Lobet den HERRN, alle Heiden! Preiset ihn, alle Völker! Denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Halleluja!
Psalm 117
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Kollekte für Jubilate.
Du Gott, himmlischer Vater, Deine Schöpfung singt Dir ihr Loblied – die Vögel des Himmels, die Tiere auf den Feldern und in den Wäldern. Bäume, Sträucher und Blumen – sie werfen Dir ihre Blütenpracht entgegen. Dein Geist wecke unsere Sinne und unsere Seele, damit wir dich loben und preisen. Deinem Sohn, Jesus Christus, auferstanden von den Toten, gehört unsere Zukunft. Amen.
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
1.Korinther 5,17
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
O Tod, wo ist Dein Stachel nun? Wo ist Dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel tun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesus Christ gegeben!
Wie sträubte sich die alte Schlang, da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht sie auf ihn drang jedennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Ferse sticht, so sieget sie doch darum nicht, der Kopf ist ihr zertreten.
Lebendig Christus kommt herfür, die Feind nimmt er gefangen, zerbricht der Hölle Schloss und Tür, trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf, alls liegt da überwunden.
Des Todes Gift, der Höllen Pest ist unser Heiland worden; Wenn Satan auch noch ungern läßt von Wüten und von Morden und, da er sonst nichts schaffen kann, nur Tag und Nacht uns klage an, so ist er doch verworfen.
Des Herren Rechte, die behält den Sieg und ist erhöhet; des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegenstehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind durch Christi Sieg bezwungen seind, ihr Zorn ist krattlos worden.
Es war getötet Jesus Christ und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Christi Worten glaubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet.
Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christus auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und unvergänglich Wesen.
Das ist die reiche Osterbeut, der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe.
Der alte Drach mit seiner Rott hingegen wird zuschaden; erlegt ist er mit Schimpf und Spott, da Christus ist erstanden. Des Hauptes Sieg der Glieder ist, drum kann mit aller Macht und List uns Satan nicht mehr schaden.
0 Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel tun wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in diesem Krieg durch Jesus Christ gegeben!
Nach Georg Weissel 1590-1635, Hannoversches Gesangbuch 1657 (LKG 170)
Fortlaufende Lese
Dies ist das Wort des HERRN, das geschehen ist zu Joel, dem Sohn Petuëls. 2 Hört dies, ihr Ältesten, und merkt auf, alle Bewohner des Landes, ob solches geschehen sei zu euren Zeiten oder zu eurer Väter Zeiten! 3 Sagt euren Kindern davon, und lasst’s eure Kinder ihren Kindern sagen und diese wiederum ihren Nachkommen: 4 Was die Raupen übrig ließen, das fraßen die Heuschrecken, und was die Heuschrecken übrig ließen, das fraßen die Larven, und was die Larven übrig ließen, das fraß das Geschmeiß. 5 Wacht auf, ihr Trunkenen, und weint, und heult, alle Weinsäufer, um den Most; denn er ist euch vor eurem Munde weggenommen! 6 Denn es zog herauf gegen mein Land ein Volk, mächtig und ohne Zahl; das hatte Zähne wie die Löwen und Backenzähne wie die Löwinnen. 7 Es verwüstete meinen Weinstock und fraß meinen Feigenbaum kahl, schälte ihn ab und warf ihn hin, dass seine Zweige weiß dastehen. 8 Heule wie eine Jungfrau, die Trauer anlegt um ihres Bräutigams willen! 9 Denn Speisopfer und Trankopfer sind vom Hause des HERRN weggenommen, und die Priester, des HERRN Diener, trauern. 10 Das Feld ist verwüstet und der Acker ausgedörrt; das Getreide ist verdorben, der Wein steht jämmerlich und das Öl kläglich. 11 Steht beschämt, ihr Ackerleute, heult, ihr Weingärtner, um den Weizen und um die Gerste, weil aus der Ernte auf dem Felde nichts werden kann! 12 Der Weinstock steht jämmerlich und der Feigenbaum kläglich, auch die Granatbäume, Palmbäume und Apfelbäume, ja, alle Bäume auf dem Felde sind verdorrt. So ist die Freude der Menschen zum Jammer geworden. 13 Umgürtet euch und klagt, ihr Priester, heult, ihr Diener des Altars! Kommt, schlaft im Trauergewand, ihr Diener meines Gottes! Denn Speisopfer und Trankopfer sind vom Hause eures Gottes weggenommen. 14 Sagt ein heiliges Fasten an, ruft einen Feiertag aus! Versammelt die Ältesten und alle Bewohner des Landes zum Hause des HERRN, eures Gottes, und schreit zum HERRN: 15 O weh des Tages! Denn der Tag des HERRN ist nahe und kommt wie ein Verderben vom Allmächtigen. 16 Ist nicht die Speise vor unsern Augen weggenommen und vom Hause unseres Gottes Freude und Wonne? 17 Der Same ist unter der Erde verdorrt, die Kornhäuser stehen wüst, die Scheunen zerfallen; denn das Getreide ist verdorben. 18 O wie seufzt das Vieh! Die Rinder sehen kläglich drein, denn sie haben keine Weide, und die Schafe verschmachten. 19 HERR, dich rufe ich an; denn das Feuer hat die Auen in der Steppe verbrannt, und die Flamme hat alle Bäume auf dem Felde angezündet. 20 Es schreien auch die wilden Tiere zu dir; denn die Wasserbäche sind ausgetrocknet und das Feuer hat die Auen in der Steppe verbrannt.
Joel 1,1-20
Morgenlese
So sage ich nun und bezeuge in dem Herrn, dass ihr nicht mehr leben dürft, wie die Heiden leben in der Nichtigkeit ihres Sinnes. 18 Ihr Verstand ist verfinstert, und sie sind entfremdet dem Leben, das aus Gott ist, durch die Unwissenheit, die in ihnen ist, und durch die Verstockung ihres Herzens. 19 Sie sind abgestumpft und haben sich der Ausschweifung ergeben, um allerlei unreine Dinge zu treiben in Habgier. 20 Ihr aber habt Christus nicht so kennengelernt; 21 ihr habt doch von ihm gehört und seid in ihm unterwiesen, wie es Wahrheit in Jesus ist: 22 Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. 23 Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn 24 und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.
Epheser 4,17-24
Abendlese
Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. 18 Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich erschaffe Jerusalem zur Wonne und sein Volk zur Freude, 19 und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. 20 Es sollen keine Kinder mehr da sein, die nur einige Tage leben, oder Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen, sondern als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt, und wer die hundert Jahre nicht erreicht, gilt als verflucht. 21 Sie werden Häuser bauen und bewohnen, sie werden Weinberge pflanzen und ihre Früchte essen. 22 Sie sollen nicht bauen, was ein anderer bewohne, und nicht pflanzen, was ein anderer esse. Denn die Tage meines Volks werden sein wie die Tage eines Baumes, und ihrer Hände Werk werden meine Auserwählten genießen. 23 Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder für einen frühen Tod zeugen; denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten des HERRN, und ihre Nachkommen sind bei ihnen. 24 Und es soll geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören. 25 Wolf und Lamm sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange muss Erde fressen. Man wird weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der HERR.
Jesaja 65,17-25
Großer Katechismus
Der Grund aber und die Notwendigkeit dafür, dass Gott dieses Gebot gegeben hat, ist, dass Gott sehr wohl weiß, wie böse die Welt ist und wieviel Unglück es im Leben gibt. Darum hat er dieses und andere Gebote gegeben, um das Gute zu schützen und das Böse zu verhindern. Wie es nun im Blick auf alle Gebote Anfechtungen gibt, sie zu übertreten, so auch bei diesem Gebot. Wir müssen z. B. mit vielen Leuten zusammenleben, die uns Leid antun, sodass wir alle Ursache haben, ihnen feind zu sein. So, wenn dein Nachbar sieht, dass dein Haus und Hof schöner und besser ist, dass du mehr Gut und Glück von Gott empfangen hast als er, so verdrießt ihn das, und er wird neidisch und redet nichts Gutes von dir. So bekommst du viele Feinde durch des Teufels Eingebung, die dir nichts Gutes an Leib und Seele gönnen. Wenn man sie dann trifft, fängt das Herz an zu wüten und zu grollen und will sich rächen. Und so kommt es zum Fluchen und Schlagen und schließlich zu Mord und Totschlag. Da tritt nun Gott wie ein freundlicher Vater dazwischen; er will den Hader und Streit beenden, sodass kein Unglück daraus entsteht und einer den andern umbringt. Und so will er einen jeden vor Frevel und Gewalttat beschirmen, ihn vor Verfolgung beschützen und in Sicherheit leben lassen. Dieses Gebot aber hat er wie eine Ringmauer, eine Festung und einen Zufluchtsort um den Nächsten aufgestellt, damit man ihm kein Leid antun und keinen Schaden an Leib und Leben zufügen soll. So ist der Sinn dieses Gebotes nun der, dass man niemand ein Leid antun soll um irgendeiner bösen Sache willen, auch wenn er es wirklich verdient hat; denn weil Totschlag verboten ist, ist auch alles verboten, woraus Totschlag entspringen mag. Denn mancher, auch wenn er nicht tötet, flucht doch und wünscht demjenigen alles Unglück, an den er Hand anzulegen sich scheut. Weil nun dieses einem jeden Menschen von Natur anhängt und es allgemeiner Brauch ist, dass keiner das Unrecht ertragen will, das ihm ein anderer zufügt, so will Gott die Wurzel und Ursache aller Bitterkeit beseitigen, die unser Herz dem Nächsten gegenüber empfindet. Er will uns daran gewöhnen, dass wir dieses Gebot immer vor Augen haben und wie einen Spiegel uns vorhalten: Seinen Willen sollen wir ansehen und das Unrecht, das wir erleiden, im herzlichen Vertrauen und unter Anrufung seines Namens ihm anbefehlen. Jene aber, die uns feindlich gesinnt sind, sollen wir toben, zürnen und tun lassen, was sie wollen. So soll ein Mensch lernen, seinen Zorn zu dämpfen und von Herzen geduldig und sanft zu sein, insbesondere gegen jene, die ihm Grund geben zu zürnen, nämlich gegen seine Feinde.
Darum ist der ganze Inhalt dieses Gebotes, der den schlichten Christen aufs Deutlichste einzuprägen ist, erstens der, dass man niemand ein Leid antun soll, weder durch Wort noch Tat. Unsere Zunge sollen wir nicht dazu gebrauchen, irgendetwas zu tun oder zu reden, zu raten oder in etwas einzuwilligen, wodurch jemand beleidigt werden könnte. Schließlich soll unser Herz niemand feind sein und nicht aus Zorn oder Hass ihm Böses wünschen. So sollen Leib und Seele an niemand schuldig werden, vor allem nicht an dem, der dir Böses wünscht oder zufügt; denn demjenigen Böses tun, der dir Gutes gönnt und tut, das ist nicht menschlich, sondern teuflisch.
Zweitens übertritt nicht allein derjenige dieses Gebot, der Böses tut, sondern auch der, der dem Nächsten Gutes tun kann und es nicht tut; der es verhindern könnte, dass dem Nächsten Schaden an Leib und Leben widerfähr – und es nicht verhindert und den Nächsten vor Leid nicht schützt und rettet. Wenn du nun einen Nackten gehen lässt und hättest ihn kleiden können, dann hast du ihn erfrieren lassen. Siehst du jemand Hunger leiden und speist ihn nicht, dann lässt du ihn verhungern. Ebenso wenn du siehst, dass jemand zum Tode verurteilt ist oder in Todesnot ist und du ihn nicht rettest, obgleich du Mittel und Wege dazu wüsstest, dann hast du ihn getötet. Und es wird dir nichts helfen, wenn du dich damit entschuldigst, dass du an seinem Tode unbeteiligt warst und du weder mit Rat noch Tat beteiligt warst; denn du hast ihm die Liebe entzogen und die Hilfe versagt, durch die er am Leben geblieben wäre.
Darum nennt Gott mit Recht auch alle diejenigen Mörder, die in Not und Gefahr des Leibes und Lebens dem Nächsten nicht mit Rat und Tat helfen, und Gott wird am Jüngsten Tage ein schreckliches Urteil über sie ergehen lassen, wie Christus selbst verkündigt und spricht (Math. 25, 42-43): „Ich bin hungrig und durstig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeist und getränkt; ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherbergt; ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht gekleidet; ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besucht.“ Das heißt, ihr hättet mich und die Meinen wohl an Hunger, Durst und Frost sterben lassen, von wilden Tieren zerreißen und im Gefängnis verfaulen und im Elend umkommen lassen. Das bedeutet nichts anderes, als dass sie Mörder und Bluthunde genannt werden! Und wenn du auch dieses nicht mit der Tat begangen hast, so hast du ihn doch, was dich betrifft, im Unglück stecken und umkommen lassen. Und das ist ebenso viel, als ob ich jemand auf hoher See fahren und sich abmühen sehe oder als ob jemand in das Feuer gefallen wäre und ich könnte ihm die Hand reichen, ihn herausziehen und retten – und es doch nicht täte! Würde ich anders vor der Welt dastehen als ein Mörder und Bösewicht?
Darum ist das der tiefste Sinn, den Gott mit diesem Gebot verbindet, dass wir keinem Menschen Leid widerfahren lassen, sondern ihm alles Gute tun und ihm alle Liebe erweisen, insbesondere, wie oben gesagt, denen gegenüber, die unsere Feinde sind. Denn nur Freunden Gutes zu tun, das ist eine ganz gewöhnliche heidnische Tugend, wie Christus Matthäus 5 sagt. Da haben wir nun nochmals Gottes Wort, durch das er uns zu einem rechten und edlen Tun bewegen will – zu Sanftmütigkeit und Geduld und vor allem zu Liebe und allem Guten unsern Feinden gegenüber. Er will uns immer wieder daran erinnern, an das 1. Gebot zurückzudenken, dass er nämlich unser Gott ist, und das heißt, dass er uns helfen, beistehen und schützen wolle; dadurch will er unsere Lust dämpfen, uns selber zu rächen. Dies sollte man nun gründlich einprägen, dann würden wir alle Hände voll zu tun haben, Gutes zu tun. Aber dann würden wir nicht für Mönche predigen, dann würden wir dem geistlichen Stande Abbruch tun und der Heiligkeit der Karthäuser zu nahe treten! Und dann könnten wir gleich die „guten Werke“ verbieten und die Klöster räumen lassen! Denn auf diese Weise würden die Laienchristen ebensoviel, ja noch viel mehr gelten als die „Geistlichen“; und jeder würde sehen, wie sie die Welt mit einem falschen heuchlerischen Schein der Heiligkeit blenden und verführen, weil sie dieses und andere Gebote in den Wind geschlagen haben, als seien sie nicht nötig und wären es nicht Gebote, sondern bloße Ratschläge. Und dabei haben sie ihr heuchlerisches Wesen und Tun als das vollkommenste Leben gerühmt und haben damit geprahlt, damit sie nur ja ein gutes und sanftes Leben führen möchten ohne Kreuz und Leid. Darum sind sie auch in die Klöster gelaufen, damit sie von niemand etwas zu erleiden und niemand etwas Gutes zu tun brauchten. Du aber wisse, dass dieses das rechte, heilige und göttliche Tun ist, an welchem Gott sich mit allen Engeln freut. Dagegen ist alle menschliche Heiligkeit Gestank und Unrat und verdient nichts anderes als Zorn und Verdammnis.
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
1.Korinther 5,17
Introitus
Jauchzet Gott, alle Lande! Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich! Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke! Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht. Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen. Sela.
Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern. Er verwandelte das Meer in trockenes Land, sie gingen zu Fuß durch den Strom; dort wollen wir uns seiner freuen. Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich, seine Augen schauen auf die Völker. Die Abtrünnigen können sich nicht erheben. Sela.
Lobet, ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen, der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten.
Psalm 66 verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)
Kollekte
Du Gott, himmlischer Vater, Deine Schöpfung singt Dir ihr Loblied – die Vögel des Himmels, die Tiere auf den Feldern und in den Wäldern. Bäume, Sträucher und Blumen – sie werfen Dir ihre Blütenpracht entgegen. Dein Geist wecke unsere Sinne und unsere Seele, damit wir dich loben und preisen. Deinem Sohn, Jesus Christus, auferstanden von den Toten, gehört unsere Zukunft. Amen.
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. 2 Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. 3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. 4 Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis
Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. 27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau[1]. 28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.
Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.
So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. 2 Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. 3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.
Genesis (1. Mose) 1,1-4.26-28.31a
Versikel
Christus hat dem Tode die Macht genommen, Halleluja, und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium. Halleluja.
2. Timotheus 1,10
Epistel Lese
Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt. 23 Denn ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt. 24 Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. 25 Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt. 26 Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, 27 dass sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. 28 Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts. 29 Da wir nun göttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht. 30 Zwar hat Gott über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber gebietet er den Menschen, dass alle an allen Enden Buße tun. 31 Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er richten will den Erdkreis mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er vor allen Menschen bestätigt hat, indem er ihn von den Toten auferweckt hat. 32 Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, begannen die einen zu spotten; die andern aber sprachen: Wir wollen dich darüber ein andermal weiterhören. 33 So ging Paulus weg aus ihrer Mitte. 34 Einige Männer aber schlossen sich ihm an und wurden gläubig; unter ihnen war auch Dionysius, einer aus dem Rat[3], und eine Frau mit Namen Damaris und andere mit ihnen.
Apostelgeschichte 17,22-34
Hallelujavers
Lobt Gott in seinem Heiligtum. Alles, was Odem hat, lobe den Herrn. Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja, Halleluja.
Psalm 150,1a.6; Lukas 24,6a.34
Das heilige Evangelium
Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. 2 Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe. 3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. 4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt. 5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. 6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. 7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. 8 Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.
Johannes 15,1-9
Glaubensbekenntnis
Ich glaube an den einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.
Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.
Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.
Und die eine, heilige, christliche, apostolische Kirche. Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.
Nizänische Glaubensbekenntnis
Wochenlied
Mit Freuden zart zu dieser Fahrt lasst uns zugleich fröhlich singen, beid, groß und klein, von Herzen rein mit hellem Ton frei erklingen. Das ewig Heil wird uns zuteil, denn Jesus Christ erstanden ist, welchs er lässt reichlich verkünden.
Er ist der Erst, der stark und fest all unsre Feind hat bezwungen und durch den Tod als wahrer Gott zum neuen Leben gedrungen, auch seiner Schar verheißen klar durch sein rein Wort, zur Himmelspfort desgleichen Sieg zu erlangen.
Singt Lob und Dank mit freiem Klang unserm Herrn zu allen Zeiten und tut sein Ehr je mehr und mehr mit Wort und Tat weit ausbreiten: so wird er uns aus Lieb und Gunst nach unserm Tod, frei aller Not, zur ewgen Freude geleiten.
Georg Vetter 1566 (LKG 161)
Predigttext
Der HERR hat mich schon gehabt im Anfang seiner Wege, ehe er etwas schuf, von Anbeginn her. Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her, im Anfang, ehe die Erde war. Als die Tiefe noch nicht war, ward ich geboren, als die Quellen noch nicht waren, die von Wasser fließen. Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln ward ich geboren, als er die Erde noch nicht gemacht hatte noch die Fluren darauf noch die Schollen des Erdbodens. Als er die Himmel bereitete, war ich da, als er den Kreis zog über der Tiefe, als er die Wolken droben mächtig machte, als er stark machte die Quellen der Tiefe, als er dem Meer seine Grenze setzte und den Wassern, dass sie nicht überschreiten seinen Befehl; als er die Grundfesten der Erde legte, da war ich beständig bei ihm; ich war seine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit; ich spielte auf seinem Erdkreis und hatte meine Lust an den Menschenkindern. So hört nun auf mich, meine Söhne! Wohl denen, die meine Wege einhalten! Hört die Zucht und werdet weise und schlagt sie nicht in den Wind! Wohl dem Menschen, der mir gehorcht, dass er wache an meiner Tür täglich, dass er hüte die Pfosten meiner Tore! Wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen vom HERRN. Wer aber mich verfehlt, zerstört sein Leben; alle, die mich hassen, lieben den Tod.
Sprüche 8,22-32
Meine Predigten zum Hirtensonntag in Frankentrost:
Wochengebet
Du wunderbarer Gott, du Lebensatem, wie schön ist deine Schöpfung, wie herrlich sind deine Gaben.
Wir feiern dich und das Leben. Mit Sorge sehen wir, wie bedroht es ist. Wir sind in Sorge um die Kinder in Gaza. Wir sorgen uns um die Menschen in der Ukraine. Wir fürchten um das Leben der Menschen im Sudan. Wir feiern dich und legen an dein Herz die Opfer der zahllosen Kriege. Wir rufen: Kyrie eleison.
Wir feiern dich und das Leben. Wir sehen, wie Ungerechtigkeit Leben zerstört. Wir sind empört über die Machtgier, die die Schöpfung ausraubt und die die Hoffnungen der Menschen verachtet. Hilflos sehen wir, wie Arme hungern und der Frieden mit Füßen getreten wird. Wir feiern dich und legen an dein Herz das Zusammenleben der Völker. Wir rufen: Kyrie eleison.
Wir feiern dich und das Leben. Wie erleben, wie Schmerzen die Lebensfreude angreift. Wir fühlen mit unseren Kranken und mit denen, die sie pflegen und sich um sie kümmern, die sich verausgaben und kraftlos werden. Wir trauern mit denen, die geliebte Menschen verloren haben und mit denen, die sich nach Trost sehnen. Wir feiern dich und legen an dein Herz die Hoffenden und die Träumenden. Wir rufen: Kyrie eleison.
Wir feiern dich und das Leben. Wir freuen uns über unsere Kinder. Wir freuen uns über alle, die in diesen Wochen getauft und konfirmiert werden. Wir freuen uns mit allen, die sich in diesen Tagen finden und beieinanderbleiben wollen. Dein Segen begleite sie. Wir rufen: Kyrie eleison.
Wir feiern dich und das Leben. Du schenkst uns den Glauben, du sprichst zu uns, du gibst Brot und Wein. Bei dir ist die Fülle des Lebens. Du wunderbarer Gott, du Lebensatem. Wir danken dir durch Jesus Christus Heute und morgen und alle Tage. Amen.
Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden. (4. Mose 6,24-26)
Halleluja! Lobet Gott in seinem Heiligtum, lobet ihn in der Feste seiner Macht! 2 Lobet ihn für seine Taten, lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit! 3 Lobet ihn mit Posaunen, lobet ihn mit Psalter und Harfen! 4 Lobet ihn mit Pauken und Reigen, lobet ihn mit Saiten und Pfeifen! 5 Lobet ihn mit hellen Zimbeln, lobet ihn mit klingenden Zimbeln! 6 Alles, was Odem hat, lobe den HERRN! Halleluja!
Psalm 150. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Version 2017)
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Kollekte für Miserikordias Domini.
Herr Jesus Christus, Du bist der gute Hirte, Du führst uns auf Deinen Wegen und läßt uns nicht Mangel leiden. Von Dir werden wir nicht verlassen. Wir bitten Dich: Halte uns zusammen bei Dir: Suche die Verlorenen. Sammle die Verstreuten, daß am Ende dieser Zeit die Deinen geschart sind um Dich, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Evangelisches Gottesdienstbuch (199, S.328)
Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.
Johannes 10,11a.27f
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Nun freut Euch hier und überall, Ihr Schwestern und Ihr Brüder; Das Heil, das durch den Todesfall gesunken, stehet wieder. Des Lebens Leben lebet noch, sein Arm hat aller Feinde Joch mit aller Macht zerbrochen.
Die Morgenröte war noch nicht mit ihrem Licht vorhanden, und siehe, da war schon das Licht, das ewig leucht’, erstanden. Die Sonne war noch nicht erwacht, da wacht und ging in voller Macht die unerschaffne Sonne.
O Lebensfürst, o starker Leu, aus Juda Stamm erstanden, so bist Du nun wahrhaftig frei von Todes Strick und Banden. Du hast gesiegt und trägst zum Lohn ein allzeit unverwelkte Kron als Herr all Deiner Feinde.
Ich will Dich rühmen, wie Du seist die Pest und Gift der Höllen; ich will auch, Herr, durch Deinen Geist mich Dir zur Seiten stellen, und mit Dir sterben, wie Du stirbst, und was Du in dem Sieg erwirbst, soll meine Beute bleiben.
Ich will von Sünden auferstehn, wie Du vom Grab aufstehest, ich will zum andern Leben gehn, wie Du zum Himmel gehest. Dies Leben ist doch lauter Tod, drum komm und reiß aus aller Not uns in das rechte Leben.
Paul Gerhardt 1653 (LKG 169)
Fortlaufende Lese
Wie es um mich steht, wird euch alles Tychikus berichten, der liebe Bruder und treue Diener und Mitknecht in dem Herrn, 8 den ich darum zu euch sende, dass ihr erfahrt, wie es uns ergeht, und damit er eure Herzen tröste. 9 Mit ihm sende ich Onesimus, den treuen und lieben Bruder, der einer der Euren ist. Wie es hier um uns steht, werden sie euch alles berichten. 10 Es grüßen euch Aristarch, mein Mitgefangener, und Markus, der Vetter des Barnabas – seinetwegen habt ihr schon Weisungen empfangen; wenn er zu euch kommt, nehmt ihn auf –, 11 und Jesus mit dem Beinamen Justus. Von denen aus der Beschneidung sind sie allein meine Mitarbeiter am Reich Gottes, und sie sind mir ein Trost geworden. 12 Es grüßt euch Epaphras, der einer von den Euren ist, ein Knecht Christi Jesu, der allezeit in seinen Gebeten für euch ringt, auf dass ihr fest steht, vollkommen und erfüllt mit allem, was Gottes Wille ist. 13 Ich bezeuge ihm, dass er viel Mühe hat um euch und um die in Laodizea und in Hierapolis. 14 Es grüßt euch Lukas, der Arzt, der Geliebte, und Demas. 15 Grüßt die Brüder und Schwestern in Laodizea und Nympha und die Gemeinde in ihrem Hause. 16 Und wenn der Brief bei euch gelesen ist, so sorgt dafür, dass er auch in der Gemeinde von Laodizea gelesen wird und dass ihr auch den von Laodizea lest. 17 Und sagt dem Archippus: Sieh auf das Amt, das du empfangen hast in dem Herrn, dass du es ausfüllst! 18 Mein Gruß mit meiner, des Paulus, Hand. Gedenkt meiner Fesseln! Die Gnade sei mit euch!
Kolosser 4,7-18
Morgenlese
Und Jesus ging umher im Tempel in der Halle Salomos. 24 Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du uns im Ungewissen? Bist du der Christus, so sage es frei heraus. 25 Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich tue in meines Vaters Namen, die zeugen von mir. 26 Aber ihr glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen. 27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; 28 und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. 29 Was mir mein Vater gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann es aus des Vaters Hand reißen. 30 Ich und der Vater sind eins.
Johannes 10:23-30
Abendlese
So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist eingesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat. 29 Denn das weiß ich, dass nach meinem Abschied reißende Wölfe zu euch kommen, die die Herde nicht verschonen werden. 30 Auch aus eurer Mitte werden Männer aufstehen, die Verkehrtes reden, um die Jünger an sich zu ziehen. 31 Darum seid wachsam und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht abgelassen habe, einen jeden unter Tränen zu ermahnen. 32 Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, der da mächtig ist, euch zu erbauen und das Erbe zu geben mit allen, die geheiligt sind.
Apostelgeschichte 20,28-32
Bekenntnislese
Dies soll uns immer wieder bewegen, voller Lust und Liebe diejenigen in unser Herz zu schließen, denen wir Ehrerbietung schuldig sind, und unsere Hände zu erheben und Gott fröhlich zu danken, der uns diese Zusage gegeben hat. Um ihretwillen sollen wir bis ans Ende der Welt laufen. Denn auch wenn sich die ganze Welt zusammentun würde, könnte sie unser Leben nicht um eine Stunde verlängern oder auch nur ein Korn aus der Erde wachsen lassen. Gott aber kann und will dir alles überreichlich geben – ganz wie dein Herz es verlangt. Wer nun dies verachtet und in den Wind schlägt, der ist es überhaupt nicht wert, dass er ein Gotteswort hört.
Das alles ist nun sehr ausführlich denen gesagt, an die sich dieses Gebot wendet. Daneben wäre wohl auch den Eltern einzuprägen, was ihres Amtes ist – wie sie sich denen gegenüber verhalten sollen, die ihnen anbefohlen sind. Dies steht zwar in den 10 Geboten nicht ausdrücklich drin, aber es ist sonst an vielen Stellen der Heiligen Schrift reichlich geboten. Auch will es Gott in diesem Gebot mit inbegriffen haben, denn er redet ja von Vater und Mutter; und er will nicht böse Buben und Tyrannen zu diesem Amt haben. Er gibt ihnen auch nicht deswegen die Vollmacht und das Recht zu regieren, damit sie sich anbeten lassen. Sondern sie sollen daran denken, dass auch sie Gott Gehorsam schuldig sind und sollen darauf bedacht sein, dass sie sich vor allen Dingen ihrer Aufgabe und ihres Amtes von Herzen und in Treue annehmen. Ihre Kinder, Hausgenossen, Untertanen und so fort sollen sie nicht allein ernähren und leiblich versorgen, sondern zuallererst zu Gottes Lob und Ehre aufziehen und hinführen.
Darum meine nicht, dass dies in deiner Willkür steht und du hier nach eigenem Belieben handeln könntest, sondern Gott hat dir einen strengen Befehl gegeben und auferlegt. Du wirst ihm dafür Rechenschaft geben müssen.
Leider ist hier wieder zu beklagen, dass niemand dieses wahrnimmt und beachtet. Sie leben dahin, als gebe uns Gott Kinder, damit wir an ihnen bloß unsere Lust und Kurzweil hätten; oder als seien die Hausangestellten nur dazu da, damit wir sie wie eine Kuh oder einen Esel allein zum Arbeiten gebrauchten; oder als ob wir mit den Untertanen ganz nach unserm Belieben umgehen dürften. Wir lassen sie leben, als ginge es uns nichts an, was sie lernen oder wie sie leben. Und niemand will es wahrhaben, dass es der Befehl der hohen Majestät Gottes ist, der es mit allem Ernst von uns fordert und es strafen wird, wenn wir seinem Befehl nicht folgen. Niemand will es auch wahrhaben, dass es so sehr nötig ist, sich der Jugend mit Ernst anzunehmen.
Denn wenn wir in Kirche und Welt tüchtige und geschickte Leute haben wollen, dann dürfen wir allerdings keinen Fleiß, keine Mühe und kein Geld an unsern Kindern sparen, um sie zu unterrichten und auszubilden, damit sie Gott und der Welt dienen mögen. Und wir dürfen nicht allein daran denken, wie wir ihnen Geld und Gut sammeln, denn Gott kann sie wohl auch ohne uns ernähren und reich machen, wie er es auch täglich tut.
Darum aber hat er uns Kinder gegeben und anbefohlen, dass wir sie nach seinem Willen erziehen und lenken; sonst brauchte er Vater und Mutter nicht. Darum soll ein jeder wissen, dass er es bei Verlust der göttlichen Gnade schuldig ist, seine Kinder vor allen Dingen zur Furcht und Erkenntnis Gottes zu führen und, wo sie begabt sind, sie auch lernen und studieren lasse, damit man sie gebrauchen könne, wo es nötig ist.
Wenn man nun solches tun würde, würde uns Gott auch reichlich segnen und Gnade geben, solche Leute zu erziehen, von denen Land und Leute einen Vorteil hätten, außerdem auch tüchtige und gut ausgebildete Bürger und wohlerzogene Hausfrauen, die ihrerseits fromme Kinder erziehen möchten.
Nun denk einmal selber darüber nach, einen wie großen Schaden du anrichtest, wenn du in dieser Sache etwas versäumst und es an etwas fehlen lässt und du dein Kind nicht gut und zu seinem Heil erziehst. Du bringst dich in größte Schuld und ziehst dir Gottes Zorn zu und verdienst so die Hölle an deinen eignen Kindern, auch wenn du sonst fromm und heilig bist. Deswegen straft Gott auch die Welt so grausam, weil man dieses verachtet, sodass wir keine Zucht und Ordnung und keinen Frieden im Lande haben. Wir beklagen es zwar alle, sehen aber nicht, dass es unsere Schuld ist. Denn so, wie wir sie jetzt erziehen, haben wir auch entsprechend ungeratene und ungehorsame Untergebene.
Dies sei genug zur Ermahnung. Noch mehr davon zu reden, mag zu anderer Zeit geschehen.
Das 5. Gebot: Du sollst nicht töten.
Wir haben nun beides behandelt, sowohl das geistliche als auch das weltliche „Regiment“, d. h. den Gehorsam sowohl Gott gegenüber als auch gegenüber den weltlichen Autoritäten. Nun aber gehen wir aus unserm Hause heraus zu den Nachbarn, um zu lernen, wie wir untereinander leben sollen, ein jeder mit seinem Nächsten. Darum bezieht sich dieses Gebot nicht auf Gott und die Obrigkeit; ihnen ist die Vollmacht zu töten nicht durch dieses Gebot genommen. Denn Gott hat sein Recht, Übeltäter zu strafen, der staatlichen Obrigkeit an der Eltern Statt befohlen; denn diese haben früher, wie man bei Mose liest, ihre Kinder selbst vor Gericht stellen und zum Tode verurteilen müssen. Deswegen ist das, was hier verboten ist, nicht der Obrigkeit verboten, sondern dem Einzelnen in seinem Verhalten dem Nächsten gegenüber.
Dieses Gebot ist nun leicht verständlich; es ist auch schon oft behandelt worden, weil man es Jahr für Jahr im Evangelium Matthäus 5 hört. Dort legt es Christus selbst aus und fasst es zusammen, nämlich dass man nicht töten soll, weder mit der Hand noch im Herzen, weder durch Reden noch durch Verhalten, auch nicht durch Beihilfe. Darum ist im 5. Gebot jedem verboten zu zürnen – ausgenommen, wie gesagt, sind diejenigen, die an Gottes Statt sitzen, d. h. Eltern und Obrigkeit. Denn Gott und all jene, die von ihm über andere gesetzt sind, haben ein Recht zu zürnen, zu schelten und jene zu strafen, die dieses und andere Gebote übertreten.
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne. 3 Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des Nachts, doch finde ich keine Ruhe. 4 Aber du bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels. 5 Unsere Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen heraus. 6 Zu dir schrien sie und wurden errettet, sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden. 7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk. 8 Alle, die mich sehen, verspotten mich, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf: 9 »Er klage es dem HERRN, der helfe ihm heraus und rette ihn, hat er Gefallen an ihm.« 10 Du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du ließest mich geborgen sein an der Brust meiner Mutter. 11 Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an, du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an. 12 Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hier kein Helfer. 13 Gewaltige Stiere haben mich umgeben, mächtige Büffel haben mich umringt. 14 Ihren Rachen sperren sie gegen mich auf wie ein brüllender und reißender Löwe. 15 Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, / alle meine Gebeine haben sich zertrennt; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzenes Wachs. 16 Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, / und meine Zunge klebt mir am Gaumen, und du legst mich in des Todes Staub. 17 Denn Hunde haben mich umgeben, / und der Bösen Rotte hat mich umringt; sie haben meine Hände und Füße durchgraben. 18 Ich kann alle meine Gebeine zählen; sie aber schauen zu und weiden sich an mir. 19 Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand. 20 Aber du, HERR, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen! 21 Errette mein Leben vom Schwert, mein einziges Gut von den Hunden!
Psalm 22. Ein Psalm Davids, vorzusingen, nach der Weise »die Hirschkuh der Morgenröte«. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Kollekte für Miserikordias Domini.
Herr Jesus Christus, Du bist der gute Hirte, Du führst uns auf Deinen Wegen und läßt uns nicht Mangel leiden. Von Dir werden wir nicht verlassen. Wir bitten Dich: Halte uns zusammen bei Dir: Suche die Verlorenen. Sammle die Verstreuten, daß am Ende dieser Zeit die Deinen geschart sind um Dich, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Evangelisches Gottesdienstbuch (199, S.328)
Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.
Johannes 10,11a.27f
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Auf, auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschieht; wie kommt nach großem Leiden nun ein so großes Licht! Mein Heiland war gelegt da, wo man uns hinträgt, wenn von uns unser Geist gen Himmel ist gereist.
Er war ins Grab gesenket, der Feind trieb groß Geschrei; eh er’s vermeint und denket, ist Christus wieder frei und ruft Viktoria, schwingt fröhlich hier und da sein Fähnlein als ein Held, der Feld und Mut behält.
Der Held steht auf dem Grabe und sieht sich munter um; der Feind liegt und legt abe Gift, Gall, und Ungestüm. Er wirft zu Christi Fuß sein Höllenreich und muß selbst in des Siegers Band ergeben Fuß und Hand.
Das ist mir anzuschauen ein rechtes Freudenspiel; nun soll mir nicht mehr grauen vor allem, was mir will entnehmen meinen Mut zusamt dem edlen Gut, so mir durch Jesus Christ aus Lieb erworben ist.
Die Höll und ihre Rotten, die krümmen mir kein Haar; der Sünden kann ich spotten, bleib allzeit ohn Gefahr. Der Tod mit seiner Macht wird nichts bei mir geacht’: er bleibt ein totes Bild, und wär er noch so wild.
Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn, sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn. Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht, das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick.
Ich hang und bleib auch hangen an Christus als ein Glied; wo mein Haupt durch ist gangen, da nimmt er mich auch mit. Er reißet durch den Tod, durch Welt, durch Sünd, durch Not, er reißet durch die Höll, ich bin stets sein Gesell.
Er dringt zum Saal der Ehren, ich folg ihm immer nach und darf mich gar nicht kehren an einzig Ungemach. Es tobe, was da kann, mein Haupt nimmt sich mein an, mein Heiland ist mein Schild, der alles Toben stillt.
Er bringt mich an die Pforten, die in den Himmel führt, daran mit güldnen Worten der Reim gelesen wird: »Wer dort wird mit verhöhnt, wird hier auch mit gekrönt; wer dort mit sterben geht, wird hier auch mit erhöht.«
Text: Paul Gerhardt 1647
Fortlaufende Lese
Seid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung! 3 Betet zugleich auch für uns, auf dass Gott uns eine Tür für das Wort auftue und wir vom Geheimnis Christi reden können, um dessentwillen ich auch in Fesseln bin, 4 auf dass ich es so offenbar mache, wie ich es soll. 5 Verhaltet euch weise gegenüber denen, die draußen sind, und kauft die Zeit aus. 6 Eure Rede sei allezeit wohlklingend und mit Salz gewürzt, dass ihr wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt.
Kolosser 4,2-6
Morgenlese
Als Jesus das geredet hatte, ging er hinaus mit seinen Jüngern über den Bach Kidron; da war ein Garten, in den gingen er und seine Jünger. 2 Judas aber, der ihn verriet, kannte den Ort auch, denn Jesus versammelte sich oft dort mit seinen Jüngern. 3 Als nun Judas die Schar der Soldaten mit sich genommen hatte und Knechte der Hohenpriester und Pharisäer, kommt er dahin mit Fackeln, Lampen und mit Waffen. 4 Da nun Jesus alles wusste, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen sucht ihr? 5 Sie antworteten ihm: Jesus von Nazareth. Er spricht zu ihnen: Ich bin’s! Judas aber, der ihn verriet, stand auch bei ihnen. 6 Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bin’s!, wichen sie zurück und fielen zu Boden. 7 Da fragte er sie abermals: Wen sucht ihr? Sie aber sprachen: Jesus von Nazareth. 8 Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt: Ich bin’s. Sucht ihr mich, so lasst diese gehen! 9 Damit sollte das Wort erfüllt werden, das er gesagt hatte: Ich habe keinen von denen verloren, die du mir gegeben hast.
Johannes 18,1-9
Abendlese
Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. 13 So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. 14 Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. 15 So lasst uns nun durch ihn Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. 16 Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott. 17 Gehorcht euren Lehrern[2] und folgt ihnen, denn sie wachen über eure Seelen – und dafür müssen sie Rechenschaft geben –, damit sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das wäre nicht gut für euch. 18 Betet für uns. Wir sind überzeugt, dass wir ein gutes Gewissen haben, und suchen in allen Dingen recht zu leben. 19 Umso mehr aber ermahne ich euch, dies zu tun, auf dass ich euch möglichst bald wiedergegeben werde.
20 Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, 21 der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
Hebräer 13,12-21
Bekenntnislese
Wen nun dieses nicht bewegen will, fromm zu werden, den befehlen wir dem Henker und dem Tod. Darum bedenke ein jeder, der sich belehren lassen will, dass Gott nicht mit sich scherzen lässt; und wisse, dass Gott mit dir redet und von dir Gehorsam fordert. Gehorchst du ihm, so bist du sein liebes Kind; verachtest du es aber, so wirst du Schande, Elend und Herzeleid zum Lohn haben. Ebenso ist auch vom Gehorsam der weltlichen Obrigkeit gegenüber zu reden. Auch sie gehört zum „Vaterstand“, und dieser Vaterstand erstreckt sich am allerweitesten. Denn hier geht es nicht nur um den Vater einer einzelnen Familie, sondern um den „Landesvater“, der so oft „Vater“ ist, wie er Einwohner, Bürger oder Untertanen hat. Denn Gott gibt und erhält uns durch sie Nahrung, Haus und Hof, Schutz und Sicherheit. Wie durch Eltern tut Gott das. Weil sie nun einen solchen Namen und Ehrentitel als höchste Auszeichnung tragen, sind wir es auch schuldig, sie zu ehren und zu achten und sie für den teuersten Schatz und das köstlichste Kleinod auf Erden zu halten.
Wer nun hier gehorsam, willig und dienstbereit ist und gerne alles tut, was ihnen zukommt, der soll wissen, dass Gott daran Gefallen hat und er mit Freude und Glück belohnt wird. Wer es aber nicht mit Liebe tun will, sondern wer den Gehorsam verachtet und sich widersetzt und rebelliert, soll dagegen wissen, dass er keine Gnade zu erwarten hat und keinen Segen empfangen wird. Und wo er meint, durch seinen Ungehorsam zu mehr Geld zu kommen, wird er auf andere Weise das Zehnfache wieder verlieren oder es dem Henker geben müssen; er wird durch Krieg, Krankheit oder sonstige Not umkommen oder an seinen Kindern nichts Gutes erleben; er wird von seinen Hausbewohnern und Nachbarn oder Fremden und Tyrannen Unrecht und Gewalt erleiden müssen; so wird uns bezahlt und vergolten werden, was wir zu tun verdienen.
Wenn wir es uns nur einmal sagen ließen, dass Gott solch ein Tun gefällt und reichlich belohnt, würden wir überreichlich alles haben, was unser Herz begehrt. Weil man aber Gottes Wort und Gebot so verachtet, als hätte es irgendein Schwätzer dahergeredet, so lass sehen, ob du der Mann bist, der ihm trotzen könnte. Wie schwer wird es ihm wohl werden, dir dein Tun wieder zu vergelten?! Darum lebst du viel besser, wenn Gott sich dir zuwendet und dir Glück und Frieden schenkt, als wenn seine Ungnade über dich kommt und du in Unglück gerätst. Was meinst du wohl, warum jetzt die Welt so voller Untreue und Schandtaten, Jammer und Morden ist? Weil jeder sein eigener Herr sein will und keiner einen andern über sich haben will; und weil keiner auf den andern Rücksicht nimmt, sondern nur tut, wozu er Lust hat. Darum straft Gott einen bösen Buben mit dem andern. Wo du deinen Herrn betrügst oder verachtest, kommt ein anderer, der ebenso mit dir umspringt, sodass du in deinem Hause von Frau und Kind und andern Hausbewohnern zehnmal mehr wirst leiden müssen.
Wir fühlen unser Unglück wohl, murren und klagen über Untreue, Gewalttätigkeit und Unrecht, wollen aber nicht sehen, dass wir selber böse Buben sind, die Strafe reichlich verdient haben und um nichts besser sind. Wir wollen keine Gnade und kein Glück haben, darum haben wir verdientermaßen Unglück, und niemand erbarmt sich. Es müssen noch irgendwo fromme Leute auf Erden sein, dass uns Gott noch soviel Gutes übrig lässt. Was uns betrifft, so haben wir keinen Pfennig im Haus und keinen Strohhalm auf dem Felde verdient.
Das alles habe ich mit so vielen Worten sagen müssen, damit man es doch einmal zu Herzen nimmt und wir die Blindheit und das Elend, darin wir stecken, loswerden und Gottes Wort und Willen recht erkennen und mit Ernst annehmen. Denn daraus allein könnten wir lernen, wie wir Freude, Glück und Heil in Zeit und Ewigkeit übergenug gewinnen könnten. So haben wir dreierlei „Väter“ in diesem Gebot vorgestellt: Väter des Blutes, des Hauses und des Landes. Darüber hinaus gibt es auch noch geistliche Väter, nicht wie im Papsttum, die sich zwar so haben nennen lassen, aber doch kein väterliches Amt geführt haben. Denn allein diejenigen werden geistliche Väter genannt, die uns durch das Wort Gottes regieren und vorstehen. So, wie sich St. Paulus rühmt, ein Vater zu sein (1. Kor. 4,13), wenn er sagt: „Ich habe euch in Jesus Christus gezeugt durch das Evangelium.“
Weil sie nun Väter sind, gebührt ihnen auch Ehre vor allen andern. Aber ihnen wird sie am allerwenigsten zuteil; denn die Welt ehrt sie so, dass man sie aus dem Lande jagt und ihnen kein Stück Brot gönnt! Sie müssen schließlich, wie Paulus sagt (1. Kor. 4,13), „der Welt Kehricht und Dreck“ sein. Doch es ist nötig, dieses auch dem einfachen Volk einzuprägen, dass nämlich diejenigen, die Christen sein wollen, es vor Gott schuldig sind, ihren Seelsorgern doppelte Ehre zuteil werden zu lassen, ihnen Gutes zu tun und sie zu versorgen. Gott will dir dafür auch genug geben, sodass du keinen Mangel leiden musst. Aber dagegen sträubt und wehrt sich ein jeder; sie haben die Sorge, dass der Bauch verschmachtet. Und so können sie jetzt nicht einmal einen einzigen rechtschaffenen Prediger ernähren, obgleich wir zuvor doch zehn Mastbäuche gefüllt haben. Damit verdienen wir es wiederum, dass uns Gott sein Wort und seinen Segen fortnimmt und uns Lügenprediger schickt, die uns zum Teufel führen und dazu noch bis auf’s Blut aussaugen.
Die aber Gottes Willen und Gebot vor Augen haben, haben die Zusage, dass ihnen reichlich vergolten werden soll, was sie den leiblichen und den geistlichen Vätern Gutes getan und worin sie ihnen Ehre erwiesen haben. Nicht dass sie für ein oder zwei Jahre Brot, Kleidung und Geld haben sollen, sondern langes Leben, Nahrung und Friede, und sie sollen ewig reich und selig sein. Darum tue nur, was du zu tun schuldig bist, und lass Gott dafür sorgen, wie er dich ernährt und genügend versorgt. Hat er es versprochen und noch nie gelogen, so wird er auch dich nicht belügen.
Denn unsern Gott loben, das ist ein köstlich Ding, ihn loben ist lieblich und schön. Der HERR baut Jerusalem auf und bringt zusammen die Verstreuten Israels. Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden. Er zählt die Sterne und nennt sie alle mit Namen. Unser Herr ist groß und von großer Kraft, und unermesslich ist seine Weisheit. Der HERR richtet die Elenden auf und stößt die Frevler zu Boden.
Singt dem HERRN ein Danklied und lobt unsern Gott mit Harfen, der den Himmel mit Wolken bedeckt und Regen gibt auf Erden; der Gras auf den Bergen wachsen lässt, der dem Vieh sein Futter gibt, den jungen Raben, die zu ihm rufen. Er hat keine Freude an der Stärke des Rosses noch Gefallen an den Schenkeln des Mannes. Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen.
Preise, Jerusalem, den HERRN; lobe, Zion, deinen Gott! Denn er macht fest die Riegel deiner Tore und segnet deine Kinder in deiner Mitte. Er schafft deinen Grenzen Frieden und sättigt dich mit dem besten Weizen. Er sendet seine Rede auf die Erde, sein Wort läuft schnell. Er gibt Schnee wie Wolle, er streut Reif wie Asche. Er wirft seine Schloßen herab wie Brocken; wer kann bleiben vor seinem Frost?
Er sendet sein Wort, da schmilzt der Schnee; er lässt seinen Wind wehen, da taut es. Er verkündigt Jakob sein Wort, Israel seine Gebote und sein Recht. So hat er an keinem Volk getan; sein Recht kennen sie nicht. Halleluja!
Psalm 147
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Kollekte für Miserikordias Domini.
Herr Jesus Christus, Du bist der gute Hirte, Du führst uns auf Deinen Wegen und läßt uns nicht Mangel leiden. Von Dir werden wir nicht verlassen. Wir bitten Dich: Halte uns zusammen bei Dir: Suche die Verlorenen. Sammle die Verstreuten, daß am Ende dieser Zeit die Deinen geschart sind um Dich, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Evangelisches Gottesdienstbuch (199, S.328)
Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.
Johannes 10,11a.27f
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Frühmorgens, da die Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht. Halleluja, Halleluja. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja, Halleluja.
Wann ich des Nachts oft lieg in Not verschlossen, gleich als wär ich tot, Halleluja, Halleluja, läßt Du mir früh die Gnadensonn aufgehn: nach Trauern Freud und Wonn. Halleluja, Halleluja.
Nicht mehr als nur drei Tage lang bleibt mein Heiland ins Todes Zwang; Halleluja, Halleluja; am dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren sein Siegesfähnlein schwingt. Halleluja, Halleluja.
Jetzt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält; Halleluja, Halleluja; drauf folgt der Sabbat in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja, Halleluja.
In kurzem wach ich fröhlich auf, mein Ostertag ist schon im Lauf; Halleluja, Halleluja. ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja, Halleluja.
Am Kreuz lässt Christus öffentlich vor allem Volke töten sich; Halleluja, Halleluja. da er durchs Todes Kerker bricht, läßt ers die Menschen sehen nicht. Halleluja, Halleluja.
Sein Reich ist nicht von dieser Welt, kein groß Gepräng ihm hier gefällt; Halleluja, Halleluja; was schlecht und niedrig geht herein, soll ihm das Allerliebste sein. Halleluja, Halleluja.
Hier ist noch nicht ganz kund gemacht, was er aus seinem Grab gebracht, Halleluja, Halleluja, der große Schatz, die reiche Beut, drauf sich ein Christ so herzlich freut. Halleluja, Halleluja.
Der Jüngste Tag wirds zeigen an, was er für Taten hat getan, Halleluja, Halleluja, wie er der Schlangen Kopf zerknickt, die Höll zerstört, den Tod erdrückt. Halleluja, Halleluja.
Da werd ich Christi Herrlichkeit anschauen ewig voller Freud, Halleluja, Halleluja, ich werde sehn, wie alle Feind zur Höllenpein gestürzet seind. Halleluja, Halleluja.
Der Herr den Tod zu Boden schlägt, da er selbst tot und sich nichts regt, Halleluja, Halleluja, geht aus dem Grab in eigner Kraft, Tod, Teufel, Höll nichts an ihm schafft. Halleluja, Halleluja.
O Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Halleluja, Halleluja. Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Tür. Halleluja, Halleluja.
Wie tief Kreuz, Trübsal oder Pein: mein Heiland greift allmächtig drein, Halleluja, Halleluja, führt mich heraus mit seiner Hand; wer mich will halten, wird zu Schand. Halleluja, Halleluja.
Und daß der Herr erstanden sei, das ist von allem Zweifel frei; Halleluja, Halleluja; der Engel selbst bezeugt es klar, das leere Grab machts offenbar. Halleluja, Halleluja.
Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt; Halleluja, Halleluja. wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christus bei mir hab. Halleluja.
Er nährt, er schütz, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Halleluja, Halleluja. Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Halleluja, Halleluja.
Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Engelsbrüderschaft. Halleluja, Halleluja. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, die Feinschaft ist ganz abgelehnt. Halleluja, Halleluja.
Mein Herz darf nicht entsetzen sich, Gott und die Engel lieben mich; Halleluja, Halleluja; die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Halleluja, Halleluja.
Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt Dir alle Welt. Halleluja, Halleluja. Dort wollen wir mit größerm Fleiß erheben Deinen Ruhm und Preis. Halleluja, Halleluja. .
Johann Heermann 1630 (LKG 167)
Fortlaufende Lese
Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie sich’s gebührt in dem Herrn. Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie. Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist wohlgefällig in dem Herrn. Ihr Väter, kränkt eure Kinder nicht, auf dass sie nicht verzagen. Ihr Sklaven, seid gehorsam in allen Dingen euren irdischen Herren; dient nicht allein vor ihren Augen, um den Menschen zu gefallen, sondern in Einfalt des Herzens und in der Furcht des Herrn. Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, denn ihr wisst, dass ihr von dem Herrn als Lohn das Erbe empfangen werdet. Dient dem Herrn Christus! Denn wer unrecht tut, der wird empfangen, was er unrecht getan hat; und es gilt kein Ansehen der Person. Ihr Herren, was recht und billig ist, das gewährt den Sklaven und bedenkt, dass auch ihr einen Herrn im Himmel habt.
Kolosser 3,18-4,1
Morgenlese
Die Ältesten unter euch ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll: Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist, und achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt, nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund, nicht als solche, die über die Gemeinden herrschen, sondern als Vorbilder der Herde. So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen. Desgleichen ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter. Alle aber miteinander bekleidet euch mit Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.
1. Petrus 5,1-5
Abendlese
Wehe den Hirten, die die Herde meiner Weide umkommen lassen und zerstreuen!, spricht der HERR. Darum, so spricht der HERR, der Gott Israels, über die Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habt meine Herde zerstreut und verstoßen und nicht nach ihr gesehen. Siehe, ich will euch heimsuchen um eures bösen Tuns willen, spricht der HERR. Und ich will die Übriggebliebenen meiner Herde sammeln aus allen Ländern, wohin ich sie verstoßen habe, und will sie wiederbringen zu ihren Weideplätzen, dass sie fruchtbar sein sollen und sich mehren. Und ich will Hirten über sie setzen, die sie weiden sollen, dass sie sich nicht mehr fürchten noch erschrecken noch heimgesucht werden, spricht der HERR. Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass ich dem David einen gerechten Spross erwecken will. Der soll ein König sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird. Zu seiner Zeit soll Juda geholfen werden und Israel sicher wohnen. Und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: »Der HERR ist unsere Gerechtigkeit«.
Jeremia 23,1-6
Bekenntnislese
Da hast du nun die Frucht und den Lohn dieses Gebotes: Wer es hält, soll gute Tage haben. Er soll Glück haben und es soll ihm gut gehen. Und andererseits die Strafe: Wer diesem Gebot gegenüber ungehorsam ist, soll desto eher umkommen und des Lebens nicht froh werden. Denn „langes Leben haben“ bedeutet in der Heiligen Schrift nicht allein ein hohes Alter erreichen, sondern alles haben, was zu einem langen Leben gehört – wie z. B. Gesundheit, Frau und Kind, Nahrung, Friede und eine gerechte Regierung und so fort. Denn ohne dies alles kann das Leben nicht fröhlich genossen werden und auf Dauer bestehen. Willst du nun nicht Vater und Mutter gehorchen und dich erziehen lassen, so gehorche dem Henker; gehorchst du dem nicht, so gehorche dem Tod. Denn das will Gott haben: Entweder du gehorchst ihm und bist bereit, ihm und dem Menschen aus Liebe zu dienen, dann wird er es dir überschwänglich vergelten mit allem Guten; oder aber du erzürnst ihn, dann wird er dir beides schicken, den Tod und den Henker. Wo kommen denn die vielen Bösewichte her, die man täglich verurteilen, einsperren und bestrafen muss? Ihr Ungehorsam ist die Ursache. Sie haben sich nicht mit Güte erziehen lassen. Nun aber straft Gott so, dass sie in Unglück und Herzeleid geraten. Denn gar selten geschieht es, dass solche verruchten Leute einen ehrbaren Tod sterben und ein hohes Alter erreichen.
Die Frommen aber und Gehorsamen werden gesegnet, sodass sie lange und in guter Ruhe leben und – wie oben gesagt – ihre Enkel sehen „bis in die dritte und vierte Generation“. Man kann dies auch bei alten Familiengeschlechtern, denen es gut geht und die eine zahlreiche Nachkommenschaft haben, beobachten. Bei ihnen gibt es immer einige, die wohl erzogen sind und ihre Eltern in Ehren gehalten haben. Dass es jenen Familien gut geht, kommt gewiss daher. Umgekehrt steht von dem Gottlosen im Psalm 109 geschrieben:„Seine Nachkommen müssen ausgerottet werden, und sein Name soll schon in der folgenden Generation getilgt werden.“ Darum lass es dir gesagt sein, wie sehr es Gott auf den Gehorsam ankommt. Er hält große Dinge von ihm und lässt ihn sich gefallen und belohnt ihn auch reichlich. Andererseits wacht er streng darüber und straft diejenigen, die gegen sein Gebot verstoßen.
Das sage ich alles, damit man es der Jugend gut einprägt; denn niemand will es glauben, wie nötig dieses Gebot ist; ist es doch bisher unter dem Papsttum nicht beachtet und gelehrt worden. Es sind schlichte und einfache Worte, und so meint man, man habe sie schon begriffen und geht über sie hinweg und richtet seinen Blick auf andere Dinge und sieht und glaubt nicht, dass man Gott sehr erzürnt, wenn man dieses Gebot außer Acht lässt und das Gute nicht tut, das es von uns fordert.
Zu diesem Gebot gehört auch der Gehorsam gegenüber obrigkeitlichen Personen, die zu gebieten und zu regieren haben. Denn von der Autorität der Eltern leitet sich alle andere Autorität ab. Denn wo ein Vater sein Kind nicht allein zu erziehen und zu unterrichten vermag, nimmt er einen Lehrer hinzu, der es lehren soll; ist er schwach und krank, so nimmt er seine Freunde oder Nachbarn zur Hilfe; stirbt er, so befiehlt er die Erziehung andem an, die man dazu bestimmt. Ebenso muss er auch der Herr sein über alle, die in seinem Hause (als Knechte und Mägde) angestellt sind. Darum heißen sie auch nach der Schrift alle „Väter“, weil sie in ihrem „Regieren“ das Vateramt ausüben und eine väterliche Gesinnung gegen die Ihren haben sollen. So haben auch von alters her die Römer und andere Völker die Herren und Frauen im Hause patres et matres familias genannt, d. h. Hausväter und Hausmütter. Auch ihre Landesfürsten und Oberherren haben sie patres patriae genannt, d. h. Väter des ganzen Landes. Das muss man uns, die wir Christen sein wollen, zur Schande sagen. Denn wir haben sie nicht so genannt, sie nicht einmal dafür gehalten und entsprechend geehrt.
Was nun ein Kind Vater und Mutter schuldig ist, sind auch alle andern schuldig, die zum Hause gehören. Darum sollen Knechte und Mägde zusehen, dass sie ihren Herren und Frauen nicht allein gehorsam sind, sondern sie sollen sie auch ehren wie ihre eigenen Väter und Mütter und alles tun, was man von ihnen haben will, nicht aus Zwang und mit Widerwillen, sondern mit Lust und Freude; und zwar um des genannten Grundes willen, weil es Gottes Gebot ist und ihm dies mehr als alles andere Tun gefällt. Deswegen sollten sie eigentlich noch Lohn dazugeben und froh sein, dass sie überhaupt Herren und Frauen dienen können. Und sie sollten ein fröhliches Gewissen haben und wissen, dass sie mit ihrem Dienst Gutes tun, auch wenn ihr Dienst bisher wenig galt und verachtet wurde. Stattdessen lief jeder in des Teufels Namen in die Klöster, zu Wallfahrten und zum Ablass – sich zum Schaden und ohne dabei ein gutes und freies Gewissen zu erlangen. Wenn man dieses dem einfachen Volk klar machen könnte, so würde eine Dienstmagd vor Freude springen, Gott loben und danken, weil sie mit ihrer guten Arbeit, für die sie Nahrung und Lohn empfängt, zugleich einen solchen Schatz bekommt, den niemand von denen hat, die man sonst für die heiligsten hält. Ist das nicht ein vortrefflicher Ruhm, das zu wissen und sagen zu können: „Wenn du deine tägliche Hausarbeit tust, das ist besser als alle Heiligkeit der Mönche und alles strenge Leben“? Und außerdem hast du noch die Zusage, dass es dir alles Gute bringen und es dir gut ergehen soll. Kannst du seliger sein oder heiliger leben, als wenn du tust, was dieses Gebot fordert?
Denn vor Gott macht allein der Glaube heilig; mit dem Glauben dienen wir ihm allein, mit dem Tun aber dienen wir den Menschen. Da hast du nun alles Gute, allen Schutz und alle Sicherheit unter deinem Herrn, ein fröhliches Gewissen und einen gnädigen Gott dazu, der es dir hundertfältig vergelten will. Und so kannst du dich wie ein König fühlen, wenn du nur fromm und gehorsam bist. Bist du es aber nicht, kommt Gottes Zorn und Ungnade über dich, und du findest keinen Frieden im Herzen, und dann kommt auch noch Not und alles Unglück über dich.
Von Gnade und Recht will ich singen und dir, HERR, Lob sagen. Ich will mich halten an den rechten Weg. Wann kommst du zu mir? Ich wandle mit lauterem Herzen in meinem Hause. Ich nehme mir keine böse Sache vor; ich hasse es, Unrecht zu tun, das soll nicht an mir haften. Ein falsches Herz muss von mir weichen. Böses leide ich nicht. Wer seinen Nächsten heimlich verleumdet, den bring ich zum Schweigen.
Ich mag den nicht, der stolze Gebärde und Hochmut hat. Meine Augen sehen nach den Treuen im Lande, dass sie bei mir wohnen; Wer auf rechtem Wege geht, der dient mir. Falsche Leute dürfen in meinem Hause nicht bleiben, die Lügner bestehen nicht vor mir. Jeden Morgen bring ich zum Schweigen alle Frevler im Lande, dass ich alle Übeltäter ausrotte aus der Stadt des HERRN.
Psalm 101. Ein Psalm Davids verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Kollekte für Miserikordias Domini.
Herr Jesus Christus, Du bist der gute Hirte, Du führst uns auf Deinen Wegen und läßt uns nicht Mangel leiden. Von Dir werden wir nicht verlassen. Wir bitten Dich: Halte uns zusammen bei Dir: Suche die Verlorenen. Sammle die Verstreuten, daß am Ende dieser Zeit die Deinen geschart sind um Dich, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Evangelisches Gottesdienstbuch (199, S.328)
Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.
Johannes 10,11a.27f
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Wir danken Dir, Herr Jesu Christ, daß Du vom Tod erstanden bist und hast dem Tod zerstört sein Macht und uns zum Leben wiederbracht. Halleluja.
Wir bitten Dich durch Deine Gnad: Nimm von uns unsre Missetat und hilf uns durch die Güte Dein, daß wir Dein treuen Diener sein. Halleluja.
Gott Vater in dem höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, dem Heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis! Halleluja.
Nikolaus Herman und Thomas Hartmann 1591 (LKG 166)
Fortlaufende Lese
So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; 13 und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! 14 Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. 15 Und der Friede Christi, zu dem ihr berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar. 16 Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen. 17 Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.
Kolosser 3,12-17
Morgenlese
Da sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr, als mich diese lieb haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer! 16 Spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! 17 Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe! 18 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wo du hinwolltest; wenn du aber alt bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hinwillst. 19 Das sagte er aber, um anzuzeigen, mit welchem Tod er Gott preisen würde. Und als er das gesagt hatte, spricht er zu ihm: Folge mir nach!
Johannes 21:15-19
Abendlese
Seht zu, dass ihr nicht einen von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Was meint ihr? Wenn ein Mensch hundert Schafe hätte und eins unter ihnen sich verirrte: lässt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, geht hin und sucht das verirrte? Und wenn es geschieht, dass er’s findet, wahrlich, ich sage euch: Er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben. So ist’s auch nicht der Wille bei eurem Vater im Himmel, dass auch nur eines von diesen Kleinen verloren werde.
Matthäus 18,10-14
Bekenntnislese
4. Gebot verf.
Dagegen sollst du von Herzen froh sein und Gott danken, dass er dich dazu erwählt und würdig gemacht hat, ihm mit solch einem köstlichen, angenehmen Tun zu dienen. Auch wenn es für das Allergeringste und – verachtetste angesehen wird, halte es für eine große und wertvolle Sache – nicht um unserer Würdigkeit willen, sondern weil es von dem Kleinod und Heiligtum, dem Worte Gottes, umschlossen ist.
O was würden alle Mönche und Nonnen der Karthäuser darum geben, wenn sie mit ihrer ganzen Frömmigkeit auch nur ein einziges Werk vor Gott bringen könnten, das nach seinem Gebot getan wäre, und sie mit fröhlichem Herzen zu Gott sprechen könnten: „Nun weiß ich, dass dir dieses Werk wohlgefällt.“ Wo wollen sie, die armen elenden Leute, bleiben, wenn sie (am Jüngsten Tag) vor Gott und vor aller Welt schamrot und in Schande dastehen werden und sie einem jungen Kind gegenüber, das nach diesem Gebot gelebt hat, bekennen müssen, dass sie mit ihrem ganzen Leben es nicht wert sind, ihm das Wasser zu reichen?
Um der teuflischen Verdrehung willen, dass sie Gottes Gebot mit Füßen treten, geschieht es ihnen auch recht, dass sie sich vergeblich mit selbsterdachten Werken martern müssen und dazu noch Spott und Schaden zum Lohn haben. Sollte nun nicht das Herz des Menschen vor Freude springen und überfließen, wenn er zur Arbeit geht und tut, was ihm befohlen ist und er sagen kann: „Sieh, das ist besser als alle Heiligkeit der Karthäuser, auch wenn sie sich gleich zu Tode fasten und ohne Aufhören auf den Knien beten.“ Denn hier hast du einen klaren Text und ein göttliches Zeugnis, dass er dies geboten hat, aber von jenem hat er kein Wort gesagt. Aber das ist der Jammer und eine leidige Blindheit der Welt, dass niemand das glaubt. So hat uns der Teufel mit dem Schein einer falschen Heiligkeit und eines selbsterwählten Tuns bezaubert.
Deswegen möchte ich ja gerne (ich sage es noch einmal), dass man die Augen und Ohren auftut und es zu Herzen nimmt, damit wir nicht nochmals wieder von dem reinen Gotteswort zu des Teufels Lügentand verleitet werden. Wenn man das täte, würde es auch überall gut stehen. Die Eltern hätten desto mehr Freude, Liebe, Freundschaft und Eintracht in den Häusern, und die Kinder könnten die ganze Liebe ihrer Eltern gewinnen.
Umgekehrt, wenn sie störrisch sind und nicht tun, was sie sollen – es sei denn, man lege ihnen den Knüppel auf den Rücken – ‚ da erzürnen sie beide, Gott und die Eltern und nehmen sich selbst dadurch den Schatz und die Freude eines guten Gewissens fort und bringen über sich nur Unglück. Darum geht es auch jetzt in der Welt so, wie jedermann klagt, dass beide, jung und alt, wild und zügellos sind und weder Anstand noch Ehrfurcht haben. Sie tun nichts, es sei denn, sie werden mit Schlägen getrieben, und sie verleumden und machen einander schlecht, wo sie nur können. Darum straft sie Gott auch, dass sie in alles mögliche Elend und in Not hineingeraten.
Die Eltern sind meist selbst ganz unwissend und unfähig, und so erzieht ein Tor den andern. So wie sie es gelebt haben, leben die Kinder später auch. Das soll nun, so sage ich, das Erste und Wichtigste sein, was uns zum Halten dieses Gebotes bewegen soll. Wir sollten sogar wünschen, wenn wir keinen Vater und keine Mutter hätten, dass Gott uns Holz und Steine gebe, damit wir sie Vater und Mutter nennen könnten. Um wie viel mehr sollen wir froh sein, dass er uns lebendige Eltern gegeben hat, denen wir Ehre und Gehorsam erweisen können. Denn wir wissen, dass dies der hohen Majestät Gottes und allen Engeln gut gefällt und alle Teufel verdrießt.
Außerdem ist es das Höchste, was man tun kann – nächst dem Gottesdienst, von dem in den vorigen Geboten die Rede war. Selbst Almosen geben und alles Gute, was ich dem Nächsten erweise, kommt diesem nicht gleich. Denn Gott hat diesen Stand obenan gesetzt, ja an seiner Statt auf Erden bestimmt. Dieser Wille Gottes soll uns genug Grund und Anreiz sein, dass wir – im Blick auf dieses Gebot – mit Lust und Liebe tun, was wir können.
Außerdem sind wir es auch vor der Welt schuldig, dass wir für die Wohltaten und alles Gute, das wir von den Eltern empfangen, dankbar sind. Aber da regiert wieder der Teufel in der Welt, sodass die Kinder die Eltern vergessen, so wie wir alle Gott vergessen und nicht daran denken, wie uns Gott doch ernährt, behütet und beschützt und so viel Gutes tut an Leib und Seele. Besonders wenn einmal eine böse Stunde kommt, dann zürnen und murren wir mit Ungeduld, und es ist alles vergessen, was wir unser Leben lang Gutes empfangen haben. Ebenso handeln wir auch den Eltern gegenüber, und es gibt kein Kind, das dies erkennt und bedenkt, es sei denn, der heilige Geist schenkt diese Erkenntnis.
Diese Unart der Welt kennt Gott sehr wohl, darum erinnert er sie mit Geboten daran, dass ein jeder bedenken soll, was ihm die Eltern Gutes getan haben. Dann wird er feststellen, dass er Leib und Leben von ihnen hat, außerdem von ihnen ernährt und aufgezogen ist; ohne sie wäre er schon hundertmal umgekommen. Darum haben jene weisen Alten recht gesagt: „Deo, parentibus et magistris non potest satis gratiae rependi“, d. h.: „Gott, den Eltern und den Lehrern kann man niemals genug danken und es ihnen vergelten.“ Wer das sieht und bedenkt, der wird gewiss bereit sein, seinen Eltern alle Ehre zu erweisen und sie auf den Händen zu tragen, weil Gott durch sie ihm alles Gute erwiesen hat.
Darüber hinaus soll auch Folgendes uns ein großer Anlass sein, uns zu bewegen, die Eltern zu ehren, dass Gott an dieses Gebot eine vortreffliche Zusage angehängt hat, wenn er sagt: „auf dass du langes Leben habest im Lande, wo du wohnst.“ Da überzeuge dich selbst davon, wie ernst es Gott mit diesem Gebot meint. Denn er sagt nicht allein, dass es seinen Gefallen findet und er seine Freude daran hat (wenn dieses Gebot gehalten wird), sondern auch, dass es uns gut gehen und zum Besten dienen soll. Ein ruhiges und glückliches Leben werden wir haben, in dem uns alles Gute zuteil wird. Darum hebt auch St. Paulus dieses in Epheser 6 besonders hervor, wenn er sagt: „Das ist das erste Gebot, das eine Verheißung hat, auf dass es dir wohl gehe und du lange lebest auf Erden.“ Denn obgleich auch in den andern Geboten eine Zusage mit eingeschlossen ist, so ist sie doch zu keinem Gebot so deutlich und ausdrücklich hinzugefügt.
Halleluja! Lobet den Namen des HERRN, lobet, ihr Knechte des HERRN, die ihr steht im Hause des HERRN, in den Vorhöfen des Hauses unsres Gottes! Lobet den HERRN, denn der HERR ist freundlich; lobsinget seinem Namen, denn er ist lieblich! Denn der HERR hat sich Jakob erwählt, Israel zu seinem Eigentum. Ja, ich weiß, dass der HERR groß ist und unser Herr über allen Göttern.
Alles, was der HERR will, das tut er im Himmel und auf Erden, im Meer und in allen Tiefen; der die Wolken lässt aufsteigen vom Ende der Erde, der die Blitze samt dem Regen macht, der den Wind herausführt aus seinen Kammern; der die Erstgeburten schlug in Ägypten bei den Menschen und beim Vieh und ließ Zeichen und Wunder kommen über dich, Ägyptenland, über den Pharao und alle seine Knechte; der viele Völker schlug und tötete mächtige Könige, Sihon, den König der Amoriter, und Og, den König von Baschan, und alle Königreiche in Kanaan, und gab ihr Land zum Erbe, zum Erbe seinem Volk Israel.
HERR, dein Name währet ewiglich, dein Ruhm, HERR, währet für und für. Denn der HERR schafft Recht seinem Volk und wird seinen Knechten gnädig sein. Die Götzen der Heiden sind Silber und Gold, gemacht von Menschenhänden. Sie haben Mäuler und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht, sie haben Ohren und hören nicht, auch ist kein Odem in ihrem Munde. Die solche Götzen machen, sind ihnen gleich, alle, die auf sie hoffen.
Das Haus Israel lobe den HERRN! Lobet den HERRN, ihr vom Hause Aaron! Ihr vom Hause Levi, lobet den HERRN! Die ihr den HERRN fürchtet, lobet den HERRN! Gelobt sei der HERR aus Zion, der zu Jerusalem wohnt! Halleluja!
Psalm 135 verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Kollekte für Miserikordias Domini.
Herr Jesus Christus, Du bist der gute Hirte, Du führst uns auf Deinen Wegen und läßt uns nicht Mangel leiden. Von Dir werden wir nicht verlassen. Wir bitten Dich: Halte uns zusammen bei Dir: Suche die Verlorenen. Sammle die Verstreuten, daß am Ende dieser Zeit die Deinen geschart sind um Dich, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Evangelisches Gottesdienstbuch (199, S.328)
Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.
Johannes 10,11a.27f
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Du starker Held, Herr Jesu Christ, des Tods nun mächtig worden bist, zerbricht der Höllen Band und Tür und kommst am dritten Tag herfür,
Läßt schauen Dich ohn alle Qual bei Deinen Freunden überall, zeigst ihn´ Dein Gaben hochgeacht, die Du hast aus dem Tod gebracht:
Lehr uns und alle Christenheit erkennen diese große Freud, die von Deinr Auferstehung wir bekommen haben all von Dir.
Hilf uns von Sünden auferstehn und in ein heilig Leben gehn, bis wir, erlöst von aller Pein, bei Dir in ewgen Ostern sein.
Johann Mylius 1596 (LKG 165)
Fortlaufende Lese
So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind, Unzucht, Unreinheit, schändliche Leidenschaft, böse Begierde und die Habsucht, die Götzendienst ist. 6 Um solcher Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams. 7 In dem allen seid auch ihr einst gewandelt, als ihr noch darin lebtet. 8 Nun aber legt auch ihr das alles ab: Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde; 9 belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen 10 und den neuen angezogen, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat. 11 Da ist nicht mehr Grieche oder Jude, Beschnittener oder Unbeschnittener, Nichtgrieche, Skythe, Sklave, Freier, sondern alles und in allen Christus.
Kolosser 3,5-11
Morgenlese
Und ich will ihnen einen einzigen Hirten erwecken, der sie weiden soll, nämlich meinen Knecht David. Der wird sie weiden und soll ihr Hirte sein, 24 und ich, der HERR, will ihr Gott sein. Und mein Knecht David soll der Fürst unter ihnen sein; das sage ich, der HERR. 25 Und ich will einen Bund des Friedens mit ihnen schließen und alle bösen Tiere aus dem Lande ausrotten, dass sie sicher in der Steppe wohnen und in den Wäldern schlafen können. 26 Ich will sie und alles, was um meinen Hügel her ist, segnen und auf sie regnen lassen zu rechter Zeit. Das sollen gnädige Regen sein, 27 dass die Bäume auf dem Felde ihre Früchte bringen und das Land seinen Ertrag gibt, und sie sollen sicher auf ihrem Lande wohnen und sollen erfahren, dass ich der HERR bin, wenn ich ihr Joch zerbrochen und sie errettet habe aus der Hand derer, denen sie dienen mussten. 28 Und sie sollen nicht mehr den Völkern zum Raub werden, und kein wildes Tier im Lande soll sie mehr fressen, sondern sie sollen sicher wohnen, und niemand soll sie schrecken. 29 Und ich will ihnen eine Pflanzung aufgehen lassen zum Ruhm, dass sie nicht mehr Hunger leiden sollen im Lande und die Schmähungen der Völker nicht mehr ertragen müssen. 30 Und sie sollen erfahren, dass ich, der HERR, ihr Gott, bei ihnen bin und dass die vom Hause Israel mein Volk sind, spricht Gott der HERR. 31 Ja, ihr sollt meine Herde sein, die Herde meiner Weide, und ich will euer Gott sein, spricht Gott der HERR.
Hesekiel 34,23-31
Abendlese
Da sprach Jesus zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir; denn es steht geschrieben: »Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen.« 32 Wenn ich aber auferstanden bin, will ich vor euch hingehen nach Galiläa. 33 Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sich auch alle an dir ärgern, so will ich doch mich niemals ärgern. 34 Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. 35 Petrus sprach zu ihm: Und wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnen. Das Gleiche sagten auch alle Jünger.
Matthäus 26,31-35
Bekenntnislese
Das 4. Gebot: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
Bisher haben wir die ersten drei Gebote behandelt, die von unserm Verhalten Gott gegenüber reden: Das erste, dass wir ihm von ganzem Herzen vertrauen und ihn in unserm ganzen Leben fürchten und lieben sollen. Das zweite, dass man seinen heiligen Namen nicht zur Lüge oder irgend einer bösen Sache missbrauchen, sondern ihn zum Lobe Gottes und zum eigenen und des Nächsten Nutzen und Heil gebrauchen soll. Das dritte, dass man am Feier- und Ruhetag fleißig mit Gottes Wort umgehen soll, damit unser ganzes Tun und Leben sich danach richte. Es folgen nun die andern sieben Gebote, die sich auf unser Verhalten dem Nächsten gegenüber beziehen; unter ihnen ist das erste das höchste: “Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.“
Den Vater- und Mutterstand hat Gott vor allen andern Ständen, die ihnen nachgeordnet sind, dadurch herausgehoben, dass er nicht nur gebietet, die Eltern liebzuhaben, sondern sie auch zu ehren. Denn Brüder, Schwestern und ganz allgemein den Nächsten befiehlt Gott allein zu lieben; Vater und Mutter jedoch hebt er von allen andern Personen uf Erden ab und stellt sie neben sich, denn ehren ist etwas viel Größeres als lieben. Denn das Ehren schließt nicht allein das Lieben mit ein, sondern bedeutet zugleich auch, dass man in einer Haltung der Demut und Ehrerbietung ihnen gegenübersteht, so als ob man einer hohen Autorität und Majestät gegenüberstünde. Es schließt auch das mit ein, dass man freundlich und mit Ehrerbietung zu ihnen spricht, vor allem auch, dass man in seiner ganzen inneren und äußeren Haltung ihnen so begegnet, dass man sie erkennen lässt, wieviel man von ihnen hält und dass man in ihnen nächst Gott die höchste Autorität sieht. Denn wen man von Herzen ehren soll, den muss man allerdings hoch achten. So präge man der Jugend ein, ihre Eltern so vor Augen zu haben, als stünden sie an Gottes Statt da. Sie sollen wissen, dass jene, auch wenn sie gering, arm, gebrechlich und wunderlich sind, dennoch ihnen von Gott zum Vater und zur Mutter gegeben sind. Wie immer sie ihr Leben führen und was für Fehler sie auch haben mögen, diese Ehre kann ihnen nicht genommen werden. Darum ist nicht die Person, so wie sie ist, anzusehen, sondern Gottes Wille, der dies so geschaffen und geordnet hat. Sonst sind wir zwar in Gottes Augen alle gleich, aber unter uns kann es ohne Ungleichheiten und geordneten Unterschiede nicht gehen. Darum hat Gott auch geboten, sie zu beachten; so bin ich als Vater über dich gesetzt und du sollst mir als deinen Vater gehorsam sein.
So erkenne nun als erstes, was es heißt, die Eltern zu ehren. Das nämlich fordert dieses Gebot: Man soll die Eltern höher als alles andere achten und sie für den höchsten Schatz auf Erden halten. Außerdem soll man auch in seinen Worten ihnen gegenüber bescheiden und zurückhaltend sein, sie nicht böse anfahren, ihnen gegenüber nicht auftrumpfen und sie zur Rede stellen, sondern sie recht haben lassen und lieber schweigen, auch wo sie den Bogen überspannen. Schließlich soll man sie mit seinem ganzen Verhalten ehren; man soll ihnen dienen und helfen und sie versorgen, wenn sie krank, alt, gebrechlich oder arm sind. Und dies soll man nicht allein gern tun, sondern auch in Demut und Ehrerbietung, so als sei es Gott getan. Denn wer begriffen hat, wie er sie von Herzen lieb haben soll, der wird sie nicht Not und Hunger leiden lassen, sondern wird ihnen zur Seite stehen und mit ihnen teilen, was er hat und soviel er vermag.
Zweitens bedenke, eine wie große, gute und heilige Verpflichtung hier den Kindern auferlegt ist. Leider verachtet man das sehr und schlägt es in den Wind, und niemand nimmt wahr, dass es Gott geboten hat und dass es ein heiliges Wort und eine göttliche Lehre ist. Denn wenn man dies beachtet hätte, hätte ein jeder daraus entnehmen können, dass diejenigen heilig sein müssen, die nach diesen Worten leben. So hätte man kein Klosterleben und keine geistlichen Stände einzuführen brauchen, wenn jeder bei diesem Gebot geblieben wäre und sein Gewissen auf Gott gerichtet und gesprochen hätte: Wenn ich Gutes tun und heilig leben soll, dann weiß ich nichts besseres zu tun als meinen Eltern alle Ehre zu erweisen und ihnen gehorsam zu sein, weil es Gott selbst geboten hat. Denn was Gott gebietet, muss viel edler sein als alles, was wir selber uns ausdenken mögen. Und weil kein höherer und besserer Meister zu finden ist als Gott, wird es freilich keine bessere Lehre geben, als die er selber gibt. Nun lehrt er ja reichlich, was man tun soll, um ein rechtschaffenes und gutes Leben zu führen. Dadurch, dass er etwas gebietet, gibt er zu erkennen, dass es ihm auch gut gefällt. Wenn aber Gott solches gebietet und nichts besseres anordnet, werde ich es gewiss auch nicht besser machen können.
Sieh, so hätte man ein frommes Kind recht gelehrt und christlich erzogen; und man hätte es daheimbehalten, damit es den Eltern gehorcht und dient, sodass man seine Freude daran gehabt hätte. Aber stattdessen hat man Gottes klares Gebot verdunkelt und hat es unbeachtet gelassen. Man ist schnell darüber hinweggegangen, sodass ein Kind gar nicht darüber nachdenken konnte. Es konnte nur den Mund aufsperren und auf das achten, was wir selber eingeführt haben, ohne Gott um Rat zu fragen.
Darum wollen wir um Gottes willen begreifen, dass die Jugend alles andere einmal vergessen und zuallererst auf dieses Gebot achten muss, wenn sie Gott mit einem rechten guten Leben dienen wollen. Dann werden sie tun, was Vater und Mutter lieb ist bzw. denen, die an Stelle ihrer Eltern über sie gesetzt sind. Denn wenn ein Kind dies weiß und danach handelt, kann es – mit der beruhigenden Gewissheit im Herzen – fröhlich sprechen und sich rühmen (allen zum Trotz, die mit selbsterwähltem Tun umgehen): Sieh, was ich tue, gefällt meinem Gott im Himmel gut, das weiß ich ganz gewiss.
Sollen sie doch alle zusammenkommen, die sich mit vielem und schwerem Tun sauer plagen; lass sehen, ob sie sich irgendeiner Sache rühmen können, die größer und edler ist als der Gehorsam gegenüber Vater und Mutter. Nächst dem Gehorsam der göttlichen Majestät gegenüber will Gott den Gehorsam den Eltern gegenüber. Er hat geordnet, dass – abgesehen von seinem Wort und Willen – nichts größere Geltung haben soll als der Wille und das Wort der Eltern, doch so, dass ihr Wille unter Gottes Gehorsam bleibt und nicht den vorhergehenden Geboten widerspricht.
Dr. Martin Luther Großer Katechismus (1529): 4. Gebot (I:103-116)
Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist + Friede sei mit Euch +
Schlagt froh in die Hände, alle Völker, und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall! 3 Denn der HERR, der Allerhöchste, ist zu fürchten, ein großer König über die ganze Erde. 4 Er zwingt die Völker unter uns und Völkerschaften unter unsere Füße. 5 Er erwählt uns unser Erbteil, die Herrlichkeit Jakobs, den er liebt. Sela. 6 Gott fährt auf unter Jauchzen, der HERR beim Schall der Posaune. 7 Lobsinget, lobsinget Gott, lobsinget, lobsinget unserm Könige! 8 Denn Gott ist König über die ganze Erde; lobsinget ihm mit Psalmen! 9 Gott ist König über die Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron. 10 Die Fürsten der Völker sind versammelt als Volk des Gottes Abrahams; denn Gott gehören die Schilde auf Erden; er ist hoch erhaben.
Psalm 47. Ein Psalm der Korachiter, vorzusingen. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2025)
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Kollekte für Miserikordias Domini.
Herr Jesus Christus, Du bist der gute Hirte, Du führst uns auf Deinen Wegen und läßt uns nicht Mangel leiden. Von Dir werden wir nicht verlassen. Wir bitten Dich: Halte uns zusammen bei Dir: Suche die Verlorenen. Sammle die Verstreuten, daß am Ende dieser Zeit die Deinen geschart sind um Dich, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Evangelisches Gottesdienstbuch (199, S.328)
Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.
Johannes 10,11a.27f
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Heut triumphieret Gottes Sohn, der von dem Tod erstan-den schon, Halleluja, Hallejuja, mit großer Pracht und Herrlichkeit, des dankn wir ihm in Ewigkeit. Halleluja, Halleluja.
Dem Teufel hat er sein Gewalt zerstört, verheert ihm all Gestalt, Halleluja, Halleluja, wie pflegt zu tun ein großer Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja, Halleluja.
O süßer Herre Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, Halleluja, Halleluja, führ uns durch dein Barmherzigkeit mit Freuden in dein Herrlichkeit. Halleluja, Halleluja.
Nun kann uns kein Feind schaden mehr, ob er gleich murrt, ist’s ohn Gefahr. Halleluja, Halleluja. Er liegt im Staub, der arge Feind, wir aber Gottes Kinder seind. Halleluja, Halleluja.
Dafür wir danken all zugleich und sehnen uns ins Himmelreich. Halleluja, Halleluja. Zum sel’gen End Gott helf uns alln, so singen wir mit großem Schalln: Halleluja, Halleluja.
Gott Vater in dem höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, Halleluja, Halleluja, dem Heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis! Halleluja, Halleluja.
Kaspar Stolzhagen 1591 (LKG 164)
Fortlaufende Lese
Seid ihr nun mit Christus auferweckt, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. 2 Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist. 3 Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott. 4 Wenn aber Christus, euer Leben, offenbar wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in Herrlichkeit.
Kolosser 3,1-4
Morgenlese
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Räuber. 2 Der aber zur Tür hineingeht, der ist der Hirte der Schafe. 3 Dem macht der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme; und er ruft seine Schafe mit Namen und führt sie hinaus. 4 Wenn er alle seine Schafe hinausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme. 5 Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht. 6 Dies Gleichnis sagte Jesus zu ihnen; sie verstanden aber nicht, was er ihnen damit sagte. 7 Da sprach Jesus wieder: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. 8 Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben ihnen nicht gehorcht. 9 Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein und aus gehen und Weide finden. 10 Ein Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und umzubringen. Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge. 11 Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.
Johannes 10,1-11
Abendlese
Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, 5 auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr gerettet –; 6 und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus, 7 damit er in den kommenden Zeiten erzeige den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christus Jesus. 8 Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, 9 nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. 10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.
Epheser 2,4-10
Bekenntnislese
Nicht so, dass man hinter dem Ofen sitzt und keine grobe Arbeit tut oder sich schmückt und seine besten Kleider anzieht, sondern (wie gesagt), dass man mit Gottes Wort umgeht und sich darin übt. Zwar sollen wir Christen immer solchen Feiertag halten und heilige Dinge treiben, d. h. täglich mit Gottes Wort umgehen und es im Munde und im Herzen tragen. Aber weil wir, wie gesagt, nicht alle die Zeit und Muße haben, müssen wir während der Woche etliche Stunden für die Jugend oder wenigstens einen Tag für das ganze Volk dazu gebrauchen, dass man sich damit beschäftige und mit den 10 Geboten, dem Glauben und dem Vaterunser umgehe und wir so unser ganzes Leben nach Gottes Wort ausrichten.
Wo immer das nun getan wird, da hält man in rechter Weise Feiertag, wo nicht, soll man einen solchen Tag keinen Christenfeiertag nennen. Denn feiern und in Muße die Zeit verbringen können die Nichtchristen genausogut (wie auch der ganze Schwarm unserer Geistlichen täglich in der Kirche steht und singt, aber den Feiertag heiligen tun sie nicht; denn sie predigen und gehen nicht mit dem Worte Gottes um, sondern lehren und leben gerade im Gegensatz zu ihm).
Denn das Wort Gottes ist das Heiligtum über alle Heiligtümer, ja das Einzige, das wir Christen haben und von dem wir wissen. Denn wenn wir auch die Gebeine aller Heiligen oder heilige und geweihte Gewänder auf einem Haufen hätten, wäre uns doch mit ihnen nicht geholfen; denn es sind alles tote Dinge, die niemand heilig machen können. Aber Gottes Wort ist der Schatz, der alle Dinge heilig macht, durch die auch die Heiligen selbst heilig gemacht worden sind.
Sooft man nun mit Gottes Wort umgeht, es predigt, hört, liest oder bedenkt, wird dadurch die Person, der Tag oder die Arbeit geheiligt, nicht um des äußerlichen Tuns willen, sondern um des Wortes willen, das uns alle zu Heiligen macht. Deswegen sage ich immer wieder, dass unser Leben und Tun im Wort Gottes gegründet sein muss, wenn es Gott gefallen oder heilig sein soll. Wo das geschieht, geht dieses Gebot in Erfüllung und steht in Kraft. Umgekehrt ist alles, was nicht im Worte Gottes gegründet ist, vor Gott unheilig, es scheine und glänze, wie es wolle, [auch wenn man es mit lauter heiligen Reliquien behinge. Dies gilt z. B. von den erdachten geistlichen Ständen, die Gottes Wort nicht kennen und in ihrem eigenen Tun Heiligkeit suchen]. Darum wisse, dass die Erfüllung und das Wesen dieses Gebotes nicht im Feiern besteht, sondern im Heiligen. Dieser Tag soll in besonderer Weise ein Tag heiliger Übung sein. Denn andere Arbeiten und Geschäfte nennt man eigentlich nicht heilige Übungen – es sei denn zuvor der Mensch heilig. Hier aber soll etwas geschehen, durch das der Mensch selber heilig wird.
Das aber geschieht, wie wir gehört haben, allein durch Gottes Wort. Darum hat man auch bestimmte Orte, Zeiten, Personen und den ganzen äußeren Gottesdienst geordnet, damit dieses Heiligen auch öffentlich fortwährend geschieht. Weil nun so viel an Gottes Wort gelegen ist, sodass ohne das Wort Gottes kein Feiertag geheiligt wird, sollen wir wissen, dass Gott dieses Gebot streng gehalten haben will. Er will auch alle strafen, die am Feiertag sein Wort verachten, nicht hören und lernen wollen. Darum sündigen gegen dieses Gebot nicht allein diejenigen, die den Feiertag auf grobe Weise missachten und entheiligen. Dies tun z. B. jene, die aus Geiz oder Leichtfertigkeit es versäumen, Gottes Wort zu hören, oder die sich in den Wirtshäusern aufhalten und toll sind wie die Säue; auch jene sündigen gegen das 3. Gebot, die Gottes Wort nur zu ihrer Unterhaltung hören oder die nur aus Gewohnheit zur Predigt kommen und dann wieder herausgehen und, wenn das Jahr um ist, nicht mehr wissen als vorher.
Denn bisher hat man gemeint, man würde recht feiern, wenn man am Sonntag eine Messe besucht oder das Evangelium gehört hätte. Aber nach Gottes Wort hat niemand gefragt; es hat auch niemand das Wort Gottes gelehrt. Jetzt, wo wir Gottes Wort haben, schaffen wir dennoch den Missbrauch nicht ab, lassen uns immer predigen und ermahnen, hören es aber ohne Ernst und Aufmerksamkeit. Darum wisse, dass es nicht allein auf das Hören ankommt, sondern es soll auch gelernt und behalten werden. Und denke nicht, dass es in deinem Belieben steht oder nicht viel daran liegt, sondern es ist Gottes Gebot, der Rechenschaft fordern wird, wie du sein Wort gehört, gelernt und geehrt hast. Deswegen sind auch jene eingebildeten Leute zu tadeln, die, wenn sie eine oder zwei Predigten gehört haben, es satt haben und dessen überdrüssig sind und meinen, dass sie nun selbst alles wüssten und könnten und keines Predigers mehr bedürften. Denn das ist genau die Sünde, die man bisher zu den Todsünden gezählt hat und die man „acidia“ nennt, d. h. Trägheit und Überdruss. Sie ist eine gefährliche, schädliche Plage, mit der der Teufel die Herzen vieler Menschen bezaubert und betrügt, um uns zu überrumpeln und das Wort Gottes wieder heimlich fortzunehmen.
Denn das lass dir gesagt sein: Auch wenn du alles aufs Beste wüsstest und ein Meister aller Dinge wärest, du bist doch täglich von des Teufels Reich umgeben, der Tag und Nacht nicht ruht, um Einfluss auf dich zu nehmen und in deinem Herzen Unglauben und böse Gedanken gegen die ersten beiden und gegen alle Gebote zu entzünden. Darum musst du immer Gottes Wort im Herzen, im Munde und in den Ohren haben. Wo aber das Herz träge ist und das Wort nicht gehört wird, da fällt er ein und hat den Schaden angerichtet, ehe man es gewahr wird. Andererseits hat das Wort die Kraft, wenn man es mit Ernst betrachtet, hört und mit ihm umgeht, dass es niemals ohne Frucht bleibt, sondern immer neue Erkenntnis wirkt und neues Verlangen nach ihm weckt und ein reines Herz und reine Gedanken schafft. Denn es sind weder faule noch tote, sondern wirksame und lebendige Worte. Und wenn wir auch sonst keinen Grund und Anlass hätten, Gottes Wort zu hören, so sollte doch dies jedermann bewegen, dass nämlich dadurch der Teufel verscheucht und verjagt, außerdem dieses Gebot erfüllt wird und dies Gott mehr gefällt als alles andere noch so hell scheinende selbsterwählte Tun.
Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.
Johannes 10,11a.27f
Introitus
Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, Dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
Psalm 23 Ein Psalm Davids verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)
Kollekte
Herr Jesus Christus, Du bist der gute Hirte, Du führst uns auf Deinen Wegen und läßt uns nicht Mangel leiden. Von Dir werden wir nicht verlassen. Wir bitten Dich: Halte uns zusammen bei Dir: Suche die Verlorenen. Sammle die Verstreuten, daß am Ende dieser Zeit die Deinen geschart sind um Dich, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Evangelisches Gottesdienstbuch (199, S.328)
Alttestamentliche Lesung
Und des HERRN Wort geschah zu mir: Du Menschenkind, weissage gegen die Hirten Israels, weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden? … So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will an die Hirten und will meine Herde von ihren Händen fordern; ich will ein Ende damit machen, dass sie Hirten sind, und sie sollen sich nicht mehr selbst weiden. Ich will meine Schafe erretten aus ihrem Rachen, dass sie sie nicht mehr fressen sollen. Denn so spricht Gott der HERR: Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen. Wie ein Hirte seine Schafe sucht, wenn sie von seiner Herde verirrt sind, so will ich meine Schafe suchen und will sie erretten von allen Orten, wohin sie zerstreut waren zur Zeit, als es trüb und finster war. Ich will sie aus den Völkern herausführen und aus den Ländern sammeln und will sie in ihr Land bringen und will sie weiden auf den Bergen Israels, in den Tälern und wo immer sie wohnen im Lande. Ich will sie auf die beste Weide führen, und auf den hohen Bergen in Israel sollen ihre Auen sein; da werden sie auf guten Auen lagern und fette Weide haben auf den Bergen Israels. Ich selbst will meine Schafe weiden, und ich will sie lagern lassen, spricht Gott der HERR. Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken und, was fett und stark ist, behüten; ich will sie weiden, wie es recht ist… Ja, ihr sollt meine Herde sein, die Herde meiner Weide, und ich will euer Gott sein, spricht Gott der HERR.
Hesekiel 34,1-2.10-16.31
Epistel
Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet; der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.
1. Petrus 2,21-25
Evangelium
Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Der Mietling, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht – und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie –, denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe. Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt; und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.
Johannes 10,11-16 (Predigttext)
Meine Predigt dazu:
Christliches Glaubensbekenntnis
Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.
Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht,wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.
Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.
Und die Eine, heilige, christliche, apostolischeKirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.
Nizänum
Wochenlied
Der Herr ist mein getreuer Hirt, hält mich in seiner Hute, darin mir gar nicht mangeln wird jemals an einem Gute. Er weidet mich ohn Unterlaß, da aufwächst das wohlschmeckend Gras seines heilsamen Wortes.
Zum reinen Wasser er mich weist, das mich erquickt so gute, das ist sein werter Heilger Geist, der mich macht wohlgemute; er führet mich auf rechter Straß in seim Gebot ohn Unterlaß um seines Namens willen.
Ob ich wandert im finstern Tal, fürcht ich doch kein Unglücke in Leid, Verfolgung und Trübsal, in dieser Welte Tücke: Denn du bist bei mir stetiglich, dein Stab und Stecken trösten mich, auf dein Wort ich mich lasse.
Du b’reitest vor mir einen Tisch vor mein’ Feind’ allenthalben, machst mein Herz unverzaget frisch; mein Haupt tust du mir salben mit deinem Geist, der Freuden Öl, und schenkest voll ein meiner Seel deiner geistlichen Freuden.
Gutes und viel Barmherzigkeit folgen mir nach im Leben, und ich werd bleiben allezeit im Haus des Herren eben auf Erd in der christlichen Gmein, und nach dem Tode werd ich sein bei Christo, meinem Herren.
Augsburg 1531 (LKG 332)
Wochengebet
Wo kein Weg ist, siehst du unseren Weg, ewiger Gott, unser Hirte. Wo wir nicht weiterwissen, bist du die Kraft, die uns ins Weite führt.
Der du alle Wege siehst und kennst, sei bei denen, die ihre Orientierung verloren haben, die sich selbst fremd geworden sind, die keinen Sinn mehr sehen in ihrem Lebensgang, Schritt für Schritt, und alles ist zu schwer, alles ist zu schnell und zu wirr, für alles fehlt die innere Kraft. Herr, erbarme dich.
Der du alle Wege siehst und kennst, sei bei denen, die sich abschotten, abdichten gegen die Unruhe in sich selbst, gegen die Sehnsüchte und Träume, die in den Winkeln der Seele leben, gegen deine Stimme in ihrem Herzen, die sie zum Aufbruch und zur Suche nach der eigenen Wahrheit ruft. Herr, erbarme dich.
Der du alle Wege siehst und kennst, sei bei denen, die im Krieg sind, die nicht aufschauen können, die wie Maschinen kämpfen, töten, verfolgen auf der Flucht nach vorn vor der Ohnmacht und dem Takt der Befehle. Herr, erbarme dich.
Der du alle Wege siehst und kennst, sei bei denen, deren Blicke brechen, die den letzten Schritt vor sich haben, den sie nicht gehen können und doch gehen müssen, sich lassen, fallen lassen in deine Hand. Herr, erbarme dich.
Der du alle Wege siehst und kennst, sei bei denen, die gehen und zweifeln und gehen und glauben und schauen zum Horizont, wo du beginnst, wo du aufscheinst jenseits aller unserer Möglichkeiten, das aufgehende Licht aus der Höhe. Herr, erbarme dich.
Wo kein Weg ist, siehst du unseren Weg, ewiger Gott, unser Hirte. Wir bergen uns in dir und beten mit Jesu Worten: Vater unser
Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.
Barocke St. Trinitatiskirche im Christiansschloß in Eisenberg (Thüringen)
Halleluja! Singet dem HERRN ein neues Lied; die Gemeinde der Heiligen soll ihn loben. Israel freue sich seines Schöpfers, die Kinder Zions seien fröhlich über ihren König. Sie sollen loben seinen Namen im Reigen, mit Pauken und Harfen sollen sie ihm spielen. Denn der HERR hat Wohlgefallen an seinem Volk, er hilft den Elenden herrlich.
Die Heiligen sollen fröhlich sein in Herrlichkeit und rühmen auf ihren Lagern. Ihr Mund soll Gott erheben; sie sollen scharfe Schwerter in ihren Händen halten, dass sie Rache üben unter den Völkern, Strafe unter den Nationen, ihre Könige zu binden mit Ketten und ihre Edlen mit eisernen Fesseln, dass sie an ihnen vollziehen das Gericht, wie geschrieben ist. Solche Ehre werden alle seine Heiligen haben. Halleluja!
Psalm 149 übersetzt von Dr. Martin Luther (Revision 2017)
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Kollekte für Quasimodogeniti.
Barmherziger Gott, Du hast uns erfüllt mit österlicher Freude: Hilf, daß sie in uns lebendig bleibe und ausstrahle in die Welt. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geiste lebt und gepriesen wird in alle Ewigkeit.
Gelobt sei Gott, der Vater unsers Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.
1. Petrus 1,3
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Zu dieser österlichen Zeit lasst fahren alle Traurigkeit, Ihr mühseligen Sünder. Gott hat getan groß Wunder. Sprecht im Glauben mit Freuden „Ja“ und singet Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Der Herre Jesus ist erweckt, der für uns in den Tod gesteckt. Die Sünd ist hingenommen, Gerechtigkeit ist kommen. Sprecht im Glauben mit Freuden „Ja“ und singet Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Zerstöret ist des Teufels Macht, göttlicher Friede wieder bracht. Des großen Sieges wegen sollen wir ewig leben. Sprecht im Glauben mit Freuden „Ja“ und singet Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Gelobet sei der Herre Christ, sein Auferstehung unser ist nach des Vaters Gefallen. Sein Geist sei mit uns allen. Sprecht im Glauben mit Freuden „Ja“ und singet Halleluja, Halleluja, Halleluja.
Ludwig Helmbold 1575 (LKG 163)
Fortlaufende Lese
So lasst euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines Feiertages, Neumondes oder Sabbats. 17 Das alles ist nur ein Schatten des Zukünftigen; der Leib aber ist Christus eigen. 18 Lasst euch den Siegespreis von niemandem nehmen, der sich gefällt in Demut und Verehrung der Engel und sich dessen rühmt, was er geschaut hat, und ist ohne Grund aufgeblasen in seinem fleischlichen Sinn 19 und hält sich nicht an das Haupt, von dem her der ganze Leib durch Gelenke und Bänder gestützt und zusammengehalten wird und wächst durch Gottes Wirken. 20 Wenn ihr nun mit Christus den Elementen der Welt gestorben seid, was lasst ihr euch dann Satzungen auferlegen, als lebtet ihr noch in der Welt: 21 »Du sollst das nicht anfassen, du sollst das nicht kosten, du sollst das nicht anrühren« – 22 was doch alles verbraucht und vernichtet werden soll. Es sind menschliche Gebote und Lehren. 23 Diese haben zwar einen Schein von Weisheit durch selbst erwählte Frömmigkeit und Demut und dadurch, dass sie den Leib nicht schonen; sie sind aber nichts wert und befriedigen nur das Fleisch.
Kolosser 2,16-23
Morgenlese
Liebe Kinder, ich schreibe euch, dass euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen. 13 Ich schreibe euch Vätern; denn ihr habt den erkannt, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch jungen Männern; denn ihr habt den Bösen überwunden. 14 Ich habe euch Kindern geschrieben; denn ihr habt den Vater erkannt. Ich habe euch Vätern geschrieben; denn ihr habt den erkannt, der von Anfang an ist. Ich habe euch jungen Männern geschrieben; denn ihr seid stark, und das Wort Gottes bleibt in euch, und ihr habt den Bösen überwunden. 15 Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. 16 Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. 17 Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.
1. Johannes 2,12-17
Abendlese
2 Ich harrte des HERRN, und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien. 3 Er zog mich aus der grausigen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, dass ich sicher treten kann; 4 er hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsern Gott. Das werden viele sehen und sich fürchten und auf den HERRN hoffen. 5 Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN und sich nicht wendet zu den Hoffärtigen und denen, die mit Lügen umgehen! 6 HERR, mein Gott, groß sind deine Wunder / und deine Gedanken, die du an uns beweisest; dir ist nichts gleich! Ich will sie verkündigen und davon sagen, wiewohl sie nicht zu zählen sind. 7 Schlachtopfer und Speisopfer gefallen dir nicht, / aber die Ohren hast du mir aufgetan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer. 8 Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben: 9 Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen. 10 Ich verkündige Gerechtigkeit in der großen Gemeinde. Siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen; HERR, das weißt du. 11 Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen; von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich. Ich verhehle deine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeinde. 12 Du aber, HERR, wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden; lass deine Güte und Treue allewege mich behüten. 13 Denn es haben mich umgeben Leiden ohne Zahl. Meine Sünden haben mich ereilt; ich kann sie nicht überblicken. Ihrer sind mehr als Haare auf meinem Haupt, und mein Mut hat mich verlassen. 14 Lass dir’s gefallen, HERR, mich zu erretten; eile, HERR, mir zu helfen! 15 Schämen sollen sich und allesamt zuschanden werden, die mir nach dem Leben trachten, dass sie mich umbringen. Es sollen zurückweichen und zuschanden werden, die mir mein Unglück gönnen. 16 Sie sollen in ihrer Schande erschrecken, die über mich schreien: Da, da! 17 Lass deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, lass allewege sagen: Der HERR sei hochgelobt! 18 Denn ich bin arm und elend; der Herr aber sorgt für mich. Du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, säume doch nicht!
Psalm 40. Ein Psalm Davids, vorzusingen. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)
Bekenntnislese
Sieh, so sollte man die Jugend auf kindgemäße Weise und sozusagen spielend erziehen in der Furcht Gottes, damit das 1. und 2. Gebot in steter Übung und Gewohnheit blieben. Daraus könnte dann etwas Gutes entstehen, hervorgehen und heranreifen, dass nämlich solche Leute aufwüchsen, von denen ein ganzes Land Nutzen hätte und über die es sich freuen könnte.
Das wäre auch die richtige Weise, Kinder gut zu erziehen, weil man sie so mit Lust und Liebe an etwas gewöhnen kann. Denn was man allein mit der Rute und mit Schlägen erzwingen will – daraus wird nichts Gutes. Und wenn man es weit bringt, bleiben sie nicht länger rechtschaffen, solange die Rute auf dem Nacken liegt. Aber hier geht es in das Herz hinein, sodass man sich mehr vor Gott fürchtet als vor der Rute und dem Knüppel. Dies alles sage ich mit so einfachen Worten im Blick auf die Jugend, damit es einmal verstanden wird. Denn weil wir Kindern predigen, müssen wir auch mit ihnen lallen. So haben wir nun dem Missbrauch des göttlichen Namens gewehrt und den rechten Gebrauch gelehrt, welcher nicht allein in Worten bestehen soll, sondern auch mit dem ganzen Leben geübt sein will. Das soll man aber wissen, dass dies von Herzen Gott gefällt, und er will es ebenso reichlich belohnen, wie er jenen Missbrauch bestrafen will.
Das 3. Gebot: Du sollst den Feiertag heiligen. Das Wort „Feiertag“ haben wir statt des hebräischen Wortes „Sabbat“ gewählt, weil Sabbat eigentlich „feiern“ bedeutet, d. h. von der Arbeit ruhen; darum pflegen wir ja zu sagen „Feierabend machen“. Nun hat Gott im Alten Testament den 7. Tag ausgesondert und als Feiertag eingesetzt und geboten, ihn vor allen andern Tagen heilig zu halten. Und dieser äußerlichen Feier nach ist dieses Gebot allein den Juden gegeben; sie sollten von grober Arbeit ruhen, damit sich Mensch und Vieh wieder erholten und nicht von steter Arbeit geschwächt würden.
Obgleich sie es später allzu eng auslegten und Missbrauch mit ihm trieben; sie verlästerten Christus wegen solcher Taten, die sie bei ihm nicht duldeten, aber doch selber am Sabbat verrichteten, wie man im Evangelium liest, geradeso als ob das Gebot damit erfüllt wird, wenn man keine äußerliche Arbeit tut. Dies aber war nicht der eigentliche Sinn des Gebotes, sondern recht besehen der, dass sie den Feier oder Ruhetag heiligen sollten, wie wir noch hören werden.
Darum geht uns Christen dieses Gebot nach dem äußeren Wortsinn nichts an; denn es enthält etwas ganz Äußerliches wie auch andere Satzungen des Alten Testamentes, die an bestimmte Riten, Personen, Zeiten und Orte gebunden sind, die nun durch Christus alle aufgehoben sind. Um aber in einfachen Worten zu beschreiben, was das christliche Verständnis ist, also das, was Gott in diesem Gebot von uns fordert, so wisse, dass wir nicht um der verständigen und gelehrten Christen willen Feiertage halten – denn sie brauchen keine – ‚ sondern erstens um der körperlichen Ruhe willen, welche die Natur des Menschen für das einfache Volk fordert, für die körperlich arbeitende Bevölkerung, die die ganze Woche ihrer Arbeit und ihrem Gewerbe nachgegangen ist; sie brauchen einen Tag, um sich auszuruhen und neue Kraft zu sammeln.
Zum andern halten wir Feiertage vor allem deswegen, damit man an solch einem Ruhetag Gelegenheit und Zeit hat, am Gottesdienst teilzunehmen, also zusammenzukommen, Gottes Wort zu hören und mit ihm umzugehen, danach auch Gott zu loben, zu singen und zu beten. Dies aber, sage ich, ist nicht an eine bestimmte Zeit gebunden wie bei den Juden, die sagen, es müsse dieser oder jener Tag sein; denn es ist kein Tag als solcher besser als der andere. Täglich sollte es wohl geschehen, aber weil es die meisten (aus zeitlichen Gründen) nicht können, muss man wenigstens einen Tag in der Woche dazu bestimmen. Weil aber von alters her der Sonntag dazu bestimmt ist, soll man’s auch dabei bleiben lassen, damit eine einträchtige Ordnung bewahrt werde und niemand durch unnötige Neuerung Unordnung stifte.
So ist das der einfache Sinn dieses Gebotes, dass man diesen Tag, weil er ohnehin als Feiertag gehalten wird, dazu verwende, Gottes Wort zu lernen, sodass die eigentliche Aufgabe dieses Tages die ist, um der Jugend und des unwissenden Volkes willen das Wort Gottes zu predigen. Doch lege man das „Feiern“ nicht so eng aus, als wäre damit auch alle sonstige Arbeit, die man nicht umgehen kann, verboten. Darum, wenn man fragt, was das bedeutet „Du sollst den Feiertag heiligen“, so antworte: Den Feiertag heiligen heißt soviel wie „ihn heilig halten“. Was heißt aber „heilig halten“? Nichts anderes als ein heiliges Leben mit Wort und Tat führen. Denn der Tag selbst bedarf keiner Heiligung, denn er selber ist heilig geschaffen. Gott aber will haben, dass er dir heilig sei. So wird er deinetwegen heilig oder unheilig, je nachdem ob du an ihm heilige oder unheilige Dinge treibst. Wie aber geschieht solches „heiligen“?