Drum, frommer Christ, wer Du auch bist, sei gutes Muts und laß Dich nicht betrüben.

Drum, frommer Christ, wer Du auch bist, sei gutes Muts und laß Dich nicht betrüben. Weil Gottes Kind Dich ihm verbindt, so kanns nicht anders sein, Gott muß Dich lieben.

Gedenke doch, wie herrlich hoch er über allen Jammer Dich geführet. Der Engel Heer ist selbst nicht mehr, als eben Du mit Seligkeit gezieret.

Du siehest ja vor Augen da Dein Fleisch und Blut die Luft und Wolken lenken; was will doch sich, ich frage Dich, erheben, Dich in Angst und Furcht zu senken?

Dein blöder Sinn geht oft dahin, ruft ach und weh, läßt allen Trost verschwinden. Komm her und richt Dein Angesicht zum Kripplein Christi: da, da wirst Du’s finden.

Wirst Du geplagt? Sei unverzagt, Dein Bruder wird Dein Unglück nicht verschmähen; sein Herz ist weich und gnadenreich, kann unser Leid nicht ohne Tränen sehen.

Tritt zu ihm zu, such Hilf und Ruh. Er wirds so machen, daß Du ihm wirst danken. Er weiß und kennt, was beißt und brennt, versteht wohl, wie zumute sei dem Kranken.

Paul Gerhardt 1653 (LKG 103,7-12)

Kollekte

Allmächtiger, ewiger Gott, Du hast unseren Herrn Jesus Christus bei seiner Taufe am Jordan als Deinen lieben Sohn offenbart und den Geist auf ihn herabgesandt: wir bitten Dich, gib, daß auch wir als Deine getauften Kinder in Deinem Wohlgefallen stehen und von Deinem Geist geleitet werden. Durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

Evangelisch-Lutherische Kirchenagende (SELK). Bd.1. Herder: Freiburg u.a. 1997. S.42

Fortlaufende Lese

Und es begab sich eines Tages, als er lehrte, dass auch Pharisäer und Lehrer des Gesetzes dasaßen, die gekommen waren aus allen Dörfern in Galiläa und Judäa und aus Jerusalem. Und die Kraft des Herrn war mit ihm, dass er heilen konnte.  18 Und siehe, einige Männer brachten einen Menschen auf einem Bett; der war gelähmt. Und sie versuchten, ihn hineinzubringen und vor ihn zu legen.  19 Und weil sie wegen der Menge keinen Zugang fanden, ihn hineinzubringen, stiegen sie auf das Dach und ließen ihn durch die Ziegel hinunter mit dem Bett mitten unter sie vor Jesus.  20 Und als er ihren Glauben sah, sprach er: Mensch, deine Sünden sind dir vergeben.  21 Und die Schriftgelehrten und die Pharisäer fingen an zu überlegen und sprachen: Wer ist der, dass er Gotteslästerungen redet? Wer kann Sünden vergeben als allein Gott?  22 Als aber Jesus ihre Gedanken erkannte, antwortete er und sprach zu ihnen: Was denkt ihr in euren Herzen?  23 Was ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher?  24 Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat auf Erden, Sünden zu vergeben – sprach er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim!  25 Und sogleich stand er auf vor ihren Augen und nahm das Bett, auf dem er gelegen hatte, und ging heim und pries Gott.  26 Und sie entsetzten sich alle und priesen Gott und wurden von Furcht erfüllt und sprachen: Wir haben heute seltsame Dinge gesehen. 

Lukas 5,17-26

Morgenlese

Am nächsten Tag stand Johannes abermals da und zwei seiner Jünger; 36 und als er Jesus vorübergehen sah, sprach er: Siehe, das ist Gottes Lamm! 37 Und die zwei Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach. 38 Jesus aber wandte sich um und sah sie nachfolgen und sprach zu ihnen: Was sucht ihr? Sie aber sprachen zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt: Meister[6] –, wo wirst du bleiben? 39 Er sprach zu ihnen: Kommt und seht! Sie kamen und sahen’s und blieben diesen Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde. 40 Einer von den zweien, die Johannes gehört hatten und Jesus nachgefolgt waren, war Andreas, der Bruder des Simon Petrus. 41 Der findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden, das heißt übersetzt: der Gesalbte. 42 Und er führte ihn zu Jesus. Als Jesus ihn sah, sprach er: Du bist Simon, der Sohn des Johannes; du sollst Kephas heißen, das heißt übersetzt: Fels. 

Johannes 1,35-42

Abendlese

Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. 10 Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung[1] für unsre Sünden. 11 Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben. 12 Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen. 13 Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns, dass er uns von seinem Geist gegeben hat. 14 Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt. 15 Wer nun bekennt, dass Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er in Gott. 16 Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat: Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

1.Johannes 4,9-16

Bekenntnislese

Denn die Einigkeit kann nicht bleiben, wenn die Bischöfe ohne alle Ursache zu schwere Bürden auflegen dem Volk. Auch werden daraus leichtlich Rotten, wenn das Volk aufs heftigste alles will meistern und ausecken an der Bischöfe oder Prediger Wandel und Leben, oder wenn sie alsbald der Prediger müde werden, etwa um eines kleinen Gebrechens willen; da folgt viel großen Unrats. Alsdann bald sucht man aus derselben Verbitterung andere Lehrer und andere Prediger.

Wiederum wird erhalten Vollkommenheit und Einigkeit, das ist, die Kirche bleibt unzertrennt und ganz, wenn die Starken die Schwachen dulden und tragen, wenn das Volk mit seinen Predigern auch Geduld hat, wenn die Bischöfe und Prediger wiederum allerlei Schwachheit, Gebrechen dem Volk nach Gelegenheit wissen zugut zu halten.

Von dem Wege und der Weise, Einigkeit zu halten, ist auch viel allenthalben geschrieben in den Büchern der Philosophen und Weltweisen. Denn wir müssen einander viel vergeben und für gut haben um Einigkeit willen. Und davon redet Paulus mehr denn an einem Ort. Darum schließen die Widersacher nicht recht, daß die Liebe solle vor Gott gerecht machen. Denn Paulus redet da nicht von den Vollkommenheit oder Heiligkeit der Personen, wie sie wähnen, sondern sagt: „Die Liebe macht ein stilles Wesen in der Kirche.“ Und also legt den Spruch auch Ambrosius aus: „Gleichwie wie Gebäu ganz ist, wenn alle Stücke zusammenhangen“ usw.

Es sollten sich aber die Widersacher auch wohl schämen, daß sie so trefflich hoch von der Liebe schreiben und predigen und Liebe, Liebe in allen ihren Büchern schreiben und schreien und gar keine Liebe erzeigen. Denn wie eine schöne Christenliebe ist das, daß sie durch ihre unerhörte Tyrannei zertrennen und zerreißen die Einigkeit der Kirche, so sie nichts denn Blutbriefe und tyrannische Gebote ausgehen zu lassen, dem allerlöblichsten Kaiser gern das Ärgste wollten einbilden. Sie erwürgen die Priester und viele andere fromme, ehrliche Leute keiner andern Ursache halben, denn daß sie allein öffentliche, schändliche Mißbräuche anfechten. Sie wollten gerne, daß alle die tot wären, die wider ihre gottlose Lehre mit einem Wort mucken. Das alles reimt sich gar übel zu dem großen Rühmen von Liebe, von caritas usw. Denn wenn bei den Widersachern ein Tröpflein Liebe wäre, so könnte man wohl Frieden und Einigkeit in der Kirche machen, wenn sie ihre Menschensatzungen, welche doch nichts zu christlicher Lehre oder Leben nütze sind, nicht also aus lauter rachgieriger Bitterkeit und pharisäischem Neid wider die erkannte Wahrheit verföchten, sonderlich so sie ihre Satzungen selbst nicht halten.

Aus dem Apostel Petro ziehen sie auch an den Spruch, da er sagt: „Die Liebe deckt zu die Menge der Sünden.“ Nun ist es gewiß, daß Petrus da auch redet von der Liebe gegen den Nächsten. Denn er redet daselbst von dem Gebot der Liebe, da geboten ist, daß wir uns untereinander lieben sollen. So ist es auch keinem Apostel nie in seine Gedanken kommen, daß die Liebe sollte den Tod überwinden oder die Sünde, daß die Liebe sollte eine Versöhnung sein ohne den Mittler Christum, daß die Liebe sollte unsere Gerechtigkeit sein ohne den Versöhner Christum. Denn die Liebe, wenn wir sie schon gleich haben, so ist es nichts mehr denn eine Gerechtigkeit des Gesetzes; sie ist je nicht Christus, durch welchen wir allein gerecht werden, wenn wir glauben, daß um des Mittlers willen uns der Vater gnädig ist, daß uns sein Verdienst geschenkt wird.

Darum kurz zuvor vermahnt Petrus, daß wir uns sollen zu Christo halten, daß wir auf ihn als den Eckstein erbaut werden. Denn er sagt: „Wer an ihn glaubet, der wird nicht zuschanden werden.“ Mit unsern Werken und Leben werden wir wahrlich vor Gottes Urteil und Angesicht mit Schanden bestehen. Aber der Glaube, durch welchen Christus unser wird, der erlöst uns von solchen Schrecken des Todes. Denn durch die Verheißung sind wir recht gewiß, daß uns durch Christum die Sünde vergeben ist.

Und das Wort 1 Pet. 4: „Die Liebe deckt der Sünden Menge“ usw. ist genommen aus den Sprüchen Salomonis, da er sagt: „Haß richtet Hader an, aber die Liebe deckt der Sünden Menge zu.“

Da gibt der Text klar an ihm selbst genug, daß er von der Liebe redet gegen den Nächsten und nicht von der Liebe gegen Gott. Und er will gleich dasselbe, daß der nächste Spruch Pauli zu den Kolossern sagt, nämlich, daß wir uns sollen fleißigen, brüderlich, freundlich zu leben, also daß einer dem andern viel zugute halte, daß Unlust und Zwiespalt vermieden werden, als sollte er sagen: Zwiespalt vermieden werden, als sollte er sagen: Zwiespalt erwächst aus Haß; wie wir denn sehen, daß aus geringen Fünklein oft großes Feuer angeht. Es waren nicht so große Sachen, darüber erst C. Cäsar und Pompejus uneins geworden, und wo einer dem andern gewichen hätte, so wäre der folgende große Krieg, so viel Blutvergießen, so manch groß Unglück und Unrat nicht daraus gekommen. Aber da ein jeder mit dem Kopf hindurch wollte, ist der große, unsägliche Schade, Zerrüttung des ganzen römischen Regiments der Zeit erfolgt.

Und es sind viele Ketzereien daher erwachsen, daß Prediger aufeinander sind verbittert worden. So ist nun Petri Spruch also zu verstehen: „Die Liebe deckt den Sünden Menge zu“, das ist, die Liebe deckt des Nächsten Sünde. Das ist, ob sich gleichwohl Unwille unter Christen begibt, so trägt doch die Liebe alles, übersieht gern, weicht dem Nächsten, duldet und trägt brüderlich seine Gebrechen und sucht nicht alles aufs schärfste. So will nun Petrus das gar nicht, daß die Liebe vor Gott verdiene Vergebung der Sünden, daß die Liebe uns Gott versöhne ohne den Mittler Christum, daß wir durch die Liebe sollten Gott angenehm sein ohne den Mittler Christum, sondern daß will Petrus, daß, in welchem christliche Liebe ist, der ist nicht eigensinnig, nicht hart und unfreundlich, sondern hält leichtlich dem Nächsten, seine Gebrechen und Fehle zugute, vergibt brüderlich dem Nächsten, stillt, weist sich selbst und weicht um Friedens willen, wie auch lehrt der Spruch: Amici vitia noris, non oderis, das ist, ich soll meines Freundes Weise lernen, aber ihn (ob es nicht alles schnurgleich ist) darum nicht hassen.

Und die Apostel vermahnen nicht ohne Ursache zu solcher Liebe, welches die Philosophi ejpieivkeian genannt haben. Denn sollen Leute in Einigkeit beieinander sein oder bleiben, es sei in der Kirche oder auch weltlichem Regiment, so müssen sie nicht alle Gebrechen gegeneinander auf der Goldwaage abrechnen, sie müssen lassen einander fast viel mit dem Wasser vorübergehen und immer zugute halten, soviel auch immer möglich, brüderlich miteinander Geduld haben.

Apologie 4,233-243

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Ponto Pilato, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

LKG S. 13f

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Matthäus 6,9-13

Segen

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.  Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.  Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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O Jesu Christ, Dein Kripplein ist mein Paradies

Die Geburt Jesu Christi, Darstellung aus dem Hortus Deliciarum der Herrad von Landsberg (12. Jahrhundert)

O Jesu Christ, Dein Krippe ist mein Paradies, da meine Seele weidet. Hier ist der Ort, hier liegt das Wort mit unserm Fleisch persönlich angekleidet.

Dem Meer und Wind gehorsam sind, gibt sich zum Dienst und wird ein Knecht der Sünder. Du Gottessohn wirst Erd und Ton, gering und schwach wie wir und unsre Kinder.

Du höchstes Gut hebst unser Blut in Deinen Thron hoch über alle Höhen. Du ewge Kraft machst Brüderschaft mit uns, die wie ein Dampf und Rauch vergehen.

Was will uns nun zuwider tun der Seelenfeind mit allem Gift und Gallen? Was wirft er mir und andern für, daß Adam ist und wir in ihm gefallen?

Schweig, arger Feind! Da sitzt mein Freund, mein Fleisch und Blut hoch in dem Himmel droben. Was Du gefällt, das hat der Held aus Jakobs Stamm zu großer Ehr erhoben.

Sein Licht und Heil macht alles heil; der Himmelschatz bringt allen Schaden wieder. Der Freudenquell Immanuel schlägt Teufel, Höll und all ihr Reich darnieder.

Paul Gerhardt 1653 (LKG 103,1-6)

Kollekte

Allmächtiger, ewiger Gott, Du hast unseren Herrn Jesus Christus bei seiner Taufe am Jordan als Deinen lieben Sohn offenbart und den Geist auf ihn herabgesandt: wir bitten Dich, gib, daß auch wir als Deine getauften Kinder in Deinem Wohlgefallen stehen und von Deinem Geist geleitet werden. Durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

Evangelisch-Lutherische Kirchenagende (SELK). Bd.1. Herder: Freiburg u.a. 1997. S.42

Fortlaufende Lese

Und es begab sich, als er in einer der Städte war, siehe, da war ein Mann voller Aussatz. Als der Jesus sah, fiel er nieder auf sein Angesicht und bat ihn und sprach: Herr, willst du, so kannst du mich reinigen.  13 Und er streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will’s tun, sei rein! Und sogleich wich der Aussatz von ihm.  14 Und er gebot ihm, dass er’s niemandem sagen sollte. Geh aber hin und zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, wie Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis.  15 Aber die Kunde von ihm breitete sich immer weiter aus, und es kam eine große Menge zusammen, zu hören und gesund zu werden von ihren Krankheiten.  16 Er aber entwich in die Einöde und betete. 

Lukas 5,12-16

Morgenlese

Und alsbald trieb ihn der Geist in die Wüste; 13 und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde versucht von dem Satan und war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm.

14 Nachdem aber Johannes überantwortet war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes 15 und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium! 

Markus 1,12-15

Abendlese

Da nun Jesus hörte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er sich nach Galiläa zurück. 13 Und er verließ Nazareth, kam und wohnte in Kapernaum, das am Galiläischen Meer liegt im Gebiet von Sebulon und Naftali, 14 auf dass erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: 15 »Das Land Sebulon und das Land Naftali, das Land am Meer, das Land jenseits des Jordans, das Galiläa der Heiden, 16 das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen im Land und Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.« 17 Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen und zu sagen: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen! 

Matthäus 4,12-17

Bekenntnislese

Denn so wir durch unsere Liebe Gottes Zorn überwinden, so wir durch unser Gesetzerfüllen Gott angenehm sind, mögen die Widersacher auch sagen, daß die göttliche Verheißung, das ganze Evangelium nichts sei. Denn dasselbe lehrt, daß wir einen Zugang haben zu Gott allein durch Christum, daß wir nicht durch unser Gesetzwerk, sondern um Christus’ willen Gott angenehm sind, als durch den einigen Mittler und Versöhner.

Die Widersacher deuten viele Sprüche auf ihre Meinung, die doch nicht also lauten; aber sie machen Zusatz daran, wie hier. Denn dieser Spruch ist klar genug, wenn allein die Widersacher ihre eigenen Träume außerhalb der Schrift nicht daran flickten; so sie doch nicht verstehen, was Glaube sei, was Christus ist, oder wie es zugeht, wenn ein Mensch vor Gott gerecht wird. Die Korinther und etliche auch ihnen hatten das Evangelium gehört und viele treffliche Gaben empfangen, und wie es denn in solchen Sachen zugeht, im Anfang waren sie hitzig und wacker zu allen Sachen, danach erwuchsen Rotten und Sekten unter ihnen, wie Paulus anzeigt, hoben an, die rechten Apostel zu verachten. Darum straft sie Paulus, vermahnt sie wieder zur Einigkeit und zu christlicher Liebe.

Und Paulus redet an dem Ort nicht von Vergebung der Sünden, oder wie man vor Gott fromm und gerecht wird, oder wie es zugeht, wenn ein Sünder zu Christo bekehrt wird, sondern redet von den Früchten des Glaubens, redet auch nicht von der Liebe gegen Gott, sondern von der Liebe gegen den Nächsten. Nun ist es fast närrisch, daß die Liebe gegen den Nächsten, dadurch wir hier auf Erden mit den Leuten handeln, uns vor Gott soll gerecht machen, so doch zu der Gerechtigkeit, welche vor Gott gilt, dieses gehört, daß wir etwas erlange, dadurch Gottes Zorn gestillt und das Gewissen gegen Gott im Himmel zum Frieden komme. Der keines geschieht durch die Liebe, sondern allein durch den Glauben, durch welchen man faßt Christum und Gottes Zusage.

Das ist aber wahr: wer die Liebe verliert, der verliert auch Geist und Glauben. Und also sagt Paulus: „Wenn ich die Liebe nicht habe, so bin ich nichts.“ Er setzt aber nicht die ‘affirmativam’ dazu, daß die Liebe vor Gott gerecht mache.

Aber hier sagen sie auch, die Liebe werde dem Glauben und der Hoffnung vorgezogen. Denn Paulus sagt 1 Kor. 13, 13: „Die Liebe ist die größte unter den dreien.“ Nun sei es zu achten, daß die Tugend, so Paulus die größte nennt, vor Gott uns gerecht und heilig mache.

Wiewohl nun Paulus da eigentlich redet von der Liebe gegen den Nächsten, und so er spricht: „Die Liebe ist die größte“, sagt er darum denn die Liebe geht weit und trägt viel Früchte auf Erden. Denn Glaube und Hoffnung handeln allein mit Gott. Aber die Liebe geht auf Erden unter den Leuten um und tut viel Gutes mit Trösten, Lehren, Unterrichten, Helfen, Raten, heimlich und öffentlich. Doch lassen wir zu, daß Gott und den Nächsten lieben die höchste Tugend sei. Denn dies ist das höchste Gebot: „Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen.“ Daraus folgt nun nicht, daß die Liebe uns gerecht macht.

Ja, sprechen sie, die höchste Tugend soll billig gerecht machen. Antwort: Es wäre wahr, wenn wir um unserer Tugend willen einen gnädigen Gott hätten. Nun ist droben bewiesen, daß wir um Christus’ willen, nicht um unserer Tugend willen angenehm und gerecht sind; denn unsere Tugenden sind unrein. Ja, wie dieses Gesetz das höchste ist: „Du sollst Gott lieben“, also kann diese Tugend, Gott lieben, am allerwenigsten gerecht machen. Denn so das Gesetz und Tugend höher ist, so wir es weniger tun können, darum sind wir nicht um der Liebe willen gerecht.

Der Glaube aber macht gerecht, nicht um unsers Tuns willen, sondern allein derhalben, daß er Barmherzigkeit sucht und empfängt und will sich auf kein eigen Tun verlassen, das ist, daß wir lehren, Gesetz macht nicht gerecht, sondern das Evangelium, das glauben heißt, daß wir um Christus’ willen, nicht um unsers Tuns willen einen gnädigen Gott haben.

Die Widersacher lehren aber darum also von der Liebe, daß sie uns Gott versöhne; denn sie wissen nichts vom Evangelio, sondern sehen allein das Gesetz an, wollen damit um eigener Heiligkeit willen einen gnädigen Gott haben, nicht aus Barmherzigkeit um Christus’ willen. Also sind sie allein Gesetzlehrer und nicht Lehrer des Evangelii.

Auch ziehen die Widersacher wider uns an den Spruch zu den Kolossern: „Die Liebe ist ein Band der Vollkommenheit.“ Daher schließen sie, daß die Liebe vor Gott gerecht mache, denn sie macht uns vollkommen. Wiewohl wir hier allerlei antworten könnten von der Vollkommenheit, doch wollen wir hier den Spruch Pauli einfältig handeln. Es ist gewiß, daß Paulus von der Liebe des Nächsten redet; so darf man auch nicht gedenken, daß Paulus’ Meinung sei, daß wir sollten vor Gott eher gerecht werden durch die Werke der andern Tafel denn durch die Werke der ersten Tafel. Item, so die Liebe eine Vollkommenheit ist oder vollkömmliche Erfüllung des Gesetzes, so ist des Mittlers Christi nicht vonnöten. Paulus aber, der lehrt an allen Orten, daß wir darum Gott angenehm seien um Christus’ willen, nicht am unserer Liebe oder unserer Werke oder Gesetzes willen. Denn auch kein Heiliger (wie oben gesagt) erfüllt des Gesetz vollkommen. Darum so er, an allen andern Orten schreibt und lehrt, daß in diesem Leben an unsern Werken keine Vollkommenheit ist, so ist nicht zu gedenken, daß er zu den Kolossern von Vollkommenheit der Person rede, sondern er redet von Einigkeit der Kirche, und das Wort, so sie Vollkommenheit deuten, heißt nichts anderes, denn unzerrissen sein, das ist, einig sein.

Daß er nun sagt: „Die Liebe ist ein Band der Vollkommenheit“, das ist, sie bindet, fügt und hält zusammen die vielen Gliedmaßen der Kirche unter sich selbst (denn gleichwie in einer Stadt oder in einem Hause die Einigkeit dadurch erhalten wird, daß einer dem andern zugute halte, und kann nicht Friede noch Ruhe bleiben, wo nicht einer dem andern viel versieht, wo wir nicht einander tragen), also will Paulus da vermahnen zu der christlichen Liebe, daß einer des andern Fehle, Gebrechen dulden und tragen soll, daß sie einander vergeben sollen, damit Einigkeit erhalten werde in der Kirche, damit der Christenhaufe nicht zerrissen, zertrennt werde und sich in allerlei Rotten und Sekten teile, daraus dann großer Unrat, Haß und Neid, allerlei Bitterkeit und böses Gift, endlich öffentliche Ketzerei erfolgen möchte.

Apologie der CA IV,222-232

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Ponto Pilato, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

LKG S. 13f

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Matthäus 6,9-13

Segen

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.  Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.  Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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Ich steh an Deiner Krippen hier, o Jesulein, mein Leben

Nativity and Annunciation to the Shepherds from the Bamberg Apocalypse 1000–20, Ottonian

Ich steh an Deiner Krippen hier, o Jesulein, mein Leben; ich komme, bring und schenke Dir, was Du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und lass Dir’s wohlgefallen.

Da ich noch nicht geboren war, da bist Du mir geboren und hast mich Dir zu Eigen gar, eh ich Dich kannt, erkoren. Eh ich durch Deine Hand gemacht, da hast Du schon bei Dir bedacht, wie Du mein wolltest werden.

Ich lag in tiefster Todesnacht, Du warest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht’, wie schön sind Deine Strahlen!

Ich sehe Dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen; und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O daß mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, daß ich Dich möchte fassen!

Wann oft mein Herz vor Kummer weint und keinen Trost kann finden, rufst Du mir zu: »Ich bin Dein Freund, ein Tilger Deiner Sünden. Was trauerst Du, mein Brüderlein? Du sollst ja guter Dinge sein, ich zahle Deine Schulden.«

O daß doch so ein lieber Stern soll in der Krippen liegen! Für edle Kinder großer Herrn gehören güldne Wiegen. Ach Heu und Stroh ist viel zu schlecht, Samt, Seide, Purpur wären recht, dies Kindlein drauf zu legen.

Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu, ich will mir Blumen holen, daß meines Heilands Lager sei auf lieblichen Violen; mit Rosen, Nelken, Rosmarin aus schönen Gärten will ich ihn von oben her bestreuen.

Zur Seiten will ich hier und da viel weißer Lilien stecken, die sollen seiner Äuglein Paar im Schlafe sanft bedecken. Doch liebt viel mehr das dürre Gras dies Kindlein als alles das, was ich hier nenn und denke.

Du fragest nicht nach Lust der Welt noch nach des Leibes Freuden; Du hast Dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden, suchst meiner Seele Herrlichkeit durch Elend und Armseligkeit; das will ich Dir nicht wehren.

Eins aber, hoff ich, wirst Du mir, mein Heiland, nicht versagen: daß ich Dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So laß mich doch Dein Kripplein sein; komm, komm und lege bei mir ein Dich und all Deine Freuden.

Text: Paul Gerhardt 1653 Musik: Johann Sebastian Bach 1736 LKG 102

Kollekte

Allmächtiger, ewiger Gott, Du hast unseren Herrn Jesus Christus bei seiner Taufe am Jordan als Deinen lieben Sohn offenbart und den Geist auf ihn herabgesandt: wir bitten Dich, gib, daß auch wir als Deine getauften Kinder in Deinem Wohlgefallen stehen und von Deinem Geist geleitet werden. Durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

Evangelisch-Lutherische Kirchenagende (SELK). Bd.1. Herder: Freiburg u.a. 1997. S.42

Fortlaufende Lese

Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, zu hören das Wort Gottes, da stand er am See Genezareth.  2 Und er sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze.  3 Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus.  4 Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!  5 Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen.  6 Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen.  7 Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und ihnen ziehen helfen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken.  8 Da Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch.  9 Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die mit ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten,  10 ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen.  11 Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach. 

Lukas 5,1-11

Morgenlese

Dies ist der Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.

2 Wie geschrieben steht im Propheten Jesaja: »Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg bereiten soll.« 3 »Es ist eine Stimme eines Predigers[1] in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Steige eben!«, 4 so war Johannes in der Wüste, taufte und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. 5 Und es ging zu ihm hinaus das ganze judäische Land und alle Leute von Jerusalem und ließen sich von ihm taufen im Jordan und bekannten ihre Sünden. 6 Und Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Lenden und aß Heuschrecken und wilden Honig. 7 Und er predigte und sprach: Nach mir kommt der, der stärker ist als ich; ich bin nicht wert, dass ich mich vor ihm bücke und die Riemen seiner Schuhe löse. 8 Ich habe euch mit Wasser getauft; aber er wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

9 Und es begab sich zu der Zeit, dass Jesus aus Nazareth in Galiläa kam und ließ sich taufen von Johannes im Jordan. 10 Und alsbald, als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass sich der Himmel auftat und der Geist wie eine Taube herabkam auf ihn. 11 Und da geschah eine Stimme vom Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen. 

Markus 1,1-11

Abendlese

Am nächsten Tag sieht Johannes, dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! 30 Dieser ist’s, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich. 31 Und ich kannte ihn nicht. Aber damit er offenbar werde für Israel, darum bin ich gekommen zu taufen mit Wasser. 32 Und Johannes bezeugte es und sprach: Ich sah, dass der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm. 33 Und ich kannte ihn nicht. Aber der mich gesandt hat zu taufen mit Wasser, der sprach zu mir: Auf welchen du siehst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, der ist’s, der mit dem Heiligen Geist tauft. 34 Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist Gottes Sohn. 

Johannes 1,29-34

Bekenntnislese

Item, daß Volk hatte nun gehört, daß Abraham seinen Sohn geopfert hatte; daß sie nun auch Werke täten, die sie schwer und sauer ankämen, so opferten sie ihre Söhne auch. Abraham aber was nicht der Meinung, seinen Sohn zu opfern, daß solches sollte eine Versöhnung sein, dadurch er vor Gott gerecht würde usw.

Also in der Kirche hat Christus Zusage Vergebung der Sünden wird angeboten, daß wir erinnert werden, daß durch das äußerliche Zeichen unser Glaube gestärkt werde, daß wir dadurch auch vor den Leuten unsern Glauben bekennen und die Wohltat Christi preisen und predigen, wie Paulus sagt: „Sooft ihr das tut, sollte ihr den Tod des Herrn verkündigen“ usw. Die Widersacher aber geben vor, die Messe sei ein solch Werk, das ex opere operato vor Gott uns gerecht mache und erlöse diejenigen von Pein und Schuld, für welche es geschieht.

St. Antonius, Bernhardus, Dominikus und andere Heilige haben durch ein eigen Leben von Leuten sich getan, damit sie desto leichter die Heilige Schrift könnten lesen, oder um anderer Übung willen. Nichtsdestoweniger haben sie bei sich gehalten, daß sie durch den Glauben an Christum vor Gott gerecht wären, daß sie allein durch Christum einen gnädigen Gott erlangten. Aber der große Haufe ist hernach zugefahren, haben den Glauben an Christum fahren lassen, haben allein gesehen auf die Exempel ohne Glauben und sich unterstanden, durch dieselben Klosterwerke Vergebung der Sünden zu erlangen. Also setzt allezeit die Vernunft die guten Werke zu hoch und an einen unrechten Ort. Den Irrtum ficht nun an das Evangelium und lehrt, daß wir vor Gott gerecht werden nicht um des Gesetzes oder unserer Werke willen, sondern allein um Christus’ willen. Christum aber kann man nicht fassen denn allein durch den Glauben. Darum so werden wir auch allein durch den Glauben vor Gott gerecht.

Dagegen ziehen die Widersacher an den Spruch Pauli zu den Korinthern am 13: „Wenn ich hätte allen Glauben usw. Und hätte aber die Liebe nicht, so wäre ich nichts.“ Da rufen die Widersacher mit einem großen Triumph und rühmen, sie seien durch diesen Spruch gewiß, daß nicht allein der Glaube vor Gott und gerecht mache, sondern auch die Liebe.

Es ist aber ganz leicht zu antworten, nachdem wir oben haben angezeigt, was wir von der Liebe und Werken halten. Paulus will in dem Spruche, daß in den Christen solle Liebe sein gegen den Nächsten; das sagen wir auch. Denn wir haben je hier oben gesagt: Wenn wir neugeboren sind, so, fangen wir an, das Gesetz zu halten und Gottes Gesetz gehorsam zu sein. Darum wenn jemand die christliche Liebe nachläßt, so ist er, wenn er gleich großen, starken Glauben gehabt, kalt geworden und ist nun wieder fleischlich, ohne Geist und Glauben.

Denn da ist nicht der Heilige Geist, wo nicht christliche Leibe ist und andere gute Früchte. Es folgt aber daraus nicht, daß uns die Liebe vor Gott gerecht macht, das ist, daß wir darum durch die Liebe Vergebung der Sünden erlangen, daß die Liebe die Schrecken der Sünde und des Todes überwinde, daß die Liebe an Christus’

Statt gegen Gottes Zorn und Gericht solle gehalten werden, daß die Liebe das Gesetz erfülle, daß wir durch die Liebe Gott versöhnt und angenehm werden und nicht um Christus’ willen. Von dem allem sagt Paulus nichts, und die Widersacher erdichten es doch auch ihrem Hirn.

Apologie der Augsburgischen Konfession IV,209-221/88-100

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Ponto Pilato, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

LKG S. 13f

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Matthäus 6,9-13

Segen

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.  Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.  Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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1. Sonntag nach Epiphanias (Taufe Jesu)

Lucas Cranach d.J.: Taufe Jesu (Jagdschloß Grünewald)

Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. 

Römer 8,14

Introitus

Ich habe gefunden meinen Knecht David, ich habe ihn gesalbt mit meinem heiligen Öl.  25 Aber meine Treue und Gnade soll bei ihm sein, und sein Horn soll erhöht sein in meinem Namen.  27 Er wird mich nennen: Du bist mein Vater, mein Gott und der Hort meines Heils. 28 Und ich will ihn zum erstgeborenen Sohn machen, zum Höchsten unter den Königen auf Erden. 29 Ich will ihm ewiglich bewahren meine Gnade, und mein Bund soll ihm fest bleiben. 

Psalm 89,21.25.27ff

Kollekte

Allmächtiger, ewiger Gott, Du hast unseren Herrn Jesus Christus bei seiner Taufe am Jordan als Deinen lieben Sohn offenbart und den Geist auf ihn herabgesandt: wir bitten Dich, gib, daß auch wir als Deine getauften Kinder in Deinem Wohlgefallen stehen und von Deinem Geist geleitet werden. Durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Evangelisch-Lutherische Kirchenagende (SELK). Bd.1. Herder: Freiburg u.a. 1997. S.42

Alttestamentliche Lese

Siehe, das ist mein Knecht, den ich halte, und mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe ihm meinen Geist gegeben; er wird das Recht unter die Heiden bringen. 2 Er wird nicht schreien noch rufen, und seine Stimme wird man nicht hören auf den Gassen. 3 Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. In Treue trägt er das Recht hinaus. 4 Er selbst wird nicht verlöschen und nicht zerbrechen, bis er auf Erden das Recht aufrichte; und die Inseln warten auf seine Weisung. 5 So spricht Gott, der HERR, der die Himmel schafft und ausbreitet, der die Erde macht und ihr Gewächs, der dem Volk auf ihr den Atem gibt und Lebensodem denen, die auf ihr gehen: 6 Ich, der HERR, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und halte dich bei der Hand. Ich habe dich geschaffen[1] und bestimmt zum Bund für das Volk, zum Licht der Heiden, 7 dass du die Augen der Blinden öffnen sollst und die Gefangenen aus dem Gefängnis führen und, die da sitzen in der Finsternis, aus dem Kerker. 8 Ich, der HERR, das ist mein Name, ich will meine Ehre keinem andern geben noch meinen Ruhm den Götzen. 9 Siehe, was ich früher verkündigt habe, ist gekommen. So verkündige ich auch Neues; ehe denn es sprosst, lasse ich’s euch hören.

Jesaja 42,1-9

Epistolische Lektion

Ich ermahne euch nun, Brüder und Schwestern, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr euren Leib hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. 2 Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

3 Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass niemand mehr von sich halte, als sich’s gebührt, sondern dass er maßvoll von sich halte, wie Gott einem jeden zugeteilt hat das Maß des Glaubens. 4 Denn wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, 5 so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied. 6 Wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat jemand prophetische Rede, so übe er sie dem Glauben gemäß. 7 Hat jemand ein Amt, so versehe er dies Amt. Ist jemand Lehrer, so lehre er. 8 Hat jemand die Gabe, zu ermahnen und zu trösten, so ermahne und tröste er. Wer gibt, gebe mit lauterem Sinn. Wer leitet, tue es mit Eifer. Wer Barmherzigkeit übt, tue es mit Freude. 

Römer 12,1-8

Halleluja Vers

Kundtun will ich den Ratschluß des Herrn. Er hat zu mir gesagt: “Du bist mein Sohn,  heute habe ich Dich gezeugt.” 

Psalm 2,7

Evangelium

Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließe. 14 Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf dessen, dass ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? 15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt zu! Denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er’s ihm zu. 16 Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. 17 Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. 

Matthäus 3,13-17

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht,wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolischeKirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänum

Graduallied

Du höchstes Licht, Du ewiger Schein, Du Gott und treuer Herre mein, von Dir der Gnaden Glanz ausgeht und leuchtet schön so früh wie spät. 

Das ist der Herre Jesus Christ, der ja die göttlich Wahrheit ist,  mit seiner Lehr hell scheint und leucht’, bis er die Herzen zu sich zeucht.

Er ist der ganzen Welte Licht, stellt jedem vor sein Angesicht den hellen, schönen, lichten Tag, an dem er selig werden mag.

Den Tag, o Gott, deins lieben Sohns lass stetig leuchten über uns, damit, die wir geboren blind, doch werden noch des Tages Kind’

und wandeln, wie’s wohl mag anstehn, all denen, die erleuchtet schön der Tag des Heils, die Gnadenzeit, da fern ist alle Dunkelheit.

Die Werk der Finsternis sind grob und dienen nicht zu Deinem Lob; die Werk des Lichtes scheinen klar, Dein Ehr sie machen offenbar.

Zuletzt hilf uns zur heilgen Stadt, die weder Nacht noch Tage hat, da Du, Gott, leuchtst, die recht Klarheit, das schönste Licht in Ewigkeit.

O Sonn der Gnad ohn Niedergang, nimm von uns an diesen Morgensang, auf daß erklinge diese Weis zum Guten uns und Dir zum Preis.


Johannes Zwick um 1541 

Predigttext

Und Josua sprach zum Volk: Heiligt euch, denn morgen wird der HERR Wunder unter euch tun. 6 Und Josua sprach zu den Priestern: Hebt die Bundeslade auf und geht vor dem Volk her! Da hoben sie die Bundeslade auf und gingen vor dem Volk her. 7 Und der HERR sprach zu Josua: Heute will ich anfangen, dich groß zu machen vor ganz Israel, damit sie wissen: Wie ich mit Mose gewesen bin, so werde ich auch mit dir sein. 8 Und du gebiete den Priestern, die die Bundeslade tragen, und sprich: Wenn ihr an das Wasser des Jordans herankommt, so bleibt im Jordan stehen. 9 Und Josua sprach zu den Israeliten: Herzu! Hört die Worte des HERRN, eures Gottes! 10 Daran sollt ihr merken, dass ein lebendiger Gott unter euch ist und dass er vor euch vertreiben wird die Kanaaniter, Hetiter, Hiwiter, Perisiter, Girgaschiter, Amoriter und Jebusiter: 11 Siehe, die Lade des Bundes des Herrn der ganzen Erde wird vor euch hergehen in den Jordan. 12 So nehmt nun zwölf Männer aus den Stämmen Israels, aus jedem Stamm einen. 13 Wenn dann die Fußsohlen der Priester, die die Lade des HERRN, des Herrn der ganzen Erde, tragen, in dem Wasser des Jordans stillstehen, so wird das Wasser des Jordans, das von oben herabfließt, nicht weiterlaufen, sondern stehen bleiben wie ein einziger Wall. 14 Als nun das Volk aus seinen Zelten auszog, um durch den Jordan zu gehen, und die Priester die Bundeslade vor dem Volk hertrugen, 15 und als die Träger der Lade an den Jordan kamen und die Füße der Priester, die die Lade trugen, ins Wasser tauchten – der Jordan aber war die ganze Zeit der Ernte über alle seine Ufer getreten –, 16 da stand das Wasser, das von oben herniederkam, aufgerichtet wie ein einziger Wall, sehr fern, bei der Stadt Adam, die zur Seite von Zaretan liegt; aber das Wasser, das zum Meer der Araba[1] hinunterlief, zum Salzmeer, das nahm ab und floss ganz weg. So ging das Volk hindurch gegenüber von Jericho. 17 Und die Priester, die die Lade des Bundes des HERRN trugen, standen still im Trockenen mitten im Jordan. Und ganz Israel ging auf trockenem Boden hindurch, bis das ganze Volk über den Jordan gekommen war. 

Josua 3,5-11.17

Meine Predigt dazu:

Lied nach der Predigt

O lieber Herre Jesu Christ, der Du unser Erlöser bist, nimm heut an unsre Danksagung
aus Genaden.

Du hast angesehen unsre Not, da wir waren in Sünden tot, und bist vom Himmel gestiegen aus Genaden.

Hast in Marien Jungfrauschaft durch Deines Heilgen Geistes Kraft angenommen unsre Menschheit aus Genaden.

Du lehrest uns die neu Geburt und zeigest an die enge Pfort und den schmalen Steig zum Leben aus Genaden.

Danach erlittest Du den Tod in viel Verachtung, Hohn und Spott für unsre Sünd und Missetat aus Genaden.

Du stiegest auf zum höchsten Thron zu Gottes Rechten als sein Sohn, uns ewiglich zu vertreten aus Genaden.

O Christe, versammle Dein Heer, regiere es mit treuer Lehr Deinem Namen zu Lob und Ehr aus Genaden.

Hilf durch Dein Mühe und Arbeit, daß es erlang die Seligkeit, Lob zu singen in Ewigkeit deiner Gnaden.

Nach dem lateinischen “Jesu, salvator optime” des Johannes Hus (um 1400) deutsch von Michael Weiße 1531.

Kirchengebet

Du Morgenstern, Jesus Christus,
du Licht der Hoffnung in der Dunkelheit,
du Leitstern in Zeiten der Sorge.

In Liebe leuchtest du.
Wir bitten dich
für die glücklichen Menschen,
die fröhlich in dieses Jahr aufgebrochen sind,
die Großes vorhaben,
die sich auf die Geburt eines Kindes freuen,
die dir in allen Dingen vertrauen.
Segne sie und 
lass dein helles Licht aufleuchten.

In Liebe leuchtest du.
Wir bitten dich
für die verängstigten Menschen,
die keinen Ort zum Wohnen finden,
deren Häuser zerstört sind, 
die um ihre Arbeit bangen, 
die sich davor fürchten, abgeschoben zu werden.
Rette sie und 
lass dein helles Licht aufleuchten.

In Liebe leuchtest du.
Wir bitten dich
für die traurigen Menschen,
deren Herzen schwer sind,
die um geliebte Menschen trauern,
die krank sind,
die vergeblich auf ein Wunder warten.
Tröste sie und
lass dein helles Licht aufleuchten.

In Liebe leuchtest du.
Wir bitten dich
für die mächtigen Menschen,
die mit Geld und Gewalt über andere herrschen,
die Kriege führen und Blut vergießen,
die die Schöpfung ausplündern,
und sich ihrer Verantwortung entziehen.
Halte sie auf und
lass dein helles Licht aufleuchten.

In Liebe leuchtest du.
Wir bitten dich
für die weltweite Kirche,
die zweifelt und doch am Glauben festhält,
die bedrängt wird und doch dein Wort weitergibt,
die sich sorgt und doch jeden Tag hofft,
die dich sucht.
Stärke sie und 
lass dein helles Licht aufleuchten.

Du Morgenstern, Jesus Christus,
du Licht vom Licht
für unsere Kinder, 
für unsere Liebsten,
für unser Leben.
Auf dich hoffen wir heute,
morgen und alle Tage.
Amen.

VELKD Wochengebete

Segen

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Friede

4. Mose 6,24-26.

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Fröhliche soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen.

Schwanenteich in der Lutherstadt Wittenberg 2025

Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch Dir, Mensch, zugute, Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute.

Sollt uns Gott nun können hassen, der uns gibt, was er liebt über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren.

Sollte von uns sein gekehrte, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kommt , von uns nimmt, was uns will betrüben?

Hätte vor der Menschen Orden unser Heil einen Greul, wär er nicht Mensch worden; hätt er Lust zu unserem Schaden, ei so würd unsere Büro er nicht auf sich laden.

Er nimmt auf sich, was auf Erden wir getan, gibt sich dran, unser Lamm zu werden, unser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod Gnad und Fried erwirbet.

Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und Dich, spricht mit süßen Lippen: »Lasset fahrn, o liebe Brüder, was Euch quält, was Euch fehlt; ich bring alles wieder.«

Ei so kommt und lasst uns laufen, stellt euch ein, groß und klein, eilt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet; schaut den Stern, der Euch gern Licht und Labsal gönnet.

Die Ihr schwebt in großem Leide, sehet, hier ist die Tür zu der wahren Freude; fasst ihn wohl, er wird Euch führen an den Ort, da hinfort Euch kein Kreuz wird rühren.

Wer sich fühlt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost: hier wird gefunden, der in Eil machet heil die vergift’ten Wunden.

Die Ihr arm seid und elende, kommt herbei, füllet frei Eures Glaubens Hände. Hier sind alle guten Gaben und das Gold, da Ihr sollt Euer Herz mit laben.

Süßes Heil, lass Dich umfangen, lass mich Dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; nun kann ich mich durch Dich wohl zufrieden geben.

Meine Schuld kann. mich nicht drücken, denn Du hast meine Last all auf Deinem Rücken. Kein Fleck ist an mir zu finden, ich bin gar rein und klar aller meiner Sünden.

Ich bin rein um deinetwillen: Du gibst gnug Ehr und Schmuck, mich darein zu hüllen. Ich will Dich ins Herze schließen, o mein Ruhm! Edle Blum, lass Dich recht genießen.

Ich will Dich mit Fleiß bewahren; ich will Dir leben hier, Dir will ich hinfahren; mit Dir will ich endlich schweben voller Freud ohne Zeit dort im andern Leben.

Text: Paul Gerhardt 1653 Musik: Johann Crüger 1653 LKG 101

Kollekte 

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du die Erstlinge der Heiden durch Deinen Stern zur Krippe geleitet und ihnen Deinen Sohn offenbaret hast: verleihe uns, die wir Dich im Glauben erkannt haben, daß wir auch zum Schauen Deiner Majestät und Herrlichkeit geführt werden. Durch unseren Herrn Jesum Christum, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 

Agende für evangelisch-lutherische Kirchen und Gemeinden. Bd.1. Lutherisches Verlagshaus: Berlin, 1955. S.36

Fortlaufende Lese

Und er machte sich auf aus der Synagoge und kam in Simons Haus. Und Simons Schwiegermutter lag in hohem Fieber, und sie baten ihn für sie.  39 Und er trat zu ihr und bedrohte das Fieber, und es verließ sie. Und sogleich stand sie auf und diente ihnen.  40 Und als die Sonne untergegangen war, brachten alle ihre Kranken mit mancherlei Leiden zu ihm. Und er legte einem jeden die Hände auf und machte sie gesund.  41 Von vielen fuhren auch die Dämonen aus, schrien und sprachen: Du bist der Sohn Gottes! Und er bedrohte sie und ließ sie nicht reden; denn sie wussten, dass er der Christus war.  42 Als es aber Tag wurde, ging er hinaus an eine einsame Stätte; und die Menge suchte ihn, und sie kamen zu ihm und wollten ihn festhalten, damit er nicht von ihnen ginge.  43 Er sprach aber zu ihnen: Ich muss auch den andern Städten das Evangelium predigen vom Reich Gottes; denn dazu bin ich gesandt.  44 Und er predigte in den Synagogen des jüdischen Landes. 

Lukas 4,38-44

Morgenlese

Und es kam zu mir einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen hatten, gefüllt mit den letzten sieben Plagen, und redete mit mir und sprach: Komm, ich will dir die Braut zeigen, die Frau des Lammes. 10 Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem herniederkommen aus dem Himmel von Gott, 11 die hatte die Herrlichkeit Gottes; ihr Leuchten war gleich dem alleredelsten Stein, einem Jaspis, klar wie Kristall; 12 sie hatte eine große und hohe Mauer und hatte zwölf Tore und auf den Toren zwölf Engel und Namen darauf geschrieben, nämlich die Namen der zwölf Stämme der Israeliten: 13 von Osten drei Tore, von Norden drei Tore, von Süden drei Tore, von Westen drei Tore. 14 Und die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundsteine und auf ihnen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes. 15 Und der mit mir redete, hatte einen Messstab, ein goldenes Rohr, um die Stadt zu messen und ihre Tore und ihre Mauer. 16 Und die Stadt ist viereckig angelegt und ihre Länge ist so groß wie die Breite. Und er maß die Stadt mit dem Rohr: zwölftausend Stadien. Die Länge und die Breite und die Höhe der Stadt sind gleich. 17 Und er maß ihre Mauer: hundertvierundvierzig Ellen nach Menschenmaß, das der Engel gebrauchte. 18 Und der Kern der Mauer war aus Jaspis und die Stadt aus reinem Gold, gleich reinem Glas. 19 Die Grundsteine der Mauer um die Stadt waren geschmückt mit allerlei Edelsteinen. Der erste Grundstein war ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalzedon, der vierte ein Smaragd, 20 der fünfte ein Sardonyx, der sechste ein Sarder, der siebente ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst. 21 Und die zwölf Tore waren zwölf Perlen, ein jedes Tor war aus einer einzigen Perle, und die Straße der Stadt war aus reinem Gold wie durchscheinendes Glas. 22 Und ich sah keinen Tempel darin; denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, er und das Lamm. 23 Und die Stadt bedarf keiner Sonne noch des Mondes, dass sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm. 24 Und die Völker werden wandeln in ihrem Licht; und die Könige auf Erden werden ihre Herrlichkeit in sie bringen. 25 Und ihre Tore werden nicht verschlossen am Tage; denn da wird keine Nacht sein. 26 Und man wird die Herrlichkeit und die Ehre der Völker in sie bringen. 27 Und nichts Unreines wird hineinkommen und keiner, der Gräuel tut und Lüge, sondern die geschrieben sind in dem Lebensbuch des Lammes. 

Offenbarung 21,9-27

Abendlese

Liebe Kinder, ich schreibe euch, dass euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen. 13 Ich schreibe euch Vätern; denn ihr habt den erkannt, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch jungen Männern; denn ihr habt den Bösen überwunden. 14 Ich habe euch Kindern geschrieben; denn ihr habt den Vater erkannt. Ich habe euch Vätern geschrieben; denn ihr habt den erkannt, der von Anfang an ist. Ich habe euch jungen Männern geschrieben; denn ihr seid stark, und das Wort Gottes bleibt in euch, und ihr habt den Bösen überwunden. 15 Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. 16 Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. 17 Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.

1. Johannes 2,12-17

Bekenntnislese

Darum lehren wir die Herzen und Gewissen, daß sie sich trösten durch dieselbe Verheißung Gottes, welche fest steht und bietet Gnade an und Vergebung der Sünden um Christus’ willen, nicht um unserer Werke willen. Danach lehren wir auch von guten Werken und von dem Gesetz, nicht daß wir durch des Gesetz verdienen Vergebung der Sünden, oder daß wir um des Gesetzes willen Gott angenehm seien, sondern daß Gott gute Werke haben will. Denn man muß, wie Paulus sagt, recht schneiden und teilen Gottes Wort, das Gesetz auf einen Ort, die Zusage Gottes auf den andern. Man muß sehen, wie die Schrift von der Verheißung, wie sie von dem Gesetz redet. Denn die Schrift gebietet und lobt also gute Werke, daß sie doch gleichwohl Gottes Verheißung und den rechten Schatz, Christum, noch viel tausendmal höher setzt.

Denn gute Werke soll und muß man tun, denn Gott will sie haben; so sind es Früchte des Glaubens, wie Paulus zu den Ephesern am 2, 10 sagt: „Denn wir sind geschaffen in Christo Jesu zu guten Werken.“ Darum sollen gute Werke dem Glauben folgen als Danksagungen gegen Gott, item, daß der Glaube dadurch geübt werde, wachse und zunehme, und daß durch unser Bekenntnis und guten Wandel andere auch erinnert werden.

Also sagt Paulus, daß Abraham habe die Beschneidung empfangen, nicht daß er um des Werkes willen wäre gerecht geworden, sondern daß er an seinem Leibe ein Zeichen hätte, dadurch er erinnert würde und immer im Glauben zunähme; item, daß er seinen Glauben bekennete vor andern und durch sein Zeugnis die andern auch zu glauben reizte.

Also hat Abel durch den Glauben Gott ein angenehm Opfer getan. Denn das Opfer hat Gott nicht gefallen ex opere operato sondern Abel hielt’s gewiß dafür, daß er einen gnädigen Gott hätte; das Werk aber tat er, daß er seinen Glauben übte und die andern durch sein Exempel und Bekenntnis zu glauben reizte.

So nun also und nicht anders die guten Werke sollten dem Glauben folgen, so tun die viel anderer Meinung ihre Werke, die nicht glauben, daß ihnen ohne Verdienst die Sünden vergeben werden um Christus’ willen, Denn wenn dieselben sehen gute Werke an den Heiligen, richten sie menschlicherweise von den Heiligen, wollen wähnen, die Heiligen haben mit ihren Werken Vergebung der Sünden erlangt oder seien durch Werke vor Gott gerecht geworden. Darum tun sie dergleichen ihnen nach und meinen, sie wollen auch also Vergebung der Sünden erlangen und Gottes Zorn versöhnen. Solchen öffentlichen Irrtum und falsche Lehre von den Werken verdammen wir. Erstlich, daß dadurch Christo, dem rechten Mittler, die Ehre genommen wird und wird den elenden Werken gegeben, wenn wir an Christus’ Statt unsere Werke wollen darstellen für einen Schatz und Versöhnung des göttlichen Zorns und der Sünde. Denn die Ehre gehört allein Christo, nicht unsern elenden Werken. Zum andern, so finden doch die Gewissen auch nicht Frieden in solchen Werken. Denn wenn sie schon der Werke viel tun und zu tun sich befleißigen, so findet sich doch kein Werk, das rein genug sei, das wichtig, köstlich genug sei, einen gnädigen Gott zu machen, das ewige Leben gewiß zu erlangen, in Summa, das Gewissen ruhig und friedlich zu machen. Für das dritte, die auf Werke bauen, die lernen nimmermehr Gott recht kennen noch seinen Willen. Denn ein Gewissen, das an Gottes Gnade zweifelt, das kann nicht glauben, daß es erhört werde. Und dieweil es Gott nicht anrufen kann, wird es auch göttlicher Hilfe nicht inne, kann also Gott nicht kennen lernen. Wenn aber der Glaube da ist, nämlich daß wir durch Christum einen gnädigen Gott haben, der darf fröhlich Gott anrufen, lernt Gott und seinen Willen kennen

Aber der Irrtum von den Werken klebt der Welt gar hart an. Die Heiden haben auch Opfer, welche von den Patriarchen erstlich herkommen; dieselbe Opfer und Werke der Väter haben sie nachgetan. Vom Glauben wußten sie nicht, hielten dafür, daß dieselben Werke ihnen einen gnädigen Gott machten.

Die Israeliten erdichteten ihnen auch Werke und Opfer der Meinung, daß sie dadurch wollten einen gnädigen Gott machen durch ihr opus operatum, daß ist, durch das bloße Werk, welches ohne Glauben geschah. Da sehen wir, wie heftig die Propheten dawider schreien und rufen, als im 50. Psalm: „Deines Opfers halben strafe ich dich nicht“ usw. Item, Jeremias sagt: „Ich habe nicht mit euren Vätern von Brandopfern geredet.“ Da verdammen die Propheten nicht die Opfer an ihnen selbst, denn die hat Gott geboten als äußerliche Übungen in demselben seinem Volk, sondern sie treffen vornehmlich ihr gottlos Herz, da sie die Opfer der Meinung taten, daß sie meinten, dadurch würde Gott ex opere operato versöhnt; dadurch ward der Glaube unterdrückt.

Und so nun kein Werk das Gewissen recht zufriedenstellt, so pflegen die Heuchler auf ein blindes Geratewohl und Wagen dahin gleichwohl ein Werk über das andere, ein Opfer über das andere zu erfinden, und alles ohne Gottes Wort und Befehl mit bösem Gewissen, wie wir im Papsttum gesehen. Und vornehmlich lassen sie sich bewegen durch die Exempel der Heiligen. Denn wenn sie denen also nachfolgen, meinen sie, sie wollen Vergebung der Sünden erlangen, wie die Heiligen erlangt haben usw. Aber die Heiligen glaubten. Das Volk Israel hatte gesehen, daß die Propheten opferten auf den Höhen und Hainen; das Werk taten sie nach, daß sie durch das Werk Gottes Zorn versöhnten. Die Propheten aber hatten da Opfer getan, nicht daß sie durch die Werke Vergebung der Sünden verdienen wollten, sondern daß sie an den Orten predigten und lehrten. Darum taten sie die Opfer zu einem Zeugnis ihres Glaubens.

Apologie IV,195-208/74-87

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Ponto Pilato, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

LKG S. 13f

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Matthäusevangelium 6,9-13

Segen

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.  Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.  Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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Ermuntere Dich, mein schwacher Geist

Ermuntre Dich, mein schwacher Geist, und trage groß Verlangen, ein kleines Kind, das Vater heißt, mit Freuden zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam und menschlich Wesen an sich nahm, dadurch die Welt mit Treuen als seine Braut zu freien.

Willkommen süßer Bräutigam, Du König aller Ehren! Willkommen Jesu, Gottes Lamm! Ich will Dein Lob vermehren; ich will Dir all mein Leben lang von Herzen sagen Preis und Dank, daß Du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren.

O Freudenzeit, o Wundernacht, dergleichen nie gefunden, Du hast den Heiland hergebracht, der alles überwunden, Du hast gebracht den starken Mann, der Feur und Himmel zwingen kann, vor dem die Wolken zittern und alle Berg erschüttern.

Brich an, Du schönes Morgenlicht, und laß den Himmel tagen! Du Hirtenvolk, erschrecke nicht, weil Dir die Engel sagen, daß dieses schwache Knäbelein soll unser Trost und Freude sein, dazu den Satan zwingen und alles wiederbringen.

O liebes Kind, o süßer Knab, holdselig von Gebärden, mein Bruder, den ich lieber hab als alle Schätz auf Erden; komm, Schönster, in mein Herz hinein, komm eilend, laß die Krippe sein, komm, komm, ich will beizeiten Dein Lager Dir bereiten.

Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei Dir von mir gesungen, daß Du mein Bruder worden bist und hast die Welt bezwungen; hilf, daß ich Deine Gütigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit, und mög hernach dort oben in Ewigkeit Dich loben.

Johann Rist 1641 LKG 99

Kollekte 

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du die Erstlinge der Heiden durch Deinen Stern zur Krippe geleitet und ihnen Deinen Sohn offenbaret hast: verleihe uns, die wir Dich im Glauben erkannt haben, daß wir auch zum Schauen Deiner Majestät und Herrlichkeit geführt werden. Durch unseren Herrn Jesum Christum, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 

Agende für evangelisch-lutherische Kirchen und Gemeinden. Bd.1. Lutherisches Verlagshaus: Berlin, 1955. S.36

Fortlaufende Lese

Und er ging hinab nach Kapernaum, einer Stadt in Galiläa, und lehrte sie am Sabbat.  32 Und sie waren bestürzt über seine Lehre; denn seine Rede war gewaltig.  33 Und es war ein Mensch in der Synagoge, besessen von einem Dämon, einem unreinen Geist, und der schrie laut:  34 Halt, was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen, uns zu vernichten? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!  35 Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! Und der Dämon warf ihn mitten unter sie und fuhr von ihm aus und tat ihm keinen Schaden.  36 Und es kam eine Furcht über sie alle, und sie redeten miteinander und sprachen: Was ist das für ein Wort? Er gebietet mit Vollmacht und Gewalt den unreinen Geistern, und sie fahren aus.  37 Und die Kunde von ihm erscholl in alle Orte des umliegenden Landes. 

Lukas 4,31-37

Morgenlese

Meine Lieben, ich schreibe euch nicht ein neues Gebot, sondern das alte Gebot, das ihr von Anfang an gehabt habt. Das alte Gebot ist das Wort, das ihr gehört habt. 8 Und doch schreibe ich euch ein neues Gebot, das wahr ist in ihm und in euch; denn die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint schon. 9 Wer sagt, er sei im Licht, und hasst seinen Bruder[2], der ist noch in der Finsternis. 10 Wer seinen Bruder liebt, der bleibt im Licht, und durch ihn kommt niemand zu Fall. 11 Wer aber seinen Bruder hasst, der ist in der Finsternis und wandelt in der Finsternis und weiß nicht, wo er hingeht; denn die Finsternis hat seine Augen verblendet. 

1. Johannes 2,7-11

Abendlese

Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. 2 Und er selbst ist die Versöhnung[1] für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt. 3 Und daran merken wir, dass wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten. 4 Wer sagt: Ich habe ihn erkannt, und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in dem ist die Wahrheit nicht. 5 Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind. 6 Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der soll so leben, wie er gelebt hat. 

1. Johannes 2,1-6

Bekenntnislese Apologie der CA IV,180-194

Aus dem allem ist’s klar genug, daß allein der Glaube uns vor Gott gerecht macht, das ist, er erlangt Vergebung der Sünden und Gnade um Christus’ willen und bringt uns zu einer neuen Geburt. Item so ist’s klar genug, daß wir allein durch den Glauben den Heiligen Geist empfangen; item, daß unsere Werke, und da wir anfangen, das Gesetz zu halten, an ihm selbst Gott nicht gefallen. So ich nun, wenn ich gleich voll guter Werke bin, wie Paulus war und Petrus, dennoch anderswo muß meine Gerechtigkeit suchen, nämlich in der Verheißung der Gnade Christi, item, so allein der Glaube das Gewissen stillt, so muß je das gewiß sein, daß allein der Glaube vor Gott gerecht macht. Denn wir müssen allezeit dabei bleiben, wollen wir recht lehren, daß wir nicht um des Gesetzes willen, nicht um Werke willen, sondern um Christus’ willen Gott angenehm sind. Denn die Ehre, so Christo gebührt, soll man nicht dem Gesetze oder unsern elenden Werken geben.

Antwort auf die Argumente der Widersacher.

So wir nun die rechten Gründe dieser Sache haben angezeigt, nämlich den Unterschied unter göttlicher Verheißung und des Gesetzes, so kann man leichtlich widerlegen dasjenige, so die Widersacher dagegen vorbringen. Denn sie führen Sprüche ein vom Gesetz und guten Werken. Die Sprüche aber, so von göttlicher Verheißung reden, lassen sie außen.

Man kann aber kurz antworten auf alle Sprüche, so sie einführen von dem Gesetze, nämlich, daß das Gesetz ohne Christum niemand halten kann, und wenngleich äußerlich gute Werke geschehen ohne Christum, so hat doch Gott darum an der Person nicht Gefallen. Darum wenn man will von guten Werken lehren oder predigen, soll man allezeit dazusetzen, daß zuvörderst Glaube da sein müsse, und daß sie allein um des Glaubens willen an Christum Gott angenehm seien, und daß sie Früchte und Zeugnisse des Glaubens sind. Diese unsere Lehre ist je klar, sie läßt sich auch wohl am Licht sehen und gegen die Heilige Schrift halten, und ist auch hie klar und richtig vorgetragen, wer ihm will sagen lassen und die Wahrheit nicht wissentlich verleugnen. Denn Christi Wohltat und den großen Schatz des Evangelii (welchen Paulus so hoch hebt) recht zu erkennen, müssen wir je auf einem Teil Gottes Verheißung und angebotene Gnade, auf dem andern Teil das Gesetz so weit voneinander scheiden als Himmel und Erde. In baufälligen Sachen bedarf man viele Glossen; aber in guten Sachen ist allezeit eine solutio oder zwei, die durchaus gehen und lösen alles auf, so man dagegen vermeint aufzubringen.

Also hier in dieser Sache: diese einige solutio löst alle Sprüche auf, die wider uns angezogen werden, nämlich daß man das Gesetz ohne Christum nicht recht tun kann, und obschon äußerliche Werke geschehen, daß doch Gott die Person nicht gefällt außer Christo.

Denn wir bekennen, daß die Schrift diese zwei Lehren führt: Gesetz und Verheißung der Gnade. Die Widersacher aber, die treten schlechts das ganze Evangelium mit Füßen und alle Verheißungen der Gnade in Christo; so lehren sie, daß wir um unserer Liebe und Werke willen Vergebung der Sünden erlangen und nicht durch den Glauben.

Denn so Gottes Gnade und Hilfe gegen uns gebaut ist auf unsere Werke, so ist sie gar ungewiß. Denn wir können nimmermehr gewiß sein, wann wir Werke genug tun, oder ob die Werke heilig oder rein genug seien. So wird auch also die Vergebung der Sünden ungewiß, und geht Gottes Zusage unter, wie Paulus sagt Röm. 4, 14: „Die göttliche Zusage ist dann umgestoßen, und ist alles ungewiß.“

Apostolische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Ponto Pilato, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

LKG S. 13f

Vaterunser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Matthäusevangelium 6,9-13

Segen

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.  Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.  Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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Stern über Bethlehem

Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg
Führ uns zur Krippe hin, zeig, wo sie steht
Leuchte du uns voran, bis wir dort sind
Stern über Bethlehem, führt uns zum Kind

Stern über Bethlehem, bleib bei uns steh’n
Du sollst den steilen Pfad vor uns hergeh’n
Führ uns zu Stall und zu Esel und Rind
Stern über Bethlehem, führ uns zum Kind

Stern über Bethlehem, nun bleibst du steh’n
Und lässt uns alle das Wunder hier seh’n
Das da geschehen, was niemand gedacht
Stern über Bethlehem, in dieser Nacht

Stern über Bethlehem, wir sind am Ziel
Denn dieser arme Stall bringt doch so viel
Du hast uns hergeführt, wir danken dir
Stern über Bethlehem, wir bleiben hier

Stern über Bethlehem, kehr’n wir zurück
Steht noch der helle Schein in unsrem Blick
Und was uns froh gemacht, teilen wir aus
Stern über Bethlehem, schein auch Zuhaus

Fortlaufende Lese

Und sie gaben alle Zeugnis von ihm und wunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Munde kamen, und sprachen: Ist das nicht Josefs Sohn?  23 Und er sprach zu ihnen: Ihr werdet mir freilich dies Sprichwort sagen: Arzt, hilf dir selber! Denn wie große Dinge haben wir gehört, die in Kapernaum geschehen sind! Tu so auch hier in deiner Vaterstadt!  24 Er sprach aber: Wahrlich, ich sage euch: Kein Prophet ist willkommen in seinem Vaterland.  25 Aber wahrhaftig, ich sage euch: Es waren viele Witwen in Israel zur Zeit des Elia, als der Himmel verschlossen war drei Jahre und sechs Monate und eine große Hungersnot herrschte im ganzen Lande,  26 und zu keiner von ihnen wurde Elia gesandt als allein nach Sarepta im Gebiet von Sidon zu einer Witwe.  27 Und viele Aussätzige waren in Israel zur Zeit des Propheten Elisa, und keiner von ihnen wurde rein als allein Naaman, der Syrer.  28 Und alle, die in der Synagoge waren, wurden von Zorn erfüllt, als sie das hörten.  29 Und sie standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war, um ihn hinabzustürzen.  30 Aber er ging mitten durch sie hinweg. 

Lukas 4,22-30

Morgenlese

Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens – 2 und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist –, 3 was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. 4 Und dies schreiben wir, auf dass unsere Freude vollkommen sei.

1.Johannes 1,1-4

Abendlese

Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis. 6 Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln doch in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit. 7 Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. 8 Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. 9 Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. 10 Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.

1.Johannes 1,5-10

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Credo in Deum,
Patrem omnipotentem,
Creatorem caeli et terrae.

Et in Iesum Christum,
Filium eius unicum, Dominum nostrum:
qui conceptus est de Spiritu Sancto,
natus ex Maria virgine,
passus sub Pontio Pilato,
crucifixus, mortuus, et sepultus,
descendit ad inferos:
tertia die resurrexit a mortuis;
ascendit ad caelos;
sedet ad dexteram Dei
Patris omnipotentis:
inde venturus est
iudicare vivos et mortuos.

Credo in Spiritum Sanctum,
sanctam Ecclesiam catholicam,
Sanctorum communionem,
remissionem peccatorum,
carnis resurrectionem,
vitam aeternam.
Amen.

Textfassung aus dem Missale Romanum von 1970.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Matthäusevangelium 6, 9-13

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.  Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.  Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart

Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart, wie uns die Alten sungen, von Jesse kam die Art, Und hat ein Blümlein bracht, mitten im kalten Winter, wohl zu der halben Nacht.

Das Röslein, das ich meine, davon Jesaias sagt, hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd. aus Gottes ewgem Rat hat sie ein Kind geboren wohl zu der halben Nacht.

Das Röselein so kleine, das duftet uns so süß, mit seinem hellen Scheine vertreibts die Finsternis. Wahr´ Mensch und wahrer Gott, hilft uns aus allem Leide, rettet von Sünd und Tod.

Strophe 1 und 2 vorreformartorisch, Köln 1599; Strophe 3 Berlin 1853. LKG 97

Kollekte 

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du die Erstlinge der Heiden durch Deinen Stern zur Krippe geleitet und ihnen Deinen Sohn offenbaret hast: verleihe uns, die wir Dich im Glauben erkannt haben, daß wir auch zum Schauen Deiner Majestät und Herrlichkeit geführt werden. Durch unseren Herrn Jesum Christum, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 

Agende für evangelisch-lutherische Kirchen und Gemeinden. Bd.1. Lutherisches Verlagshaus: Berlin, 1955. S.36

Fortlaufende Lese

Und Jesus kam in der Kraft des Geistes wieder nach Galiläa; und die Kunde von ihm erscholl durch das ganze umliegende Land.  15 Und er lehrte in ihren Synagogen und wurde von jedermann gepriesen.  

16 Und er kam nach Nazareth, wo er aufgewachsen war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbat in die Synagoge und stand auf, um zu lesen.  17 Da wurde ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht. Und als er das Buch auftat, fand er die Stelle, wo geschrieben steht:  18 »Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und die Zerschlagenen zu entlassen in die Freiheit  19 und zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.«  20 Und als er das Buch zutat, gab er’s dem Diener und setzte sich. Und aller Augen in der Synagoge sahen auf ihn.  21 Und er fing an, zu ihnen zu reden: Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren. 

Lukas 4,14-21

Morgenlese

Sie brachten aber den jungen Mann lebend herein und wurden nicht wenig getröstet.

13 Wir aber zogen voraus zum Schiff und fuhren nach Assos und wollten dort Paulus zu uns nehmen; denn er hatte es so befohlen, weil er selbst zu Fuß gehen wollte. 14 Als er nun in Assos zu uns stieß, nahmen wir ihn mit uns und kamen nach Mitylene. 15 Und von dort fuhren wir weiter und kamen am nächsten Tag auf die Höhe von Chios; am folgenden Tag gelangten wir nach Samos und am nächsten Tag kamen wir nach Milet. 16 Denn Paulus hatte beschlossen, an Ephesus vorüberzufahren, um in der Provinz Asia keine Zeit zu verlieren; denn er eilte, am Pfingsttag in Jerusalem zu sein, wenn es ihm möglich wäre.

17 Aber von Milet sandte er nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde rufen. 18 Als sie aber zu ihm kamen, sprach er zu ihnen: Ihr wisst, wie ich mich vom ersten Tag an, als ich in die Provinz Asia gekommen bin, die ganze Zeit bei euch verhalten habe, 19 wie ich dem Herrn gedient habe in aller Demut und mit Tränen und unter Anfechtungen, die mir durch die Nachstellungen der Juden widerfahren sind. 20 Ich habe euch nichts vorenthalten, was nützlich ist, dass ich’s euch nicht verkündigt und gelehrt hätte, öffentlich und in den Häusern, 21 und habe Juden und Griechen bezeugt die Umkehr zu Gott und den Glauben an unsern Herrn Jesus. 22 Und nun siehe, durch den Geist gebunden, fahre ich nach Jerusalem und weiß nicht, was mir dort begegnen wird, 23 nur dass der Heilige Geist mir in allen Städten bezeugt, dass Fesseln und Bedrängnisse auf mich warten.

Apostelgeschichte 20,12-23

Abendlese

Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.

Johannes 8,12

Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt[3], womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten. 14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. 15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. 16 So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. 

Matthäus 5,13-16

Bekenntnislese Apologie IV,152-165 (Von der Liebe und Erfüllung des Gesetzes)

Und gleichwie wir nicht erlangen Vergebung der Sünden durch andere gute Werke und Tugenden, als, um Geduld willen, um Keuschheit, um Gehorsams willen gegen die Obrigkeit, und folgen doch die Tugenden, wo Glaube ist:

also empfangen wir auch nicht um der Leibe Gottes willen Vergebung der Sünden, wiewohl sie nicht ausbleibt, wo dieser Glaube ist. Das aber Christus Lucä am 7, 47 spricht: „Ihr werden viel Sünden vergeben werden, denn sie hat viel geliebet“, da legt Christus sein Wort selbst aus, da er sagt V. 50: „Dein Glaube hat dir geholfen.“ Und Christus will nicht, daß die Frau durch das Werk der Liebe verdient habe Vergebung der Sünden; darum sagt er klar: „Dein Glaube hat dir geholfen.“

Nun ist das der Glaube, welcher sich verläßt auf Gottes Barmherzigkeit und Wort, nicht auf eigene Werke. Und meint jemand, daß der Glaube sich zugleich auf Gott und eigene Werke verlassen könne, der versteht gewißlich nicht, was Glaube sei. Denn das erschrockene Gewissen wird nicht zufrieden durch eigene Werke, sondern muß nach Barmherzigkeit schreien und läßt sich allein durch Gottes Wort trösten und aufrichten.

Und die Historie selbst zeigt an dem Ort wohl an, was Christus Liebe nennt. Die Frau kommt in der Zuversicht zu Christo, daß sie wolle Vergebung der Sünden bei ihm erlangen; das heißt recht Christum erkennen und ehren; denn größere Ehre kann man Christo nicht tun. Denn das heißt Messiam oder Christum wahrlich erkennen, bei ihm suchen Vergebung der Sünden. Dasselbe von Christo halten, also Christum erkennen und annehmen, das heißt recht an Christum glauben. Christus aber hat dieses Wort, da er sagt: „Sie hat viel geliebet“, nicht gebraucht, als er mit der Frau redete, sondern als er mit dem Pharisäer redete. Denn der Herr Christus hält gegeneinander die ganze Ehre, die ihm der Pharisäer getan hat, mit dem Erbieten und Werken, so die Frau ihm erzeigt hat. Er straft den Pharisäer, daß er ihn nicht hat erkannt für Christum, wiewohl er ihn äußerlich geehrt als einen Gast und frommen, heiligen Mann. Aber den Gottesdienst der Frau, daß sie ihre Sünde erkennt und bei Christo Vergebung der Sünden sucht, diesen Dienst lobt Christus. Und es ist ein großes Exempel, welches Christum billig bewogen hat, daß er den Pharisäer als einen weisen, ehrlichen Mann, der doch nicht an ihn glaubt, straft. Den Unglauben wirft er ihm vor und vermahnt ihn durch das Exempel, als sollte er sagen: Billig solltest du dich schämen, du Pharisäer, daß du so blind bist, mich für Christum und Messiam nicht erkennt’s, so du ein Lehrer des Gesetzes bist, und das Weib, das ein ungelehrt, arm Weib ist, mich erkennt.

Darum lobt er da nicht allein die Liebe, sondern den ganzen cultum oder Gottesdienst, den Glauben mit den Früchten, und nennt doch vor dem Pharisäer die Frucht. Denn man kann den Glauben in Herzen andern nicht weisen und anzeigen denn durch die Früchte, die beweisen vor den Menschen den Glauben im Herzen. Darum will Christus nicht, daß die Liebe und die Werke sollen der Schatz sein, dadurch die Sünden bezahlt werden, welches Christus’ Blut ist.

Derhalben ist dieser Streit über einer hohen, wichtigen Sache, da den frommen Herzen und Gewissen ihr höchster, gewissester, ewiger Trost an gelegen ist, nämlich von Christo, ob wir sollen vertrauen auf des Verdienst Christi oder auf unsere Werke.

Denn so wir auf unsere Werke vertrauen, so wird Christo seine Ehre genommen, so ist Christus nicht der Versöhner noch Mittler, und werden doch endlich erfahren, daß solch Vertrauen vergeblich sei, und daß die Gewissen dadurch nur in Verzweiflung fallen.

Denn das Gesetz macht niemand gerecht vor Gott, solange es uns anklagt. Nun kann sich ja niemand rühmen, daß er dem Gesetz genuggetan habe. Darum müssen wir sonst Trost suchen, nämlich ab Christo.

Nun wollen wir antworten auf die Fragen, welche wir oben angezeigt: warum die Liebe oder dilectio niemand vor Gott gerecht mache. Die Widersacher denken also, die Liebe sei die Erfüllung des Gesetzes, darum wäre es wohl wahr, daß die Liebe uns gerecht macht, wenn wir das Gesetz hielten. Wer darf aber mit Wahrheit sagen oder rühmen, daß er das Gesetz halte und Gott liebe, wie des Gesetz gebietet? Wir haben oben angezeigt, daß darum Gott die Verheißung der Gnade getan hat, daß wir das Gesetz nicht halten können. Darum sagt auch allenthalben Paulus, daß wir durch das Gesetz nicht können vor Gott gerecht werden. Die Widersacher müssen die wohl weit fehlen und der Hauptfrage irregehen, denn sie sehen die in diesem Handel allein das Gesetz an. Denn alle menschliche Vernunft und Weisheit kann nicht anders urteilen, denn daß man durch Gesetze müsse fromm werden, und wer äußerlich das Gesetz halte, der sei heilig und fromm. Aber das Evangelium rückt uns herum und weist uns von dem Gesetz zu den göttlichen Verheißungen und lehrt, daß wir nicht gerecht werden durchs Gesetz (denn niemand kann es halten), sondern dadurch, daß uns um Christus’ willen Versöhnung geschenkt ist, und die empfangen wir allein durch den Glauben. Denn ehe wir einen Tüttel am Gesetz erfüllen, muß erst da sein der Glaube an Christum, durch welchen wir Gott versöhnt werden und erst Vergebung der Sünden erlangen. Lieber Herrgott, wie dürfen doch die Leute sich Christen nennen oder sagen, daß sie auch die Bücher des Evangelii einmal je angesehen oder gelesen haben, die noch dieses anfechten, daß wir Vergebung der Sünden durch den Glauben an Christum erlangen? Ist es doch einem Christenmenschen schrecklich allein zu hören.

Zum andern ist’s gewiß, daß auch diejenigen, so durch den Glauben und Heiligen Geist neugeboren sind, doch gleichwohl noch, solange dies Leben währt, nicht gar rein sind, auch das Gesetz nicht vollkommen halten. Denn wiewohl sie die Erstlinge des Geistes empfangen, und wiewohl sich in ihnen das neue, ja das ewige Leben angefangen, so bleibt doch noch etwas da von der Sünde und böser Lust und findet das Gesetz noch viel, das es uns anzuklagen hat. Darum, obschon Liebe Gottes und gute Werke in Christen sollen und müssen sein, sind sie dennoch vor Gott nicht gerecht um solcher ihrer Werke willen, sondern um Christus’ willen durch den Glauben.

Und Vertrauen auf eigene Erfüllung des Gesetzes ist eitel Abgötterei und Lästerung Christi und fällt doch zuletzt weg und macht, daß die Gewissen verzweifeln. Derhalben soll dieser Grund feststehen bleiben, daß wir um Christus’ willen Gott angenehm und gerecht sind durch Glauben, nicht von wegen unserer Liebe und Werke. Daß wollen wir also klar und gewiß machen, daß man’s greifen möge. Solange das Herz nicht Frieden vor Gott hat, kann es nicht gerecht sein; denn es flieht vor Gottes Zorn und verzweifelt und wollte, daß Gott nicht richtete. Darum kann das Herz nicht gerecht und Gott angenehm sein, dieweil es nicht Frieden mit Gott hat. Nun macht der Glaube allein, daß das Herz zufrieden wird, und erlangt Ruhe und Leben, Röm. 5, 1, so es sich getrost und frei verläßt auf Gottes Zusage um Christus’ willen. Aber unsere Werke bringen das Herz nicht zufrieden, denn wir finden allezeit, daß sie nicht rein sind. Darum muß folgen, daß wir allein durch Glauben Gott angenehm und gerecht sind, so wir im Herzen schließen, Gott wolle uns gnädig sein, nicht von wegen unserer Werke und Erfüllung des Gesetzes, sondern aus lauter Gnade um Christus’ willen. Was können die Widersacher wider diesen Grund aufbringen? Was können sie wider die öffentliche Wahrheit erdichten oder erdenken? Denn dies ist je gewiß, und die Erfahrung lehrt stark genug, daß, wenn wir Gottes Urteil und Zorn recht fühlen oder in Anfechtung kommen, unsere Werke oder Gottesdienste das Gewissen nicht können zur Ruhe bringen. Und das zeigt die Schrift oft genug an, als im Psalm, 143, 2: „Du wollest mit deinem Knechte nicht in das Gericht gehen; denn vor dir wird keiner, der da lebt, gerecht sein.“ Da zeigt er klar an, daß alle Heiligen, alle frommen Kinder Gottes, welche den Heiligen Geist haben, wenn Gott nicht aus Gnaden ihnen will ihre Sünden vergeben, noch übrige Sünde im Fleisch an sich haben. Denn daß David an einem andern Ort, Ps. 7, 9, sagt: „Herr, richte mich nach meiner Gerechtigkeit!“ da redet er von seiner Sache und nicht von eigener Gerechtigkeit, sondern bittet, daß Gott seine Sache und Wort schützen wolle; wie er denn sagt: „Richte meine Sache!“ Wiederum Ps. 130, 3 sagt er klar, daß keiner, auch nicht die höchsten Heiligen, können Gottes Urteil ertragen, wenn er will auf Missetat achtgeben, wie er sagt: „So du willst achthaben auf Missetat, Herr, wer wird bestehen?“ und also sagt Hiob an 9, 28.30.: „Ich entstehe mich vor allen meinen Werken“: item: „Wenn ich gleich schneeweiß gewaschen wäre, und meine Hände gleich glänzeten vor Reinigkeit, noch würdest du Unreines an mir finden.“ Und in den Sprüchen Salomonis, 20, 9: „Wer kann sagen: Mein Herz ist rein?“ Und 1 Joh. 1, 8: „So wir werden sagen, daß wir keine Sünde haben, verführen wir uns selbst und ist die Wahrheit nicht in uns.“ Item, im Vaterunser bitten auch die Heiligen: „Vergib uns unsere Schuld!“ Darum haben auch die Heiligen Schuld und Sünde. Item, im 4. Buch Mosis, 14, 18: „Auch der unschuldige wird nicht unschuldig sein.“ Und Zacharias der Prophet sagt im 2. Kap., V 13: „Alles Fleisch sei stille vor dem Herrn!“ Und Jesaias sagt 40, 6: „Alles Fleisch ist Gras“, das ist, das Fleisch und alle Gerechtigkeit, so wir vermögen, die können Gottes Urteil nicht ertragen. Und Jonas sagt am 2. Kap., V. 9: „Welche sich verlassen auf Eitelkeit vergeblich, die lassen Barmherzigkeit fahren.“ Derhalben erhält uns eitel Barmherzigkeit; unsere eigenen Werke, Verdienst und Vermögen können uns nicht helfen. Diese Sprüche und dergleichen in der Schrift zeigen an, daß unsere Werke unrein sind, und daß wir Gnade und Barmherzigkeit bedürfen. Darum stellen die Werke die Gewissen nicht zufrieden, sondern allein die Barmherzigkeit, welche wir durch den Glauben ergreifen.

Zum dritten, Christus bleibt nichts destoweniger vor als nach der einige Mittler und Versöhner, wenn wir in ihm also neugeboren sind. Darum irren diejenigen, die da erdichten, daß Christus uns allein primam gratiam oder die erste Gnade verdiene, und daß wir hernach durch unsere eigenen Werke und Verdienst müssen das ewige Leben verdienen.

Denn er bleibt der einige Mittler, und wir sollen des gewiß sein, daß wir um seinetwillen allein einen gnädigen Gott haben; ob wir es auch gleich unwürdig sind, wie Paulus sagt Röm. 5, 2: „Durch ihn haben wir einen Zugang zu Gott.“ Denn unsere besten Werke, auch nach empfangener Gnade des Evangelii (wie ich gesagt), sind noch schwach und nicht gar rein; denn es ist je nicht so ein schlecht Ding um die Sünde und Adams Fall, wie die Vernunft meint oder gedenkt, und ist über allen menschlichen Verstand und Gedanken, was durch den Ungehorsam für ein schrecklicher Gotteszorn auf uns geerbt ist.

Und ist gar eine greulich Verderbung an der ganzen menschlichen Natur geschehen, welche kein Menschenwerk, sondern allein Gott selbst kann herwiederbringen. Darum sagt der Psalm: „Wohl denen, welchen ihre Sünden vergeben sind.“ Darum bedürfen wir Gnade und Gottes gnädiger Güte und Vergebung der Sünden, wenn wir gleich viele gute Werke getan haben. Dieselbe Gnade aber läßt sich allein durch den Glauben fassen.

Also bleibt Christus allein der Hohepriester und Mittler, und was wir nun Gutes tun, oder was wir des Gesetzes halten, gefällt Gott nicht für sich selbst, sondern daß wir uns an Christum halten und wissen, daß wir einen gnädigen Gott haben nicht um des Gesetzes willen, sondern um Christus’ willen.

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Credo in Deum,
Patrem omnipotentem,
Creatorem caeli et terrae.

Et in Iesum Christum,
Filium eius unicum, Dominum nostrum:
qui conceptus est de Spiritu Sancto,
natus ex Maria virgine,
passus sub Pontio Pilato,
crucifixus, mortuus, et sepultus,
descendit ad inferos:
tertia die resurrexit a mortuis;
ascendit ad caelos;
sedet ad dexteram Dei
Patris omnipotentis:
inde venturus est
iudicare vivos et mortuos.

Credo in Spiritum Sanctum,
sanctam Ecclesiam catholicam,
Sanctorum communionem,
remissionem peccatorum,
carnis resurrectionem,
vitam aeternam.
Amen.

Textfassung aus dem Missale Romanum von 1970.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Matthäusevangelium 6, 9-13

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.  Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.  Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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Nun ist es Zeit, zu singen hell, geboren ist Immanuel

Die drei Könige aus dem Morgenland

Nun ist es Zeit zu singen hell, geboren ist Immanuel von Maria, der reinen Magd, wie uns Jesaja hat gesagt.

Der Freude ist kein Maß noch Ziel, geboren ist Immanuel. Gott ist mit uns in gleichem Fleisch, doch ohne Sünden worden Mensch.

Die Welt vergeh nun, wann sie will, geboren ist Immanuel. Bei Gott sollen wir ewig sein, eia, ihm sei der Preis allein.

Ludwig Helmbold 1575 (LKG 95)

Kollekte 

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du die Erstlinge der Heiden durch Deinen Stern zur Krippe geleitet und ihnen Deinen Sohn offenbaret hast: verleihe uns, die wir Dich im Glauben erkannt haben, daß wir auch zum Schauen Deiner Majestät und Herrlichkeit geführt werden. Durch unseren Herrn Jesum Christum, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 

Agende für evangelisch-lutherische Kirchen und Gemeinden. Bd.1. Lutherisches Verlagshaus: Berlin, 1955. S.36

Fortlaufende Lese

Jesus aber, voll Heiligen Geistes, kam zurück vom Jordan. Und er wurde vom Geist in der Wüste umhergeführt  2 vierzig Tage lang und von dem Teufel versucht. Und er aß nichts in diesen Tagen, und als sie ein Ende hatten, hungerte ihn.  3 Der Teufel aber sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sprich zu diesem Stein, dass er Brot werde.  4 Und Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.«  5 Und der Teufel führte ihn hoch hinauf und zeigte ihm alle Reiche der ganzen Welt in einem Augenblick  6 und sprach zu ihm: Alle diese Macht will ich dir geben und ihre Herrlichkeit; denn sie ist mir übergeben und ich gebe sie, wem ich will.  7 Wenn du mich nun anbetest, so soll sie ganz dein sein.  8 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es steht geschrieben: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.«  9 Und er führte ihn nach Jerusalem und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich von hier hinunter;  10 denn es steht geschrieben: »Er wird befehlen seinen Engeln für dich, dass sie dich bewahren.«  11 Und: »Sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.«  12 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.«  13 Und als der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, wich er von ihm bis zur bestimmten Zeit. 

Lukas 4,1-13

Morgenlese

Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts; 9 die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. 10 Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, 11 und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf. 

Epheser 5,8-11

Abendlese

Mit Freuden 12 sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht. 13 Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes, 14 in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden.
15 Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. 16 Denn in ihm wurde alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. 17 Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm. 18 Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, auf dass er in allem der Erste sei. 19 Denn es hat Gott gefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen 20 und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz. 

Kolosser 1,12-20

Bekenntnislese Apologie der Augsburger Konfession IV,136-151

Darum sagen wir auch, daß man muß das Gesetz halten, und ein jeder Gläubiger fängt an, es zu halten, und nimmt je länger, je mehr zu in Liebe und Furcht Gottes, welches ist recht Gottes Gebote erfüllt. Und wenn wir vom Gesetzhalten reden oder von guten Werken, begreifen wir beides, das gute Herz inwendig und die Werke auswendig. Darum tun uns die Widersacher unrecht, da sie uns schuld geben, wir lehrten nicht von guten Werken; so wir nicht allein sagen, man müsse gute Werke tun, sondern sagen auch eigentlich, wie das Herz müsse dabei sein, damit es nicht lose, taube, kalte Heuchlerwerke seien.

Es lehrt die Erfahrung, daß die Heuchler, wiewohl sie sich unterstehen, aus ihren Kräften das Gesetz zu halten, daß sie es nicht vermögen, noch mit der Tat beweisen. Denn wie fein sind sie ohne Haß, Neid, Zank, Grimm, Zorn, ohne Geiz, Ehebruch usw.! Also, daß nirgend die Laster größer sind denn in Klöstern und Stiften.

Es sind alle menschlichen Kräfte viel zu schwach dem Teufel, daß sie seiner List und Stärke aus eigenem Vermögen widerstehen sollten, welcher alle diejenigen gefänglich hält, die nicht durch Christum erlöst werden.

Es muß göttliche Stärke sein und Christus’ Auferstehung, die den Teufel überwinde. Und so wir wissen, daß wir Christi Stärke, seines Sieges durch den Glauben teilhaftig werden, können wir auf die Verheißung, die wir haben, Gott bitten, daß er uns durch seines Geistes Stärke beschirme und regiere, daß uns der Teufel nicht fälle oder stürze; sonst fielen wir alle Stunden in Irrtum und greuliche Laster. Darum sagt Paulus nicht von uns, sondern von Christo Eph. 4, 8: „Er hat das Gefängnis gefangen geführt.“ Denn Christus hat den Teufel überwunden und durchs Evangelium verheißen den Heiligen Geist, daß wir durch Hilfe desselben auch alles Übel überwinden. Und 1 Joh. 3, 8 ist geschrieben: „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er auflöse die Werke des Teufels.“

Darum so lehren wir nicht allein, wie man das Gesetz halte, sondern auch wie es Gott gefalle alles, was wir tun, nämlich, nicht daß wir in diesem Leben das Gesetz so vollkommen und rein halten können, sondern daß wir in Christo sind, wie wir hernach wollen sagen. So ist es nun gewiß, daß die unsern auch von guten Werken recht lehren.

Und wir setzen noch dazu, daß es unmöglich sei, daß rechter Glaube der das Herz tröstet und Vergebung der Sünden empfängt, ohne die Liebe Gottes sei. Denn durch Christum kommt man zum Vater, und wenn wir durch Christum Gott versöhnt sind, so glauben und schließen wir dann erst recht gewiß im Herzen, daß ein wahrer Gott lebe und sei, daß wir einen Vater im Himmel haben, der auf uns allzeit steht, der zu fürchten sei, der um so unsägliche Wohltat zu lieben sei, dem wir sollen allezeit herzlich danken, ihm Lob und Preis sagen, welcher unser Gebet, auch unser Sehnen und Seufzen erhört, wie denn Johannes in seiner ersten Epistel sagt, 1 Joh. 4, 19: „Wir lieben ihn, denn er hat uns zuvor geliebet.“ Uns nämlich; denn er hat seinen Sohn für uns gegeben und uns Sünde vergeben. Da zeigt Johannes genug an, daß der Glaube also vorgehe und die Liebe alsdann folge.

Item, dieser Glaube ist in denen, da rechte Busse ist, das ist, da ein erschrocken Gewissen Gottes Zorn und seine Sünde fühlt, Vergebung der Sünden und Gnade sucht. Und in solchem Schrecken, in solchen Ängsten und Nöten beweist sich erst der Glaube und muß auch also bewährt werden und zunehmen.

Darum kann der Glaube nicht sein in fleischliche, sicheren Leuten, welche nach des Fleisches Lust und Willen dahinleben. Denn also sagt Paulus Röm. 8, 1: „So ist nun nichts Verdammliches an denen, die in Christo Jesu sind, die nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist.“ Item, V. 12.13: „So sind wir nun Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben; denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben.“

Derhalben kann der Glaube, welcher allein in den Herzen und Gewissen ist, denen ihre Sünde herzlich leid sind, nicht zugleich neben einer Todsünde sein, wie die Widersacher lehren. So kann er auch nicht in denjenigen sein, die nach der Welt fleischlich, nach des Satans und des Fleisches Willen leben.

Aus diesen Früchten und Werken des Glaubens klauben die Widersacher nur ein Stück, nämlich die Liebe, und lehren, daß die Liebe vor Gott gerecht mache; also sind sie nichts anderes denn Werkprediger und Gesetzlehrer. Sie lehren nicht erst, daß wir Vergebung der Sünden erlangen durch den Glauben. Sie lehren nichts von dem Mittler Christo, daß wir durch denselben einen gnädigen Gott erlangen, sondern reden von unserer Liebe und unsern Werken und sagen doch nicht, was es für eine Liebe sei, und können es auch nicht sagen.

Sie rühmen, sie könnten das Gesetz erfüllen oder halten, so doch die Ehre niemand gehört denn Christo, und halten also ihr eigen Werk gegen Gottes Urteil, sagen, sie verdienten de condigno Gnade und ewiges Leben. Das ist doch ein ganz vergeblich und gottlos Vertrauen auf eigene Werke. Denn in diesem Leben können auch Christen und die Heiligen selbst Gottes Gesetz nicht vollkommen halten; denn es bleiben immer böse Neigungen und Lüste in uns, wiewohl der Heilige Geist denselben widersteht.

Es möchte aber jemand unter ihnen fragen: So wir selbst bekennen, daß die Liebe eine Frucht des Geistes sei, und so die Liebe dennoch ein heilig Werk und Erfüllung des Gesetzes genannt wird, warum wir denn auch nicht lehren, daß sie vor Gott gerecht mache? Antwort: Erstlich ist das gewiß, daß wir Vergebung der Sünden nicht empfangen weder durch die Liebe noch um der Leibe willen, sondern allein durch den Glauben um Christus’ willen.

Denn allein der Glaube im Herzen steht auf Gottes Verheißung; und allein der Glaube ist die Gewißheit, da das Herz Gewiß drauf steht, daß Gott gnädig ist, daß Christus nicht umsonst gestorben sei usw. Und derselbe Glaube überwindet allein das Schrecken des Todes und der Sünde.

Denn wer noch wankt oder zweifelt, ob ihm die Sünden vergeben seien, der vertraut Gott nicht und verzagt an Christo; denn er hält seine Sünde für größer und stärker denn den Tod und Blut Christi, so doch Paulus sagt zu den Römern am 5, 20, „die Gnade sei mächtiger denn die Sünde“, das ist, kräftiger, reicher und stärker.

So nun jemand meint, daß er darum Vergebung der Sünden will erlangen, daß er die Liebe hat, der schmäht und schändet Christum und wird am letzten Ende, wenn er vor Gottes Gericht stehen soll, finden, daß solch Vertrauen vergeblich ist. Darum ist es gewiß, daß allein der Glaube gerecht macht.

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Credo in Deum,
Patrem omnipotentem,
Creatorem caeli et terrae.

Et in Iesum Christum,
Filium eius unicum, Dominum nostrum:
qui conceptus est de Spiritu Sancto,
natus ex Maria virgine,
passus sub Pontio Pilato,
crucifixus, mortuus, et sepultus,
descendit ad inferos:
tertia die resurrexit a mortuis;
ascendit ad caelos;
sedet ad dexteram Dei
Patris omnipotentis:
inde venturus est
iudicare vivos et mortuos.

Credo in Spiritum Sanctum,
sanctam Ecclesiam catholicam,
Sanctorum communionem,
remissionem peccatorum,
carnis resurrectionem,
vitam aeternam.
Amen.

Textfassung aus dem Missale Romanum von 1970.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Matthäusevangelium 6, 9-13

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.  Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.  Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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Das hl. Epiphaniasfest: Dreikönigstag (6. Januar)

Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint jetzt.

1. Johannes 2,8b

Introitus

Gott, gib dein Recht dem König und deine Gerechtigkeit dem Königssohn, 2 dass er dein Volk richte in Gerechtigkeit und deine Elenden nach dem Recht. 3 Lass die Berge Frieden bringen für das Volk und die Hügel Gerechtigkeit. 4 Er soll den Elenden im Volk Recht schaffen und den Armen helfen und die Bedränger zermalmen. 5 Er soll leben, solange die Sonne scheint und solange der Mond währt, von Geschlecht zu Geschlecht. 6 Er soll herabfahren wie der Regen auf die Aue, wie die Tropfen, die das Land feuchten. 7 Zu seinen Zeiten soll blühen die Gerechtigkeit und großer Friede sein, bis der Mond nicht mehr ist. 8 Er soll herrschen von einem Meer bis ans andere und von dem Strom bis zu den Enden der Erde. 9 Vor ihm sollen sich neigen die Söhne der Wüste, und seine Feinde sollen Staub lecken. 10 Die Könige von Tarsis und auf den Inseln sollen Geschenke bringen, die Könige aus Saba und Seba sollen Gaben senden. 11 Alle Könige sollen vor ihm niederfallen und alle Völker ihm dienen. 12 Denn er wird den Armen erretten, der um Hilfe schreit, und den Elenden, der keinen Helfer hat. 13 Er wird gnädig sein den Geringen und Armen, und den Armen wird er helfen. 14 Er wird sie aus Bedrückung und Frevel erlösen, und ihr Blut ist wert geachtet vor ihm. 15 Er soll leben, und man soll ihm geben vom Gold aus Saba. Man soll immerdar für ihn beten und ihn täglich segnen. 16 Voll stehe das Getreide im Land bis oben auf den Bergen; wie am Libanon rausche seine Frucht. In den Städten sollen sie grünen wie das Gras auf Erden. 17 Sein Name bleibe ewiglich; solange die Sonne währt, blühe sein Name. Und durch ihn sollen gesegnet sein alle Völker, und sie werden ihn preisen. 18 Gelobt sei Gott der HERR, der Gott Israels, der allein Wunder tut! 19 Gelobt sei sein herrlicher Name ewiglich, und alle Lande sollen seiner Ehre voll werden! Amen! Amen! 20 Zu Ende sind die Gebete Davids, des Sohnes Isais. 

Psalm 72

Kollekte

Herr Gott, himmlischer Vater, der Du die Erstlinge der Heiden durch Deinen Stern zur Krippe geleitet und ihnen Deinen Sohn offenbaret hast: verleihe uns, die wir Dich im Glauben erkannt haben, daß wir auch zum Schauen Deiner Majestät und Herrlichkeit geführt werden. Durch unseren Herrn Jesum Christum, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Agende für evangelisch-lutherische Kirchen und Gemeinden. Bd.1. Lutherisches Verlagshaus: Berlin, 1955. S.36

Alttestamentliche Lese

Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! 2 Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. 3 Und die Völker werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht. 4 Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt, kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter auf dem Arm hergetragen werden. 5 Dann wirst du es sehen und vor Freude strahlen, und dein Herz wird erbeben und weit werden, wenn sich die Schätze der Völker am Meer zu dir kehren und der Reichtum der Völker zu dir kommt. 6 Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die jungen Kamele aus Midian und Efa. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des HERRN Lob verkündigen.

Jesaja 60,1-6

Epistolische Lektion

Deshalb sage ich, Paulus, der Gefangene Christi Jesu für euch Heiden – 2 ihr habt ja gehört, worin das Werk der Gnade Gottes besteht, die mir für euch gegeben wurde: 3 Durch Offenbarung ist mir das Geheimnis kundgemacht worden, wie ich zuvor aufs Kürzeste geschrieben habe. 4 Daran könnt ihr, wenn ihr’s lest, meine Einsicht in das Geheimnis Christi erkennen. 5 Dies war in früheren Zeiten den Menschenkindern nicht kundgemacht, wie es jetzt offenbart ist seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist; 6 nämlich dass die Heiden Miterben sind und mit zu seinem Leib gehören und Mitgenossen der Verheißung in Christus Jesus sind durch das Evangelium, 7 dessen Diener ich geworden bin durch die Gabe der Gnade Gottes, die mir nach seiner mächtigen Kraft gegeben wurde.

Epheser 3,1-7

Halleluja Vers

Halleluja. Alle Könige werden ihn anbeten, alle Heiden werden ihm dienen. Halleluja.

Psalm 72,11

Evangelium (Predigttext)

Da Jesus geboren war zu Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland[1] nach Jerusalem und sprachen: 2 Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten[2]. 3 Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, 4 und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. 5 Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten: 6 »Und du, Bethlehem im Lande Juda, bist mitnichten die kleinste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.« 7 Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, 8 und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr’s findet, so sagt mir’s wieder, dass auch ich komme und es anbete. 9 Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. 10 Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut 11 und gingen in das Haus und sahen[3] das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. 12 Und da ihnen im Traum befohlen wurde, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem andern Weg wieder in ihr Land. 

Matthäus 2,1-11

Bekenntnis der christlichen Kirche

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus,  Gottes eingeborenen Sohn,  der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt,  Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolische Kirche.  Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänische Glaubensbekenntnis.

Bekenntnislese Apologie der CA 4,122-208

Hier werfen uns die Widersacher diesen Spruch vor: „Willst du ewig leben, so halte die Gebote Gottes.“ Item zu den Römern am 2, 13: „Nicht die das Gesetz hören, werden gerecht sein, sondern die das Gesetz tun“; und dergleichen viel vom Gesetz und von Werken. Nun, ehe wir darauf antworten, müssen wir sagen von der Liebe, und was wir von der Erfüllung des Gesetzes halten.

Es steht geschrieben im Propheten: „Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben.“ Und Röm. 3, 31 sagt Paulus: „Wir heben das Gesetz nicht auf durch den Glauben, sondern richten das Gesetz auf.“ Item, Christum sagt: „Willst du ewig leben, so halte die Gebote.“ Item, zu den Korinthern sagt Paulus: „So ich nicht die Liebe habe, bin ich nichts.“

Diese und dergleichen Sprüche zeigen an, daß wir das Gesetz halten sollen, wenn wir durch den Glauben gerecht worden sind, und also je länger je mehr im Geist zunehmen. Wir reden aber hier nicht von Zeremonien Mosis, sondern von den zehn Geboten, welche von uns fordern, daß wir von Herzensgrund Gott recht fürchten und lieben sollen.

Dieweil nun der Glaube mit sich bringt den Heiligen Geist und ein neu Licht und Leben im Herzen wirkt, so ist es gewiß und folgt von Not, daß der Glaube das Herz erneuert und ändert. Und was das für eine Neuerung der Herzen sei, zeigt der Prophet an, da er sagt: „Ich will mein Gesetz in ihre Herzen geben.“ Wenn wir nun durch den Glauben neugeboren sind und erkannt haben, daß uns Gott will gnädig sein, will unser Vater und Helfer sein, so heben wir an, Gott zu fürchten, zu lieben, ihm zu danken, ihn zu preisen, von ihm alle Hilfe zu bitten und zu erwarten, ihm auch nach seinem Willen in Trübsalen gehorsam zu sein. Wir heben alsdann auch an, den Nächsten zu lieben; da ist nun inwendig durch den Geist Christi ein neu Herz, Sinn und Mut.

Dieses alles kann nicht geschehen, ehe wir durch den Glauben gerecht werden, ehe wir neugeboren werden durch den Heiligen Geist.

Denn erstlich kann niemand das Gesetz halten ohne Christus’ Erkenntnis; so kann auch niemand das Gesetz erfüllen ohne den Heiligen Geist. Den Heiligen Geist aber können wir nicht empfangen denn durch den Glauben, wie zu den Galatern am 3, 14 Paulus sagt, daß wir „Die Verheißung des Geistes durch den Glauben empfangen“.

Item, es ist unmöglich, daß ein Menschenherz allein durch das Gesetz oder sein Werk Gott liebe. Denn das Gesetz zeigt allein an Gottes Zorn und Ernst; das Gesetz klagt uns an und zeigt an, wie er so schrecklich die Sünde strafen wolle beide mit zeitlichen und ewigen Strafen. Darum was die Scholastici von der Liebe Gottes reden, ist ein Traum, und ist unmöglich, Gott zu lieben, ehe wir durch den Glauben die Barmherzigkeit erkennen und ergreifen. Denn alsdann erst wird Gott obiectum amabile, ein lieblicher seliger Anblick.

Wiewohl nun ein ehrbar Leben zu führen und äußerliche Werke des Gesetzes zu tun, die Vernunft etlichermaßen ohne Christum, ohne den Heiligen Geist aus angebornem Licht vermag, so ist es doch gewiß, wie oben angezeigt, daß die höchsten Stücke des göttlichen Gesetzes, als, das ganze Herz zu Gott zu kehren, von ganzem Herzen ihn groß zu achten (welches in der ersten Tafel und im ersten, höchsten Gebot gefordert wird), niemand vermag ohne den Heiligen Geist.

Aber unsere Widersacher sind gute, rohe, faule, unerfahrene Theologen. Sie sehen allein die andere Tafel Mosis an und die Werke derselben. Aber die erste Tafel, da die höchste Theologie innen steht, da es alles an gelegen ist, achten sie gar nicht; ja dasselbe höchste, heiligste, größte, vornehmste Gebot, welches allen menschlichen und engelischen Verstand übertrifft, welches den höchsten Gottesdienst, die Gottheit selbst und die Ehre der ewigen Majestät belangt, da Gott gebietet, daß wir herzlich ihn sollen für einen Herrn und Gott halten, fürchten und lieben, halten sie so gering, so klein, als gehörte es zu der Theologie nicht.

Christus ist uns aber dazu dargestellt, daß um seinetwillen uns Sünden vergeben und der Heilige Geist geschenkt wird, der ein neu Licht und ewiges Leben, ewige Gerechtigkeit in uns wirkt, daß er uns Christum im Herzen zeigt, wie Johannis am 16, 15 geschrieben: „Er wird’s von dem Meinen nehmen und euch verkündigen.“ Item, er wirkt auch andere Gaben: Liebe, Danksagung, Keuschheit, Geduld usw. Darum vermag das Gesetz niemand ohne den Heiligen Geist zu erfüllen; darum sagt Paulus: „Wir richten das Gesetz auf durch den Glauben und tun’s nicht ab“; denn so können wir erst das Gesetz erfüllen und halten, wenn der Heilige Geist uns gegeben wird.

Und Paulus 2 Kor. 3, 15f. sagt, daß die Decke des Angesichts Mosis könne nicht weggetan werden denn allein durch den Glauben an den Herrn Christum, durch welchen gegeben wird der Heilige Geist. Denn also sagt er: „Bis auf diesen Tag, wenn Moses gelesen wird, ist die Decke über ihrem Herzen; wenn sie sich aber zum Herrn bekehren, wird die Decke weggetan. Denn der Herr ist ein Geist; wo aber des Herrn Geist ist, da ist Freiheit.“

Die Decke nennt Paulus den menschlichen Gedanken und Wahn von den zehn Geboten und Zeremonien, nämlich daß die Heuchler wähnen wollen, daß das Gesetz möge erfüllt und gehalten werden durch äußerliche Werke, und als machten die Opfer, item allerlei Gottesdienst, ex opere operato jemand gerecht vor Gott. 1

Dann wird aber die Decke vom Herzen genommen, das ist, der Irrtum und Wahn wird weggenommen, wenn Gott im Herzen uns zeigt unsern Jammer und läßt uns Gottes Zorn und unsere Sünde fühlen. Da merken wir erst, wie gar fern und weit wir vom Gesetz seien. Da erkennen wir erst, wie sicher und verblendet alle Menschen dahingehen, wie sie Gott nicht fürchten, in Summa, nicht glauben, daß Gott Himmel, Erde und alle Kreaturen geschaffen hat, unsern Odem und Leben und die ganze Kreatur alle Stunden erhält und wider den Satan bewahrt. Da erfahren wir erst, daß eitel Unglaube, Sicherheit, Verachtung Gottes in uns so tief verborgen steckt. Da erfahren wir erst, daß wir so schwach oder gar nichts glauben, daß Gott Sünde vergebe, daß er Gebet erhöre usw. Wenn wir nun das Wort und Evangelium hören und durch den Glauben Christum erkennen, empfangen wir den Heiligen Geist, daß wir dann recht von Gott halten, ihn fürchten, ihm glauben usw. In diesem ist nun genugsam angezeigt, daß wir Gottes Gesetz ohne den Glauben, ohne Christum, ohne den Heiligen Geist nicht halten können.

Darum sagen wir auch, daß man muß das Gesetz halten, und ein jeder Gläubiger fängt an, es zu halten, und nimmt je länger, je mehr zu in Liebe und Furcht Gottes, welches ist recht Gottes Gebote erfüllt. Und wenn wir vom Gesetzhalten reden oder von guten Werken, begreifen wir beides, das gute Herz inwendig und die Werke auswendig. Darum tun uns die Widersacher unrecht, da sie uns schuld geben, wir lehrten nicht von guten Werken; so wir nicht allein sagen, man müsse gute Werke tun, sondern sagen auch eigentlich, wie das Herz müsse dabei sein, damit es nicht lose, taube, kalte Heuchlerwerke seien.

Es lehrt die Erfahrung, daß die Heuchler, wiewohl sie sich unterstehen, aus ihren Kräften das Gesetz zu halten, daß sie es nicht vermögen, noch mit der Tat beweisen. Denn wie fein sind sie ohne Haß, Neid, Zank, Grimm, Zorn, ohne Geiz, Ehebruch usw.! Also, daß nirgend die Laster größer sind denn in Klöstern und Stiften.

Es sind alle menschlichen Kräfte viel zu schwach dem Teufel, daß sie seiner List und Stärke aus eigenem Vermögen widerstehen sollten, welcher alle diejenigen gefänglich hält, die nicht durch Christum erlöst werden.

Es muß göttliche Stärke sein und Christus’ Auferstehung, die den Teufel überwinde. Und so wir wissen, daß wir Christi Stärke, seines Sieges durch den Glauben teilhaftig werden, können wir auf die Verheißung, die wir haben, Gott bitten, daß er uns durch seines Geistes Stärke beschirme und regiere, daß uns der Teufel nicht fälle oder stürze; sonst fielen wir alle Stunden in Irrtum und greuliche Laster. Darum sagt Paulus nicht von uns, sondern von Christo Eph. 4, 8: „Er hat das Gefängnis gefangen geführt.“ Denn Christus hat den Teufel überwunden und durchs Evangelium verheißen den Heiligen Geist, daß wir durch Hilfe desselben auch alles Übel überwinden. Und 1 Joh. 3, 8 ist geschrieben: „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er auflöse die Werke des Teufels.“

Darum so lehren wir nicht allein, wie man das Gesetz halte, sondern auch wie es Gott gefalle alles, was wir tun, nämlich, nicht daß wir in diesem Leben das Gesetz so vollkommen und rein halten können, sondern daß wir in Christo sind, wie wir hernach wollen sagen. So ist es nun gewiß, daß die unsern auch von guten Werken recht lehren.

Und wir setzen noch dazu, daß es unmöglich sei, daß rechter Glaube der das Herz tröstet und Vergebung der Sünden empfängt, ohne die Liebe Gottes sei. Denn durch Christum kommt man zum Vater, und wenn wir durch Christum Gott versöhnt sind, so glauben und schließen wir dann erst recht gewiß im Herzen, daß ein wahrer Gott lebe und sei, daß wir einen Vater im Himmel haben, der auf uns allzeit steht, der zu fürchten sei, der um so unsägliche Wohltat zu lieben sei, dem wir sollen allezeit herzlich danken, ihm Lob und Preis sagen, welcher unser Gebet, auch unser Sehnen und Seufzen erhört, wie denn Johannes in seiner ersten Epistel sagt, 1 Joh. 4, 19: „Wir lieben ihn, denn er hat uns zuvor geliebet.“ Uns nämlich; denn er hat seinen Sohn für uns gegeben und uns Sünde vergeben. Da zeigt Johannes genug an, daß der Glaube also vorgehe und die Liebe alsdann folge.

Item, dieser Glaube ist in denen, da rechte Busse ist, das ist, da ein erschrocken Gewissen Gottes Zorn und seine Sünde fühlt, Vergebung der Sünden und Gnade sucht. Und in solchem Schrecken, in solchen Ängsten und Nöten beweist sich erst der Glaube und muß auch also bewährt werden und zunehmen.

Darum kann der Glaube nicht sein in fleischliche, sicheren Leuten, welche nach des Fleisches Lust und Willen dahinleben. Denn also sagt Paulus Röm. 8, 1: „So ist nun nichts Verdammliches an denen, die in Christo Jesu sind, die nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist.“ Item, V. 12.13: „So sind wir nun Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben; denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben.“

Derhalben kann der Glaube, welcher allein in den Herzen und Gewissen ist, denen ihre Sünde herzlich leid sind, nicht zugleich neben einer Todsünde sein, wie die Widersacher lehren. So kann er auch nicht in denjenigen sein, die nach der Welt fleischlich, nach des Satans und des Fleisches Willen leben.

Aus diesen Früchten und Werken des Glaubens klauben die Widersacher nur ein Stück, nämlich die Liebe, und lehren, daß die Liebe vor Gott gerecht mache; also sind sie nichts anderes denn Werkprediger und Gesetzlehrer. Sie lehren nicht erst, daß wir Vergebung der Sünden erlangen durch den Glauben. Sie lehren nichts von dem Mittler Christo, daß wir durch denselben einen gnädigen Gott erlangen, sondern reden von unserer Liebe und unsern Werken und sagen doch nicht, was es für eine Liebe sei, und können es auch nicht sagen.

Sie rühmen, sie könnten das Gesetz erfüllen oder halten, so doch die Ehre niemand gehört denn Christo, und halten also ihr eigen Werk gegen Gottes Urteil, sagen, sie verdienten de condigno Gnade und ewiges Leben. Das ist doch ein ganz vergeblich und gottlos Vertrauen auf eigene Werke. Denn in diesem Leben können auch Christen und die Heiligen selbst Gottes Gesetz nicht vollkommen halten; denn es bleiben immer böse Neigungen und Lüste in uns, wiewohl der Heilige Geist denselben widersteht.

Es möchte aber jemand unter ihnen fragen: So wir selbst bekennen, daß die Liebe eine Frucht des Geistes sei, und so die Liebe dennoch ein heilig Werk und Erfüllung des Gesetzes genannt wird, warum wir denn auch nicht lehren, daß sie vor Gott gerecht mache? Antwort: Erstlich ist das gewiß, daß wir Vergebung der Sünden nicht empfangen weder durch die Liebe noch um der Leibe willen, sondern allein durch den Glauben um Christus’ willen.

Denn allein der Glaube im Herzen steht auf Gottes Verheißung; und allein der Glaube ist die Gewißheit, da das Herz Gewiß drauf steht, daß Gott gnädig ist, daß Christus nicht umsonst gestorben sei usw. Und derselbe Glaube überwindet allein das Schrecken des Todes und der Sünde.

Denn wer noch wankt oder zweifelt, ob ihm die Sünden vergeben seien, der vertraut Gott nicht und verzagt an Christo; denn er hält seine Sünde für größer und stärker denn den Tod und Blut Christi, so doch Paulus sagt zu den Römern am 5, 20, „die Gnade sei mächtiger denn die Sünde“, das ist, kräftiger, reicher und stärker.

So nun jemand meint, daß er darum Vergebung der Sünden will erlangen, daß er die Liebe hat, der schmäht und schändet Christum und wird am letzten Ende, wenn er vor Gottes Gericht stehen soll, finden, daß solch Vertrauen vergeblich ist. Darum ist es gewiß, daß allein der Glaube gerecht macht.

Und gleichwie wir nicht erlangen Vergebung der Sünden durch andere gute Werke und Tugenden, als, um Geduld willen, um Keuschheit, um Gehorsams willen gegen die Obrigkeit, und folgen doch die Tugenden, wo Glaube ist:

also empfangen wir auch nicht um der Leibe Gottes willen Vergebung der Sünden, wiewohl sie nicht ausbleibt, wo dieser Glaube ist. Das aber Christus Lucä am 7, 47 spricht: „Ihr werden viel Sünden vergeben werden, denn sie hat viel geliebet“, da legt Christus sein Wort selbst aus, da er sagt V. 50: „Dein Glaube hat dir geholfen.“ Und Christus will nicht, daß die Frau durch das Werk der Liebe verdient habe Vergebung der Sünden; darum sagt er klar: „Dein Glaube hat dir geholfen.“

Nun ist das der Glaube, welcher sich verläßt auf Gottes Barmherzigkeit und Wort, nicht auf eigene Werke. Und meint jemand, daß der Glaube sich zugleich auf Gott und eigene Werke verlassen könne, der versteht gewißlich nicht, was Glaube sei. Denn das erschrockene Gewissen wird nicht zufrieden durch eigene Werke, sondern muß nach Barmherzigkeit schreien und läßt sich allein durch Gottes Wort trösten und aufrichten.

Und die Historie selbst zeigt an dem Ort wohl an, was Christus Liebe nennt. Die Frau kommt in der Zuversicht zu Christo, daß sie wolle Vergebung der Sünden bei ihm erlangen; das heißt recht Christum erkennen und ehren; denn größere Ehre kann man Christo nicht tun. Denn das heißt Messiam oder Christum wahrlich erkennen, bei ihm suchen Vergebung der Sünden. Dasselbe von Christo halten, also Christum erkennen und annehmen, das heißt recht an Christum glauben. Christus aber hat dieses Wort, da er sagt: „Sie hat viel geliebet“, nicht gebraucht, als er mit der Frau redete, sondern als er mit dem Pharisäer redete. Denn der Herr Christus hält gegeneinander die ganze Ehre, die ihm der Pharisäer getan hat, mit dem Erbieten und Werken, so die Frau ihm erzeigt hat. Er straft den Pharisäer, daß er ihn nicht hat erkannt für Christum, wiewohl er ihn äußerlich geehrt als einen Gast und frommen, heiligen Mann. Aber den Gottesdienst der Frau, daß sie ihre Sünde erkennt und bei Christo Vergebung der Sünden sucht, diesen Dienst lobt Christus. Und es ist ein großes Exempel, welches Christum billig bewogen hat, daß er den Pharisäer als einen weisen, ehrlichen Mann, der doch nicht an ihn glaubt, straft. Den Unglauben wirft er ihm vor und vermahnt ihn durch das Exempel, als sollte er sagen: Billig solltest du dich schämen, du Pharisäer, daß du so blind bist, mich für Christum und Messiam nicht erkennt’s, so du ein Lehrer des Gesetzes bist, und das Weib, das ein ungelehrt, arm Weib ist, mich erkennt.

Darum lobt er da nicht allein die Liebe, sondern den ganzen cultum oder Gottesdienst, den Glauben mit den Früchten, und nennt doch vor dem Pharisäer die Frucht. Denn man kann den Glauben in Herzen andern nicht weisen und anzeigen denn durch die Früchte, die beweisen vor den Menschen den Glauben im Herzen. Darum will Christus nicht, daß die Liebe und die Werke sollen der Schatz sein, dadurch die Sünden bezahlt werden, welches Christus’ Blut ist.

Derhalben ist dieser Streit über einer hohen, wichtigen Sache, da den frommen Herzen und Gewissen ihr höchster, gewissester, ewiger Trost an gelegen ist, nämlich von Christo, ob wir sollen vertrauen auf des Verdienst Christi oder auf unsere Werke.

Denn so wir auf unsere Werke vertrauen, so wird Christo seine Ehre genommen, so ist Christus nicht der Versöhner noch Mittler, und werden doch endlich erfahren, daß solch Vertrauen vergeblich sei, und daß die Gewissen dadurch nur in Verzweiflung fallen.

Denn das Gesetz macht niemand gerecht vor Gott, solange es uns anklagt. Nun kann sich ja niemand rühmen, daß er dem Gesetz genuggetan habe. Darum müssen wir sonst Trost suchen, nämlich ab Christo.

Nun wollen wir antworten auf die Fragen, welche wir oben angezeigt: warum die Liebe oder dilectio niemand vor Gott gerecht mache. Die Widersacher denken also, die Liebe sei die Erfüllung des Gesetzes, darum wäre es wohl wahr, daß die Liebe uns gerecht macht, wenn wir das Gesetz hielten. Wer darf aber mit Wahrheit sagen oder rühmen, daß er das Gesetz halte und Gott liebe, wie des Gesetz gebietet? Wir haben oben angezeigt, daß darum Gott die Verheißung der Gnade getan hat, daß wir das Gesetz nicht halten können. Darum sagt auch allenthalben Paulus, daß wir durch das Gesetz nicht können vor Gott gerecht werden. Die Widersacher müssen die wohl weit fehlen und der Hauptfrage irregehen, denn sie sehen die in diesem Handel allein das Gesetz an. Denn alle menschliche Vernunft und Weisheit kann nicht anders urteilen, denn daß man durch Gesetze müsse fromm werden, und wer äußerlich das Gesetz halte, der sei heilig und fromm. Aber das Evangelium rückt uns herum und weist uns von dem Gesetz zu den göttlichen Verheißungen und lehrt, daß wir nicht gerecht werden durchs Gesetz (denn niemand kann es halten), sondern dadurch, daß uns um Christus’ willen Versöhnung geschenkt ist, und die empfangen wir allein durch den Glauben. Denn ehe wir einen Tüttel am Gesetz erfüllen, muß erst da sein der Glaube an Christum, durch welchen wir Gott versöhnt werden und erst Vergebung der Sünden erlangen. Lieber Herrgott, wie dürfen doch die Leute sich Christen nennen oder sagen, daß sie auch die Bücher des Evangelii einmal je angesehen oder gelesen haben, die noch dieses anfechten, daß wir Vergebung der Sünden durch den Glauben an Christum erlangen? Ist es doch einem Christenmenschen schrecklich allein zu hören.

Zum andern ist’s gewiß, daß auch diejenigen, so durch den Glauben und Heiligen Geist neugeboren sind, doch gleichwohl noch, solange dies Leben währt, nicht gar rein sind, auch das Gesetz nicht vollkommen halten. Denn wiewohl sie die Erstlinge des Geistes empfangen, und wiewohl sich in ihnen das neue, ja das ewige Leben angefangen, so bleibt doch noch etwas da von der Sünde und böser Lust und findet das Gesetz noch viel, das es uns anzuklagen hat. Darum, obschon Liebe Gottes und gute Werke in Christen sollen und müssen sein, sind sie dennoch vor Gott nicht gerecht um solcher ihrer Werke willen, sondern um Christus’ willen durch den Glauben.

Und Vertrauen auf eigene Erfüllung des Gesetzes ist eitel Abgötterei und Lästerung Christi und fällt doch zuletzt weg und macht, daß die Gewissen verzweifeln. Derhalben soll dieser Grund feststehen bleiben, daß wir um Christus’ willen Gott angenehm und gerecht sind durch Glauben, nicht von wegen unserer Liebe und Werke. Daß wollen wir also klar und gewiß machen, daß man’s greifen möge. Solange das Herz nicht Frieden vor Gott hat, kann es nicht gerecht sein; denn es flieht vor Gottes Zorn und verzweifelt und wollte, daß Gott nicht richtete. Darum kann das Herz nicht gerecht und Gott angenehm sein, dieweil es nicht Frieden mit Gott hat. Nun macht der Glaube allein, daß das Herz zufrieden wird, und erlangt Ruhe und Leben, Röm. 5, 1, so es sich getrost und frei verläßt auf Gottes Zusage um Christus’ willen. Aber unsere Werke bringen das Herz nicht zufrieden, denn wir finden allezeit, daß sie nicht rein sind. Darum muß folgen, daß wir allein durch Glauben Gott angenehm und gerecht sind, so wir im Herzen schließen, Gott wolle uns gnädig sein, nicht von wegen unserer Werke und Erfüllung des Gesetzes, sondern aus lauter Gnade um Christus’ willen. Was können die Widersacher wider diesen Grund aufbringen? Was können sie wider die öffentliche Wahrheit erdichten oder erdenken? Denn dies ist je gewiß, und die Erfahrung lehrt stark genug, daß, wenn wir Gottes Urteil und Zorn recht fühlen oder in Anfechtung kommen, unsere Werke oder Gottesdienste das Gewissen nicht können zur Ruhe bringen. Und das zeigt die Schrift oft genug an, als im Psalm, 143, 2: „Du wollest mit deinem Knechte nicht in das Gericht gehen; denn vor dir wird keiner, der da lebt, gerecht sein.“ Da zeigt er klar an, daß alle Heiligen, alle frommen Kinder Gottes, welche den Heiligen Geist haben, wenn Gott nicht aus Gnaden ihnen will ihre Sünden vergeben, noch übrige Sünde im Fleisch an sich haben. Denn daß David an einem andern Ort, Ps. 7, 9, sagt: „Herr, richte mich nach meiner Gerechtigkeit!“ da redet er von seiner Sache und nicht von eigener Gerechtigkeit, sondern bittet, daß Gott seine Sache und Wort schützen wolle; wie er denn sagt: „Richte meine Sache!“ Wiederum Ps. 130, 3 sagt er klar, daß keiner, auch nicht die höchsten Heiligen, können Gottes Urteil ertragen, wenn er will auf Missetat achtgeben, wie er sagt: „So du willst achthaben auf Missetat, Herr, wer wird bestehen?“ und also sagt Hiob an 9, 28.30.: „Ich entstehe mich vor allen meinen Werken“: item: „Wenn ich gleich schneeweiß gewaschen wäre, und meine Hände gleich glänzeten vor Reinigkeit, noch würdest du Unreines an mir finden.“ Und in den Sprüchen Salomonis, 20, 9: „Wer kann sagen: Mein Herz ist rein?“ Und 1 Joh. 1, 8: „So wir werden sagen, daß wir keine Sünde haben, verführen wir uns selbst und ist die Wahrheit nicht in uns.“ Item, im Vaterunser bitten auch die Heiligen: „Vergib uns unsere Schuld!“ Darum haben auch die Heiligen Schuld und Sünde. Item, im 4. Buch Mosis, 14, 18: „Auch der unschuldige wird nicht unschuldig sein.“ Und Zacharias der Prophet sagt im 2. Kap., V 13: „Alles Fleisch sei stille vor dem Herrn!“ Und Jesaias sagt 40, 6: „Alles Fleisch ist Gras“, das ist, das Fleisch und alle Gerechtigkeit, so wir vermögen, die können Gottes Urteil nicht ertragen. Und Jonas sagt am 2. Kap., V. 9: „Welche sich verlassen auf Eitelkeit vergeblich, die lassen Barmherzigkeit fahren.“ Derhalben erhält uns eitel Barmherzigkeit; unsere eigenen Werke, Verdienst und Vermögen können uns nicht helfen. Diese Sprüche und dergleichen in der Schrift zeigen an, daß unsere Werke unrein sind, und daß wir Gnade und Barmherzigkeit bedürfen. Darum stellen die Werke die Gewissen nicht zufrieden, sondern allein die Barmherzigkeit, welche wir durch den Glauben ergreifen.

Zum dritten, Christus bleibt nichts destoweniger vor als nach der einige Mittler und Versöhner, wenn wir in ihm also neugeboren sind. Darum irren diejenigen, die da erdichten, daß Christus uns allein primam gratiam oder die erste Gnade verdiene, und daß wir hernach durch unsere eigenen Werke und Verdienst müssen das ewige Leben verdienen.

Denn er bleibt der einige Mittler, und wir sollen des gewiß sein, daß wir um seinetwillen allein einen gnädigen Gott haben; ob wir es auch gleich unwürdig sind, wie Paulus sagt Röm. 5, 2: „Durch ihn haben wir einen Zugang zu Gott.“ Denn unsere besten Werke, auch nach empfangener Gnade des Evangelii (wie ich gesagt), sind noch schwach und nicht gar rein; denn es ist je nicht so ein schlecht Ding um die Sünde und Adams Fall, wie die Vernunft meint oder gedenkt, und ist über allen menschlichen Verstand und Gedanken, was durch den Ungehorsam für ein schrecklicher Gotteszorn auf uns geerbt ist.

Und ist gar eine greulich Verderbung an der ganzen menschlichen Natur geschehen, welche kein Menschenwerk, sondern allein Gott selbst kann herwiederbringen. Darum sagt der Psalm: „Wohl denen, welchen ihre Sünden vergeben sind.“ Darum bedürfen wir Gnade und Gottes gnädiger Güte und Vergebung der Sünden, wenn wir gleich viele gute Werke getan haben. Dieselbe Gnade aber läßt sich allein durch den Glauben fassen.

Also bleibt Christus allein der Hohepriester und Mittler, und was wir nun Gutes tun, oder was wir des Gesetzes halten, gefällt Gott nicht für sich selbst, sondern daß wir uns an Christum halten und wissen, daß wir einen gnädigen Gott haben nicht um des Gesetzes willen, sondern um Christus’ willen.

Zum vierten, so wir hielten, daß wir, wenn wir nun zu dem Evangelium kommen und neugeboren sind, hernach durch unsere Werke verdienen sollen, daß uns Gott gnädig forthin wäre, nicht durch Glauben, so käme das Gewissen nimmer zur Ruhe, sondern müßte verzweifeln; denn das Gesetz klagt uns ohne Unterlaß an, dieweil wir es nicht vollkommen halten können usw. Wie denn die ganze heilige christliche Kirche, alle Heiligen allzeit bekannt haben und noch bekennen.

Denn also sagt Paulus zu den Römern am 7, 19: „Das Gute, das ich will, das tue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich“ usw. Item: „Mit dem Fleische diene ich dem Gesetz der Sünde“ usw. Denn es ist keiner, der Gott den Herrn so von ganzem Herzen fürchtet und liebt, als er schuldig ist; keiner, der Kreuz und Trübsal in ganzem Gehorsam gegen Gott trägt; keiner, der nicht durch Schwachheit oft zweifelt, ob auch Gott sich unser annehme, ob er uns achte, ob er unser Gebet erhöre. Darüber murren wir oft aus Ungeduld wider Gott, daß es den Gottlosen wohl geht, den Frommen übel. Item, wer ist, der seinem Beruf recht genug tut, der nicht wider Gott zürnt in Anfechtungen, wenn Gott sich verbirgt? Wer liebt seinen Nächsten als sich selbst? Wer ist ohne allerlei böse Lüste? von den Sünder allen sagt der Psalm: „Dafür werden bitten alle Heiligen zu rechter Zeit.“

Da sagt er, daß alle Heiligen müssen um Vergebung der Sünden bitten. Derhalben sind diejenigen gar stockblind, welche die bösen Lüste im Fleisch nicht für Sünde halten, von welchen Paulus sagt: „Das Fleisch strebet wider den Geist, und der Geist strebet wider das Fleisch.“

Denn das Fleisch vertraut Gott nicht, verläßt sich auf diese Welt und zeitliche Güter, sucht in Trübsalen menschlichen Trost und Hilfe, auch wider Gottes Willen, zweifelt an Gottes Gnade und Hilfe murrt wider Gott in Kreuz und Anfechtungen, welches alles wider Gottes Gebot ist.

Wider die Adamssünde streitet und strebt der Heilige Geist in den Herzen der Heiligen, daß er dasselbe Gift des alten Adams, die böse verzweifelte Art, ausfege und töte und in das Herz einen andern Sinn und Mut bringe.

Und Augustinus sagt auch: „Alle Gebote Gottes halten wir dann, wenn uns alles, was wir nicht halten, vergeben wird.“ Darum will Augustinus, daß auch die guten Werke, welche der Heilige Geist wirkt in uns, Gott nicht anders gefallen denn also, daß wir glauben, daß wir Gott angenehm seien um Christus’ willen, nicht daß sie an ihnen selbst Gott sollten gefallen.

Und Hieronymus sagt wider Pelagius: „Dann sind wir gerecht, wenn wir uns für Sünder erkennen; Und unsere Gerechtigkeit steht nicht in unserm Verdienst, sondern in Gottes Barmherzigkeit.“ Darum, wenn wir gleich ganz reich von rechten guten Werken sind und also angefangen haben, Gottes Gesetz zu halten, wie Paulus, da er treulich gepredigt hat usw., so muß dennoch der Glaube da sein, dadurch wir vertrauen, daß Gott uns gnädig und versöhnt sei um Christus’ willen und nicht um unserer Werke willen. Denn die Barmherzigkeit läßt sich nicht fassen denn allein durch den Glauben. Darum diejenigen, so lehren, daß wir um Werke willen, nicht um Christus’ willen Gott angenehm werden, die führen die Gewissen in Verzweiflung.

Aus dem allem ist’s klar genug, daß allein der Glaube uns vor Gott gerecht macht, das ist, er erlangt Vergebung der Sünden und Gnade um Christus’ willen und bringt uns zu einer neuen Geburt. Item so ist’s klar genug, daß wir allein durch den Glauben den Heiligen Geist empfangen; item, daß unsere Werke, und da wir anfangen, das Gesetz zu halten, an ihm selbst Gott nicht gefallen. So ich nun, wenn ich gleich voll guter Werke bin, wie Paulus war und Petrus, dennoch anderswo muß meine Gerechtigkeit suchen, nämlich in der Verheißung der Gnade Christi, item, so allein der Glaube das Gewissen stillt, so muß je das gewiß sein, daß allein der Glaube vor Gott gerecht macht. Denn wir müssen allezeit dabei bleiben, wollen wir recht lehren, daß wir nicht um des Gesetzes willen, nicht um Werke willen, sondern um Christus’ willen Gott angenehm sind. Denn die Ehre, so Christo gebührt, soll man nicht dem Gesetze oder unsern elenden Werken geben.

Antwort auf die Argumente der Widersacher.

So wir nun die rechten Gründe dieser Sache haben angezeigt, nämlich den Unterschied unter göttlicher Verheißung und des Gesetzes, so kann man leichtlich widerlegen dasjenige, so die Widersacher dagegen vorbringen. Denn sie führen Sprüche ein vom Gesetz und guten Werken. Die Sprüche aber, so von göttlicher Verheißung reden, lassen sie außen.

Man kann aber kurz antworten auf alle Sprüche, so sie einführen von dem Gesetze, nämlich, daß das Gesetz ohne Christum niemand halten kann, und wenngleich äußerlich gute Werke geschehen ohne Christum, so hat doch Gott darum an der Person nicht Gefallen. Darum wenn man will von guten Werken lehren oder predigen, soll man allezeit dazusetzen, daß zuvörderst Glaube da sein müsse, und daß sie allein um des Glaubens willen an Christum Gott angenehm seien, und daß sie Früchte und Zeugnisse des Glaubens sind. Diese unsere Lehre ist je klar, sie läßt sich auch wohl am Licht sehen und gegen die Heilige Schrift halten, und ist auch hie klar und richtig vorgetragen, wer ihm will sagen lassen und die Wahrheit nicht wissentlich verleugnen. Denn Christi Wohltat und den großen Schatz des Evangelii (welchen Paulus so hoch hebt) recht zu erkennen, müssen wir je auf einem Teil Gottes Verheißung und angebotene Gnade, auf dem andern Teil das Gesetz so weit voneinander scheiden als Himmel und Erde. In baufälligen Sachen bedarf man viele Glossen; aber in guten Sachen ist allezeit eine solutio oder zwei, die durchaus gehen und lösen alles auf, so man dagegen vermeint aufzubringen.

Also hier in dieser Sache: diese einige solutio löst alle Sprüche auf, die wider uns angezogen werden, nämlich daß man das Gesetz ohne Christum nicht recht tun kann, und obschon äußerliche Werke geschehen, daß doch Gott die Person nicht gefällt außer Christo.

Denn wir bekennen, daß die Schrift diese zwei Lehren führt: Gesetz und Verheißung der Gnade. Die Widersacher aber, die treten schlechts das ganze Evangelium mit Füßen und alle Verheißungen der Gnade in Christo; so lehren sie, daß wir um unserer Liebe und Werke willen Vergebung der Sünden erlangen und nicht durch den Glauben.

Denn so Gottes Gnade und Hilfe gegen uns gebaut ist auf unsere Werke, so ist sie gar ungewiß. Denn wir können nimmermehr gewiß sein, wann wir Werke genug tun, oder ob die Werke heilig oder rein genug seien. So wird auch also die Vergebung der Sünden ungewiß, und geht Gottes Zusage unter, wie Paulus sagt Röm. 4, 14: „Die göttliche Zusage ist dann umgestoßen, und ist alles ungewiß.“

Darum lehren wir die Herzen und Gewissen, daß sie sich trösten durch dieselbe Verheißung Gottes, welche fest steht und bietet Gnade an und Vergebung der Sünden um Christus’ willen, nicht um unserer Werke willen. Danach lehren wir auch von guten Werken und von dem Gesetz, nicht daß wir durch des Gesetz verdienen Vergebung der Sünden, oder daß wir um des Gesetzes willen Gott angenehm seien, sondern daß Gott gute Werke haben will. Denn man muß, wie Paulus sagt, recht schneiden und teilen Gottes Wort, das Gesetz auf einen Ort, die Zusage Gottes auf den andern. Man muß sehen, wie die Schrift von der Verheißung, wie sie von dem Gesetz redet. Denn die Schrift gebietet und lobt also gute Werke, daß sie doch gleichwohl Gottes Verheißung und den rechten Schatz, Christum, noch viel tausendmal höher setzt.

Denn gute Werke soll und muß man tun, denn Gott will sie haben; so sind es Früchte des Glaubens, wie Paulus zu den Ephesern am 2, 10 sagt: „Denn wir sind geschaffen in Christo Jesu zu guten Werken.“ Darum sollen gute Werke dem Glauben folgen als Danksagungen gegen Gott, item, daß der Glaube dadurch geübt werde, wachse und zunehme, und daß durch unser Bekenntnis und guten Wandel andere auch erinnert werden.

Also sagt Paulus, daß Abraham habe die Beschneidung empfangen, nicht daß er um des Werkes willen wäre gerecht geworden, sondern daß er an seinem Leibe ein Zeichen hätte, dadurch er erinnert würde und immer im Glauben zunähme; item, daß er seinen Glauben bekennete vor andern und durch sein Zeugnis die andern auch zu glauben reizte.

Also hat Abel durch den Glauben Gott ein angenehm Opfer getan. Denn das Opfer hat Gott nicht gefallen ex opere operato sondern Abel hielt’s gewiß dafür, daß er einen gnädigen Gott hätte; das Werk aber tat er, daß er seinen Glauben übte und die andern durch sein Exempel und Bekenntnis zu glauben reizte.

So nun also und nicht anders die guten Werke sollten dem Glauben folgen, so tun die viel anderer Meinung ihre Werke, die nicht glauben, daß ihnen ohne Verdienst die Sünden vergeben werden um Christus’ willen, Denn wenn dieselben sehen gute Werke an den Heiligen, richten sie menschlicherweise von den Heiligen, wollen wähnen, die Heiligen haben mit ihren Werken Vergebung der Sünden erlangt oder seien durch Werke vor Gott gerecht geworden. Darum tun sie dergleichen ihnen nach und meinen, sie wollen auch also Vergebung der Sünden erlangen und Gottes Zorn versöhnen. Solchen öffentlichen Irrtum und falsche Lehre von den Werken verdammen wir. Erstlich, daß dadurch Christo, dem rechten Mittler, die Ehre genommen wird und wird den elenden Werken gegeben, wenn wir an Christus’ Statt unsere Werke wollen darstellen für einen Schatz und Versöhnung des göttlichen Zorns und der Sünde. Denn die Ehre gehört allein Christo, nicht unsern elenden Werken. Zum andern, so finden doch die Gewissen auch nicht Frieden in solchen Werken. Denn wenn sie schon der Werke viel tun und zu tun sich befleißigen, so findet sich doch kein Werk, das rein genug sei, das wichtig, köstlich genug sei, einen gnädigen Gott zu machen, das ewige Leben gewiß zu erlangen, in Summa, das Gewissen ruhig und friedlich zu machen. Für das dritte, die auf Werke bauen, die lernen nimmermehr Gott recht kennen noch seinen Willen. Denn ein Gewissen, das an Gottes Gnade zweifelt, das kann nicht glauben, daß es erhört werde. Und dieweil es Gott nicht anrufen kann, wird es auch göttlicher Hilfe nicht inne, kann also Gott nicht kennen lernen. Wenn aber der Glaube da ist, nämlich daß wir durch Christum einen gnädigen Gott haben, der darf fröhlich Gott anrufen, lernt Gott und seinen Willen kennen

Aber der Irrtum von den Werken klebt der Welt gar hart an. Die Heiden haben auch Opfer, welche von den Patriarchen erstlich herkommen; dieselbe Opfer und Werke der Väter haben sie nachgetan. Vom Glauben wußten sie nicht, hielten dafür, daß dieselben Werke ihnen einen gnädigen Gott machten.

Graduallied zum Epiphanienfest

Ein geistlich Braut-Lied der gläubigen Seelen von Jesu Christo ihrem himmlischen Bräutigam. Gestellt über den 45. Psalm des Propheten David.

Ei meine Perl, Du werte Kron, wahr’ Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Mein Herz heißt Dich ein Lilium; Dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Ei mein Blümlein, Hosianna! Himmlisch Manna, das wir essen, Deiner kann ich nicht vergessen.

Geuß sehr tief in mein Herz hinein, Du heller Jaspis und Rubin, die Flamme Deiner Liebe und erfreu mich, daß ich durch Dich an Deinem Leibe ewiglich ein lebend Rippe bleibe. Nach Dir ist mir, gratiosa coeli rosa bis Dichs findet, mein Herz krank durch Lieb verwundt.

Von Gott kommt mir ein Freudenschein, wenn Du mich mit Deinen Äugelein mich freundlich tust anblicken. O Herr Jesu, mein trautes Gut, Dein Wort, Dein Geist, Dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich in Dein Arme, daß ich warme werde von Gnaden: auf Dein Wort komm ich geladen.

Herr Gott Vater, mein starker Held, Du hast mich ewig vor der Welt in Deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, er ist mein Schatz, ich bin sein Braut, sehr hoch in ihm erfreut. Eia, eia, himmlisch Leben wird er geben mir dort oben; ewig soll mein Herz ihn loben.

Zwingt die Saiten in Cythara und lasst die süße Musica ganz freudenreich erschallen, daß ich möge mit Jesulein, dem wunderschönen Bräut’gam mein, in steter Liebe wallen. Singet, springet, jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren; groß ist der König der Ehren.

Wie bin ich doch so herzlich froh, dass mein Schatz ist das A und O, der Anfang und das Ende. Er wird mich doch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis; des klopf ich in die Hände. Amen, Amen, komm Du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange; Deiner wart ich mit Verlangen.

Offenbarung 22,16 Text: Phillip Nicolai 1599 Musik: Phillip Nicolai (arr. Johann Sebastian Bach) 1599 (LKG 123)

Gebet zum Festtag

Wir danken dir, guter Gott, und loben dich mit allem, was du geschaffen hast.

Wir danken dir und loben dich gemeinsam mit unserer Schwester Sonne,
die uns die Tage schenkt, und mit unseren Geschwistern Sternen, die uns in der Nacht leuchten.

Wir danken dir und loben dich gemeinsam mit unserem Bruder Wind,
der Schwester Luft, allen Wettern und Wolken, mit denen wir das Leben teilen.

Wir danken dir und loben dich gemeinsam mit unserer Schwester Sonne,
ohne die wir nicht überleben könnten, und unseren Bruder Feuer, der uns wärmt.

Wir danken dir und loben dich, guter Vater, gemeinsam mit unserer Mutter Erde,
die uns und alle Geschöpfe erhält.

Wir danken dir und loben dich für unseren Bruder Jesus Christus,
den Stern unserer Seele, der uns zu dir führt.

Wir danken dir und loben dich gemeinsam für alle Menschen,
die dem Frieden dienen und ihren Feinden verzeihen um deiner Liebe willen.

Wir danken dir und loben dich für unser ganzes Leben,
von der Geburt bis zum Tod und weit darüber hinaus.

Wir danken dir, guter Gott, und loben dich mit allem,
was du geschaffen hast, und bitten dich: bewahre uns!

Amen.

VELKD: (Wochengebet nach dem Sonnengesang des Franz von Assisi, der in diesen Tagen 800 Jahre alt geworden ist)

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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