Schlagt froh in die Hände, alle Völker, und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall! 3 Denn der HERR, der Allerhöchste, ist zu fürchten, ein großer König über die ganze Erde. 4 Er zwingt die Völker unter uns und Völkerschaften unter unsere Füße. 5 Er erwählt uns unser Erbteil, die Herrlichkeit Jakobs, den er liebt. Sela. 6 Gott fährt auf unter Jauchzen, der HERR beim Schall der Posaune. 7 Lobsinget, lobsinget Gott, lobsinget, lobsinget unserm Könige! 8 Denn Gott ist König über die ganze Erde; lobsinget ihm mit Psalmen! 9 Gott ist König über die Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron. 10 Die Fürsten der Völker sind versammelt als Volk des Gottes Abrahams; denn Gott gehören die Schilde auf Erden; er ist hoch erhaben.
Psalm 47. Ein Psalm der Korachiter, vorzusingen. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2025)
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Kollekte für Miserikordias Domini.
Herr Jesus Christus, Du bist der gute Hirte, Du führst uns auf Deinen Wegen und läßt uns nicht Mangel leiden. Von Dir werden wir nicht verlassen. Wir bitten Dich: Halte uns zusammen bei Dir: Suche die Verlorenen. Sammle die Verstreuten, daß am Ende dieser Zeit die Deinen geschart sind um Dich, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Evangelisches Gottesdienstbuch (199, S.328)
Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.
Johannes 10,11a.27f
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Heut triumphieret Gottes Sohn, der von dem Tod erstan-den schon, Halleluja, Hallejuja, mit großer Pracht und Herrlichkeit, des dankn wir ihm in Ewigkeit. Halleluja, Halleluja.
Dem Teufel hat er sein Gewalt zerstört, verheert ihm all Gestalt, Halleluja, Halleluja, wie pflegt zu tun ein großer Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja, Halleluja.
O süßer Herre Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, Halleluja, Halleluja, führ uns durch dein Barmherzigkeit mit Freuden in dein Herrlichkeit. Halleluja, Halleluja.
Nun kann uns kein Feind schaden mehr, ob er gleich murrt, ist’s ohn Gefahr. Halleluja, Halleluja. Er liegt im Staub, der arge Feind, wir aber Gottes Kinder seind. Halleluja, Halleluja.
Dafür wir danken all zugleich und sehnen uns ins Himmelreich. Halleluja, Halleluja. Zum sel’gen End Gott helf uns alln, so singen wir mit großem Schalln: Halleluja, Halleluja.
Gott Vater in dem höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, Halleluja, Halleluja, dem Heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis! Halleluja, Halleluja.
Kaspar Stolzhagen 1591 (LKG 164)
Fortlaufende Lese
Seid ihr nun mit Christus auferweckt, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. 2 Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist. 3 Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott. 4 Wenn aber Christus, euer Leben, offenbar wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in Herrlichkeit.
Kolosser 3,1-4
Morgenlese
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Räuber. 2 Der aber zur Tür hineingeht, der ist der Hirte der Schafe. 3 Dem macht der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme; und er ruft seine Schafe mit Namen und führt sie hinaus. 4 Wenn er alle seine Schafe hinausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme. 5 Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht. 6 Dies Gleichnis sagte Jesus zu ihnen; sie verstanden aber nicht, was er ihnen damit sagte. 7 Da sprach Jesus wieder: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. 8 Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben ihnen nicht gehorcht. 9 Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein und aus gehen und Weide finden. 10 Ein Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und umzubringen. Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und volle Genüge. 11 Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.
Johannes 10,1-11
Abendlese
Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, 5 auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr gerettet –; 6 und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus, 7 damit er in den kommenden Zeiten erzeige den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christus Jesus. 8 Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, 9 nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. 10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.
Epheser 2,4-10
Bekenntnislese
Nicht so, dass man hinter dem Ofen sitzt und keine grobe Arbeit tut oder sich schmückt und seine besten Kleider anzieht, sondern (wie gesagt), dass man mit Gottes Wort umgeht und sich darin übt. Zwar sollen wir Christen immer solchen Feiertag halten und heilige Dinge treiben, d. h. täglich mit Gottes Wort umgehen und es im Munde und im Herzen tragen. Aber weil wir, wie gesagt, nicht alle die Zeit und Muße haben, müssen wir während der Woche etliche Stunden für die Jugend oder wenigstens einen Tag für das ganze Volk dazu gebrauchen, dass man sich damit beschäftige und mit den 10 Geboten, dem Glauben und dem Vaterunser umgehe und wir so unser ganzes Leben nach Gottes Wort ausrichten.
Wo immer das nun getan wird, da hält man in rechter Weise Feiertag, wo nicht, soll man einen solchen Tag keinen Christenfeiertag nennen. Denn feiern und in Muße die Zeit verbringen können die Nichtchristen genausogut (wie auch der ganze Schwarm unserer Geistlichen täglich in der Kirche steht und singt, aber den Feiertag heiligen tun sie nicht; denn sie predigen und gehen nicht mit dem Worte Gottes um, sondern lehren und leben gerade im Gegensatz zu ihm).
Denn das Wort Gottes ist das Heiligtum über alle Heiligtümer, ja das Einzige, das wir Christen haben und von dem wir wissen. Denn wenn wir auch die Gebeine aller Heiligen oder heilige und geweihte Gewänder auf einem Haufen hätten, wäre uns doch mit ihnen nicht geholfen; denn es sind alles tote Dinge, die niemand heilig machen können. Aber Gottes Wort ist der Schatz, der alle Dinge heilig macht, durch die auch die Heiligen selbst heilig gemacht worden sind.
Sooft man nun mit Gottes Wort umgeht, es predigt, hört, liest oder bedenkt, wird dadurch die Person, der Tag oder die Arbeit geheiligt, nicht um des äußerlichen Tuns willen, sondern um des Wortes willen, das uns alle zu Heiligen macht. Deswegen sage ich immer wieder, dass unser Leben und Tun im Wort Gottes gegründet sein muss, wenn es Gott gefallen oder heilig sein soll. Wo das geschieht, geht dieses Gebot in Erfüllung und steht in Kraft. Umgekehrt ist alles, was nicht im Worte Gottes gegründet ist, vor Gott unheilig, es scheine und glänze, wie es wolle, [auch wenn man es mit lauter heiligen Reliquien behinge. Dies gilt z. B. von den erdachten geistlichen Ständen, die Gottes Wort nicht kennen und in ihrem eigenen Tun Heiligkeit suchen]. Darum wisse, dass die Erfüllung und das Wesen dieses Gebotes nicht im Feiern besteht, sondern im Heiligen. Dieser Tag soll in besonderer Weise ein Tag heiliger Übung sein. Denn andere Arbeiten und Geschäfte nennt man eigentlich nicht heilige Übungen – es sei denn zuvor der Mensch heilig. Hier aber soll etwas geschehen, durch das der Mensch selber heilig wird.
Das aber geschieht, wie wir gehört haben, allein durch Gottes Wort. Darum hat man auch bestimmte Orte, Zeiten, Personen und den ganzen äußeren Gottesdienst geordnet, damit dieses Heiligen auch öffentlich fortwährend geschieht. Weil nun so viel an Gottes Wort gelegen ist, sodass ohne das Wort Gottes kein Feiertag geheiligt wird, sollen wir wissen, dass Gott dieses Gebot streng gehalten haben will. Er will auch alle strafen, die am Feiertag sein Wort verachten, nicht hören und lernen wollen. Darum sündigen gegen dieses Gebot nicht allein diejenigen, die den Feiertag auf grobe Weise missachten und entheiligen. Dies tun z. B. jene, die aus Geiz oder Leichtfertigkeit es versäumen, Gottes Wort zu hören, oder die sich in den Wirtshäusern aufhalten und toll sind wie die Säue; auch jene sündigen gegen das 3. Gebot, die Gottes Wort nur zu ihrer Unterhaltung hören oder die nur aus Gewohnheit zur Predigt kommen und dann wieder herausgehen und, wenn das Jahr um ist, nicht mehr wissen als vorher.
Denn bisher hat man gemeint, man würde recht feiern, wenn man am Sonntag eine Messe besucht oder das Evangelium gehört hätte. Aber nach Gottes Wort hat niemand gefragt; es hat auch niemand das Wort Gottes gelehrt. Jetzt, wo wir Gottes Wort haben, schaffen wir dennoch den Missbrauch nicht ab, lassen uns immer predigen und ermahnen, hören es aber ohne Ernst und Aufmerksamkeit. Darum wisse, dass es nicht allein auf das Hören ankommt, sondern es soll auch gelernt und behalten werden. Und denke nicht, dass es in deinem Belieben steht oder nicht viel daran liegt, sondern es ist Gottes Gebot, der Rechenschaft fordern wird, wie du sein Wort gehört, gelernt und geehrt hast. Deswegen sind auch jene eingebildeten Leute zu tadeln, die, wenn sie eine oder zwei Predigten gehört haben, es satt haben und dessen überdrüssig sind und meinen, dass sie nun selbst alles wüssten und könnten und keines Predigers mehr bedürften. Denn das ist genau die Sünde, die man bisher zu den Todsünden gezählt hat und die man „acidia“ nennt, d. h. Trägheit und Überdruss. Sie ist eine gefährliche, schädliche Plage, mit der der Teufel die Herzen vieler Menschen bezaubert und betrügt, um uns zu überrumpeln und das Wort Gottes wieder heimlich fortzunehmen.
Denn das lass dir gesagt sein: Auch wenn du alles aufs Beste wüsstest und ein Meister aller Dinge wärest, du bist doch täglich von des Teufels Reich umgeben, der Tag und Nacht nicht ruht, um Einfluss auf dich zu nehmen und in deinem Herzen Unglauben und böse Gedanken gegen die ersten beiden und gegen alle Gebote zu entzünden. Darum musst du immer Gottes Wort im Herzen, im Munde und in den Ohren haben. Wo aber das Herz träge ist und das Wort nicht gehört wird, da fällt er ein und hat den Schaden angerichtet, ehe man es gewahr wird. Andererseits hat das Wort die Kraft, wenn man es mit Ernst betrachtet, hört und mit ihm umgeht, dass es niemals ohne Frucht bleibt, sondern immer neue Erkenntnis wirkt und neues Verlangen nach ihm weckt und ein reines Herz und reine Gedanken schafft. Denn es sind weder faule noch tote, sondern wirksame und lebendige Worte. Und wenn wir auch sonst keinen Grund und Anlass hätten, Gottes Wort zu hören, so sollte doch dies jedermann bewegen, dass nämlich dadurch der Teufel verscheucht und verjagt, außerdem dieses Gebot erfüllt wird und dies Gott mehr gefällt als alles andere noch so hell scheinende selbsterwählte Tun.