Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. (Psalm 19)

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. Ein Tag sagt’s dem andern, und eine Nacht tut’s kund der andern, ohne Sprache und ohne Worte; unhörbar ist ihre Stimme. Ihr Schall geht aus in alle Lande und ihr Reden bis an die Enden der Welt. Er hat der Sonne ein Zelt am Himmel gemacht; sie geht heraus wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und freut sich wie ein Held, zu laufen die Bahn.Sie geht auf an einem Ende des Himmels und läuft um bis wieder an sein Ende, und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen. 

Das Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele. Das Zeugnis des HERRN ist gewiss und macht die Unverständigen weise. Die Befehle des HERRN sind richtig und erfreuen das Herz. Die Gebote des HERRN sind lauter und erleuchten die Augen. Die Furcht des HERRN ist rein und bleibt ewiglich. Die Rechte des HERRN sind wahrhaftig, allesamt gerecht. Sie sind köstlicher als Gold und viel feines Gold, sie sind süßer als Honig und Honigseim. Auch lässt dein Knecht sich durch sie warnen; und wer sie hält, der hat großen Lohn. 

Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Sünden! Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen, dass sie nicht über mich herrschen; so werde ich ohne Tadel sein und unschuldig bleiben von großer Missetat. Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes / und das Gespräch meines Herzens vor dir, HERR, mein Fels und mein Erlöser. 

Psalm 19. Ein Psalm Davids übersetzt von Dr. Martin Luther (2017 Revision)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Okuli (Das Lamm Gottes)

Allmächtiger, ewiger Gott, der Du für uns Deinen Sohn des Kreuzes Pein hast lassen leiden, auf daß Du des Feines Gewalt von uns triebest, verleihe uns, sein Leiden also zu begehen, daß wir dadurch Vergebung der Sünden und Erlösung vom ewigen Tode erlangen, durch Deinen Sohn Jesus Christus, unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S. 126

Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.

Matthäus 20,28

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Du setzest Dich zum Bürgen, ja lässest Dich gar würgen, für mich und meine Schuld; mir lässest Du Dich krönen mit Dornen, die Dich höhnen, und leidest Alles mit Geduld.

Du springst ins Todes Rachen, mich frei und los zu machen von solchem Ungeheuer; mein Sterben nimmst Du abe, vergräbst es in dem Grabe, o unerhörtes Liebesfeuer.

Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden Dir überhoch und sehr; was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an Deinen Dienst und Ehr.

Nun, ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich tun: es soll Dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn.

Ich wills vor Augen setzen, mich stets daran ergötzen, ich sei auch, wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu.

Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Rach und Eifer gehn, wie grausam seine Ruten, wie zorning seine Fluten, will ich aus diesem Leiden sehn.

Paul Gerhardt 1647 (LKG 139,7-12)

Fortlaufende Lese

Und als er das gesagt hatte, ging er voran und zog hinauf nach Jerusalem.  29 Und es begab sich, als er nahe von Betfage und Betanien an den Berg kam, der Ölberg heißt, da sandte er zwei Jünger  30 und sprach: Geht hin in das Dorf, das gegenüberliegt. Und wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat; bindet es los und bringt’s her!  31 Und wenn euch jemand fragt: Warum bindet ihr es los?, dann sagt so: Der Herr bedarf seiner.  32 Und die er gesandt hatte, gingen hin und fanden’s, wie er ihnen gesagt hatte.  33 Als sie aber das Füllen losbanden, sprachen seine Herren zu ihnen: Warum bindet ihr das Füllen los?  34 Sie aber sprachen: Der Herr bedarf seiner.  35 Und sie brachten’s zu Jesus und warfen ihre Kleider auf das Füllen und setzten Jesus darauf.  36 Als er nun hinzog, breiteten sie ihre Kleider auf den Weg.  37 Und als er schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten,  38 und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!  39 Und einige von den Pharisäern in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht!  40 Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien. 

Lukas 19,28-40

Morgenlese

Am nächsten Tag sieht Johannes, dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! 30 Dieser ist’s, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich. 31 Und ich kannte ihn nicht. Aber damit er offenbar werde für Israel, darum bin ich gekommen zu taufen mit Wasser. 32 Und Johannes bezeugte es und sprach: Ich sah, dass der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm. 33 Und ich kannte ihn nicht. Aber der mich gesandt hat zu taufen mit Wasser, der sprach zu mir: Auf welchen du siehst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, der ist’s, der mit dem Heiligen Geist tauft. 34 Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist Gottes Sohn.

35 Am nächsten Tag stand Johannes abermals da und zwei seiner Jünger; 36 und als er Jesus vorübergehen sah, sprach er: Siehe, das ist Gottes Lamm! 37 Und die zwei Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach. 

Johannes 1,29-37

Abendlese

Und sie gaben alle Zeugnis von ihm und wunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Munde kamen, und sprachen: Ist das nicht Josefs Sohn? 23 Und er sprach zu ihnen: Ihr werdet mir freilich dies Sprichwort sagen: Arzt, hilf dir selber! Denn wie große Dinge haben wir gehört, die in Kapernaum geschehen sind! Tu so auch hier in deiner Vaterstadt! 24 Er sprach aber: Wahrlich, ich sage euch: Kein Prophet ist willkommen in seinem Vaterland. 25 Aber wahrhaftig, ich sage euch: Es waren viele Witwen in Israel zur Zeit des Elia, als der Himmel verschlossen war drei Jahre und sechs Monate und eine große Hungersnot herrschte im ganzen Lande, 26 und zu keiner von ihnen wurde Elia gesandt als allein nach Sarepta im Gebiet von Sidon zu einer Witwe. 27 Und viele Aussätzige waren in Israel zur Zeit des Propheten Elisa, und keiner von ihnen wurde rein als allein Naaman, der Syrer. 28 Und alle, die in der Synagoge waren, wurden von Zorn erfüllt, als sie das hörten. 29 Und sie standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt gebaut war, um ihn hinabzustürzen. 30 Aber er ging mitten durch sie hinweg. 

Lukas 4,22-30

Bekenntnislese

Und dies ist der rechte Gebrauch des heiligen Sakraments, wenn durch den Glauben an die göttliche Verheißung die erschrockenen Gewissen werden wieder aufgerichtet. Und das ist der rechte Gottesdienst im Neuen Testament; denn im Neuen Testament geht der höchste Gottesdienst inwendig im Herzen zu, daß wir nach dem alten Adam getötet werden und durch den Heiligen Geist neu geboren werden. Und dazu hat auch Christus das Sakrament eingesetzt, da er sagt: „Solches tut zu meinem Gedächtnis!“ Denn solches zu Christi Gedächtnis tun, ist nicht ein solch Ding, das allein mit Gebärden und Werken zugeht, allein zu einer Erinnerung und zu einem Exempel, wie man in Historien Alexandri und dergleichen gedenkt usw., sondern heißt da Christum recht erkennen, Christi Wohltat suchen und begehren. Der Glaube nun, der da erkennt die überschwengliche Gnade Gottes, der macht lebendig. Und das ist der vornehmste Gebrauch des Sakraments, daran wohl zu merken, welche recht geschickt seien zu dem Sakrament, nämlich die erschrockenen Gewissen, welche ihre Sünden fühlen, vor Gottes Zorn und Urteil erschrecken und sich nach Trost sehnen. Darum sagt der Psalm: „Er hat ein Gedächtnis gemacht seiner Wunder, der gnädige und barmherzige Herr; er hat Speise gegeben denen, so ihn fürchten.“ Und der Glaube, der da erkennt solche Barmherzigkeit, der macht lebendig, und das ist der rechte Gebrauch des Sakraments.

Da ist denn auch und findet sich das Dankopfer oder Danksagung. Denn wenn das Herz und Gewissen empfindet, aus was großer Not, Angst und Schrecken es erlöst ist, so dankt es aus Herzensgrunde für so großen, unsäglichen Schatz und braucht auch der Zeremonien oder äußerlichen Zeichen zu Gottes Lobe und erzeigt sich, daß es solche Gottesgnade mit Dankbarkeit annehme, groß und hoch achte. Also wird die Messe ein Dankopfer oder Opfer des Lobes.

Und also reden die Väter davon von zweierlei Effekt oder Nutzen des Sakraments: erstlich, daß dadurch die Gewissen getröstet werden; zum anderen, daß Gott Lob und Dank gesagt werde. Das erste gehört eigentlich zum rechten Gebrauch des Sakraments, das andere zu dem Opfer. Vom Trost sagt Ambrosius: „Geht zu ihm, das ist, zu Christo, und empfangt Gnade usw.; denn er ist die Vergebung der Sünden. Fragt ihr aber, wer er sei? Hört ihn selbst reden: ‘Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubet, den wird nicht dürsten.’ “ Da zeigt er an, daß mit dem Sakrament angeboten wird Vergebung der Sünden. Er sagt auch, man soll solches mit dem Glauben fassen. Man findet der Sprüche unzählige in der Väter Büchern, welche die Widersacher alle auf das opus operatum und auf das Messehalten, so für andere geschieht, deuten, so doch die Väter vom Glauben an die Verheißung Gottes und von dem Trost, den die Gewissen empfangen, reden, und de applicatione gar nichts sagen.

Darüber findet man Sprüche in den Vätern von Danksagung, wie denn Cyprianus fast lieblich redet vom christlichen Kommunizieren. „Ein christlich Herz“, sagt er, „teilt seinen Dank auf einen Teil für den geschenkten Schatz, aufs andere Teil für die vergebenen Sünden und dankt für so reiche Gnade.“ Das ist, ein christlich Herz, das steht an, was ihm geschenkt ist in Christo und was ihm auch für große Schuld aus Gnaden erlassen ist; hält gegeneinander unsern Jammer und die große Barmherzigkeit Gottes und dankt Gott usw. Und daher ist es Eucharistia genannt in der Kirche. Darum ist die Messe nicht eine solche Danksagung, die man ex opere operato für andere tun oder halten solle, ihnen Vergebung der Sünden zu erlangen. Denn solches wäre stracks wider den Glauben, gleich als ob die Messe oder die äußerliche Zeremonie ohne den Glauben jemand fromm und selig machte.

Von dem Wort Messe

Hier ist zu sehen, welch grobe Esel unsere Widersacher sind. Sie sagen, das Wort missa komme von dem Wort misbeach, das ein Altar heißt; daraus soll folgen, daß die Messe ein Opfer sei; denn auf dem Altar opfert man. Item das Wort liturgia, wie die Griechen die Messe nennen, soll auch ein Opfer heißen. Darauf wollen wir kurz antworten. Alle Welt sieht, daß aus diesen Gründen dieser heidnische und antichristliche Irrtum nicht folgen müsse, daß die Messe helfe ex opere operato sine bono motu utentis. Darum sind sie Esel, daß sie in solcher großwichtigen Sache so ungereimt Ding vorbringen. Auch so wissen die Esel keine Grammatika. Denn missa und Iiturgia heißen nicht Opfer. Missa heißt hebräisch eine zusammengetragene Steuer. 5 Mos. 16, 10. Denn also ist etwa die Weise gewesen, daß die Christen Speise und Trank zugut den Armen in die Versammlung gebracht haben. Und solche Weise ist von den Juden hergekommen, die auf ihre Feste mußten solche Steuer bringen; die nannten sie missa. So heißt liturgia griechisch eigentlich ein Amt, darin man der Gemeinde dient; das schickt sich Wohl auf unsere Lehre, daß der Priester da als ein gemeiner Diener denjenigen, so kommunizieren wollen, dient und das heilige Sakrament reicht.

Etliche meinen, missa komme nicht aus dem Hebräischen, sondern sei als viel als remissio, Vergebung der Sünden. Denn so man kommuniziert hat, hat man gesprochen: Ite, missa est; „Zieht hin, ihr habt Vergebung der Sünden.“ Und daß dem also sei, ziehen sie an, daß man bei den Griechen gesprochen hat: Lais Aphesis (laoi`“ afesi“); das ist auch so viel: Ihnen ist verziehen. Wo dem also, wäre dieses ein feiner Verstand; denn es soll allezeit bei dieser Zeremonie Vergebung der Sünden gepredigt und verkündigt werden. Doch ist diesem Handel wenig geholfen, das Wort missa heiße, was es wolle.

Apologie XXIV,71-83 Von der Messe (Vom rechten Brauch und dem Wort Messe)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Okuli (3. Passionssonntag)

Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.

Lukas 9,62

Introitus

Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien. Das Antlitz des HERRN steht wider alle, die Böses tun, dass er ihren Namen ausrotte von der Erde. Wenn die Gerechten schreien, so hört der HERR und errettet sie aus all ihrer Not. Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben. Der Gerechte muss viel leiden, aber aus alledem hilft ihm der HERR. Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, dass nicht eines von ihnen zerbrochen wird.  Den Frevler wird das Unglück töten, und die den Gerechten hassen, fallen in Schuld. Der HERR erlöst das Leben seiner Knechte, und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.

Psalm 34,16-23

Kollekte

Allmächtiger Gott, Du läßt uns das Leiden und Sterben Deines Sohnes zu unserm Heil verkündigen: wir bitten Dich, gib uns ein offenes Herz, daß wir seine Liebe und seinen Gehorsam erkennen und ihm nachfolgen: unserm Herrn Jesus Christus, Deinem Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Evangelisch-Lutherische Kirchenagende (SELK) Bd.1. Herder: Freiburg u.a. 1996. S.69

Alttestamentliche Lesung

Und Ahab sagte Isebel alles, was Elia getan hatte und wie er alle Propheten Baals mit dem Schwert umgebracht hatte. Da sandte Isebel einen Boten zu Elia und ließ ihm sagen: Die Götter sollen mir dies und das tun, wenn ich nicht morgen um diese Zeit dir tue, wie du diesen getan hast! 3 Da fürchtete er sich, machte sich auf und lief um sein Leben und kam nach Beerscheba in Juda und ließ seinen Diener dort. 4 Er aber ging hin in die Wüste eine Tagereise weit und kam und setzte sich unter einen Ginster und wünschte sich zu sterben und sprach: Es ist genug, so nimm nun, HERR, meine Seele; ich bin nicht besser als meine Väter. 5 Und er legte sich hin und schlief unter dem Ginster. Und siehe, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! 6 Und er sah sich um, und siehe, zu seinen Häupten lag ein geröstetes Brot und ein Krug mit Wasser. Und als er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen. 7 Und der Engel des HERRN kam zum zweiten Mal wieder und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir. 8 Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Gottes, dem Horeb.

1. Könige 19,1-8

Epistel

So ahmt nun Gott nach als geliebte Kinder 2 und wandelt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch. (3 Von Unzucht aber und jeder Art Unreinheit oder Habsucht soll bei euch nicht einmal die Rede sein, wie es sich für die Heiligen gehört, 4 auch nicht von schändlichem Tun und von närrischem oder losem Reden, was sich nicht ziemt, sondern vielmehr von Danksagung. 5 Denn das sollt ihr wissen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger – das ist ein Götzendiener – ein Erbteil hat im Reich Christi und Gottes. 6 Lasst euch von niemandem verführen mit leeren Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams. 7 Darum seid nicht ihre Mitgenossen.) 8 Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts; 9 die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.

Epheser 5,1-2 (3-7) 8-9

Heiliges Evangelium

Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege. Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. Er aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes! Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind. Jesus aber sprach zu ihm: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.

Lukas 9,57-62

Der christliche Glaube

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht,wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolischeKirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänum

Graduallied

Christe, Du Beistand Deiner Kreuzgemeine, eile mit Hilf und Rettung uns erscheine; steure den Feinden, ihre Blutgerichte mache zu nichte, mache zu nichte.

Streite doch selber für uns arme Kinder, wehre dem Teufel, seine Macht verhinder; alles, was kämpfet wider Deine Glieder, stürze darnieder, stürze darnieder.

Frieden bei Kirch und Schule uns beschere, Friede zugleich der Obrigkeit gewähre. Friede dem Herzen, Friede dem Gewissen, gib zu genießen, gib zu genießen.

Also wird zeitlich Deine Güt erhoben, also wird ewig und ohn Ende loben Dich, o Du Wächter Deiner armen Heerde, Himmel und Erde, Himmel und Erde.

Matthäus Apelles von Löwenstern 1644 (LKG 58)

Predigttext

Herr, du hast mich überredet und ich habe mich überreden lassen. Du bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen; aber ich bin darüber zum Spott geworden täglich, und jedermann verlacht mich. Denn sooft ich rede, muss ich schreien; »Frevel und Gewalt!« muss ich rufen. Denn des Herrn Wort ist mir zu Hohn und Spott geworden täglich. Da dachte ich: Ich will seiner nicht mehr gedenken und nicht mehr in seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer, verschlossen in meinen Gebeinen. Ich mühte mich, es zu ertragen, aber konnte es nicht.

Denn ich höre, wie viele heimlich reden: »Schrecken ist um und um!« »Verklagt ihn!« »Wir wollen ihn verklagen!« Alle meine Freunde und Gesellen lauern, ob ich nicht falle: »Vielleicht lässt er sich überlisten, dass wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen.« Aber der Herr ist bei mir wie ein starker Held, darum werden meine Verfolger fallen und nicht gewinnen. Sie müssen ganz zuschanden werden, weil es ihnen nicht gelingt. Ewig wird ihre Schande sein und nie vergessen werden.

Und nun, Herr Zebaoth, der Du die Gerechten prüfst, Nieren und Herz durchschaust: Lass mich Deine Rache an ihnen sehen; denn Dir habe ich meine Sache befohlen. Singet dem Herrn, rühmet den Herrn, der des Armen Leben aus den Händen der Boshaften errettet!

Jeremia 20,7-11a (11b-13)

Meine Predigt dazu:

Wochengebet

Du unser Gott, du leidest mit deiner Schöpfung.
Du fühlst die Schmerzen der Geplagten, du hörst das Weinen und unser hilfloses Fragen.
Dir können wir unsere Furcht eingestehen und unsere Angst zeigen.
Wir bitten dich: Kyrie eleison

Schau auf die Gerechten, die sich gegen die stellen, die das Recht brechen und dein Gesetz verachten.
Schau auf die Gerechten, die der Lüge widersprechen und an der Wahrheit festhalten.
Schau auf die Gerechten, die bedrängt und bedroht werden und auf Hilfe warten.
Deine Augen merken auf die Gerechten. Stehe ihnen bei.
Wir bitten dich: Kyrie eleison

Höre den Schrei nach Frieden,  der diese Welt füllt.
Höre die Trauernden, deren Liebste von Bomben und Drohnen getötet wurden.
Höre die Familien, die um das Schicksal ihrer verschleppten Kinder bangen.
Höre die Getrennten, die ohne Nachricht voneinander verzweifeln und auf Hilfe warten.
Deine Ohren merken auf das Schreien der Gerechten. Stehe ihnen bei.
Wir bitten dich: Kyrie eleison

Sieh die Sehnsucht der Erschöpften, die müde und ratlos sind.
Sieh die Kranken, die sich nach Heilung sehnen.
Sieh auf die Trauernden, die die Liebe vermissen.
Sieh auf die Überforderten, die sich vor Kritik und Verachtung fürchten und auf Hilfe warten. Du bist den zerbrochenen Herzen nahe. Stehe ihnen bei.
Wir bitten dich: Kyrie eleison

Du rufst uns in die Nachfolge. Du sprichst zu deiner Kirche. Sprich zu uns und unseren Kindern. Sprich heute, damit die Menschen guten Willens  dich hören und dich bezeugen.
Dir können wir unsere Hoffnung eingestehen und unsere Liebe zeigen.
In Jesu Namen bitten wir dich heute und alle Tage. Kyrie eleison. Amen.

VELKD: Wochengebet

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Frieden +

4. Mose 6,24-26

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Er sandte seinen Knecht Mose und Aaron (Ps.105,26a)

John MartinDie 7. Plage, Kupferstich, 1828.

Er sandte seinen Knecht Mose und Aaron, den er erwählt hatte. Die taten seine Zeichen unter ihnen und seine Wunder im Lande Hams.

Er sandte Finsternis und machte es finster; doch sie blieben ungehorsam seinen Worten. Er verwandelte ihre Wasser in Blut und tötete ihre Fische. Ihr Land wimmelte von Fröschen bis in die Kammern ihrer Könige. Er gebot, da kam Ungeziefer, Stechmücken in all ihr Gebiet. Er gab ihnen Hagel statt Regen, Feuerflammen in ihrem Lande und schlug ihre Weinstöcke und Feigenbäume und zerbrach die Bäume in ihrem Gebiet.

Er gebot, da kamen Heuschrecken und Käfer ohne Zahl; sie fraßen alles Gras in ihrem Lande, und fraßen auch die Frucht ihres Ackers. Er schlug alle Erstgeburt in Ägypten, alle Erstlinge ihrer Kraft. Er führte sie heraus mit Silber und Gold; es war kein Gebrechlicher unter ihren Stämmen. Ägypten wurde froh, dass sie auszogen; denn Furcht vor ihnen war auf sie gefallen.

Er breitete eine Wolke aus, sie zu decken, und ein Feuer, die Nacht zu erleuchten. Sie baten, da ließ er Wachteln kommen, und er sättigte sie mit Himmelsbrot. Er öffnete den Felsen, da strömten Wasser heraus, sie flossen dahin als Strom in der Wüste. Denn er gedachte an sein heiliges Wort und an Abraham, seinen Knecht.

So führte er sein Volk in Freuden heraus und seine Auserwählten mit Jubel und gab ihnen die Länder der Völker, dass sie die Güter der Nationen gewannen, damit sie hielten seine Gebote und seine Gesetze bewahrten. Halleluja!

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Invokavit 

Herr Gott, himmlischer Vater, Du hast Deinen Sohn in die Welt gesandt, daß er des Teufels Tyrannei wehren und uns wider den Feind schützen möge. Wir bitten Dich, Du wollest uns in aller Anfechtung erhalten und uns Deinen Geist geben, daß wir dem Satan Widerstand leisten, ihn durch Dein Wort von uns treiben und den Sieg über ihn davontragen, durch unsern Herrn Jesus Christus Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre. 

1. Johannes 3,8

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

O Welt, sieh hier Dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben, Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren, mit Schlägen, Hohn und großem Spott.

Tritt her und schau mit Fleiße: sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt; aus seinem edlen Herzen vor unerschöpften Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt.

Wer hat Dich so geschlagen, mein Heil, und Dich mit Plagen so übel zugericht’? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Übeltaten weißt Du nicht.

Ich, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein finden des Sandes an dem Meer, die haben Dir erreget das Elend, das Dich schläget und das betrübte Marterheer.

Ich bin’s, ich sollte büßen an Händen und an Füßen gebunden in der Höll; die Geißeln und die Bande, und was Du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel.

Du nimmst auf Deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer, als ein Stein. Du wirst ein Fluch, dagegen verehrst du mir den Segen, Dein Schmerzen muß mein Labsal sein.

Paul Gerhardt 1647 (LKG 139,1-6)

Fortlaufende Lese

ls sie nun zuhörten, sagte er ein weiteres Gleichnis; denn er war nahe bei Jerusalem und sie meinten, das Reich Gottes werde sogleich offenbar werden.  12 Und er sprach: Ein Mann von edler Herkunft zog in ein fernes Land, um ein Königtum zu erlangen und dann zurückzukommen.  13 Der ließ zehn seiner Knechte rufen und gab ihnen zehn Pfund und sprach zu ihnen: Handelt damit, bis ich wiederkomme!  14 Seine Bürger aber waren ihm feind und schickten eine Gesandtschaft hinter ihm her und ließen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche.  15 Und es begab sich, als er wiederkam, nachdem er das Königtum erlangt hatte, da ließ er die Knechte zu sich rufen, denen er das Geld gegeben hatte, um zu erfahren, was sie erhandelt hätten.  16 Da trat der erste herzu und sprach: Herr, dein Pfund hat zehn Pfund eingebracht.  17 Und er sprach zu ihm: Recht so, du guter Knecht; weil du im Geringsten treu gewesen bist, sollst du Macht haben über zehn Städte.  18 Der zweite kam auch und sprach: Herr, dein Pfund hat fünf Pfund erbracht.  19 Zu dem sprach er auch: Und du sollst über fünf Städte sein.  20 Und der dritte kam und sprach: Herr, siehe da, hier ist dein Pfund, das ich in einem Tuch verwahrt habe;  21 denn ich fürchtete mich vor dir, weil du ein harter Mann bist; du nimmst, was du nicht angelegt hast, und erntest, was du nicht gesät hast.  22 Er sprach zu ihm: Mit deinen eigenen Worten richte ich dich, du böser Knecht. Wusstest du, dass ich ein harter Mann bin, nehme, was ich nicht angelegt habe, und ernte, was ich nicht gesät habe,  23 warum hast du dann mein Geld nicht zur Bank gebracht? Und wenn ich zurückgekommen wäre, hätte ich’s mit Zinsen eingefordert.  24 Und er sprach zu denen, die dabeistanden: Nehmt das Pfund von ihm und gebt’s dem, der zehn Pfund hat.  25 Und sie sprachen zu ihm: Herr, er hat doch schon zehn Pfund.  26 Ich sage euch aber: Wer da hat, dem wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat.  27 Doch diese meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie herrsche, bringt her und macht sie vor mir nieder. 

Lukas 19,11-27

Morgenlese

Hört ein anderes Gleichnis: Es war ein Hausherr, der pflanzte einen Weinberg und zog einen Zaun darum und grub eine Kelter darin und baute einen Turm und verpachtete ihn an Weingärtner und ging außer Landes. 34 Als nun die Zeit der Früchte herbeikam, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, damit sie seine Früchte empfingen. 35 Da nahmen die Weingärtner seine Knechte: Den einen schlugen sie, den zweiten töteten sie, den dritten steinigten sie. 36 Abermals sandte er andere Knechte, mehr als die ersten; und sie taten mit ihnen dasselbe. 37 Zuletzt aber sandte er seinen Sohn zu ihnen und sagte sich: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen. 38 Als aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie zueinander: Das ist der Erbe; kommt, lasst uns ihn töten und sein Erbe an uns bringen! 39 Und sie nahmen ihn und stießen ihn zum Weinberg hinaus und töteten ihn. 40 Wenn nun der Herr des Weinbergs kommen wird, was wird er mit diesen Weingärtnern tun? 41 Sie sprachen zu ihm: Er wird den Bösen ein böses Ende bereiten und seinen Weinberg andern Weingärtnern verpachten, die ihm die Früchte zur rechten Zeit geben. 42 Jesus sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen in der Schrift: »Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Vom Herrn ist das geschehen, und er ist ein Wunder vor unsern Augen«? 43 Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volk gegeben werden, das seine Früchte bringt. 44 Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen aber er fällt, den wird er zermalmen.

Matthäus 21,33-44

Abendlese

So spricht der HERR, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zu dem, der verachtet ist von den Menschen und verabscheut vom Volk, zu dem Knecht der Tyrannen: Könige sollen sehen und aufstehen, und Fürsten sollen niederfallen um des HERRN willen, der treu ist, um des Heiligen Israels willen, der dich erwählt hat. 8 So spricht der HERR: Ich habe dich erhört zur Zeit der Gnade und habe dir am Tage des Heils geholfen und habe dich bereitet und zum Bund für das Volk bestellt, dass du das Land aufrichtest und das verwüstete Erbe zuteilst, 9 zu sagen den Gefangenen: Geht heraus!, und zu denen in der Finsternis: Kommt hervor! Am Wege werden sie weiden und auf allen kahlen Höhen ihre Weide haben. 10 Sie werden weder hungern noch dürsten, sie wird weder Hitze noch Sonne stechen; denn ihr Erbarmer wird sie führen und sie an die Wasserquellen leiten. 11 Ich will alle meine Berge zum ebenen Wege machen, und meine Pfade sollen gebahnt sein. 12 Siehe, diese werden von ferne kommen, und siehe, jene vom Norden und diese vom Meer und jene vom Lande Sinim[2]. 13 Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der HERR hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.

Jesaja 49,7-13

Bekenntnislese

Darum, wenn sie so sagen, es müsse im Neuen Testament ein Priester sein, der da opfert, so ist das allein von Christo nachzugeben und zu verstehen. Und darauf dringt und damit stimmt stark die ganze Epistel zu den Hebräern. Und das hieße auch gar andere Mittler darstellen und eindringen neben Christo, wenn wir eine andere Satisfaktion für die Sünden zuließen und Versöhnung denn den Tod Christi. Und dieweil das Priestertum des Neuen Testaments ein Amt ist, dadurch der Heilige Geist wirkt, kann kein Opfer sein, das ex opere operato andern helfe. Denn wo nicht eigener Glaube und Leben durch den Heiligen Geist gewirkt wird, kann mich eines andern opus operatum nicht fromm und selig machen. Darum kann die Messe nicht für andere gelten: das ist ja klar und gewiß.

Wir haben nun Ursache angezeigt, warum die Messe niemand vor Gott gerecht mache ex opere operato, warum auch Messen für andere nicht können gehalten werden; denn beides ist stracks wider den Glauben und die Lehre von Christo. Denn es ist unmöglich, daß Sünden sollten vergeben werden, oder daß die Schrecken des Todes, der Hölle sollten durch eines andern Werk überwunden werden denn allein durch den Glauben an Christum, wie der Spruch lautet Röm. 5: „So wir gerecht sind worden, so haben wir Frieden mit Gott“ usw.

Dazu haben wir angezeigt, das die Sprüche der Schrift, welche man wider uns anzieht, auch nichts beweisen für die heidnische und antichristliche Lehre der Widersacher vom opere operato. Und das können nun alle gottesfürchtigen, ehrbaren Leute in aller Welt, in allen Nationen merken und urteilen. Darum ist zu verwerfen der Irrtum Thomä, der da schreibt, das der Leib des Herrn einmal am Kreuz geopfert sei für die Erbsünde und werde täglich für die täglichen Sünden geopfert auf dem Altar, daß also die Kirche habe ein Opfer, täglich Gott zu versöhnen. Auch sind die andern Irrtümer zu verwerfen, das die Messe zugute komme ex opere operato dem, der sie halt. Item, wenn man Messe hält für andere, die nicht obicem setzen, wenn sie gleich gottlos sind, das dieselben Vergebung der Sünden und Erlösung von Pein und Schuld erlangen. Das alles sind eitel Irrtümer und falsch und von eitel ungelehrten, heillosen Mönchen erdichtet, die doch vom Evangelio, von Christo und dem Glauben gar nichts wissen.

Aus diesem Irrtum von solchen Mißbräuchen der Messen sind unzählige andere erwachsen, nämlich daß sie disputieren, ob eine Messe, wenn sie für viele gehalten wird, auch so kräftig sei, als wenn eine jede Person eine eigene Messe für sich halten läßt. Aus dieser Disputation sind die Messen gewachsen und je höher verkauft worden. Weiter, so halten sie noch Messe für die Toten, zu erlösen die Seelen aus dem Fegefeuer (welches ein schändlicher Jahrmarkt ist), so doch das Sakrament weder den Lebendigen noch den Toten nütze ist ohne den Glauben. Und die Widersacher können aus der Schrift nicht einen Buchstaben, nicht eine Silbe vorbringen zur Bestätigung der Träume und Fabeln, welche sie doch ohne alle Scheu und Scham mit großem Geschrei in großem Ansehen predigen, so sie doch darüber weder der Kirche noch der Väter Zeugnis haben. Darum sind es heillose, verblendete Leute, welche die öffentliche Wahrheit Gottes wissentlich Verachten und mit Füßen treten.

Was die alten Lehrer oder Väter vom Opfer schreiben.

Nachdem wir die Sprüche, so die Widersacher aus der Schrift angezogen, recht ausgelegt und verantwortet haben, so müssen wir auch auf der alten Väter Sprüche, welche sie anziehen, antworten. Wir wissen wohl, daß die Väter die Messe ein Opfer nennen; aber der Väter Meinung ist nicht, daß man durch Messehalten ex opere operato Vergebung der Sünden erlange, oder daß man Messe halten solle für Lebendige und Tote, ihnen Vergebung der Sünden, Ablaß von Pein und Schuld zu erlangen. Denn sie werden nimmermehr beweisen, daß von solchem Greuel wider alle Schrift die Väter etwas gelehrt, sondern der Väter Bücher reden von Danksagung und Dankopfer, darum nennen sie die Messe eucharistiam. Wir haben aber hier oben angezeigt, daß die Dankopfer uns nicht Vergebung der Sünden erlangen, sondern geschehen von denjenigen, die schon versöhnt sind durch den Glauben an Christum. Gleichwie Kreuz und Trübsale nicht Versöhnung gegen Gott verdienen, sondern sind Dankopfer, wenn diejenigen, so versöhnt sind, solche Trübsale tragen und leiden.

Und diese kurzen Worte sind Antwort genug wider die Sprüche der Väter, schützen uns auch genug wider unsere Widersacher. Denn es ist gewiß, daß die Träume vom opere operato nirgend in der Väter Büchern oder Schriften gefunden werden. Aber damit diese ganze Sache und Handel von der Messe desto klarer zu verstehen sei, so wollen wir auch vom rechten Gebrauch des Sakraments reden, und also, wie es in der Heiligen Schrift und in allen Schriften der Väter auch zu finden.

Vom rechten Gebrauch des Sakraments und von dem Opfer.

Etliche vorwitzige Gelehrte erdichten ihnen selbst, das Abendmahl des Herrn sei um zweierlei Ursache willen eingesetzt. Erstlich, daß es sei eine Losung und Zeichen eines Ordens, wie die Mönchskappen ihrer Orden Unterschiede und Zeichen sind. Danach gedenken sie, Christus habe sonderlich Wohlgefallen, dieselbe Losung durch ein Essen oder Abendmahl zu geben oder anzurichten, daß er anzeigte die Freundschaft brüderlicher Verwandtnis, so unter den Christen sein soll: denn miteinander essen und trinken ist ein Zeichen der Freundschaft. Aber das ist ein menschlicher Gedanke und zeigt nicht den rechten Gebrauch des Sakraments an. Da wird allein von Liebe und Freundschaft geredet, welches weltliche Leute auch verstehen. Da ist aber vom Glauben nichts geredet oder von der Verheißung Gottes, welches das Größte ist; welcher Glaube ein viel höher, größer Ding ist, denn man gedenkt.

Die Sakramente aber sind Zeichen des göttlichen Willens gegen uns und sind nicht allein Losungen oder Zeichen, dabei sich die Leute kennen; und diejenigen sagen recht die da sagen, die Sakramente sind signa gratiae. das ist, die Sakramente sind Zeichen der Gnade. Und dieweil im Sakrament zwei Dinge sind, das äußerliche Zeichen und das Wort, so ist im Neuen Testament das Wort die Verheißung der Gnade, welche dem Zeichen angeheftet ist. Und dieselbe Verheißung im Neuen Testament ist eine Verheißung der Vergebung der Sünden, wie der Text sagt: „Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das ist der Kelch des Neuen Testaments in meinem Blut, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.“ Das Wort bietet uns an Vergebung der Sünden. Das äußerliche Zeichen ist wie ein Siegel und Bekräftigung der Worte und Verheißung, wie es Paulus auch nennt. Darum, wie die Verheißung vergeblich ist, wenn sie nicht durch den Glauben gefaßt wird, also ist auch die Zeremonia oder äußerliche Zeichen nicht nütze, es sei denn der Glaube da, welcher wahrhaftig dafürhält, daß uns Vergebung der Sünden widerfährt. Und derselbe Glaube tröstet die erschrockenen Gewissen. Und wie Gott die Verheißung gibt, solchen Glauben zu erwecken, also ist auch das äußerliche Zeichen daneben gegeben und vor die Augen gestellt, daß es die Herzen zu Glauben bewege und dem Glauben stärke. Denn durch die zwei, durchs Wort und äußerliche Zeichen, wirkt der Heilige Geist.

Apologie XXIV,58-70: Von der Messe (Was Opfer sei)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Gott, es sind Heiden in Dein Erbe eingefallen (Ps.79)

Apokalyptische Reiter (1511) von Albrecht Dürer

Gott, es sind Heiden in dein Erbe eingefallen; / die haben deinen heiligen Tempel entweiht und aus Jerusalem einen Steinhaufen gemacht. 2 Sie haben die Leichname deiner Knechte / den Vögeln unter dem Himmel zu fressen gegeben und das Fleisch deiner Heiligen den Tieren im Lande. 3 Sie haben ihr Blut vergossen um Jerusalem her wie Wasser, und da war niemand, der sie begrub. 4 Wir sind bei unsern Nachbarn zur Schmach geworden, zu Spott und Hohn bei denen, die um uns her sind. 5 Wie lange, HERR, willst du immerfort zürnen? Wie lange wird dein Eifer brennen wie Feuer? 6 Schütte deinen Grimm auf die Völker, die dich nicht kennen, und auf die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen. 7 Denn sie haben Jakob gefressen und seine Stätte verwüstet. 8 Rechne uns die Schuld der Väter nicht an, erbarme dich unser bald, denn wir sind sehr elend. 9 Hilf du uns, Gott, unser Helfer, um deines Namens Ehre willen! Errette uns und vergib uns unsre Sünden um deines Namens willen! 10 Warum lässt du die Heiden sagen: »Wo ist nun ihr Gott?« Lass unter den Heiden vor unsern Augen kundwerden die Vergeltung für das Blut deiner Knechte, das vergossen ist. 11 Lass vor dich kommen das Seufzen der Gefangenen; durch deinen starken Arm erhalte die Kinder des Todes 12 und vergilt unsern Nachbarn siebenfach ihr Schmähen, mit dem sie dich, Herr, geschmäht haben. 13 Wir aber, dein Volk, die Schafe deiner Weide, danken dir ewiglich und verkünden deinen Ruhm für und für. 

Psalm 79: Ein Psalm Asafs in der revidierten Fassung Dr. Martin Luthers 2017.

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Invokavit 

Herr Gott, himmlischer Vater, Du hast Deinen Sohn in die Welt gesandt, daß er des Teufels Tyrannei wehren und uns wider den Feind schützen möge. Wir bitten Dich, Du wollest uns in aller Anfechtung erhalten und uns Deinen Geist geben, daß wir dem Satan Widerstand leisten, ihn durch Dein Wort von uns treiben und den Sieg über ihn davontragen, durch unsern Herrn Jesus Christus Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre. 

1. Johannes 3,8

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Ich will von Deiner Lieblichkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch Dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich Dir und Deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen. Und was Du mir zugut getan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtnis schließen.

Erweitre Dich, mein Herzensschrein, Du sollst ein Schatzhaus werden der Schätze, die viel größer sein als Himmel, Meer und Erden. Weg mit dem. Gold Arabia, weg Kalmus, Myrrhen, Casia: Ich hab ein Bessres funden: mein großer Schatz, Herr Jesus Christ, ist dieses, was geflossen ist aus Deines Leibes Wunden.

Das soll und will ich mir zunutz zu allen Zeiten machen: Im Streite soll es sein mein Schutz, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel; und wenn mir nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen. Im Durst solls sein mein Wasserquell,in Einsamkeit mein Sprachgesell zu Haus und auch auf Reisen.

Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut, das ist mein Leben; wenn mich der Sonne Hitze trifft, so kann mirs Schatten geben. Setzt mir der Schmerz der Wehmut zu, so find ich bei Dir meine Ruh als auf dem Bett ein Kranker; und wenn des Kreuzes Ungestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist Du dann mein Anker.

Wenn endlich ich soll treten ein in Deines Reiches Freuden, so soll dies Blut mein Purpur sein, ich will mich darein kleiden. Es soll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen und Dir, dem er mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte Braut an Deiner Seite stehen.

Paul Gerhardt 1647 (LKG 138,5-10)

Fortlaufende Lese

Und er ging nach Jericho hinein und zog hindurch.  2 Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich.  3 Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt.  4 Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen.  5 Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.  6 Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden.  7 Da sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt.  8 Zachäus aber trat herzu und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück.  9 Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist ein Sohn Abrahams.  10 Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. 

Lukas 19,1-10

Morgenlese

So hat auch Christus sich nicht selbst die Ehre beigelegt, Hoherpriester zu werden, sondern der, der zu ihm gesagt hat: »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.« 6 Wie er auch an anderer Stelle spricht: »Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.« 7 Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen vor den gebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte; und er ist erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. 8 So hat er, obwohl er der Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. 9 Und da er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber der ewigen Seligkeit geworden, 10 von Gott genannt ein Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks. 

Hebräer 5,5-10

Abendlese

Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, den ich erwählt habe, du Same Abrahams, meines Geliebten, 9 du, den ich fest ergriffen habe von den Enden der Erde her und berufen von ihren Grenzen, zu dem ich sprach: Du sollst mein Knecht sein; ich erwähle dich und verwerfe dich nicht –, 10 fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. 11 Siehe, zu Spott und zuschanden sollen werden alle, die dich hassen; sie sollen werden wie nichts und die Leute, die mit dir streiten, sollen umkommen. 12 Wenn du nach ihnen fragst, wirst du die nicht finden, die mit dir hadern. Es sollen werden wie nichts und ein Ende haben, die dich bekämpfen. 13 Denn ich bin der HERR, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir! 14 Fürchte dich nicht, du Würmlein Jakob, du armer Haufe Israel. Ich helfe dir, spricht der HERR, und dein Erlöser ist der Heilige Israels. 

Jesaja 41,8-14

Bekenntnislese

Die Widersacher ziehen den Daniel an, der da sagt: „Es werden Greuel und Verwüstung in der Kirche stehen“, und deuten dieses auf unsere Kirche, derhalben daß die Altäre nicht bedeckt sind, nicht Lichter drinnen brennen und dergleichen. Wiewohl es nicht wahr ist, daß wir solche äußerliche Ornamente alle wegtun, dennoch, so es schon also wäre, redet Daniel nicht von solchen Dingen, die gar äußerlich sind und zur christlichen Kirche nicht gehören, sondern meint viel eine andere, greulichere Verwüstung, welche im Papsttum stark geht, nämlich von Verwüstung des nötigsten, größten Gottesdienstes, des Predigtamts und Unterdrückung des Evangelii. Denn bei den Widersachern predigt man das mehrere Teil von Menschensatzungen, dadurch die Gewissen von Christo auf eigene Werke und Vertrauen geführt werden; so ist’s gewiß, daß unterm Papsttum die Predigt von der Buße oder de poenitentia, wie die Widersacher davon gelehrt, niemand verstanden hat, und das ist doch das nötigste Stück der ganzen christlichen Lehre.

Die Widersacher haben die armen Gewissen gequält und geplagt mit Sündenerzählen; vom Glauben an Christum, wodurch man erlangt Vergebung der Sünden, von dem rechten Kampf und Anfechtung, welche sind Übungen des Glaubens, haben sie gar nichts Rechtes gelehrt, dadurch die Gewissen hätten mögen Trost haben. Alle ihre Bücher, alle ihre Predigten sind in dem Stücke als nütze gewesen als nichts und haben dazu unsäglichen Schaden getan. Überdies ist bei den Widersachern der schreckliche, greuliche Mißbrauch der Messe, desgleichen kaum je auf Erden gewesen, und sonst unzählig viel unchristliche, närrische Gottesdienste. Das ist die rechte Verwüstung, davon Daniel sagt.

Dagegen in unsern Kirchen warten die Priester recht ihres Amts, lehren und predigen das Evangelium, predigen Christum, daß wir nicht um unserer Werke willen, sondern um Christus’ willen Vergebung der Sünden und einen gnädigen Gott haben. Diese Lehre gibt den Herzen einen rechten, gewissen, beständigen Trost. Auch so lehren sie die zehn Gebote und von rechtschaffenen guten Werken, welche Gott geboten hat, darüber auch von rechtem christlichen Gebrauch der heiligen Sakramente.

Und wenn ja das Abendmahl oder die Messe sollte das tägliche Opfer genannt werden, so möchte billiger die Messe bei uns also heißen. Denn bei ihnen halten ihre Pfaffen das mehrere Teil alle um ihre Präbenden und um Geldes willen Messe. In unsern Kirchen wird der heiligen Sakramente also nicht mißbraucht. Denn da wird niemand mit Geld dazu getrieben, sondern man läßt die Gewissen sich prüfen, Trost da zu suchen; dazu werden die Leute unterrichtet von rechtem christlichen Gebrauch des Sakraments, daß es nämlich dazu eingesetzt ist, daß es sei ein Siegel und gewiß Zeichen der Vergebung der Sünden, dadurch die Herzen erinnert und der Glaube gestärkt wird, daß sie gewiß glauben, daß ihnen die Sünden vergeben sind. So wir nun die Predigt des Evangelii und den rechten Gebrauch des Sakraments bei uns behalten, so haben wir ohne Zweifel das tägliche Opfer.

Und wenn man gleich von äußerlichem Wohlstehen sagen sollte, so sind unsere Kirchen besser geziert denn des Gegenteils. Denn der rechte äußerliche Kirchenschmuck ist auch rechte Predigt, rechter Gebrauch der Sakrament, und daß das Volk mit Ernst dazu gewöhnt sei und mit Fleiß und Zucht zusammenkomme, lerne und bete. Dieweil man nun durch Gottes Gnade in unsern Kirchen christlich und heilsam Ding lehrt von Trost in allem Anfechten, bleiben die Leute gern bei guter Predigt. Denn es ist kein Ding, das die Leute mehr bei der Kirche behält denn die gute Predigt. Aber unsere Widersacher predigen ihre Leute aus der Kirche; denn sie lehren nichts von den nötigen Stücken christlicher Lehre, sagen Heiligenlegenden und andere Fabeln. Überdas, wo unsere Widersacher ihre Kerzen, Altartücher, Bilder und dergleichen Zier für nötige Stücke achten und damit Gottesdienste anrichten, sind sie des Antichrists Gesinde, davon Daniel sagt, daß sie ihren Gott ehren mit Silber, Gold und dergleichen Schmuck.

Auch so ziehen sie an aus der Epistel Hebr. 5: „Ein jeglicher Hoherpriester, der aus den Menschen genommen wird, der wird gesetzt für die Menschen gegen Gott, auf daß er opfere Gaben und opfere Opfer für die Sünde.“ Da schließen sie: Da im Neuen Testament Bischöfe sind und Priester, so folgt, daß auch ein Opfer müsse sein für die Sünden. Dieses nun möchte am meisten die Ungelehrten und Unerfahrenen bewegen, sonderlich wenn sie ansehen das herrliche Gepränge im Tempel und Kirchen, item die Kleidung Aarons; da im Alten Testament auch viel Schmuck von Gold, Silber und Purpur gewesen, denken sie, es müsse im Neuen Testament gleich also ein Gottesdienst, solche Zeremonien und Opfer sein, da man für anderer Leute Sünden opfere wie im Alten Testament. Denn der ganze Mißbrauch der Messen und päpstlichen Gottesdienste ist nirgend hergekommen, denn daß sie haben wollen den Mosis Zeremonien nachfolgen und haben es nicht verstanden, daß das Neue Testament mit andern Sachen umgeht, und daß solche äußerliche Zeremonien, ob man sie zur Kinderzucht braucht, sollen ihr Maß haben.

Und wiewohl unsere Sache sonderlich wohl gegründet ist in der Epistel zu den Hebräern, so ziehen doch die Widersacher aus derselben Epistel etliche Sprüche verstümmelt an, als eben an dem obangezeigten Ort, da der Text sagt: „Ein jeglicher Hoherpriester usw. wird gesetzt zu opfern“ usw. Der Text führt das bald auf Christum. Die Worte, so vorhergehen, reden vom levitischen Priestertum und sagen, das levitische Priestertum sei eine Deutung des Priestertums Christi. Denn die levitischen Opfer für die Sünden, die verdienten nicht Vergebung der Sünden vor Gott, sondern waren allein ein Bild Christi, welcher war das rechte, einige, wahre Opfer für die Sünden, wie ich oben gesagt habe. Und gar nahe die ganze Epistel zu den Hebräern handelt das mehrere Teil davon, daß das levitische Priestertum und die Opfer im Gesetz dazu nicht eingesetzt sind, daß man Vergebung der Sünden oder Versöhnung vor Gott damit verdienen solle, sondern allein zu bedeuten das künftige rechte Opfer, Christum. Denn die Patriarchen und Heiligen im Alten Testament sind auch gerecht geworden und Gott versöhnt durch den Glauben an die Verheißung von dem künftigen Christo, durch welchen Heil und Gnade verheißen ward, gleichwie wir im Neuen Testament durch den Glauben an Christum, der da offenbart ist, Gnade erlangen. Denn alle Gläubigen von Anbeginn haben geglaubt, daß ein Opfer und Bezahlung für die Sünde geschehen würde, nämlich Christus, welcher künftig und verheißen war, wie Jesaja am 53. sagt: „Wenn er seine Seele wird geben ein Schuldopfer für die Sünde“ usw.

So nun im Alten Testament durch die Opfer niemand hat erlangt Vergebung der Sünden (denn allein sie haben bedeutet das einige Opfer Christi), so folgt, daß allein ein einiges Opfer ist, nämlich Christus, welcher für aller Welt Sünde bezahlt und genuggetan hat. Derhalben ist im Neuen Testament fürder auch kein ander Opfer zu machen, dadurch die Sünden bezahlt werden, denn allein der einige Tod Christi, so am Kreuz einmal geopfert ist.

Apologie XXIV,44-57: Von der Messe (Was Opfer sei)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Gott steht auf; so werden seine Feinde zerstreut, und die ihn hassen, fliehen vor ihm. (Psalm 68,2)

Gott fährt auf unter Jauchzen, der HERR beim Schall der Posaune. Lobsinget, lobsinget Gott, lobsinget, lobsinget unserm Könige! (Psalm 47) Rückseite des Reformationsaltars in St.Marien (Lutherstadt Wittenberg: 1564)

Gott steht auf; so werden seine Feinde zerstreut, und die ihn hassen, fliehen vor ihm. 3 Wie Rauch verweht, so verwehen sie; wie Wachs zerschmilzt vor dem Feuer, so kommen die Frevler um vor Gott. 4 Die Gerechten aber freuen sich und sind fröhlich vor Gott und freuen sich von Herzen. 5 Singet Gott, lobsinget seinem Namen! Macht Bahn dem, der auf den Wolken einherfährt; er heißt HERR. Freuet euch vor ihm! 6 Ein Vater der Waisen und ein Helfer der Witwen ist Gott in seiner heiligen Wohnung, 7 ein Gott, der die Einsamen nach Hause bringt, der die Gefangenen herausführt, dass es ihnen wohlgehe; aber die Abtrünnigen bleiben in dürrem Lande. 8 Gott, als du vor deinem Volk herzogst, als du einhergingst in der Wüste, – Sela – 9 da bebte die Erde, und die Himmel troffen vor Gott – am Sinai –, vor Gott, dem Gott Israels. 10 Du gabst, Gott, Regen in Fülle, und dein Erbe, das dürre war, erquicktest du, 11 dass deine Tiere darin wohnen konnten. Gott, du labst die Elenden in deiner Güte. 12 Der Herr gibt ein Wort – der Freudenbotinnen ist eine große Schar –: 13 Die Könige der Heerscharen fliehen, sie fliehen, und die Frauen teilen die Beute aus. 14 Wollt ihr zwischen den Hürden lagern? Die Flügel der Tauben sind überzogen mit Silber, und ihre Schwingen schimmern von Gold. 

Psalm 68,1-14. Ein Psalmlied Davids vorzusingen. Hier die revidierte Fassung Dr. Martin Luthers, 2017

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Reminiszere

Allmächtiger Gott, Du hast Deinen Sohn in die Hände der Menschen gegeben, die ihn getötet haben: Wir bitten Dich, vergib uns alles Widerstreben gegen Deine unbegreifliche Liebe und laß uns teilhaben an dem ewigen Heil, das Du der Welt geschenkt hast. Durch ihn unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

Gedenke, Herr, an Deine Barmherzigkeit und an Deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind. 

Psalm 25,6

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und büßet in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt und krank, ergibt sich auf die Würgebank, entsagen aller Freuden; es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod und spricht: “Ich will’s gern leiden.”

Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen: “Geh hin, mein Kind, und nimm Dich an der Kinder, die ich ausgetan zur Straf und Zornesruten; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß, Du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten.”

“Ja, Vater, ja von Herzensgrund, leg auf, ich will Dir’s tragen; mein Wollen hängt an Deinem Mund, mein Wirken ist Dein Sagen.” O Wunderlieb, o Liebesmacht, Du kannst – was nie kein Mensch gedacht – Gott seinen Sohn abzwingen. O Liebe, Liebe, Du bist stark, Du streckest den in Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen.

Du marterst ihn am Kreuzesstamm mit Nägeln und mit Spießen; Du schlachtest ihn als wie ein Lamm, machst Herz und Adern fließen, das Herze mit der Seufzer Kraft, die Adern mit dem edlen Saft des purpurroten Blutes. O süßes Lamm, was soll ich Dir, erweisen dafür, daß Du mir, erzeigest so viel Gutes?

Mein’ Lebetage will ich Dich aus meinem Sinn nicht lassen, Dich will ich stets, gleich wie Du mich,mit Liebesarmen fassen. Du sollst sein meines Herzens Licht, und wann mein Herz in Stücke bricht, sollst Du mein Herze bleiben; ich will mich Dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu Deinem Eigentum beständiglich verschreiben.

Paul Gerhardt 1647 (LKG 138,1-5)

Fortlaufende Lese

Er nahm aber zu sich die Zwölf und sprach zu ihnen: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.  32 Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet und misshandelt und angespien werden,  33 und sie werden ihn geißeln und töten; und am dritten Tage wird er auferstehen.  34 Sie aber verstanden nichts davon, und der Sinn der Rede war ihnen verborgen, und sie begriffen nicht, was damit gesagt war. 

35 Es geschah aber, als er in die Nähe von Jericho kam, da saß ein Blinder am Wege und bettelte.  36 Als er aber die Menge hörte, die vorbeiging, forschte er, was das wäre.  37 Da verkündeten sie ihm, Jesus von Nazareth gehe vorüber.  38 Und er rief: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!  39 Die aber vornean gingen, fuhren ihn an, er sollte schweigen. Er aber schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner!  40 Jesus aber blieb stehen und befahl, ihn zu sich zu führen. Als er aber näher kam, fragte er ihn:  41 Was willst du, dass ich für dich tun soll? Er sprach: Herr, dass ich sehen kann.  42 Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dir geholfen.  43 Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach und pries Gott. Und alles Volk, das es sah, lobte Gott.  

Lukas 18,31-43

Morgenlese

Es ist aber nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was man nicht wissen wird. 3 Darum, was ihr in der Finsternis sagt, das wird man im Licht hören; und was ihr ins Ohr flüstert in den Kammern, das wird man auf den Dächern verkündigen. 4 Ich sage aber euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach nichts mehr tun können. 5 Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der, nachdem er getötet hat, Macht hat, in die Hölle zu werfen. Ja, ich sage euch, den sollt ihr fürchten. 6 Verkauft man nicht fünf Sperlinge für zwei Groschen? Dennoch ist vor Gott nicht einer von ihnen vergessen. 7 Auch sind die Haare auf eurem Haupt alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid kostbarer als viele Sperlinge. 8 Ich sage euch aber: Wer mich bekennt vor den Menschen, zu dem wird sich auch der Menschensohn bekennen vor den Engeln Gottes. 9 Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, der wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes. 10 Und wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem soll es vergeben werden; wer aber den Heiligen Geist lästert, dem soll es nicht vergeben werden. 11 Wenn sie euch aber führen werden in die Synagogen und vor die Machthaber und die Obrigkeiten, so sorgt nicht, wie oder womit ihr euch verantworten oder was ihr sagen sollt; 12 denn der Heilige Geist wird euch in derselben Stunde lehren, was ihr sagen sollt. 

Lukas 12,2-12

Abendlese

Und Paulus sah eine Erscheinung bei Nacht: Ein Mann aus Makedonien stand da und bat ihn: Komm herüber nach Makedonien und hilf uns! 10 Als er aber die Erscheinung gesehen hatte, da suchten wir sogleich nach Makedonien zu reisen, gewiss, dass uns Gott dahin berufen hatte, ihnen das Evangelium zu predigen.

11 Da fuhren wir von Troas ab und kamen geradewegs nach Samothrake, am nächsten Tag nach Neapolis 12 und von da nach Philippi, das ist eine Stadt des ersten Bezirks von Makedonien, eine römische Kolonie. Wir blieben aber einige Tage in dieser Stadt. 13 Am Sabbattag gingen wir hinaus vor das Stadttor an den Fluss, wo wir dachten, dass man zu beten pflegte, und wir setzten uns und redeten mit den Frauen, die dort zusammenkamen.

14 Und eine Frau mit Namen Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, eine Gottesfürchtige, hörte zu; der tat der Herr das Herz auf, sodass sie darauf achthatte, was von Paulus geredet wurde. 15 Als sie aber mit ihrem Hause getauft war, bat sie uns und sprach: Wenn ihr anerkennt, dass ich an den Herrn glaube, so kommt in mein Haus und bleibt da. Und sie nötigte uns.

Apostelgeschichte 16,9-15

Bekenntnislese

Und wir fechten nicht groß an, ob es jemand je auch auf die Zeremonie der Messe deuten wollte, wenn er nur nicht sagt, daß die schlechte ceremonia ex opere operato Gott versöhne. Denn wie wir die Predigt heißen ein Lobopfer, so mag die ceremonia des Abendmahls an ihm selbst ein Lobopfer sein, aber nicht ein solch Opfer, das ex opere operato vor Gott gerecht mache, oder das man für andere tun könne, ihnen Vergebung der Sünden zu erlangen. Aber bald hernach wollen wir auch sagen, wie die ceremonia ein Opfer sei. Dieweil aber Maleachi redet von allen Gottesdiensten und Opfern des Neuen Testaments, so redet er nicht allein von der Messe oder Abendmahl. Item, dieweil er klar widerredet demselben pharisäischen Irrtum vom opere operato, so tut der Spruch nichts wider uns, sondern vielmehr für uns, denn er fordert inwendig das Herz, Gott Dankopfer zu tun, durch welches der Name der Herrn recht groß werde.

Es wird auch aus dem Maleachi noch ein Spruch angezogen: „und er wird läutern die Söhne Levi wie Gold und wie Silber, und sie werden Gott opfern Opfer der Gerechtigkeit.“ Da sagt er von Opfern der Gerechtigkeit; darum ist der Text wider das opus operatum. Die Opfer aber der Söhne Levi, das ist, derjenigen, die da predigen im Neuen Testament, ist die Predigt des Evangelii und die guten Früchte der Predigt, wie Paulus Röm. 15 sagt: „Ich soll sein ein Diener Christi unter den Heiden, zu opfern das Evangelium Gottes, auf daß die Heiden ein Opfer werden, Gott angenehm durch den Glauben.“ Denn das Ochsen= und Schafschlachten im Gesetz hat bedeutet den Tod Christi und das Predigtamt des Evangelii, dadurch der alte Adam täglich getötet werde, und das neue und ewige Leben sich anfängt.

Aber die Widersacher deuten allenthalben das Wort Opfer oder sacrificium allein auf die Zeremonien der Messe. Von dem Predigtamt des Evangelii, vom Glauben, vom Danken und Anrufen göttlichen Namens reden sie gar nichts, so doch die Zeremonia darum ist eingesetzt, so doch das Neue Testament eitel geistliche Opfer hat inwendig des Herzens und nicht solche Opfer wie das levitische Priestertum.

Auch so ziehen die Widersacher an das iuge sacrificium, das ist das tägliche Opfer, und sagen, wie im Gesetz Mosis sei gewesen ein täglich Opfer, also sei die Messe iuge sacrificium des Neuen Testaments. Wenn die Sache mit Allegorien außurichten wäre, so würde jedermann Allegorien finden, ihm dienlich. Aber alle Verständigen wissen, daß man in solchen hochwichtigen Sachen vor Gott gewiß und klar Gottes Wort haben muß und nicht dunkle und fremde Sprüche herzuziehen mit Gewalt. Solche ungewisse Deutungen halten den Stich nicht vor Gottes Gericht. Wiewohl wir wollten den Widersachern zu Gefallen noch die Messe wohl iuge sacrificium oder täglich Opfer nennen lassen, wenn sie die ganze Messe, das ist die Zeremonien mit der Danksagung, mit dem Glauben im Herzen, mit dem herzlichen Anrufen göttlicher Gnade, iuge sacrificium des Neuen Testaments heißen. Denn die Zeremonia der Messe oder des Abendmahls ist um des alles willen aufgerichtet; denn sie ist um des Predigens willen eingesetzt, wie Paulus sagt: „Sooft ihr das Brot esset und den Kelch trinket, sollt ihr den Tod des Herrn verkündigen.“ Das folgt aber gar nicht aus der Figur des täglichen Opfers, daß die Messe sei ein solch Opfer, das ex opere operato Gott versöhne, oder das man für andere halten oder tun könne, ihnen Vergebung der Sünden zu erlangen.

Und wenn man iuge sacrificium oder das tägliche Opfer recht ansieht, so malet’s ab und bedeutet nicht allein die Zeremonien, sondern auch die Predigt des Evangelii. Denn im 4. Buch Mosis am 28. werden gesetzt drei Stücke, die zu demselben täglichen Opfer gehörten. Erstlich ward geopfert ein Lamm zu einem Brandopfer, und ward Wein darauf gegossen. Danach ward auch geopfert ein Kuchen, mit Semmelmehl und Öl gemenget. Das ganze Gesetz Mosis ist ein Schatten und Figure Christi und des Neuen Testaments, darum so wird Christus darin abgemalet. Das Lamm bedeutet den Tod Christi. Wein darauf gießen bedeutet, daß in aller Welt alle Gläubigen von den Lammes Blut besprengt werden durch das Evangelium, das ist, daß sie geheiligt werden; wie Petrus sagt 1 Pet. 12: „durch Heiligung des Geistes im Gehorsam und Besprengung des Blutes Jesu Christi“. Der Kuchen bedeutet das Anrufen und die Danksagung in aller Gläubigen Herzen. Wie nun in Alten Testament der Schatten ist und die Bedeutung Christi oder des Evangelii, also ist im Neuen Testament dasselbe Evangelium und die Wahrheit, welche durch die Figur bedeutet ist, zu suchen, und ist nicht erst in neure typus oder Figur zu suchen, das sie möchten oder wollten sacrificium nennen.

Darum, wiewohl die Messe oder Zeremonia im Abendmahl ein Gedächtnis ist des Todes Christi, so ist doch nicht die Zeremonia allein das iuge sacrificium oder tägliche Opfer, sondern das Gedächtnis des Todes Christi zusamt der Zeremonia ist das tägliche Opfer, das ist, die Predigt vom Glauben und Christo, welcher Glaube wahrlich glaubt, daß Gott durch den Tod Christi versöhnt sei. Zu demselben iuge sacrificio gehört auch die Frucht der Predigt, daß wir mit dem Blut Christi besprengt, das ist, geheiligt werden, daß der alte Adam getötet werde und der Geist zunehme; das ist das Gießen. Danach sollen wir auch danken und Gott loben und den Glauben mit Leiden und guten Werken bekennen; das ist durch Mehl und Öl bedeutet.

Also wenn der grobe pharisäische Irrtum von dem opere operato weggetan ist, findet sich, daß durch das iuge sacrificium bedeutet ist das geistliche Opfer und tägliche Opfer der Herzen; denn Paulus sagt: Im Alten Testament ist „der Schatten der künftigen Güter“, „der Leib aber“ und die Wahrheit „ist in Christo“, Kol. 2, 17. Das ist nun das Erkenntnis Christi und der Heilige Geist im Herzen, welcher eitel Danksagung und täglich geistliche Opfer im Herzen wirkt. Aus dem erscheint nun genug, daß das Gleichnis vom iuge sacrificio oder täglichen Opfer nichts wider uns ist, sondern vielmehr für uns. Denn wir haben klar angezeigt, daß alles, was zum täglichen Opfer im Gesetz Mosis gehört hat, muß ein wahr, herzlich Opfer, nicht opus operatum bedeuten. Der Widersacher Traum ist falsch, da sie wähnen wollen, es werde allein das schlechte, äußerliche Werk und Zeremonien bedeutet, so doch der Glaube im Herzen, das Predigen, Bekennen, Danksagen und herzliches Anrufen die rechten täglichen Opfer sind und das Beste an der Messe, sie nennen’s gleich Opfer oder anders.

Nun können alle gottesfürchtigen, frommen, ehrbaren, christlichen Leute leichtlich merken, daß der Widersacher Beschuldigung unrecht ist, da sie sagen, wir tun das iuge sacrificium ab. Die Erfahrung aber gibt’s, daß sie die rechten Antiochi sind, die als die wütenden Tyrannen mit eitel Kühnheit und Gewalt sich erzeigen in der Kirche, die unter einem Schein der Geistlichkeit zu sich ziehen alle Gewalt der Welt und fragen doch nichts nach dem Predigtamt, nach Christo oder dem Evangelio. Darüber hinaus unterstehen sie sich, neue Gottesdienste ihres Gefallens in der Kirche anzurichten und mit eitel Gewalt zu verfechten. Denn die Widersacher behalte allein die Zeremonie der Messe, den rechten Gebrauch aber der Messe lassen sie fahren und brauchen die Messe allein zum Geiz und schändlichen Jahrmarkt und erdichten danach, es sei ein Werk, das andern zugute komme, das andern Vergebung der Sünden, der Pein und Schuld verdiene. In ihren Predigten aber lehren sie nicht das Evangelium, sie trösten auch nicht die Gewissen, sie predigen auch nicht, daß die Sünden ohne Verdienst vergeben werden um Christus’ willen, sondern predigen vom Anrufen der Heiligen, von satisfactionibus, von Genugtuungen, von Menschensatzungen und sagen, daß dadurch die Leute vor Gott fromm werden. Und wiewohl derselben öffentlichen, gotteslästerlichen Mißbräuche viel sind, so wollen sie doch dieselben, dieweil sie Geld tragen, mit Gewalt erhalten. Und die gelehrtesten Prediger unter ihnen predigen verworrene philosophisch Quästionen und Fragen, welche weder sie selbst noch das Volk verstehen. Endlich, ob etliche unter ihnen sind nicht gar ungelehrt, so lehren sie doch eitel Gesetz und lehren von Christo oder vom Glauben gar nichts.

Apologie XXIV,33-43: Von der Messe (Was Opfer sei)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Dr. Martin Luther predigt wieder zur Passion: Gefangennahme (2)

Albrecht Dürer: “Gefangennahme Jesu” (Passion: 1510)

Hier der Link zur anderen Predigt Dr. Martin Luthers zur Historie der Passion unseres Herrn und Heilandes Christi Jesu: “Wie Christus im garten ist gefangen worden.” (Mt.26,47-50) Aufgezeichnet in WA 52,743-751.

Hier vorgelesen:

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Höret zu, alle Völker; merket auf, alle, die in dieser Zeit leben, einfache Leute und Herren, Reich und Arm, miteinander! (Psalm 49)

Mandelblüte in Gimmeldingen (Neustadt) an der deutschen Weinstraße (MRN-News.de)

Höret zu, alle Völker; merket auf, alle, die in dieser Zeit leben, 3 einfache Leute und Herren, Reich und Arm, miteinander! 4 Mein Mund soll Weisheit reden, und was mein Herz sagt, soll verständig sein. 5 Ich will einem Spruch mein Ohr neigen und mein Rätsel kundtun beim Klang der Harfe. 6 Warum sollte ich mich fürchten in bösen Tagen, wenn mich die Missetat meiner Widersacher umgibt, 7 die sich verlassen auf Hab und Gut und pochen auf ihren großen Reichtum? 8 Kann doch keiner einen andern auslösen oder für ihn an Gott ein Sühnegeld geben 9 – denn es kostet zu viel, ihr Leben auszulösen; er muss davon abstehen ewiglich –, 10 dass er immer weiterlebe und die Grube nicht sehe. 11 Denn man wird sehen: Auch die Weisen sterben, / so wie die Toren und Narren umkommen; sie müssen ihr Gut andern lassen. 12 Gräber sind ihre Häuser immerdar, ihre Wohnungen für und für, wenn sie auch ihre Namen ausrufen über Länder. 13 Der Mensch kann nicht bleiben in seiner Pracht, sondern muss davon wie das Vieh. 14 Dies ist der Weg derer, die so voll Torheit sind, und das Ende aller, denen ihr Reden so wohl gefällt. Sela. 15 Sie liegen im Totenreich wie Schafe, der Tod weidet sie, aber die Frommen werden am Morgen über sie herrschen; ihre Gestalt wird vom Totenreich verschlungen; sie hat keinen Bestand. 16 Aber Gott wird mich erlösen aus des Todes Gewalt; denn er nimmt mich auf. Sela. 17 Fürchte dich nicht, wenn einer reich wird, wenn die Herrlichkeit seines Hauses groß wird. 18 Denn er wird nichts bei seinem Sterben mitnehmen, und seine Herrlichkeit wird ihm nicht nachfahren. 19 Er freut sich wohl dieses guten Lebens, und man preist dich, wenn es dir gut geht. 20 Aber doch fahren sie ihren Vätern nach und sehen das Licht nimmermehr. 21 Der Mensch kann nicht bleiben in seiner Pracht, sondern muss davon wie das Vieh. 

Ein Psalm der Korachiter, vorzusingen, nach der Weise »Jugend« in der revidierten Übersetzung Dr. Martin Luthers 2017

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Reminiszere

Allmächtiger Gott, Du hast Deinen Sohn in die Hände der Menschen gegeben, die ihn getötet haben: Wir bitten Dich, vergib uns alles Widerstreben gegen Deine unbegreifliche Liebe und laß uns teilhaben an dem ewigen Heil, das Du der Welt geschenkt hast. Durch ihn unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

Gedenke, Herr, an Deine Barmherzigkeit und an Deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind. 

Psalm 25,6

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Wenn meine Sünd mich kränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie Du gestorben bist und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf Dich genommen hast.

O Wunder ohne Maßen, wer es betrachtet recht; es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht; es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod.

Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden, die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Höllen Qual und Glut.

Drum sag ich Dir von Herzen, jetzt und mein Leben lang, für Deine Pein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für Deine Not und Angstgeschrei, für Dein unschuldig Sterben, für Deine Lieb und Treu.

Herr, laß Dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es Dich gekostet, daß ich erlöset bin.

Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen; gib, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt und folge dem Exempel, das Du mir vorgestellt.

Laß mich an andern üben, was Du an mir getan; und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann, ohn Eigennutz und Heuchelschein und, wie Du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein.

Laß endlich Deine Wunden mich trösten kräftiglich, in meiner letzten Stunden und des versichern mich; weil ich auf Dein Verdienst nur trau, Du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau.

Justus Gesenius 1646 (LKG 137)

Fortlaufende Lese

Wenn dein Bruder neben dir verarmt und sich nicht mehr halten kann, so sollst du dich seiner annehmen wie eines Fremdlings oder Beisassen, dass er neben dir leben könne;  36 und du sollst nicht Zinsen von ihm nehmen noch Aufschlag, sondern sollst dich vor deinem Gott fürchten, dass dein Bruder neben dir leben könne.  37 Denn du sollst ihm dein Geld nicht auf Zinsen leihen noch Speise geben gegen Aufschlag.  38 Ich bin der HERR, euer Gott, der euch aus Ägyptenland geführt hat, um euch das Land Kanaan zu geben und euer Gott zu sein. 

39 Wenn dein Bruder neben dir verarmt und sich dir verkauft, so sollst du ihn nicht als Sklaven dienen lassen;  40 sondern wie ein Tagelöhner, wie ein Beisasse soll er bei dir sein und bis an das Erlassjahr bei dir dienen.  41 Dann soll er von dir frei ausgehen und seine Kinder mit ihm und soll zurückkehren zu seiner Sippe und wieder zum Besitz seiner Väter kommen.  42 Denn sie sind meine Knechte, die ich aus Ägyptenland geführt habe. Darum soll man sie nicht wie einen Sklaven verkaufen.  43 Du sollst nicht mit Gewalt über sie herrschen, sondern dich fürchten vor deinem Gott. 

3. Mose (Leviticus) 25,35-43

Morgenlese

ls er aber am Morgen wieder in die Stadt ging, hungerte ihn. 19 Und er sah einen Feigenbaum an dem Wege, ging hinzu und fand nichts daran als Blätter und sprach zu ihm: Nie mehr wachse Frucht auf dir in Ewigkeit! Und der Feigenbaum verdorrte sogleich. 20 Und als das die Jünger sahen, verwunderten sie sich und sprachen: Wie ist der Feigenbaum so plötzlich verdorrt? 21 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr solches nicht allein mit dem Feigenbaum tun, sondern, wenn ihr zu diesem Berge sagt: Heb dich und wirf dich ins Meer!, so wird’s geschehen. 22 Und alles, was ihr bittet im Gebet: so ihr glaubt, werdet ihr’s empfangen.

23 Und als er in den Tempel kam und lehrte, traten die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes zu ihm und sprachen: Aus welcher Vollmacht tust du das, und wer hat dir diese Macht gegeben? 24 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ich will euch auch eine Sache fragen; wenn ihr mir die sagt, will ich euch auch sagen, aus welcher Vollmacht ich das tue. 25 Woher war die Taufe des Johannes? War sie vom Himmel oder von den Menschen? Da bedachten sie’s bei sich selbst und sprachen: Sagen wir, sie war vom Himmel, so wird er zu uns sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? 26 Sagen wir aber, sie war von Menschen, so müssen wir uns vor dem Volk fürchten, denn sie halten alle Johannes für einen Propheten. 27 Und sie antworteten Jesus und sprachen: Wir wissen’s nicht. Da sprach er zu ihnen: So sage ich euch auch nicht, aus welcher Vollmacht ich das tue.

28 Was meint ihr aber? Es hatte ein Mann zwei Söhne und ging zu dem ersten und sprach: Mein Sohn, geh hin und arbeite heute im Weinberg. 29 Er antwortete aber und sprach: Ich will nicht. Danach aber reute es ihn, und er ging hin. 30 Und der Vater ging zum andern Sohn und sagte dasselbe. Der aber antwortete und sprach: Ja, Herr!, und ging nicht hin. 31 Wer von den beiden hat des Vaters Willen getan? Sie sprachen: Der erste. Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr. 32 Denn Johannes kam zu euch und wies euch den Weg der Gerechtigkeit, und ihr glaubtet ihm nicht; aber die Zöllner und Huren glaubten ihm. Und obwohl ihr’s saht, reute es euch nicht, sodass ihr ihm danach geglaubt hättet. 

Matthäus 21,18-32

Abendlese

 Und zu der Zeit, als der Knabe Samuel dem HERRN diente unter Eli, war des HERRN Wort selten, und es gab kaum noch Offenbarung. 2 Und es begab sich zur selben Zeit, dass Eli lag an seinem Ort, und seine Augen fingen an, schwach zu werden, sodass er nicht mehr sehen konnte. 3 Die Lampe Gottes war noch nicht verloschen. Und Samuel hatte sich gelegt im Tempel des HERRN, wo die Lade Gottes war. 4 Und der HERR rief Samuel. Er aber antwortete: Siehe, hier bin ich!, 5 und lief zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen; geh wieder hin und lege dich schlafen. Und er ging hin und legte sich schlafen. 6 Der HERR rief abermals: Samuel! Und Samuel stand auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen, mein Sohn; geh wieder hin und lege dich schlafen. 7 Aber Samuel kannte den HERRN noch nicht, und des HERRN Wort war ihm noch nicht offenbart. 8 Und der HERR rief Samuel wieder, zum dritten Mal. Und er stand auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der HERR den Knaben rief. 9 Und Eli sprach zu Samuel: Geh wieder hin und lege dich schlafen; und wenn du gerufen wirst, so sprich: Rede, HERR, denn dein Knecht hört. Samuel ging hin und legte sich an seinen Ort. 10 Da kam der HERR und trat herzu und rief wie vorher: Samuel, Samuel! Und Samuel sprach: Rede, denn dein Knecht hört.

1. Samuel 3,1-10

Bekenntnislese

Über dieses einige Sühnopfer, nämlich den Tod Christi, sind nun ander Opfer, die sind alle nur Dankopfer, als alles Leiden, Predigen, gute Werke der Heiligen. Dasselbe sind nicht solche Opfer, dadurch wir versöhnt werden, die man für ander tun könne, oder die da verdienen ex opere operato Vergebung der Sünden oder Versöhnung. Denn sie geschehen von denjenigen, so schon durch Christum versöhnt sind. Und solche Opfer sind unsere Opfer in Neuen Testament, wie Petrus der Apostel 1 Pet. 2 sagt: „Ihr seid ein heilig Priestertum, daß ihr opfert geistliche Opfer.“

Und im Neuen Testament gilt kein Opfer ex opere operato sine bono motu utentis, das ist, das Werk ohne einen guten Gedanken im Herzen. Denn Christus spricht Joh. am 4. : „Die rechten Anbeter werden den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit“, das ist, mit Herzen, mit herzlicher Furcht und herzlichem Glauben. Darum ist’s eitel teuflische, pharisäische und antichristliche Lehre und Gottesdienst, daß unsere Widersacher lehren, ihre Messe verdiene Vergebung der Schuld und Pein ex opere operato. Die Juden verstanden ihre Zeremonien auch nicht recht und meinten, sie wären vor Gott fromm, wenn sie die Werke getan hätten, ex opere operato. Dawider schreien die Propheten aufs allerernstlichste, damit sie die Leute von eigenen Werken auf die Zusage Gottes wiesen und sie zum Glauben und rechten Gottesdienst brächten. Also steht Jer. am 7.: „Ich habe nicht mit euren Vätern von Opfern geredet oder Brandopfern, da ich sie aus Ägyptenland führte, sondern dies Wort habe ich ihnen geboten: Höret meine Stimme, und ich will euer Gott sein“ usw. Was werden wohl die halsstarrigen Juden zu dieser Predigt und Lehre gesagt haben, die da ganz öffentlich wider das Gesetz und Mose scheint? Denn es war je öffentlich, daß Gott den Vätern von Opfern geboten hatte, das konnte Jeremias nicht leugnen. Jeremias aber verdammt ihren Irrtum von den Opfern, von welchen kein Gottesbefehl war, nämlich daß sie meinten, daß die Opfer ex opere operato Gott versöhnten und gefielen. Darum setzt Jeremias das dazu vom Glauben, das Gott geboten hat: Hört mich, das ist, glaubt mir, daß ich eure Gott bin, daß ich euch erhalte, mich euer erbarme, euch alle Stunden helfe, und bedarf eurer Opfer nicht; glaubt, daß ich euer Gott bin, der euch gerecht macht und heilig, nicht um eures Verdienstes willen, sondern um meiner Zusage willen; darum sollt ihr von mir allen Trost und Hilfe erwarten.

Auch so verwirft die heidnische Opinion vom opere operato der 50. Psalm, da er sagt: „Meinest du, daß ich Ochsenfleisch essen wolle oder Bocksblut trinken? Rufe mich an in der Zeit der Not“ usw. Da wird das opus operatum verworfen und sagt: „Rufe mich an!“ Da zeigt er den höchsten Gottesdienst an, wenn wir ihn von Herzen anrufen.

Item im 40. Psalm: „Du hast keine Lust am Opfer und Speisopfer; aber die Ohren hast du mir aufgetan“, das ist, du hast mir ein Wort gegeben, das ich hören soll, und forderst, daß ich deinem Wort glauben soll und deinen Zusagen, daß du mir helfen willst. Item Ps. 51: „Du hast nicht Lust zum Opfer, ich gäbe dir es sonst“ usw. : „Die Opfer Gottes sind ein zerbrochener Geist“ usw. Item im 4. Psalm: „Opfert Opfer der Gerechtigkeit und hoffet auf den Herrn.“ Da befiehlt er, daß wir sollen auf den Herrn hoffen, und nennt das ein recht Opfer. Da zeigt er an, daß die andern nicht rechte Opfer seien usw. Item Ps. 116: „Dir will ich Dankopfer opfern und es Herrn Namen anrufen“ usw.

Und die ganze Schrift ist voll solcher Sprüche, die da anzeigen, daß kein Opfer, kein Werk ex opere operato Gott versöhnt. Darum lehrt sie, daß im Neuen Testament die Opfer des Gesetzes Mosis abgetan seien, und seien eitel reine Opfer, ohne Makel, nämlich der Glaube gegen Gott, Danksagung, Gottes Lob, Predigt des Evangelii, Kreuz und Leiden der Heiligen und dergleichen.

Und von diesen Opfern redet Maleachi, da er sagt: „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang ist mein Name groß unter den Heiden, und an allen Orten soll meinem Namen geopfert werden ein rein Opfer.“ Denselben Spruch deuten die Widersacher fälschlich und närrisch, von der Messe zu verstehen, und ziehen die alten Väter an. Es ist aber da bald geantwortet: Wenngleich Maleachi von der Messe redet, als er nicht tut, so folgt doch daraus nicht, daß die Messe ex opere operato uns vor Gott fromm mache, oder daß man Messe könne halten für andere, denselben Vergebung der Sünden zu erlangen. Der keines sagt der Prophet, sondern die Sophisten und Mönche erdichten’s unverschämt aus ihrem eigenen Hirn. Die Worte aber des Propheten bringen selbst den rechten Verstand mit. Denn erst sagt der Prophet, es solle der Name des Herrn groß werden; das geschieht durch die Predigt des Evangelii. Denn durch dieselbe wird der Name Christi bekannt, und wird bekannt die Gnade, in Christo verheißen. Durch die Predigt aber des Evangelii kommen die Leute zum Glauben; die rufen dann Gott recht an, die danken Gott, die leiden um Gottes willen Verfolgung, die tun gute Werke. Darum nennt’s der Prophet das reinen Opfer, nicht die Zeremonie der Messe allein ex opere operato, sondern alle geistlichen Opfer, durch welche Gottes Name groß wird. Nämlich ein rein, heilig Opfer ist die Predigt des Evangelii, der Glaube, Anrufen, Gebet, das Evangelium und Christum vor der Welt bekennen usw. 

Apologie XXIV, 25-32: Von der Messe (Was Opfer sei)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Entrüste dich nicht über die Bösen, sei nicht neidisch auf die Übeltäter. (Psalm 37)

St. Giles (Edinburgh)

Entrüste dich nicht über die Bösen, sei nicht neidisch auf die Übeltäter. 2 Denn wie das Gras werden sie bald verdorren, und wie das grüne Kraut werden sie verwelken. 3 Hoffe auf den HERRN und tue Gutes, bleibe im Lande und nähre dich redlich. 4 Habe deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünscht. 5 Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohlmachen 6 und wird deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag. 7 Sei stille dem HERRN und warte auf ihn. Entrüste dich nicht über den, dem es gut geht, der seinen Mutwillen treibt. 8 Steh ab vom Zorn und lass den Grimm, entrüste dich nicht, dass du nicht Unrecht tust. 9 Denn die Bösen werden ausgerottet; die aber des HERRN harren, werden das Land erben. 10 Noch eine kleine Zeit, so ist der Gottlose nicht mehr da; und wenn du nach seiner Stätte siehst, ist er weg. 11 Aber die Elenden werden das Land erben und ihre Freude haben an großem Frieden. 12 Der Frevler droht dem Gerechten und knirscht mit seinen Zähnen wider ihn. 13 Aber der Herr lacht seiner; denn er sieht, dass sein Tag kommt. 14 Die Frevler ziehen das Schwert und spannen ihren Bogen, dass sie fällen den Elenden und Armen und morden die Frommen. 15 Aber ihr Schwert wird in ihr eigenes Herz dringen, und ihr Bogen wird zerbrechen. 16 Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als der Überfluss vieler Frevler. 17 Denn die Arme der Frevler werden zerbrechen, aber der HERR erhält die Gerechten. 18 Der HERR kennt die Tage der Frommen, und ihr Erbe wird ewiglich bleiben. 19 Sie werden nicht zuschanden in böser Zeit, und in den Tagen des Hungers werden sie satt werden. 20 Denn die Frevler werden umkommen; und die Feinde des HERRN, wenn sie auch sind wie prächtige Auen, werden sie doch vergehen, wie der Rauch vergeht. 21 Der Frevler muss borgen und bezahlt nicht, aber der Gerechte ist barmherzig und gibt. 22 Denn die Gesegneten des Herrn erben das Land; aber die er verflucht, werden ausgerottet. 23 Von dem HERRN kommt es, wenn eines Mannes Schritte fest werden, und er hat Gefallen an seinem Wege. 24 Fällt er, so stürzt er doch nicht; denn der HERR hält ihn fest an der Hand. 

Ein Psalm Davids in der revidierten Übersetzung Dr. Martin Luthers 2017

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Reminiszere

Allmächtiger Gott, Du hast Deinen Sohn in die Hände der Menschen gegeben, die ihn getötet haben: Wir bitten Dich, vergib uns alles Widerstreben gegen Deine unbegreifliche Liebe und laß uns teilhaben an dem ewigen Heil, das Du der Welt geschenkt hast. Durch ihn unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

Gedenke, Herr, an Deine Barmherzigkeit und an Deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind. 

Psalm 25,6

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Fünf Brünnlein sind, daraus mir rinnt Fried, Freud, Heil, Trost und Leben; in Angst und Not bis in der Tod mir solche Labsal geben.

Der Quell Du bist, Herr Jesu Christ, die Brünnlein Deine Wunden, daraus ich mich lab inniglich in heißen Kreuzesstunden.

O Gotteslamm, o Liebesflamm, o meiner Seelen Freude! Nimm hin die Sünd, das Herz entzünd, daß mich von Dir nichts scheide.

So werde ich recht seliglich den Lebenslauf vollbringen, und fröhlich hier, o Gott, mit Dir
das Consummatum (Consummatum est heißt “Es ist vollbracht!”) singen.

Breslau 1644 (LKG 136)

Fortlaufende Lese

Und der HERR sprach zu Mose auf dem Berge Sinai:  2 Rede mit den Israeliten und sprich zu ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch geben werde, so soll das Land dem HERRN einen Sabbat feiern.  3 Sechs Jahre sollst du dein Feld besäen und sechs Jahre deinen Weinberg beschneiden und die Früchte einsammeln,  4 aber im siebenten Jahr soll das Land dem HERRN einen feierlichen Sabbat halten; da sollst du dein Feld nicht besäen noch deinen Weinberg beschneiden.  5 Was von selber nach deiner Ernte wächst, sollst du nicht ernten, und die Trauben, die ohne deine Arbeit wachsen, sollst du nicht lesen; ein Sabbatjahr des Landes soll es sein.  6 Was das Land während seines Sabbats trägt, davon sollt ihr essen, du und dein Knecht und deine Magd, dein Tagelöhner und dein Beisasse, die bei dir weilen,  7 dein Vieh und das Wild in deinem Lande; all sein Ertrag soll zur Nahrung dienen.  8 Und du sollst zählen sieben Sabbatjahre, siebenmal sieben Jahre, dass die Zeit der sieben Sabbatjahre neunundvierzig Jahre mache.  9 Da sollst du die Posaune blasen lassen durch euer ganzes Land am zehnten Tage des siebenten Monats, am Versöhnungstag.  10 Und ihr sollt das fünfzigste Jahr heiligen und sollt eine Freilassung ausrufen im Lande für alle, die darin wohnen; es soll ein Erlassjahr für euch sein. Da soll ein jeder bei euch wieder zu seinem Besitz und zu seiner Sippe kommen.  11 Als Erlassjahr soll das fünfzigste Jahr euch gelten. Ihr sollt nicht säen und, was von selber wächst, nicht ernten, auch, was ohne Arbeit wächst, im Weinberg nicht lesen;  12 denn das Erlassjahr soll euch heilig sein; vom Felde weg dürft ihr essen, was es trägt. 

3. Mose (Leviticus) 25,1-12

Morgenlese

Es erhoben sich aber der Hohepriester und alle, die mit ihm waren, nämlich die Gruppe der Sadduzäer, von Eifer erfüllt, 18 und legten Hand an die Apostel und warfen sie in das öffentliche Gefängnis. 19 Aber der Engel des Herrn tat in der Nacht die Türen des Gefängnisses auf und führte sie heraus und sprach: 20 Geht hin und tretet im Tempel auf und redet zum Volk alle Worte dieses Lebens. 21 Als sie das gehört hatten, gingen sie frühmorgens in den Tempel und lehrten. Der Hohepriester aber und die mit ihm waren, kamen und riefen den Hohen Rat und alle Ältesten in Israel zusammen und sandten hin zum Gefängnis, sie zu holen. 22 Die Diener gingen hin und fanden sie nicht im Gefängnis, kamen zurück und berichteten: 23 Das Gefängnis fanden wir sicher verschlossen und die Wächter vor den Türen stehen; aber als wir öffneten, fanden wir niemanden darin. 24 Als der Hauptmann des Tempels und die Hohenpriester diese Worte hörten, wurden sie ratlos und wussten nicht, was das noch werden sollte. 25 Da kam jemand, der berichtete ihnen: Siehe, die Männer, die ihr ins Gefängnis geworfen habt, stehen im Tempel und lehren das Volk. 26 Da ging der Hauptmann mit den Dienern hin und holte sie, doch nicht mit Gewalt; denn sie fürchteten sich vor dem Volk, dass sie gesteinigt würden. 27 Und sie brachten sie und stellten sie vor den Hohen Rat. Und der Hohepriester fragte sie 28 und sprach: Haben wir euch nicht streng geboten, in diesem Namen nicht zu lehren? Und seht, ihr habt Jerusalem erfüllt mit eurer Lehre und wollt das Blut dieses Menschen über uns bringen. 29 Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. 

Apostelgeschichte 5,17-29

Abendlese

HERR, du hast mich überredet und ich habe mich überreden lassen. Du bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen; aber ich bin darüber zum Spott geworden täglich, und jedermann verlacht mich. 8 Denn sooft ich rede, muss ich schreien; »Frevel und Gewalt!« muss ich rufen. Denn des HERRN Wort ist mir zu Hohn und Spott geworden täglich. 9 Da dachte ich: Ich will seiner nicht mehr gedenken und nicht mehr in seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer, verschlossen in meinen Gebeinen. Ich mühte mich, es zu ertragen, aber konnte es nicht. 10 Denn ich höre, wie viele heimlich reden: »Schrecken ist um und um!« »Verklagt ihn!« »Wir wollen ihn verklagen!« Alle meine Freunde und Gesellen lauern, ob ich nicht falle: »Vielleicht lässt er sich überlisten, dass wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen.« 11 Aber der HERR ist bei mir wie ein starker Held, darum werden meine Verfolger fallen und nicht gewinnen. Sie müssen ganz zuschanden werden, weil es ihnen nicht gelingt. Ewig wird ihre Schande sein und nie vergessen werden.

Jeremia 20,7-11

Bekenntnislese

Und dieses wäre eben genug von der ganzen Sache. Denn kein Vernünftiger oder Verständiger wird die pharisäische oder heidnische Heuchelei und den großen Mißbrauch vom opere operato loben mögen. Und ist doch derselbe Irrtum in aller Welt eingerissen. Daher hat man so viele, unzählige Messen in aller Welt, in allen Stiften, Klöstern, Kirchen, Klausen, in allen Winkeln gestiftet. Denn dazu werden Messen um Geld gehalten, Gottes Zorn zu versöhnen, durch das Werk Vergebung der Sünden, Erlösung von Pein und Schuld zu erlange, die Toten aus dem Fegefeuer zu erlösen, Gesundheit, Reichtum, Glück und Wohlfahrt in Hantierung zu erlangen usw. Die heuchlerische, pharisäische Opinion haben die Mönche und Sophisten in die Kirche gepflanzt.

Wiewohl nun der Irrtum vom Mißbrauch der Messe genugsam widerlegt ist dadurch, daß man nicht durch unser Werk, sondern durch den Glauben an Christum Vergebung der Sünden erlangt, doch, dieweil die Widersacher viele Sprüche der Schrift ganz ungeschickt einführen, ihren Irrtum zu verteidigen, wollen wir etwas mehr hier noch dazusetzen. Die Widersacher reden in ihrer Konfutation viel vom Opfer, so wir doch in unserer Konfession das Wort sacrificium mit Fleiß gemieden haben um ungewissen Verstandes willen, sondern haben ihren höchsten Mißbrauch mit klaren Worten ausgedrückt, den sie unter dem Namen sacrificium meinen und treiben. Daß wir nun die Sprüche, so sie unrecht und fälschlich eingeführt, verlegen mögen, müssen wir erst sagen, was das Wort sacrificium oder Opfer heißt. Sie haben zehn ganze Jahre viele Bücher geschrieben, daß die Messe ein Opfer sei, und ihrer keiner hat noch nie definiert, was Opfer sei oder nicht sei. Sie suchen allein das Vokabel oder Wort sacrificium wo sie es finden inconcordantiis der Biblien, und dehnen es hierher, es reime sich oder nicht. Also tun sie auch in der alten Väter Büchern; danach erdichten sie ihre Träume dazu, gleich als müsse sacrificum heißen, was sie wollen. Was Opfer sei oder nicht sei, und wie mancherlei Opfer.

Und damit man nicht blind in die Sache falle, müssen wir erstlich Unterschied anzeigen, was Opfer und was nicht Opfer sei, und dies ist nützlich und gut allen Christen zu wissen. Die Theologen pflegen recht zu unterscheiden sacrificium und sacramentum, Opfer und Sakrament. Nun, das genus wollen wir lassen sein ceremonia oder heilig Werk. Sacramentum ist eine ceremonia oder äußerlich Zeichen oder ein Werk, dadurch uns Gott gibt dasjenige, so die göttlich Verheißung, welche derselben Zeremonien angeheftet ist, anbietet. Als, die Taufe ist eine Zeremonie und ein Werk, nicht das wir Gott geben oder anbieten, sondern in welchem uns Gott gibt und anbietet, in welchem uns Gott tauft oder der Diener an Gottes Statt. Da bietet uns Gott an und gibt uns Vergebung der Sünden nach seiner Verheißung: „Wer da glaubet und getauft wird, der soll selig werden.“: Wiederum, sacrificium oder Opfer ist eine ceremonia oder ein Werk, das wir Gott geben, damit wir ihn ehren.

Es ist aber vornehmlich zweierlei Opfer und nicht mehr, darunter alle andern Opfer begriffen sind. Für eins ist ein Versöhnopfer, dadurch genuggetan wird für Pein und Schuld, Gottes Zorn gestillt und versöhnt und Vergebung der Sünder für ander erlangt. Zum andern ist ein Dankopfer, dadurch nicht Vergebung der Sünden oder Versöhnung erlangt wird, sondern es geschieht von den jenigen, welche schon versöhnt sind, daß sie für die erlangte Vergebung der Sünden und andere Gnaden und Gaben Dank sagen.

Dieser zweierlei Opfer muß man mit Fleiß wahrnehmen in diesem Handel und in vielen andern Disputationen gar wohl darauf sehen, daß man diese zwei nicht ineinandermenge. Und diese unterschiedliche Teilung hat wohl starke Beweisung aus der Epistel zu den Hebräern und an vielen Orten in der Schrift. Und alle Opfer in Gesetz Mosis, wie mancherlei die sind, können unter diese zweierlei Opfer als unter ihre genera beschlossen und begriffen werden. Denn etliche Opfer im Gesetz Mosis werden genannt Sühnopfer oder Opfer für die Sünden um der Bedeutung willen, nicht daß Vergebung der Sünden dadurch verdient wird vor Gott, sondern daß es äußerliche Versöhnungen waren um der Bedeutung willen: denn diejenigen, für welche sie geschahen, wurden durch solche Opfer versöhnt, daß sie nicht aus dem Volk Israel verstoßen würden. Darum waren es genannt Sühnopfer; die andern Opfer aber waren Dankopfer.

Also sind im Gesetz wohl Bedeutungen gewesen des rechten Opfers, aber es ist allein ein einziges wahrhaftiges Sühnopfer, Opfer für die Sünden, in der Welt gewesen, nämlich der Tod Christi, wie die Epistel zu den Hebräern sagt: „Es ist unmöglich gewesen, daß der Ochsen und Böcke Blut sollte Sünden wegnehmen.“ Und bald hernach steht von dem Gehorsam und Willen Christi: „In welchem Willen wir geheiliget sind durch das Opfern des Leibes Jesu Christi einmal“ usw. Und Jesaias der Prophet hat auch zuvor das Gesetz Mosis ausgelegt und zeigt an, daß der Tod Christi die Bezahlung für die Sünden ist und nicht die Opfer im Gesetz, da er von Christo sagt: „Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Samen haben und in die Länge leben.“ Denn der Prophet hat das Wort: „Schuldopfer“ auf Christus’ Tod gezogen, anzuzeigen, daß die Schuldopfer im Gesetz nicht das rechte Opfer wären, die Sünden zu bezahlen, sondern es müßte ein ander Opfer kommen, nämlich Christus’ Tod, dadurch Gottes Zorn sollte versöhnt werden. Item, die Schuldopfer im Gesetz mußten aufhören, da das Evangelium geoffenbart und das rechte Opfer ausgerichtet ward. Darum sind es nicht rechte Versöhnungen vor Gott gewesen, denn sie haben fallen müssen, und hat ein anderes müssen kommen. Derhalben sind es allein Bedeutungen und Vorbilder der rechten Versöhnung gewesen. Darum bleibt dieses feststehen, daß nur ein einig Opfer gewesen ist, nämlich der Tod Christi, das für andere sollte appliziert werden, Gottes Zorn zu versöhnen.

Apologie XXIV,13-24 (Von der Messen: Was Opfer sei)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Herzlich lieb habe ich dich, HERR, meine Stärke! 

Christuskirche in Lachendorf, Niedersachsen

Von David, dem Knecht des HERRN, der zum HERRN die Worte dieses Liedes redete, als ihn der HERR errettet hatte von der Hand aller seiner Feinde und von der Hand Sauls; vorzusingen. 2 Und er sprach: Herzlich lieb habe ich dich, HERR, meine Stärke! 3 HERR, mein Fels, meine Burg, mein Erretter; mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz! 4 Ich rufe an den HERRN, den Hochgelobten, so werde ich vor meinen Feinden errettet. 5 Es umfingen mich des Todes Bande, und die Fluten des Verderbens erschreckten mich. 6 Des Totenreichs Bande umfingen mich, und des Todes Stricke überwältigten mich. 7 Als mir angst war, rief ich den HERRN an und schrie zu meinem Gott. Da erhörte er meine Stimme von seinem Tempel, und mein Schreien kam vor ihn zu seinen Ohren. 8 Die Erde bebte und wankte, und die Grundfesten der Berge bewegten sich und bebten, da er zornig war. 9 Rauch stieg auf von seiner Nase / und verzehrend Feuer aus seinem Munde; Flammen sprühten von ihm aus. 10 Er neigte den Himmel und fuhr herab, und Dunkel war unter seinen Füßen. 11 Und er fuhr auf dem Cherub und flog daher, er schwebte auf den Fittichen des Windes. 12 Er machte Finsternis ringsum zu seinem Zelt, dunkle Wasser, dichte Wolken. 13 Aus dem Glanz vor ihm zogen seine Wolken dahin mit Hagel und Blitzen. 14 Der HERR donnerte im Himmel, und der Höchste ließ seine Stimme erschallen mit Hagel und Blitzen. 15 Er schoss seine Pfeile und zerstreute die Feinde, sandte Blitze in Menge und erschreckte sie. 16 Da sah man die Tiefen der Wasser, und des Erdbodens Grund ward aufgedeckt vor deinem Schelten, HERR, vor dem Odem und Schnauben deines Zorns. 17 Er streckte seine Hand aus von der Höhe und fasste mich und zog mich aus großen Wassern. 18 Er errettete mich von meinen starken Feinden, von meinen Hassern, die mir zu mächtig waren; 19 sie überwältigten mich zur Zeit meines Unglücks; aber der HERR ward meine Zuversicht. 20 Er führte mich hinaus ins Weite, er riss mich heraus; denn er hatte Lust zu mir. 21 Der HERR tut wohl an mir nach meiner Gerechtigkeit, er vergilt mir nach der Reinheit meiner Hände. 22 Denn ich halte die Wege des HERRN und bin nicht gottlos wider meinen Gott. 23 Denn alle seine Rechte hab ich vor Augen, und seine Gebote werfe ich nicht von mir, 24 sondern ich bin ohne Tadel vor ihm und hüte mich vor Schuld. 25 Darum vergilt mir der HERR nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen. 26 Gegen die Heiligen bist du heilig, und gegen die Treuen bist du treu, 27 gegen die Reinen bist du rein, und gegen die Verkehrten bist du verkehrt. 28 Denn du hilfst dem elenden Volk, aber stolze Augen erniedrigst du. 29 Ja, du machst hell meine Leuchte, der HERR, mein Gott, macht meine Finsternis licht. 30 Denn mit dir kann ich Wälle erstürmen und mit meinem Gott über Mauern springen. 31 Gottes Weg ist vollkommen, / das Wort des HERRN ist durchläutert. Er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen. 32 Denn wo ist ein Gott außer dem HERRN oder ein Fels außer unserm Gott? 33 Gott rüstet mich mit Kraft und macht meinen Weg ohne Tadel. 34 Er macht meine Füße gleich den Hirschen und stellt mich auf meine Höhen. 35 Er lehrt meine Hände streiten und meinen Arm den ehernen Bogen spannen. 36 Du gibst mir den Schild deines Heils, / und deine Rechte stärkt mich, und deine Huld macht mich groß.[1] 37 Du gibst meinen Schritten weiten Raum, dass meine Knöchel nicht wanken. 38 Ich will meinen Feinden nachjagen und sie ergreifen und nicht umkehren, bis ich sie umgebracht habe. 39 Ich will sie zerschmettern; sie sollen sich nicht mehr erheben; sie müssen unter meine Füße fallen. 40 Du rüstest mich mit Stärke zum Streit; du wirfst unter mich, die sich gegen mich erheben. 41 Du treibst meine Feinde in die Flucht, dass ich vernichte, die mich hassen. 42 Sie rufen – aber da ist kein Helfer – zum HERRN, aber er antwortet ihnen nicht. 43 Ich will sie zerstoßen zu Staub vor dem Winde, ich werfe sie weg wie Unrat auf die Gassen. 44 Du hilfst mir aus dem Streit des Volkes / und machst mich zum Haupt über die Völker; ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir. 45 Es gehorcht mir mit gehorsamen Ohren; Söhne der Fremde müssen mir schmeicheln. 46 Die Söhne der Fremde verschmachten und kommen mit Zittern aus ihren Burgen. 47 Der HERR lebt! Gelobt sei mein Fels! Der Gott meines Heils sei hoch erhoben, 48 der Gott, der mir Vergeltung schafft und zwingt die Völker unter mich, 49 der mich errettet von meinen Feinden. / Du erhöhst mich über die, die sich gegen mich erheben; du hilfst mir vor dem Gewalttäter. 50 Darum will ich dir danken, HERR, unter den Völkern und deinem Namen lobsingen, 51 der seinem Könige großes Heil erweist / und wohltut seinem Gesalbten, David, und seinem Samen ewiglich. 

Psalm 18

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Reminiszere

Allmächtiger Gott, Du hast Deinen Sohn in die Hände der Menschen gegeben, die ihn getötet haben: Wir bitten Dich, vergib uns alles Widerstreben gegen Deine unbegreifliche Liebe und laß uns teilhaben an dem ewigen Heil, das Du der Welt geschenkt hast. Durch ihn unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

Gedenke, Herr, an Deine Barmherzigkeit und an Deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind. 

Psalm 25,6

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Herzliebster Jesu, was hast Du verbrochen, dass man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld, in was für Missetaten, bist Du geraten?

Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angesicht geschlagen und verhöhnet, Du wirst mit Essig und mit Gall getränket, ans Kreuz gehenket.

Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben Dich geschlagen; ich, mein Herr Jesu, habe dies verschuldet, was Du erduldet.

Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe, die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte.

Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt, der Böse lebt, der wider Gott gehandelt; der Mensch verdient den Tod und ist entgangen, Gott wird gefangen.

Ich war von Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu dem Scheitel war nichts Guts zu finden; dafür hätt ich dort in der Höllen müssen ewiglich büßen.

O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden und Du mußt leiden.

Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten? Keins Menschen Herz vermag es auszudenken, was Dir zu schenken.

Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch Dein Erbarmung zu vergleichen; wie kann ich Dir denn Deine Liebestaten im Werk erstatten?

Doch ist noch etwas, das Dir angenehme: wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neu mein Herze nicht entzünden mit alten Sünden.

Weils aber nicht besteht in eigenen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften, so gib mir Deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe.

Alsdann so werd ich Deine Huld betrachten, aus Lieb zu Dir die Welt für nichtes achten; bemühen werd ich mich, Herr, Deinen Willen, stets zu erfüllen.

Ich werde Dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach und Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen.#

Dies alles, obs für schlecht zwar ist zu schätzen, wirst Du es doch nicht gar beiseite setzen; zu Gnaden wirst Du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen.

Wann, o Herr Jesu, dort vor Deinem Throne, wird stehn auf meinem Haupt die Ehrenkrone, da will ich Dir, wenn alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen.

Johann Heermann 1630 (LKG 135)

Fortlaufende Lese

Ihr sollt euch nicht den Totenbeschwörern und Wahrsagern zuwenden, dass ihr nicht durch sie unrein werdet; ich bin der HERR, euer Gott.  32 Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren und sollst dich fürchten vor deinem Gott; ich bin der HERR.  33 Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken.  34 Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland. Ich bin der HERR, euer Gott.  35 Ihr sollt nicht unrecht handeln im Gericht, mit der Elle, mit Gewicht, mit Maß.  36 Rechte Waage, rechtes Gewicht, rechter Scheffel und rechtes Maß sollen bei euch sein; ich bin der HERR, euer Gott, der euch aus Ägyptenland geführt hat,  37 dass ihr alle meine Satzungen und alle meine Rechte haltet und tut; ich bin der HERR. 

3. Mose 19,31-37

Morgenlese

Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen wurde, an einen Ort zu ziehen, den er erben sollte; und er zog aus und wusste nicht, wo er hinkäme. 9 Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen im Land der Verheißung wie in einem fremden Land und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung. 10 Denn er wartete auf die Stadt, die einen festen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. 11 Durch den Glauben empfing auch Sara, die unfruchtbar war, Kraft, Nachkommen hervorzubringen trotz ihres Alters; denn sie hielt den für treu, der es verheißen hatte. 12 Darum sind auch von dem einen, dessen Kraft schon erstorben war, so viele gezeugt worden wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Ufer des Meeres, der unzählig ist. 13 Diese alle sind gestorben im Glauben und haben die Verheißungen nicht ergriffen, sondern sie nur von ferne gesehen und gegrüßt und haben bekannt, dass sie Gäste und Fremdlinge auf Erden sind. 14 Wenn sie aber solches sagen, geben sie zu verstehen, dass sie ein Vaterland suchen. 15 Und wenn sie das Land gemeint hätten, von dem sie ausgezogen waren, hätten sie ja Zeit gehabt, wieder umzukehren. 16 Nun aber streben sie zu einem besseren Land, nämlich dem himmlischen. Darum schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott zu heißen; denn er hat ihnen eine Stadt gebaut. 17 Durch den Glauben hat Abraham den Isaak dargebracht, als er versucht wurde, und gab den einzigen Sohn dahin, als er schon die Verheißungen empfangen hatte, 18 von dem gesagt worden war: »Nach Isaak wird dein Geschlecht genannt werden.« 19 Er dachte: Gott kann auch von den Toten erwecken; als ein Gleichnis dafür bekam er ihn auch wieder.

Hebräer 11,8-19

Abendlese

Aber mitten im Fest ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte. 15 Und die Juden verwunderten sich und sprachen: Wie kennt dieser die Schrift, wenn er es doch nicht gelernt hat? 16 Jesus antwortete ihnen und sprach: Meine Lehre ist nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat. 17 Wenn jemand dessen Willen tun will, wird er innewerden, ob diese Lehre von Gott ist oder ob ich aus mir selbst rede. 18 Wer aus sich selbst redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und keine Ungerechtigkeit ist in ihm. 

Johannes 7,14-18

Bekenntnislese

Erstlich müssen wir abermals dies hier zum Eingange sagen, daß wir die Messe nicht abtun. Denn alle Sonntage und Feste werden in unsern Kirchen Messen gehalten, dabei das Sakrament gereicht wird denjenigen, die es begehren, doch also, daß sie erst verhört und absolviert werden. So werden auch christliche Zeremonien gehalten mit Lesen, mit Gesängen, Gebeten und dergleichen usw.

Die Widersacher machen ein groß Geschwätz von der lateinischen Messe und reden ganz ungeschickt und kindisch davon, wie auch ein Ungelehrter, der Latein nicht verstehe, groß verdiene mit Messehören im Glauben der Kirche. Da erdichten sie ihnen selbst, daß das schlechte Werk des Messehörens ein Gottesdienst sei, welcher auch dann nütze sei, wenn ich kein Wort höre oder verstehe. Das will ich nicht hier dermaßen herausstreichen, wie es wert wäre. Wir wollen verständige Leute hier richten lassen. Wir gedenken des darum, daß wir anzeigen, daß bei uns die lateinische Messe, Lektionen und Gebete auch gehalten werden.

So aber die Zeremonien sollen darum gehalten werden, daß die Leute die Schrift und Gottes Wort lernen und dadurch zu Gottesfurcht kommen und Trost erlangen und also recht beten, denn darum sind Zeremonien eingesetzt: so behalten wir das Latein um derer willen, die Lateinisch können, und lassen daneben deutsche christliche Gesänge gehen, damit das gemeine Volk auch etwas lerne und zu Gottesfurcht und Erkenntnis unterrichtet werde. Der Brauch ist allezeit für löblich gehalten in der Kirche. Denn wiewohl an etlichen Orten mehr, an etlichen Orten weniger deutsche Gesänge gesungen werden, so hat doch in allen Kirchen je etwas das Volk deutsch gesungen; darum ist’s so neu nicht. Wo steht aber diese pharisäische Lehre geschrieben, daß Messehören ohne Verstand, ex opere operato, verdienstlich und seliglich sei? Schämt euch ins Herz, ihr Sophisten, mit solchen Träumen!

Daß wir aber nicht Privatmessen, sondern allein einen öffentliche Messe, wenn das Volk mit kommuniziert, halte, das ist nicht wider die gemeine christlich Kirche. Denn in der griechischen Kirche werden auf diesen Tag keine Privatmessen gehalten, sondern allein eine Messe, und dasselbe auf die Sonntage und hohen Feste. Das ist alles eine Anzeigung des alten Brauchs der Kirche. Denn die Lehrer, so vor der Zeit St. Gregorius’ gewesen, gedenken an keinem Ort der Privatmessen. Wie aber die einzelnen Messen oder Privatmessen einen Anfang gehabt, lassen wir jetzund anstehen. Das ist gewiß, da die Bettelorden und Mönche also überhandgenommen, sind die Messen aus den falschen Lehren derselben also täglich mehr und mehr gestiftet und eingerissen um Geldes und Geizen willen, also daß die Theologen selbst darüber allezeit geklagt haben. Und wiewohl St. Franziskus aus rechter, guter Meinung hat dem Dinge wollen zuvorkommen und hat geordnet den Seinen, daß ein jeglich Kloster täglich mit einer gemeinen Messe sollte zufrieden sein, dasselbe nützliche Statut ist hernach durch Heuchelei oder um Geldes willen geändert. Also verändern sie die Ordnung der alten Väter, wann und wo es sie gelüstet, wenn es ihnen in die Küche trägt, und sagen uns danach, man müsse der alten Väter Ordnung heiliglich halten. Epiphanius schreibt, daß in Asia alle Wochen communio dreimal gehalten sei, und man habe nicht täglich Messe gehalten, und sagt, der Brauch sei von den Aposteln also hergekommen.

Wiewohl nun die Widersacher an diesem Ort viele Worte und Sprüche ineinandergekocht haben, da sie mit beweisen wollen, daß die Messe ein Opfer sei, so ist doch das große Geschrei mit dieser einzigen Antwort bald gestillt, und ist ihnen das Maul bald gestopft, wenn wir sagen: die Sprüche, die Argumente, Gründe und alles, was vorgebracht ist, beweisen nicht, daß die Messen ex opere operato dem Priester oder andern, für die, so sie appliziert werden, verdienen Vergebung der Sünden, Erlassung der Pein und Schuld. Diese einzige, klare Antwort stößt über einen Haufen zu Boden alles, was die Widersacher vorbringen nicht allein in der Konfutation, sondern in allen ihren Büchern und Schriften, welche sie von der Messe geschrieben haben.

Und das ist die Hauptfrage in dieser ganzen Sache, davon wollen wir einen jeden christlichen Leser verwarnt haben, daß er den Widersachern genau darauf sehe, ob sie auch bei der Hauptfrage bleiben. Denn sie pflegen aus der Hauptsache viel vergebliche, ungereimte Umschweife zu machen. Denn wenn man gleich und ungewankt bei der Hauptfrage bleibt und nichts Fremdes einmengt, da ist desto leichter zu urteilen auf beiden Seiten.

Wir haben in unserer Konfession angezeigt, daß wir halten, daß da Abendmahl oder die Messe niemand fromm mache ex opere operato, und daß die Messe, so für andere gehalten wird, ihnen nicht verdiene Vergebung der Sünden, Erlassung von Pein und Schuld. Und des Hauptstücks haben wir ganz starken, gewissen Grund, nämlich diesen: Es ist unmöglich, daß wir sollten Vergebung der Sünden erlange durch unsere Werke, ex opere operato, das ist, durch das getane Werk an ihm selbst, sine bono motu utentis, wenn schon das Herz keinen guten Gedanken hat, sondern durch den Glauben an Christum muß das Schrecken der Sünde, des Todes überwunden werden, wenn unsere Herzen aufgerichtet und getröstet werden durch die Erkenntnis Christi, wie oben gesagt, wenn wir empfinden, daß wir um Christus’ willen einen gnädigen Gott haben, also daß uns sein Verdienst und Gerechtigkeit geschenkt wird, Röm. am 5. Kap.: „So wir denn gerecht sind worden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott“ usw. Dies ist ein solch starker, gewisser Grund, daß alle Pforten der Hölle dawider nichts werden können aufbringen; des sind wir gewiß.

Apologie XXIV,1-12: Von der Messen

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Danket dem HERRN und rufet an seinen Namen; verkündigt sein Tun unter den Völkern! 

Danket dem HERRN und rufet an seinen Namen; verkündigt sein Tun unter den Völkern! 2 Singet ihm und spielet ihm, redet von allen seinen Wundern! 3 Rühmet seinen heiligen Namen; es freue sich das Herz derer, die den HERRN suchen! 4 Fraget nach dem HERRN und nach seiner Macht, suchet sein Antlitz allezeit! 5 Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat, seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes, 6 du Geschlecht Abrahams, seines Knechts, ihr Söhne Jakobs, seine Auserwählten! 7 Er ist der HERR, unser Gott, er richtet in aller Welt. 8 Er gedenkt ewiglich an seinen Bund, an das Wort, das er verheißen hat für tausend Geschlechter, 9 an den Bund, den er geschlossen hat mit Abraham, und an den Eid, den er Isaak geschworen hat. 10 Er stellte ihn auf für Jakob als Satzung und für Israel als ewigen Bund 11 und sprach: »Dir will ich das Land Kanaan geben, das Los eures Erbteils«, 12 als sie gering waren an Zahl, nur wenige und Fremdlinge im Lande. 13 Und sie zogen von Volk zu Volk, von einem Königreich zum andern. 14 Er ließ keinen Menschen ihnen Schaden tun und wies Könige zurecht um ihretwillen: 15 »Tastet meine Gesalbten nicht an, und tut meinen Propheten kein Leid!« 16 Und er rief den Hunger ins Land und nahm weg allen Vorrat an Brot. 17 Er sandte einen Mann vor ihnen hin; Josef wurde als Knecht verkauft. 18 Sie zwangen seine Füße in Fesseln, sein Hals wurde in Eisen gelegt, 19 bis sein Wort eintraf und die Rede des HERRN ihm recht gab. 20 Da sandte der König hin und ließ ihn losbinden, der Herrscher über Völker, er gab ihn frei. 21 Er setzte ihn zum Herrn über sein Haus, zum Herrscher über alle seine Güter, 22 dass er seine Fürsten unterwiese nach seinem Willen und seine Ältesten Weisheit lehrte. 23 Und Israel zog nach Ägypten, Jakob ward ein Fremdling im Lande Hams. 24 Und der Herr ließ sein Volk sehr wachsen und machte sie mächtiger als ihre Feinde. 25 Diesen verwandelte er das Herz, / dass sie seinem Volk gram wurden und Arglist übten an seinen Knechten.

Psalm 105,1-25 Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Invokavit 

Herr Gott, himmlischer Vater, Du hast Deinen Sohn in die Welt gesandt, daß er des Teufels Tyrannei wehren und uns wider den Feind schützen möge. Wir bitten Dich, Du wollest uns in aller Anfechtung erhalten und uns Deinen Geist geben, daß wir dem Satan Widerstand leisten, ihn durch Dein Wort von uns treiben und den Sieg über ihn davontragen, durch unsern Herrn Jesus Christus Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre. 

1. Johannes 3,8

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Wir danken Dir, Herr Jesu Christ, daß Du für uns gestorben bist und hast uns durch Dein teures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut.

Und bitten Dich, wahr Mensch und Gott, durch Dein heilig fünf Wunden rot, erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not.

Behüt uns auch vor Sünd und Schand, reich uns Dein allmächtige Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten Deiner schweren Pein.

Und schöpfen draus die Zuversicht, daß Du uns werdst verlassen nicht, sondern ganz treulich bei uns stehn, bis wir durchs Kreuz ins Leben gehn.

Christoph Fischer 1589 (LKG 134)

Fortlaufende Lesung

Und der HERR redete mit Mose und sprach:  2 Rede mit der ganzen Gemeinde der Israeliten und sprich zu ihnen: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott.  3 Ein jeder fürchte seine Mutter und seinen Vater. Haltet meine Feiertage; ich bin der HERR, euer Gott.  4 Ihr sollt euch nicht zu den Götzen wenden und sollt euch keine gegossenen Götter machen; ich bin der HERR, euer Gott.  5 Und wenn ihr dem HERRN ein Dankopfer bringen wollt, sollt ihr es so opfern, dass es euch wohlgefällig macht.  6 Es soll an dem Tag gegessen werden, an dem ihr’s opfert, und am nächsten Tage. Was aber bis zum dritten Tag übrig bleibt, soll man mit Feuer verbrennen.  7 Wird aber am dritten Tage davon gegessen, so ist es untauglich und wird nicht wohlgefällig sein;  8 und wer davon isst, muss seine Schuld tragen, weil er das Heilige des HERRN entheiligt hat, und ein solcher Mensch wird ausgerottet werden aus seinem Volk.  9 Wenn du dein Land aberntest, sollst du nicht alles bis an die Ecken deines Feldes abschneiden, auch nicht Nachlese halten.  10 Auch sollst du in deinem Weinberg nicht Nachlese halten noch die abgefallenen Beeren auflesen, sondern dem Armen und Fremdling sollst du es lassen; ich bin der HERR, euer Gott.  11 Ihr sollt nicht stehlen noch lügen noch betrügerisch handeln einer mit dem andern.  12 Ihr sollt nicht falsch schwören bei meinem Namen und den Namen eures Gottes nicht entheiligen; ich bin der HERR.  13 Du sollst deinen Nächsten nicht bedrücken noch berauben. Es soll des Tagelöhners Lohn nicht bei dir bleiben bis zum Morgen.  14 Du sollst dem Tauben nicht fluchen und sollst vor den Blinden kein Hindernis legen, denn du sollst dich vor deinem Gott fürchten; ich bin der HERR.  15 Du sollst nicht unrecht handeln im Gericht: Du sollst den Geringen nicht vorziehen, aber auch den Großen nicht begünstigen, sondern du sollst deinen Nächsten recht richten.  16 Du sollst nicht als Verleumder umhergehen unter deinem Volk. Du sollst auch nicht auftreten gegen deines Nächsten Leben; ich bin der HERR.  17 Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, sondern du sollst deinen Nächsten zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld auf dich lädst.  18 Du sollst dich nicht rächen noch Zorn bewahren gegen die Kinder deines Volks. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der HERR. 

3. Mose (Leviticus) 19,1-18

Morgenlese

Und ich sah einen Engel vom Himmel herabfahren, der hatte den Schlüssel zum Abgrund und eine große Kette in seiner Hand. 2 Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, das ist der Teufel und der Satan, und fesselte ihn für tausend Jahre 3 und warf ihn in den Abgrund und verschloss ihn und setzte ein Siegel oben darauf, damit er die Völker nicht mehr verführen sollte, bis vollendet würden die tausend Jahre. Danach muss er losgelassen werden eine kleine Zeit. 4 Und ich sah Throne und sie setzten sich darauf, und ihnen wurde das Gericht übergeben. Und ich sah die Seelen derer, die enthauptet waren um des Zeugnisses für Jesus und um des Wortes Gottes willen und die nicht angebetet hatten das Tier und sein Bild und die sein Zeichen nicht angenommen hatten an ihre Stirn und auf ihre Hand; diese wurden lebendig und regierten mit Christus tausend Jahre. 5 Die andern Toten aber wurden nicht lebendig, bis die tausend Jahre vollendet wurden. Dies ist die erste Auferstehung. 6 Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.

7 Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan losgelassen werden aus seinem Gefängnis 8 und wird ausziehen, zu verführen die Völker an den vier Enden der Erde, Gog und Magog, und sie zum Kampf zu versammeln; deren Zahl ist wie der Sand am Meer. 9 Und sie stiegen herauf auf die Ebene der Erde und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fiel Feuer vom Himmel und verzehrte sie. 10 Und der Teufel, der sie verführte, wurde geworfen in den Pfuhl von Feuer und Schwefel, wo auch das Tier und der falsche Prophet waren; und sie werden gequält werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit. 

Offenbarung 20,1-10

Abendlese

Da antworteten ihm einige von den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprachen: Meister, wir wollen ein Zeichen von dir sehen. 39 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht fordert ein Zeichen, und es wird ihm kein Zeichen gegeben werden außer dem Zeichen des Propheten Jona. 40 Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein. 41 Die Leute von Ninive werden auftreten beim Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen; denn sie taten Buße nach der Predigt des Jona. Und siehe, hier ist mehr als Jona. 42 Die Königin vom Süden wird auftreten beim Gericht mit diesem Geschlecht und wird es verdammen; denn sie kam vom Ende der Erde, Salomos Weisheit zu hören. Und siehe, hier ist mehr als Salomo. 43 Wenn der unreine Geist von einem Menschen ausgefahren ist, so durchstreift er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet sie nicht. 44 Dann spricht er: Ich will wieder zurückkehren in mein Haus, aus dem ich fortgegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er’s leer, gekehrt und geschmückt. 45 Dann geht er hin und nimmt mit sich sieben andre Geister, die böser sind als er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie darin; und es wird mit diesem Menschen am Ende ärger, als es vorher war. So wird’s auch diesem bösen Geschlecht ergehen. 

Matthäus 12,38-45

Bekenntnislese

Wir wissen sehr wohl, daß etliche sehr schreien, wir machten Schismata. Aber unsere Gewissen sind ganz sicher, nachdem wir mit allem treuen Fleiß Frieden und Einigkeit gesucht haben, und die Widersacher ihnen sich nicht wollen genügen lassen, wir verleugnen denn (das Gott verhüte!) die öffentliche göttliche Wahrheit, wir willigen denn mit ihnen, das häßliche Papstgesetz anzunehmen, fromme, unschuldige Eheleute voneinander zu reißen, die ehelichen Priester zu erwürgen, unschuldige Weiber und Kinder ins Elend zu vertreiben, ohne alle Ursache unschuldig Blut zu vergießen. Denn nachdem es gewiß ist, das solches Gott nicht gefällt, so sollen wir uns lassen lieb sein, daß wir keine Einigkeit noch Gemeinschaft, auch keinen Schuld an so viel unschuldigem Blut mit den Widersachern haben.

Wir haben Ursache angezeigt, warum wir es mit gutem Gewissen mit den Widersachern nicht halten können, die den Zölibat verteidigen. Denn es ist wider alle göttlichen und natürlichen Rechte, wider die Canones selbst, dazu ist’s eitel Heuchelei und Gefahr. Denn sie halten über derselben erdichteten Keuschheit nicht so hart Heiligkeit halben, oder daß sie es nicht anders verkünden; sie wissen wohl, daß jedermann der hohen Stifte Wesen, welche wir wohl zu nennen wüßten, kennt, sondern allein ihre Tyrannei und Herrschaft zu erhalten. Und es wird kein ehrbarer Mensch wider obenangezeigte starke, klare Gründe etwas können aufbringen. Das Evangelium läßt allen den Jungen den Ehestand frei, denen er vonnöten ist; so zwingt es die zum Ehestand nicht, so die Gabe der Keuschheit haben, wenn es allein rechte Keuschheit und nicht Heuchelei ist. Die Freiheit, halten wir, sei den Priestern auch zu vergönnen, und wir wollen niemand mit Gewalt zum Zölibat zwingen, wollen auch fromme Eheleute nicht voneinander treiben oder die Ehe zerreißen.

Wir haben nun etliche unserer Gründe auf diesmal kurz angezeigt; auch haben wir vermeldet, wie die Widersacher so ungeschickten Behelf und Träume dawider aufbringen. Nun wollen wir anzeigen, mit was starken Gründen sie ihr Papstgesetz verteidigen. Erstlich sagen sie, solch Gesetz sei von Gott offenbart. Da steht man, wie ganz unverschämt die heillosen Leute sind. Sie dürfen sagen, daß ihr Eheverbieten von Gott offenbart sei, so es doch öffentlich ist wider die Schrift, wider Paulum da er sagt: „Hurerei zu vermeiden, habe ein jeglicher sein eigen Eheweib.“ Item, so die Schrift und Canones stark verbreiten, daß man die Ehe, so schon vollzogen, in keinem Wege zerreißen soll, was dürfen die Buben sagen und den hohen, allerheiligsten Namen der göttlichen Majestät so frech und unverschämt mißbrauchen? Paulus der Apostel sagt recht, wer der Gott sei, der solch Gesetz erst eingeführt, nämlich der leidige Satan; denn er nennt’s: „Teufelslehre“. Und wahrlich, die Frucht lehrt uns den Baum kennen, so wir sehen, daß so viel schreckliche, greuliche Laster dadurch geursacht werden, wie an Rom zu sehen; item, daß auch über diesem Gesetz des Würgens und Blutvergießens der Teufel kein Ende macht.

Der andere Grund der Widersacher, ist, daß die Priester sollen rein sein, wie die Schrift sagt: „Ihr sollt rein sein, die ihr traget die Gefäße des Herrn.“ Das Argument haben wir hier oben widerlegt ; denn wir haben genug angezeigt, daß Keuschheit ohne Glauben keine Reinigkeit vor Gott sei, und der Ehestand ist Heiligkeit und Reinigkeit um des Glaubens willen, wie Paulus sagt: „Den Reinen ist alles rein.“ So haben wir klar genug gesagt, daß Mosis Zeremonien von Reinigkeit und Unreinigkeit dahin nicht zu ziehen seien. Denn das Evangelium will haben Reinigkeit des Herzens. Und hat keinen Zweifel, daß Abrahams, Isaaks, Jakobs, der Erzväter Herzen, welche doch viele Weiber gehabt, reiner gewesen seien denn vieler Jungfrauen, die gleich nach Reinigkeit des Leibes rechte, reine Jungfrauen gewesen. Daß aber Jesaias sagt: „Ihr sollt rein sein, die ihr das Gefäß des Herrn tragt“, das ist zu verstehen von ganzer christlicher Heiligkeit und nicht von Jungfrauschaft, und eben dieser Spruch gebietet den unreinen, ehelosen Priestern, daß sie reine, eheliche Priester werden. Denn wie zuvor gesagt ist, die Ehe ist Reinigkeit bei den Christen.

Das dritte ist erstlich ein schrecklich Argument, daß der Priester Ehe solle Ketzerei sein. Gnadet unserer armen Seele, liebe Herren; fahrt schöne! Das ist gar ein Neues, daß der heilige Ehestand, den Gott im Paradies geschaffen hat, soll Ketzerei sein worden. Mit der Weise würde die ganze Welt eitel Ketzerkinder sein. Es ist eine große, unverschämte Lüge, daß der Priesterehe solle Joviniani Ketzerei sein, oder daß solche Priesterehe zu den Zeit von der Kirche solle verdammt sein. Denn zu Jovinianus’ Zeiten hat die Kirche von diesem Papstgesetz, dadurch den Priestern die Ehe ganz verboten ist, noch nicht gewußt. Und solches wissen unsere Widersacher wohl. Aber sie ziehen oft alte Ketzereien an und reimen unsere Lehre dazu wider ihr eigen Gewissen, allein den Ungelehrten einzubilden, als sei unsere Lehre vor alters von der Kirche verdammt, und also jedermann wider uns zu bewegen. Mit solchen Griffen gehen sie um; Und darum haben sie und die Konfutation nicht wollen zustellen. Sie haben besorgt, man möchte ihre öffentlichen Lügen verantworten, welches ihnen eine ewige Schande bei allen Nachkommen sein wird. Was aber Joviniani Lehre belangt, haben wir hier oben gesagt, was wir von Keuschheit und was wir vom Ehestand halten. Denn wir sagen nicht, daß der Ehestand gleich sei der Jungfrauschaft, wiewohl weder Jungfrauschaft noch Ehestand gerecht macht vor Gott.

Mit solchen schwachen, losen Gründen schützen und verteidigen sie des Papstes Gesetz vom Zölibat, das so zu großen Lastern und Unzucht hat Ursache gegeben. Die Fürsten und Bischöfe, so diesen Lehrern glauben, werden wohl sehen, ob solche Gründe den Stich halten, wenn es zu der Todesstunde kommt, daß man vor Gott soll Rechenschaft geben, warum sie frommer Leute Ehe zerrissen haben, warum sie diese gestöckt und gepflöckt haben, warum sie so viele Priester erwürgt und unschuldig Blut über alles Klagen, Heulen und Weinen so vieler Witwen und Waisen vergossen haben. Denn das dürfen sie sich nicht in Sinn nehmen: die Zähren und Tränen der armen Witwen, das Blut der unschuldigen ist im Himmel unvergessen, es wird zu seiner Stunde als stark als des heiligen, unschuldigen Abels Blut über sie in hohen Himmel schreien und vor Gott, dem rechten Richter, rufen. Wenn nun Gott solche Tyrannei richten wird, werden sie erfahren, daß ihre Argumente Stroh und Heu sind und Gott „ein verzehrend Feuer“, vor dem nicht bleiben kann außer göttliches Worts, 1 Pet. 1, 24.25.

Unsere Fürsten und Herren, es gehe, wie es wolle, haben sich des zu trösten, daß sie mit gutem Gewissen gehandelt haben. Denn ich will gleich setzen, daß der Priester Ehe etwas anzufechten sei, als nicht ist, doch ist das stracks wider Gottes Wort und Willen, daß die Widersacher die vollzogenen Ehen also zerreißen, arme, unschuldige Leute ins Elend jagen und erwürgen. Es haben unsere Fürsten und Herren ja nicht Lust an Neuerung und Zwiespalt, dennoch sind sie schuldig, daß sie göttlich Wort und Wahrheit in so gerechter und gewisser Sache mehr lassen gelten denn alle andern Sachen. Da verleihe Gott Gnade zu! Amen.

Apologie XXIII,59-71 (Von der Priesterehe)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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