faith most holy,
and let us trust you solely with humble hearts and lowly.
Let us put God’s armor on, with all true Christians running
our heav’nly race and shunning the devil’s wiles and cunning.
Amen, amen! This be done; so sing we, “O Lord, have mercy on us.”

Dr. Martin Luther 1524

My sermon

Prayer for the church and for all people

Let us pray for the whole Church of God in Christ Jesus and for all people according to their needs.

Almighty God, You stand ever ready to receive the prayers of Your children. Since we have so great a mediator in Christ, make our hearts eager to cry out, knowing we will find grace to help in time of need. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

O God, our shield and our weapon against the evil one, grant us safe haven within the walls of Your Church, and embolden our witness in the world as we receive Your Holy Word and proclaim it with our lives. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Heavenly Father, our first parents fell into sin, rebelled against You and despised one another. Inspire the families of Your Church to live in sacrificial love toward one another and in faith toward You, that they may receive Your temporal and eternal benediction. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

O Lord, since we sojourn in the wilderness of this earth, look upon our desire for peace, and by Your mighty power defend us and our nation against all our enemies. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Lord God of Sabaoth, send Your holy angels to protect and keep us in Your ways, that no evil may befall us. Graciously behold the needy, the sick and the troubled [especially Thomas, Helmut, Annette, Paulina, Ruth, Christoph, June, Ingrid, Karin, Michaela, Sylvia, Michael & Janet]. Satisfy us with long life, and show us Your salvation. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Gracious Lord, You covered the shame of our first parents with animal skin and thereby foreshadowed the perfect sacrifice of Your Son’s blood by which we are cleansed and clothed. Give us the garments of repentance and faith, that we may receive Your Son’s body and blood for the forgiveness of all our sins. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Lord of hosts, Your servant David opposed Goliath with faith in Your deliverance. Christ, the Son of David, overcame the devil for our sake. Instill in us a spirit of prayer and holy discipline daily to trample the tempter underfoot. Lord, in Your mercy, hear our prayer.

Lord God, heavenly Father, see how the adversary continually afflicts us and walks about as a roaring lion seeking to devour us. We implore You for the sake of the suffering and death of Your Son, Jesus Christ, help us by the grace of the Holy Spirit and strengthen our hearts by Your Word, that our enemy would not prevail over us, but instead that we may abide  evermore in Your grace and be preserved to life everlasting; through the same Jesus Christ, Your Son, our Lord, who lives and reigns with You and the Holy Spirit, one God, now and forever. Amen.

LCMS One-Year-Series.

+ Dominum vobiscum +

The Lord bless You, and keep You; The Lord make His face shine upon You, and be gracious unto You; The Lord lift up His countenance upon You + give You peace.

Numbers 6,24-26

If you are called to preach this weekend, may the holy, triune God – Father, Son and Holy Spirit – the one true and only God give You His rich measure of faith, hope, love, joy and strength, wisdom, knowledge and insight, clarity of speech, that You preach His holy Will faithfully and His gracious Promises invitingly and faithfully according to His biblical Word recorded by apostles and prophets. His most precious Gospel grants saving grace. It is His “power to save.” (Rom 1:16 cf. 2.Corinthians 12,9). 

God´s Word and Luther´s teaching remain forever. 

+ Amen +

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HERR, Du Gott, des die Rache ist, Du Gott, des die Rache ist, erscheine! 

St. Jakobus in Zerbst (Bischofstum Magdeburg)

HERR, du Gott, des die Rache ist, du Gott, des die Rache ist, erscheine! 2 Erhebe dich, du Richter der Welt; vergilt den Hoffärtigen, was sie verdienen! 3 HERR, wie lange sollen die Frevler, wie lange sollen die Frevler frohlocken? 4 Es reden so trotzig daher, es rühmen sich alle Übeltäter. 5 HERR, sie zerschlagen dein Volk und plagen dein Erbe. 6 Witwen und Fremdlinge bringen sie um und töten die Waisen 7 und sagen: Der HERR sieht’s nicht, und der Gott Jakobs beachtet’s nicht. 8 Merkt es doch, ihr Narren im Volk! Und ihr Toren, wann wollt ihr klug werden? 9 Der das Ohr gepflanzt hat, sollte der nicht hören? Der das Auge gemacht hat, sollte der nicht sehen? 10 Der die Völker in Zucht hält, / sollte der nicht Rechenschaft fordern – er, der die Menschen Erkenntnis lehrt? 11 Aber der HERR kennt die Gedanken der Menschen: Sie sind nur ein Hauch! 12 Wohl dem, den du, HERR, in Zucht nimmst und lehrst ihn durch dein Gesetz, 13 dass er Geduld habe in bösen Tagen, bis dem Frevler die Grube gegraben ist. 14 Denn der HERR wird sein Volk nicht verstoßen noch sein Erbe verlassen. 15 Denn Recht muss doch Recht bleiben, und ihm werden alle frommen Herzen zufallen. 16 Wer steht mir bei wider die Boshaften? Wer tritt zu mir wider die Übeltäter? 17 Wenn der HERR mir nicht hülfe, läge ich bald am Orte des Schweigens. 18 Wenn ich sprach: Mein Fuß ist gestrauchelt, so hielt mich, HERR, deine Gnade. 19 Ich hatte viel Bekümmernis in meinem Herzen, aber deine Tröstungen erquickten meine Seele. 20 Kann sich mit dir verbünden der Richterstuhl des Verderbens, der Unheil schafft gegen das Gesetz? 21 Sie rotten sich zusammen wider den Gerechten und verurteilen unschuldiges Blut. 22 Aber der HERR ist mein Schutz, mein Gott ist der Hort meiner Zuversicht. 23 Und er wird ihnen ihr Unrecht vergelten / und sie um ihrer Bosheit willen vertilgen; der HERR, unser Gott, wird sie vertilgen. 

Psalm 94 Übersetzung von Dr. Martin Luther 2017

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte am Aschermittwoch 

Barmherziger Gott, Du vergibst allen, die ihre Schuld bereuen und um Vergebung bitten: Wirke durch Deinen Geist aufrichte Reue in unseren Herzen und schenke uns Versöhnung mit Dir in Jesus Christus, unserem Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in alle Ewigkeit. Amen. 

Evangelisches Tagzeitenbuch, S.57

Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. (Johannes 1,29)

Aus dem lutherischen Gesangbuch

1. Christus, der uns selig macht,
kein Bös’ hat begangen,
ward für uns zur Mitternacht
wie ein Dieb gefangen,
geführt vor gottlose Leut
und fälschlich verklaget,
verhöhnt, verspeit und verlacht,
wie denn die Schrift saget.

2. In der ersten Stund am Tag,
da er sollte leiden,
bracht man ihn mit harter Klag
Pilatus dem Heiden,
der ihn unschuldig befand,
ohn Ursach des Todes,
ihn derhalben von sich sandt
zum König Herodes.

3. Um drei hat der Gottessohn
Geißeln fühlen müssen;
sein Haupt ward mit einer Kron
von Dornen zerrissen;
gekleidet zu Hohn und Spott
ward er sehr geschlagen
und das Kreuz zu seinem Tod
mußt er selber tragen.

4. Um sechs ward er nackt und bloß
an das Kreuz geschlagen,
an dem er sein Blut vergoß,
betet mit Wehklagen;
die Zuschauer spott’ten sein,
auch die bei ihm hingen,
bis die Sonne ihren Schein
entzog solchen Dingen.

5. Jesus schrie zur neunten Stund,
großer Qual verfallen,
ihm ward dargereicht zum Mund
Essigtrank mit Gallen;
da gab er auf seinen Geist
und die Erd erzittert,
des Tempels Vorhang zerreißt
und manch Fels zersplittert.

6. Da man hatt’ zur Vesperzeit
die Schächer zerbrochen,
ward Jesus in seine Seit
mit dem Speer gestochen;
daraus Blut und Wasser rann,
die Schrift zu er-füllen,
wie Johannes zeiget an,
nur um unsertwillen.

7. Da der Tag sein Ende nahm,
der Abend war kommen,
ward Jesus vom Kreuzesstamm
durch Joseph genommen,
herrlich, nach der Väter Art,
in ein Grab geleget,
allda mit Hütern verwahrt,
wie Matthäus zeiget.

8. 0 hilf, Christe, Gottes Sohn,
durch Dein bitter Leiden,
daß wir Dir stets untertan
Sünd und Unrecht meiden,
Deinen Tod und sein Ursach
fruchtbar nun bedenken,
dafür, wiewohl arm und schwach,
Dir Dankopfer schenken.

Michael Weiße 1531 nach dem verdeutschten Stundenlied »Patris sapientia« 14. Jhd. (LKG 128)

Fortlaufende Lese

Und er lehrte in einer Synagoge am Sabbat.  11 Und siehe, eine Frau war da, die hatte seit achtzehn Jahren einen Geist, der sie krank machte; und sie war verkrümmt und konnte sich nicht mehr aufrichten.  12 Als aber Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Frau, du bist erlöst von deiner Krankheit!  13 Und legte die Hände auf sie; und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott.  14 Da antwortete der Vorsteher der Synagoge, denn er war unwillig, dass Jesus am Sabbat heilte, und sprach zu dem Volk: Es sind sechs Tage, an denen man arbeiten soll; an denen kommt und lasst euch heilen, aber nicht am Sabbattag.  15 Da antwortete ihm der Herr und sprach: Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und führt ihn zur Tränke?  16 Musste dann nicht diese, die doch eine Tochter Abrahams ist, die der Satan schon achtzehn Jahre gebunden hatte, am Sabbat von dieser Fessel gelöst werden?  17 Und als er das sagte, schämten sich alle, die gegen ihn waren. Und alles Volk freute sich über alle herrlichen Taten, die durch ihn geschahen. 

Lukas 13,10-17

Morgenlese

Sprich zu ihnen: So spricht der HERR: Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme? 5 Warum will denn dies Volk zu Jerusalem irregehen für und für? Sie halten so fest am Trug, dass sie nicht umkehren wollen. 6 Ich sehe und höre, dass sie nicht die Wahrheit reden. Es gibt niemand, dem seine Bosheit leid wäre und der spräche: Was hab ich doch getan! Sie laufen alle ihren Lauf wie ein Hengst, der in der Schlacht dahinstürmt. 7 Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Schwalbe und Drossel halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des HERRN nicht wissen. 8 Wie könnt ihr sagen: »Wir sind weise und haben das Gesetz des HERRN bei uns«? Ist’s doch lauter Lüge, was die Schreiber daraus machen. 9 Die Weisen müssen zuschanden, erschreckt und gefangen werden; denn was können sie Weises lehren, wenn sie des HERRN Wort verwerfen? 

Jeremia 8,4-9

Abendlese

Und sie kamen zu den Jüngern und sahen eine große Menge um sie herum und Schriftgelehrte, die mit ihnen stritten. 15 Und sobald die Menge ihn sah, entsetzten sich alle, liefen herbei und grüßten ihn. 16 Und er fragte sie: Was streitet ihr mit ihnen? 17 Einer aber aus der Menge antwortete: Meister, ich habe meinen Sohn hergebracht zu dir, der hat einen sprachlosen Geist. 18 Und wo er ihn erwischt, reißt er ihn zu Boden; und er hat Schaum vor dem Mund und knirscht mit den Zähnen und wird starr. Und ich habe mit deinen Jüngern geredet, dass sie ihn austreiben sollen, und sie konnten’s nicht. 19 Er antwortete ihnen aber und sprach: O du ungläubiges Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringt ihn her zu mir! 20 Und sie brachten ihn zu ihm. Und sogleich, als ihn der Geist sah, riss er ihn hin und her. Und er fiel auf die Erde, wälzte sich und hatte Schaum vor dem Mund. 21 Und Jesus fragte seinen Vater: Wie lange ist’s, dass ihm das widerfährt? Er sprach: Von Kind auf. 22 Und oft hat er ihn ins Feuer und ins Wasser geworfen, dass er ihn umbrächte. Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns! 23 Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt. 24 Sogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! 25 Als nun Jesus sah, dass die Menge zusammenlief, bedrohte er den unreinen Geist und sprach zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, ich gebiete dir: Fahre von ihm aus und fahre nicht mehr in ihn hinein! 26 Da schrie er und riss ihn heftig hin und her und fuhr aus. Und er lag da wie tot, sodass alle sagten: Er ist tot. 27 Jesus aber ergriff seine Hand und richtete ihn auf, und er stand auf. 28 Und als er ins Haus kam, fragten ihn seine Jünger für sich allein: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? 29 Und er sprach: Diese Art kann durch nichts ausfahren als durch Beten.

Markus 9,14-29

Bekenntnislese

Also voll Hinterlist und gefährlichen Betrugs ist ihre ganze Konfutation, nicht allein an diesem Ort, sondern allenthalben. Sie stellen sich, als seien sie gar goldrein, als hätten sie nie kein Wasser getrübt. Denn an keinem Ort unterscheiden sie von ihren dogmatibus oder Lehren die öffentlichen Mißbräuche. Und doch, viele unter ihnen sind so ehrbar und redlich, bekennen selbst, daß viele Irrtümer sind in der scholasticorum und Kanonisten Bücher, daß auch viele Mißbräuche durch ungelehrte Predigen und durch so großen, schändlichen Unfleiß der Bischöfe eingerissen sind in der Kirche. Es ist auch D. Luther nicht allein noch der erste gewesen, der über solche unzählige Mißbräuche geschrien und geklagt hat. Es sind viel gelehrte, redliche Leute vor dieser Zeit gewesen, welche erbärmlich geklagt haben über den großen Mißbrauch der Messe, über Mißbrauch der Möncherei, item, über solchen Geiz= und Geld Markt der Wallfahrten, und sonderlich, daß der nötigste Artikel von der Buße, von Christo, ohne welchen keine christliche Kirche sein noch bleiben kann, welcher vor allen andern rein und richtig soll gelehrt werden, so jämmerlich ward unterdrückt.

Darum haben die Widersacher darin nicht treulich noch christlich gehandelt, daß sie in ihrer Konfutation die öffentlichen Mißbräuche stillschweigend übergangen haben. Und wenn es ihnen rechter Ernst wäre, der Kirche und den armen Gewissen zu helfen und nicht vielmehr Pracht und Geiz zu erhalten, so hätten sie hier einen rechten Zutritt und Ursache gehabt und sollten sonderlich an diesem Ort die Kaiserliche Majestät, unsern allergnädigsten Herrn, aufs untertänigste angesucht haben, solche große, öffentliche schändliche Mißbräuche, welche uns Christen auch bei Türken, bei Juden und allen Ungläubigen zum Spott gereichen, abzuschaffen. Denn wir in vielen Stücken klar genug vermerkt, daß Kaiserliche Majestät, unser allergnädigster Herr, ohne Zweifel mit allem treuen Fleiß die Wahrheit forschen und nachsuchen und gern die christliche Kirche recht bestellt und geordnet sehen. Aber den Widersachern ist daran nicht viel gelegen, wie sie der kaiserlichen Majestät kaiserlichem, christlichem Gemüt, willen und löblichem Bedenken genug tun, oder wie sie den Sachen helfen, sondern wie sie nur die Wahrheit und uns unterdrücken. Denn sie liegen darum nicht viel ungeschlafen, daß die christliche Lehre und das Evangelium rein gepredigt werde. Das Predigtamt lassen sie ganz wüste stehen, verteidigen öffentliche Mißbräuche, vergießen noch täglich unschuldig Blut aus ungehörter Tyrannei und Wüterei, allein ihre öffentlichen Lügen zu verteidigen. Auch so wollen sie fromme, christliche Predigen nicht dulden. Wo das endlich hinausgehen will, können verständige Leute wohl abnehmen. Denn mit eitel Gewalt und Tyrannei werden sie nicht lange die Kirche regieren. Und obgleich die Widersacher nichts anderes denn allein des Papsts Reich zu erhalten suchten, so wird doch das der Weg nicht dazu sein, sondern eine eitle Wüstung des Reichs und der Kirche. Denn wenn sie gleich alle frommen, christlichen Prediger also erwürgt hätten, und das Evangelium unterdrückt wäre, so würden danach Rottengeister und Schwärmergeister kommen, welche mit der Faust auch aufrührerisch fechten würden, welche die Gemeinde und Kirche mit falschen Lehren würden betrüben, alle Kirchenordnung verwüsten, welche wir gerne erhalten wollten.

Derhalben, allergnädigster Herr Kaiser, nachdem wir nicht zweifeln, Euer Kaiserlicher Majestät Gemüt und Herz sei, daß die göttliche Wahrheit, die Ehre Christi und das Evangelium möge erhalten werden und allezeit reichlich zunehmen, bitten wir aufs untertänigste, Euer Kaiserliche Majestät wollen dem unbilligen Vornehmen der Widersacher nicht stattgeben, sondern gnädiglich andere Wege suchen der Einigkeit, damit die christlichen Gewissen nicht also beschwert werden, damit auch die göttliche Wahrheit nicht so mit Gewalt unterdrückt oder unschuldige Leute darum durch eitel Tyrannei erwürgt, wie bis anher geschehen. Denn Eure Kaiserliche Majestät wissen sich des ohne Zweifel zu erinnern, daß solches sonderlich Eure Kaiserlicher Majestät Amt ist, die christliche Lehre, soviel menschlich oder möglich, also zu erhalten, daß sie möge auf die Nachkommen reichen, auch fromme, rechte Prediger schützen und handhaben. Denn das fordert Gott der Herr von allen Königen und Fürsten, da er ihnen seinen Titel mitteilt und nennt sie Götter, da er sagt: „Ihr seid Götter.“ Darum nennt er sie aber Götter, daß sie göttliche Sachen, das ist, das Evangelium Christi und die reine göttliche Lehre auf Erden, soviel möglich, schützen, retten und handhaben sollen, auch rechte christliche Lehrer und Prediger an Gottes Statt wider unrechte Gewalt in Schirm und Schutz haben.

Artikel XXII. Von beiderlei Gestalt im Abendmahl.

Es hat keinen Zweifel, daß es göttlich ist und recht und dem Befehl Christi und den Worten Pauli gemäß, beiderlei Gestalt im Abendmahl zu brauchen. Denn Christus hat beiderlei Gestalt eingesetzt, nicht allein für einen Teil der Kirche, sondern für die ganze Kirche. Denn nicht allein die Priester, sondern die ganze Kirche braucht des Sakraments aus Befehl Christi, nicht aus Menschenbefehl; Und das müssen die Widersacher bekennen. So nun Christus für die ganze Kirche das ganze Sakrament hat eingesetzt, warum nehmen sie denn der Kirche die eine Gestalt? Warum ändern sie die Ordnung Christi, sonderlich so er es sein Testament nennt? Denn so man eines Menschen Testament nicht soll brechen, viel weniger soll man das Testament Christi brechen. Und Paulus sagt: „Ich habe es von dem Herrn empfange, das ich euch gegeben habe.“ Nun hat er ihnen je beiderlei Gestalt gegeben, wie der Text klar anzeigt, 1 Kor. 11: „Das tut“, sagt er, „zu meinem Gedächtnis.“ Da redet er vom Leibe. Danach wiederholt er dieselben Worte vom Blut Christi und sagt bald hernach: „Es prüfe sich aber der Mensch selbst und esse also von dem Brote und trinke also vom Kelche“ usw. Da nennt er sie beide. Das sind die klaren Worte des Apostels Pauli, und er macht eine Vorrede kurz zuvor, daß diejenigen, so das Sakrament brauchen wollen, sollen es in einem Abendmahl zugleich brauchen. Darum ist’s gewiß, daß es nicht allein für die Priester, sondern für die ganze Kirche ist eingesetzt. Und solcher Gebrauch wird auch heutigentags gehalten in der griechischen Kirche; so ist er auch in den lateinischen oder römischen Kirchen gewesen, wie Cyprianus und Hieronymus zeugen. Denn also sagt Hieronymus über den Propheten Zephanja: „Die Priester, so das Sakrament reichen und das Blut Christi dem Volk austeilen“ usw. Dasselbe zeugt auch Synodus Toletana. Und es wäre sehr leicht, viele Sprüche und Zeugnisse hier einzuführen; wir wollen’s aber um der Kürze willen unterlassen. Denn ein jeglicher christliche Leser wird selbst bedenken können, ob sich’s gebühre, die Ordnung und Einsetzung Christi zu verbieten und zu ändern.

Wie Widersacher gedenken gar nicht in ihrer Konfutation, wie derjenigen Gewissen zu trösten oder zu entschuldigen seien, denen unter dem Papsttum eine Gestalt entzogen ist. Dieses hätte gelehrten und gottesfürchtigen Doctoribus wohl angestanden, daß sie beständige Ursache hätten angezeigt, solche Gewissen zu trösten. Nun dringen sie darauf, daß es christlich und recht sei, beiderlei Gestalt zu verbieten, und wollen nicht gestatten, beiderlei Gestalt zu gebrauchen. Für das erste erdichten sie aus ihrem Kopfe, daß im Anfang der Kirche ein Gebrauch gewesen sei, daß man den Laien allein einerlei Gestalt gereicht habe, und können doch des Gebrauchs kein gewiß Exempel anzeigen. Sie ziehen etliche Sprüche aus dem Evangelisten Lukas an von dem Brechen des Brots, da geschrieben steht, daß die Jünger den Herrn erkannt haben im Brotbrechen. Sie ziehen auch mehr Sprüche von dem Brotbrechen an. Wiewohl wir nun nicht hart dawider sind, ob etliche vom Sakrament wollten verstanden werden, so folgt doch daraus nicht, daß nur die eine Gestalt anfänglich gereicht sei. Denn es ist gemein, daß man ein Stück nennt und das Ganze meint. Sie ziehen auch an die laica communio, zu gebrauchen, welches nicht wahr ist. Denn so die Canones auflegen den Priestern, der laica communio zu gebrauchen, meinen sie, daß sie zu einer Strafe nicht selbst konsekrieren sollen, sondern von einem andern gleichwohl beiderlei Gestalt empfangen. Und die Widersacher wissen das selber wohl, aber sie machen also einen Schein den Ungelehrten und Unerfahrenen. Denn wenn dieselben hören das Wort communio laica, denken sie von Stund’ an, es sei eine communio gewesen wie zu unserer Zeit, daß man die Laien mit einerlei Gestalt gespeist habe.

Apologie XXI,40: Von Anrufen der Heiligen – XXII: Von beiderlei Gestalt im Abendmahl

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Höre, mein Volk, meine Unterweisung

St. Peter (Dom in Trier – älteste Kirche Deutschlands)

Introitus

Höre, mein Volk, meine Unterweisung, neiget eure Ohren zu der Rede meines Mundes! 2 Ich will meinen Mund auftun zu einem Spruch und Geschichten verkünden aus alter Zeit. 3 Was wir gehört haben und wissen und unsre Väter uns erzählt haben, 4 das wollen wir nicht verschweigen ihren Kindern; wir verkündigen dem kommenden Geschlecht den Ruhm des HERRN und seine Macht und seine Wunder, die er getan hat. 5 Er richtete ein Zeugnis auf in Jakob und gab ein Gesetz in Israel und gebot unsern Vätern, es ihre Kinder zu lehren, 6 auf dass es die Nachkommen lernten, die Kinder, die noch geboren würden; die sollten aufstehen und es auch ihren Kindern verkündigen, 7 dass sie setzten auf Gott ihre Hoffnung / und nicht vergäßen die Taten Gottes, sondern seine Gebote hielten 8 und nicht würden wie ihre Väter, ein abtrünniges und ungehorsames Geschlecht, dessen Herz nicht fest war und dessen Geist sich nicht treu an Gott hielt, 9 wie die Söhne Ephraim, wohl gerüstete Bogenschützen, abfielen zur Zeit des Streits; 10 sie hielten den Bund Gottes nicht und wollten nicht in seinem Gesetz wandeln 11 und vergaßen seine Taten und seine Wunder, die er sie hatte sehen lassen. 12 Vor ihren Vätern tat er Wunder in Ägyptenland, im Gefilde von Zoan. 13 Er zerteilte das Meer und führte sie hindurch und ließ das Wasser stehen wie eine Mauer. 14 Er leitete sie bei Tage mit einer Wolke und die ganze Nacht mit einem hellen Feuer. 15 Er spaltete die Felsen in der Wüste und tränkte sie reichlich wie mit Fluten; 16 er ließ Bäche aus den Felsen hervorbrechen und Wasser hinabfließen wie Ströme. 17 Dennoch sündigten sie weiter wider ihn und empörten sich in der Wüste gegen den Höchsten; 18 sie versuchten Gott in ihrem Herzen, als sie Speise forderten für ihre Seelen, 19 und redeten wider Gott und sprachen: Kann Gott wohl einen Tisch bereiten in der Wüste? 20 Siehe, er hat wohl den Felsen geschlagen, dass Wasser strömten und Bäche sich ergossen; kann er aber auch Brot geben und seinem Volk Fleisch verschaffen? 21 Da das der HERR hörte, entbrannte er im Grimm, und Feuer brach aus in Jakob, und Zorn kam über Israel, 22 weil sie nicht glaubten an Gott und nicht hofften auf seine Hilfe. 23 Und er gebot den Wolken droben und tat auf die Türen des Himmels 24 und ließ Manna auf sie regnen zur Speise und gab ihnen Himmelsbrot. 25 Brot der Engel aßen sie alle, er sandte ihnen Speise in Fülle. 26 Er ließ wehen den Ostwind unter dem Himmel und erregte durch seine Stärke den Südwind 27 und ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub und Vögel wie Sand am Meer; 28 mitten in sein Lager ließ er sie fallen, rings um seine Wohnung her. 29 Da aßen sie und wurden sehr satt; und was sie verlangten, gewährte er ihnen. 30 Sie hatten ihr Verlangen noch nicht gestillt, ihre Speise war noch in ihrem Munde, 31 da kam der Zorn Gottes über sie / und brachte ihre Vornehmsten um und schlug nieder die Besten in Israel. 32 Bei dem allen sündigten sie noch mehr und glaubten nicht an seine Wunder. 33 Darum ließ er ihre Tage dahinschwinden ins Nichts und ihre Jahre in Schrecken. 34 Wenn er den Tod unter sie brachte, suchten sie ihn und fragten wieder nach Gott 35 und dachten daran, dass Gott ihr Hort ist und Gott, der Höchste, ihr Erlöser. 36 Doch sie betrogen ihn mit ihrem Munde und belogen ihn mit ihrer Zunge. 37 Ihr Herz hing nicht fest an ihm, und sie hielten nicht treu an seinem Bunde. 38 Er aber war barmherzig und vergab die Schuld und vertilgte sie nicht und wandte oft seinen Zorn ab und ließ nicht seinen ganzen Grimm an ihnen aus. 39 Denn er dachte daran, dass sie Fleisch sind, ein Hauch, der dahinfährt und nicht wiederkommt.

Psalm 78,1-39 Übersetzung von Dr. Martin Luther (2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte am Aschermittwoch 

Barmherziger Gott, Du vergibst allen, die ihre Schuld bereuen und um Vergebung bitten: Wirke durch Deinen Geist aufrichte Reue in unseren Herzen und schenke uns Versöhnung mit Dir in Jesus Christus, unserem Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in alle Ewigkeit. Amen. 

Evangelisches Tagzeitenbuch, S.57

Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. (Johannes 1,29)

Aus dem lutherischen Gesangbuch

O Mensch, bewein dein Sünde groß, darum Christus seins Vaters Schoß äußert und kam auf Erden; von einer Jungfrau rein und zart für uns er hier geboren ward, er wollt der Mittler werden. Den Toten er das Leben gab und tat dabei all Krankheit ab, bis sich die Zeit herdrange, daß er für uns geopfert würd, trug unsrer Sünden schwere Bürd wohl an dem Kreuze lange.

So lasst uns nun ihm dankbar sein, daß er für uns litt solche Pein, nach seinem Willen leben. Auch lasst uns sein der Sünde Feind, weil uns Gotts Wort so helle scheint, Tag, Nacht danach tun streben, die Lieb erzeigen jedermann, die Christus hat an uns getan
mit seinem Leiden, Sterben O Menschenkind, betracht das recht, wie Gottes Zorn die Sünde schlägt, tu Dich davor bewahren!

Sebald Heyden 1525 (LKG 127)

Fortlaufende Lese

Es waren aber zu der Zeit einige da, die berichteten Jesus von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte.  2 Und er antwortete und sprach zu ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer mehr gesündigt haben als alle andern Galiläer, weil sie das erlitten haben?  3 Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.  4 Oder meint ihr, dass die achtzehn, auf die der Turm von Siloah fiel und erschlug sie, schuldiger gewesen seien als alle andern Menschen, die in Jerusalem wohnen?  5 Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.  

6 Er sagte ihnen aber dies Gleichnis: Es hatte einer einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberg, und er kam und suchte Frucht darauf und fand keine.  7 Da sprach er zu dem Weingärtner: Siehe, drei Jahre komme ich und suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde keine. So hau ihn ab! Was nimmt er dem Boden die Kraft?  8 Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, lass ihn noch dies Jahr, bis ich um ihn herum grabe und ihn dünge;  9 vielleicht bringt er doch noch Frucht; wenn aber nicht, so hau ihn ab. 

Lukas 13,1-9

Morgenlese

 Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst. 58 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege. 59 Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. 60 Er aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes! 61 Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind. 62 Jesus aber sprach zu ihm: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. 

Lukas 9,57-62

Abendlese

Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Auge um Auge, Zahn um Zahn.« 39 Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Bösen, sondern: Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. 40 Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. 41 Und wenn dich jemand eine Meile nötigt[4], so geh mit ihm zwei. 42 Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will.

43 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« und deinen Feind hassen.[5] 44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen,[6] 45 auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. 46 Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? 47 Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden? 48 Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist. 

Matthäus 5,38-48

Bekenntnislese

So nun die Widersacher lehren, daß wir auf Anrufen der Heiligen vertrauen sollen, so sie doch des keinen Gottesbefehl haben, kein Gotteswort noch Exempel Alten oder Neuen Testaments haben, so sie auch das Verdienst der Heiligen so hoch heben als das Verdienst Christi und die Ehre, so Christo gebührt, den Heiligen geben, so können wir ihre Meinung und Gewohnheit vom Anbeten oder Anrufen der Heiligen nicht loben noch annehmen. Denn wir wissen, daß wir unser Vertrauen sollen setzen auf Christum; da haben wir Gottes Zusage, daß er soll der Mittler sein; so wissen wir, daß allein Christi Verdienst eine Versöhnung für unsere Sünde ist. Um Christus’ willen werden wir versöhnt, wenn wir an ihn glauben, wie der Text sagt: „Alle, die an ihn glauben, die sollen nicht zuschanden werden.“ Und man soll nicht vertrauen, daß wir von wegen des Verdienstes Mariä vor Gott gerecht sind.

Auch so predigen ihre Gelehrten unverschämt, daß jeder unter den Heiligen eine sonderliche Gabe könne geben, als: St. Anna behüte vor Armut, St. Sebastianus vor der Pestilenz, St. Valten vor der fallenden Seuche; den heiligen Ritter Jörgen haben die Reiter angerufen, vor Stich und Geschoß und allerlei Fahr zu behüten. Und das alles im Grunde ist von Heiden hergekommen. Und ich will gleich setzen, daß die Widersacher nicht so gar unverschämt heidnische Lügen vom Anrufen der Heiligen lehrten, dennoch ist das Exempel gefährlich. So sie auch des keinen Gottesbefehl noch -wort haben, auch aus den alten Vätern davon nichts Gewisses können aufbringen: was ist denn not, daß man solchen Ungrund verteidigen will? Erstlich aber ist es darum ganz gefährlich; denn so man andere Mittler sucht denn Christum, so setzt man vertrauen auf dieselben, und wird also Christus und die Erkenntnis Christi ganz unterdrückt, wie wir leider die Erfahrung haben. Denn es mag sein, daß erstlich etliche in guter Meinung der Heiligen gedacht haben in ihrem Gebet. Bald hernach ist gefolgt das Anrufen der Heiligen. Bald nach dem Anrufen sind einzeln eingerissen die wunderlichen heidnischen Greuel und Mißbräuche usw., als, daß man’s dafürgehalten, daß die Bilder einen eigenen heimliche Kraft hätten, wie die Zauberer und mag dafürhalten, daß wenn man etliche Sternzeichen zu gewisser Zeit in Gold oder ander Metall gräbt oder bildet, die sollten eine sonderliche heimliche Kraft haben und Wirkung. Unser etliche haben vormals in einem Kloster ein Marienbild gesehen von Holz geschnitzt, welches also inwendig mit Schnürlein konnte gezogen werden, daß es von außen schien, als regte sich’s von ihm selbst, als winkte es mit dem Haupt den Anbetern, die es erhört, und als wendete es das Angesicht weg von den Anbetern, die nicht viel opferten, die es nicht erhört.

Und ob solcher Greuel, solche Abgötterei, Wallfahrten und Betrug mit den Bildern unzählig und unsäglich nicht wären gewesen, so sind doch noch greulicher und häßlicher gewesen die vielen Fabeln und Lügen der Legenden von Heiligen, welche man öffentlich gepredigt. Als, von St. Barbara haben sie gepredigt, daß sie an ihrem Tode Gott gebeten habe, für ihre Marter den Lohn zu geben, wer sie anriefe, daß der nicht könnte ohne Sakrament sterben. St. Christophorum, welcher auf deutsch heißt Christträger, hat einst ein weiser Mann den Kindern in solcher großen Länge malen lassen und hat wollen anzeigen, daß eine größere Stärke, denn Menschenstärke ist, in denjenigen sein müsse, die Christum sollen tragen, die das Evangelium predigen und bekennen sollen. Denn sie müssen durch das große Meer bei Nacht waten usw., das ist, allerlei große Anfechtung und Gefahr ausstehen. Da sind danach die tollen, ungelehrten, heillosen Mönche zugefahren und haben das Volk also gelehrt, den Christophorum anzurufen, als sei vorzeiten ein solch großer Riese leiblich vorhanden gewesen, der Christum durchs Meer getragen habe. So nun Gott der Allmächtige durch seine Heiligen, als sonderliche Leute, viel großes Dinges gewirkt in beiden Regimenten, in der Kirche und in weltliche Händeln (so sind viel große Exempel an der Heiligen Leben, welche Fürsten und Herren, rechten Pfarrherren und Seelsorgern, beide zum Weltregiment und Kirchenregierung, vornehmlich zur Stärkung des Glaubens gegen Gott ganz nütz wären): die haben sie lassen fahren und das Geringste von den Heiligen gepredigt, von ihrem harten Lager, von härenen Hemden usw.; welches des größeren Teils Lügen sind. Nun wäre es je nütz und fast tröstlich zu hören, wie etliche große, heilige Leute (wie in der Heiligen Schrift von Königen Israels und Judas erzählt wird) in ihrem Regiment Land und Leute regiert hätten, wie sie gelehrt und gepredigt, was mancherlei Gefahr und Anfechtung sie ausgestanden, wie auch viel gelehrte Leute den Königen, Fürsten und Herren in großen gefährlichen Läufen tätig und tröstlich seien gewesen, wie sie gelehrt und das Evangelium gepredigt haben, was mancherlei Kämpfe sie mit den Ketzern ausgestanden. So wären auch die Exempel, da den Heiligen große, sonderliche Barmherzigkeit von Gott erzeigt, sehr nütz und tröstlich. Als, wenn wir sehen, daß Petrus, so Christum verleugnet, Gnade erlangt hat, daß Cypriano seine magia vergeben ist. Item, wir lesen, daß Augustinus, da er todkrank gewesen, erst die Kraft des Glaubens erfahren hat und öffentlich Gott bekennt mit diesen Worten: „Nun habe ich erst empfunden, daß Gott der Gläubigen Seufzen und Gebet erhöre.“ Solche Exempel des Glaubens, da man lernt Gott fürchten, Gott vertrauen, daraus man recht steht, wie es gottesfürchtigen Leuten in der Kirche, auch in großen Sachen der hohen weltlichen Regimente ergangen, die hätte man fleißig und klar von den Heiligen schreiben und predigen sollen. Nun haben etliche müßige Mönche und lose Buben (welche nicht gewußt, wie große und schwere Sorge es ist, Kirchen oder sonst Leute regieren) Fabeln erdichtet, zum Teil aus der Heiden Büchern, da nicht denn Exempel sind, wie die Heiligen härene Hemde getragen, wie sie ihre sieben Zeiten gebetet, wie sie Wasser und Brot gegessen, und haben das alles gerichtet auf ihre Kretschmerei, aus den Wallfahrten Geld einzunehmen; wie denn sind die Wunderzeichen, welche sie vom Rosenkranze rühmen, und wie die Barfüßermönche von ihren hölzernen Körnern rühmen. Und ist hier nicht groß Not, Exempel anzuzeigen; ihre Lügenlegenden sind noch vorhanden, daß man’s nicht verneinen mag.

Und solchen Greuel wider Christum, solche Gotteslästerung, schändliche, unverschämt Lügen und Fabeln, solche Lügenprediger können die Bischöfe und Theologen leiden und haben sie lange Zeit gelitten zu großem Schaden der Gewissen, daß es schrecklich ist zu gedenken; denn solche Lügen haben Feld und Zinse getragen. Uns aber, die wir das Evangelium rein predigen, wollten sie gern vertilgen, so wir doch darum das Anrufen der Heiligen anfechten, damit Christus allein der Mittler bleibe und der große Mißbrauch abgetan werden. So auch lange vor dieser Zeit, ehe D. Luther geschrieben, ihre Theologen selbst, auch alle frommen, gottesfürchtigen, ehrbaren Leute über die Bischöfe und Prediger geschrien, daß sie die Mißbräuche um des Bauchs und Gelds willen zu strafen übergingen, so gedenken doch unsere Widersacher in ihrer Konfutation solcher Mißbräuche nicht mit einem Wort, daß so wir die Konfutation annähmen, müßten wir zugleich in alle ihre öffentlichen Mißbräuche gehen.

Apologie XXI,31-39

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet

Berchtesgardener Hochthron

Introitus

Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. 3 Denn er ist mein Fels, meine Hilfe, mein Schutz, dass ich gewiss nicht wanken werde. 4 Wie lange stellt ihr alle einem nach, wollt alle ihn morden, als wäre er eine hangende Wand und eine rissige Mauer? 5 Sie denken nur, wie sie ihn von seiner Höhe stürzen, sie haben Gefallen am Lügen; mit dem Munde segnen sie, aber im Herzen fluchen sie. Sela. 6 Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung. 7 Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz, dass ich nicht wanken werde. 8 Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre, / der Fels meiner Stärke, meine Zuversicht ist bei Gott. 9 Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, / schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht. Sela. 10 Aber Menschen sind ja nichts, große Leute täuschen auch; sie wiegen weniger als nichts, so viel ihrer sind. 11 Verlasst euch nicht auf Gewalt und setzt auf Raub nicht eitle Hoffnung; fällt euch Reichtum zu, so hängt euer Herz nicht daran. 12 Eines hat Gott geredet, ein Zweifaches habe ich gehört: Gott allein ist mächtig, 13 und du, Herr, bist gnädig; denn du vergiltst einem jeden, wie er’s verdient hat. 

Psalm 62 von Dr. Martin Luther ins Deutsche übersetzt (2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte am Aschermittwoch

Barmherziger Gott, Du vergibst allen, die ihre Schuld bereuen und um Vergebung bitten: Wirke durch Deinen Geist aufrichte Reue in unseren Herzen und schenke uns Versöhnung mit Dir in Jesus Christus, unserem Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in alle Ewigkeit. Amen.

Evangelisches Tagzeitenbuch, S.57

Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. (Johannes 1,29)

Aus dem lutherischen Gesangbuch

O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl Du warest verachtet, all Sünd hast Du getragen, sonst müssten wir verzagen. Erbarme Dich unser, o Jesu.

O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl Du warest verachtet, all Sünd hast Du getragen, sonst müssten wir verzagen. Erbarme Dich unser, o Jesu.

O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl Du warest verachtet, all Sünd hast Du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gib uns Dein´ Frieden, o Jesu.

Nikolaus Decius 1531 (LKG 126)

Fortlaufende Lese

Er sprach aber zu der Menge: Wenn ihr eine Wolke aufsteigen seht im Westen, so sagt ihr gleich: Es gibt Regen. Und es geschieht so.  55 Und wenn der Südwind weht, so sagt ihr: Es wird heiß werden. Und es geschieht so.  56 Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr prüfen; warum aber könnt ihr diese Zeit nicht prüfen?  57 Warum aber urteilt ihr nicht auch von euch aus darüber, was recht ist?  58 Denn wenn du mit deinem Widersacher vor den Fürsten gehst, so bemühe dich auf dem Wege, von ihm loszukommen, damit er nicht etwa dich vor den Richter ziehe, und der Richter überantworte dich dem Gerichtsdiener, und der Gerichtsdiener werfe dich ins Gefängnis.  59 Ich sage dir: Du wirst von dort nicht herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlt hast. 

Lukas 12,54-59

Morgenlese

Es begab sich aber, als die Zeit erfüllt war, dass er in den Himmel aufgenommen werden sollte, da wandte er das Angesicht, entschlossen, nach Jerusalem zu wandern. 52 Und er sandte Boten vor sich her; die gingen hin und kamen in ein Dorf der Samariter, ihm Herberge zu bereiten. 53 Und sie nahmen ihn nicht auf, weil er sein Angesicht gewandt hatte, nach Jerusalem zu wandern. 54 Als aber das die Jünger Jakobus und Johannes sahen, sprachen sie: Herr, willst du, so wollen wir sagen, dass Feuer vom Himmel falle und sie verzehre. 55 Er aber wandte sich um und bedrohte sie. 56 Und sie gingen in ein anderes Dorf. 

Lukas 9,51-56

Abendlese

Habt aber acht, dass ihr eure Gerechtigkeit nicht übt vor den Leuten, um von ihnen gesehen zu werden; ihr habt sonst keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. 2 Wenn du nun Almosen gibst, sollst du es nicht vor dir ausposaunen, wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Gassen, damit sie von den Leuten gepriesen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 3 Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, 4 auf dass dein Almosen verborgen bleibe; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.

5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, um sich vor den Leuten zu zeigen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten. 7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. 8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.

Matthäus 6,1-8

Bekenntnislese

Es gehören zwei Stücke zu einem Mittler und Versöhner. Für das erste ein gewiß, klar Gotteswort und =verheißung, daß Gott durch den Mittler erhören will alle, die ihn anrufen. Eine solche göttliche Zusage steht in der Schrift von Christo: „Was ihr werdet bitten den Vater in meinem Namen, das wird er euch geben.“ Von den Heiligen steht nirgend in der Schrift einen solche Zusage, darum kann keiner bei sich gewiß schließen, daß er auf Anrufen der Heiligen erhört werde; darum ist solch Anrufen nicht aus dem Glauben. Darüber haben wir Gottes Wort und Gebot, daß wir sollen Christum anrufen, da er sagt: „Kommt zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch erquicken.“ Ps. 45: „Vor deinem Angesicht werden anbeten alle Reichen im Volk.“ Und Ps. 45: „Vor deinem Angesicht werden anbeten alle Reichen im Volk.“ Und Ps. 72: „und werden ihn anbeten alle Könige auf Erden.“ Und bald hernach: „Sie werden täglich vor ihm knien“ usw. Und Joh. 5 sagt Christus: „Damit sie alle ehren den Sohn, wie sie ehren den Vater.“ Item 2 Thess. 2 sagt Paulus, da er betet: „unser Herr Jesus Christus und Gott, unser Vater, ermahne eure Herzen und stärke euch!“ Das sind eitel Sprüche von Christo. Aber vom Anrufen der Heiligen können die Widersacher kein Gottesgebot, kein Exempel der Schrift vorbringen. Zum andern gehört zu einem Versöhner, daß sein Verdienst für andere Leute bezahle, daß seines Verdienstes und Bezahlung ander teilhaftig werden, als hätten sie selbst bezahlt. Als, wenn ein guter Freund für den andern Schuld bezahlt, da wird der Schuldiger durch eines andern Bezahlung, also durch sein eigen Bezahlen, der Schuld los. Also wird uns Christi Verdienst geschenkt und zugerechnet, wenn wir an ihn glauben, gleich als wäre sein Verdienst unser, daß uns also seine Gerechtigkeit und sein Verdienst wird zugerechnet, und wird sein Verdienst unser eigen.

Auf beide Stücke, nämlich auf die göttliche Zusage und auf Christi Verdienst, muß ein christlich Gebet sich gründen. Ein solcher Glaube an die göttliche Zusage und auf das Verdienst Christi gehört zum Gebet. Denn wir sollen’s gewiß dafürhalten, daß wir um Christus’ willen erhört werden, und daß wir um seinetwillen einen gnädigen Gott haben.

Da lehren nun die Widersacher, wir sollen die Heiligen anrufen, so wir dazu weder Gebot noch Verheißung noch Exempel in der Schrift haben, und machen doch damit, daß man größeres Vertrauen auf die Heiligen setzt denn auf Christum, so doch Christus sagt: „Kommt zu mir“, nicht zu den Heiligen. Zum andern sagen sie, daß Gott der Heiligen Verdienste annehme für unsere Sünde, und lehren also Vertrauen auf der Heiligen Verdienste, nicht auf das Verdienst Christi. Und solches lehren sie klar vom Ablaß, darin sie der Heiligen Verdienst austeilen als satisfactiones für unsere Sünden. Und Gabriel, der den canonem missae auslegt, der darf frei sagen: „Wir sollen nach der Ordnung, die Gott eingesetzt hat, fliehen zu den Heiligen, daß wir durch ihre Hilfe und Verdienste selig werden.“ Dies sind die klaren Worte Gabrielis. Und hin und wieder in der Widersacher Büchern findet man noch viel Ungeschickteres vom Verdienst der Heiligen. Heißt das nun die Heiligen nicht zu Versöhnern gemacht? Denn da werden sie doch gar Christo gleich, wenn wir vertrauen sollen, das wir durch ihre Verdienste selig werden.

Wo ist aber die Ordnung von Gott eingesetzt, da Gabriel von redet, daß wir sollen zu den Heiligen fliehen? Er bringe doch ein Wort, ein einig Exempel aus der Heiligen Schrift. Sie machen vielleicht die Ordnung von dem Gebrauch, der in weltlichen Fürstenhöfen ist, da die Räte des Fürsten armer Leute Sachen vortragen und als Mittler fördern. Wie aber, wenn ein Fürst oder ein König einen einigen Mittler bestellte und wollte durch keinen andern die Sachen in Gnaden hören, oder alle Bitte durch den allein erhören? Darum so Christus nun allein zu einem Hohenpriester und Mittler gesetzt ist, warum suchen wir denn andere? Was können nun hier die Widersacher dawider sagen?

Es ist eine gemeine Form der Absolution bis anher gebraucht, die lautet also: „Das Leiden unsers Herrn Jesu Christi, die Verdienste der Mutter Maria und aller Heiligen sollen sein dir zur Vergebung der Sünden.“ Da wird öffentlich die Absolution gesprochen nicht allein durch das Verdienst Christi, sondern auch durch Verdienste der andern Heiligen, daß wir durch dieselben sollen Gnade und Vergebung der Sünden erlangen. Etliche aus uns haben gesehen einen Doktor der Heiligen Schrift in agone oder in seinen letzten Zügen; dem war ein Mönch beigegeben, ihn zu trösten. Nun rief und schrie er dem sterbenden Menschen nichts anderes ein denn allein diese Gebet: „Maria, du Mutter der Güte und Gnade, behüte uns vor dem Feinde und in der Todesstunde nimm uns auf, Maria, mater gratiae“ etc.

Ob nun gleich Maria, die Mutter Gottes, für die Kirche bittet, so ist doch das zu viel, daß sie sollte den Tod überwinden, daß sie vor den großen Gewalt des Satans uns behüten sollte. Denn was wäre Christus not, wenn Maria das vermöchte? Denn wiewohl sie alles höchsten Lobes wert ist, so will sie doch nicht Christo gleich gehalten sein, sondern will vielmehr, daß wir dem Exempel ihres Glaubens und ihrer Demut folgen sollen. Nun ist dies öffentlich am Tage, daß durch solche falsche Lehre Maria an Christus’ Statt ist gekommen; dieselbe haben sie angerufen, auf deren Güte haben sie vertraut, durch die haben sie wollen Christum versöhnen, gleich als sei er nicht ein Versöhner, sondern allein ein schrecklicher, rachgieriger Richter. Wir sagen aber, daß man nicht lehren soll auf die Heiligen vertrauen, als machte uns ihr Verdienst selig, sondern allein um Christus’ Verdienstes willen erlangen wir Vergebung der Sünden und Seligkeit, wenn wir an ihn glauben. Von den andern Heiligen ist gesagt: „Ein jeder wird Lohn empfangen nach seiner Arbeit“ usw. Das ist, sie untereinander können einer dem andern ihr Verdienst nicht mitteilen, wie die Mönche ihrer Orden Verdienste uns unverschämt verkauft haben. Und Hilarius sagt von den törichten Jungfrauen: „Dieweil die tollen dem Bräutigam nicht können entgegengehen, dieweil ihre Lampen verlöschen sind, so bitten sie die weisen, daß sie ihnen wollen Öl leihen; aber dieselben antworten, sie können’s ihnen nicht leihen, denn es möchte beiden fehlen; es sei nicht genug für alle“ usw. Da zeigt er an, daß niemand unter uns durch fremde Werke oder Verdienste dem andern helfen kann.

Apologie XXI,17-30 Vom Anrufen der Heiligen

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Gott ist unsre Zuversicht und Stärke (Psalm 46)

Magdeburger Dom

Introitus

Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. 3 Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken, 4 wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. Sela. 

Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind.6 Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie fest bleiben; Gott hilft ihr früh am Morgen. 7 Die Völker müssen verzagen und die Königreiche fallen, das Erdreich muss vergehen, wenn er sich hören lässt. 8 Der HERR Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz. Sela. 

Kommt her und schauet die Werke des HERRN, der auf Erden solch ein Zerstören anrichtet, 10 der den Kriegen ein Ende macht in aller Welt, der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt. 11 Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin! Ich will mich erheben unter den Völkern, ich will mich erheben auf Erden. 12 Der HERR Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz. Sela. 

Psalm 46 von Dr. Martin Luther übersetzt.

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Estomihi: Sonntag vor Aschermittwoch (Hinauf nach Jerusalem) 

Heiliger, ewiger Gott und Vater. Du nässest uns eintreten in die Gemeinschaft des heiligen Leidens und Sterbens Deines lieben Sohnes Jesu Christi; verleihe uns, daß wir in wahrer Andacht das Gedächtnis seiner Leiden begehen, in seiner Nachfolge das Kreuz auf uns nehmen und also Deinen Willen erfüllen, durch Deinen lieben Sohn unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 

Orate fratres, S. 124. 

 Sehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. 

Lukas 18,31

Aus dem lutherischen Gesangbuch

Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christus sich zu gründen. Sein Wort sind wahr, sein Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden.

Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben: hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zuteil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben.

Ach sucht doch den, laßt alles stehn, die Ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret.

Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst Du, Herr Jesu, bleiben; laß mich doch nicht von Deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib Du mein Preis, Dein Wort mich speis, bleib Du mein Ehr, Dein Wort mich lehr, an Dich stets fest zu glauben.

Wend von mir nicht Dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen. Hilf mir zur Freud nach diesem Leid; hilf, daß ich mag nach dieser Klag dort ewig Dir Lob sagen.

Georg Weissel 1642 (LKG 234)

Fortlaufende Lese

Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen; was wollte ich lieber, als dass es schon brennte!  50 Aber ich muss mich taufen lassen mit einer Taufe, und wie ist mir so bange, bis sie vollendet ist!  51 Meint ihr, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage euch: Nein, sondern Zwietracht.  52 Denn von nun an werden fünf in einem Hause uneins sein, drei gegen zwei und zwei gegen drei.  53 Es wird der Vater gegen den Sohn sein und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen die Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter. 

Lukas 12,49-53

Morgenlese

Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Gesicht, um sich vor den Leuten zu zeigen mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 17 Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, 18 damit du dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.

19 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo Motten und Rost sie fressen und wo Diebe einbrechen und stehlen. 20 Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. 21 Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. 

Matthäus 6,16-21

Abendlese

Doch auch jetzt noch, spricht der HERR, kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen! 13 Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider und kehrt um zu dem HERRN, eurem Gott! Denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte, und es reut ihn bald die Strafe. 14 Wer weiß, ob er nicht umkehrt und es ihn reut und er Segen zurücklässt, sodass ihr opfern könnt Speisopfer und Trankopfer dem HERRN, eurem Gott. 15 Blast die Posaune zu Zion, sagt ein heiliges Fasten an, ruft einen Feiertag aus! 16 Versammelt das Volk, heiligt die Gemeinde, sammelt die Ältesten, bringt zusammen die Kinder und die Säuglinge! Der Bräutigam gehe aus seiner Kammer und die Braut aus ihrem Gemach! 17 Lasst die Priester, des HERRN Diener, weinen zwischen Vorhalle und Altar und sagen: HERR, schone dein Volk und lass dein Erbteil nicht zuschanden werden, dass Völker über sie herrschen! Warum willst du unter den Völkern sagen lassen: Wo ist nun ihr Gott?

18 Da eiferte der HERR um sein Land und verschonte sein Volk. 

Joel 2,12-18

Bekenntnislese

Den einundzwanzigsten Artikel verdammen die Widersacher ganz, daß wir vom Anrufen der Heiligen nichts lehren, und sie handeln kein Stück so gar mit weitläufigem Geschwätze und richten doch nichts aus, denn daß sie sagen, man solle die Heiligen ehren. Item, sie beweisen, die lebendigen Heiligen beten einer für den andern; daraus schließen sie, daß man die toten Heiligen solle und müsse anrufen. Sie ziehen an Cyprianum, der habe Cornelium, da er noch gelebt, gebeten, daß er wenn er gestorben wäre, für die Brüder bitten wolle. Damit beweisen sie, daß man die toten Heiligen müsse anrufen. Auch ziehen sie an Hieronymum wider Vigilantium und sagen: In dieser Sache hat vor tausend Jahren Hieronymus Vigilantium überwunden. Also gehen sie überhin, meinen, sie haben weit gewonnen, und sehen die groben Esel nicht, daß im Hieronymo wider Vigilantium keine Silbe steht vom Anrufen der Heiligen. Hieronymus redet nicht vom Anrufen der Heiligen, sondern von Heiligen ehren. Auch so haben die alten Lehrer vor Gregorius’ Zeiten des Anrufens der Heiligen nicht gedacht. Und die Anrufung der Heiligen wie auch die applicatio des Verdienstes der Heiligen, davon die Widersacher lehren, hat gar keinen Grund in der Schrift.

In unserer Konfession leugnen wir nicht, daß man die Heiligen ehren soll. Denn dreierlei Ehre ist, damit man die Heiligen ehrt. Für das erste, daß wir Gott danksagen, daß er uns an den Heiligen Exempel seiner Gnade hat dargestellt, daß er hat Lehrer in der Kirche und andere Gaben gegeben, und die Gaben, weil sie groß sind, soll man sie noch preisen, auch die Heiligen selbst loben, die solche Gaben wohl gebraucht haben, wie Christus im Evangelio lobt die treuen Knechte. Die andere Ehre, so wir den Heiligen tun mögen, ist, daß wir an ihrem Exempel unsern Glauben stärken; als wenn ich sehe, daß Petro aus so reicher Gnade die Sünde vergeben ist, da er Christum verleugnet, wird mein Herz und Gewissen gestärkt, daß ich glaube, daß die Gnade mächtiger sei denn die Sünde. Für das dritte ehren wir die Heiligen, wenn wir ihres Glaubens, ihrer Liebe, ihrer Geduld Exempel nachfolgen, ein jeder nach seinem Beruf. Von dieser rechten Ehre der Heiligen reden die Widersacher gar nichts; allein von dem Anrufen der Heiligen, welches, wenn es auch ohne Gefahr der Gewissen wäre, doch nicht not ist, da zanken sie von.

Darüber so geben wir ihnen nach, daß die Engel für uns bitten. Denn Zach. 1 steht geschrieben, daß der Engel bittet: „Herr Zebaoth, wie lange willst du dich nicht erbarmen über Jerusalem?“ Und wiewohl wir nachgeben, daß gleichwie die lebendigen Heiligen für die ganze Kirche bitten insgemein oder in genere. Doch hat solches kein Zeugnis in der Schrift denn allein den Traum, der genommen ist aus dem andern Buch Maccabaeorum.

Weiter, ob die Heiligen gleich beten für die Kirche, so folgt doch daraus nicht, daß man die Heiligen solle anrufen; wiewohl unsere Konfession allein dies setzt: In der Schrift steht nichts von dem Anrufen der Heiligen, oder daß man Hilfe suchen sollen bei den Heiligen. So man nun weder Gebot noch Zusage noch Exempel aus der Schrift mag vorbringen, so folgt, daß kein Herz noch Gewissen darauf sich verlassen kann. Denn dieweil ein jeglich Gebet soll aus dem Glauben geschehen, woher will ich denn wissen, daß Gott sich gefallen läßt das Anrufen der Heiligen, wenn ich nicht Gottes Wort davon habe? Wodurch werde ich gewiß, daß die Heiligen mein Gebet und eines jeden insbesondere hören? Etliche machen geradezu Götter aus den Heiligen und sagen, sie können unsere Gedanken wissen und uns ins Herz sehen. Dasselbe erdichten sie, nicht daß sie ihre Kretschmerei und Jahrmarkt, welcher ihnen Geld einträgt, verteidigen. Wir sagen noch wie vorhin: In Gottes Wort, in der Schrift, steht nicht, daß die Heiligen unser Anrufen verstehen, und ob sie es verstünden, daß Gott ihm sich solch Anrufen gefallen lasse; so hat’s je keinen Grund. Dawider können die Widersacher nichts aufbringen; darum sollten die Widersacher uns zu ungewissen Dingen nicht zwingen oder dringen; denn ein Gebet ohne Glauben ist nicht ein Gebet. Denn daß sie sagen, die Kirche habe es im Gebrauch, so ist es doch gewiß, daß solches ein neuer Gebrauch in der Kirche ist, denn die alten Kollekten, ob sie wohl der Heiligen gedenken, so rufen sich doch die Heiligen nicht an.

Darüber reden die Widersacher nicht allein vom Anrufen der Heiligen, sondern sagen auch, das Gott der Heiligen Verdienst annehme für unsere Sünde, und machen also aus den Heiligen nicht allein Fürbitter, sondern Mittler und Versöhner. Das ist nun gar nicht zu leiden; denn da geben sie die Ehre, so Christo allein gebührt, den Heiligen; denn sie machen aus ihnen Mittler und Versöhner. Und wiewohl sie wollen Unterschied machen unter Mittlern, die für uns bitten, und dem Mittler, der uns erlöst und Gott versöhnt hat, so mache sie doch aus den Heiligen Mittler, dadurch die Leute versöhnt werden. Und daß sie sagen, die Heiligen sind Mittler, für uns zu bitten, das sagen sie auch ohne alle Schrift; Und wenn man schon davon aufs glimpflichste reden will, so wird doch Christus und seine Wohltat durch solche Lehre unterdrückt, und vertrauen sie da auf die Heiligen, da sie auf Christum vertrauen sollten. Denn die erdichten sich selbst einen Wahn, als sei Christus ein strenger Richter und die Heiligen gnädige, gütige Mittler; fliehen also zu den Heiligen, scheuen sich vor Christo wie vor einem Tyrannen, vertrauen mehr auf die Güte der Heiligen denn auf die Güte Christi, laufen von Christo und suchen der Heiligen Hilfe. Also machen sie im Grunde doch mediatores redemptionis aus den Heiligen.

Derhalben wollen wir beweisen, daß sie aus den Heiligen machen nicht allein Fürbitter, sondern Versöhner und mediatores redemptionis. wir reden hier noch nicht von groben Mißbräuchen, wie der gemeine Pöbel mit den Heiligen und Wallfahrten öffentlich Abgötterei treibt: wir reden, was ihre Gelehrten von diesem Stücke predigen, schreiben und in ihren Schulen lehren. Das andere, als die groben Mißbräuche, können auch unerfahrene, grobe Leute urteilen und richten.

Apologie XXI,1-16 (Vom Anrufen der Heiligen)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Wenn Dein herzliebster Sohn, o Gott…

Kathedrale unserer lieben Frau (Clermont-Ferrand, Frankreich)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Estomihi: Sonntag vor Aschermittwoch (Hinauf nach Jerusalem) 

Heiliger, ewiger Gott und Vater. Du nässest uns eintreten in die Gemeinschaft des heiligen Leidens und Sterbens Deines lieben Sohnes Jesu Christi; verleihe uns, daß wir in wahrer Andacht das Gedächtnis seiner Leiden begehen, in seiner Nachfolge das Kreuz auf uns nehmen und also Deinen Willen erfüllen, durch Deinen lieben Sohn unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 

Orate fratres, S. 124. 

 Sehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. 

Lukas 18,31

Aus dem lutherischen Gesangbuch

Wenn Dein herzliebster Sohn, o Gott, nicht wär auf Erden kommen und hätt, da ich in Sünden tot mein Fleisch nicht angenommen, so müßt ich armes Würmelein zur Höllen wandern in die Pein um meiner Sünde willen.

Jetzt aber hab ich Ruh und Rast, darf nimmermehr verzagen, weil er die schwere Sündenlast für mich hat selbst getragen. Er hat mit Dir versöhnet mich, da er am Kreuz ließ töten sich, auf daß ich selig würde.

Drum ist getrost mein Herz und Mut, mit kindlichem Vertrauen. Auf dies sein rosinfarbes Blut will ich die Hoffnung bauen, das er für mich vergossen hat, gewaschen ab die Missetat und mir das Heil erworben.

In seinem Blut erquick ich mich und komm zu Dir mit Freuden. Ich suche Gnad demütiglich, von Dir soll mich nichts scheiden. Was mir erworben hat Dein Sohn 
durch seinen Tod und Marterkron, kann mir kein Teufel rauben.

Nichts hilft mir die Gerechtigkeit, die vom Gesetz herrühret; wer sich in eignem Werk erfreut, wird jämmerlich verführet. Des Herren Jesu Werk allein, das machts, daß ich kann selig sein, des ichs im Glauben fasse.

Gott Vater, der Du alle Schuld auf Deinen Sohn geleget, Herr Jesu, dessen Lieb und Huld all meine Sünden träget, o heilger Geist, des Gnad und Kraft allein das Gute in mir schafft: Laß mich ans End beharren.

Johann Heermann 1630 – Hannoversches Gesangbuch 1652 (LKG 233)

Fortlaufende Lese

Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen  36 und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen wird von der Hochzeit, auf dass, wenn er kommt und anklopft, sie ihm sogleich auftun.  37 Selig sind die Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend findet. Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich schürzen und wird sie zu Tisch bitten und kommen und ihnen dienen.  38 Und wenn er kommt in der zweiten oder in der dritten Nachtwache und findet’s so: Selig sind sie.  39 Das sollt ihr aber wissen: Wenn der Hausherr wüsste, zu welcher Stunde der Dieb kommt, so ließe er nicht in sein Haus einbrechen.  40 Seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr’s nicht meint.  41 Petrus aber sprach: Herr, sagst du dies Gleichnis zu uns oder auch zu allen?  42 Und der Herr sprach: Wer ist nun der treue und kluge Verwalter, den der Herr über sein Gesinde setzt, dass er ihnen zur rechten Zeit gebe, was ihnen an Getreide zusteht?  43 Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, solches tun sieht.  44 Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen.  45 Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr lässt sich Zeit zu kommen, und fängt an, die Knechte und Mägde zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich vollzusaufen,  46 dann wird der Herr dieses Knechts kommen an einem Tage, an dem er’s nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und wird ihn in Stücke hauen lassen und wird ihm sein Teil geben bei den Ungläubigen.  47 Der Knecht aber, der den Willen seines Herrn kennt und hat nichts vorbereitet noch nach seinem Willen getan, der wird viel Schläge erleiden.  48 Wer ihn aber nicht kennt und getan hat, was Schläge verdient, wird wenig Schläge erleiden. Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern. 

Lukas 12,25-38

Morgenlese

Und es begab sich, als Jesus allein betete, waren seine Jünger bei ihm; und er fragte sie und sprach: Wer, sagen die Leute, dass ich sei? 19 Sie antworteten und sprachen: Sie sagen, du seiest Johannes der Täufer; andere aber, du seiest Elia; andere aber, es sei einer der alten Propheten auferstanden. 20 Er aber sprach zu ihnen: Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich sei? Da antwortete Petrus und sprach: Du bist der Christus Gottes! 21 Er aber bedrohte sie und gebot ihnen, dass sie das niemandem sagen sollten, 22 und sprach: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen.

23 Da sprach er zu allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. 24 Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s erhalten. 25 Denn welchen Nutzen hätte der Mensch, wenn er die ganze Welt gewönne und verlöre sich selbst oder nähme Schaden an sich selbst? 26 Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich der Menschensohn auch schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel. 

Lukas 9,18-26

Abendlese

Rufe laut, halte nicht an dich! Erhebe deine Stimme wie eine Posaune und verkündige meinem Volk seine Abtrünnigkeit und dem Hause Jakob seine Sünden! 2 Sie suchen mich täglich und wollen gerne meine Wege wissen, als wären sie ein Volk, das die Gerechtigkeit schon getan und das Recht seines Gottes nicht verlassen hätte. Sie fordern von mir Recht, sie wollen, dass Gott ihnen nahe sei. 3 »Warum fasten wir und du siehst es nicht an? Warum kasteien wir unseren Leib und du willst’s nicht wissen?« Siehe, an dem Tag, da ihr fastet, geht ihr doch euren Geschäften nach und bedrückt alle eure Arbeiter. 4 Siehe, wenn ihr fastet, hadert und zankt ihr und schlagt mit gottloser Faust drein. Ihr sollt nicht so fasten, wie ihr jetzt tut, wenn eure Stimme in der Höhe gehört werden soll. 5 Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man sich kasteit oder seinen Kopf hängen lässt wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet? Wollt ihr das ein Fasten nennen und einen Tag, an dem der HERR Wohlgefallen hat? 6 Ist nicht das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg! 7 Heißt das nicht: Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! 8 Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des HERRN wird deinen Zug beschließen.

Jesaja 58,1-8

Bekenntnislese

Artikel XIX. Von der Ursache der Sünde.

Den XIX. Artikel lassen ihnen die Widersacher gefallen, da wir lehren, daß, wiewohl der einige Gott die ganze Welt und ganze Natur geschaffen hat und alle Stunde alle Kreaturen erhält, so ist er doch nicht eine Ursache der Sünde, sondern der böse Wille in Teufeln und Menschen, der sich von Gott abkehrt, der ist eine Ursache der Sünde, wie Christus sagt von dem Teufel: „Wenn er Lügen redet, so redet er aus seinem Eigenen.“

Artikel XX. Von guten Werken.

Im XX. Artikel setzen sie klar diese Worte, daß sie unsere Lehre verwerfen und verdammen, da wir sagen, daß die Leute durch gute Werke nicht verdienen Vergebung der Sünden. Das merke jedermann wohl: eben den Artikel verdammen und verwerfen sie mit klaren Worten. Was ist nun not, in dieser öffentlichen Sache viel Worte zu machen? Die großen Doctores und Meister der Konfutation geben da öffentlich an Tag, was für ein Geist aus ihnen redet. Denn in der christlichen Kirche ist das kein geringer Artikel, sondern der allerhöchste und Hauptartikel, daß wir Vergebung der Sünden erlangen ohne unser Verdienst, durch Christum, und daß nicht unsere Werke, sondern Christus sei die Versöhnung für unsere Sünden, wie Petrus sagt: „Dem Jesu geben Zeugnis alle Propheten, daß wir Vergebung der Sünden erlangen, alle, die an ihn glauben.“ Solch stark Zeugnis aller heiligen Propheten mag billig ein Beschluß heißen der katholischen christlichen Kirche. Denn auch ein einiger Prophet gar groß bei Gott geachtet und ein Weltschatz ist. Derselben heiligen Kirche und dem einträchtigen Munde aller Propheten sollen wir billiger glauben denn den heillosen, gottlosen Sophisten, so die Konfutation gemacht haben und Christum so unverschämt lästern. Denn wiewohl etliche Lehrer also auch davon geschrieben, daß wir hernach, wenn uns die Sünde vergeben ist, nicht durch den Glauben, sondern durch unsere eigenen Werke Gnade erlangen, so haben sie doch das nicht gehalten, daß die Vergebung der Sünden an sich selbst um unserer Werke willen uns widerfahre, und nicht um Christus’ willen.

Darum ist es eine greuliche Gotteslästerung, die Ehre Christi also unsern Menschenwerken zu geben. Und wir vergrössten und versehen uns zu Kaiserlicher Majestät und auch andern Fürsten dieser kaiserlichen, fürstlichen Tugend, daß sie so öffentliche Unwahrheit und Ungrund, dadurch vor aller Welt Gott und das Evangelium gelästert wird, in keinem Wege würden in der Konfutation, wenn sie verwarnt wären, gelassen haben. Denn daß dieser Artikel gewißlich göttlich und wahr ist, und das dies die heilige göttliche Wahrheit sei, dafür könnten wir hier gar nahe unzählige Sprüche der Schrift vorbringen, auch aus den Vätern. Und ist gar nahe keine Silbe, kein Blatt in der Bibel, in den vornehmsten Büchern der Heiligen Schrift, da das nicht klar gemeldet wäre. Wir haben oben auch viel von diesen Stücken gesagt, und gottesfürchtige, fromme Herzen, die da wohl wissen, warum Christus gegeben ist, die da nicht für aller Welt Güter und Königreiche entbehren wollten, daß Christus nicht unser einiger Schatz, unser einiger Mittler und Versöhner wäre, die müssen sich hier entsetzen und erschrecken, daß Gottes heiliges Wort und Wahrheit so öffentlich von armen Menschen verachtet und verdammt wird. Jesaias der Prophet sagt: „Der Herr hat auf ihn gelegt unser aller Sünde.“ Die Widersacher aber lügenstrafen Jesaiam und die ganze Bibel und Schrift und sagen, er habe unsere Sünde auf uns und unsere Werke und bettelische Genugtuung gelegt. Ich will dennoch hier schweigen der kindischen Werke, Rosenkränze, Wallfahrten und dergleichen. Wir sehen gar wohl das ernstliche Mandat und das kaiserliche Edikt, wider uns und unsere Lehre ausgegangen, des sollten wir billig erschrecken, wenn wir von leichten, geringen Sachen oder von Sachen, die in Zweifel stünden, zu handeln hätten. Nachdem wir aber, Gott Lob! durch Gottes Wort in unsern Herzen und Gewissen des ganz ohne allen Zweifel vor Gott gewiß sind, daß die Widersacher verdammen die öffentliche göttliche Wahrheit und die rechte, christliche, selige, heilige Lehre, ohne welche keine christliche Kirche irgend sein kann, welche ein jeder Christ, so fern sein Leib und Leben reicht, schuldig ist, zu der Ehre Gottes zu bekennen, zu retten und zu schützen: so lassen wir uns von solcher heilsamen Lehre nicht abschrecken. Denn wer wollte sich doch nicht wünschen an seinem letzten Ende, daß er im Bekenntnis des Artikels sterben möchte, daß wir Vergebung der Sünden durch den Glauben, ohne unser Verdienst und Werk, durch das Blut Christi erlangen? Es gibt die Erfahrung, wie die Mönche selbst bekennen müssen, daß sich die Gewissen nicht lassen stillen noch zufrieden bringen denn durch den Glauben an Christum. Und die Gewissen können keinen rechten, beständigen Trost haben in den großen Ängsten in der Todesstunde und in Anfechtung wider das große Schrecken des Todes, der Sünde, wenn sie nicht an die Zusage der Gnade in Christo sich halten. Auch können sie keinen beständigen Trost haben wider den Teufel, welcher dann erst stark die Herzen drängt, ängstet und zur Verzweiflung reizt und alle unsere Werke in einem Augenblick wie den Staub hinwegbläst, wenn sie nicht an den Evangelio, an dieser Lehre, festhalten, daß wir ohne unser Verdienst, durch das teure Blut Christi Vergebung der Sünden erlangen. Denn der Glaube allein erquickt und erhält uns in dem großen Todeskampf, in den großen Ängsten, wenn keine Kreatur helfen kann, ja, wenn wir außerhalb dieser ganzen sichtbaren Kreatur von dannen in ein ander Wesen und Welt sollen abscheiden und sterben.

Darum ist es eine Sache, die wahrlich der Rede wert ist, um welcher willen ein jeder Christ von Herzen gern alles wagen und in Gefahr setzen soll. Darum alle diejenigen, so dieser unserer Konfession anhangen, dürfen sich nicht schrecken oder irren lassen, sondern mögen in aller Freudigkeit auf Gott und den Herrn Christum es getrost und fröhlich wagen und diese öffentliche Wahrheit wider alle Welt, Tyrannei, Zorn, Drohen, Schrecken, auch wider alles tyrannische tägliche Morden und Verfolgen fröhlich bekennen. Denn wer wollte sich doch solchen großen, ja ewigen Trost, daran der ganzen christlichen Kirche alles Heil gelegen ist, nehmen lassen? Wer die Bibel in die Hand nimmt und mit Ernst liest, der merkt bald, daß allenthalben in der Schrift diese Lehre gegründet ist. Dann Paulus sagt klar Röm. 3 und 4, daß die Sünden ohne Verdienst, um Christus’ willen vergeben werden; darum sagt er: „Wir werden gerecht durch den Glauben ohne Verdienst, daß die Verheißung feststehe.“ Das ist, so die Verheißung aus unsern Werken wäre, so wäre sie nicht fest. Und wenn die Gnade oder Vergebung der Sünden gegeben würde um unserer Werke willen, wann würden wir dann gewiß, daß wir Gnade erlangt hätten? Wann wollte das Gewissen ein solch Werk finden, das genug wäre, Gottes Zorn zu versöhnen? Wir haben hier oben davon genug gesagt; da mag ein jeder Sprüche der Schrift, so diese Lehre gründen, suchen. Denn an diesem Ort hat mich bewegt, so heftig zu klagen, die greuliche, unverschämte, übermäßige, vorgefaßte Bosheit der Widersacher, da sie mit klaren Worten setzen, daß sie diesen Artikel verwerfen, daß wir Vergebung der Sünden erlange nicht durch unsere Werke, sondern ohne Verdienst, durch den Glauben an Christum.

Die Widersacher führen auch etliche Sprüche der Schrift ein, warum sie diesen Artikel verdammen. Nämlich bringen sie den Spruch Petri hervor: „Fleißiget euch, euren Beruf festzumachen durch gute Werke“, usw. Da sieht jedermann, daß unsere Widersacher ihr Geld nicht übel angelegt, da sie Dialecticam studiert haben. Denn sie mögen die Sprüche der Schrift gereimt, ungereimt, schließlich, unschließlich, wie sie wollen, und wie es ihnen gefällt, einführen. Denn also schließen sie: Petrus sagt: „Fleißiget euch, durch gute Werke euren Beruf festzumachen“; darum verdienen wir durch Werke Vergebung der Sünden. Es ist wahrlich einen feine Argumentation, als wenn einer spräche von einem Beklagten im Halsgericht, welchem das Leben gefristet wäre: Der Richter hat geboten, daß der forthin sich solcher Übeltat soll enthalten; darum so hat er verdient mit solchem Enthalten, daß ihm das Leben gefristet ist. Also argumentieren, das heißt, ex non causa causam machen. Denn Petrus redet von guten Werken und Früchten, die da folgen dem Glauben, und lehrt, warum man sie tun solle, nämlich, daß wir unsern Beruf festmachen, das ist, daß wir nicht wiederum vom Evangelio fallen, wenn wir wiederum sündigten. Will sagen: Tut gute Werke, daß ihr bei dem Evangelio, bei eurem himmlischen Beruf bleibt, daß ihr nicht wiederum abfallt, kalt werdet, verliert Geist und Gaben, die euch aus Gnaden durch Christum widerfahren sind, nicht um der folgenden Werke willen. Denn in dem Beruf bleibt man fest durch den Glauben, und der Glauben und der Heilige Geist bleibt in denjenigen nicht, die sündlich Leben führen.

Der Sprüche und Zeugnisse setzen sie mehr, die sich ebensowohl reimen. Dazu dürfen sie sagen, daß diese Meinung vor tausend Jahren zu Augustinus’ Zeiten verdammt sei. Das ist nicht wahr, sondern eine Lüge. Denn die christlich Kirche hat allezeit gehalten, daß Vergebung der Sünden ohne Verdienst uns widerfahre, und die Pelagianer sind darum verdammt, die da sagten, die Gnade würde uns gegeben um unserer Werke willen. Wir haben oben genug angezeigt, daß wir auch lehren, daß, wo Glaube ist, da sollen auch gute Früchte und gute Werke folgen. „Den wir tun das Gesetz nicht ab, sondern richten es auf“, wie Paulus sagt. Denn wenn wir durch den Glauben den Heiligen Geist empfangen haben, so folgen gute Früchte, da nehmen wir denn zu in der Liebe, in Geduld, in Keuschheit und andern Früchten des Geistes.

Apologie IXX und XX (Von der Ursache der Sünden und von den guten Werken)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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