Schaffe mir Recht, Gott, und führe meine Sache wider das treulose Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten! (Psalm 43)

Blick auf die Wartburg in Thüringen.

Schaffe mir Recht, Gott, und führe meine Sache wider das treulose Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten! Denn du bist der Gott meiner Stärke: Warum hast du mich verstoßen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt?Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung, dass ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. 

Psalm 43 verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Palmarum (Der Schmerzensmann)

Gütiger Gott, Dein Sohn hat die Niedrigkeit unseres menschlichen Lebens auf sich genommen und die Todesqual am Kreuz erlitten: Präge uns seine Kraft und seine Demut ein und laß uns teilhaben an seiner Erlösung. Du wirst gepriesen mit ihm in der Einheit des Heiligen Geistes von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.307

Der Menschensohn muß erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.

Johannes 3,14b.15.

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Sieh, Dein König kommt zu Dir! Seele, das sind frohe Worte. Sprich: mein König, komm zu mir; sieh, ich öffne Dir die Pforte. Zieh mit Deiner Sanftmut ein; was Du findest, das ist Dein.

Komm, ich bin Dein Eigentum schon seit Deinem Wasserbade; komm, Dein Evangelium
werde mir ein Wort der Gnade. Du schickst ja Dein Wort voran, daß mein König kommen kann.

Komm und räume alles aus, was Du hassest und mich reuet; komm und reinige Dein Haus, das die Sünde hat entweihet. Mach mit Deinem Opferblut alles wieder rein und gut.

Komm in Deinem Abendmahl, das Du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Erdental
mit Dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, und mein Leben sei in Dir.

Komm und bring den Geist auch mit, Deinen Geist, der Dich verkläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret, daß ich bis auf jenen Tag: “Komm, Herr Jesus!” rufen mag.

Philipp Friedrich Hiller 1762 (LKG 83)

Fortlaufende Lese

Und die ganze Versammlung stand auf, und sie führten ihn vor Pilatus  2 und fingen an, ihn zu verklagen, und sprachen: Wir haben gefunden, dass dieser unser Volk aufhetzt und verbietet, dem Kaiser Steuern zu geben, und spricht, er sei Christus, ein König.  3 Pilatus aber fragte ihn und sprach: Bist du der Juden König? Er antwortete ihm und sprach: Du sagst es.  4 Pilatus sprach zu den Hohenpriestern und zum Volk: Ich finde keine Schuld an diesem Menschen.  5 Sie aber beharrten darauf und sprachen: Er wiegelt das Volk auf damit, dass er lehrt im ganzen jüdischen Land, angefangen von Galiläa bis hierher. 

6 Als aber Pilatus das hörte, fragte er, ob der Mensch aus Galiläa wäre.  7 Und als er vernahm, dass er unter die Herrschaft des Herodes gehörte, sandte er ihn zu Herodes, der in diesen Tagen auch in Jerusalem war.  8 Als aber Herodes Jesus sah, freute er sich sehr; denn er hätte ihn längst gerne gesehen; denn er hatte von ihm gehört und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen.  9 Und er fragte ihn mancherlei. Er antwortete ihm aber nichts.  10 Die Hohenpriester aber und die Schriftgelehrten standen dabei und verklagten ihn hart.  11 Aber Herodes mit seinen Soldaten verachtete und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Gewand an und sandte ihn zurück zu Pilatus.  12 An diesem Tag wurden Herodes und Pilatus Freunde; denn vorher waren sie einander feind. 

Lukas 23,1-12

Morgenlese

Der HERR ließ mich’s wissen, sodass ich’s wusste. Du zeigtest mir ihr Treiben. 19 Ich aber war wie ein argloses Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wusste nicht, dass sie gegen mich beratschlagt hatten und gesagt: Lasst uns den Baum in seinem Saft verderben und ihn aus dem Lande der Lebendigen ausrotten, dass seines Namens nimmermehr gedacht werde.

Jeremia 11,18-19

Abendlese

Es waren noch zwei Tage bis zum Passafest und den Tagen der Ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten. 2 Denn sie sprachen: Ja nicht bei dem Fest, damit es nicht einen Aufruhr im Volk gebe. 

Und Judas Iskariot, einer von den Zwölfen, ging hin zu den Hohenpriestern, dass er ihn an sie verriete. 11 Da sie das hörten, wurden sie froh und versprachen, ihm Geld zu geben. Und er suchte, wie er ihn bei guter Gelegenheit verraten könnte.

Und am ersten Tage der Ungesäuerten Brote, da man das Passalamm opferte, sprachen seine Jünger zu ihm: Wo willst du, dass wir hingehen und das Passalamm bereiten, damit du es essen kannst? 13 Und er sandte zwei seiner Jünger und sprach zu ihnen: Geht hin in die Stadt, und es wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Krug mit Wasser; folgt ihm, 14 und wo er hineingeht, da sprecht zu dem Hausherrn: Der Meister lässt dir sagen: Wo ist die Herberge für mich, in der ich das Passalamm essen kann mit meinen Jüngern? 15 Und er wird euch einen großen Saal zeigen, der schön ausgelegt und vorbereitet ist; und dort richtet für uns zu. 16 Und die Jünger gingen hin und kamen in die Stadt und fanden’s, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passalamm. 17 Und am Abend kam er mit den Zwölfen. 18 Und als sie bei Tisch waren und aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch, der mit mir isst, wird mich verraten. 19 Da wurden sie traurig und sagten zu ihm, einer nach dem andern: Bin ich’s? 20 Er aber sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir seinen Bissen in die Schüssel taucht. 21 Der Menschensohn geht zwar hin, wie von ihm geschrieben steht; weh aber dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre. 22 Und als sie aßen, nahm er das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Nehmet; das ist mein Leib. 23 Und er nahm den Kelch, dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus. 24 Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes[1], das für viele vergossen wird. 25 Wahrlich, ich sage euch, dass ich nicht mehr trinken werde vom Gewächs des Weinstocks bis an den Tag, an dem ich aufs Neue davon trinke im Reich Gottes. 26 Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.

Und Jesus sprach zu ihnen: Ihr werdet alle Ärgernis nehmen; denn es steht geschrieben: »Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen.« 28 Wenn ich aber auferstanden bin, will ich vor euch hingehen nach Galiläa. 29 Petrus aber sagte zu ihm: Wenn auch alle Ärgernis nehmen, so doch ich nicht! 30 Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute, in dieser Nacht, ehe denn der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. 31 Er aber redete noch weiter: Auch wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnen! Das Gleiche sagten sie alle.

32 Und sie kamen zu einem Garten mit Namen Gethsemane. Und er sprach zu seinen Jüngern: Setzt euch hierher, bis ich gebetet habe. 33 Und er nahm mit sich Petrus und Jakobus und Johannes und fing an zu zittern und zu zagen 34 und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wachet! 35 Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf die Erde und betete, dass, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorüberginge, 36 und sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst! 37 Und er kam und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Simon, schläfst du? Vermochtest du nicht eine Stunde zu wachen? 38 Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. 39 Und er ging wieder hin und betete und sprach dieselben Worte 40 und kam wieder und fand sie schlafend; denn ihre Augen waren voller Schlaf, und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten. 41 Und er kam zum dritten Mal und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr weiter schlafen und ruhen? Es ist genug; die Stunde ist gekommen. Siehe, der Menschensohn wird überantwortet in die Hände der Sünder. 42 Steht auf, lasst uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe

Und alsbald, während er noch redete, kam herzu Judas, einer von den Zwölfen, und mit ihm eine Schar mit Schwertern und mit Stangen, von den Hohenpriestern und Schriftgelehrten und Ältesten. 44 Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen genannt und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist’s; den ergreift und führt ihn sicher ab. 45 Und als er kam, trat er alsbald zu ihm und sprach: Rabbi!, und küsste ihn. 46 Die aber legten Hand an ihn und ergriffen ihn. 47 Einer aber von denen, die dabeistanden, zog sein Schwert und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab. 48 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Seid ihr ausgezogen wie gegen einen Räuber mit Schwertern und mit Stangen, mich gefangen zu nehmen? 49 Ich bin täglich bei euch im Tempel gewesen und habe gelehrt, und ihr habt mich nicht ergriffen. Aber so muss die Schrift erfüllt werden. 50 Da verließen ihn alle und flohen. 51 Und ein junger Mann folgte ihm nach, der war mit einem Leinengewand bekleidet auf der bloßen Haut; und sie griffen nach ihm. 52 Er aber ließ das Gewand fahren und floh nackt.

Und sie führten Jesus zu dem Hohenpriester; und es versammelten sich alle Hohenpriester und Ältesten und Schriftgelehrten. 54 Petrus aber folgte ihm nach von ferne, bis hinein in den Palast des Hohenpriesters, und saß da bei den Knechten und wärmte sich am Feuer. 55 Aber die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis gegen Jesus, auf dass sie ihn zu Tode brächten, und fanden nichts. 56 Denn viele gaben falsches Zeugnis gegen ihn; aber ihr Zeugnis stimmte nicht überein. 57 Und einige standen auf und gaben falsches Zeugnis gegen ihn und sprachen: 58 Wir haben gehört, dass er gesagt hat: Ich will diesen Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen und in drei Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. 59 Aber ihr Zeugnis stimmte auch darin nicht überein. 60 Und der Hohepriester stand auf, trat in die Mitte und fragte Jesus und sprach: Antwortest du nichts auf das, was diese gegen dich bezeugen? 61 Er aber schwieg still und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermals und sprach zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? 62 Jesus aber sprach: Ich bin’s; und ihr werdet sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels. 63 Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Was bedürfen wir weiterer Zeugen? 64 Ihr habt die Gotteslästerung gehört. Was meint ihr? Sie aber verurteilten ihn alle, dass er des Todes schuldig sei. 65 Da fingen einige an, ihn anzuspeien und sein Angesicht zu verdecken und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: Weissage uns! Und die Knechte schlugen ihn ins Angesicht.

Und Petrus war unten im Hof. Da kam eine von den Mägden des Hohenpriesters; 67 und als sie Petrus sah, wie er sich wärmte, schaute sie ihn an und sprach: Und du warst auch mit dem Jesus von Nazareth. 68 Er leugnete aber und sprach: Ich weiß nicht und verstehe nicht, was du sagst. Und er ging hinaus in den Vorhof, und der Hahn krähte. 69 Und die Magd sah ihn und fing abermals an, denen zu sagen, die dabeistanden: Dieser ist einer von denen. 70 Und er leugnete abermals. Und nach einer kleinen Weile sprachen die, die dabeistanden, abermals zu Petrus: Wahrhaftig, du bist einer von denen; denn du bist auch ein Galiläer. 71 Er aber fing an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr redet. 72 Und alsbald krähte der Hahn zum zweiten Mal. Da gedachte Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er fing an zu weinen. 

Und alsbald am Morgen hielten die Hohenpriester Rat mit den Ältesten und Schriftgelehrten, dazu der ganze Hohe Rat, und sie banden Jesus und führten ihn ab und überantworteten ihn Pilatus. 2 Und Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er aber antwortete ihm und sprach: Du sagst es. 3 Und die Hohenpriester beschuldigten ihn hart. 4 Pilatus aber fragte ihn abermals und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen! 5 Jesus aber antwortete nichts mehr, sodass sich Pilatus verwunderte.

Er pflegte ihnen aber zum Fest einen Gefangenen loszugeben, welchen sie erbaten. 7 Es war aber einer, genannt Barabbas, gefangen mit den Aufrührern, die beim Aufruhr einen Mord begangen hatten. 8 Und das Volk ging hinauf und bat, dass er tue, wie er ihnen zu tun pflegte. 9 Pilatus aber antwortete ihnen: Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden losgebe? 10 Denn er erkannte, dass ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. 11 Aber die Hohenpriester wiegelten das Volk auf, dass er ihnen viel lieber den Barabbas losgebe. 12 Pilatus aber antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Was wollt ihr dann, dass ich tue mit dem, den ihr den König der Juden nennt? 13 Sie schrien abermals: Kreuzige ihn! 14 Pilatus aber sprach zu ihnen: Was hat er denn Böses getan? Aber sie schrien noch viel mehr: Kreuzige ihn! 15 Pilatus aber wollte dem Volk Genüge tun und gab ihnen Barabbas los und ließ Jesus geißeln und überantwortete ihn, dass er gekreuzigt würde. 16 Die Soldaten aber führten ihn hinein in den Palast, das ist ins Prätorium, und riefen die ganze Kohorte[1] zusammen 17 und zogen ihm einen Purpurmantel an und flochten eine Dornenkrone und setzten sie ihm auf 18 und fingen an, ihn zu grüßen: Gegrüßet seist du, der Juden König! 19 Und sie schlugen ihn mit einem Rohr auf das Haupt und spien ihn an und fielen auf die Knie und huldigten ihm.

20 Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel aus und zogen ihm seine Kleider an. Und sie führten ihn hinaus, dass sie ihn kreuzigten. 21 Und zwangen einen, der vorüberging, Simon von Kyrene, der vom Feld kam, den Vater des Alexander und des Rufus, dass er ihm das Kreuz trage. 22 Und sie brachten ihn zu der Stätte Golgatha, das heißt übersetzt: Schädelstätte. 23 Und sie gaben ihm Myrrhe im Wein zu trinken; aber er nahm’s nicht. 24 Und sie kreuzigten ihn. Und sie teilten seine Kleider und warfen das Los darum, wer was bekommen sollte. 25 Und es war die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. 26 Und es stand geschrieben, welche Schuld man ihm gab, nämlich: Der König der Juden. 27-28 Und sie kreuzigten mit ihm zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken.[2] 29 Und die vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Ha, der du den Tempel abbrichst und baust ihn auf in drei Tagen, 30 hilf dir nun selber und steig herab vom Kreuz! 31 Desgleichen verspotteten ihn auch die Hohenpriester untereinander samt den Schriftgelehrten und sprachen: Er hat andern geholfen und kann sich selber nicht helfen. 32 Der Christus, der König von Israel, er steige nun vom Kreuz, damit wir sehen und glauben. Und die mit ihm gekreuzigt waren, schmähten ihn auch. 33 Und zur sechsten Stunde kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 34 Und zu der neunten Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani?[3] Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum[4] hast du mich verlassen? 35 Und einige, die dabeistanden, als sie das hörten, sprachen sie: Siehe, er ruft den Elia. 36 Da lief einer und füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr, gab ihm zu trinken und sprach: Halt, lasst uns sehen, ob Elia komme und ihn herabnehme! 37 Aber Jesus schrie laut und verschied. 38 Und der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus. 39 Der Hauptmann aber, der dabeistand, ihm gegenüber, und sah, dass er so verschied, sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen! 

Markus 14,1-2.10-72.15,1-39.

Bekenntnislese

Noch half das auch alles nicht. Denn der Papst, wiewohl er die Leute auf solchen Ablass lehrte sich verlassen und vertraün, so machte er’s doch selbst wiederum auch ungewiss; denn er setzte in seine Bullen: wer des Ablasses oder Güldenjahrs wollte teilhaftig sein, der sollte bereut und gebeichtet sein [bereut und gebeichtet haben] und Geld geben. Nun haben wir droben gehört, daß solche Reü und Beichte bei ihnen ungewiss und Heuchelei ist. Desgleichen wusste auch niemand, welche Seele im Fegfeür wäre, und so etliche drinnen wären wusste niemand, welche recht gereut und gebeichtet hätten. Also nahm er das liebe Geld und vertröstete sie dieweil auf seine Gewalt und Ablass und weisete sie doch wiederum auf ihr ungewiss Werk.

28] Wo nun etliche waren, die nicht solcher wirklichen Sünden mit Gedanken, Worten und Werken sich schuldig dauchten [dünkten], wie ich und meinesgleichen in Klöstern und Stiften, Mönche und Pfaffen sein wollten, die wir mit Fasten, Wachen, Beten, Messehalten, harten Kleidern und Lager usw. uns wehrten wider böse Gedanken und mit Ernst und Gewalt wollten heilig sein und doch das erbliche, angeborne übel etwa [zuweilen] im Schlaf tat (wie auch St. Augustinus und Hieronymus mit andern bekennen), was seine Art ist, so hielt doch ein jeglicher vom andern, daß etliche so heilig wären, wie wir lehrten, die ohne Sünde, voll guter Werke wären, also, daß wir darauf unsere guten Werke andern, als uns überflüssig zum Himmel, mitteilten und verkauften. Das ist ja wahr, und sind Siegel, Briefe und Exempel vorhanden.

29] Diese [be]durften der Busse nicht. Denn was wollten sie bereün, weil sie in böse Gedanken nicht bewilligten? Was wollten sie beichten, weil sie [*böse] Worte vermieden? Wofür wollten sie genugtun, weil sie der Tat unschuldig waren, also daß sie auch andern armen Sündern ihre übrige Gerechtigkeit verkaufen konnten? Solche Heilige waren auch die Pharisäer und Schriftgelehrten zur Zeit Christi.

30] Heir kommt der feurige Engel St. Johannes, der rechte Bussprediger, und schlächt mit einem Donner alle beide in einen Haufen, spricht: “Tut Busse!” 31] So denken jene: Haben wir doch gebüsst. Diese denken: Wir [be]dürfen keiner Busse. Spricht Johannes: 32] Tut alle beide Busse, denn ihr seid falsche Büsser, so sind diese falsche Heilige und [be]dürft alle beide Vergebung der Sünden, weil ihr alle beide noch nicht wisst, was die rechte Sünde sei, schweige [geschweige denn], daß ihr sie büssen oder meiden solltet. Es ist eür keiner gut seid voller Unglaubens, Unverstands und Unwissenheit Gottes und seines Willens. Denn da ist er vorhanden, “von des Fülle wir alle müssen nehmen Gnade um Gnade”; und kein Mensch ohne ihn vor Gott kann gerecht sein. Darum, wollt ihr büssen, so büsst recht; eure Busse tut’s nicht. Und ihr Heuchler, die ihr keiner Busse bedürft, ihr Schlangen[ge]ziefer, wer hat euch versichert, daß ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet usw.?

33] Also predigt auch St. Paulus Röm. 3 und spricht: “Es ist keiner verständig, keiner gerecht, keiner achtet Gottes, keiner tut Gutes, auch nicht einer; allzumal sind sie untüchtig und abtrünnig.” 34] Und Act 17: “Nun aber gebeut [gebietet] Gott allen Menschen an allen Enden, Busse zu tun.” Allen Menschen, spricht er, niemand ausgenommen, der ein Mensch ist. 35] Diese Busse lehrt uns die Sünde erkennen, nämlich daß [es] mit uns allen verloren, Haut und Haar nicht gut ist und müssen schlechts neü und andere Menschen werden.

36] Diese Busse ist nicht stücklich und bettelisch wie jene, so die wirklichen Sünden büsst, und ist auch nicht ungewiss wie jene. Denn sie disputiert nicht welches [Werk] Sünde oder nicht Sünde sei, sondern stösst alles in Haufen, spricht: es sei alles und eitel Sünde mit uns. Was wollen wir lange suchen, teilen und unterscheiden? Darum so ist auch hier die Reü nicht ungewiss. Denn es bleibt nichts da, damit wir möchten etwas Gutes gedenken, die Sünde zu bezahlen, sondern ein bloss, gewiss Verzagen an allem, das wir sind, gedenken, reden oder tun usw.

37] Desgleichen kann die Beichte auch nicht falsch, ungewiss oder stücklich sein. Denn wer bekennt, daß alles mit ihm eitel Sünde sie, der begreift alle Sünden, lässt keine aussen und vergisst auch keine. 38] Also kann die Genugtuung auch nicht ungewiss sein, denn sie ist nicht unsere ungewissen, sündlichen Werke, sondern das Leiden und Blut des unschuldigen Lämmleins Gottes, das der Welt Sünde trägt.

39] Von dieser Busse predigt Johannes und hernach Christus in Evangelio und wir auch. Mit dieser Busse stossen wir Papst und alles, was auf unsere guten Werke gebaut ist, zu Boden. Denn es ist alles auf einen faulen, nichtigen Grund gebaut, welcher heisst gute Werke oder Gesetze, so doch kein gut Werk da ist, sondern eitel böse Werke und niemand das Gesetz tut (wie Christus Joh. 7 sagt), sondern allzumal [es] übertreten. Darum ist das Gebäu eitel Lüge und Heuchelei, wo es am allerheiligsten und allerschönsten ist.

40] Und diese Busse währt bei den Christen bis in den Tod; denn sie beisst sich [sie streitet] mit der übrigen Sünde im Fleisch durchs ganze Leben, wie St. Paulus Röm. 7 zeugt, daß er kämpfe mit dem Gesetze seiner Glieder usw., und das nicht durch eigene Kräfte, sondern durch die Gabe des Heiligen Geistes, welche folgt auf die Vergebung der Sünden. Dieselbe Gabe reinigt und fegt täglich die übrigen Sünden aus und arbeitet, den Menschen recht rein und heilig zu machen.

Schmalkaldische Artikel 3:III:27-40 (Von der falschen Buße der Papisten)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Dr. Martin Luthers 6. Predigt zur Passion Jesu Christi

“Schaustellung Christi” von Albrecht Dürer 1498

Wie Christus Pilato uberantwortet wirt, und Judas sich erhenget, und die Hohenpriester umb die dreissig silberling einen acker zum begrebbnuß der Bilgram kauffen.

WA 52, S.769

Des Morgens aber hielten alle Hohenpriester und die Ältesten des Volks einen Rat über Jesus, daß sie ihn töteten. Und banden ihn, führten ihn hin und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontius Pilatus.

Da das sah Judas, der ihn verraten hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereute es ihn, und brachte wieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten und sprach: Ich habe übel getan, daß ich unschuldig Blut verraten habe. Sie sprachen: Was geht uns das an? Da siehe du zu! Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hob sich davon, ging hin und erhängte sich selbst.

Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rat und kauften den Töpfersacker darum zum Begräbnis der Pilger. Daher ist dieser Acker genannt der Blutacker bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Jeremia, da er spricht: “Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlt war der Verkaufte, welchen sie kauften von den Kindern Israel, und haben sie gegeben um den Töpfersacker, wie mir der HERR befohlen hat.”

Matthäus 27,1-10

Hier der Text nach WA 52, 769-779.

Vorgelesen:

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Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. (Psalm 24)

Die Kathedrale St. Stanislaus und Wenzel auf dem Wawel (Wawel-Kathedrale, Krakau)

Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen. Denn er hat ihn über den Meeren gegründet und über den Wassern bereitet. Wer darf auf des HERRN Berg gehen, und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte? Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist, wer nicht bedacht ist auf Lüge und nicht schwört zum Trug: der wird den Segen vom HERRN empfangen und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils. Das ist das Geschlecht, das nach ihm fragt, das da sucht dein Antlitz, Gott Jakobs. Sela.

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe! Wer ist der König der Ehre? Es ist der HERR, stark und mächtig, der HERR, mächtig im Streit. Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe! Wer ist der König der Ehre? Es ist der HERR Zebaoth; er ist der König der Ehre. Sela. 

Psalm 24. Ein Psalm Davids verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Palmarum (Der Schmerzensmann)

Gütiger Gott, Dein Sohn hat die Niedrigkeit unseres menschlichen Lebens auf sich genommen und die Todesqual am Kreuz erlitten: Präge uns seine Kraft und seine Demut ein und laß uns teilhaben an seiner Erlösung. Du wirst gepriesen mit ihm in der Einheit des Heiligen Geistes von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.307

Der Menschensohn muß erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.

Johannes 3,14b.15.

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Hosianna! Davids Sohn kommt in Zion eingezogen, Ach bereitet ihm den Thron setzt ihm tausend Ehrenbogen. Streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug halten kann.

Hosianna! Sei gegrüßt; komm, wir gehen Dir entgegen, Unser Herz ist schon gerüst, will sich Dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Toren ein; Du sollst uns willkommen sein.

Hosianna! Friedensfürst, Ehrenkönig, Held im Streite, alles, was Du schaffen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht.

Hosianna! Lieber Gast, wir sind Deine Reichsgenossen, die Du Dir erwählet hast; ach, so laß uns unverdrossen Deinem Zepter dienstbar sein, herrsche Du in uns allein.

Hosianna! Laß uns hier an den Ölberg Dich begleiten, bis wir einstens für und für Dir ein Psalmenlied bereiten. Dort ist unser Bethphage: Hosianna in der Höh!

Hosianna nah und fern! Eile bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, warum willst Du draußen stehen? Hosianna! Bist Du da? Ja, Du kommst, Halleluja!

Benjamin Schmolck 1712 (LKG 82)

Wir beten: “Lieber Herre Gott, wecke uns auf, daß wir bereit seien, wenn Dein Sohn kommt, Ihn mit Freuden zu empfahen und Dir mit reinem Herzen zu dienen. Durch denselben Deinen Sohn Jesum Christum, unseren Herrn. Amen.

LKG S.107

Fortlaufende Lese

Die Männer aber, die Jesus gefangen hielten, verspotteten ihn und schlugen ihn,  64 verdeckten sein Angesicht und fragten: Weissage, wer ist’s, der dich schlug?  65 Und viele andere Lästerungen sagten sie gegen ihn. 

66 Und als es Tag wurde, versammelte sich der Rat der Ältesten des Volkes – Hohepriester und Schriftgelehrte –, und sie führten ihn vor ihren Hohen Rat  67 und sprachen: Bist du der Christus, so sage es uns! Er sprach aber zu ihnen: Sage ich’s euch, so glaubt ihr’s nicht;  68 frage ich aber, so antwortet ihr nicht.  69 Aber von nun an wird der Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft Gottes.  70 Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr sagt es, ich bin es.  71 Sie aber sprachen: Was bedürfen wir noch eines Zeugnisses? Wir haben’s selbst gehört aus seinem Munde. 

Lukas 22,63-71

Morgenlese

Sechs Tage vor dem Passafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus war, den Jesus auferweckt hatte von den Toten. 2 Dort machten sie ihm ein Mahl, und Marta diente bei Tisch; Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch saßen. 3 Da nahm Maria ein Pfund Salböl von unverfälschter, kostbarer Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine Füße; das Haus aber wurde erfüllt vom Duft des Öls. 4 Da sprach einer seiner Jünger, Judas Iskariot, der ihn hernach verriet: 5 Warum wurde dieses Öl nicht für dreihundert Silbergroschen verkauft und das Geld den Armen gegeben? 6 Das sagte er aber nicht, weil ihm an den Armen lag, sondern er war ein Dieb; er hatte den Geldbeutel und nahm an sich, was gegeben wurde. 7 Da sprach Jesus: Lass sie. Es soll gelten für den Tag meines Begräbnisses. 8 Denn Arme habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit. 9 Da erfuhr eine große Menge der Juden, dass er dort war, und sie kamen nicht allein um Jesu willen, sondern um auch Lazarus zu sehen, den er von den Toten erweckt hatte.

Johannes 12,1-9

Abendlese

Gott der HERR hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören. 5 Gott der HERR hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück. 6 Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. 7 Aber Gott der HERR hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden. Darum hab ich mein Angesicht hart gemacht wie einen Kieselstein; denn ich weiß, dass ich nicht zuschanden werde. 8 Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will mit mir rechten? Lasst uns zusammen vortreten! Wer will mein Recht anfechten? Der komme her zu mir! 9 Siehe, Gott der HERR hilft mir; wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie ein Kleid zerfallen, Motten werden sie fressen. 10 Wer ist unter euch, der den HERRN fürchtet, der auf die Stimme seines Knechts hört? Wer im Finstern wandelt und wem kein Licht scheint, der hoffe auf den Namen des HERRN und verlasse sich auf seinen Gott! 11 Siehe, ihr alle, die ihr ein Feuer entfacht und Brandpfeile entzündet, geht hin in die Glut eures Feuers und in die Brandpfeile, die ihr angezündet habt! Das widerfährt euch von meiner Hand; in Schmerzen sollt ihr liegen. 

Jesaja 50,4-11

Bekenntnislese

Mit der Reü war es also getan: Weil niemand alle seine Sünden konnte bedenken (sonderlich das ganze Jahr begangen), flickten sie den Pelz also: wenn die verborgenen Sünden hernach ins Gedächtnis kämen, müsste man sie auch bereün und beichten usw. Indes [bis dahin] waren sie Gottes Gnade befohlen.

16] Zudem, weil auch niemand wusste, wie gross die Reü sein sollte, damit sie ja genugsam wäre vor Gott, gaben sie solchen Trost: wer nicht könnte contritionem, das ist, Reü, haben der sollte attritionem haben, welches ich mag eine halbe oder Anfang der Reü nennen; denn sie haben selbst alles beides nicht verstanden, wissen auch noch nicht, was es gesagt sei, so wenig als ich. Solche attritio ward denn contritio gerechnet, wenn man zur Beichte ging.

17] Und wenn sich’s begab, daß etwa einer sprach, er könnte nicht reün noch Leid haben für seine Sünden, als möchte geschehen sein in der Hurenliebe oder Rachgier usw., fragten sie, ob er denn nicht wünschte oder gern wollte, daß er Reü möchte haben. Sprach er dann: Ja (denn wer wollte hier nein sagen, ohne der Teufel selbst?), so nahmen sie es für die Reü an und vergaben ihm seine Sünden auf solch sein gut Werk. Hier zogen sie St. Bernhard zum Exempel an usw.

18] Hier steht man, wie die blinde Vernunft tappt [unsicher tastet] in Gottes Sachen und Trost sucht in eigenen Werken nach ihrem Dünkel und an Christum oder den Glauben nicht denken kann. Wenn man’s nun beim Licht besieht, ist solche Reü ein gemachter und gedichteter Gedanke aus eigenen Kräften ohne Glauben ohne Erkenntnis Christi, darin zuweilen der arme Sünder, wenn er an die Lust oder Rache gedacht, lieber gelacht denn geweint hätte, ausgenomen, die entweder mit dem Gesetze recht [ge]troffen oder von dem Teufel vergeblich sind mit traurigem Geist geplagt gewesen; sonst ist gewiss solche Reü lauter Heuchelei gewesen und hat der Sünden Lust nicht getötet. Den sie mussten reün, hätten lieber mehr gesündigt, wenn es frei gewesen wäre.

19] Mit der Beichte stand es also: Ein jeglicher musste alle seine Sünden erzählen (welches ein unmöglich Ding ist); das war eine grosse Marter. Welche er aber vergessen hatte, wurden ihm so fern vergeben, wenn sie ihm würden einfallen daß er sie noch müsste beichten. Damit [infolgedessen] konnte er nimmer wissen, wann er rein genug gebeichtet oder wann das Beichten einmal ein Ende haben sollte. Ward gleichwohl auf seine Werke gewiesen und so getröstet: je reiner er beichtete und je mehr er sich schämte [zuschanden machte] und sich selbst also vor dem Preister schändete, je eher und besser er genugtäte für die Sünde; denn solche Demut erwürbe gewisslich Gnade bei Gott.

20] Hier war auch kein Glaube noch Christus, und die Kraft der Absolution ward ihm nicht gesagt, sondern auf Sündenzählen und Schämen stand sein Trost. Es ist aber nicht zu erzählen, was Marter, Büberei und Abgötterei solch Beichten angerichtet hat.

21] Die Genugtuung ist noch das Allerweitläuftigste. Den kein Mensch konnte wissen, wieviel er tun sollte für eine einige Sünde, [ge]schweige denn für alle. Hier fanden sie nun einen Rat, nämlich daß sie wenig Genugtuns aufsetzten [auflegten], die man wohl halten konnte, als fünf Paternoster, einen Tag fasten usw.; mit der übrigen Busse weisete [wies] man sie ins Fegfeür.

22] Hier war nun auch ein eitel Jammer und Not. Etliche meinten, sie würden nimmer aus dem Fegfeür kommen, dieweil nach den alten Kanonen sieben Jahre Busse auf eine Todsünde gehörte. 23] Noch [dennoch] stand die Zuversicht auch auf unserm Werk der Genugtuung, und wo die Genugtuung hätte mögen vollkommen sein, so hätte die Zuversicht gar drauf gestanden, und wäre weder Glaube noch Christus nütze gewesen; aber sie war unmöglich. Wenn nun einer hundert Jahre also gebüsst hätte, so hätte er doch nicht gewusst. wann er ausgebüsst hätte. Das heiss immerdar gebüsst und nimmermehr zur Busse kommen.

24] Heir kam nun der heilige Stuhl zu Rom der armen Kirche zu Hilfe und erfand den Ablass; damit vergab und hob er auf die Genugtuung, erstlich einzeln, sieben Jahre, hundert Jahre usw., und teilte es aus unter die Kardinäle und Bischöfe, daß einer konnte hundert Jahre, einer hundert Tage Ablass geben; aber die ganze Genugtuung aufzuheben, behielt er ihm [sich] allein zuvor.

25] Da nun solches begann Geld zu tragen und der Bullenmarkt gut ward, erdachte er das Güldenjahr und legte es gen Rom; das heiss er Vergebung aller Pein und Schuld. Da liefen die Leute zu; denn es wäre jedermann gern der schweren, un[er]träglichten Last losgemacht [*los gewesen]. Das heiss die Schätze der Erde finden und erheben. Flugs eilte der Papst weiter und machte viel Güldenjahr aufeinander; aber je mehr er Geld verschlang, je weiter ihm der Schlund ward.

Darum schickte er’s danach durch Legaten heraus in die Länder, bis alle Kirchen und Häuser voll Güldenjahre wurden. 26] Zuletzt rumpelte er auch ins Fegfeür unter die Toten, erstlich mit Messen und Vigilien stiften, danach mit dem Ablass und dem Güldenjahr, und wurden endlich die Seelen so wohlfeil, daß er eine um einen Schwertgroschen [kursächsische kleine Münze] losgab.

Schmalkaldischen Artikel 3:III:15-26 Von der falschen Buße der Papisten.

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Palmarum (6. Sonntag in den Fasten: Der Schmerzensmann)

Albrecht Dürer: Vorführung Christi: Ecce homo (1497/98)

Er soll die Starken zum Raube haben, darum daß seine Seele gearbeitet hat und hat sein Leben in den Tod gegeben und hat vieler Sünde getragen.

Jesaja 53,11-12

Introitus

Gott, hilf mir! Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist; ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen. Ich habe mich müde geschrien, mein Hals ist heiser. Meine Augen sind trübe geworden, weil ich so lange harren muss auf meinen Gott. 

Denn um deinetwillen trage ich Schmach, mein Angesicht ist voller Schande. Ich bin fremd geworden meinen Brüdern und unbekannt den Kindern meiner Mutter; denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen. 

Ich aber bete, HERR, zu dir zur Zeit der Gnade; Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe. 

Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand, und auf Tröster, aber ich finde keine. Sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinen Durst. 

Ich aber bin elend und voller Schmerzen. Gott, deine Hilfe schütze mich!

Psalm 68,2-4.8-10.14.21b-22.30 in Dr. Martin Luthers deutscher Übersetzung (Revision 2017)

Kollekte

Barmherziger, ewiger Gott, der Du Deines eigenen Sohnes nicht hast verschonet, sondern ihn für uns alle dahingegeben, daß er unsere Sünde am Kreuze tragen sollte: verleihe uns, daß unser Herz in solchem Glauben nimmermehr erschrecke noch verzage. Durch ihn, unseren Herrn Jesus Christus unseren Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist ein wahrer Gott lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Orate fratres S.128f.

Alttestamentliche Lese

Gott der HERR hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören. Gott der HERR hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück. Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. 

Aber Gott der HERR hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden. Darum hab ich mein Angesicht hart gemacht wie einen Kieselstein; denn ich weiß, dass ich nicht zuschanden werde. Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will mit mir rechten? Lasst uns zusammen vortreten! Wer will mein Recht anfechten? Der komme her zu mir! Siehe, Gott der HERR hilft mir; wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie ein Kleid zerfallen, Motten werden sie fressen. 

Jesaja 50,4-9

Meine Predigt:

Epistel

Seid so unter euch gesinnt, wie es der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht: Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. 

Philipper 2,5-11

Evangelium

Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht: »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.« 

Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte. Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat. Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach. 

Johannes 12,12-19

Der christliche Glaube

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht,wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die Eine, heilige, christliche, apostolischeKirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänum

Wochenlied

Du großer Schmerzensmann, vom Vater so geschlagen,  Herr Jesu, Dir sei Dank für alle Deine Plagen: für Deine Seelenangst, für Deine Band und Not, für Deine Geißelung, für Deinen bittern Tod.

Ach das hat unsre Sünd und Missetat verschuldet, was Du an unsrer Statt, was Du für uns erduldet. Ach unsre Sünde bringt Dich an das Kreuz hinan; o unbeflecktes Lamm, was hast Du sonst getan?

Doch Deine Herzenslieb erweiset unserem Herzen, wie lieb wir Dir gewest; Dein Leiden, Tod und Schmerzen hat nun versöhnet Gott den Vater mit der Welt, uns seine Gnade bracht, zufrieden ihn gestellt.

Dein Kampf ist unser Sieg, Dein Tod ist unser Leben; in Deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben. Dein Kreuz ist unser Trost, die Wunden unser Heil, Dein Blut das Lösegeld, der armen Sünder Teil.

O hilf, daß wir auch uns zum Kampf und Leiden wagen und unter unsrer Last des Kreuzes nicht verzagen; hilf tragen mit Geduld, durch Deine Dornenkron, wenns kommen soll mit uns zum Blute, Schmach und Hohn.

Dein Schweiß komm uns zugut, wenn wir im Schweiße liegen; durch Deinen Todeskampf laß uns im Tode siegen; durch Deine Bande, Herr, bind uns, wie Dir’s gefällt; hilf, daß wir kreuzigen durch Dein Kreuz Fleisch und Welt.

Laß Deine Wunden ein Arznei unserer Sünden, laß uns auf Deinen Tod den Trost im Tode gründen. O Jesu, laß an uns durch Dein Kreuz Angst und Pein Dein Leiden, Kreuz und Angst ja nicht verloren sein.

Adam Thebesius 1663

Wochengebet

Barmherziger Gott, 

am Beginn dieser Heiligen Woche halten wir inne.
Wir wollen Christus willkommen heißen,
wie die Menge ihn in Jerusalem willkommen geheißen hat,
und ihm folgen auf seinem Weg.
Hilf uns, unser Herz zu öffnen für seine Liebe,
die sich im Leiden offenbart.

Wir bitten für alle, die du berufen hast,
dein Wort zu verkünden und mit den Müden zu reden.
Du siehst, dass sie oft selbst müde sind und keine Worte mehr haben.
Du siehst die Resignation und die Mutlosigkeit bei so vielen in der Kirche.
Wir bitten dich um deinen Geist, der lebendig macht,
dass sie neue Inspiration und neue Kräfte finden.
Mache deine Kirche immer wieder zu dem Ort, an dem du dich finden lässt.

Wir bitten dich für die, die geschlagen und misshandelt werden.
Für die, die in ihrem Zuhause Gewalt erleben;
für die missbrauchten Kinder, die vergewaltigten Frauen;
für alle, die sich in ihrer Familie nicht sicher fühlen.
Sei du an ihrer Seite.
Sieh auf alle, die sich selbst nicht wehren können,
und lass sie Hilfe und Schutz finden.

Wir bitten dich für alle, die unter Krieg und Terror leiden.
Wir denken an die Menschen in der Ukraine,
in Israel, in Gaza, in Syrien, im Kongo, im Sudan,
und auch an die, die gerade nicht in den Nachrichten vorkommen.
Wehre den Kriegstreibern.
Wende die Herzen aller, die ihre Interessen mit Gewalt durchsetzen wollen.
Lass Frieden und Gerechtigkeit siegen, überall.

Wir bitten dich für alle, die sich verlassen fühlen.
Die niemanden haben, der für sie kämpft.
Die allein sind und nicht weiterwissen.
Lass sie den Weg zum Kreuz deines Sohnes finden,
wo du allen Verlassenen nahe bist.
Hilf uns, mehr und besser aufeinander acht zu haben
und füreinander da zu sein. 

Wir bitten dich für die, die uns verbunden sind.
Für die Menschen, die wir lieben;
die, die wir vermissen;
alle, um die wir uns sorgen;
und besonders die, die deine Heilung brauchen.
In der Stille legen wir sie dir ans Herz.

Führe uns durch diese Tage, Gott.
Lass uns deine Liebe und deine Nähe erfahren.
Stärke unseren Glauben an dich
und unsere Hoffnung auf deinen Sieg über den Tod.

Dir sei Ehre in Ewigkeit. Amen.

VELKD

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Frieden +

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Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. (Psalm 107)

Auf dem Obststreuwiesenweg (Ketting am Rhein)

Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. 2 So sollen sagen, die erlöst sind durch den HERRN, die er aus der Not erlöst hat, 3 die er aus den Ländern zusammengebracht hat von Osten und Westen, von Norden und Süden. 4 Die irregingen in der Wüste, auf ungebahntem Wege, und fanden keine Stadt, in der sie wohnen konnten, 5 die hungrig und durstig waren und deren Seele verschmachtete, 6 die dann zum HERRN riefen in ihrer Not und er errettete sie aus ihren Ängsten 7 und führte sie den richtigen Weg, dass sie kamen zur Stadt, in der sie wohnen konnten: 8 Die sollen dem HERRN danken für seine Güte / und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut, 9 dass er sättigt die durstige Seele und die Hungrigen füllt mit Gutem. 10 Die da sitzen mussten in Finsternis und Dunkel, gefangen in Zwang und Eisen, 11 weil sie Gottes Worten ungehorsam waren und den Ratschluss des Höchsten verachtet hatten, 12 sodass er ihr Herz durch Unglück beugte und sie stürzten und ihnen niemand half, 13 die dann zum HERRN riefen in ihrer Not und er half ihnen aus ihren Ängsten 14 und führte sie aus Finsternis und Dunkel und zerriss ihre Bande: 15 Die sollen dem HERRN danken für seine Güte / und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut, 16 dass er zerbrach eherne Türen und zerschlug eiserne Riegel. 17 Die Toren, die geplagt waren um ihrer Übertretung und um ihrer Sünde willen, 18 dass ihnen ekelte vor aller Speise und sie nahe waren den Pforten des Todes, 19 die dann zum HERRN riefen in ihrer Not und er half ihnen aus ihren Ängsten, 20 er sandte sein Wort und machte sie gesund und errettete sie, dass sie nicht starben: 21 Die sollen dem HERRN danken für seine Güte / und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut, 22 und sollen Dank opfern und erzählen seine Werke mit Freuden.

Psalm 107,1-22. “Danklied der Erlösten” verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Judika (Der Hohepriester)

Gütiger Gott und Vater, Du hast Deinen Sohn leiden und sterben lassen, um uns zu erretten. Laß uns sein Opfer bedenken und alle Zeit in Deiner Liebe bleiben, die Du in ihm offenbart hast, Deinem Sohn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.305

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele

Matthäus 20,28

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl Du warest verachtet: all Sünd hast Du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm Dich unser, o Jesu.

O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl Du warest verachtet: all Sünd hast Du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm Dich unser, o Jesu.

O Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl Du warest verachtet: all Sünd hast Du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gib Dein´ Frieden, o Jesu.

Nikolaus Decius 1531 (LKG 126)

Fortlaufende Lese

Sie ergriffen ihn aber und führten ihn ab und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus aber folgte von ferne.  55 Da zündeten sie ein Feuer an mitten im Hof und setzten sich zusammen; und Petrus setzte sich mitten unter sie.  56 Da sah ihn eine Magd im Licht sitzen und sah ihn genau an und sprach: Dieser war auch mit ihm.  57 Er aber leugnete und sprach: Frau, ich kenne ihn nicht.  58 Und nach einer kleinen Weile sah ihn ein anderer und sprach: Du bist auch einer von denen. Petrus aber sprach: Mensch, ich bin’s nicht.  59 Und nach einer Weile, etwa nach einer Stunde, bekräftigte es ein anderer und sprach: Wahrhaftig, dieser war auch mit ihm; denn er ist auch ein Galiläer.  60 Petrus aber sprach: Mensch, ich weiß nicht, was du sagst. Und alsbald, während er noch redete, krähte der Hahn.  61 Und der Herr wandte sich und sah Petrus an. Und Petrus gedachte an des Herrn Wort, wie er zu ihm gesagt hatte: Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.  62 Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich. 

Lukas 22:54-62

Morgenlese

Denn du, HERR, bist die Hoffnung Israels. Alle, die dich verlassen, müssen zuschanden werden, und die Abtrünnigen müssen auf die Erde geschrieben werden; denn sie verlassen den HERRN, die Quelle des lebendigen Wassers.

Heile du mich, HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen; denn du bist mein Ruhm. Siehe, sie sprechen zu mir: »Wo ist denn des HERRN Wort? Soll es doch kommen!« Aber ich habe dich nie gedrängt, Unheil kommen zu lassen; auch hab ich den bösen Tag nicht herbeigewünscht, das weißt du. Was ich gepredigt habe, das liegt offen vor dir. Sei du mir nur nicht schrecklich, meine Zuversicht in der Not!

Lass die zuschanden werden, die mich verfolgen, und nicht mich; lass sie erschrecken, und nicht mich. Lass den Tag des Unheils über sie kommen und zerschlage sie zwiefach! 

Jeremia 17:13-18

Abendlese

So sprach der HERR zu mir: Geh hin und tritt ins Tor des Volks, durch das die Könige von Juda aus und ein gehen, und in alle Tore Jerusalems und sprich zu ihnen: Höret des HERRN Wort, ihr Könige Judas und ganz Juda und alle Einwohner Jerusalems, die durch diese Tore gehen! 

So spricht der HERR: Hütet euch um eures Lebens willen und bringt keine Last am Sabbattag durch die Tore Jerusalems und tragt keine Last am Sabbattag aus euren Häusern und tut keine Arbeit, sondern heiligt den Sabbattag, wie ich euren Vätern geboten habe. Aber sie hörten nicht und neigten ihre Ohren nicht, sondern blieben halsstarrig, dass sie ja nicht auf mich hörten noch Zucht annähmen. 

Wenn ihr nun auf mich hören werdet, spricht der HERR, dass ihr am Sabbattag keine Last durch die Tore dieser Stadt tragt, sondern den Sabbat heiligt, dass ihr an diesem Tage keine Arbeit tut, so sollen auch durch die Tore dieser Stadt aus und ein gehen Könige und Fürsten, die auf dem Thron Davids sitzen und die mit Ross und Wagen fahren, sie und ihre Fürsten, die Männer Judas und die Einwohner Jerusalems; und diese Stadt soll für immer bewohnt werden. Und sie sollen kommen aus den Städten Judas und aus der Gegend von Jerusalem und aus dem Lande Benjamin, aus dem Hügelland und vom Gebirge und vom Südland, die da bringen Brandopfer, Schlachtopfer, Speisopfer und Weihrauch und die da Dankopfer bringen zum Hause des HERRN. 

Werdet ihr aber nicht auf mein Gebot hören, den Sabbattag zu heiligen und keine Last am Sabbattag zu tragen durch die Tore Jerusalems, so will ich ein Feuer in ihren Toren anzünden, das die festen Häuser Jerusalems verzehrt und nicht gelöscht werden kann. 

Jeremia 17:19-27

Bekenntnislese

III. Von der Busse

1] Solch Amt [*des Gesetzes] behält das Neü Testament und treibet’s auch, wie St. Paulus Röm. 1 tut und spricht: “Gottes Zorn wird vom Himmel offenbart über alle Menschen”; item 3: “Alle Welt ist vor Gott schuldig” und “Kein Mensch ist vor ihm gerecht.” Und Christus Joh. 16: “Der Heilige Geist wird die Welt strafen um die Sünde.”

2] Das ist nun die Donneraxt [der Blitzstrahl] Gottes, damit er beide die offenbarlichen Sünder und falschen Heiligen in einen Haufen schlägt und lässt keinen recht haben, treibt sie allesamt in das Schrecken und Verzagen. Das ist der Hammer (wie Jeremias spricht): “Mein Wort ist ein Hammer, der die Felsen zerschmettert.” Das ist nicht activa contritio, eine gemachte Reü, sondern passiva contritio, das rechte Herzeleid, Leiden und Fühlen des Todes.

3] Und das heisst denn die rechte Busse anfangen, und muss der Mensch heir hören solch Urteil: Es ist nichts mit euch allen; ihr seid öffentliche Sünder oder Heilige, ihr müsst alle anders werden und anders tun, weder [als] ihr jetzt seid und tut, ihr seid, wer und wie gross, weise, mächtig und heilig, als ihr wollt; hier ist niemand fromm.

4] Aber zu solchem Amt tut das Neü Testament flugs die tröstliche Verheissung der Gnade durchs Evangelium, der man glauben solle, wie Christus spricht Marci 1: “Tut Busse und glaubet dem Evangelio”, das ist, werdet und macht’s anders und glaubt meiner Verheissung. 5] Und vor ihm her Johannes wird genannt ein Prediger der Busse, doch zur Vergebung der Sünden, das ist er sollte sie alle strafen und zu Sündern machen, auf daß sie wüssten, was sie vor Gott wären, und sich erkennten als verlorne Menschen und also dem Heren bereitet würden, die Gnade zu empfangen und der Sünden Vergebung von ihm [zu] gewarten und an[zu]nehmen. 6] Also sagt auch Christus Luk. am 24. selbst: “Man muss in meinem Namen in alle Welt predigen Busse und Vergebung der Sünden.”

7] Wo aber das Gesetz solch sein Amt allein treibt ohne Zutun des Evangelii, da ist der Tod und die Hölle, und muss der Mensch verzweifeln wie Saul und Judas, 8] wie St. Paulus sagt: “Das Gesetz tötet durch die Sünde.” Wiederum gibt das Evangelium nicht einerlei Weise Trost und Vergebung, sondern durchs Wort, Sakramente und dergleichen, wie wir hören werden, auf daß die Erlösung ja reichlich sei bei Gott, wie der 130. Psalm sagt, wider das grosse Gefängnis der Sünden.

9] Aber jetzt müssen wir die falsche Busse der Sophisten gegen die rechte Busse halten, damit sie beide desto bass [besser] verstanden werden.
 
 

Von der falschen Busse der Papisten

10] Unmöglich ist’s gewesen, daß sie sollten recht von der Busse lehren, weil sie die rechten Sünden nicht erkannten. Denn (wie droben gesagt) sie halten von der Erbsünde nicht recht, sondern sagen, die natürlichen Kräfte des Menschen seien ganz und unverderbt [ge]blieben, die Vernunft könne recht lehren, und der Wille könne recht danach tun, daß Gott gewisslich seine Gnade gibt, wenn ein Mensch tut, soviel an ihm ist, nach seinem freien Willen.

11] Hieraus musste nun folgen, daß sie allein die wirklichen Sünden büssten, als: böse bewilligte Gedanken (denn böse Bewegung, Lust, Reizung war nicht Sünde), böse Worte, böse Werke, die der freie Wille wohl hätte können lassen.

12] Und zu solcher Busse setzen sie drei Teile: Reü, Beichte, Genugtun, mit solcher Vertröstung und Zusage, wo der Mensch recht reute, beichtete, genugtäte, so hätte er damit Vergebung verdient und die Sünde vor Gott bezahlt. Weiseten [wiesen] also die Leute in der Busse auf Zuversicht eignener Werke. 13] Daher kam das Wort auf der Kanzel, wenn man die gemeine Beichte dem Volke vorsprach: “Friste mir, Her Gott, mein Leben, bis ich meine Sünde büsse und mein Leben bessere!”

14] Hier war kein Christus und nichts vom Glauben gedacht, sondern man hoffte mit eigenen Werken die Sünde vor Gott zu überwinden und zu tilgen; der Meinung [mit dieser Absicht] wurden wir auch Pfaffen und Mönche, daß wir uns selbst wider die Sünde legen wollten.

Schmalkaldische Artikel 3:III:1-14 (Von der Buße)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Hilf uns, Gott, unser Heiland, und laß ab von deiner Ungnade über uns! (Psalm 85)

Benediktinerabtei Maria Laach

 HERR, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande und hast erlöst die Gefangenen Jakobs; der du die Missetat vormals vergeben hast deinem Volk und all ihre Sünde bedeckt hast; – Sela – der du vormals hast all deinen Zorn fahren lassen und dich abgewandt von der Glut deines Zorns: Hilf uns, Gott, unser Heiland, und lass ab von deiner Ungnade über uns! Willst du denn ewiglich über uns zürnen und deinen Zorn walten lassen für und für? Willst du uns denn nicht wieder erquicken, dass dein Volk sich über dich freuen kann? 

HERR, zeige uns deine Gnade und gib uns dein Heil! Könnte ich doch hören, was Gott der HERR redet, dass er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf dass sie nicht in Torheit geraten. Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, dass in unserm Lande Ehre wohne; dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen; dass Treue auf der Erde wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue; dass uns auch der HERR Gutes tue und unser Land seine Frucht gebe; dass Gerechtigkeit vor ihm her gehe und seinen Schritten folge. 

Psalm 85. Ein Psalm der Korachiter, vorzusingen nach der deutschen Übersetzung Dr. Martin Luthers (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Judika (Der Hohepriester)

Gütiger Gott und Vater, Du hast Deinen Sohn leiden und sterben lassen, um uns zu erretten. Laß uns sein Opfer bedenken und alle Zeit in Deiner Liebe bleiben, die Du in ihm offenbart hast, Deinem Sohn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.305

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele

Matthäus 20,28

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

So ruhest Du, o meine Ruh, in Deiner Grabeshöhle und erweckst durch Deinen Tod meine tote Seele.
Man senkt Dich ein nach vieler Pein, Du meines Lebens Leben. Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben.
O Lebensfürst, ich weiß, Du wirst mich wieder auferwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor dem Grab erschrecken?
Es wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch Deinen Tod Tod und Grab besiege.
Gar nichts verdirbt, der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen.
Indes will ich, o Jesus, Dich in meine Seele senken und an Deinen bittern Tod bis zum Tod gedenken.

Salomo Franck 1685 (LKG 153)

Fortlaufende Lese

Als er aber noch redete, siehe, da kam eine Schar; und einer von den Zwölfen, der mit dem Namen Judas, ging vor ihnen her und nahte sich Jesus, um ihn zu küssen.  48 Jesus aber sprach zu ihm: Judas, verrätst du den Menschensohn mit einem Kuss?  49 Als aber, die um ihn waren, sahen, was geschehen würde, sprachen sie: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen?  50 Und einer von ihnen schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm sein rechtes Ohr ab.  51 Da sprach Jesus: Lasst ab! Nicht weiter! Und er rührte sein Ohr an und heilte ihn.  52 Jesus aber sprach zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Ältesten, die zu ihm hergekommen waren: Ihr seid wie gegen einen Räuber mit Schwertern und mit Stangen ausgezogen?  53 Ich bin täglich bei euch im Tempel gewesen, und ihr habt nicht Hand an mich gelegt. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis. 

Lukas 22,47-53

Morgenlese

Da versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer einen Rat und sprachen: Was tun wir? Dieser Mensch tut viele Zeichen. Lassen wir ihn gewähren, dann werden sie alle an ihn glauben, und dann kommen die Römer und nehmen uns Tempel und Volk. Einer aber von ihnen, Kaiphas, der in diesem Jahr Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisst nichts; ihr bedenkt auch nicht: Es ist besser für euch, ein Mensch sterbe für das Volk, als dass das ganze Volk verderbe. Das sagte er aber nicht von sich aus, sondern weil er in diesem Jahr Hoherpriester war, weissagte er. Denn Jesus sollte sterben für das Volk.

Johannes 11,47-51

Abendlese

Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit. 

Hebräer 4,14-16

Bekenntnislese

Folgende Stücke oder Artikel mögen wir mit Gelehrten, Vernünftigen oder unter uns selbst handeln. Der Papst und sein Reich achten derselben nicht viel; denn conscientia ist bei ihnen nichts, sondern Geld, Ehr’ und Gewalt ist’s gar.

I. Von der Sünde.

1] Hier müssen wir bekennen, wie St. Paulus Röm. 5 sagt, daß die Sünde sei von Adam, dem einigen Menschen, hergekommen, durch welches Ungehorsam alle Menschen sind Sünder [ge] worden, dem Tode und dem Teufel unterworfen. Dies heisse die Erbsünde oder Hauptsünde.

2] Solcher Sünde Früchte sind danach die bösen Werke, so in den zehn Geboten verboten sind als Unglaube, falscher Glaube, Abgötterei, ohne Gottesfurcht sei, Vermessenheit, Verzweifeln, Blindheit und Summa, Gott nicht kennen oder achten; danach: lügen, bei Gottes Namen schwören, nicht beten, nicht anrufen, Gottes Wort nicht achten, Eltern ungehorsam sein, morden, Unkeuschheit, stehlen, trügen usw.

3] Solche Erbsünde ist so gar eine tiefe, böse Verderbung der Natur, daß sie keine Vernunft nicht kennt, sondern muss aus der Schrift Offenbarung geglaubt werden, Ps. 51; Röm. 5; Ex. 33Gen. 3. Darum sind das eitel Irrtümer und Blindheit wider diesen Artikel, das die Schultheologen [Scholastiker] gelehrt haben, nämlich:

4] Daß nach dem Erbfall Adams des Menschen natürliche Kräfte sind ganz und unverderbt [ge] blieben und der Mensch habe von Natur eine rechte Vernunft und guten Willen, wie die Philosophi solches lehren.

5] Item, daß der Mensch habe einen freien Willen, Gutes zu tun und Böses zu lassen, und wiederum, Gutes zu lassen und Böses zu tun.

6] Item, daß der Mensch möge [könne] aus natürlichen Kräften alle Gebote Gottes tun und halten.

7] Item, er möge [könne] aus natürlichen Kräften Gott lieben über alles und seinen Nächsten als sich selbst.

8] Item, wenn ein Mensch tut, soviel an ihm ist, so gibt ihm Gott gewisslich seine Gnade.

9] Item, wenn er zum Sakrament will gehen, ist nicht not ein guter Vorsatz, Gutes zu tun, sondern sei genug, daß er nicht einen bösen Vorsatz, Sünde zu tun, habe; so gar gut ist die Natur und das Sakrament so kräftig.

10] Es sei nicht in der Schrift gegründet, daß zum guten Werk vonnöten sei der Heilige Geist mit seiner Gnade.

11] Solche und dergleichen viel Stücke sind aus Unverstand und Unwissenheit beide der Sünde und Christi, unsers Heilands, gekommen, rechte heidnische Lehre, die wir nicht leiden können. Denn wo diese Lehre recht sollte sein, so ist Christus vergeblich gestorben, weil kein Schade noch Sünde im Menschen ist, dafür er sterben müsste; oder [er] wäre allein für den Leib, nicht für die Seele auch gestorben, weil die Seele gesund und allein der Leib des Todes ist.

II. Vom Gesetz.

1] Heir halten wir, daß das Gesetz gegeben sei von Gott, erstlich, der Sünde zu steürn mit Dräün und Schrecken der Strafe und mit Verheissen und Anbieten der Gnade und Wohltat. Aber solches alles ist der Bosheit halben, so die Sünde im Menschen gewirkt, übel geraten. 2] Denn eines Teils sind davon ärger [ge]worden, als die dem Gesetze feind sind, darum daß es verbeut, [verbietet], was sie gerne tun, und gebeut, was sie ungern tun. Derhalben, wo sie vor der Strafe können, tun sie nun mehr wider das Gesetz denn zuvor. Das sind denn die rohen, bösen Leute, die Böses tun, wo sie Stätte und Raum haben.

3] Die andern werden blind und vermessen, lassen sich dünken, sie halten und können das Gesetz halten aus ihren Kräften, wie jetzt droben gesagt ist von den Schultheologen; daher kommen die Heuchler und falschen Heiligen.

4] Aber das vornehmste Amt oder Kraft des Gesetzes ist, daß es die Erbsünde mit den Früchten und allem offenbare und dem Menschen zeige, wie gar tief seine Natur gefallen und grundlos verderbt ist, als dem das Gesetz sagen muss, daß er keinen Gott habe noch achte und bete fremde Götter an, welches er zuvor und ohne das Gesetz nicht geglaubt hätte. Damit wird er erschreckt, gedemütigt, verzagt, verzweifelt, wollte gern, daß ihm geholfen würde, und weiss nicht wo aus, fängt an, Gott feind zu werden und zu murren usw. 5] Das heisst den Röm. 4: “Das Gesetz erreget Zorn” und Röm. 5: “Die Sünde wird grösser durchs Gesetz.”

Schmalkaldische Artikel III:I-II

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Dr. Martin Luthers 5. Passionspredigt

“Verleugnung des Apostels St. Petrus” von Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610)

Petrus aber saß draußen im Hof; und es trat zu ihm eine Magd und sprach: Und du warst auch mit dem Jesus aus Galiläa.  Er leugnete aber vor ihnen allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst.

Als er aber zur Tür hinausging, sah ihn eine andere und sprach zu denen, die da waren: Dieser war auch mit dem Jesus von Nazareth. Und er leugnete abermals und schwur dazu: Ich kenne den Menschen nicht.

Und über eine kleine Weile traten die hinzu, die dastanden, und sprachen zu Petrus: Wahrlich du bist auch einer von denen; denn deine Sprache verrät dich. Da hob er an sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne diesen Menschen nicht. Uns alsbald krähte der Hahn.

Da dachte Petrus an die Worte Jesu, da er zu ihm sagte: “Ehe der Hahn krähen wird, wirst du mich dreimal verleugnen”, und ging hinaus und weinte bitterlich.

Matthäus 26,69-75 nach Dr. Martin Luthers deutscher Übersetzung von 1545.

Dr. Martin Luther predigt die 5. Passionspredigt über Matthäus 26,69-75. “Das ist ein reffentliche Hystori, derhalb auch die Euangelisten alle vier in sonderheyt davon meldung thun, Sie dienet aber fürnehmlich in zwen weg, Erstlich, das wir lernen demütig und nit vermessen sein… Zum andern, das wir lernen, wenn wir in sünd gefallen sind, wie wir uns zur gnad schicken sollen.” Hier zu lesen nach WA 52, S.764-769:

Und hier vorgelesen zum zuhören:

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Sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinen Durst. (Psalm 69,22)

Errette mich aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke, dass ich errettet werde vor denen, die mich hassen, und aus den tiefen Wassern; 16 dass mich die Wasserflut nicht ersäufe / und die Tiefe nicht verschlinge und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe. 17 Erhöre mich, HERR, denn deine Güte ist tröstlich; wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit 18 und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knecht, denn mir ist angst; erhöre mich eilends. 19 Nahe dich meiner Seele und erlöse sie, erlöse mich um meiner Feinde willen. 20 Du kennst meine Schmach, meine Schande und Scham; meine Widersacher sind dir alle vor Augen. 21 Die Schmach bricht mir mein Herz und macht mich krank. Ich warte, ob jemand Mitleid habe, aber da ist niemand, und auf Tröster, aber ich finde keine. 

Sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinen Durst. 23 Ihr Tisch werde vor ihnen zur Falle, zur Vergeltung und zum Strick. 24 Ihre Augen sollen finster werden, dass sie nicht sehen, und ihre Hüften lass immerfort wanken. 25 Gieß deine Ungnade über sie aus, und dein grimmiger Zorn ergreife sie. 26 Ihre Wohnstatt soll verwüstet werden, und niemand wohne in ihren Zelten. 27 Denn sie verfolgen, den du geschlagen hast, und reden gern von dem Schmerz derer, die du hart getroffen hast. 28 Lass sie aus einer Schuld in die andre fallen, dass sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit. 29 Tilge sie aus dem Buch des Lebens, dass sie nicht geschrieben stehen bei den Gerechten. 30 Ich aber bin elend und voller Schmerzen. Gott, deine Hilfe schütze mich!  

Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied und will ihn hoch ehren mit Dank. 32 Das wird dem HERRN besser gefallen als ein Stier, der Hörner und Klauen hat. 33 Die Elenden sehen es und freuen sich. Die ihr Gott sucht, euer Herz lebe auf! 34 Denn der HERR hört die Armen und verachtet seine Gefangenen nicht. 35 Es lobe ihn Himmel und Erde, die Meere und alles, was sich darin regt. 36 Denn Gott wird Zion helfen / und die Städte Judas bauen, dass man dort wohne und sie besitze. 37 Und die Kinder seiner Knechte werden sie erben, und die seinen Namen lieben, werden darin bleiben. 

Psalm 69,15-36. Von David, vorzusingen, nach der Weise »Lilien«. Dr. Martin Luthers deutsche Übersetzung (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Judika (Der Hohepriester)

Gütiger Gott und Vater, Du hast Deinen Sohn leiden und sterben lassen, um uns zu erretten. Laß uns sein Opfer bedenken und alle Zeit in Deiner Liebe bleiben, die Du in ihm offenbart hast, Deinem Sohn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.305

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele

Matthäus 20,28

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Der Du, Herr Jesu, Ruh und Rast in Deinem Grab gehalten hast, gib, daß wir in Dir ruhen all, und unser Leben Dir gefall.

Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, die Du erkauft mit Deinem Blut, und führ uns in des Himmels Licht zu Deines Vaters Angesicht.

Wir danken Dir, o Gotteslamm, getötet an des Kreuzes Stamm; laß ja uns Sündern Deine Pein den Eingang in das Leben sein.

Nach dem “Qui iacuisti mortuus” des Bonaventura (13.Jhd) von Georg Werner 1647. LKG 152.

Fortlaufende Lese

Und er ging nach seiner Gewohnheit hinaus an den Ölberg. Es folgten ihm aber auch die Jünger.  40 Und als er dahin kam, sprach er zu ihnen: Betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt!  41 Und er riss sich von ihnen los, etwa einen Steinwurf weit, und kniete nieder, betete  42 und sprach: Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!  43 [Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.  44 Und er geriet in Todesangst und betete heftiger. Und sein Schweiß wurde wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen.]  45 Und er stand auf von dem Gebet und kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit  46 und sprach zu ihnen: Was schlaft ihr? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt! 

Lukas 22,39-46

Morgenlese

Und darum ist er auch der Mittler des neuen Bundes, auf dass durch seinen Tod, der geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund, die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen. 16 Denn wo ein Testament[2] ist, da muss der Tod dessen geschehen sein, der das Testament gemacht hat. 17 Denn ein Testament tritt erst in Kraft mit dem Tode; es ist niemals in Kraft, solange der noch lebt, der es gemacht hat. 18 Daher wurde auch der erste Bund nicht ohne Blut gestiftet.

Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht: 28 so ist auch Christus einmal geopfert worden, die Sünden vieler wegzunehmen; zum zweiten Mal erscheint er nicht der Sünde wegen, sondern zur Rettung derer, die ihn erwarten. 

Hebräer 9,15-18.27-28

Abendlese

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis, damit wir auch trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott. 

Denn wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus. Werden wir aber bedrängt, so geschieht es euch zu Trost und Heil; werden wir getröstet, so geschieht es euch zum Trost, der sich wirksam erweist, wenn ihr mit Geduld dieselben Leiden ertragt, die auch wir leiden. Und unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen: Wie ihr an den Leiden teilhabt, so habt ihr auch am Trost teil. 

Denn wir wollen euch, Brüder und Schwestern, nicht verschweigen die Bedrängnis, die uns in der Provinz Asia widerfahren ist, da wir über die Maßen beschwert waren und über unsere Kraft, sodass wir auch am Leben verzagten; und wir dachten bei uns selbst, zum Tode verurteilt zu sein. Das geschah aber, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt, der uns aus solcher Todesnot errettet hat und erretten wird. Auf ihn hoffen wir, er werde uns auch hinfort erretten. Dazu helft auch ihr durch eure Fürbitte für uns, damit von vielen auf vielfältige Weise um unsertwillen Dank dargebracht werde für die Gabe, die uns gegeben ist. 

2. Korinther 1,3-11

Bekenntnislese

Daß der Papst nicht sei iure divino oder aus Gottes Wort das Haupt der ganzen Christenheit (denn das gehört einem allein zu, der heißt Jeus Christus), sondern allein Bischof oder Pfarrherr der Kirche zu Rom und derjenigen, so sich williglich oder durch menschliche Kreatur (das ist, weltliche Obrigkeit), zu ihm begeben haben, nicht unter ihm als einem Herrn, sondern neben ihm als Bruder und Gesellen, Christen zu sein, wie solches auch die alten Conzilia und die Zeit S. Cypriani weisen.

Izt aber tarr kein Bischof den Papst “Bruder” heißen wie zu der Zeit, sondern muß ihn seinen “allergnädigsten Herrn” heißen, wenn’s auch ein König oder Kaiser wäre. Das wollen, sollen und können wir nicht auf unser Gewissen nehmen; wer es aber tun will, der tu´ es ohn uns.

Hieraus folget, daß alle dasjenige, so der Papst aus solcher falscher, freveler, lästerlicher, angemaßter Gewalt getan und furgenommen hat, eitel teuflisch Geschicht und Geschäft gewest und noch sei (ohn was das leibliche Regiment belangt, darin Gott auch wohl durch´ einen Tyrannen und Buben läßt (dem) einem Volk viel Gutes geschehen), zu Verderbung der ganzen heiligen christlichen Kirche (soviel an ihm gelegen) und zu verstoren den ersten Häuptartikel von der Erlosung Jeu Christi.

Denn da stehen alle seine Bullen und Bücher, (und) darin er brulle(n)t wie ein Lewe (als der Engel Apocaly. 12 bildet), daß (niemand) kein Christ konne selig werden, er sei denn ihm gehorsam und untertan in allen Dingen, was er will, was er sagt, was er tut. Welches alles nichts anderes ist, denn also viel gesagt: “Wenn du gleich an Christum gläubst und alles an ihm hast, was zur Seligkeit not ist, so ist’s doch nichts und alles umbsonst, wo du mich nicht fur deinen Gott hältest, mir untertan und gehorsam bist.” So es doch offenbärlich ist, daß die heilige Kirche ohne Bapst gewest zum wenigsten uber funfhundert Jahren, und bis auf diesen Tag die griechisch und viel anderer Sprachen Kirchen noch nie unter dem Bapst gewest und noch nicht sind. So ist’s (am Tag), wie oft gesagt, ein Menschengeticht, das nicht geboten, ohne Not und vergeblich; denn die heilige christliche Kirche ohne solch Häupt wohl bleiben kann und wohl besser blieben wäre, wo solch Haupt durch den Teufel nicht aufgeworfen wäre, und ist auch das Bapsttum kein Nutz in der Kirchen, denn es ubet kein christlich Ampt, und muß also die Kirche bleiben und bestehen ohne den Bapst.

Und ich setze, daß der Bapst wollte sich des begeben, daß er nicht iure divino oder aus Gottes Gebot der Oberste wäre, sondern, damit die Einigkeit der Christen wider die Rotten und Ketzerei desto baß erhalten würde, mußte man ein Häupt haben, daran sich die andern alle hielten. Solches Häupt würde nu durch Menschen erwählt und stunde in menschlicher Wahl und Gewalt dasselbe Häupt zu ändern, zu entsetzen. Wie (im) zu Konstanz das Conzilium fast die Weise hielt mit den Bäpsten, setzten der drei ab und wählten den vierden. Ich setze nu, sage ich, daß sich der Bapst und der Stuel zu Rom solchs begeben und annehmen wollt´, welchs doch unmuglich ist; denn er mußte sein ganz Regiment und Stand lassen umkehren und zerstören mit allen seinen Rechten und Buchern. Summa, er kann’s nicht tun.

Dennoch wäre damit der Christenheit nichts geholfen, und wurden viel mehr Rotten werden den zuvor; denn weil man solchem Häupt nicht mußte untertan sein aus Gottes Befehl, sondern aus menschlichem guten Willen, wurde es gar leichtlich und bald verachtet, zuletzt kein Glied behalten, mußte auch nicht immerdar zu Rom oder anderm Ort sein, sondern wo und in welcher Kirche Gott einen solchen Mann hätte gegeben, der tüchtig dazu wäre. O das wollt ein weitläuftig, wust Wesen werden.

Darum kann die Kirche nimmermehr bass [besser] regiert und erhalten werden, denn daß wir alle unter einem Häupt Christo leben, und die Bischöfe alle, gleich nach dem Amt (ob sie wohl ungleich nach den Gaben), fleissig zusammenhalten in einträchtiger Lehre, Glauben, Sakramenten, Gebeten und Werken der Liebe usw.; wie St. Hieronymus schreibt, daß die Priester zu Alexandria sämtlich und insgemein die Kirche regierten, und [wie] die Apostel auch getan und hernach alle Bischöfe in der ganzen Christenheit, bis der Papst seinen Kopf über alle erhob.

Dies Stück zeigt gerwaltiglich, daß er der rechte Endechrist oder Widerchrist sei, der sich über und wider Christum gesetzt und erhöht hat, weil er will die Christen nicht lassen selig sein ohne seine Gewalt, welche doch nichts ist, von Gott nicht geordnet noch geboten. Das heisst eigentlich “über Gott und wider Gott sich setzen”, wie St. Paulus sagt 2 Thess. 2. Solches tut dennoch der Türke noch Tatter [Tatar] nicht, wie grosse Feinde sie der Christen sind, sondern lassen glauben an Christum, wer da will, und nehmen leiblichen Zins und Gehorsam von den Christen.

Aber der Papst will nicht lassen glauben, sondern spricht, man solle ihm gehorsam sein, so werde man selig. Das wollen wir nicht tun, oder drüber sterben in Gottes Namen. Das kommt alles daher, daß er iure divino der Oberste hat sollen heissen über die christliche Kirche. Darum hat er sich müssen Christo gleich und über Christum setzen, sich das Haupt, hernach einen Herrn der Kirche, zuletzt auch der ganzen Welt und schlecht [schlechthin] einen irdischen Gott rühmen lassen, bis er auch den Engeln im Himmelreich zu gebieten sich unterstand. Und wenn man unterscheidet des Papstes Lehre von der Heiligen Schrift oder sie dagegen stellt und hält, so findet sich’s daß des Papstes Lehre, wo sie am allerbesten ist, so ist sie aus dem kaiserlichen, heidnischen Recht genommen und lehrt weltliche Händel und Gerichte, wie seine Dekretales zeugen. Danach lehrt sie Zeremonien von Kirchen, Kleidern, Speisen, Personen und des Kinderspiels, Larven [Scheinwesens] und Narrenwerks ohne Massen, aber in diesem allem gar nichts von Christo, Glauben und Gottes Geboten. Zuletzt ist’s nichts denn eitel Teufel, da er seine Lügen von Messen, Fegfeür, Klösterei, eigenem Werk und Gottesdienst (welches denn das rechte Papsttum ist) treibet über und wider Gott, verdammt tötet und plagt alle Christen, so solchen seinen Greül nicht über alles heben und ehren. Darum, sowenig wir den Teufel selbst für einen Herrn oder Gott anbeten können, so wenig können wir auch seinen Apostel, den Papst oder Endechrist, in seinem Regiment zum Haupt oder Herrn leiden. Denn Lügen und Mord, Leib und Seele zu verderben ewiglich, das ist sein päpstlich Regiment eigentlich, wie ich dasselbe in vielen Büchern bewiesen habe.

An diesen vier Artikeln werden sie genugsam zu verdammen haben im Konzilio; denn sie nicht das geringste Gliedlein von der Artikel einem uns lassen können noch wollen. Des müssen wir gewiss sein und uns erwägen [vertraünd hingeben der Hoffnung, Christus, unser Her, habe seinen Widersacher angegriffen und werde nachdrüken beide mit seinem Geist und Zukunft. Amen.

Den im Konzilio; werden wir nicht vor dem Kaiser over weltlicher Obrigkeit wie zu Augsburg (der ganz ein gnädiges Ausschreiben tat und in der Güte liess die Sachen verhören), sondern vor dem Papst und dem Teufel selbst werden wir dastehen, der nichts gedenkt zu hören, sondern schlechts [zu] verdammen, [zu] worden und zur Abgötterei zu zwingen. Darum müssen wir hier nicht seine Füsse küssen oder sagen: Ihr seid mein gnädiger Herr! sondern wie im Zacharia [Sacharja] der Engel zum Teufel sprach: “Strafe dich Gott, Satan!”

Schmalkaldische Artikel II:IV Vom Papsttum

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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Was rühmst Du Dich der Bosheit, Du Tyrann, da doch Gottes Güte noch täglich währt? (Psalm 52)

Philippolis (Free State, RSA) von Jens Friis (FB)

Was rühmst du dich der Bosheit, du Tyrann, da doch Gottes Güte noch täglich währt? Deine Zunge trachtet nach Schaden wie ein scharfes Schermesser, du Betrüger! Du liebst das Böse mehr als das Gute und redest lieber Falsches als Rechtes. Sela. 

Du redest gern alles, was zum Verderben dient, mit falscher Zunge. Darum wird dich auch Gott für immer zerstören, dich zerschlagen und aus deinem Zelte reißen und aus dem Lande der Lebendigen ausrotten. Sela. 

Und die Gerechten werden es sehen und sich fürchten und werden seiner lachen: »Siehe, das ist der Mann, der nicht Gott für seinen Trost hielt, sondern verließ sich auf seinen großen Reichtum und nahm Zuflucht bei seinem verderblichen Tun.« Ich aber werde bleiben wie ein grünender Ölbaum im Hause Gottes; ich verlasse mich auf Gottes Güte immer und ewig. Ich danke dir ewiglich, denn du hast es getan. Ich will harren auf deinen Namen vor deinen Heiligen, denn er ist gut. 

Eine Unterweisung Davids, vorzusingen, 2 als Doëg, der Edomiter, kam und zeigte es Saul an und sprach: David ist in Ahimelechs Haus gekommen. Psalm 52 ins Deutsche von Dr. Martin Luther übersetzt Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Judika (Der Hohepriester)

Gütiger Gott und Vater, Du hast Deinen Sohn leiden und sterben lassen, um uns zu erretten. Laß uns sein Opfer bedenken und alle Zeit in Deiner Liebe bleiben, die Du in ihm offenbart hast, Deinem Sohn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.305

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele

Matthäus 20,28

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

O Traurigkeit, o Herzeleid! Ist das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einigs Kind wird ins Grab getragen.

O große Not! Gotts Sohn liegt tot. Am Kreuz ist er gestorben; hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben.

O Menschenkind, nur Deine Sünd hat dieses angerichtet, da Du durch die Missetat warest ganz vernichtet.

Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt hier mit Blut beflossen, welches es ganz mildiglich hat für Dich vergossen.

O süßer Mund, o Glaubensgrund, wie bist Du doch zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß Dich ja beklagen.

O lieblich Bild, schön, zart und mild, Du Söhnlein der Jungfrauen! Niemand kann Dein heißes Blut sonder Reu anschauen.

O selig ist zu aller Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab versenket.

O Jesu, Du mein Hilf und Ruh, ich bitte Dich mit Tränen: Hilf, dass ich mich bis ins Grab nach Dir möge sehnen.

Strophe 1: Würzburg 1628 und Strophen 2-8: Johann Rist 1641. LKG 151

Fortlaufende Lese

Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den Weizen.  32 Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dann umkehrst, so stärke deine Brüder.  33 Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen.  34 Er aber sprach: Petrus, ich sage dir: Der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, dass du mich kennst.  35 Und er sprach zu ihnen: Als ich euch ausgesandt habe ohne Geldbeutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nein, keinen.  36 Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Geldbeutel hat, der nehme ihn, desgleichen auch eine Tasche, und wer’s nicht hat, verkaufe seinen Mantel und kaufe ein Schwert.  37 Denn ich sage euch: Es muss das an mir vollendet werden, was geschrieben steht: »Er ist zu den Übeltätern gerechnet worden.« Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende.  38 Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. 

Lukas 22,31-38

Morgenlese

Da Judas nun hinausgegangen war, spricht Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in ihm. 32 Ist Gott verherrlicht in ihm, so wird Gott ihn auch verherrlichen in sich und wird ihn bald verherrlichen. 33 Ihr Kinder, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen. Und wie ich zu den Juden sagte, sage ich jetzt auch zu euch: Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen. 34 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. 35 Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. 

Johannes 13,31-35

Abendlese

Und Jesus sprach zu ihm: Sieh zu, sage es niemandem, sondern geh hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Mose befohlen hat, ihnen zum Zeugnis.
5 Als aber Jesus nach Kapernaum hineinging, trat ein Hauptmann zu ihm; der bat ihn 6 und sprach: Herr, mein Knecht[1] liegt zu Hause und ist gelähmt und leidet große Qualen. 7 Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen.[2] 8 Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. 9 Denn auch ich bin ein Mensch, der einer Obrigkeit untersteht, und habe Soldaten unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh hin!, so geht er; und zu einem andern: Komm her!, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er’s. 10 Als das Jesus hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden! 11 Aber ich sage euch: Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; 12 aber die Kinder des Reichs werden hinausgestoßen in die äußerste Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappern. 13 Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin; dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht wurde gesund zu derselben Stunde.
14 Und Jesus kam in das Haus des Petrus und sah, dass dessen Schwiegermutter zu Bett lag und hatte das Fieber. 15 Da berührte er ihre Hand und das Fieber verließ sie. Und sie stand auf und diente ihm. 16 Am Abend aber brachten sie viele Besessene zu ihm; und er trieb die Geister aus durch sein Wort und machte alle Kranken gesund, 17 auf dass erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: »Er hat unsre Schwachheit auf sich genommen, und unsre Krankheiten hat er getragen.« 

Matthäus 8,4-17

Bekenntnislese

Zum andern ist das daraus gefolgt, daß die bösen Geister haben viel Büberei angerichtet, daß sie als Menschenseelen erschienen sind, Messen, Vigilien, Wallfahrten und andere Almosen geheischt mit unsäglichen Lügen und Schalkheiten. 17] Welches wir alle haben für Artikel des Glaubens halten und danach leben müssen, und der Papst [hat] solches bestätigt, wie auch die Messe und alle andern Greül. Hier ist auch kein weichen oder Nachlassen.

18] Zum dritten die Wallfahrten. Da hat man auch gesucht Messen, Vergebung der Sünden und Gottes Gnade; denn die Messe hat’s alles regiert. Nun ist das ja gewiss, daß solche Wallfahrten ohne Gottes Wort uns nicht geboten, auch nicht vonnöten [sind], weil wir’s wohl besser haben mögen und sie ohne alle Sünde und [Ge]Fahr lassen mögen. Warum lässt man denn daheim eigene Pfarren, Gottes Wort, Weib und Kind usw., die nötig und geboten sind, und läuft den unnötigen ungewissen, schädlichen Teufelsirrwischen nach? 19] Ohne daß der Teufel den Papst geritten hat, solches zu preisen und [zu] bestätigen, damit die Leute ja häufig von Christo auf ihre eigenen Werke fielen und abgöttisch würden, welches das ärgste dran ist, über das, daß es unnötig, ungeboten, ungeraten und ungewiss, dazu schädlich Ding ist. Darum ist hier auch kein Weichen oder Nachgeben usw. 20] Und man lasse solches predigen, daß es unnötig, dazu [ge]fährlich sei; danach [wird man] sehen, wo Wallfahrten bleiben.

21] Zum vierten die Brüderschaften, da sich die Klöster, Stifte, auch Vikaristen haben verschrieben und mitgeteilt (rechtes und redliches Kaufs) alle Messen, gute Werke usw., beide für Lebendige und Tote; welches nicht allein eitel Menschentand, ohne Gottes Wort, ganz unnötig und ungeboten, sondern auch wider den ersten Artikel der Erlösung ist, darum keinswegs zu leiden.

22] Zum fünften das Heiligtum, darin so manche öffentliche Lügen und Narrenwerk erfunden, von Hunds= und Rossknochen, das auch um solcher Büberei willen, des der Teufel gelacht hat, längst sollte verdammt worden sein, wenngleich etwas Gutes dran wäre; dazu [kommt, daß es] auch ohne Gottes Wort, weder geboten noch geraten, ganz unnötig und unnütz Ding ist. 23] Aber das Ërgste [ist], daß es auch hat müssen Ablass und Vergebung der Sünden wirken, als ein gut Werk und Gottesdienst, wie die Messe usw.

24] Zum sechsten, hier gehört her der liebe Ablass, so beide den Lebendigen und Toten ist gegeben (doch um Geld), und der leidige Judas oder Papst das Verdienst Christi samt den übrigen Verdiensten aller Heiligen und der ganzen Kirche darin verkauft usw. Welches alles nicht zu leiden ist und auch nicht allein ohne Gottes Wort, ohne Not, ungeboten, sondern zuwider ist dem ersten Artikel. Den Christus’ Verdienst nicht durch unser Werk oder Pfennig, sondern durch den Glauben aus Gnaden erlangt wird, ohne alles Geld und Verdienst, nicht durch’s Papsts Gewalt, sondern durch die Predigt oder Gottes Wort vorgetragen.

Von Anrufung der Heiligen.

25] Anrufung der Heiligen ist auch der endechristischen [antichristischen] Missbräuche einer und streitet wider den ersten Hauptartikel und tilgt die Erkenntnis Christi, ist auch nicht geboten noch geraten, hat auch kein Exempel der Schrift, und haben’s alles tausendmal besser an Christo, wenn jenes gleich köstlich Gut wäre, als doch nicht ist.

26] Und wiewohl die Engel im Himmel für uns bitten (wie Christus selber auch tut), also auch die Heiligen auf Erden oder vielleicht auch im Himmel, so folgt daraus nicht, daß wir die Engel und Heiligen anrufen, anbeten, ihnen fasten, feiern, Messe halten, opfern, Kirchen, Altar, Gottesdienst stiften und [auf] andere Weise mehr dienen und sie für Nothelfer halten und allerlei Hilfe unter sie teilen und jeglichem eine sonderliche züignen sollten, wie die Papisten lehren und tun. Denn das ist Abgötterei, und solche Ehre gehört Gott allein zu. 27] Denn du kannst als ein Christ und Heiliger auf Erden für mich bitten, nicht in einerlei, sondern in allen Nöten. Aber darum soll ich dich nicht anbeten, anrufen, feiern, fasten, opfern, Messe halten dir zu Ehren und auf dich meinen Glauben zur Seligkeit setzen. Ich kann dich sonst [auf andere Weise] wohl ehren, lieben und dir danken in Christo. 28] Wenn nun solche abgöttische Ehre von den Engeln und toten Heiligen weggetan wird, so wird die andere Ehre ohne Schaden sein, ja bald vergessen werden. Denn wo der Nutz und Hilfe, beide leiblich und geistlich, nicht mehr zu hoffen ist, werden sie die Heiligen wohl mit Frieden lassen, beide im Grabe und im Himmel. Den umsonst oder aus Liebe wird ihrer niemand viel gedenken, achten noch [sie] ehren.

29] Und die Summa: Was die Messe ist, was daraus [ge]kommen ist, was daran hanget, das können wir nicht leiden und müssen’s verdammen, damit wir das heilige Sakrament rein und gewiss, nach der Einsetzung Christi, durch den Glauben gebraucht und empfangen, behalten mögen.

Der III. Artikel. Von Stiften und Klöstern.

1] Daß die Stifte und Klöster, vorzeiten guter Meinung gestiftet, zu erziehen gelehrte Leute und züchtige Weibsbilder, sollten wiederum in solchem [Ge] Brauch geordnet werden, damit man Pfarrherren, Prediger und andere Kirchendiener haben möge, auch sonst nötige Personen zu weltlichem Regiment in Städten und Ländern, auch wohlgezogene Jungfraün zu Hausmüttern und Haushälterinnen usw.

2] Wo sie dazu nicht dienen wollen, ist’s besser, man lasse sie wüste liegen oder reisse sie ein, denn daß sie sollten mit ihrem lästerlichen Gottesdienst, durch Menschen erdichtet, als etwas Besseres denn der gemeine Christenstand und von Gott gestiftet Ëmter und Orden [Berufe] gehalten werden. Denn das ist alles auch wider den ersten Hauptartikel von der Erlösung Jeu Christi. Zudem, daß sie auch (wie alle andern Menschenfündlein) nicht geboten, nicht vonnöten, nicht nütze, dazu [ge]fährliche und vergebliche Mühe machen, wie die Propheten solche Gottesdienste Aven, das ist, Mühe, heissen.

Dr. Martin Luthers Schmalkaldischen Artikel 2:II:16-2:III:2

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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HERR, lehre doch mich, daß es ein Ende mit mir haben muß und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muß. (Psalm 39)

Ich habe mir vorgenommen: Ich will mich hüten, dass ich nicht sündige mit meiner Zunge; ich will meinem Mund einen Zaum anlegen, solange ich den Frevler vor mir sehen muss. 3 Ich bin verstummt und still und schweige fern der Freude und muss mein Leid in mich fressen. 4 Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe; / wenn ich seufze, brennt es wie Feuer. So rede ich mit meiner Zunge: 5 »HERR, lehre doch mich, / dass es ein Ende mit mir haben muss und mein Leben ein Ziel hat und ich davon muss. 6 Siehe, meine Tage sind eine Handbreit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Ach, wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sela. 7 Sie gehen daher wie ein Schatten / und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird.« 8 Nun, Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich. 9 Errette mich von aller meiner Sünde und lass mich nicht den Narren zum Spott werden. 10 Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun; denn du hast es getan. 11 Wende deine Plage von mir; ich vergehe, weil deine Hand nach mir greift. 12 Wenn du den Menschen züchtigst um der Sünde willen, / so verzehrst du seine Schönheit wie Motten ein Kleid. Ach, wie gar nichts sind doch alle Menschen. Sela. 13 Höre mein Gebet, HERR, und vernimm mein Schreien, schweige nicht zu meinen Tränen; denn ich bin ein Gast bei dir, ein Fremdling wie alle meine Väter. 14 Lass ab von mir, dass ich mich erquicke, ehe ich dahinfahre und nicht mehr bin. 

Psalm 39 Ein Psalm Davids, vorzusingen, für Jedutun. Dr. Martin Luthers deutsche Übersetzung (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Kollekte an Judika (Der Hohepriester)

Gütiger Gott und Vater, Du hast Deinen Sohn leiden und sterben lassen, um uns zu erretten. Laß uns sein Opfer bedenken und alle Zeit in Deiner Liebe bleiben, die Du in ihm offenbart hast, Deinem Sohn Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Evangelisches Gottesdienstbuch. Berlin, 1999: S.305

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele

Matthäus 20,28

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Christe, Du Schöpfer aller Welt, Du König, der die Gläub’gen hält, weil unser Bitten Dir gefällt, nimm unser Loblied an, o Held.

Kein Maß hat Deine Gnad gekannt, hat in Geduld mit starker Hand durch Leid am Kreuz gelöst das Band, das Adams Sünde um uns wand.

Vor dem die Sterne neigen sich, Du kamst ins Fleisch demütiglich, darin zu leiden williglich; in Todesschmerz Dein Leib erblich.

Die Hand gebunden ausgestreckt, zu lösen, was in Banden steckt, hast Du mit Gnad den Zorn bedeckt, den Menschenschuld in Gott erweckt.

Du hangst am Kreuze sterbend hier und doch erbebt die Erd vor Dir, der Geist der Kraft geht aus von Dir, die stolze Welt erblasst vor Dir.

Jetzt um Dein Siegerangesicht des ewgen Vaters Glanz sich flicht, jetzt mit des Geistes Kraft und Licht, o König Du, verlaß uns nicht.

Theodor Kliefoth 1875 nach dem altkirchlichen Hymnus: Rex Christe, factor omnium” (Hildburghausen 9Jhd). LKG 150.

Fortlaufende Lese

Es erhob sich auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen als der Größte gelten sollte.  25 Er aber sprach zu ihnen: Die Könige herrschen über ihre Völker, und ihre Machthaber lassen sich Wohltäter nennen.  26 Ihr aber nicht so! Sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste und der Vornehmste wie ein Diener.  27 Denn wer ist größer: der zu Tisch sitzt oder der dient? Ist’s nicht der, der zu Tisch sitzt? Ich aber bin unter euch wie ein Diener.  28 Ihr aber seid’s, die ihr ausgeharrt habt bei mir in meinen Anfechtungen.  29 Und wie mir mein Vater das Reich bestimmt hat, so bestimme ich für euch,  30 dass ihr essen und trinken sollt an meinem Tisch in meinem Reich und sitzen auf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels. 

Lukas 22,24-30

Morgenlese

Und jeder Priester steht Tag für Tag da und versieht seinen Dienst und bringt oftmals die gleichen Opfer dar, die doch niemals die Sünden wegnehmen können. 12 Dieser aber hat ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht, das ewiglich gilt, und hat sich zur Rechten Gottes gesetzt 13 und wartet hinfort, bis seine Feinde zum Schemel unter seine Füße gelegt werden. 14 Denn mit einem einzigen Opfer hat er für immer die vollendet, die geheiligt werden. 15 Das bezeugt uns aber auch der Heilige Geist. Denn nachdem er gesagt hat: 16 »Das ist der Bund, den ich mit ihnen schließen will nach diesen Tagen«, spricht der Herr: »Ich will meine Gesetze in ihr Herz geben, und in ihren Sinn will ich sie schreiben, 17 und ihrer Sünden und ihrer Missetaten will ich nicht mehr gedenken.« 18 Wo aber Vergebung der Sünden ist, da geschieht kein Opfer mehr für die Sünde.

Hebräer 10,11-18

Abendlese

Denn das Gesetz hat den Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht die Gestalt der Dinge selbst. Deshalb kann es die, die opfern, niemals vollkommen machen durch die Jahr für Jahr gleichen Opfer, welche man immer wieder darbringt. 2 Hätte nicht sonst das Opfern aufgehört, wenn die, die Gott dienen, ein für alle Mal rein geworden wären und kein von Sünden beschwertes Gewissen mehr hätten? 3 Vielmehr geschieht durch die Opfer alle Jahre eine Erinnerung an die Sünden. 4 Denn es ist unmöglich, durch das Blut von Stieren und Böcken Sünden wegzunehmen. 5 Darum spricht er[1], wenn er in die Welt kommt: »Opfer und Gaben hast du nicht gewollt; einen Leib aber hast du mir bereitet. 6 Brandopfer und Sündopfer gefallen dir nicht. 7 Da sprach ich: Siehe, ich komme – im Buch steht von mir geschrieben –, dass ich tue, Gott, deinen Willen.« 8 Zuerst hatte er gesagt: »Opfer und Gaben, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht gewollt und sie gefallen dir nicht«, welche doch nach dem Gesetz geopfert werden. 9 Dann aber sprach er: »Siehe, ich komme, zu tun deinen Willen.« Da hebt er das Erste auf, damit er das Zweite einsetze. 10 Nach diesem Willen sind wir geheiligt ein für alle Mal durch das Opfer des Leibes Jesu Christi.

Hebräer 10,1-10

Bekenntnislese

Der II. Artikel. Von der Messe.

1] Daß die Messe im Papsttum muss der grösste und schrecklichste Greül sein als die stracks und gewaltiglich wider diesen Hauptartikel strebt und doch über und vor allen andern päpstlichen Abgöttereien die höchste und schönste gewesen ist. Den es ist gehalten [sie halten dafür], daß solch Opfer oder Werk der Messe (auch durch einen bösen Buben getan) helfe dem Menschen von Sünden, beide hier im Leben und dort im Fegfeür, welches doch allein soll und muss tun das Lamm Gottes, wie droben gesagt. Von diesem Artikel ist auch nicht zu weichen oder nachzulassen; denn der erste Artikel leidet’s nicht.

2] Und wo etwa vernünftige Papisten wären, möchte man dermassen [gemässigt] und freundlicherweise mit ihnen reden: Erstlich, warum sie doch so hart an der Messe hielten? Ist’s doch ein lauter Menschenfündlein, von Gott nicht geboten. Und alle Menschenfündlein mögen wir fallen lassen, wie Christus spricht Matth. 15: “Sie dienen mir vergeblich mit Menschengeboten.”

Zum andern ist’s ein unnötig Ding, das man ohne Sünde und [Ge]Fahr wohl lassen kann.

4] Zum dritten kann man das Sakrament viel besser und seliger[er] Weise (ja allein seliger Weise) nach Christus’ Einsetzung kreigen. Was ist’s denn daß man um einer erdichteten, unnötigen Sache willen, da man’s sonst wohl und seliger haben kann, die Welt in Jammer und Not wollte zwingen?

5] Man lasse den Leuten öffentlich predigen, wie die Messe als ein Menschentand möge ohne Sünde nachbleiben und niemand verdammt werde, wer sie nicht achte, sondern möge wohl ohne Messe, durch bessere Weise selig werden: was gilt’s ob die Messe alsdann nicht von ihr selbst fallen wird, nicht allein bei dem tollen Pöbel, sondern auch bei allen frommen, christlichen, vernünftigen, gottesfürchtigen Herzen; viel mehr, wo sie hören würden daß es ein [ge]fährlich Ding, ohne Gottes Wort und willen erdichtet und erfunden ist.

6] Zum vierten, weil solche unzählige unaussprechliche Mißbräuche in aller Welt mit Kaufen und Verkaufen der Messen entstanden [sind], sollte man sie billig lassen fahren, auch allein [um] solchen Mißbräuchen zu wehren, wenn sie gleich an ihr selbst etwas Nützliches und Gutes hätte. Wieviel mehr soll man sie fahren lassen, solche Mißbräuche ewiglich zu verhüten, weil sie doch gar unnötig, unnütz und [ge]fährlich ist und man alles nötiger, nützlicher und gewisser ohne die Messe haben kann!

7] Zum fünften. Nun aber die Messe nichts anders ist noch sein kann (wie der Kanon und alle Bücher sagen) denn ein Werk der Menschen (auch böser Buben), damit einer sich selbst und andere mit sich gegen Gott versöhnen, Vergebung der Sünden und Gnade erwerben und verdienen will (denn also wird sie gehalten, wenn sie aufs allerbeste wird gehalten; was sollte sie sonst?), so soll und muss man sie verdammen und verwerfen. Denn das ist stracks wider den Hauptartikel, der da sagt, daß nicht ein böser oder frommer Meßknecht mit seinem Werk, sondern das Lamm Gottes und Sohn Gottes unsere Sünde trägt.

8] Und ob einer zum guten Schein wollte vorgeben, er wollte zur Andacht sich selbst berichten [mit dem Sakrament versehen] oder kommunizieren, das ist nicht Ernst. Den wo [wenn] er mit Ernst will kommunizieren, so hat er’s gewiss und aufs beste im Sakrament, nach der Einsetzung Christi gereicht. Aber sich selbst kommunizieren ist ein Menschendünkel [eine menschliche Meinung], ungewiss und unnötig dazu verboten. Und er weiss auch nicht, was er macht, weil er ohne Gottes Wort falschem Menschendünkel und Fündlein [Erfindung] folgt. 9] So ist’s auch nicht Recht (wenn alles sonst schlecht [richtig] wäre), daß einer das gemeine Sakrament der Kirche nach seiner eigenen Andacht will brauchen und damit seines Gefallens ohne Gottes Wort ausser der Kirche Gemeinschaft spielen.

10] Dieser Artikel von der Messe wird’s ganz und gar sein im Konzilio. Denn wo es möglich wäre daß sie uns alle andern Artikel nachgäben, so können sie doch diesen Artikel nicht nachgeben. Wie der Campegius zu Augsburg gesagt, er wollte sich eher auf [in] Stücke zerreissen lassen, ehe er wollte die Messe fahren lassen. So werde ich mich auch mit Gottes Hilfe eher lassen zu Asche machen, ehe ich einen Messknecht mit seinem Werke, er sei gut oder böse, lasse meinem Hern und Heiland Jeu Christo gleich oder höher sein. Also sind und bleiben wir ewiglich geschieden und widereinander. Sie fühlen’s wohl, wo die Messe fällt, so liegt das Papsttum; ehe sie das lassen geschehen, so töten sie uns alle, wo sie es vermögen.

11] Über das alles hat dieser Drachenschwanz, die Messe, viel Ungeziefer und Geschmeiss, mancherlei Abgötterei gezeugt.

12] Erstlich das Fegfeür. Da hat man mit Seelenmessen, Vigilien, dem Siebenten, dem Dreissigsten und jährlichen Begängnissen, zuletzt mit der Gemeinwoche und aller Seelen Tag und Seelbad [Freibad für Arme, zum Seelenheil des Stifters gespendet] ins Fegfeür gehandelt, daß die Messe schier allein für die Toten gebraucht ist, so doch Christus das Sakrament allein für die Lebendigen gestiftet hat. Darum ist das Fegfeür mit allem seinem Gepränge, Gottesdienst und Gewerbe für ein lauter Teufelsgespenst zu achten. Denn es ist auch wider den Hauptartikel, daß allein Christus und nicht Menschenwerk den Seelen helfen soll; ohne daß sonst auch uns nichts von den Toten befohlen noch geboten ist. Derhalben mag man es wohl lassen, wenn es schon kein Irrtum noch Abgötterei wäre.

13] Die Papisten führen hier Augustinum und etliche Väter [an], die vom Fegfeür sollen geschrieben haben, und meinen, wir sehen nicht, wozu und wohin sie solche Sprüche führen. St. Augustinus schreibt nicht, daß ein Fegfeür sei, hat auch keine Schrift, die ihn dazu zwinge, sondern lässt es in Zweifel hangen ob eins sei, und sagt, seine Mutter habe begehrt, daß man ihrer sollte gedenken bei dem Altar oder Sakrament. Nun, solches alles ist ja nichts denn Menschenandacht gewesen einzelner Personen, die keine Artikel des Glaubens (welches allein Gott zugehört) stiften.

14] Aber unsere Papisten führen solch Menschenwort dahin, daß man solle glauben ihrem schändlichen, lästerlichen, verfluchten Jahrmarkt von Seelmessen ins Fegfeür zu opfern usw. Solches werden sie noch lange nicht aus St. Augustino beweisen. Wenn sie nun den fegfeürischen Messenjahrmarkt abgetan haben, davon St. Augustinus nie geträumt hat, alsdann wollen wir mit ihnen reden, ob St. Augustinus’ Wort ohne Schrift möge zu dulden sein und der Toten gedacht werden bei dem Sakrament. 15] Es gilt nicht, daß man aus der heiligen Väter Werken oder Worten Artikel des Glaubens macht, sonst müsste auch ein Artikel des Glaubens werden, was sie für Speise, Kleider, Häuser usw. gehabt hätten, wie man mit dem Heiligtum [Reliquien] getan hat. Es heisst, Gottes Wort soll Artikel des Glaubens stellen und sonst niemand, auch kein Engel.

Schmalkaldische Artikel 2,II,1-15

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist

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