Dr. Martin Luthers 5. Passionspredigt

“Verleugnung des Apostels St. Petrus” von Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610)

Petrus aber saß draußen im Hof; und es trat zu ihm eine Magd und sprach: Und du warst auch mit dem Jesus aus Galiläa.  Er leugnete aber vor ihnen allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst.

Als er aber zur Tür hinausging, sah ihn eine andere und sprach zu denen, die da waren: Dieser war auch mit dem Jesus von Nazareth. Und er leugnete abermals und schwur dazu: Ich kenne den Menschen nicht.

Und über eine kleine Weile traten die hinzu, die dastanden, und sprachen zu Petrus: Wahrlich du bist auch einer von denen; denn deine Sprache verrät dich. Da hob er an sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne diesen Menschen nicht. Uns alsbald krähte der Hahn.

Da dachte Petrus an die Worte Jesu, da er zu ihm sagte: “Ehe der Hahn krähen wird, wirst du mich dreimal verleugnen”, und ging hinaus und weinte bitterlich.

Matthäus 26,69-75 nach Dr. Martin Luthers deutscher Übersetzung von 1545.

Dr. Martin Luther predigt die 5. Passionspredigt über Matthäus 26,69-75. “Das ist ein reffentliche Hystori, derhalb auch die Euangelisten alle vier in sonderheyt davon meldung thun, Sie dienet aber fürnehmlich in zwen weg, Erstlich, das wir lernen demütig und nit vermessen sein… Zum andern, das wir lernen, wenn wir in sünd gefallen sind, wie wir uns zur gnad schicken sollen.” Hier zu lesen nach WA 52, S.764-769:

Und hier vorgelesen zum zuhören:

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Sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinen Durst. (Psalm 69,22)

Errette mich aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke, dass ich errettet werde vor denen, die mich hassen, und aus den tiefen Wassern; 16 dass mich die Wasserflut nicht ersäufe / und die Tiefe nicht verschlinge und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe. 17 Erhöre mich, HERR, denn deine Güte ist tröstlich; wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit 18 und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knecht, denn mir ist angst; erhöre mich eilends. 19 Nahe dich meiner Seele und erlöse sie, erlöse mich um meiner Feinde willen. 20 Du kennst meine Schmach, meine Schande und Scham; meine Widersacher sind dir alle vor Augen. 21 Die Schmach bricht mir mein Herz und macht mich krank. Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand, und auf Tröster, aber ich finde keine. 

Sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinen Durst. 23 Ihr Tisch werde vor ihnen zur Falle, zur Vergeltung und zum Strick. 24 Ihre Augen sollen finster werden, dass sie nicht sehen, und ihre Hüften lass immerfort wanken. 25 Gieß deine Ungnade über sie aus, und dein grimmiger Zorn ergreife sie. 26 Ihre Wohnstatt soll verwüstet werden, und niemand wohne in ihren Zelten. 27 Denn sie verfolgen, den du geschlagen hast, und reden gern von dem Schmerz derer, die du hart getroffen hast. 28 Lass sie aus einer Schuld in die andre fallen, dass sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit. 29 Tilge sie aus dem Buch des Lebens, dass sie nicht geschrieben stehen bei den Gerechten. 30 Ich aber bin elend und voller Schmerzen. Gott, deine Hilfe schütze mich!  

Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied und will ihn hoch ehren mit Dank. 32 Das wird dem HERRN besser gefallen als ein Stier, der Hörner und Klauen hat. 33 Die Elenden sehen es und freuen sich. Die ihr Gott sucht, euer Herz lebe auf! 34 Denn der HERR hört die Armen und verachtet seine Gefangenen nicht. 35 Es lobe ihn Himmel und Erde, die Meere und alles, was sich darin regt. 36 Denn Gott wird Zion helfen / und die Städte Judas bauen, dass man dort wohne und sie besitze. 37 Und die Kinder seiner Knechte werden sie erben, und die seinen Namen lieben, werden darin bleiben. 

Psalm 69,15-36. Von David, vorzusingen, nach der Weise »Lilien«. Dr. Martin Luthers deutsche Übersetzung (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Judika (Der Hohepriester)

Gütiger Gott und Vater, Du hast Deinen Sohn leiden und sterben lassen, um uns zu erretten. Laß uns sein Opfer bedenken und alle Zeit in Deiner Liebe bleiben, die Du in ihm offenbart hast, Deinem Sohn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.305

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele

Matthäus 20,28

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Der Du, Herr Jesu, Ruh und Rast in Deinem Grab gehalten hast, gib, daß wir in Dir ruhen all, und unser Leben Dir gefall.

Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, die Du erkauft mit Deinem Blut, und führ uns in des Himmels Licht zu Deines Vaters Angesicht.

Wir danken Dir, o Gotteslamm, getötet an des Kreuzes Stamm; laß ja uns Sündern Deine Pein den Eingang in das Leben sein.

Nach dem “Qui iacuisti mortuus” des Bonaventura (13.Jhd) von Georg Werner 1647. LKG 152.

Fortlaufende Lese

Und er ging nach seiner Gewohnheit hinaus an den Ölberg. Es folgten ihm aber auch die Jünger.  40 Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen: Betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt!  41 Und er riss sich von ihnen los, etwa einen Steinwurf weit, und kniete nieder, betete  42 und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!  43 [Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.  44 Und er geriet in Todesangst und betete heftiger. Und sein Schweiß wurde wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen.]  45 Und er stand auf von dem Gebet und kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit  46 und sprach zu ihnen: Was schlaft ihr? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt! 

Lukas 22,39-46

Morgenlese

Und darum ist er auch der Mittler des neuen Bundes, auf dass durch seinen Tod, der geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund, die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen. 16 Denn wo ein Testament[2] ist, da muss der Tod dessen geschehen sein, der das Testament gemacht hat. 17 Denn ein Testament tritt erst in Kraft mit dem Tode; es ist niemals in Kraft, solange der noch lebt, der es gemacht hat. 18 Daher wurde auch der erste Bund nicht ohne Blut gestiftet.

Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht: 28 so ist auch Christus einmal geopfert worden, die Sünden vieler wegzunehmen; zum zweiten Mal erscheint er nicht der Sünde wegen, sondern zur Rettung derer, die ihn erwarten. 

Hebräer 9,15-18.27-28

Abendlese

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis, damit wir auch trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott. 

Denn wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus. Werden wir aber bedrängt, so geschieht es euch zu Trost und Heil; werden wir getröstet, so geschieht es euch zum Trost, der sich wirksam erweist, wenn ihr mit Geduld dieselben Leiden ertragt, die auch wir leiden. Und unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen: Wie ihr an den Leiden teilhabt, so habt ihr auch am Trost teil. 

Denn wir wollen euch, Brüder und Schwestern, nicht verschweigen die Bedrängnis, die uns in der Provinz Asia widerfahren ist, da wir über die Maßen beschwert waren und über unsere Kraft, sodass wir auch am Leben verzagten; und wir dachten bei uns selbst, zum Tode verurteilt zu sein. Das geschah aber, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt, der uns aus solcher Todesnot errettet hat und erretten wird. Auf ihn hoffen wir, er werde uns auch hinfort erretten. Dazu helft auch ihr durch eure Fürbitte für uns, damit von vielen auf vielfältige Weise um unsertwillen Dank dargebracht werde für die Gabe, die uns gegeben ist. 

2. Korinther 1,3-11

Bekenntnislese

Daß der Papst nicht sei iure divino oder aus Gottes Wort das Haupt der ganzen Christenheit (denn das gehört einem allein zu, der heißt Jeus Christus), sondern allein Bischof oder Pfarrherr der Kirche zu Rom und derjenigen, so sich williglich oder durch menschliche Kreatur (das ist, weltliche Obrigkeit), zu ihm begeben haben, nicht unter ihm als einem Herrn, sondern neben ihm als Bruder und Gesellen, Christen zu sein, wie solches auch die alten Conzilia und die Zeit S. Cypriani weisen.

Izt aber tarr kein Bischof den Papst “Bruder” heißen wie zu der Zeit, sondern muß ihn seinen “allergnädigsten Herrn” heißen, wenn’s auch ein König oder Kaiser wäre. Das wollen, sollen und können wir nicht auf unser Gewissen nehmen; wer es aber tun will, der tu´ es ohn uns.

Hieraus folget, daß alle dasjenige, so der Papst aus solcher falscher, freveler, lästerlicher, angemaßter Gewalt getan und furgenommen hat, eitel teuflisch Geschicht und Geschäft gewest und noch sei (ohn was das leibliche Regiment belangt, darin Gott auch wohl durch´ einen Tyrannen und Buben läßt (dem) einem Volk viel Gutes geschehen), zu Verderbung der ganzen heiligen christlichen Kirche (soviel an ihm gelegen) und zu verstoren den ersten Häuptartikel von der Erlosung Jeu Christi.

Denn da stehen alle seine Bullen und Bücher, (und) darin er brulle(n)t wie ein Lewe (als der Engel Apocaly. 12 bildet), daß (niemand) kein Christ konne selig werden, er sei denn ihm gehorsam und untertan in allen Dingen, was er will, was er sagt, was er tut. Welches alles nichts anderes ist, denn also viel gesagt: “Wenn du gleich an Christum gläubst und alles an ihm hast, was zur Seligkeit not ist, so ist’s doch nichts und alles umbsonst, wo du mich nicht fur deinen Gott hältest, mir untertan und gehorsam bist.” So es doch offenbärlich ist, daß die heilige Kirche ohne Bapst gewest zum wenigsten uber funfhundert Jahren, und bis auf diesen Tag die griechisch und viel anderer Sprachen Kirchen noch nie unter dem Bapst gewest und noch nicht sind. So ist’s (am Tag), wie oft gesagt, ein Menschengeticht, das nicht geboten, ohne Not und vergeblich; denn die heilige christliche Kirche ohne solch Häupt wohl bleiben kann und wohl besser blieben wäre, wo solch Haupt durch den Teufel nicht aufgeworfen wäre, und ist auch das Bapsttum kein Nutz in der Kirchen, denn es ubet kein christlich Ampt, und muß also die Kirche bleiben und bestehen ohne den Bapst.

Und ich setze, daß der Bapst wollte sich des begeben, daß er nicht iure divino oder aus Gottes Gebot der Oberste wäre, sondern, damit die Einigkeit der Christen wider die Rotten und Ketzerei desto baß erhalten würde, mußte man ein Häupt haben, daran sich die andern alle hielten. Solches Häupt würde nu durch Menschen erwählt und stunde in menschlicher Wahl und Gewalt dasselbe Häupt zu ändern, zu entsetzen. Wie (im) zu Konstanz das Conzilium fast die Weise hielt mit den Bäpsten, setzten der drei ab und wählten den vierden. Ich setze nu, sage ich, daß sich der Bapst und der Stuel zu Rom solchs begeben und annehmen wollt´, welchs doch unmuglich ist; denn er mußte sein ganz Regiment und Stand lassen umkehren und zerstören mit allen seinen Rechten und Buchern. Summa, er kann’s nicht tun.

Dennoch wäre damit der Christenheit nichts geholfen, und wurden viel mehr Rotten werden den zuvor; denn weil man solchem Häupt nicht mußte untertan sein aus Gottes Befehl, sondern aus menschlichem guten Willen, wurde es gar leichtlich und bald verachtet, zuletzt kein Glied behalten, mußte auch nicht immerdar zu Rom oder anderm Ort sein, sondern wo und in welcher Kirche Gott einen solchen Mann hätte gegeben, der tüchtig dazu wäre. O das wollt ein weitläuftig, wust Wesen werden.

Darum kann die Kirche nimmermehr bass [besser] regiert und erhalten werden, denn daß wir alle unter einem Häupt Christo leben, und die Bischöfe alle, gleich nach dem Amt (ob sie wohl ungleich nach den Gaben), fleissig zusammenhalten in einträchtiger Lehre, Glauben, Sakramenten, Gebeten und Werken der Liebe usw.; wie St. Hieronymus schreibt, daß die Priester zu Alexandria sämtlich und insgemein die Kirche regierten, und [wie] die Apostel auch getan und hernach alle Bischöfe in der ganzen Christenheit, bis der Papst seinen Kopf über alle erhob.

Dies Stück zeigt gerwaltiglich, daß er der rechte Endechrist oder Widerchrist sei, der sich über und wider Christum gesetzt und erhöht hat, weil er will die Christen nicht lassen selig sein ohne seine Gewalt, welche doch nichts ist, von Gott nicht geordnet noch geboten. Das heisst eigentlich “über Gott und wider Gott sich setzen”, wie St. Paulus sagt 2 Thess. 2. Solches tut dennoch der Türke noch Tatter [Tatar] nicht, wie grosse Feinde sie der Christen sind, sondern lassen glauben an Christum, wer da will, und nehmen leiblichen Zins und Gehorsam von den Christen.

Aber der Papst will nicht lassen glauben, sondern spricht, man solle ihm gehorsam sein, so werde man selig. Das wollen wir nicht tun, oder drüber sterben in Gottes Namen. Das kommt alles daher, daß er iure divino der Oberste hat sollen heissen über die christliche Kirche. Darum hat er sich müssen Christo gleich und über Christum setzen, sich das Haupt, hernach einen Herrn der Kirche, zuletzt auch der ganzen Welt und schlecht [schlechthin] einen irdischen Gott rühmen lassen, bis er auch den Engeln im Himmelreich zu gebieten sich unterstand. Und wenn man unterscheidet des Papstes Lehre von der Heiligen Schrift oder sie dagegen stellt und hält, so findet sich’s daß des Papstes Lehre, wo sie am allerbesten ist, so ist sie aus dem kaiserlichen, heidnischen Recht genommen und lehrt weltliche Händel und Gerichte, wie seine Dekretales zeugen. Danach lehrt sie Zeremonien von Kirchen, Kleidern, Speisen, Personen und des Kinderspiels, Larven [Scheinwesens] und Narrenwerks ohne Massen, aber in diesem allem gar nichts von Christo, Glauben und Gottes Geboten. Zuletzt ist’s nichts denn eitel Teufel, da er seine Lügen von Messen, Fegfeür, Klösterei, eigenem Werk und Gottesdienst (welches denn das rechte Papsttum ist) treibet über und wider Gott, verdammt tötet und plagt alle Christen, so solchen seinen Greül nicht über alles heben und ehren. Darum, sowenig wir den Teufel selbst für einen Herrn oder Gott anbeten können, so wenig können wir auch seinen Apostel, den Papst oder Endechrist, in seinem Regiment zum Haupt oder Herrn leiden. Denn Lügen und Mord, Leib und Seele zu verderben ewiglich, das ist sein päpstlich Regiment eigentlich, wie ich dasselbe in vielen Büchern bewiesen habe.

An diesen vier Artikeln werden sie genugsam zu verdammen haben im Konzilio; denn sie nicht das geringste Gliedlein von der Artikel einem uns lassen können noch wollen. Des müssen wir gewiss sein und uns erwägen [vertraünd hingeben der Hoffnung, Christus, unser Her, habe seinen Widersacher angegriffen und werde nachdrüken beide mit seinem Geist und Zukunft. Amen.

Den im Konzilio; werden wir nicht vor dem Kaiser over weltlicher Obrigkeit wie zu Augsburg (der ganz ein gnädiges Ausschreiben tat und in der Güte liess die Sachen verhören), sondern vor dem Papst und dem Teufel selbst werden wir dastehen, der nichts gedenkt zu hören, sondern schlechts [zu] verdammen, [zu] worden und zur Abgötterei zu zwingen. Darum müssen wir hier nicht seine Füsse küssen oder sagen: Ihr seid mein gnädiger Herr! sondern wie im Zacharia [Sacharja] der Engel zum Teufel sprach: “Strafe dich Gott, Satan!”

Schmalkaldische Artikel II:IV Vom Papsttum

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Was rühmst Du Dich der Bosheit, Du Tyrann, da doch Gottes Güte noch täglich währt? (Psalm 52)

Philippolis (Free State, RSA) von Jens Friis (FB)

Was rühmst du dich der Bosheit, du Tyrann, da doch Gottes Güte noch täglich währt? Deine Zunge trachtet nach Schaden wie ein scharfes Schermesser, du Betrüger! Du liebst das Böse mehr als das Gute und redest lieber Falsches als Rechtes. Sela. 

Du redest gern alles, was zum Verderben dient, mit falscher Zunge. Darum wird dich auch Gott für immer zerstören, dich zerschlagen und aus deinem Zelte reißen und aus dem Lande der Lebendigen ausrotten. Sela. 

Und die Gerechten werden es sehen und sich fürchten und werden seiner lachen: »Siehe, das ist der Mann, der nicht Gott für seinen Trost hielt, sondern verließ sich auf seinen großen Reichtum und nahm Zuflucht bei seinem verderblichen Tun.« Ich aber werde bleiben wie ein grünender Ölbaum im Hause Gottes; ich verlasse mich auf Gottes Güte immer und ewig. Ich danke dir ewiglich, denn du hast es getan. Ich will harren auf deinen Namen vor deinen Heiligen, denn er ist gut. 

Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, 2 als Doëg, der Edomiter, kam und zeigte es Saul an und sprach: David ist in Ahimelechs Haus gekommen. Psalm 52 ins Deutsche von Dr. Martin Luther übersetzt Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Judika (Der Hohepriester)

Gütiger Gott und Vater, Du hast Deinen Sohn leiden und sterben lassen, um uns zu erretten. Laß uns sein Opfer bedenken und alle Zeit in Deiner Liebe bleiben, die Du in ihm offenbart hast, Deinem Sohn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.305

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele

Matthäus 20,28

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

O Traurigkeit, o Herzeleid! Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einigs Kind wird ins Grab getragen.

O große Not! Gotts Sohn liegt tot. Am Kreuz ist er gestorben; hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben.

O Menschenkind, nur Deine Sünd hat dieses angerichtet, da Du durch die Missetat warest ganz vernichtet.

Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hier mit Blut beflossen, welches es ganz mildiglich hat für Dich vergossen.

O süßer Mund, o Glaubensgrund, wie bist Du doch zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß Dich ja beklagen.

O lieblich Bild, schön, zart und mild, Du Söhnlein der Jungfrauen! Niemand kann Dein heißes Blut sonder Reu anschauen.

O selig ist zu aller Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab versenket.

O Jesu, Du mein Hilf und Ruh, ich bitte Dich mit Tränen: Hilf, dass ich mich bis ins Grab nach Dir möge sehnen.

Strophe 1: Würzburg 1628 und Strophen 2-8: Johann Rist 1641. LKG 151

Fortlaufende Lese

Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den Weizen.  32 Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dann umkehrst, so stärke deine Brüder.  33 Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen.  34 Er aber sprach: Petrus, ich sage dir: Der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, dass du mich kennst.  35 Und er sprach zu ihnen: Als ich euch ausgesandt habe ohne Geldbeutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nein, keinen.  36 Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Geldbeutel hat, der nehme ihn, desgleichen auch eine Tasche, und wer’s nicht hat, verkaufe seinen Mantel und kaufe ein Schwert.  37 Denn ich sage euch: Es muss das an mir vollendet werden, was geschrieben steht: »Er ist zu den Übeltätern gerechnet worden.« Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende.  38 Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. 

Lukas 22,31-38

Morgenlese

Da Judas nun hinausgegangen war, spricht Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in ihm. 32 Ist Gott verherrlicht in ihm, so wird Gott ihn auch verherrlichen in sich und wird ihn bald verherrlichen. 33 Ihr Kinder, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen. Und wie ich zu den Juden sagte, sage ich jetzt auch zu euch: Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen. 34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. 35 Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. 

Johannes 13,31-35

Abendlese

Und Jesus sprach zu ihm: Sieh zu, sage es niemandem, sondern geh hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis.
5 Als aber Jesus nach Kapernaum hineinging, trat ein Hauptmann zu ihm; der bat ihn 6 und sprach: Herr, mein Knecht[1] liegt zu Hause und ist gelähmt und leidet große Qualen. 7 Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen.[2] 8 Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. 9 Denn auch ich bin ein Mensch, der einer Obrigkeit untersteht, und habe Soldaten unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh hin!, so geht er; und zu einem andern: Komm her!, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er’s. 10 Als das Jesus hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden! 11 Aber ich sage euch: Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; 12 aber die Kinder des Reichs werden hinausgestoßen in die äußerste Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappern. 13 Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin; dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht wurde gesund zu derselben Stunde.
14 Und Jesus kam in das Haus des Petrus und sah, dass dessen Schwiegermutter zu Bett lag und hatte das Fieber. 15 Da berührte er ihre Hand und das Fieber verließ sie. Und sie stand auf und diente ihm. 16 Am Abend aber brachten sie viele Besessene zu ihm; und er trieb die Geister aus durch sein Wort und machte alle Kranken gesund, 17 auf dass erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: »Er hat unsre Schwachheit auf sich genommen, und unsre Krankheiten hat er getragen.« 

Matthäus 8,4-17

Bekenntnislese

Zum andern ist das daraus gefolgt, daß die bösen Geister haben viel Büberei angerichtet, daß sie als Menschenseelen erschienen sind, Messen, Vigilien, Wallfahrten und andere Almosen geheischt mit unsäglichen Lügen und Schalkheiten. 17] Welches wir alle haben für Artikel des Glaubens halten und danach leben müssen, und der Papst [hat] solches bestätigt, wie auch die Messe und alle andern Greül. Hier ist auch kein weichen oder Nachlassen.

18] Zum dritten die Wallfahrten. Da hat man auch gesucht Messen, Vergebung der Sünden und Gottes Gnade; denn die Messe hat’s alles regiert. Nun ist das ja gewiss, daß solche Wallfahrten ohne Gottes Wort uns nicht geboten, auch nicht vonnöten [sind], weil wir’s wohl besser haben mögen und sie ohne alle Sünde und [Ge]Fahr lassen mögen. Warum lässt man denn daheim eigene Pfarren, Gottes Wort, Weib und Kind usw., die nötig und geboten sind, und läuft den unnötigen ungewissen, schädlichen Teufelsirrwischen nach? 19] Ohne daß der Teufel den Papst geritten hat, solches zu preisen und [zu] bestätigen, damit die Leute ja häufig von Christo auf ihre eigenen Werke fielen und abgöttisch würden, welches das ärgste dran ist, über das, daß es unnötig, ungeboten, ungeraten und ungewiss, dazu schädlich Ding ist. Darum ist hier auch kein Weichen oder Nachgeben usw. 20] Und man lasse solches predigen, daß es unnötig, dazu [ge]fährlich sei; danach [wird man] sehen, wo Wallfahrten bleiben.

21] Zum vierten die Brüderschaften, da sich die Klöster, Stifte, auch Vikaristen haben verschrieben und mitgeteilt (rechtes und redliches Kaufs) alle Messen, gute Werke usw., beide für Lebendige und Tote; welches nicht allein eitel Menschentand, ohne Gottes Wort, ganz unnötig und ungeboten, sondern auch wider den ersten Artikel der Erlösung ist, darum keinswegs zu leiden.

22] Zum fünften das Heiligtum, darin so manche öffentliche Lügen und Narrenwerk erfunden, von Hunds= und Rossknochen, das auch um solcher Büberei willen, des der Teufel gelacht hat, längst sollte verdammt worden sein, wenngleich etwas Gutes dran wäre; dazu [kommt, daß es] auch ohne Gottes Wort, weder geboten noch geraten, ganz unnötig und unnütz Ding ist. 23] Aber das Ërgste [ist], daß es auch hat müssen Ablass und Vergebung der Sünden wirken, als ein gut Werk und Gottesdienst, wie die Messe usw.

24] Zum sechsten, hier gehört her der liebe Ablass, so beide den Lebendigen und Toten ist gegeben (doch um Geld), und der leidige Judas oder Papst das Verdienst Christi samt den übrigen Verdiensten aller Heiligen und der ganzen Kirche darin verkauft usw. Welches alles nicht zu leiden ist und auch nicht allein ohne Gottes Wort, ohne Not, ungeboten, sondern zuwider ist dem ersten Artikel. Den Christus’ Verdienst nicht durch unser Werk oder Pfennig, sondern durch den Glauben aus Gnaden erlangt wird, ohne alles Geld und Verdienst, nicht durch’s Papsts Gewalt, sondern durch die Predigt oder Gottes Wort vorgetragen.

Von Anrufung der Heiligen.

25] Anrufung der Heiligen ist auch der endechristischen [antichristischen] Missbräuche einer und streitet wider den ersten Hauptartikel und tilgt die Erkenntnis Christi, ist auch nicht geboten noch geraten, hat auch kein Exempel der Schrift, und haben’s alles tausendmal besser an Christo, wenn jenes gleich köstlich Gut wäre, als doch nicht ist.

26] Und wiewohl die Engel im Himmel für uns bitten (wie Christus selber auch tut), also auch die Heiligen auf Erden oder vielleicht auch im Himmel, so folgt daraus nicht, daß wir die Engel und Heiligen anrufen, anbeten, ihnen fasten, feiern, Messe halten, opfern, Kirchen, Altar, Gottesdienst stiften und [auf] andere Weise mehr dienen und sie für Nothelfer halten und allerlei Hilfe unter sie teilen und jeglichem eine sonderliche züignen sollten, wie die Papisten lehren und tun. Denn das ist Abgötterei, und solche Ehre gehört Gott allein zu. 27] Denn du kannst als ein Christ und Heiliger auf Erden für mich bitten, nicht in einerlei, sondern in allen Nöten. Aber darum soll ich dich nicht anbeten, anrufen, feiern, fasten, opfern, Messe halten dir zu Ehren und auf dich meinen Glauben zur Seligkeit setzen. Ich kann dich sonst [auf andere Weise] wohl ehren, lieben und dir danken in Christo. 28] Wenn nun solche abgöttische Ehre von den Engeln und toten Heiligen weggetan wird, so wird die andere Ehre ohne Schaden sein, ja bald vergessen werden. Denn wo der Nutz und Hilfe, beide leiblich und geistlich, nicht mehr zu hoffen ist, werden sie die Heiligen wohl mit Frieden lassen, beide im Grabe und im Himmel. Den umsonst oder aus Liebe wird ihrer niemand viel gedenken, achten noch [sie] ehren.

29] Und die Summa: Was die Messe ist, was daraus [ge]kommen ist, was daran hanget, das können wir nicht leiden und müssen’s verdammen, damit wir das heilige Sakrament rein und gewiss, nach der Einsetzung Christi, durch den Glauben gebraucht und empfangen, behalten mögen.

Der III. Artikel. Von Stiften und Klöstern.

1] Daß die Stifte und Klöster, vorzeiten guter Meinung gestiftet, zu erziehen gelehrte Leute und züchtige Weibsbilder, sollten wiederum in solchem [Ge] Brauch geordnet werden, damit man Pfarrherren, Prediger und andere Kirchendiener haben möge, auch sonst nötige Personen zu weltlichem Regiment in Städten und Ländern, auch wohlgezogene Jungfraün zu Hausmüttern und Haushälterinnen usw.

2] Wo sie dazu nicht dienen wollen, ist’s besser, man lasse sie wüste liegen oder reisse sie ein, denn daß sie sollten mit ihrem lästerlichen Gottesdienst, durch Menschen erdichtet, als etwas Besseres denn der gemeine Christenstand und von Gott gestiftet Ëmter und Orden [Berufe] gehalten werden. Denn das ist alles auch wider den ersten Hauptartikel von der Erlösung Jeu Christi. Zudem, daß sie auch (wie alle andern Menschenfündlein) nicht geboten, nicht vonnöten, nicht nütze, dazu [ge]fährliche und vergebliche Mühe machen, wie die Propheten solche Gottesdienste Aven, das ist, Mühe, heissen.

Dr. Martin Luthers Schmalkaldischen Artikel 2:II:16-2:III:2

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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HERR, lehre doch mich, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. (Psalm 39)

Ich habe mir vorgenommen: Ich will mich hüten, dass ich nicht sündige mit meiner Zunge; ich will meinem Mund einen Zaum anlegen, solange ich den Frevler vor mir sehen muss. 3 Ich bin verstummt und still und schweige fern der Freude und muss mein Leid in mich fressen. 4 Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe; / wenn ich seufze, brennt es wie Feuer. So rede ich mit meiner Zunge: 5 »HERR, lehre doch mich, / dass es ein Ende mit mir haben muss und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muss. 6 Siehe, meine Tage sind eine Handbreit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Ach, wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sela. 7 Sie gehen daher wie ein Schatten / und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird.« 8 Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. 9 Errette mich von aller meiner Sünde und lass mich nicht den Narren zum Spott werden. 10 Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun; denn du hast es getan. 11 Wende deine Plage von mir; ich vergehe, weil deine Hand nach mir greift. 12 Wenn du den Menschen züchtigst um der Sünde willen, / so verzehrst du seine Schönheit wie Motten ein Kleid. Ach, wie gar nichts sind doch alle Menschen. Sela. 13 Höre mein Gebet, HERR, und vernimm mein Schreien, schweige nicht zu meinen Tränen; denn ich bin ein Gast bei dir, ein Fremdling wie alle meine Väter. 14 Lass ab von mir, dass ich mich erquicke, ehe ich dahinfahre und nicht mehr bin. 

Psalm 39 Ein Psalm Davids, vorzusingen, für Jedutun. Dr. Martin Luthers deutsche Übersetzung (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Judika (Der Hohepriester)

Gütiger Gott und Vater, Du hast Deinen Sohn leiden und sterben lassen, um uns zu erretten. Laß uns sein Opfer bedenken und alle Zeit in Deiner Liebe bleiben, die Du in ihm offenbart hast, Deinem Sohn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.305

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele

Matthäus 20,28

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Christe, Du Schöpfer aller Welt, Du König, der die Gläub’gen hält, weil unser Bitten Dir gefällt, nimm unser Loblied an, o Held.

Kein Maß hat Deine Gnad gekannt, hat in Geduld mit starker Hand durch Leid am Kreuz gelöst das Band, das Adams Sünde um uns wand.

Vor dem die Sterne neigen sich, Du kamst ins Fleisch demütiglich, darin zu leiden williglich; in Todesschmerz Dein Leib erblich.

Die Hand gebunden ausgestreckt, zu lösen, was in Banden steckt, hast Du mit Gnad den Zorn bedeckt, den Menschenschuld in Gott erweckt.

Du hangst am Kreuze sterbend hier und doch erbebt die Erd vor Dir, der Geist der Kraft geht aus von Dir, die stolze Welt erblasst vor Dir.

Jetzt um Dein Siegerangesicht des ewgen Vaters Glanz sich flicht, jetzt mit des Geistes Kraft und Licht, o König Du, verlaß uns nicht.

Theodor Kliefoth 1875 nach dem altkirchlichen Hymnus: Rex Christe, factor omnium” (Hildburghausen 9Jhd). LKG 150.

Fortlaufende Lese

Es erhob sich auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen als der Größte gelten sollte.  25 Er aber sprach zu ihnen: Die Könige herrschen über ihre Völker, und ihre Machthaber lassen sich Wohltäter nennen.  26 Ihr aber nicht so! Sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste und der Vornehmste wie ein Diener.  27 Denn wer ist größer: der zu Tisch sitzt oder der dient? Ist’s nicht der, der zu Tisch sitzt? Ich aber bin unter euch wie ein Diener.  28 Ihr aber seid’s, die ihr ausgeharrt habt bei mir in meinen Anfechtungen.  29 Und wie mir mein Vater das Reich bestimmt hat, so bestimme ich für euch,  30 dass ihr essen und trinken sollt an meinem Tisch in meinem Reich und sitzen auf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels. 

Lukas 22,24-30

Morgenlese

Und jeder Priester steht Tag für Tag da und versieht seinen Dienst und bringt oftmals die gleichen Opfer dar, die doch niemals die Sünden wegnehmen können. 12 Dieser aber hat ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht, das ewiglich gilt, und hat sich zur Rechten Gottes gesetzt 13 und wartet hinfort, bis seine Feinde zum Schemel unter seine Füße gelegt werden. 14 Denn mit einem einzigen Opfer hat er für immer die vollendet, die geheiligt werden. 15 Das bezeugt uns aber auch der Heilige Geist. Denn nachdem er gesagt hat: 16 »Das ist der Bund, den ich mit ihnen schließen will nach diesen Tagen«, spricht der Herr: »Ich will meine Gesetze in ihr Herz geben, und in ihren Sinn will ich sie schreiben, 17 und ihrer Sünden und ihrer Missetaten will ich nicht mehr gedenken.« 18 Wo aber Vergebung der Sünden ist, da geschieht kein Opfer mehr für die Sünde.

Hebräer 10,11-18

Abendlese

Denn das Gesetz hat den Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht die Gestalt der Dinge selbst. Deshalb kann es die, die opfern, niemals vollkommen machen durch die Jahr für Jahr gleichen Opfer, welche man immer wieder darbringt. 2 Hätte nicht sonst das Opfern aufgehört, wenn die, die Gott dienen, ein für alle Mal rein geworden wären und kein von Sünden beschwertes Gewissen mehr hätten? 3 Vielmehr geschieht durch die Opfer alle Jahre eine Erinnerung an die Sünden. 4 Denn es ist unmöglich, durch das Blut von Stieren und Böcken Sünden wegzunehmen. 5 Darum spricht er[1], wenn er in die Welt kommt: »Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; einen Leib aber hast du mir bereitet. 6 Brandopfer und Sündopfer gefallen dir nicht. 7 Da sprach ich: Siehe, ich komme – im Buch steht von mir geschrieben –, dass ich tue, Gott, deinen Willen.« 8 Zuerst hatte er gesagt: »Opfer und Gaben, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt und sie gefallen dir nicht«, welche doch nach dem Gesetz geopfert werden. 9 Dann aber sprach er: »Siehe, ich komme, zu tun deinen Willen.« Da hebt er das Erste auf, damit er das Zweite einsetze. 10 Nach diesem Willen sind wir geheiligt ein für alle Mal durch das Opfer des Leibes Jesu Christi.

Hebräer 10,1-10

Bekenntnislese

Der II. Artikel. Von der Messe.

1] Daß die Messe im Papsttum muss der grösste und schrecklichste Greül sein als die stracks und gewaltiglich wider diesen Hauptartikel strebt und doch über und vor allen andern päpstlichen Abgöttereien die höchste und schönste gewesen ist. Den es ist gehalten [sie halten dafür], daß solch Opfer oder Werk der Messe (auch durch einen bösen Buben getan) helfe dem Menschen von Sünden, beide hier im Leben und dort im Fegfeür, welches doch allein soll und muss tun das Lamm Gottes, wie droben gesagt. Von diesem Artikel ist auch nicht zu weichen oder nachzulassen; denn der erste Artikel leidet’s nicht.

2] Und wo etwa vernünftige Papisten wären, möchte man dermassen [gemässigt] und freundlicherweise mit ihnen reden: Erstlich, warum sie doch so hart an der Messe hielten? Ist’s doch ein lauter Menschenfündlein, von Gott nicht geboten. Und alle Menschenfündlein mögen wir fallen lassen, wie Christus spricht Matth. 15: “Sie dienen mir vergeblich mit Menschengeboten.”

Zum andern ist’s ein unnötig Ding, das man ohne Sünde und [Ge]Fahr wohl lassen kann.

4] Zum dritten kann man das Sakrament viel besser und seliger[er] Weise (ja allein seliger Weise) nach Christus’ Einsetzung kreigen. Was ist’s denn daß man um einer erdichteten, unnötigen Sache willen, da man’s sonst wohl und seliger haben kann, die Welt in Jammer und Not wollte zwingen?

5] Man lasse den Leuten öffentlich predigen, wie die Messe als ein Menschentand möge ohne Sünde nachbleiben und niemand verdammt werde, wer sie nicht achte, sondern möge wohl ohne Messe, durch bessere Weise selig werden: was gilt’s ob die Messe alsdann nicht von ihr selbst fallen wird, nicht allein bei dem tollen Pöbel, sondern auch bei allen frommen, christlichen, vernünftigen, gottesfürchtigen Herzen; viel mehr, wo sie hören würden daß es ein [ge]fährlich Ding, ohne Gottes Wort und willen erdichtet und erfunden ist.

6] Zum vierten, weil solche unzählige unaussprechliche Mißbräuche in aller Welt mit Kaufen und Verkaufen der Messen entstanden [sind], sollte man sie billig lassen fahren, auch allein [um] solchen Mißbräuchen zu wehren, wenn sie gleich an ihr selbst etwas Nützliches und Gutes hätte. Wieviel mehr soll man sie fahren lassen, solche Mißbräuche ewiglich zu verhüten, weil sie doch gar unnötig, unnütz und [ge]fährlich ist und man alles nötiger, nützlicher und gewisser ohne die Messe haben kann!

7] Zum fünften. Nun aber die Messe nichts anders ist noch sein kann (wie der Kanon und alle Bücher sagen) denn ein Werk der Menschen (auch böser Buben), damit einer sich selbst und andere mit sich gegen Gott versöhnen, Vergebung der Sünden und Gnade erwerben und verdienen will (denn also wird sie gehalten, wenn sie aufs allerbeste wird gehalten; was sollte sie sonst?), so soll und muss man sie verdammen und verwerfen. Denn das ist stracks wider den Hauptartikel, der da sagt, daß nicht ein böser oder frommer Meßknecht mit seinem Werk, sondern das Lamm Gottes und Sohn Gottes unsere Sünde trägt.

8] Und ob einer zum guten Schein wollte vorgeben, er wollte zur Andacht sich selbst berichten [mit dem Sakrament versehen] oder kommunizieren, das ist nicht Ernst. Den wo [wenn] er mit Ernst will kommunizieren, so hat er’s gewiss und aufs beste im Sakrament, nach der Einsetzung Christi gereicht. Aber sich selbst kommunizieren ist ein Menschendünkel [eine menschliche Meinung], ungewiss und unnötig dazu verboten. Und er weiss auch nicht, was er macht, weil er ohne Gottes Wort falschem Menschendünkel und Fündlein [Erfindung] folgt. 9] So ist’s auch nicht Recht (wenn alles sonst schlecht [richtig] wäre), daß einer das gemeine Sakrament der Kirche nach seiner eigenen Andacht will brauchen und damit seines Gefallens ohne Gottes Wort ausser der Kirche Gemeinschaft spielen.

10] Dieser Artikel von der Messe wird’s ganz und gar sein im Konzilio. Denn wo es möglich wäre daß sie uns alle andern Artikel nachgäben, so können sie doch diesen Artikel nicht nachgeben. Wie der Campegius zu Augsburg gesagt, er wollte sich eher auf [in] Stücke zerreissen lassen, ehe er wollte die Messe fahren lassen. So werde ich mich auch mit Gottes Hilfe eher lassen zu Asche machen, ehe ich einen Messknecht mit seinem Werke, er sei gut oder böse, lasse meinem Hern und Heiland Jeu Christo gleich oder höher sein. Also sind und bleiben wir ewiglich geschieden und widereinander. Sie fühlen’s wohl, wo die Messe fällt, so liegt das Papsttum; ehe sie das lassen geschehen, so töten sie uns alle, wo sie es vermögen.

11] Über das alles hat dieser Drachenschwanz, die Messe, viel Ungeziefer und Geschmeiss, mancherlei Abgötterei gezeugt.

12] Erstlich das Fegfeür. Da hat man mit Seelenmessen, Vigilien, dem Siebenten, dem Dreissigsten und jährlichen Begängnissen, zuletzt mit der Gemeinwoche und aller Seelen Tag und Seelbad [Freibad für Arme, zum Seelenheil des Stifters gespendet] ins Fegfeür gehandelt, daß die Messe schier allein für die Toten gebraucht ist, so doch Christus das Sakrament allein für die Lebendigen gestiftet hat. Darum ist das Fegfeür mit allem seinem Gepränge, Gottesdienst und Gewerbe für ein lauter Teufelsgespenst zu achten. Denn es ist auch wider den Hauptartikel, daß allein Christus und nicht Menschenwerk den Seelen helfen soll; ohne daß sonst auch uns nichts von den Toten befohlen noch geboten ist. Derhalben mag man es wohl lassen, wenn es schon kein Irrtum noch Abgötterei wäre.

13] Die Papisten führen hier Augustinum und etliche Väter [an], die vom Fegfeür sollen geschrieben haben, und meinen, wir sehen nicht, wozu und wohin sie solche Sprüche führen. St. Augustinus schreibt nicht, daß ein Fegfeür sei, hat auch keine Schrift, die ihn dazu zwinge, sondern lässt es in Zweifel hangen ob eins sei, und sagt, seine Mutter habe begehrt, daß man ihrer sollte gedenken bei dem Altar oder Sakrament. Nun, solches alles ist ja nichts denn Menschenandacht gewesen einzelner Personen, die keine Artikel des Glaubens (welches allein Gott zugehört) stiften.

14] Aber unsere Papisten führen solch Menschenwort dahin, daß man solle glauben ihrem schändlichen, lästerlichen, verfluchten Jahrmarkt von Seelmessen ins Fegfeür zu opfern usw. Solches werden sie noch lange nicht aus St. Augustino beweisen. Wenn sie nun den fegfeürischen Messenjahrmarkt abgetan haben, davon St. Augustinus nie geträumt hat, alsdann wollen wir mit ihnen reden, ob St. Augustinus’ Wort ohne Schrift möge zu dulden sein und der Toten gedacht werden bei dem Sakrament. 15] Es gilt nicht, daß man aus der heiligen Väter Werken oder Worten Artikel des Glaubens macht, sonst müsste auch ein Artikel des Glaubens werden, was sie für Speise, Kleider, Häuser usw. gehabt hätten, wie man mit dem Heiligtum [Reliquien] getan hat. Es heisst, Gottes Wort soll Artikel des Glaubens stellen und sonst niemand, auch kein Engel.

Schmalkaldische Artikel 2,II,1-15

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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HERR, der König freut sich in deiner Kraft (Psalm 21)

HERR, der König freut sich in deiner Kraft, und wie sehr fröhlich ist er über deine Hilfe! 3 Du erfüllst ihm seines Herzens Wunsch und verweigerst nicht, was sein Mund bittet. Sela. 4 Denn du überschüttest ihn mit gutem Segen, du setzest eine goldene Krone auf sein Haupt. 5 Er bittet dich um Leben; du gibst es ihm, langes Leben immer und ewiglich. 6 Er hat große Herrlichkeit durch deine Hilfe; Pracht und Hoheit legst du auf ihn. 7 Denn du setzest ihn zum Segen ewiglich, du erfreust ihn mit Freude vor deinem Antlitz. 8 Denn der König hofft auf den HERRN und wird durch die Güte des Höchsten nicht wanken. 9 Deine Hand wird finden alle deine Feinde, deine Rechte wird finden, die dich hassen. 10 Du lässt sie glühen wie einen Feuerofen, wenn du erscheinst. Der HERR wird sie verschlingen in seinem Zorn; Feuer wird sie fressen. 11 Ihre Nachkommen wirst du tilgen vom Erdboden und ihre Kinder aus der Zahl der Menschen. 12 Denn sie gedachten, dir Übles zu tun, und planten Ränke, die sie nicht ausführen konnten. 13 Denn du wirst machen, dass sie den Rücken kehren; mit deinem Bogen wirst du auf ihr Antlitz zielen. 14 HERR, erhebe dich in deiner Kraft, so wollen wir singen und loben deine Macht. 

Psalm 21. Ein Psalm Davids, vorzusingen. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Judika (Der Hohepriester)

Gütiger Gott und Vater, Du hast Deinen Sohn leiden und sterben lassen, um uns zu erretten. Laß uns sein Opfer bedenken und alle Zeit in Deiner Liebe bleiben, die Du in ihm offenbart hast, Deinem Sohn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.305

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele

Matthäus 20,28

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Ich grüße Dich am Kreuzesstamm, Du hochgelobtes Gotteslamm, mit andachtsvollem Herzen. Hier hängst Du zwar in lauter Not und bist gehorsam bis zum Tod, vergehst in tausend Schmerzen; doch sieht mein Glaube wohl an Dir, daß Gottes Majestät und Zier
in diesem Leibe wohne und daß Du hier so würdig seist, daß man Dich Herr und König heißt als auf dem Ehrenthrone.

Ich folge Dir durch Tod und Leid, o Herzog meiner Seligkeit, nichts soll mich von Dir trennen. Du gehst den engen Weg voran; Dein Kreuzestod macht offne Bahn den Seelen, die Dich kennen. Ach Jesu, Deine höchste Treu macht, dass mir nichts unmöglich sei, da Du für mich gestorben; ich scheue nicht den bittern Tod und bin gewiss in aller Not: »Wer glaubt, ist unverdorben.«

Valentin Ernst Löscher 1722 (LKG 149)

Fortlaufende Lese

Es kam nun der Tag der Ungesäuerten Brote, an dem man das Passalamm opfern musste.  8 Und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Geht hin und bereitet uns das Passalamm, damit wir’s essen.  9 Sie aber fragten ihn: Wo willst du, dass wir’s bereiten?  10 Er sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr hineinkommt in die Stadt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug; folgt ihm in das Haus, in das er hineingeht,  11 und sagt zu dem Hausherrn: Der Meister lässt dir sagen: Wo ist die Herberge, in der ich das Passalamm essen kann mit meinen Jüngern?  12 Und er wird euch einen großen Saal zeigen, schön ausgelegt; dort bereitet das Mahl.  13 Sie gingen hin und fanden’s, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passalamm.  14 Und als die Stunde kam, setzte er sich nieder und die Apostel mit ihm.  15 Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlangt, dies Passalamm mit euch zu essen, ehe ich leide.  16 Denn ich sage euch, dass ich es nicht mehr essen werde, bis es erfüllt wird im Reich Gottes.  17 Und er nahm den Kelch, dankte und sprach: Nehmt ihn und teilt ihn unter euch;  18 denn ich sage euch: Ich werde von nun an nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes kommt.  19 Und er nahm das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.  20 Desgleichen auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird!  21 Doch siehe, die Hand meines Verräters ist mit mir am Tisch.  22 Denn der Menschensohn geht zwar dahin, wie es beschlossen ist; doch weh dem Menschen, durch den er verraten wird!  23 Und sie fingen an, untereinander zu fragen, wer es wohl wäre unter ihnen, der das tun würde. 

Lukas 22,7-23

Morgenlese

Denn die Liebe Christi drängt uns, da wir erkannt haben, dass einer für alle gestorben ist und so alle gestorben sind. 15 Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben ist und auferweckt wurde. 16 Darum kennen wir von nun an niemanden mehr nach dem Fleisch; und auch wenn wir Christus gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt so nicht mehr. 17 Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. 18 Aber das alles ist von Gott, der uns mit sich selber versöhnt hat durch Christus und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt. 19 Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. 20 So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! 21 Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt. 

2. Korinther 5,14-21

Abendlese

Das ist nun die Hauptsache bei dem, wovon wir reden: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel 2 und ist ein Diener am Heiligtum und am wahrhaftigen Zelt[1], das der Herr aufgerichtet hat und nicht ein Mensch. 3 Denn jeder Hohepriester wird eingesetzt, um Gaben und Opfer darzubringen. Darum muss auch dieser etwas haben, das er opfert. 4 Wenn er nun auf Erden wäre, so wäre er nicht Priester, weil da schon solche sind, die nach dem Gesetz die Gaben opfern. 5 Sie dienen aber dem Abbild und Schatten des Himmlischen, wie die göttliche Weisung an Mose erging, als er das Zelt errichten sollte: »Sieh zu«, heißt es, »dass du alles machst nach dem Bilde, das dir auf dem Berge gezeigt worden ist.« 6 Nun aber hat er ein höheres Amt empfangen, wie er ja auch der Mittler eines besseren Bundes[2] ist, der auf bessere Verheißungen gegründet ist. 7 Denn wenn jener erste Bund untadelig gewesen wäre, würde nicht Raum für einen andern gesucht. 8 Denn er tadelt sie und sagt: »Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da will ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen, 9 nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern gemacht habe an dem Tage, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen. Denn sie sind nicht geblieben in meinem Bund; darum habe ich auch nicht mehr auf sie geachtet, spricht der Herr. 10 Denn das ist der Bund, den ich schließen will mit dem Haus Israel nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will meine Gesetze in ihren Sinn geben, und in ihr Herz will ich sie schreiben und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. 11 Und es wird niemand seinen Mitbürger lehren noch jemand seinen Bruder und sagen: Erkenne den Herrn! Denn sie alle, Klein und Groß, werden mich erkennen. 12 Denn ich will gnädig sein ihren Missetaten, und ihrer Sünden will ich nicht mehr gedenken.« 13 Indem er sagt: »einen neuen Bund«, hat er den ersten zu einem alten gemacht. Was aber alt wird und betagt ist, das ist dem Ende nahe. 

Hebräer 8,1-13

Bekenntnislese

I. Der erste Teil der Artikel ist von den hohen Artikeln der göttlichen Majestät, nämlich

1. Dass Vater, Sohn und Heiliger Geist in einem göttlichen Wesen und Natur drei unterschiedliche Personen ein einiger Gott ist, der Himmel und Erde geschaffen hat etc.

2. Dass der Vater von niemand, der Sohn vom Vater geboren, der Heilige Geist vom Vater und Sohn ausgehend.

3. Dass nicht der Vater noch Heiliger Geist, sondern der Sohn Mensch geworden sei.

4. Dass der Sohn also Mensch geworden sei, dass er vom Heiligen Geist ohne männliches Zutun empfangen und von der reinen, heiligen Jungfrau Maria gebo-ren sei, danach gelitten, gestorben, begraben, zur Hölle gefahren, auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, kommend, zu richten die Lebendigen und die Toten etc., wie der Apostel, ferner das Athana-sianische Symbol und der allgemeine Kinderkatechismus lehrt. Diese Artikel sind in keinem Zank noch Streit, weil wir zu beiden Seiten dieselben bekennen. Da-rum ist es nicht vonnöten, jetzt davon weiter zu handeln.

II. Der andere Teil

ist von den Artikeln, die das Amt und Werk Jesu Christi oder unsere Erlösung be-treffen.

1. Hier ist der erste und Hauptartikel:

Dass Jesus Christus, unser Gott und Herr, „um unserer Sünden willen gestorben und um unserer Gerechtigkeit willen auferstanden“ sei (Röm 4,25), und er allein „das Lamm Gottes ist, welches der Welt Sünde trägt“ (Joh 1,29), und „Gott unser aller Sünde auf ihn gelegt hat“ (Jes 53,6), ferner: „Sie sind allzumal Sünder und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung Jesu Christi in seinem Blut“ etc. (Röm 3,23-25). Dieweil nun solches geglaubt werden muss und sonst mit keinem Werk, Gesetz noch Verdienst erlangt oder gefasst werden kann, so ist es klar und gewiss, dass allein solcher Glaube uns gerecht mache, wie Röm 3,28 St. Paulus spricht: „Wir halten dafür, dass der Mensch gerecht werde, ohne Werke des Gesetzes durch den Glauben“, ferner: „Auf dass er allein gerecht sei und gerecht mache den, der da ist des Glaubens an Je-sus“ (Rom 3,26). Von diesem Artikel kann man nicht weichen oder nachgeben, es falle Himmel und Erde oder was nicht bleiben will; denn es „ist kein anderer Name den Menschen gegeben, dadurch wir können selig werden“, spricht St. Petrus (Apg 4,12). „Und durch seine Wunden sind wir geheilt“ (Jes 53,5). Und auf diesem Artikel steht alles, was wir wider den Papst, Teufel und Welt lehren und leben. Darum müssen wir dessen ganz gewiss sein und nicht zweifeln. Sonst ist’s alles verloren und behält Papst und Teufel und alles wider uns Sieg und Recht.

2. Der andere Artikel ( Messe ):

Dass die Messe im Papsttum der größte und schrecklichste Greuel sein muss, der stracks und gewaltig wider diesen Hauptartikel strebt und doch über und vor allen anderen päpstlichen Abgöttereien der höchste und schönste gewesen ist; denn es ist gehalten, dass solch Opfer oder Werk der Messe – auch durch einen bösen Buben getan – den Menschen von Sünden helfe, beides, hier im Leben und dort im Fegefeuer, welches doch allein das Lamm Gottes tun soll und muss, wie droben gesagt etc. Von diesem Artikel ist auch nicht zu weichen oder nach-zulassen; denn der erste Artikel leidet’s nicht. Und wo etwa vernünftige Papisten waren, konnte man dermaßen und freundlicherweise mit ihnen reden, nämlich: Warum sie doch so fest an der Messe hielten?

1. Ist es doch ein lauter Menschenfündlein, von Gott nicht geboten. Und alle Menschenfündlein mögen wir fallen lassen, wie Christus spricht Mt 15,9: „Sie dienen mir vergeblich mit Menschengeboten“.

2. Zum andern ist es ein unnötiges Ding, das man ohne Sünde und Gefahr wohl lassen kann.

Schmalkaldische Artikel I:1-II:1:5

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Judika (Passionssonntag und 5. Sonntag in den Fasten): Der Hohepriester.

Vorführung Christi: Ecce homo (Albrecht Dürer 1497/98)

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele

Matthäus 20,28

Introitus

Schaffe mir Recht, Gott, / und führe meine Sache wider das treulose Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten! 2 Denn du bist der Gott meiner Stärke: Warum hast du mich verstoßen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt? 3 Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung, 4 dass ich hineingehe zum Altar Gottes, / zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott. 5 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Psalm 43,1-5

Alttestamentliche Lesung

Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich. 2 Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde. 3 Da stand Abraham früh am Morgen auf und gürtete seinen Esel und nahm mit sich zwei Knechte und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, von dem ihm Gott gesagt hatte. 4 Am dritten Tage hob Abraham seine Augen auf und sah die Stätte von ferne. 5 Und Abraham sprach zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel. Ich und der Knabe wollen dorthin gehen, und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen. 6 Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak. Er aber nahm das Feuer und das Messer in seine Hand; und gingen die beiden miteinander. 7 Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham antwortete: Hier bin ich, mein Sohn. Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer? 8 Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen die beiden miteinander. 9 Und als sie an die Stätte kamen, die ihm Gott gesagt hatte, baute Abraham dort einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz 10 und reckte seine Hand aus und fasste das Messer, dass er seinen Sohn schlachtete. 11 Da rief ihn der Engel des HERRN vom Himmel und sprach: Abraham! Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. 12 Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen. 13 Da hob Abraham seine Augen auf und sah einen Widder hinter sich im Gestrüpp mit seinen Hörnern hängen und ging hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes statt. 14 Und Abraham nannte die Stätte »Der HERR sieht«. Daher man noch heute sagt: Auf dem Berge, da der HERR sich sehen lässt. 15 Und der Engel des HERRN rief Abraham abermals vom Himmel her 16 und sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR: Weil du solches getan hast und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont, 17 will ich dich segnen und deine Nachkommen mehren wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres, und deine Nachkommen sollen die Tore ihrer Feinde besitzen; 18 und durch deine Nachkommen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorcht hast. 19 So kehrte Abraham zurück zu seinen Knechten. Und sie machten sich auf und zogen miteinander nach Beerscheba und Abraham blieb daselbst.

1. Mose 22,1-14 (15-19)

Tagesgebet

Gütiger Gott und Vater, Du hast Deinen Sohn leiden und sterben lassen, um uns zu erretten. Laß uns sein Opfer bedenken und alle Zeit in Deiner Liebe bleiben, die Du in ihm offenbart hast, Deinem Sohn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Epistolische Lektion

Denn jeder Hohepriester, der von den Menschen genommen wird, der wird eingesetzt für die Menschen zum Dienst vor Gott, damit er Gaben und Opfer darbringe für die Sünden. 2 Er kann mitfühlen mit denen, die unwissend sind und irren, weil er auch selber Schwachheit an sich trägt. 3 Darum muss er, wie für das Volk, so auch für sich selbst opfern für die Sünden. 4 Und niemand nimmt sich selbst diese Würde, sondern er wird von Gott berufen wie auch Aaron. 5 So hat auch Christus sich nicht selbst die Ehre beigelegt, Hoherpriester zu werden, sondern der, der zu ihm gesagt hat (Psalm 2,7): »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.« 6 Wie er auch an anderer Stelle spricht (Psalm 110,4): »Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.« 7 Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen vor den gebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte; und er ist erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. 8 So hat er, obwohl er der Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. 9 Und da er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber der ewigen Seligkeit geworden, 10 von Gott genannt ein Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks.

Hebräer 5, (1-6) 7-9 (10)

Evangelium

Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen zu ihm: Meister, wir wollen, dass du für uns tust, was wir dich bitten werden. 36 Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue? 37 Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit. 38 Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde? 39 Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde; 40 zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das zu geben steht mir nicht zu, sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist. 41 Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes. 42 Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. 43 Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; 44 und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. 45 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.

Markus 10,35-45

Unser christliche Glauben

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unsrer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohne ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat. Und die Eine, heilige, christliche, apostolische Kirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt. Amen.

Nizänische Glaubensbekenntnis

Lutherisches Wochenlied

O Mensch, bewein Dein Sünde groß, darum Christus seins Vaters Schoß äußert und kam auf Erden; von einer Jungfrau rein und zart für uns er hier geboren ward, er wollt der Mittler werden. Den Toten er das Leben gab und tat dabei all Krankheit ab, bis sich die Zeit herdrange, daß er für uns geopfert würd, trüg unsrer Sünden schwere Bürd wohl an dem Kreuze lange.

So laßt uns nun ihm dankbar sein, daß er für uns litt solche Pein, nach seinem Willen leben. Auch laßt uns sein der Sünde Feind, weil uns Gotts Wort so helle scheint, Tag, Nacht danach tun streben, die Lieb erzeigen jedermann, die Christus hat an uns getan
mit seinem Leiden, Sterben O Menschenkind, betracht das recht, wie Gottes Zorn die Sünde schlägt, tu Dich davor bewahren!

Sebald Heyden 1525 (LKG 127)

Predigttext

Da führten sie Jesus von Kaiphas vor das Prätorium; es war aber früh am Morgen. Und sie gingen nicht hinein in das Prätorium, damit sie nicht unrein würden, sondern das Passamahl essen könnten. 29 Da kam Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was für eine Klage bringt ihr vor gegen diesen Menschen? 30 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Übeltäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. 31 Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmt ihr ihn und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Es ist uns nicht erlaubt, jemanden zu töten. 32 So sollte das Wort Jesu erfüllt werden, das er gesagt hatte, um anzuzeigen, welchen Todes er sterben würde. 33 Da ging Pilatus wieder hinein ins Prätorium und rief Jesus und sprach zu ihm: Bist du der Juden König? 34 Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben dir’s andere über mich gesagt? 35 Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet. Was hast du getan? 36 Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von hier. 37 Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es: Ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeuge. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. 38 Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und als er das gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. 39 Ihr habt aber die Gewohnheit, dass ich euch einen zum Passafest losgebe; wollt ihr nun, dass ich euch den König der Juden losgebe? 40 Da schrien sie wiederum: Nicht diesen, sondern Barabbas! Barabbas aber war ein Räuber. 

19,1 Da nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln. 2 Und die Soldaten flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie auf sein Haupt und legten ihm ein Purpurgewand an 3 und traten zu ihm und sprachen: Sei gegrüßt, König der Juden!, und schlugen ihm ins Gesicht. 4 Und Pilatus ging wieder hinaus und sprach zu ihnen: Seht, ich führe ihn heraus zu euch, damit ihr erkennt, dass ich keine Schuld an ihm finde. 5 Da kam Jesus heraus und trug die Dornenkrone und das Purpurgewand. Und Pilatus spricht zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! 

Johannes 18,28-19,5

Meine Predigt

Wochengebet

Seht, welch ein Mensch!  Im Purpurgewand mit der Dornenkrone,  blutig geschlagen,  taumelnd,  allein vor der schreienden Menge.  Menschgewordener Gott,  erbarme dich unser.  

Seht, welch ein Mensch!  Der Kopf zuckt hin und her,  und er duckt sich,  während die Drohnen nahen,  und er schreit und schießt, schreit in den Wind,  in den Lärm der Geschütze,  wo er nichts mehr von sich weiß.  Menschgewordener Gott,  erbarme dich unser.  

Seht, welch ein Mensch!  Die Greisin,  leicht wie ein Vogel,  Haut und Knochen nur noch,  als würde sie gleich ein Luftzug erfassen,  schaut sie auf und lächelt noch einmal, 
lächelt ins Leere.   Menschgewordener Gott,  erbarme dich unser.  

Seht, welch ein Mensch!  Ohne etwas zu denken, hastet sie vorwärts,  ohne zu wissen, wohin, missbraucht,  misshandelt auf der Flucht  zwischen den Fronten im Sudan.  Menschgewordener Gott,  erbarme dich unser.  

Seht, welch ein Mensch!  Im Innern seines Atems arbeitet die Maschine,  leuchtende Kurven  auf dem Monitor, die Schläfen pulsen,   und niemand weiß, was in ihm geschieht.  Menschgewordener Gott,  erbarme dich unser.  

Seht, welch ein Mensch!  Still in der Kirchenbank,  atmet er tief,  sehnt sich nach dir, Gott, und die Luft strömt ein,  und er atmet ein und aus, sucht deine Nähe.  Menschgewordener Gott,  erbarme dich unser.  

In der Stille bringen wir die Menschen,  an die wir denken, ihre Namen und Gesichter, vor dich:  

(Stille)

June, Karin & Ingrid, Ingrid, Bärbel, Peter und Gerhard, Marie-Luise, Dieter & Cäcilie, Erlo & Val; Matt and Kathy, Hans-Jörg, David & Lucy, Xhotso & Mamohau, Thomas Schmidt & Markus Fischer, Margreth Büttcher, Thomas & Andreas, Grace Rao

Hilary, Manuela Schmidt, Marlies Johannes, Don and Cheryl, Gary and JoAnn Zieroth, Scott and Doreen Linke, Mark and Deborah Steiner (Ft.Wayne/Unglück),

Johann und Ursula, Felix, Armin und Susanne, Sami und Seila, Martti, Christian & Lula, Tim & Annette, Art & Linda, Beverly, Jim & Peggy, Dean, Sara & John, Matt & Christa, Vivian, Götz & Sylvia, Natalia, Kyril & Olga, Mark & Mindy, Abigail, Alex & Andrew, Maria & Tamara, Bernhard, Reinhard, Felix, Vadim und Svitlana Kolesneyk, Kateryna, Olga Baranovska, Oksana Shtanska (Amsterdam)

Matt and Cathy, Matthew & Mark, Michael & Janet, Scott & Maryann, Daniel & Linda, Larry & Amy, Alison, Michael, Thomas, Mario, Thomas und Annette, Dietmar und Angela, Monika, June, Elisabeth, Mike, Steve, Manuela, Inke, Imke, Rob Bourassa, Joseph and Marybeth Yamin; Jonathan Shaw, Michael Frese, Gabriel, Jerald & Brenda, Valerie und Ruth Dahl (Sisters), Charles (Chuck) and Nanette Henkel, Miranda Livesay; James (Jim) and Peggy Krikava; Mark Laverty; Vlad Ohla (Busfahrer); Christopher Swennen;

Christoph, Friederike & Ollie, Isabel, Ele, Max und Louis, Detlev und Biljana, Matthias

Bärbel, Inga, Thomas, Peter, Soja und Linus, Maisa & Heidi, Lothar & Katharina, Wolfgang & Elsmarie, Margrit & Hartmut, Gisela und Günther, Karl-Heinz & Sharon, Eckart und , Dieter und , Gerhard,

Walter & Ruth, Hans & Renate, Anne & Bernhard, Gerrie & Carmela, Lisa & Manfred, Piet & Simone, Chris & Sigrid, Lene & Kurt, Thomas (Ordinationstag 6.4) & Liesel, Eckart & Kiki, Peter & Sigrid, Michaela & Werner Gericke, Renate & Bossie (Gluten), Andile & Sazza,

Dietrich & Marilena (Pia and Romy), Chrissie & Kristin (Hans Peter/Oliver Christian), Werner & Nadia (Eli & Liam)

Bernhard-Daniel, Tobias, Benjamin, Christine, Judith, Charlotte

Miriam & Kai

Martin, Gerhard, Karin & Erwin (Katja), Christiane, Ruth & Angelika,

Luca, Fynn, Sara Thandazile,

Cornelia, David, Lydia, Maria Karin,

Robert & Sandra, Johannes Wilhelm, Thomas

Walter & Uta, Christel & Allan, Dieter & Johanna, Gerald & Elsmarie, Manfred & Manuela, Ulrike & Ian, Gisela & William, Lizzy und Sebastian Lübcke,

Liz, Heinrich, Lizelle, Heinz,

Enoch, Peter, David,

Matthias Johannes, Harry & Heidrun, Dietrich,

Menschgewordener Gott,  erbarme dich unser.   Du,  der du unsere Wahrheit bezeugst,  Dich für uns dahingibst, unser Heiland und Gott, Retter und Erlöser – hier und allezeit – Dich preisen wir.  Amen.  

VELKD

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Frieden +

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Da entbrannte der Zorn des HERRN über sein Volk, und sein Erbe wurde ihm zum Abscheu. (Psalm 106,40)

Und sie achteten das köstliche Land gering; sie glaubten seinem Worte nicht 25 und murrten in ihren Zelten; sie gehorchten der Stimme des HERRN nicht. 26 Da erhob er seine Hand wider sie, dass er sie niederschlüge in der Wüste 27 und würfe ihre Nachkommen unter die Völker und zerstreute sie in die Länder. 28 Und sie hängten sich an den Baal-Peor und aßen von den Opfern für die Toten 29 und erzürnten den Herrn mit ihrem Tun. Da brach die Plage herein über sie. 30 Da trat Pinhas hinzu und vollzog das Gericht; da wurde der Plage gewehrt; 31 das wurde ihm gerechnet zur Gerechtigkeit von Geschlecht zu Geschlecht ewiglich. 

32 Und sie erzürnten den Herrn am Haderwasser, und Mose ging es übel um ihretwillen; 33 denn sie erbitterten seinen Sinn, dass ihm unbedachte Worte entfuhren. 34 Auch vertilgten sie die Völker nicht, wie ihnen der HERR doch geboten hatte, 35 sondern vermischten sich mit den Heiden und lernten ihre Werke 36 und dienten ihren Götzen; die wurden ihnen zum Fallstrick. 37 Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den bösen Geistern 38 und vergossen unschuldig Blut, das Blut ihrer Söhne und Töchter, die sie opferten den Götzen Kanaans, sodass das Land mit Blutschuld befleckt ward. 39 Sie machten sich unrein mit ihren Werken und wurden abtrünnig durch ihr Tun. 40 Da entbrannte der Zorn des HERRN über sein Volk, und sein Erbe wurde ihm zum Abscheu. 41 Er gab sie in die Hand der Völker, dass über sie herrschten, die ihnen gram waren. 

42 Und ihre Feinde bedrängten sie, und sie wurden gedemütigt unter ihre Hand. 43 Er errettete sie oftmals; / aber sie erzürnten ihn mit ihrem Vorhaben und schwanden dahin um ihrer Missetat willen. 44 Da sah er ihre Not an, als er ihre Klage hörte, 45 und gedachte um ihretwillen an seinen Bund, und es reute ihn nach seiner großen Güte. 46 Und er ließ sie Barmherzigkeit finden bei allen, die sie gefangen hielten. 47 Hilf uns, HERR, unser Gott, und bring uns zusammen aus den Völkern, dass wir preisen deinen heiligen Namen und uns rühmen, dass wir dich loben können! 48 Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk spreche: Amen! Halleluja! 

Psalm 106,24-48. Übersetzung Dr. Martin Luthers (2017 Revision)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Lätare (Das Brot des Lebens)

Du hast, reicher Gott, Dein hungerndes Volk in der Wüste gesättigt: Laß auch uns keine Mangel haben an Nahrung für Leib und Seele. Darum bitten wir Dich durch Christus, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist gerühmt wird von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.303

Das Weizenkorn muß in die Erde fallen und ersterben, sonst bleibt´s allein; wo es aber erstirbt, so bringt es viele Früchte.

Johannes 12,24

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Herr Jesu, Deine Angst und Pein und Dein betrübtes Leiden laß mir vor Augen allzeit sein, die Sünde zu vermeiden. Laß mich an Deine große Not und Deinen herben, bittern Tod, solang ich lebe, denken.

Die Wunden alle, die Du hast, hab ich Dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast Dir aufgelegt zu tragen. Ach liebster Heiland, schone mein, laß diese Schuld vergessen sein, laß Gnad vor Recht ergehen.

Du hast verlassen Deinen Thron, bist in das Elend gangen, ertrugest Schläge, Spott und Hohn, musstest am Kreuze hangen, auf daß Du für uns schafftest Rat und unsre schwere Missetat bei Gott versöhnen möchtest.

Drum will ich jetzt in Dankbarkeit von Herzen Dir lobsingen, und wenn Du zu der Seligkeit mich wirst hinkünftig bringen, so will ich daselbst noch viel mehr zusamt dem ganzen Himmelsheer Dich ewig dafür loben.

Herr Jesu, Deine Angst und Pein und Dein betrübtes Leide laß meine letzte Zuflucht sein, wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, dass ich durch Deinen Tod fein sanft beschließe meine Not und selig sterbe. Amen.

Martin Luther und Wolfgang Dachstein 1675 Plön 1675 nach Tobias Clausnitzer 1618-1684. (LKG 148)

Fortlaufende Lese

Es war aber nahe das Fest der Ungesäuerten Brote, das Passa heißt.  2 Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten trachteten danach, wie sie ihn töten könnten; denn sie fürchteten sich vor dem Volk. 

3 Es fuhr aber der Satan in Judas, genannt Iskariot, der zur Zahl der Zwölf gehörte.  4 Und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten darüber, wie er ihnen Jesus überantworten könnte.  5 Und sie wurden froh und kamen überein, ihm Geld zu geben.  6 Und er sagte es zu und suchte eine Gelegenheit, dass er ihn an sie ausliefere ohne Aufsehen. 

Lukas 22,1-6

Morgenlese

Als Marta nun hörte, dass Jesus kommt, ging sie ihm entgegen; Maria aber blieb im Haus sitzen. 21 Da sprach Marta zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. 22 Aber auch jetzt weiß ich: Was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben. 23 Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. 24 Marta spricht zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tage. 25 Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; 26 und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das?

Als er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! 44 Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen, und sein Gesicht war verhüllt mit einem Schweißtuch. Jesus spricht zu ihnen: Löst die Binden und lasst ihn gehen! 45 Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus tat, glaubten an ihn. 

Johannes 11,20-26.40-46

Abendlese

Und dem Engel der Gemeinde in Pergamon schreibe: Das sagt, der da hat das scharfe, zweischneidige Schwert: 13 Ich weiß, wo du wohnst: da, wo der Thron des Satans[2] ist; und du hältst an meinem Namen fest und hast den Glauben an mich nicht verleugnet, auch nicht in den Tagen, als Antipas, mein treuer Zeuge, bei euch getötet wurde, da, wo der Satan wohnt. 14 Weniges aber habe ich gegen dich: Du hast Leute dort, die sich an die Lehre Bileams halten, der den Balak lehrte, ein Ärgernis aufzurichten vor den Israeliten, vom Götzenopfer zu essen und Hurerei[3] zu treiben. 15 So hast du auch Leute, die sich in gleicher Weise an die Lehre der Nikolaïten halten. 16 Tue nun Buße; wenn aber nicht, so werde ich bald über dich kommen und gegen sie streiten mit dem Schwert meines Mundes. 17 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem will ich geben von dem verborgenen Manna und will ihm geben einen weißen Stein; und auf den Stein ist ein neuer Name geschrieben, den niemand kennt als der, der ihn empfängt.

Offenbarung 2,12-17

Bekenntnislese

Da der Papst Paulus, des Namens der dritte, ein Konzilium ausschrieb im vergangenen Jahr, auf die Pfingsten, zu Mantua zu halten, und hernach von Mantua wegrückte, daß man noch nicht weiss, wohin er’s legen will oder kann, und wir uns auf unsern Teil versehen sollten, daß wir entweder auch zum Konzilio berufen oder unberufen verdammt würden: ward mir befohlen, Artikel unsere Lehre zu stellen und zusammen[zu]bringen, ob’s zur Handlung [wenn es zur Verhandlung] käme, was und wiefern wir wollten oder könnten den Papisten weichen, und auf welchen wir gedächten endlich zu beharren und zu bleiben.

2] Demnach habe ich diese Artikel zusammen[ge]bracht und unserm Teil überantwortet. Die sind auch von den unsern angenommen und einträchtiglich bekannt, und beschlossen, daß man sie solle (wo der Papst mit den Seinen einmal so kühn wollte werden, ohne Lügen und Trügen, mit Ernst und wahrhaftig ein recht frei, christlich Konzilium zu halten, wie er wohl schuldig wäre) öffentlich überantworten und unsers Glaubens Bekenntnis vorbringen.

3] Aber weil sich der römische Hof so greulich vor einem freien christlichen Konzilio fürchtet und das Licht so schändlich fleucht, daß er auch denen, die seines Teils sind, die Hoffnung genommen hat, als werde er nimmermehr ein frei, christlich Konzilium leiden, viel weniger selbst halten; daran sie sich denn, wie billig, fast [sehr] ärgern und nicht geringe Beschwerungen darüber haben, als die daran merken, daß der Papst lieber wollte die ganze Christenheit verloren und alle Seelen verdammt sehen, ehe er sich oder die Seinen wollte ein wenig reformieren und seiner Tyrannei ein Mass setzen lassen: so hab’ ich gleichwohl diese Artikel indes wollen durch öffentlichen Druck an den Tag geben, ob ich ja eher sterben sollte, denn ein Konzilium würde (wie ich mich ganz versehe und verhoffe), weil die lichtflüchtigen und tagscheünden Schelme so jämmerlich Mühe haben, das Konzilium zu verziehen und zu verhindern., damit die, so nach mir leben und bleiben werden, mein Zeugnis und Bekenntnis haben vorzuwenden [anzuführen] über das [ausser dem] Bekenntnis, daß ich zuvor [im Jahre 1528] habe lassen ausgehen, darauf ich auch noch bisher [ge]bleiben bin und bleiben will mit Gottes Gnade.

4] Denn was soll ich sagen? Wie soll ich klagen? Ich bin noch im Leben, schreibe, predige und lese täglich, noch [dennoch] finden sich solche giftige Leute, nicht allein unter den Widersachern, sondern auch falsche Brüder, die unsers Teils sein wollen, die sich unterstehen, meine Schrift und Lehre stracks wider mich zu führen, lassen mich zusehen und zuhören, ob sie wohl wissen, daß ich anders lehre, und wollen ihr Gift mit meiner Arbeit schmücken und die armen Leute unter meinem Namen verführen. Was will doch immermehr nach meinem Tode werden?

5] Ja, ich sollte billig alles verantworten, weil [solange] ich noch lebe. Ja wiederum, wie kann ich allein alle Mäuler des Teufels stopfen? sonderlich denen (wie sie alle vergiftet sind), die nicht hören noch merken wollen, was wir schreiben, sondern allein an dem sich üben mit allem Fleiss, wie sie unsere Worte in allen Buchstaben aufs schändlichste verkehren und verderben mögen. Solchen lasse ich den Teufel antworten oder zuletzt Gottes Zorn, wie sie verdienen. 6] Ich denke oft an den guten Gerson, der zweifelte, ob man etwas Gutes sollte öffentlich schreiben. Tut man’s nicht, so werden viel Seelen versäumt, die man könnte erretten; tut man’s aber, so ist der Teufel da mit unzähligen giftigen, bösen Mäulern, die alles vergiften und verkehren, daß doch die Frucht verhindert wird. 7] Doch was sie daran gewinnen, steht man am Tage. Denn sintemal sie so schändlich wider uns gelogen und die Leute mit Lügen haben wollen behalten, hat Gott sein Werk immer fort [voran] getrieben, ihren Haufen immer kleiner und unsern größer gemacht und sie mit ihren Lügen zuschanden lassen werden, und noch immerfort.

8] Ich muss eine Historia sagen. Es ist hie zu Wittenberg gewesen aus Frankreich ein Doktor gesandt, der vor uns öffentlich sagte, daß sein König gewiß und übergerwiß wäre, daß bei uns keine Kirche, keine Obrigkeit, kein Ehestand sei, sondern ginge alles untereinander wie das Vieh und täte jedermann, was er wollte. 9] Nun rat, wie werden uns an jenem Tage vor dem Richt[er]stuhl Christi ansehen die, so solche grobe Lügen dem Könige und andern Landen durch ihre Schrift eingebildet [eingeprägt, weisgemacht] haben für eitel Wahrheit? Christus, unser aller Her und Richter, weiss ja wohl, daß sie lügen und gelogen haben; des Urteil werden sie wiederum müssen hören; daß weiss ich fürwahr. Gott bekehre, die zu bekehren sind, zur Busse! Den andern wird’s heissen: Weh und Ach ewiglich!

10] Und daß ich wieder komme zur Sache, möchte ich fürwahr wohl gern ein recht christlich Konzilium sehen, damit doch viel Sachen und Leuten geholfen würde. Nicht daß wir’s bedürfen; denn unsere Kirchen sind nun durch Gottes Gnade mit dem reinen Wort und rechtem Brauch der Sakramente, mit Erkenntnis allerlei Stände und rechten Werken also erleuchtet und beschickt [versorgt], daß wir unserthalben nach keinem Konzilio fragen und in solchen Stücken vom Konzilio nichts Besseres zu hoffen noch zu gewarten wissen. Sondern da sehen wir in den Bistümern allenthalben viel Pfarren ledig und wüst, daß einem das Herz möchte brechen, und fragen doch weder Bischöfe noch Tumherren [Domherren] danach, wie die armen Leute leben oder sterben, für welche doch Christus ist gestorben, und sollen denselben nicht hören mit ihnen reden als den rechten Hirten mit seinen Schafen, 11] daß mir graut und bange ist, er möchte einmal einst ein Engelkonzilium lassen gehen über Deutschland, das uns alle in Grund verderbte wie Sodom und Gomorra, weil wir sein so freventlich mit dem Konzilio spotten.

12] Über solche nötige Kirchensachen wären auch in weltlichem Stande unzählige grosse Stücke zu bessern. Da ist Uneinigkeit der Fürsten und Stände, Wucher und Geiz find wie eine Sündflut eingerissen und eitel Recht geworden, Mutwille, Unzucht, Übermut mit Kleidern, Fressen, Spielen, Prangen mit allerlei Untugend und Bosheit, Ungehorsam der Untertanen, Gesinde und Arbeiter aller Handwerke, auch der Baürn Übersetzung [Übervorteilung] (und wer kann’s alles erzählen?) haben also überhandgenommen, daß man’s mit zehn Konziliis und zwanzig Reichstagen nicht wieder wird zurechtbringen. 13] Wenn man solche Hauptstücke des geistlichen und weltlichen Standes, die wider Gott find, im Konzilio würde handeln, so würde man wohl zu tun kriegen alle Hände voll, daß man dieweil wohl würde vergessen des Kinderspiels und Narrenwerks von langen Röcken, grossen Platten [Tonsuren], breiten Gürteln, Bischofs= und Kardinalshüten oder Stäben und dergleichen Gaukelei. Wenn wir zuvor hätten Gottes Gebot und Befehl ausgerichtet im geistlichen und weltlichen Stande, so wollten wir Zeit genug finden, die Speisen, Kleider, Platten und Kaseln [Messkleider] zu reformieren. Wenn wir aber solche Kamele verschlingen und dafür Mücken seigen, die Balken lassen stehen und die Splitter richten wollen, so möchten wir wohl auch mit dem Konzilio zufreiden sein.

14] Darum hab’ ich wenig Artikel gestellt; denn wir ohne das von Gott so viel Befehl haben in der Kirche, in der Obrigkeit, im Hause zu tun, daß wir sie nimmermehr ausrichten können. Was soll’s denn, oder wozu hilft’s, daß man drüber viel Dekrete und Satzungen im Konzilio macht, sonderlich so man diese Hauptstücke, von Gott geboten, nicht achtet noch hält? Gerade als müsste er unser Gaukelspiel feiern [ehren] dafür, daß wir seine ernsten Gebote mit Füssen treten. Aber unsere Sünden drücken uns und lassen Gott nicht gnädig über uns sein; denn wir büssen auch nicht [tun keine Busse], wollen dazu noch allen Greül verteidigen.

15] Ach lieber Her Jeu Christe, halt du selber Konzilium und erlöse die Deinen durch deine herrliche Zukunft! Es ist mit dem Papst und den Seinen verloren; sie wollen dein nicht. So hilf du uns Armen und Elenden, die wir zu dir seufzen und dich suchen mit Ernst, nach der Gnade, die du uns gegeben hast, durch deinen Heiligen Geist, der mit dir und dem Vater lebet und regieret, ewiglich gelobet? Amen.

Artikel christlicher Lehre, so da hättten sollen aufs Concilium zu Mantua oder wo es sonst worden wäre, überantwortet werden von unsers Teils wegen und was wir annehmen oder nachgeben künnten oder nicht etc. Durch Dokt. Martin Luther geschrieben. Anno 1537. (Schmalkadische Artikel, Einleitung 1-15)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Gott, schweige doch nicht! (Psalm 83)

Lutherische Bekenntnisschriften. (Tübingen, 1580)

Gott, schweige doch nicht! Gott, bleib nicht so still und ruhig! 3 Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das Haupt. 4 Sie machen listige Anschläge wider dein Volk und halten Rat wider die, die bei dir sich bergen. 5 »Wohlan!«, sprechen sie. »Lasst uns sie ausrotten, / dass sie kein Volk mehr seien und des Namens Israel nicht mehr gedacht werde!« 6 Ja, sie haben einmütig beraten und haben einen Bund wider dich gemacht: 7 die Zelte Edoms und die Ismaeliter, Moab und die Hagariter, 8 Gebal, Ammon und Amalek, die Philister mit denen von Tyrus; 9 auch Assur hat sich zu ihnen geschlagen, sie helfen den Söhnen Lot. Sela. 10 Mach’s mit ihnen wie mit Midian, wie mit Sisera, mit Jabin am Bach Kischon, 11 die vertilgt wurden bei En-Dor und wurden zu Mist auf dem Acker. 12 Mache ihre Fürsten wie Oreb und Seeb, alle ihre Edlen wie Sebach und Zalmunna, 13 die auch einmal sagten: Wir wollen Gottes Auen einnehmen. 14 Mein Gott, mache sie wie verwehende Blätter, wie Spreu vor dem Winde. 15 Wie ein Feuer den Wald verbrennt und wie eine Flamme die Berge versengt, 16 so verfolge sie mit deinem Sturm und erschrecke sie mit deinem Ungewitter. 17 Bedecke ihr Angesicht mit Schande, dass sie, HERR, nach deinem Namen fragen müssen. 18 Schämen sollen sie sich und erschrecken für immer und zuschanden werden und umkommen. 19 So werden sie erkennen, / dass du allein der Höchste bist über die ganze Erde, HERR ist dein Name. 

Psalm 83. Ein Psalmlied Asafs. Deutsche Übersetzung Dr. Martin Luthers (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Lätare (Das Brot des Lebens)

Du hast, reicher Gott, Dein hungerndes Volk in der Wüste gesättigt: Laß auch uns keine Mangel haben an Nahrung für Leib und Seele. Darum bitten wir Dich durch Christus, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist gerühmt wird von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.303

Das Weizenkorn muß in die Erde fallen und ersterben, sonst bleibt´s allein; wo es aber erstirbt, so bringt es viele Früchte.

Johannes 12,24

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Seele, mach Dich eilig auf, Jesum zu begleiten gen Jerusalem hinauf tritt ihm an die Seiten. In der Andacht folg ihm nach zu dem bittern Leiden, bis Du aus dem Ungemach zu ihm wirst verscheiden.

Seele, stehe, Gottes Lamm gehet zu dem leiden, Deiner Seelen Bräutigam, als zur Hochzeit Freuden. Geht, ihr Töchter von Zion, Jesum zu empfangen; sehet ihn in seiner Kron unter Dornen prangen.

Du zeuchst als ein König ein, wirst dafür empfangen: aber Bande warten Dein, Dich damit zu fangen. Für die Ehre Hohn und Spott wird man Dir, Herr, geben, bis Du durch des Kreuzes Tod schließen wirst Dein leben.

Das Kreuz ist der Königsthron, drauf man Dich wird setzen, Dein Haupt mit der Dornenkron bis in Tod verletzten. Jesu, Dein Reich auf der Welt ist in lauter Leiden; so ist es von Dir bestellt bis zum letzten Scheiden.

Du wirst, Herr der Herrlichkeit, ja wohl müssen sterben, daß des Himmels Ewigkeit ich dadurch mög erben. Aber ach, wie herrlich glänzt Deine Kron von ferne, die Dein siegreich Haupt bekränzt, schöner als die Sterne.

Laß mich diese Leidenszeit fruchtbarlich bedenken, voller Andacht, Neu und Leid, und darüber kränken. Auch Dein Leiden tröste mich bei so vielem Jammer, bis nach allem leiden ich geh zur Ruhekammer.

Abraham Klesel 1675 (LKG 147)

Fortlaufende Lese

Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an:  30 wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass der Sommer schon nahe ist.  31 So auch ihr: Wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist.  32 Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis es alles geschieht.  33 Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen. 

34 Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht beschwert werden durch Rausch und Saufen und mit täglichen Sorgen und dieser Tag nicht plötzlich über euch komme  35 wie ein Fallstrick. Denn er wird über alle kommen, die auf der ganzen Erde wohnen.  36 Wachet aber allezeit und betet, dass ihr stark werdet, zu entfliehen diesem allen, was geschehen soll, und zu stehen vor dem Menschensohn.  37 Er lehrte des Tags im Tempel; des Nachts aber ging er hinaus und blieb an dem Berg, den man den Ölberg nennt.  38 Und alles Volk machte sich früh auf zu ihm, ihn im Tempel zu hören. 

Lukas 21,29-38

Morgenlese

Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Ich gehe hinweg, und ihr werdet mich suchen und in eurer Sünde sterben. Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen. 22 Da sprachen die Juden: Will er sich denn selbst töten, dass er sagt: Wohin ich gehe, da könnt ihr nicht hinkommen? 23 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von unten her, ich bin von oben her; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. 24 So habe ich euch gesagt, dass ihr sterben werdet in euren Sünden; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr sterben in euren Sünden. 25 Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Und Jesus sprach zu ihnen: Was soll ich euch zuerst sagen? 26 Ich habe viel über euch zu reden und zu richten. Aber der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und was ich von ihm gehört habe, das rede ich zu der Welt. 27 Sie erkannten aber nicht, dass er zu ihnen vom Vater sprach. 28 Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöhen werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin und nichts von mir aus tue, sondern, wie mich der Vater gelehrt hat, so rede ich. 29 Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Er lässt mich nicht allein; denn ich tue allezeit, was ihm gefällt. 30 Als er das sagte, glaubten viele an ihn. 

Johannes 8,21-30

Abendlese

Als aber Elisa wieder nach Gilgal kam, war Hungersnot im Lande. Und als die Prophetenjünger vor ihm saßen, sprach er zu seinem Diener: Setze einen großen Topf auf und koche ein Gemüse für die Prophetenjünger! 39 Da ging einer aufs Feld, um Kraut zu sammeln, und fand ein Rankengewächs und pflückte sein Kleid voll mit wilden Gurken. Und als er kam, schnitt er’s in den Topf zum Gemüse – sie kannten’s aber nicht – 40 und legte es den Männern zum Essen vor. Als sie nun von dem Gemüse aßen, schrien sie und sprachen: O Mann Gottes, der Tod im Topf! Denn sie konnten’s nicht essen. 41 Er aber sprach: Bringt Mehl her! Und er tat’s in den Topf und sprach: Lege es den Leuten vor, dass sie essen! Da war nichts Böses mehr in dem Topf. 42 Es kam aber ein Mann von Baal-Schalischa und brachte dem Mann Gottes Erstlingsbrot, nämlich zwanzig Gerstenbrote, und neues Getreide in seinem Beutel. Er aber sprach: Gib’s den Leuten, dass sie essen! 43 Sein Diener sprach: Wie soll ich davon hundert Mann geben? Er sprach: Gib den Leuten, dass sie essen! Denn so spricht der HERR: Man wird essen und es wird noch übrig bleiben. 44 Und er legte es ihnen vor, dass sie aßen; und es blieb noch übrig nach dem Wort des HERRN. 

2. Könige 4,38-44

Bekenntnislese

Was aber die Bischöfe für ein Amt oder Gewalt haben in der Kirche, haben wir in der Konfession gesagt. Die Bischöfe, so jetzund den Bischofsnamen tragen in der Kirche, tun gar nicht ihr bischöflich Amt nach dem Evangelio. Aber laß sie gleich Bischöfe sein der canonica politia nach, welche wir in ihrem Wert lassen. Wir reden aber von rechten, christlichen Bischöfen, und es gefällt mir die alte Division oder Teilung nicht übel, da sie gesagt haben, bischöfliche Gewalt stehe in diesen zweien, potestate ordinis und potestate iurisdictionis, das ist, in Reichung der Sakramente und geistlichem Gerichtszwang. So hat ein jeder christlicher Bischof potestatem ordinis. das ist, das Evangelium zu predigen, Sakramente zu reichen; auch hat er Gewalt eines geistlichen Gerichtszwangs in der Kirche, das ist, Macht und Gewalt, aus der christlichen Gemeinde zu schließen diejenigen, so in öffentlichen Lastern gefunden werden, und dieselben, wenn sie sich bekehren, wieder anzunehmen und ihnen die Absolution mitzuteilen. Sie haben aber nicht eine tyrannische Gewalt, das ist, ohne gewisses Gesetz zu urteilen. So haben sie auch keine königliche Gewalt, das ist, über die gegebenen Gesetze hinaus zu schaffen, sondern haben ein gewiß Gottesgebot und gemessenen Befehl, unter welchem sie sind, nach welchem sie ihre geistliche Gewalt und Gerichtszwang. brauchen sollen. Ob sie schon solche Jurisdiktion über der öffentliche Laster haben, so folgt doch nicht, daß sie darum Macht haben, neue Gottesdienste anzurichten. Denn iurisdictio und neue Gottesdienste machen, sind weit voneinander. Item, es streckt sich auch die iurisdictio nicht auf Sünden wider ihre neuen Gesetze, sondern allein auf solche Sünden, die wider Gottes Gebot sind. Denn das Evangelium richtet ihnen nicht ein Regiment an außer dem Evangelio, das ist ja klar und gewiß.

Wiewohl wir nun in der Konfession dazugesetzt haben, wiefern die Bischöfe mögen Satzungen machen, nämlich daß sie die nicht als nötige Gottesdienste aufrichten und lehren, sondern daß es still und ordentlich in der Kirche zugehe. Aber damit sollen die Gewissen nicht gefangen sein, als seien es nötige Gottesdienste. Denn Paulus schreibt an die Galater im 5. Kapitel: „So stehet nun in der Freiheit, wie euch Christus hat freigemacht, und laßt euch nicht wieder unter das Joch der Knechtschaft bringen!“ So muß man nun freilassen, solche äußerliche Satzungen zu brauchen oder nicht zu brauchen, daß sie nicht für solche Gottesdienste geachtet oder gehalten werden, welche nötig sollten sein zur Seligkeit. Doch ist man schuldig, Ärgernis zu meiden. Also haben die Apostel viel Dings um guter Zucht willen in der Kirche geordnet, das mit der Zeit geändert ist, und haben nicht Satzungen also gemacht, daß sie sollten nötig sein oder ewig bleiben. Denn sie haben wider ihre eigene Schrift und Lehre nicht, gehandelt, darin sie das gar heftig streiten , daß man die Kirche nicht solle mit Satzungen also beschweren oder verpflichten, als wären sie nötig zur Seligkeit.

Das ist ein einfältiger, klarer Unterricht von Menschensatzungen, nämlich daß wir wissen, daß es nicht nötige Gottesdienste sind, und daß man sie dennoch nach Gelegenheit, Ärgernis zu meiden, halten soll. Und also haben viel gelehrte, große Leute in der Kirche gehalten und gelehrt, und ist gewiß, daß die Widersacher dawider nichts können aufbringen. So ist es auch gewiß, daß dieses Wort des Herrn Christi Luk. 10: „Wer euch höret, der höret mich“, nicht von Menschensatzungen redet, sondern ist stracks dawider. Denn die Apostel empfangen da nicht ein mandatum cum Iibera, das ist, einen ganz freien, ungemessenen Befehl und Gewalt, sondern haben einen gemessenen Befehl, nämlich, nicht ihr eigen Wort, sondern Gottes Wort und das Evangelium zu predigen. Und der Her Christus will in den Worten: „Wer euch höret, der höret mich“ alle Welt stärken, wie auch vonnöten war, daß wir sollten ganz gewiß sein, daß das leibliche Wort Gottes Kraft wäre, und daß niemand vom Himmel ein ander Wort dürfte suchen oder gewarten. Darum kann dies Wort: „Wer euch höret, der höret mich“ von Satzungen nicht verstanden werden. Denn Christus will da, daß sie also lehren sollen, daß man durch ihren Mund Christum selbst höre. So müssen sie ja nicht ihr eigen Wort predigen, sondern sein Wort, seine Stimme und Evangelium, soll man Christum hören. Dies tröstliche Wort, welches aufs allerstärkste unsere Lehre bestätigt und viel nötige Lehre und Trost für die christlichen Gewissen in sich hat, das deuten die groben Esel auf ihre närrischen Satzungen, auf ihre Speisen, Trank, Kleider und dergleichen Kinderwerk.

Auch ziehen sie diesen Spruch an zu den Hebräern am 13.: „Gehorchet denen, die euch vorgehen“ usw. Dieser Spruch fordert, daß man soll gehorsam sein dem Evangelio; denn er gibt den Bischöfen nicht eine eigene Herrschaft oder Herrengewalt außer dem Evangelio; so sollen auch die Bischöfe nicht wider das Evangelium Satzungen machen, noch ihre Satzungen wider das Evangelium auslegen. Denn wenn sie das tun, so verbietet uns das Evangelium, ihnen gehorsam zu sein, wie Paulus zu den Galatern sagt: „So euch jemand würde ein ander Evangelium predigen, der sei verflucht!“

Gleich dasselbe antworten wir auch auf den Spruch Mat. am 23.: „Auf Mosis Stuhl sitzen die Schriftgelehrten usw.; alles nun, was sie euch sagen, das ihr hatten sollt, das haltet und tut’s.“ Das ist gewiß, daß damit nicht geboten wird universaliter, insgemein, daß wir alles sollen halten, was sie gebieten, auch wider Gottes Gebot und Wort. Denn an einem andern Ort sagt die Schrift: „Man muß Gott mehr gehorchen denn den Menschen.“ Darum, wenn sie unchristlich und wider die Schrift lehren, soll man sie nicht hören. So richtet dieser Spruch auch nicht ein Regiment an außer dem Evangelio; darum können sie ihre Gewalt, die sie außer dem Evangelio aufgerichtet haben, nicht durchs Evangelium beweisen. Denn das Evangelium redet nicht de traditionibus, sondern von Gottes Wort zu lehren.

Daß aber die Widersacher zu Ende der Konfutation uns verunglimpfen und beschweren, daß diese Lehre zu Ungehorsam und andern mehr Ärgernissen Ursache gebe, solches wird dieser unserer Lehre unbillig aufgelegt. Denn es ist öffentlich, daß die Obrigkeit aufs höchste durch diese Lehre gepreiset ist. So weiß man, daß an den Orten, da diese Lehre gepredigt wird, durch Gottes Gnade bisanher die Obrigkeit in allen Ehren von Untertanen gehalten ist.

Daß aber Uneinigkeit und Spaltung in der Kirche ist, weiß man, wie sich diese Händel erstlich zugetragen haben, und wer Ursache zur Trennung gegeben, nämlich die Indulgenzkrämer, die unleidliche Lügen unverschämt predigten und nachmals den Luther verdammten, daß er dieselben Lügen nicht billigte, dazu erregten für und für mehr Händel, daß Luther andere, mehr Irrtümer anzufechten verursacht ward. Dieweil aber unser Gegenteil die Wahrheit nicht hat dulden wollen und sich untersteht, öffentliche Irrtümer noch mit Gewalt zu handhaben, ist leichtlich zu richten, wer an der Trennung schuldig ist. Es sollte ja billig alle Welt, alle Weisheit, alle Gewalt Christo und seinem heiligen Wort weichen; aber der Teufel ist Gottes Feind, darum erregt er alle seine Macht wider Christum, Gottes Wort zu dämpfen und zu unterdrücken. Also ist der Teufel mit seinen Gliedern, so sich wider Gottes Wort legt, Ursache der Spaltung und Uneinigkeit; denn wir zum höchsten Frieden gesucht haben, des wir noch zum höchsten begehren, so fern, daß wir nicht gedrungen werden, Christum zu lästern und zu verleugnen. Denn Gott weiß, der aller Herzen Richter ist, daß wir an dieser schrecklichen Uneinigkeit nicht Lust oder Freude haben. So hat der Gegenteil bisanher keinen Frieden machen wollen, darin nicht gesucht sei, daß wir die heilsame Lehre von Vergebung der Sünden durch Christum ohne unser Verdienst sollten fallen lassen, dadurch doch Christus zum höchsten gelästert würde.

Und wiewohl nicht ohne ist, daß, wie die Welt pflegt, in dieser Spaltung dennoch Ärgernisse durch frevele und ungeschickte Leute etwa vorgefallen, denn der Teufel richtet solche Ärgernisse an zu Schmach dem Evangelio: so sind sie doch alle nicht zu achten gegen den hohen Trost, den diese Lehre mit sich gebracht hat, die lehrt, daß wir um Christus’ willen ohne unser Verdienst Vergebung der Sünden und einen gnädigen Gott haben; item, daß sie unterrichtet, daß Gottesdienst nicht sei, verlassen weltliche Stände und Obrigkeit, sondern daß solche Stände und Obrigkeit Gott gefallen und rechte heilige Werke und Gottesdienste seien.

So wir auch des Gegenteils Ärgernisse erzählen sollten, dazu wir wahrlich nicht Lust haben, würde es gar ein schrecklich Register werden: wie die Messe zu einem schändlichen, lästerlichen Jahrmarkt durch den Gegenteil gemacht; wie ein unzüchtig Leben durch ihren Zölibat angerichtet ist; wie die Päpste nun länger denn vierhundert Jahre mit den Kaisern gekriegt haben und des Evangelii vergessen und allein danach getrachtet, daß sie selbst Kaiser wären und ganz Italien unter sich brächten; wie sie mit den Kirchengütern gespielt haben; wie durch ihren Unfleiß viel falsche Lehre und falsche Gottesdienste durch die Mönche aufgerichtet sind. Ist doch ihr Heiligendienst eine öffentliche heidnische Abgötterei. Alle ihre Skribenten sagen nicht ein Wort von diesem Glauben an Christum, dadurch man Vergebung der Sünden erlangt. Die höchste Heiligkeit setzen sie in Menschensatzungen; davon schreiben und predigen sie vornehmlich. So ist das billig auch unter ihre Ärgernisse zu zählen, daß sie sich öffentlich erzeigen, was Geist sie haben, daß sie so viel unschuldige, fromme Leute jetzund um christlicher Lehre willen ermorden. Doch wollen wir hiervon jetzund nicht reden; denn diese Sachen soll man nach Gottes Wort richten und die Ärgernisse beider Seiten dieweil nicht ansehen.

Wir hoffen, es sollen alle Gottesfürchtigen in dieser unserer Schrift genugsam sehen, daß unsere Lehre christlich und allen Frommen tröstlich und heilsam sei. Darum bitten wir Gott, daß er Gnade verleihe, daß sein heiliges Evangelium bei allen erkannt und geehrt werde, zu seinem Lobe und zu Friede, Einigkeit und Seligkeit unser aller; und erbieten uns hiemit, wo es not ist, von allen Artikeln weiter Bericht zu tun.

Apologie XXVIII,12-27 Von der Potestate Ecclesiastica (Von der kirchlichen Macht)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. (Psalm 69)

“Burggarten” von Paul Klee 1919

Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. 3 Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist; ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen. 4 Ich habe mich müde geschrien, mein Hals ist heiser. Meine Augen sind trübe geworden, weil ich so lange harren muss auf meinen Gott. 5 Die mich ohne Grund hassen, sind mehr, als ich Haare auf dem Haupt habe. Die mir ohne Ursache feind sind / und mich verderben wollen, sind mächtig. Ich soll zurückgeben, was ich nicht geraubt habe. 6 Gott, du kennst meine Torheit, und meine Schuld ist dir nicht verborgen. 7 Lass nicht zuschanden werden an mir, die deiner harren, Herr, HERR Zebaoth! Lass nicht schamrot werden an mir, die dich suchen, Gott Israels! 8 Denn um deinetwillen trage ich Schmach, mein Angesicht ist voller Schande. 9 Ich bin fremd geworden meinen Brüdern und unbekannt den Kindern meiner Mutter; 10 denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen. 11 Ich weine bitterlich und faste, und man spottet meiner dazu. 12 Ich habe einen Sack angezogen, aber sie treiben ihren Spott mit mir. 13 Die im Tor sitzen, schwatzen von mir, und beim Zechen singt man von mir. 14 Ich aber bete, HERR, zu dir zur Zeit der Gnade; Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe. 15 Errette mich aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke, dass ich errettet werde vor denen, die mich hassen, und aus den tiefen Wassern…

Psalm 69,1-15. Von David, vorzusingen, nach der Weise »Lilien«. Dr. Martin Luthers Übersetzung (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Lätare (Das Brot des Lebens)

Du hast, reicher Gott, Dein hungerndes Volk in der Wüste gesättigt: Laß auch uns keine Mangel haben an Nahrung für Leib und Seele. Darum bitten wir Dich durch Christus, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist gerühmt wird von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.303

Das Weizenkorn muß in die Erde fallen und ersterben, sonst bleibt´s allein; wo es aber erstirbt, so bringt es viele Früchte.

Johannes 12,24

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Herr Jesu Christ, Dein teures Blut ist meiner Seele höchstes Gut, das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein.

Dein Glut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, Dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingehn.

O Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, Dein teures Blut, Dein Lebenssaft gibt mir stets neue Lebenskraft.

Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: Dein Blut macht mich von Sünden rein.

Johann Olearius 1671 (LKG 146)

Fortlaufende Lese

Wenn ihr aber sehen werdet, dass Jerusalem von einem Heer belagert wird, dann erkennt, dass seine Verwüstung nahe herbeigekommen ist.  21 Alsdann, wer in Judäa ist, der fliehe ins Gebirge, und wer in der Stadt ist, gehe hinaus, und wer auf dem Lande ist, komme nicht hinein.  22 Denn das sind die Tage der Vergeltung, dass erfüllt werde alles, was geschrieben ist.  23 Wehe den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen! Denn es wird große Not auf Erden sein und Zorn über dies Volk kommen,  24 und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes und gefangen weggeführt unter alle Völker, und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt sind. 

25 Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres,  26 und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen.  27 Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit.  28 Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. 

Lukas 21,20-28

Morgenlese

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben. 48 Ich bin das Brot des Lebens. 49 Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. 50 Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe. 51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch – für das Leben der Welt. 52 Da stritten die Juden untereinander und sprachen: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben? 53 Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht esst das Fleisch des Menschensohns und trinkt sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch. 54 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken. 55 Denn mein Fleisch ist die wahre Speise, und mein Blut ist der wahre Trank. 56 Wer mein Fleisch isst und trinkt mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm. 57 Wie mich gesandt hat der lebendige Vater und ich lebe um des Vaters willen, so wird auch, wer mich isst, leben um meinetwillen. 58 Dies ist das Brot, das vom Himmel gekommen ist. Es ist nicht wie bei den Vätern, die gegessen haben und gestorben sind. Wer dies Brot isst, der wird leben in Ewigkeit.

Johannes 6,47-58

Abendlese

Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, auf dass die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. 8 Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. 9 Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. 10 Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserm Leibe, auf dass auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde. 11 Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, auf dass auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch. 12 So ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in euch. 13 Weil wir aber denselben Geist des Glaubens haben, wie geschrieben steht: »Ich glaube, darum rede ich«, so glauben wir auch, darum reden wir auch; 14 denn wir wissen, dass der, der den Herrn Jesus auferweckt hat, wird uns auch auferwecken mit Jesus und wird uns vor sich stellen samt euch.

2. Korinther 4,7-14

Bekenntnislese

Die Widersacher machen hier ein groß Geschrei von den Freiheiten und Privilegien der Geistlichen (wie sie es nennen) und setzen danach einen solchen Beschluß: „Es ist“, sagen sie, „alles nichts und untüchtig, was in diesem Artikel wider die Freiheit und Privilegien der Kirchen und Priester wird vorgebracht.“ Hier handeln die Meister der Konfutation aber als Buben, uns zu verunglimpfen. Denn in unserer Konfession ist nichts geredet wider der Kirchen oder Priester Freiheiten, damit sie von weltlicher Obrigkeit, Kaisern, Königen und Fürsten begnadet sind. Denn wir lehren ja, man soll weltliche Ordnungen und Rechte halten.

Aber wollte Gott, daß die Widersacher doch auch einmal hörten die unsägliche, erbärmliche, große Klage aller Kirchen, das große Schreien und Seufzen so viel frommer Herzen und Gewissen! Der Kirchen Freiheit, und was Geld und Gut belangt, vergessen die Widersacher nicht, aber wie die nötigsten, nützlichsten Ämter in der Kirche bestellt sind, da sorgen sie nichts. Sie fragen gar nichts danach, wie man lehre oder predige; sie fragen nicht danach, wie christlicher Gebrauch der Sakramente erhalten werde; sie ordinieren grobe Esel. Damit ist die christliche Lehre untergegangen, daß die Kirchen nicht mit tüchtigen Predigern bestellt sind. Sie machen Traditiones und unerträgliche Bürden, die Seelen zu verderben, und ob solchen ihren Traditionen halten sie viel fester denn ob Gottes Geboten. Viel arme Seelen stecken jetzund im Zweifel, wissen nicht, was sie halten sollen. Da gebührt den Prälaten, zu hören, was recht, was unrecht wäre, und die Mißbräuche zu ändern, den armen Leuten aus dem Zweifel zu helfen und die Last von den beschwerten Gewissen zu nehmen. Was sie aber tun, ist am Tage. Sie machen Edikte wider die öffentliche Wahrheit, zeigen unerhörte Tyrannei wider fromme Leute zur Erhaltung etlicher ihrer Traditionen, die öffentlich wider Gott sind. So sie nun ihre Privilegia rühmen, sollten sie billig auch ihr Amt bedenken und vieler frommen Christen Seufzen und Klagen hören, die ohne Zweifel Gott hört, und er wird einmal Rechenschaft von den Prälaten fordern.

Auch antwortet die Konfutation nicht auf unsere Gründe, sondern stellt sich recht päpstlich: sagt von großer Gewalt der Bischöfe und beweist sie nicht, spricht also, daß die Bischöfe Gewalt haben zu herrschen, zu richten, zu strafen, zu zwingen, Gesetze zu machen, dienlich zum ewigen Leben. Also rühmt die Konfutatio der Bischöfe Gewalt und beweist sie doch nicht. Von diesem Artikel ist nun der Streit: ob die Bischöfe Macht haben, Gesetze zu machen außer dem Evangelio und zu gebieten, dieselben zu halten als Gottesdienste, dadurch ewiges Leben zu verdienen.

Darauf tun wir diesen Bericht: Man muß in der Kirche diese Lehre behalten, daß wir ohne Verdienst, um Christus’ willen, durch den Glauben Vergebung der Sünden erlangen; so muß man auch die Lehre behalten, daß alle Menschensatzungen nicht nütze sind, Gott zu versöhnen. Darum in Speise, Trank, Kleidern und dergleichen ist weder Sünde noch Gerechtigkeit zu setzen. Denn Paulus spricht: „Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken.“ Darum haben die Bischöfe nicht Macht, Satzungen zu machen außer dem Evangelio, also daß man dadurch Vergebung der Sünden erlangen wollte, oder daß es sollten Gottesdienste sein, um welcher willen uns Gott gerecht schätze, und zu welchen sie die Gewissen verpflichten bei einer Todsünde. Das alles lehrt der einige Spruch in Geschichten der Apostel am 15. Kapitel, da Petrus sagt, „das die Herzen werden durch den Glauben gereinigt“. Und danach verbieten sie, ein Joch oder Bürde auf die Jünger zu legen, und sagen, wie gefährlich das sei. Auch geben sie zu verstehen, das die schrecklich sündigen und wider Gott handeln und Gott versuchen, die also die Kirche beschweren. Denn sie sagen: „Was versucht ihr Gott?“ Dies harte, ernste Wort der Apostel, welches sie billig als ein Donnerschlag schrecken sollte, lassen ihnen die Widersacher gar nicht zu Herzen gehen, sondern wollen noch mit aller Tyrannei und Gewalt ihre erdichteten Gottesdienste verteidigen.

Denn den XV. Artikel, darin wir gesetzt haben, daß wir durch Menschensatzungen nicht verdienen Vergebung der Sünden, verdammen sie und sagen hier: Die Menschensatzungen sind nütz und dienstlich, das ewige Leben zu verdienen. Dagegen ist ja öffentlich, daß sie das Herz inwendig nicht trösten; so bringen sie auch kein neu Licht oder Leben in das Herz; wie denn Paulus zu den Kolossern sagt, daß darum die Satzungen nichts helfen, ewige Gerechtigkeit oder ewiges Leben zu erlangen, denn die Satzungen lehren vom Unterschied der Speisen, Kleider und der Dinge, welche sich unter’n Händen verzehren. Das ewige Leben aber, welches inwendig durch Glauben in diesem Leben anfängt, wirkt der Heilige Geist im Herzen durch das Evangelium. Darum werden die Widersacher nimmermehr beweisen, daß man durch Menschensatzungen das ewige Leben verdiene.

So nun das Evangelium klar verbietet, daß mit solchen Satzungen die Kirchen und Gewissen nicht sollen beschwert werden, also daß man dadurch Vergebung der Sünden erlangen müsse, oder müsse sie halten als nötige Gottesdienste, ohne welche christliche Heiligkeit nicht sein könne, oder daß man sie bei einer Todsünde zu halten soll schuldig sein, so werden die Widersacher nimmermehr beweisen, daß die Bischöfe solche Gottesdienste anzurichten Macht haben.

Apologie XXVIII,1-11 Von der Potestate Ecclesiastica (Von der Macht der Bischöfe)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe (Psalm 51,14)

St. Marien und Corpus Christi Kapelle in der Lutherstadt Wittenberg

Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. 4 Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde; 5 denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir. 6 An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf dass du recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest. 7 Siehe, in Schuld bin ich geboren, und meine Mutter hat mich in Sünde empfangen. 8 Siehe, du liebst Wahrheit, die im Verborgenen liegt, und im Geheimen tust du mir Weisheit kund. 

9 Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde; wasche mich, dass ich weißer werde als Schnee. 10 Lass mich hören Freude und Wonne, dass die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast. 11 Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden, und tilge alle meine Missetat. 12 Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist. 13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 14 Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus. 15 Ich will die Übertreter deine Wege lehren, dass sich die Sünder zu dir bekehren. 16 Errette mich von Blutschuld, / Gott, der du mein Gott und Heiland bist, dass meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme. 

17 Herr, tue meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige. 18 Denn Schlachtopfer willst du nicht, / ich wollte sie dir sonst geben, und Brandopfer gefallen dir nicht. 19 Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten. 20 Tue wohl an Zion nach deiner Gnade, baue die Mauern zu Jerusalem. 21 Dann werden dir gefallen rechte Opfer, / Brandopfer und Ganzopfer; dann wird man Stiere auf deinem Altar opfern. 

Psalm 51. Ein Psalm Davids, vorzusingen, als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er zu Batseba eingegangen war. Übersetzung ins Deutsche von Dr. Martin Luther (2017 Revision)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Lätare (Das Brot des Lebens)

Du hast, reicher Gott, Dein hungerndes Volk in der Wüste gesättigt: Laß auch uns keine Mangel haben an Nahrung für Leib und Seele. Darum bitten wir Dich durch Christus, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist gerühmt wird von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.303

Das Weizenkorn muß in die Erde fallen und ersterben, sonst bleibt´s allein; wo es aber erstirbt, so bringt es viele Früchte.

Johannes 12,24

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Jesu, Deine Passion will ich jetzt bedenken; wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, wie Du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen.

Meine Seele sehen mach Deine Angst und Bande, Deine Schläge, Deine Schmach, Deine Kreuzesschande, Deine Geißel, Dornenkron, Speer– und Nägelwunden, Deinen Tod, o Gottessohn, und den Leib voll Schrunden.

Aber lass mich nicht allein Deine Marter sehen, laß mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen. Ach, die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde: diese hat gemartert Dich, daß ich Gnade finde.

Jesu, lehr bedenken mich dies mit Buß und Reue; hilf, daß ich mit Sünde Dich martre nicht aufs Neue. Sollt ich dazu haben Lust und nicht wollen meiden, was Du selber büßen mußt mit so großem Leiden?

Wenn mir meine Sünde will heiß die Hölle, Jesu, mein Gewissen still, Dich ins Mittel stelle. Dich und Deine Passion laß mich gläubig fassen; liebet mich sein lieber Sohn, wie kann Gott mich hassen?

Gib auch, Jesu, daß ich gern Dir das Kreuz nachtrage, daß ich Demut von Dir lern und Geduld in Plage, daß ich Dir geb Lieb um Lieb. Indes laß dies Lallen – bessern Dank ich dorten geb -, Jesu, Dir gefallen.

Sigmund von Birken 1663 (LKG 145)

Fortlaufende Lese

Und als einige von dem Tempel sagten, dass er mit schönen Steinen und Weihegaben geschmückt sei, sprach er:  6 Es wird die Zeit kommen, in der von dem allen, was ihr seht, nicht ein Stein auf dem andern gelassen wird, der nicht zerbrochen werde. 

7 Sie fragten ihn aber: Meister, wann wird das geschehen? Und was wird das Zeichen sein, wenn das geschehen wird?  8 Er aber sprach: Seht zu, lasst euch nicht verführen. Denn viele werden kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin’s, und: Die Zeit ist herbeigekommen. – Lauft ihnen nicht nach!  9 Wenn ihr aber hören werdet von Kriegen und Unruhen, so entsetzt euch nicht. Denn das muss zuvor geschehen; aber das Ende ist noch nicht so bald da.  10 Dann sprach er zu ihnen: Ein Volk wird sich erheben gegen das andere und ein Reich gegen das andere,  11 und es werden geschehen große Erdbeben und hier und dort Hungersnöte und Seuchen; auch werden Schrecknisse und vom Himmel her große Zeichen geschehen. 

12 Aber vor diesem allen werden sie Hand an euch legen und euch verfolgen und werden euch überantworten den Synagogen und Gefängnissen und euch vor Könige und Statthalter führen um meines Namens willen.  13 Das wird euch widerfahren zu einem Zeugnis.  14 So nehmt nun zu Herzen, dass ihr euch nicht sorgt, wie ihr euch verteidigen sollt.  15 Denn ich will euch Mund und Weisheit geben, der alle eure Widersacher nicht widerstehen noch widersprechen können.  16 Ihr werdet aber verraten werden von Eltern und Geschwistern, Verwandten und Freunden; und sie werden einige von euch zu Tode bringen.  17 Und ihr werdet gehasst sein von jedermann um meines Namens willen.  18 Und kein Haar von eurem Haupt soll verloren gehen.  19 Seid standhaft, und ihr werdet euer Leben gewinnen. 

Lukas 21,5-19

Morgenlese

Und es trat zu ihm einer der Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte, wie sie miteinander stritten. Als er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das höchste Gebot von allen? 29 Jesus antwortete: Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, 30 und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt[3] und mit all deiner Kraft« 31 Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« Es ist kein anderes Gebot größer als diese. 32 Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Ja, Meister, du hast recht geredet! Er ist einer, und ist kein anderer außer ihm; 33 und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und mit aller Kraft, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. 34 Da Jesus sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und niemand wagte mehr, ihn zu fragen.

Markus 12,28-34

Abendlese

Da sprachen sie zu ihm: Was tust du für ein Zeichen, auf dass wir sehen und dir glauben? Was wirkst du? 31 Unsre Väter haben Manna gegessen in der Wüste, wie geschrieben steht: »Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.« 32 Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. 33 Denn dies ist das Brot Gottes, das vom Himmel kommt und gibt der Welt das Leben. 34 Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit solches Brot. 35 Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. 36 Aber ich habe euch gesagt: Ihr habt mich gesehen und glaubt doch nicht. 37 Alles, was mir der Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. 38 Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. 39 Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich’s auferwecke am Jüngsten Tage. 40 Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage. 

Johannes 6,30-40

Bekenntnislese

Hier werfen uns die Widersacher vor die Nazaräer im Gesetz Mosis. Aber die taten ihre Gelübde nicht der Meinung, dadurch Vergebung der Sünden zu erlangen, wie wir oben von den Mönchsgelübden geklagt haben. Der Nazaräer Orden war eine leibliche Übung mit Fasten, mit gewisser Speise, dadurch sie ihren Glauben bekannten, nicht daß sie dadurch Vergebung der Sünden erlangten oder dadurch vom ewigen Tod erlöst würden; denn das suchten sie anderswo, nämlich in der Verheißung von dem gebenedeiten Samen. Item, wie die Beschneidung im Gesetz Mosis oder das Opferschlachten jetzund nicht soll für einen Gottesdienst aufgerichtet werden, also soll man das Fasten oder Zeremonie der Nazaräer nicht aufrichten oder anziehen als einen Gottesdienst, sondern soll gehalten werden für ein Mittelding und leibliche Übung. Derhalben können noch sollen sie ihren Mönchsstand, welcher ohne Gottes Wort erdichtet ist als ein Gottesdienst, dadurch Gott versöhnt werde, nicht vergleichen mit der Nazaräer Stand, welchen Gott befohlen hatte, und war nicht dazu erdacht, daß die Nazaräer dadurch sollten erlangen einen gnädigen Gott, sondern daß es eine äußerliche Zucht und Übung wäre des Leibes wie andere Zeremonien im Gesetz Mosis. Item, gleich dasselbe ist auch von andern mancherlei Gelübden, die im Gesetz Mosis gesetzt werden zu antworten.

Auch so ziehen die Widersacher an das Exempel der Rechabiten, welche keine Güter hatten, auch keinen Wein tranken, wie Jeremia sagt am 35. Kapitel. Ja wahrlich, es reimt sich Wohl der Rechabiten Exempel zu unsern Mönchen, so ihre Klöster prächtiger denn der Könige Paläste gebaut sind, so sie in allem Überfluß leben. Auch so sind die Rechabiten bei ihrer Armut doch Eheleute gewesen unsere Mönche, so sie alle Pracht, allen haben, geben in ihrer Heuchelei Keuschheit vor.

Nun, die verständigen und Gelehrten wissen wohl, daß man alle Exempel nach der Regel, das ist, nach der klaren Schrift, und nicht wider die Regel oder Schrift soll auslegen oder einführen. Darum, so die Rechabiten in der Schrift gelobt werden, so ist es gewiß, daß sie ihre Weise und Zeremonie nicht darum gehalten haben, dadurch Vergebung der Sünden oder ewiges Leben zu verdienen, oder daß ihre Werke an ihnen selbst sie vor Gott versöhnen könnten, sondern sie haben als fromme, gottesfürchtige Kinder geglaubt an den gesegneten, gebenedeiten Samen, an den zukünftigen Christum, und dieweil sie haben Gebot und Befehl gehabt ihrer Eltern, wird in der Schrift gelobt ihr Gehorsam, von welchem das vierte Gebot redet: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.“

Item, so hat der Rechabiten Weise noch eine Ursache. Sie waren unter den Heiden gewesen, da hat sie ihr Vater unterscheiden wollen von den Heiden mit etlichen Zeichen, daß sie nicht wieder fielen in gottlos Wesen und Abgötterei. Darum hat sie ihr Vater dadurch wollen erinnern der Gottesfurcht, des Glaubens, der Auferstehung der Toten; und das ist eine gute Ursache. Aber die Möncherei hat viel andere Ursachen. Sie erdichten, daß die Möncherei sei ein Gottesdienst, da durch man verdiene Vergebung der Sünden und Gott versöhnt werde. Darum ist es gar keine Vergleichung mit der Rechabiten Exempel; daß ich geschweige andern unzähligen Unrats und Ärgernisses, welche darüber noch am Klosterleben sind.

Auch so bringen sie vor aus der ersten Epistel zum Timotheo am 5. von den Witwen, welche den Kirchen dienten und von dem gemeinen Kirchengut ernährt wurden, da Paulus sagt: „Denn wenn sie geil worden sind wider Christum, so wollen sie freien; und haben ihr Urteil, das sie den ersten Glauben verbrochen haben.“ Ich will gleich setzen, daß, da der Apostel von den Gelübden rede (wie doch nicht ist), so tut doch der Spruch gar nichts dazu, daß die Klostergelübde sollten christlich sein. Denn die Klostergelübde geschehen darum, daß sie sollen ein Gottesdienst sein, dadurch man Vergebung der Sünden verdiene. Paulus aber verwirft alle Gesetze, alle Werke, alle Gottesdienste, welche also gehalten und angenommen werden, dadurch Vergebung der Sünden und das ewige Leben zu verdienen, welches wir allein durch Christum erlangen. Darum ist es gewiß, ob die Witwen etliche Gelübde getan hätten, daß sie doch ungleich den jetzigen Klostergelübden gewesen sind.

Darüber, wenn die Widersacher je den Spruch Pauli wollen auf die Klostergelübde ziehen und dehnen, so müßten sie das auch annehmen, daß Paulus verbietet, „es solle keine Witwe eingenommen werden, die jünger wäre denn sechzig Jahre“. Also werden denn alle Klostergelübde, welche vor der Zeit des Alters geschehen sind von jüngeren Leuten, unbündig und nichts sein. Aber die Kirche hat von den Klostergelübden die Zeit nichts gewußt. So verwirft nun Paulus die Witwen nicht darum, daß sie ehelich werden (denn er heißt die jungen ehelich werden), sondern daß sie aus dem gemeinen Kirchenkasten sich nähren ließen, desselben zu ihrer Lust und Mutwillen mißbrauchten und also den ersten Glauben brächen. Das heißt er den ersten Glauben fahren lassen nicht der Klostergelübde, sondern ihrer Taufe, ihrer christlichen Pflicht, ihres Christentums. Und also redet er auch vom Glauben im selben Kapitel: „So jemand seine Hausgenossen nicht versorget, der hat seinen Glauben verleugnet.“ Denn er redet anders vom Glauben denn die Sophisten. Darum sagt er, daß diejenigen den Glauben verleugnen, die ihre Hausgenossen nicht versorgen. Also sagt er auch von den vorwitzigen Weibern, daß sie den Glauben fahren lassen.

Wir haben etliche Ursachen angezeigt und widerlegt , was die Widersacher vorgebracht. Dieses haben wir nicht allein um der Widersacher willen erzählt, sondern vielmehr um etlicher christlicher Herzen und Gewissen willen, daß sie mögen klar vor Augen haben, warum die Klostergelübde und die mancherlei Möncherei nicht recht oder christlich sind, welche auch alle miteinander das einige Wort Christi möchte zu Boden stoßen, da er sagt: „Sie dienen mir vergeblich mit Menschengeboten;“ Denn aus dem Wort allein hat man kurz, daß die ganze Möncherei, Kappen, Strick, Gürtel und alle eigenerdichtete Heiligkeit vor Gott unnütz, vergebliche Gottesdienste seien, und alle christlichen, frommen Herzen sollen das ganz für gewiß halten, daß dies gewiß ein pharisäischer, verdammter, häßlicher Irrtum, daß wir sollten durch solche Möncherei Vergebung der Sünden oder das ewige Leben verdienen und nicht vielmehr erlangen durch den Glauben an Christum. Darum fromme Leute, so im Klosterleben selig geworden und erhalten sind, die haben endlich müssen dahin kommen, daß sie an allem ihrem Klosterleben verzagt, alle ihre Werke wie Kot verachtet, alle ihre heuchlerischen Gottesdienste verdammt und sich und die Zusage der Gnade in Christo fest gehalten haben, wie man des denn von St. Bernhard ein Exempel hat, daß er gesagt: Perdite Vixi, „Ich habe sündlich gelebt“. Denn Gott will keine andern Gottesdienste haben, denn welche er selbst hat aufgerichtet durch sein Wort.

Apologie XXVII,58-70 (Von den Klostergelübden)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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