Kommt herzu, lasst uns dem HERRN frohlocken und jauchzen dem Hort unsres Heils! (Psalm 95)

Kommt herzu, lasst uns dem HERRN frohlocken und jauchzen dem Hort unsres Heils! Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und mit Psalmen ihm jauchzen! Denn der HERR ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter. Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die Höhen der Berge sind auch sein. Denn sein ist das Meer, und er hat’s gemacht, und seine Hände haben das Trockene bereitet. Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem HERRN, der uns gemacht hat. Denn er ist unser Gott und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand. Wenn ihr doch heute auf seine Stimme hören wolltet: »Verstocket euer Herz nicht, wie zu Meriba geschah, wie zu Massa in der Wüste, wo mich eure Väter versuchten und prüften und hatten doch mein Werk gesehen. Vierzig Jahre war dies Volk mir zuwider, dass ich sprach: Es sind Leute, deren Herz immer den Irrweg will und die meine Wege nicht lernen wollen, sodass ich schwor in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen.« 

Psalm 95 verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.

Johannes 12,32

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Amen, Gott Vatr und Sohne sei Lob ins Himmels Throne. Sein Geist stärk uns im Glauben im Glauben, im Glauben und mach uns selig, Amen, uns mach uns selig. Amen.

Amen, es wird geschehen, wir werden Christum sehen in den Wolken herkommen, herkommen, herkommen, uns mitzunehmen, Amen, uns mitzunehmen. Amen.

Amen, Gott sei gepreiset, der Geist auf Christum weiset, der helf uns alln zusammen, zusammen, zusammen ins ewge Leben, Amen, ins ewge Leben. Amen.

Ludwig Helmbold, 1611 (LKG 17)

Fortlaufende Lese

Da stand aber im Hohen Rat ein Pharisäer auf mit Namen Gamaliel, ein Lehrer des Gesetzes, vom ganzen Volk in Ehren gehalten, und ließ die Männer für kurze Zeit hinausführen.  Und er sprach zu ihnen: Ihr Männer von Israel, seht genau zu, was ihr mit diesen Menschen tun wollt.  Denn vor einiger Zeit stand Theudas auf und gab vor, er wäre etwas, und ihm hing eine Anzahl Männer an, etwa vierhundert. Der wurde erschlagen und alle, die ihm folgten, wurden zerstreut und zunichte.  Danach stand Judas der Galiläer auf in den Tagen der Volkszählung und brachte eine Menge Volk hinter sich zum Aufruhr; und der ist auch umgekommen und alle, die ihm folgten, sind zerstreut.  Und nun sage ich euch: Lasst ab von diesen Menschen und lasst sie gehen! Ist dies Vorhaben oder dies Werk von Menschen, so wird’s untergehen;  ist’s aber von Gott, so könnt ihr sie nicht vernichten – damit ihr nicht dasteht als solche, die gegen Gott streiten wollen. Da stimmten sie ihm zu  und riefen die Apostel herein, schlugen sie und geboten ihnen, sie sollten nicht mehr im Namen Jesu reden, und ließen sie gehen. Sie gingen aber fröhlich von dem Hohen Rat fort, weil sie würdig gewesen waren, um Seines Namens willen Schmach zu leiden,  und sie hörten nicht auf, alle Tage im Tempel und hier und dort in den Häusern zu lehren und zu predigen das Evangelium von Jesus Christus. 

Apostelgeschichte 5,34-42

Morgenlese

Die Elenden und Armen suchen Wasser und es ist nichts da, ihre Zunge verdorrt vor Durst. Aber ich, der HERR, will sie erhören; ich, der Gott Israels, will sie nicht verlassen. Ich will Wasserbäche auf den Höhen öffnen und Quellen inmitten der Täler und will die Wüste zu Wasserstellen machen und das dürre Land zu Wasserquellen. Ich will in der Wüste wachsen lassen Zedern, Akazien, Myrten und Ölbäume; ich will in der Steppe pflanzen miteinander Zypressen, Buchsbaum und Kiefern, damit man zugleich sehe und erkenne und merke und verstehe: Des HERRN Hand hat dies getan, und der Heilige Israels hat es geschaffen. 

Jesaja 41,17-20

Abendlese

Darum sollst du zum Hause Israel sagen: So spricht Gott der HERR: Ich tue es nicht um euretwillen, ihr vom Hause Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, den ihr entheiligt habt unter den Völkern, wohin ihr auch gekommen seid. Denn ich will meinen großen Namen, der vor den Völkern entheiligt ist, den ihr unter ihnen entheiligt habt, wieder heilig machen. Und die Völker sollen erfahren, dass ich der HERR bin, spricht Gott der HERR, wenn ich vor ihren Augen an euch zeige, dass ich heilig bin. Denn ich will euch aus den Völkern herausholen und euch aus allen Ländern sammeln und wieder in euer Land bringen, und ich will reines Wasser über euch sprengen, dass ihr rein werdet; von all eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun. 

Hesekiel 36,22-27

Bekenntnislese

Sagen sie aber, wie sie es zu tun pflegen: Die Taufe ist doch selbst ein Tun des Menschen; nun behauptest du, dass das Tun des Menschen nichts zur Seligkeit bewirkt – was bleibt nun noch vom Glauben übrig? Antwort: Ja, unser Tun bewirkt allerdings nichts zur Seligkeit; aber die Taufe ist nicht ein Tun des Menschen, sondern Gott handelt in ihr. Denn du musst, wie gesagt, einen großen Unterschied zwischen der von Christus eingesetzten Taufe und allen andern Taufen machen. Das Handeln Gottes aber ist heilbringend und nötig zur Seligkeit; es schließt den Glauben nicht aus, sondern fordert den Glauben, weil man ohne Glauben Gottes Tun nicht erfassen kann.

Denn dadurch, dass du dich allein vom Taufwasser begießen lässt, hast du die Taufe noch nicht zu deinem Segen empfangen oder erhalten. Aber dann bringt sie dir Nutzen, wenn du dich im Namen Gottes in der Absicht taufen lässt, um Gottes Ordnung und Befehl nachzukommen und um in dem Wasser die zugesagte Seligkeit zu empfangen. Nun können weder die Faust noch der Leib glauben, sondern glauben ist Sache des Herzens.

So erkennst du deutlich, dass die Taufe kein von uns getanes Werk ist, sondern sie ist ein
Schatz, den Gott uns gibt und den der Glaube ergreift. Ebenso ist auch der Christus am Kreuz nicht eine menschliche Erfindung und ein Werk von Menschen, sondern ein göttlicher Schatz, der in Worte gefasst ist und der uns angeboten und durch den Glauben empfangen wird. Darum tun sie uns Unrecht, wenn sie gegen uns eifern, als predigten wir gegen den Glauben; vielmehr betonen wir, wie nötig der Glaube ist; denn ohne ihn können wir nichts empfangen noch bekommen.

Dies sind nun die drei Dinge, die man von diesem Sakrament wissen muss; insbesondere, dass es Gottes Ordnung und darum in Ehren zu halten ist. Dass es Gottes Ordnung ist, ist allein schon Grund genug, es zu ehren, obgleich die Ordnung doch etwas ganz Äußerliches ist. Es verhält sich ähnlich wie beim Gebot „Du sollst Vater und Mutter ehren“; das bezieht sich allein auf die Eltern, die aber nicht bloß deswegen zu ehren sind, weil sie Eltern sind, sondern weil es Gottes Gebot so will. So ist es auch hier: Wenn wir nicht mehr als nur diese Worte hätten „Gehet hin und taufet…“, so müssten wir die Taufe doch als Gottes Ordnung annehmen und sie vollziehen.

Nun ist aber nicht allein das Gebot und der Befehl gegeben, sondern auch die Zusage. Darum ist die Taufe um vieles herrlicher als alles andere, was Gott sonst geboten und geordnet hat. Kurz, sie ist so voller Trost und Gnade, dass Himmel und Erde dies nicht begreifen können.

Es ist schon eine hohe Kunst, dies zu glauben; denn der Schatz ist da, aber daran fehlt’s, dass man ihn erfasst und festhält.

Darum hat jeder Christ sein Leben lang genug an der Taufe zu lernen und sich in sie einzuüben; denn er hat immer damit zu tun, fest zu glauben, was sie zusagt und schenkt: Überwindung des Teufels und des Todes, Vergebung der Sünde, Gottes Gnade, den ganzen Christus und den Heiligen Geist mit seinen Gaben.

Kurz, dies ist so überschwänglich viel, dass, wenn es die zaghafte Natur des Menschen bedenkt, er allen Grund zum Zweifel hat, ob es wahr sein kann. Denn stelle dir vor, es gäbe einen Arzt, der die Kunst beherrschte, dass die Leute nicht zu sterben brauchten oder, wenn sie schon sterben müssten, dass sie danach ewig leben würden – : Wie würde die Welt all ihre Reichtümer zusammensuchen, sodass außer den Reichen niemand herzukommen könnte! Nun aber wird hier in der Taufe einem jeden ganz umsonst ein solcher Schatz und solch eine Arznei vor die Füße gelegt, die den Tod verschlingt und alle Menschen am Leben erhält.

So und nicht anders muss man die Taufe ansehen und sich zunutze machen. Ihrer sollten wir uns trösten und durch sie uns stark machen lassen, wenn uns unsere Sünde oder unser Gewissen beschwert. Wir sollen dann sagen: Ich bin dennoch getauft; bin ich aber getauft, so ist mir zugesagt, dass ich selig werden und das ewige Leben an Leib und Seele erlangen soll.

Denn darum geschieht dies beides in der Taufe, dass der Leib mit Wasser begossen wird – denn etwas anderes kann er nicht aufnehmen – und dazu das Wort Gottes gesprochen wird, das die Seele aufnehmen kann.

Weil nun beides, Wasser und Wort, die eine Taufe sind, so müssen auch beide, Leib und Seele, selig werden und ewig leben, die Seele durch das Wort, an das sie glaubt, der Leib aber, weil er mit der Seele vereinigt ist und auch auf seine Weise die Taufe empfangen hat. Darum ist die Taufe für unsern Leib und für unsere Seele das größte Kleinod.
Denn durch sie werden wir heilig und selig; niemand vermag es von sich aus zu werden. Kein menschliches Bemühen reicht dazu aus. Das mag nun in diesem Zusammenhang genügen über das Wesen, den Nutzen und den Gebrauch der Taufe.

Viertens
Es gehört nun aber auch die folgende Frage hierher, mit der der Teufel durch seine Sektierer die Welt verwirrt, nämlich die Frage der Kindertaufe, ob die Kinder auch glauben können bzw. ob sie überhaupt mit Recht getauft werden. Dazu sagen wir in aller Kürze: Wer ein schlichter Christ ist, der weise die Frage ab und überlasse sie den Gelehrten.

Willst du aber die Frage beantworten können, so antworte wie folgt: Dass Christus an der Kindertaufe Gefallen hat, wird schon allein daraus bewiesen, dass Gott viele von denen heilig gemacht und ihnen den heiligen Geist gegeben hat, die als Kinder getauft worden sind. Auch heutigentages gibt es viele, denen man das abspürt, sei es an ihrem Leben oder an ihrer Lehre, dass sie den Heiligen Geist haben; auch uns ist es durch Gottes Gnade gegeben, die Schrift auszulegen und Christus zu erkennen, was ohne den Heiligen Geist nicht geschehen könnte.

Wenn aber Gott die Kindertaufe nicht gelten ließe, würde er keinem von ihnen den Heiligen Geist oder auch nur etwas von seinem Geist gegeben haben, d. h. es hätte seit so langer Zeit bis auf diesen Tag kein Mensch auf der Erde Christ sein können. Weil nun Gott die Taufe durch die Gabe seines Heiligen Geistes bestätigt hat, wie man es bei einigen Vätern wie St. Bernhard, Gerson, Johannes Hus und andern deutlich spürt, und die heilige christliche Kirche bis an das Ende der Tage nicht untergeht, so muss man zugeben, dass die Kindertaufe Gott gefällt. Denn Gott kann ja nicht gegen sich selbst sein; er kann weder die Unwahrheit noch den Irrtum bekräftigen noch kann er dazu seine Gnade und seinen Geist geben.

Dies ist eigentlich der beste und stärkste Beweis für die schlichten und ungelehrten Christen. Denn man wird uns diesen Glaubenssatz „Ich glaube an eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen“ nicht nehmen und umstoßen können.

Dr. Martin Luther: Großer Katechismus (1529): Taufe verf. GK IV,35-51

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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Den ganzen Tag in Lutherstadt Wittenberg unterwegs

Zusammen mit Michael Schicketanz vor Thomas Schmidts Collage in unserem Foyer (Alte Lateinschule, Wittenberg)

Ein lieber Kollege guckt zurück auf seinen vorläufig letzten Tag als “Führer” in der alten Lutherstadt. Hier sein Rückblick.

Fast alle reagierten erstaunt auf diese Einladung. In den 20 Stunden kamen insgesamt nur 5 echte Gäste. Die waren 1 bis 9 Stunden dabei. Nur zu 3 Stunden kam kein Gast: um 6, 7 und 19 Uhr. Die Stunden am Morgen verbrachte ich vor dem Stadtlabor, weil mir der Schlüssel dafür samt Codenummer in der Nacht auf dem Marktplatz (auf dem Foto vorn rechts) gestohlen wurde. Die Stunde am Abend brauchte ich fürs Umpacken und eine Trinkpause.

Die Wegeplanung war ganz ok. Allermeistens war ich pünktlich. Aber warum lade ich Kinder am Sonntagmorgen um 5 Uhr zu „Liberi & Libri’ ein? Von 8 bis 19 Uhr half mir Valentin. Zum einen brachte er nötige Assesoires bzw. nahm sie mit. Zweimal fuhr er vor, um kurz vor dem Termin Wartende zu begrüßen. Eigentlich hatte ich ihn gebeten das Kassieren der Eintritte und Führungsgebühr zu ernehmen.

Einige Führungen waren für mich neu: Die „Vigil plus“ empfanden wir beide als sehr angenehm. Eine Stunde auf dem Marktplatz geht wirklich. Im Bugenhagenhaus wars ganz ok. In der Klosterkirche hatte ich das meiste vergessen, was gut für den Zeitplan war. Die „Friedrich-der-Weise-Führung“ kann ich gut genauso anbieten.

Etwas erstaunt war ich selber, daß einige mir sonst wichtige Orte nicht dabei waren: der Cranachhof Schloßstr.1, die Alte Lateinschule, Luthereiche, Luthergarten. Für den späteren Nachmittag sollte ich noch ein Getränk ins Programm einbauen …

Das Programm steht weiter auf www.philippmelanchthon.de und kann – gern auch kürzer – gebucht werden.

Michael Schicketanz 2025

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Gott, schweige doch nicht! (Psalm 83)

Gott, schweige doch nicht! Gott, bleib nicht so still und ruhig! Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das Haupt. Sie machen listige Anschläge wider dein Volk und halten Rat wider die, die bei dir sich bergen. »Wohlan!«, sprechen sie. »Lasst uns sie ausrotten, dass sie kein Volk mehr seien und des Namens Israel nicht mehr gedacht werde!« Ja, sie haben einmütig beraten und haben einen Bund wider dich gemacht: die Zelte Edoms und die Ismaeliter, Moab und die Hagariter, Gebal, Ammon und Amalek, die Philister mit denen von Tyrus; auch Assur hat sich zu ihnen geschlagen, sie helfen den Söhnen Lot. Sela. 

Mach’s mit ihnen wie mit Midian, wie mit Sisera, mit Jabin am Bach Kischon, die vertilgt wurden bei En-Dor und wurden zu Mist auf dem Acker.  Mache ihre Fürsten wie Oreb und Seeb, alle ihre Edlen wie Sebach und Zalmunna, die auch einmal sagten: Wir wollen Gottes Auen einnehmen. Mein Gott, mache sie wie verwehende Blätter, wie Spreu vor dem Winde. Wie ein Feuer den Wald verbrennt und wie eine Flamme die Berge versengt, so verfolge sie mit deinem Sturm und erschrecke sie mit deinem Ungewitter. Bedecke ihr Angesicht mit Schande, dass sie, HERR, nach deinem Namen fragen müssen. Schämen sollen sie sich und erschrecken für immer und zuschanden werden und umkommen. So werden sie erkennen, dass du allein der Höchste bist über die ganze Erde, HERR ist dein Name. 

Psalm 83. Ein Psalm Asafs verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.

Johannes 12,32

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Amen wir fröhlich sprechen, weil Christus, unser Trost, uns hat aus Teufels Rachen vom ewgen Tod erlöst; er ist am Kreuz gestorben für unser Sünde schwer, den Himmel uns erworben: Gott sei Lob, Preis und Ehr!

Johann Walter 1571 (LKG 16)

Fortlaufende Lese

Es erhoben sich aber der Hohepriester und alle, die mit ihm waren, nämlich die Gruppe der Sadduzäer, von Eifer erfüllt, und legten Hand an die Apostel und warfen sie in das öffentliche Gefängnis.  Aber der Engel des Herrn tat in der Nacht die Türen des Gefängnisses auf und führte sie heraus und sprach:  Geht hin und tretet im Tempel auf und redet zum Volk alle Worte dieses Lebens.  Als sie das gehört hatten, gingen sie frühmorgens in den Tempel und lehrten. Der Hohepriester aber und die mit ihm waren, kamen und riefen den Hohen Rat und alle Ältesten in Israel zusammen und sandten hin zum Gefängnis, sie zu holen.  Die Diener gingen hin und fanden sie nicht im Gefängnis, kamen zurück und berichteten:  Das Gefängnis fanden wir sicher verschlossen und die Wächter vor den Türen stehen; aber als wir öffneten, fanden wir niemanden darin.  Als der Hauptmann des Tempels und die Hohenpriester diese Worte hörten, wurden sie ratlos und wussten nicht, was das noch werden sollte.  Da kam jemand, der berichtete ihnen: Siehe, die Männer, die ihr ins Gefängnis geworfen habt, stehen im Tempel und lehren das Volk.  Da ging der Hauptmann mit den Dienern hin und holte sie, doch nicht mit Gewalt; denn sie fürchteten sich vor dem Volk, dass sie gesteinigt würden.  Und sie brachten sie und stellten sie vor den Hohen Rat. Und der Hohepriester fragte sie  und sprach: Haben wir euch nicht streng geboten, in diesem Namen nicht zu lehren? Und seht, ihr habt Jerusalem erfüllt mit eurer Lehre und wollt das Blut dieses Menschen über uns bringen.  Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.  Der Gott unsrer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr an das Holz gehängt und getötet habt.  Den hat Gott durch seine rechte Hand erhöht zum Fürsten und Heiland, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu geben.  Und wir sind Zeugen dieses Geschehens und mit uns der Heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen.  Als sie das hörten, ging’s ihnen durchs Herz und sie wollten sie töten. 

Apostelgeschichte 5,17-33

Morgenlese

Und was soll ich noch mehr sagen? Die Zeit würde mir zu kurz, wenn ich erzählen sollte von Gideon und Barak und Simson und Jeftah und David und Samuel und den Propheten. Diese haben durch den Glauben Königreiche bezwungen, Gerechtigkeit geübt, Verheißungen erlangt, Löwen den Rachen gestopft, des Feuers Kraft gelöscht, sind der Schärfe des Schwerts entronnen, aus der Schwachheit zu Kräften gekommen, sind stark geworden im Kampf und haben fremde Heere in die Flucht geschlagen. Frauen haben ihre Toten durch Auferstehung wiederbekommen. Andere aber sind gemartert worden und haben die Freilassung nicht angenommen, auf dass sie die Auferstehung, die besser ist, erlangten. Wieder andere haben Spott und Geißelung erlitten, dazu Fesseln und Gefängnis. Sie sind gesteinigt, zersägt, durchs Schwert getötet worden; sie sind umhergezogen in Schafpelzen und Ziegenfellen; sie haben Mangel, Bedrängnis, Misshandlung erlitten. Sie, deren die Welt nicht wert war, sind umhergeirrt in Wüsten, auf Bergen, in Höhlen und Klüften der Erde. Diese alle haben durch den Glauben Gottes Zeugnis empfangen und doch nicht die Verheißung erlangt, weil Gott etwas Besseres für uns vorgesehen hat: dass sie nicht ohne uns vollendet würden. 

Hebräer 11,32-40

Abendlese

Also, meine Lieben, – wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit – schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern. Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen. Tut alles ohne Murren und ohne Zweifel,  damit ihr ohne Tadel und lauter seid, Gottes Kinder, ohne Makel mitten unter einem verdorbenen und verkehrten Geschlecht, unter dem ihr scheint als Lichter in der Welt, dadurch dass ihr festhaltet am Wort des Lebens, mir zum Ruhm an dem Tage Christi, sodass ich nicht vergeblich gelaufen bin noch vergeblich gearbeitet habe. Und wenn ich auch geopfert werde bei dem Opfer und Gottesdienst eures Glaubens, so freue ich mich und freue mich mit euch allen. Ebenso sollt auch ihr euch freuen und sollt euch mit mir freuen.

Philipper 2,12-18

Bekenntnislese

Darum lehren wir immer, man solle die Sakramente und alle äußerlichen Dinge, die Gott ordnet und einsetzt, nicht ihrer bloßen äußerlichen Erscheinung nach ansehen, so wie man die bloße Schale einer Nuss ansieht ohne diese selbst, sondern man soll erkennen, wie Gottes Wort darin eingeschlossen ist.

In gleicher Weise sprechen wir auch vom Vater- und Mutterstand und von weltlicher Obrigkeit; wenn man diese daraufhin ansehen wollte, was für Nasen und Augen, Haut und Haar, Fleisch und Gebein sie haben, so müsste man urteilen, dass sie den Türken und Heiden gleich sind, und jemand könnte kommen und sagen: „Warum sollte ich mehr von diesen halten als von andern?“ Weil aber das Gebot hinzukommt: „Du sollst Vater und Mutter ehren“, sehe ich einen andern Menschen vor mir, einen, der mit der Majestät und Herrlichkeit Gottes ausgezeichnet ist. Das Gebot, sage ich, ist die goldene Amtskette, die er um den Hals trägt, ja die Krone auf seinem Haupt, die mir anzeigt, wie und warum ich gerade diesen Menschen ehren soll.

So und noch viel mehr sollst du die Taufe ehren und sie um des Wortes Gottes willen für etwas Herrliches halten; denn Gott selbst hat sie durch sein Wort und sein Handeln geehrt, außerdem noch mit einem Wunder vom Himmel her bestätigt. Denn meinst du, es ist zum Spaß geschehen, dass Christus sich taufen ließ, der Himmel sich auftat, der Heilige Geist sichtbar herabfuhr und die Majestät und Herrlichkeit Gottes dort gegenwärtig war?

Deswegen ermahne ich nochmals, ja nicht beides, Wort und Wasser, voneinander zu scheiden und zu trennen. Denn wenn man das Wort fortnimmt, ist das Taufwasser kein anderes Wasser als das, womit die Magd kocht, und die Taufe ist nichts anderes als eine äußerliche Waschung; aber wenn das Wort dabei ist, wie es Gott angeordnet hat, dann ist die Taufe ein Sakrament und sie heißt Christus-Taufe. Soweit zum ersten Punkt – zu Wesen und zur Würde des heiligen Sakramentes.

Zweitens

Da wir nun wissen, was die Taufe ist und was von ihr zu halten ist, müssen wir zweitens auch lernen, warum und wozu sie eingesetzt ist, d. h. welches ihr Nutzen ist, was sie bewirkt und vermittelt. Auch dies kann man nicht besser erkennen als aus den oben angeführten Worten Christi: „Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig.“

Und verstehe es ganz einfach so, dass die Kraft, die Wirkung, der Nutzen, die Frucht und das Ziel der Taufe ist, selig zu machen. Denn man tauft niemand deswegen, damit er ein Fürst werde, sondern, wie die Worte lauten, damit er „selig werde“.

Selig werden aber heißt, wie man weiß, nichts anderes als von Sünde, Tod und
Teufel erlöst sein, in das Reich Christi kommen und mit ihm ewig leben. Da siehst du wieder, wie teuer und wert die Taufe zu halten ist, denn durch sie erlangen wir solch einen unaussprechlich großen Schatz. Das ist auch ein Hinweis darauf, dass sie nicht bloß gewöhnliches Wasser ist. Denn bloßes Wasser könnte dies nicht bewirken, aber das Wort tut es und der Name Gottes, der, wie oben gesagt, in der Taufe wirksam ist.

Wo aber Gottes Name ist, da muss auch Leben und Seligkeit sein. Darum heißt das
Taufwasser mit Recht ein göttliches, seliges, wirkungskräftiges und gnadenreiches Wasser. Denn durch das Wort erhält die Taufe die Wirkung, dass sie zum „Bad der Wiedergeburt“ wird; so nennt sie auch Paulus im Brief an Titus im dritten Kapitel.

Dass aber unsere neunmalklugen Geister vorgeben, allein der Glaube mache selig, die Werke aber und alles Äußerliche vermögen nichts, darauf antworten wir: Freilich wirkt nichts anderes als der Glaube in uns das Heil, wie wir noch weiter unten hören werden.

Das aber wollen jene blinden Führer nicht wahrhaben, dass der Glaube etwas haben muss, an das er glauben und woran er sich halten und worauf er stehen und fußen kann. So richtet sich der Glaube fest auf das Wasser und glaubt, dass in der Taufe Seligkeit und Leben beschlossen liegen – nicht wegen des bloßen Wassers allein, sondern, wie schon mehrfach gesagt, weil es mit Gottes Wort und Ordnung vereinigt ist und sich Gottes Name daran geheftet hat. Wenn ich nun dieses glaube, was glaube ich anderes als an eben den Gott, der sein Wort in die Taufe hineingegeben und – gepflanzt hat und uns diese äußerliche Handlung, die Taufe, anbietet, damit wir in ihr diesen Schatz ergreifen können?

Nun sind jene so töricht, dass sie den Glauben und die Sache, auf die sich der Glaube richtet und an der er haftet, nämlich die Taufe, voneinander scheiden, weil sie etwas Äußerliches ist. Ja, aber es muss etwas Äußerliches da sein, damit man es mit den Sinnen wahrnehmen und begreifen und dadurch ins Herz hineinbringen kann. Das ganze Evangelium ist ja auch eine äußerliche, mündliche Predigt. Kurz, was Gott in uns wirkt und tut, will er durch solche äußerlichen Dinge und Ordnungen wirken. Wo Gott nun redet, ja wohin oder wodurch er redet – dorthin soll der Glaube hinsehen, und daran
soll er sich halten.

Nun haben wir hier die Worte: „Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig.“ Auf nichts anderes beziehen sich diese Worte als auf die Taufe, d. h. auf das in Gottes Ordnung gefasste Wasser. Daraus folgt, dass, wer die Taufe verwirft, der verwirft Gottes Wort, den Glauben und Christus, der uns an die Taufe weist und an sie bindet.

Drittens Nachdem wir von der großen Wirkung und der Kraft der Taufe gesprochen haben, wollen wir nun drittens sehen, welches die Personen sind, die empfangen, was die Taufe gibt und bewirkt.

Das ist gleichfalls aufs Beste und Klarste in jenen Worten ausgedrückt: „Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig“; d. h. der Glaube allein macht die Person würdig, das heilbringende, göttliche Wasser der Taufe wirkungs kräftig zu empfangen. Denn weil der Segen der Taufe in den Worten, die bei der Taufe gesprochen werden, zum Ausdruck gebracht und zugesprochen wird, kann er nicht anders empfangen werden als dadurch, dass wir von Herzen jenen Worten glauben.

Ohne Glauben nützt die Taufe nichts, auch wenn sie als solche ein göttlicher, über- schwänglich großer Schatz ist. Darum schließt dieses eine Wort „Wer da glaubet…“ alles eigene Tun aus, das in der Absicht geschieht, dadurch die Seligkeit zu erlangen und zu verdienen. Denn das steht fest: Wo kein Glaube ist, wird zum Heil des Menschen nichts bewirkt, und er empfängt auch nichts.

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus: 1529. GR IV,19-34

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Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. (Psalm 62)

Bürgermeisterstraße (Lutherstadt Wittenberg)

Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. Denn er ist mein Fels, meine Hilfe, mein Schutz, dass ich gewiss nicht wanken werde. Wie lange stellt ihr alle einem nach, wollt alle ihn morden, als wäre er eine hangende Wand und eine rissige Mauer? Sie denken nur, wie sie ihn von seiner Höhe stürzen, sie haben Gefallen am Lügen; mit dem Munde segnen sie, aber im Herzen fluchen sie. Sela. 

Aber sei nur stille zu Gott, meine Seele; denn er ist meine Hoffnung. Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz, dass ich nicht wanken werde. Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre, der Fels meiner Stärke, meine Zuversicht ist bei Gott. Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute, / schüttet euer Herz vor ihm aus; Gott ist unsre Zuversicht. Sela. 

Aber Menschen sind ja nichts, große Leute täuschen auch; sie wiegen weniger als nichts, so viel ihrer sind. Verlasst euch nicht auf Gewalt und setzt auf Raub nicht eitle Hoffnung; fällt euch Reichtum zu, so hängt euer Herz nicht daran. Eines hat Gott geredet, ein Zweifaches habe ich gehört: Gott allein ist mächtig, und du, Herr, bist gnädig; denn du vergiltst einem jeden, wie er’s verdient hat. 

Psalm 62. Ein Psalm Davids, vorzusingen, für Jedutun. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.

Johannes 12,32

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Gott Vater, Sohn und Heilger Geist, hilf, dass mein Glaub Dich preise. Mein Fleisch dem Geist Gehorsam leist, des Glaubens Frucht beweise. Hilf, Herr, Christ, aus aller Not, wenn ich von hinnen scheide, und führe mich auch aus dem Tod zur Seligkeit und Freude.

Johann Walter 1566 (LKG 15)

Fortlaufende Lese

Es geschahen aber viele Zeichen und Wunder im Volk durch die Hände der Apostel; und sie waren alle in der Halle Salomos einmütig beieinander.  Von den andern aber wagte keiner, sich zu ihnen zu halten; doch das Volk schätzte sie hoch.  Immer mehr aber wuchs die Zahl derer, die an den Herrn glaubten – eine Menge Männer und Frauen –,  sodass sie die Kranken sogar auf die Straßen hinaustrugen und sie auf Betten und Bahren legten, damit, wenn Petrus käme, wenigstens sein Schatten auf einige von ihnen fiele.  Es kamen auch viele aus den Städten rings um Jerusalem und brachten Kranke und solche, die von unreinen Geistern geplagt waren; und alle wurden geheilt. 

Apostelgeschichte 5,12-16

Morgenlese

Da sprach Jesus: Ich bin noch eine kleine Zeit bei euch, und dann gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat. Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und wo ich bin, könnt ihr nicht hinkommen. Da sprachen die Juden untereinander: Wo will dieser hingehen, dass wir ihn nicht finden könnten? Will er etwa zu denen gehen, die in der Zerstreuung unter den Griechen wohnen, und die Griechen lehren? Was ist das für ein Wort, das er sagte: Ihr werdet mich suchen und nicht finden; und wo ich bin, da könnt ihr nicht hin-kommen? Aber am letzten, dem höchsten Tag des Festes trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht. 

Johannes 7,33-39

Abendlese

Und die Gemeinde hatte kein Wasser, und sie versammelten sich gegen Mose und Aaron. 3 Und das Volk haderte mit Mose und sprach: Ach dass wir umgekommen wären, als unsere Brüder umkamen vor dem HERRN! 4 Warum habt ihr die Gemeinde des HERRN in diese Wüste gebracht, dass wir hier sterben mit unserm Vieh? 5 Und warum habt ihr uns aus Ägypten geführt an diesen bösen Ort, wo man nicht säen kann, wo weder Feigen noch Weinstöcke noch Granatäpfel sind und auch kein Wasser zum Trinken ist? 6 Da gingen Mose und Aaron von der Gemeinde hinweg zum Eingang der Stiftshütte und fielen auf ihr Angesicht, und die Herrlichkeit des HERRN erschien ihnen. 7 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 8 Nimm den Stab und versammle die Gemeinde, du und dein Bruder Aaron, und redet zu dem Felsen vor ihren Augen; der wird sein Wasser geben. So sollst du ihnen Wasser aus dem Felsen hervorbringen und die Gemeinde tränken und ihr Vieh. 9 Da nahm Mose den Stab, der vor dem HERRN lag, wie er ihm geboten hatte. 10 Und Mose und Aaron versammelten die Gemeinde vor dem Felsen, und er sprach zu ihnen: Höret, ihr Ungehorsamen, werden wir euch wohl Wasser hervorbringen können aus diesem Felsen? 11 Und Mose erhob seine Hand und schlug den Felsen mit dem Stab zweimal. Da kam viel Wasser heraus, sodass die Gemeinde trinken konnte und ihr Vieh. 12 Der HERR aber sprach zu Mose und Aaron: Weil ihr nicht an mich geglaubt habt und mich nicht geheiligt habt vor den Israeliten, darum sollt ihr diese Gemeinde nicht ins Land bringen, das ich ihnen geben werde. 

Numeri (4. Mose) 20,2-12

Bekenntnislese

IV. Die Taufe

Bisher haben wir die drei Hauptstücke der allgemein geltenden christlichen Lehre behandelt. Darüber hinaus ist noch etwas über die zwei Sakramente zu sagen, die Christus eingesetzt hat. Obgleich man bisher leider nichts über sie gelehrt hat, sollte doch jeder Christ zumindest in knapper allgemeiner Weise über sie unterrichtet sein, weil man ohne die Sakramente kein Christ sein kann.

Als erstes aber nehmen wir uns die Taufe vor, durch die wir zuallererst in die Christenheit aufgenommen werden. Um jedoch alles gut verstehen zu können, wollen wir’s der Reihe nach behandeln und uns allein auf das beschränken, was uns zu wissen nötig ist. Denn wie man die Tauflehre erhalten und gegen die Irrlehrer und Sektierer verteidigen muss, das wollen wir den Gelehrten überlassen.

Erstens: Vor allen Dingen muss man zuerst die Worte genau kennen, auf die sich die Taufe gründet und in denen alles enthalten ist, was von ihr zu sagen ist, nämlich die Worte, die der Herr Christus bei Matthäus im letzten Kapitel spricht: „Gehet hin in alle Welt, lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Desgleichen auch bei Markus im letzten Kapitel: „Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig, wer aber nicht glaubet, der wird verdammt.“ Bei diesen Worten sollst du erstens darauf achten, dass hier von Gottes Gebot und Einsetzung die Rede ist. Daran soll man nicht zweifeln, dass die Taufe etwas Göttliches ist, denn sie ist nicht von Menschen erdacht und erfunden. Denn ebenso wie ich sagen kann, dass die Zehn Gebote, der Glaube und das Vaterunser von keinem Menschen ersonnen sind, sondern von Gott offenbart und gegeben sind, so kann auch von der Taufe gerühmt werden, dass sie nicht eine menschliche Erfindung ist, sondern dass sie von Gott selbst eingesetzt worden ist. Er hat überdies auch ernstlich und streng befohlen, dass wir uns taufen lassen sollen, sonst können wir nicht selig werden; denn niemand soll denken, die Taufe sei eine gleich- gültige Sache, die man tun oder lassen könne, so wie das Anziehen eines neuen Kleidungsstückes.

Denn darauf kommt es vor allem an, dass man die Taufe achtet und sie für etwas Vortreffliches und Herrliches hält; denn um diese Sache streiten und kämpfen wir am allermeisten, weil die Welt heutzutage so voller Sektierer ist, die sagen, die Taufe sei nur etwas Äußerliches und etwas Äußerliches sei ohne Nutzen.

Aber lass sie nur so äußerlich sein wie sie wolle, da ist Gottes Wort und Gebot, der sie einsetzt, sie begründet und bestätigt. Was aber Gott einsetzt und gebietet, kann nicht nutzlos sein, sondern es muss etwas sehr Kostbares sein, auch wenn es dem Aussehen nach geringer als ein Strohhalm ist.

Hat man bisher große Stücke davon gehalten, wenn der Papst durch Brief oder Bulle Ablass erteilt, einen Altar oder eine Kirche bestätigt – und das allein um seiner Briefe und Siegel willen – ‚ so sollen wir die Taufe viel höher halten und als etwas viel Kostbareres ansehen, weil Gott sie befohlen hat und sie in seinem Namen vollzogen wird. Denn so lauten die Worte: „Gehet hin, taufet“, aber nicht „in eurem“, sondern „in Gottes Namen“.

Denn – „in Gottes Namen“ getauft werden, das heißt: Nicht von Menschen, sondern von Gott selbst getauft werden. Auch wenn die Taufe durch die Hand eines Menschen voll-zogen wird, so ist sie doch in Wahrheit Gottes eigenes Werk; daraus kann jeder selber den Schluss ziehen, dass sie etwas viel Höheres ist als alles, was Menschen oder gar „Heilige“ tun können. Aber hier ist der Teufel wieder fleißig am Werk, uns mit falschem Schein zu blenden, dass wir Gottes Tun vergessen und auf unser eigenes Tun schauen. Denn das sieht nach außen hin viel großartiger aus, wenn ein Karthäuser viele schwere und große Werke der Frömmigkeit verrichtet; denn wir Menschen halten alle viel mehr von dem, was wir selbst tun und leisten!

Aber die Schrift lehrt anders: Auch wenn man die Werke aller Menschen auf einen Haufen tun würde und sie noch so schön glänzen würden, sie wären doch nicht so edel und gut, als wenn Gott einen bloßen Strohhalm aufhöbe. Warum? Weil die Person – Gott – edler und besser ist. Nun muss man hier nicht die Person nach ihrem Tun, sondern das Tun nach der Person beurteilen; denn die Person adelt das Tun und nicht umgekehrt.

Aber hier urteilt unsere verderbte Vernunft anders: Wenn das, was wir tun, nach außen hin nicht schön und glänzend ist, so gilt es nichts. Aus dem Gesagten lerne nun, die richtige Bedeutung der Taufe zu erfassen und die Frage beantworten zu können, was die Taufe sei, nämlich: Sie ist nicht bloß gewöhnliches Wasser, sondern ein Wasser, das von Gottes Wort und Gebet umschlossen und dadurch geheiligt ist. So ist sie nichts anderes als ein „Gotteswasser“ – nicht dass das Wasser als solches edler als anderes Wasser ist, sondern Gottes Wort und Gebot ist hinzugekommen.

Darum ist es ein richtiges Bubenstück und eine Gerede des Teufels, wenn jetzt unsere neuen Sektierer die Taufe lästern, Gottes Wort und Ordnung außer acht lassen und auf nichts anderes sehen als auf das Wasser, das man aus dem Brunnen schöpft; und dann ereifern sie sich noch zu sagen: „Wie sollte eine Handvoll Wasser der menschlichen Seele helfen?“

Ja, mein Lieber, wer weiß das nicht, dass Wasser Wasser ist, wenn man vom Wort Gottes und Gebot absieht? Wie kannst du es aber wagen, so in Gottes Ordnung einzugreifen und das beste Kleinod fortzunehmen, mit dem Gott das Wasser der Taufe verbunden und eingefasst hat und nicht abgetrennt haben will? Denn das ist die Hauptsache beim Taufwasser: Gottes Wort oder Gebot und Gottes Name; dieser Schatz ist größer und edler als Himmel und Erde.

So begreife nun den Unterschied, dass es sich bei der Taufe um etwas ganz anderes handelt als um bloß gewöhnliches Wasser, nicht weil das Wasser seiner Natur nach anders wäre, sondern weil hier etwas Edleres dazukommt. Denn Gott selbst ehrt die Taufe mit seinem Namen und legt seine Kraft und sein Vermögen in sie hinein. Darum ist es nicht allein gewöhnliches Wasser, sondern ein göttliches, himmlisches, heiliges und seliges Wasser und wie immer man es sonst noch rühmen mag – alles um des Wortes Gottes willen, das ein himmlisches und heiliges Wort ist, das niemand genug preisen
kann. Denn es hat alles in sich und vermag alles, was Gott ist und vermag.

Darum ist das Wesen der Taufe auch von solcher Art, dass man sie ein Sakrament nennt. So hat es auch St. Augustin gelehrt: „Wenn das Wort zum Element bzw. zum natürlichen Wesen einer Sache kommt, so wird ein Sakrament daraus“, d. h. eine heilige, göttliche Sache, ein heiliges, göttliches Zeichen.

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus (Taufe): GK IV,1-18

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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Gott, man lobt Dich in der Stille zu Zion, und Dir hält man Gelübde. (Psalm 65)

Gott, man lobt dich in der Stille zu Zion, und dir hält man Gelübde. Du erhörst Gebet; darum kommt alles Fleisch zu dir. Unsre Missetat drückt uns hart; du wollest unsre Sünde vergeben. Wohl dem, den du erwählst und zu dir lässt, dass er wohne in deinen Vorhöfen; der hat reichen Trost von deinem Hause, deinem heiligen Tempel. 

Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil, der du bist die Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer; der du die Berge gründest in deiner Kraft und gerüstet bist mit Macht; der du stillst das Brausen des Meeres, das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker, dass sich entsetzen, die an den Enden wohnen, vor deinen Zeichen. Du machst fröhlich, was da lebet im Osten wie im Westen. 

Du suchst das Land heim und bewässerst es / und machst es sehr reich; Gottes Brünnlein hat Wasser die Fülle. Du lässt ihr Getreide gut geraten; denn so baust du das Land. Du tränkst seine Furchen und feuchtest seine Schollen; mit Regen machst du es weich und segnest sein Gewächs. Du krönst das Jahr mit deinem Gut, und deine Spuren triefen von Segen. Es triefen auch die Auen in der Steppe, und die Hügel gürten sich mit Jubel. Die Anger sind voller Schafe, und die Auen stehen dick mit Korn, dass man jauchzet und singet. 

Psalm 65. Ein Psalm Davids, ein Lied, vorzusingen. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.

Johannes 12,32

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Verley uns frieden gnediglich Herr Got zu unsern zeyten, es ist doch ya keyn ander nicht, der für uns künde streitten, denn Du unser Godt allaine.

Gib vnserm Fürsten und aller Oberkeit fried vnd gut Regiment, das wir vnter jnen ein gerüglich vnd stilles leben führen mögen in aller Gottseligkeit vnd erbarkeit. Amen.

Nach der altkirchlichen Antiphon “Da pacem Domine” (Martin Luther 1531 und Johann Walter 1566) LKG 14.

Fortlaufende Lese

Ein Mann aber mit Namen Hananias und seine Frau Saphira verkauften einen Acker,  2 doch er hielt mit Wissen seiner Frau etwas von dem Geld zurück und brachte nur einen Teil und legte ihn den Aposteln zu Füßen.  3 Petrus aber sprach: Hananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belogen und etwas vom Geld für den Acker zurückbehalten hast?  4 Hättest du den Acker nicht behalten können, als du ihn hattest? Und konntest du nicht auch, als er verkauft war, noch tun, was du wolltest? Warum hast du dir dies in deinem Herzen vorgenommen? Du hast nicht Menschen, sondern Gott belogen.  5 Als Hananias diese Worte hörte, fiel er zu Boden und gab den Geist auf. Und es kam eine große Furcht über alle, die dies hörten.  6 Da standen die jungen Männer auf und hüllten ihn ein, trugen ihn hinaus und begruben ihn.  7 Es begab sich aber, etwa nach drei Stunden, da kam seine Frau herein und wusste nicht, was geschehen war.  8 Aber Petrus sprach zu ihr: Sag mir, habt ihr den Acker für diesen Preis verkauft? Sie sprach: Ja, für diesen Preis.  9 Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr euch denn einig geworden, den Geist des Herrn zu versuchen? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, sind vor der Tür und werden auch dich hinaustragen.  10 Und sogleich fiel sie zu Boden, ihm vor die Füße, und gab den Geist auf. Da kamen die jungen Männer und fanden sie tot, trugen sie hinaus und begruben sie neben ihrem Mann.  11 Und es kam eine große Furcht über die ganze Gemeinde und über alle, die das hörten. 

Apostelgeschichte 5,1-11

Morgenlese

Kinder, es ist die letzte Stunde! Und wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, sind jetzt viele Widersacher Christi[3] aufgetreten; daran erkennen wir, dass es die letzte Stunde ist. 19 Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber es sollte offenbar werden, dass sie nicht alle von uns sind. 20 Doch ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und habt alle das Wissen. 21 Ich habe euch nicht geschrieben, als wüsstet ihr die Wahrheit nicht, sondern ihr wisst sie und wisst, dass keine Lüge aus der Wahrheit kommt. 22 Wer ist ein Lügner, wenn nicht der, der leugnet, dass Jesus der Christus ist? Das ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet. 23 Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht; wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater. 24 Was ihr gehört habt von Anfang an, das bleibe in euch. Wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an gehört habt, so werdet ihr auch im Sohn und im Vater bleiben. 25 Und das ist die Verheißung, die er uns verheißen hat: das ewige Leben. 26 Dies habe ich euch geschrieben von denen, die euch verführen. 27 Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt nicht nötig, dass euch jemand belehre; sondern wie euch seine Salbung alles lehrt, so ist’s wahr und ist keine Lüge, und wie sie euch gelehrt hat, so bleibt in ihm. 28 Und nun, Kinder, bleibt in ihm, damit wir, wenn er offenbart wird, freimütig reden und nicht zuschanden werden vor ihm, wenn er kommt. 29 Wenn ihr wisst, dass er gerecht ist, so erkennt ihr: Wer die Gerechtigkeit tut, der ist von ihm geboren. 

1. Johannes 2,18-29

Abendlese

Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. 2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. 3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und meinen Leib dahingäbe, mich zu rühmen[1], und hätte der Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze. 4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, 5 sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, 6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; 7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. 8 Die Liebe höret nimmer auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. 9 Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. 10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. 11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. 12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. 13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. 

1. Korinther 13,1-13

Bekenntnislese

Die 6. Bitte: Und führe uns nicht in Versuchung.

Wir haben nun zur Genüge gehört, was für Mühe und Arbeit es kostet, um all das, worum man bittet, auch zu erhalten und nicht wieder zu verlieren, obgleich es nicht ohne Gebrechen und Straucheln abgeht. Hinzu kommt noch: Auch wenn wir Vergebung der Sünde und dadurch ein gutes Gewissen erhalten haben, so verhält es sich mit unserm Leben doch so, dass einer heute steht und morgen schon fällt. Darum müssen wir weiterhin Gott bitten, auch wenn wir rechtschaffen sind und ein gutes Gewissen gegen Gott haben können, dass er uns nicht in Unglauben und Sünde zurückfallen und der
Anfechtung oder Versuchung erliegen lasse.

Es gibt aber eine dreifache Versuchung: Die des Fleisches, der Welt und des Teufels. Denn wir wohnen „im Fleisch“ und schleppen den alten Adam mit uns herum. Der regt sich in uns und reizt uns täglich zu Unzucht und Faulheit, zum Fressen und Saufen, zu Geiz und Betrug und will, dass wir den Nächsten betrügen und übervorteilen – ‚ kurz, er weckt in uns alle möglichen bösen Begierden, die uns von Natur anhängen und die durch anderer Leute Gesellschaft, durch böse Beispiele, durch das, was wir sehen und hören, in uns erregt werden. Oft verwunden und entzünden sie sogar die Herzen ganz unschuldiger Menschen.

Dann gibt es „die Welt“: Sie, d. h. die Menschen in der Welt beleidigen uns mit Worten und Taten und treiben uns zu Zorn und Ungeduld; kurz, da gibt es nichts als Hass und Neid, Feindschaft, Gewalt, Unrecht, Untreue, Rachsucht, Fluchen, Schimpfen, Verleumden, Hochmut und Stolz. Jeder spielt sich auf; er will geehrt und gerühmt werden und Macht und Einfluss haben. Niemand will der Geringste sein, sondern jeder will obenan sitzen und von jedermann gesehen werden.

Hinzu kommt noch der Teufel: überall hetzt und stachelt er auf; vor allem aber ist er dort am Werk, wo es um das Gewissen und um geistliche Dinge geht; er will, dass man Gottes Wort und Wirken in den Wind schlägt und verachtet; er will uns Glauben, Hoffnung und Liebe wegnehmen und uns in Unglauben stürzen, in falsche Vermessenheit und in Verstockung; oder umgekehrt, dass wir in Verzweiflung geraten, Gott verleugnen und lästern und in unzählige andere furchtbaren Dinge hineingeraten. Das sind nun die Stricke und Netze, ja die richtigen „feurigen Pfeile“, die nicht Fleisch und Blut uns ins Herz schießen, sondern der Teufel auf die allergiftigste Weise.

Dies sind allerdings große und schwere Gefährdungen und Anfechtungen, die jeder Christ bestehen muss. Schon jede für sich allein ist derart, dass wir dazu getrieben werden, Gott alle Stunden anzurufen und um Hilfe zu bitten, dass er uns nicht matt und müde werden und wieder in Sünde, Schande und Unglauben zurückfallen lasse. Denn sonst ist es unmöglich, auch nur die allergeringste Anfechtung zu überwinden; denn solange wir dieses elende Leben führen, setzt man uns von allen Seiten zu, jagt und treibt uns.

So bedeutet nun „nicht in Versuchung führen“ dies, dass Gott uns Kraft und Stärke gibt, um der Anfechtung widerstehen zu können, doch ohne dass sie weggenommen oder aufgehoben wird. Denn der Versuchung und Verlockung zur Sünde kann niemand entgehen, denn wir leben im Fleisch und haben den Teufel um uns. Es geht nicht anders, wir müssen Anfechtungen erleiden, ja wir stecken mitten in ihnen drin. Aber darum bitten wir, dass wir nicht hineinfallen und darin umkommen.

Denn es ist ein großer Unterschied, ob man die Anfechtung nur fühlt oder in sie einwilligt und ja zu ihr sagt. Wir fühlen sie alle, obwohl nicht alle in gleicher Weise, sondern einige mehr und stärker als andere. So wird die Jugend vor allem vom „Fleisch“ angefochten, die Erwachsenen und Alten von der „Welt“; jene aber, die mit
geistlichen Dingen umgehen, d. h. die im Glauben starken Christen, vom
Teufel.

Aber solch ein Fühlen der Anfechtung, solange unser Wille dagegen ist und wir sie am liebsten los sein möchten, kann niemand schaden. Denn wenn man sie nicht fühlte, könnte man sie auch nicht als Anfechtung bezeichnen. Einwilligen aber heißt, wenn man ihr nachgibt, ihr nicht widersteht noch Gott um Hilfe bittet.

Deshalb müssen wir Christen gegen sie gerüstet sein und täglich damit rechnen, dass wir ständig angefochten werden. Niemand wiege sich in Sicherheit und niemand gehe so unachtsam dahin, als sei der Teufel weit von uns weg! Sondern man rechne stets mit seinen Schlägen und pariere sie. Denn auch wenn ich jetzt keusch, geduldig und freundlich bin und in festem Glauben stehe, kann doch der Teufel noch in dieser Stunde einen solchen Pfeil in mein Herz schießen, dass ich mich nur mit Mühe behaupten kann. Denn er ist ein Feind, der niemals aufhört und müde wird. Wo die eine Anfechtung
aufhört, kommen immer wieder neue und andere.

Darum gibt es keinen andern Rat und Trost als den, dass man herbeieile, das Vaterunser zur Hand nehme und von Herzen mit Gott rede und sage: „Lieber Vater, du hast mir
geboten zu beten; so lass mich durch die Versuchung nicht dahin geführt werden, dass ich von dir abfalle.“ Du wirst sehen, die Versuchung hört auf und muss sich schließlich für besiegt erklären. Andernfalls, wenn du mit deinen eigenen Gedanken und Ratschlägen versuchst, dir zu helfen, wirst du es nur schlimmer machen und dem Teufel noch mehr Raum geben. Denn er hat den Kopf einer Schlange; wenn er eine Lücke findet, in die er hineinschlüpfen kann, zieht er auch den ganzen Leib hinterher; das Gebet aber kann ihn abwehren und zurücktreiben.

Die 7. Bitte: Sondern erlöse uns von dem Übel. Amen.

Im Griechischen lautet diese Bitte wie folgt: „Erlöse oder behüte uns vor dem Argen oder Bösen“, und es sieht fast so aus, als rede Christus hier vom Teufel, so als wollte er den ganzen Inhalt dieses Gebetes darin zusammenfassen, dass es gegen diesen unsern Hauptfeind gerichtet sei. Denn er ist es, der dies alles, worum wir bitten, unter uns zu verhindern sucht – Gottes Namen bzw. Ehre, Gottes Reich und Willen, das tägliche Brot, ein fröhliches, gutes Gewissen usf.

Darum fassen wir dies alles schließlich zusammen und sprechen: „Lieber Vater, hilf doch, dass wir von allem Unglück frei werden.“ In dieser Bitte ist gleichfalls auch das mit eingeschlossen, was uns an Bösem unter der Herrschaft des Teufels widerfahren mag – Armut, Schande, Tod und überhaupt alles unselige Elend und Herzeleid, das es auf dieser Erde so reichlich gibt. Denn der Teufel ist nicht allein ein Lügner, sondern auch ein Totschläger; er trachtet unablässig auch nach unserm Leben und will sein Mütlein an uns kühlen, wenn er unserm Leibe Schaden zufügt und einen Unfall zustoßen lässt. Das ist der Grund dafür, dass er manchem den Hals bricht oder um den Verstand bringt, dass er etliche im Wasser ertrinken lässt und viele dahin treibt, dass sie sich selber umbringen; und dass er viele andere schreckliche Unglücksfälle verursacht.

Darum haben wir auf Erden nichts anderes zu tun als unablässig mit unserm Gebet gegen diesen Hauptfeind anzugehen. Denn wenn uns Gott nicht erhalten würde, wären wir keine Stunde vor dem Teufel sicher.

Daraus kannst du erkennen, dass Gott um alles, auch um die Dinge des leiblichen Lebens, gebeten sein will. Nirgends anderswo soll man Hilfe suchen als bei ihm allein. Diese Bitte des Vaterunsers aber hat er an den Schluss gestellt. Denn wenn wir vor allem Übel bewahrt und von allem Bösen erlöst werden sollen, muss zuerst sein Name in uns geheiligt werden, sein Reich zu uns kommen und sein Wille geschehen. Danach will er uns schließlich auch von Sünde und Schande bewahren, auch vor allem, was uns weh tun und schaden kann.

So hat uns Gott im Vaterunser aufs Kürzeste alle Not vor Augen gestellt, die uns immer wieder bedrängt, sodass wir keine Entschuldigung haben, wenn wir nicht beten. Aber nun kommt es darauf an, dass wir auch lernen, das Amen dazu zusprechen, d. h. nicht daran zu zweifeln, dass unser Beten ganz gewiss erhört wird und dass geschehen wird, worum wir bitten. Denn das Wort „amen“ ist das Wort eines nicht zweifelnden Glaubens, der nicht auf gut Glück betet, sondern weiß, dass Gott nicht lügt; denn er hat zugesagt, zu geben, worum wir bitten.

Wo nun solcher Glaube nicht ist, kann auch das Beten nicht richtig sein. Darum ist es ein schädlicher Irrtum zu meinen, man dürfe beim Beten nicht von Herzen ja dazu sagen und man dürfe nicht gewiss sein, dass Gott das Gebet erhört, sondern man müsse im Zweifel
bleiben und sagen: „Wie sollte ich so kühn sein und mich dessen rühmen, dass Gott mein Gebet erhört? Bin ich doch ein armer Sünder“ usf.

Diese Einstellung zum Gebet kommt daher, dass jene nicht auf Gottes Zusage, sondern auf ihr Tun und ihre Würdigkeit sehen; aber damit verachten sie Gott und strafen ihn Lügen. Deswegen bekommen sie auch nichts, wie St. Jakobus sagt: „Wer da betet, der bete im Glauben und zweifle nicht. Denn wer da zweifelt, ist wie eine Woge des Meeres, die vom Winde getrieben und bewegt wird; ein solcher Mensch denke nur ja nicht, dass er etwas von Gott empfangen werde.“ Sieh, so viel ist Gott daran gelegen, dass wir in der Gewissheit beten, nicht umsonst zu bitten, und wir sollen keineswegs unsere
Gebete gering achten.

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus (6.-7. Bitte): GK III,99-124.

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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Gott sei uns gnädig und segne uns, er lasse uns sein Antlitz leuchten (Psalm 67)

Nieuwoudtville (Namakwaland, Kap der guten Hoffnung)

Gott sei uns gnädig und segne uns, er lasse uns sein Antlitz leuchten, – Sela – dass man auf Erden erkenne deinen Weg, unter allen Heiden dein Heil. Es danken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker. Die Völker freuen sich und jauchzen, dass du die Menschen recht richtest und regierst die Völker auf Erden. Sela. 

Es danken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker. Das Land gibt sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott! 

Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn! 

Psalm 67. Ein Psalmlied, vorzusingen, beim Saitenspiel. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.

Johannes 12,32

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch

Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du gen Himmel g’fahren bist: o starker Gott Immanuel, stärk uns an Leib, stärk uns an Seel. Halleluja, Halleluja.

Nun freu sich alle Christenheit und singt und springt ohn alles Leid: Gott Lob und Dank im höchsten Thron, unser Bruder ist Gottes Sohn. Halleluja.

Gen Himmel ist er gfahren hoch, und ist doch allzeit bei uns noch, sein Macht und Gwalt unendlich ist, wahr Gott und Mensch zu aller Frist. Halleluja.

Über all Himmel hoch erhöht, über all Engel mächtig schwebt, über all Menschen er regiert und alle Kreaturen führt. Halleluja.

Zur Rechten Gott des Vaters groß hat er all Macht ohn alle Maß, all Ding sind ihm ganz untertan, Gottes und der Marien Sohn. Halleluja.

All Teufel, Welt, Sünd, Höll und Tod, er alles überwunden hat. Trotz, wer da will, es liegt nichts dran, den Sieg muß er doch allzeit haben. Halleluja.

Wohl dem, der ihm vertrauen tut und hat in ihm nur frischen Mut. Welt, wie du willst, wer fragt nach dir? Nach Christus steht unser Begier. Halleluja.

Er ist der Herr und unser Trost, der uns durch sein Blut hat erlöst. Das Gefängnis er gefangen hat, daß uns nicht schad der bittere Tod. Halleluja.

Wir freuen uns aus Herzensgrund und singen fröhlich mit dem Mund: Unser Bruder, Fleisch, Bein und Blut ist unser allerhöchstes Gut. Halleluja.

Durch ihn der Himmel unser ist. Hilf uns, o Bruder Jesus Christ, dass wir nur fest vertrauen auf dich und durch dich leben ewiglich. Halleluja.

Amen, Amen, Herr Jesus Christ, der du gen Himmel gefahren bist: Behüt uns, Herr, bei rechter Lehr, des Teufels Trug und Listen wehr. Halleluja.

Komm, lieber Herr, komm, es ist Zeit zum letzten Gericht in Herrlichkeit. Führ uns aus diesem Jammertal in den ewigen Himmelssaal. Halleluja.

Amen, singen wir noch einmal, wir sehnen uns zum Himmelssaal, da wir mit deinen Engelein das Amen wollen singen fein. Halleluja.

Musae Sioniae 1607 (LKG 176)

Fortlaufende Lese

Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam.  Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen.  Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Land oder Häuser hatte, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte.  Josef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde – das heißt übersetzt: Sohn des Trostes –, ein Levit, aus Zypern gebürtig,  der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen. 

Apostelgeschichte 4,32-37

Morgenlese

Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. Wenn ich nicht gekommen wäre und hätte es ihnen nicht gesagt, so hätten sie keine Sünde; nun aber können sie nichts vorbringen, um ihre Sünde zu entschuldigen. Wer mich hasst, der hasst auch meinen Vater. Hätte ich nicht die Werke getan unter ihnen, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde. Nun aber haben sie es gesehen, und doch hassen sie mich und meinen Vater. Aber es muss das Wort erfüllt werden, das in ihrem Gesetz geschrieben steht: »Sie hassen mich ohne Grund« 

Johannes 15,18-25

Abendlese

Und Mose stieg aus den Steppen Moabs auf den Berg Nebo, den Gipfel des Gebirges Pisga, gegenüber Jericho. Und der HERR zeigte ihm das ganze Land: Gilead bis nach Dan und das ganze Naftali und das Land Ephraim und Manasse und das ganze Land Juda bis an das Meer im Westen und das Südland und die Gegend am Jordan, die Ebene von Jericho, der Palmenstadt, bis nach Zoar. Und der HERR sprach zu ihm: Dies ist das Land, von dem ich Abraham, Isaak und Jakob geschworen habe: Ich will es deinen Nachkommen geben. – Du hast es mit deinen Augen gesehen, aber du sollst nicht hinübergehen. 

So starb Mose, der Knecht des HERRN, daselbst im Lande Moab nach dem Wort des HERRN. Und er begrub ihn im Tal, im Lande Moab gegenüber Bet-Peor. Und niemand hat sein Grab erfahren bis auf den heutigen Tag. Und Mose war hundertzwanzig Jahre alt, als er starb. Seine Augen waren nicht schwach geworden, und seine Kraft war nicht verfallen. Und die Israeliten beweinten Mose in den Steppen Moabs dreißig Tage, bis die Zeit des Weinens und Klagens über Mose vollendet war.

5. Mose 34,1-8 (Deuteronomium)

Bekenntnislese

Sieh, so will Gott uns zeigen, wie er sich aller unserer Not annimmt und so treu für unser zeitliches Wohl sorgt. Obgleich er das alles reichlich gibt und erhält, auch den gottlosen und bösen Menschen, will er dennoch, dass wir darum bitten; denn wir sollen erkennen, dass wir es aus seiner Hand empfangen, und wir sollen darin seine väterliche Güte spüren, die er uns gegenüber erweist. Denn wenn er seine Hand abzieht, kann nichts auf Dauer gedeihen und erhalten werden; das kann man täglich sehen und beobachten.

Was ist das jetzt für eine Plage in der Welt mit dem Falschgeld, mit täglicher Verteuerung und mit Wucher – in Handel und Gewerbe, in den Geschäften, bei den Dienstleistungen und den Arbeiten der Handwerker! Nach ihrer Willkür bedrücken sie die Armen und entziehen ihnen das tägliche Brot. Wir müssen das zwar alles erleiden, sie aber mögen sich vorsehen, dass sie nicht die öffentliche Achtung verlieren; und sie sollen achtgeben, dass diese Bitte des Vaterunsers sich nicht gegen sie wendet.

Die 5. Bitte: Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Diese Bitte betrifft nun unser armes, elendes Leben, in dem es doch ohne Sünde nicht abgeht. Auch wenn wir Gottes Wort haben, glauben, seinen Willen tun und an uns geschehen lassen und wir uns von Gottes Gaben und seinem Segen ernähren – wir straucheln noch täglich und halten nicht Maß; denn wir leben mitten in der Welt unter Leuten, die uns viel zuleide tun und uns Anlass zur Ungeduld geben, zum Zorn, zur Rache usf.

Außerdem haben wir den Teufel im Nacken, der uns auf allen Seiten zusetzt und, wie gesagt, gegen alle vorigen Bitten angeht, sodass es nicht möglich ist, in diesem ständigen Kampf immer standhaft zu bleiben. Darum ist es hier wiederum sehr nötig zu bitten und zu rufen: „Lieber Vater, vergib uns unsere Schuld.“ Nicht dass er nicht auch ohne unser Bitten und vor unserm Bitten uns die Sünde vergeben würde! Denn er hat uns ja das Evangelium gegeben, das voller Vergebung ist, und zwar ehe wir darum gebeten oder je daran gedacht haben; es geht aber darum, dass wir die Vergebung unserer Schuld erkennen und annehmen. Denn unser „Fleisch“, das wir an uns haben, ist von solcher Art, dass es Gott nicht vertraut und glaubt; immer regen sich in ihm böse Begierden und Bosheiten, sodass wir täglich mit Worten und Taten, mit unserm Tun und Lassen sündigen; dadurch kommt Unfriede in unser Gewissen; es fürchtet sich vor Gottes Zorn und Ungnade und kann darum keinen Trost, keine Zuversicht mehr aus dem Evangelium schöpfen. Deswegen ist es unaufhörlich nötig, dass man mit dieser Bitte herzukomme und Trost hole, um das Gewissen wieder aufzurichten.

Dies aber soll nun dazu dienen, dass Gott uns den Stolz zerbricht und in der Demut hält; denn das Vorrecht, dies zu tun, hat Gott sich vorbehalten. Wenn nun jemand auf seine Frömmigkeit pocht und andere verachtet, soll er sich selber ansehen und diese Bitte vor Augen halten; er wird dann merken, dass er nicht frommer ist als die andern; wir alle müssen uns vor Gott beugen und können nur froh sein, dass wir Vergebung empfangen können.

Niemand meine, solange wir hier leben, es dahin bringen zu können, dass er der Vergebung nicht mehr bedürfe. Mit andern Worten: Wenn Gott nicht unaufhörlich vergibt, sind wir verloren.

So ist nun der Sinn dieser Bitte der, Gott möge unsere Sünde nicht ansehen und uns nicht vorhalten, was wir täglich verdienen; sondern er möge gnädig mit uns umgehen und uns vergeben, wie er es zugesagt hat, und uns so ein fröhliches und unverzagtes Gewissen geben, um vor ihm stehen und ihn bitten zu können. Denn wenn das Herz des Menschen mit Gott nicht im Reinen ist und es solche Zuversicht nicht gewinnen kann, wird der Mensch es nimmermehr wagen, zu Gott zu beten. Solche Zuversicht aber und solch
ein fröhliches Herz kann niemand bekommen, es sei denn, er weiß, dass ihm die Sünde vergeben ist.

Es ist aber an diese Bitte noch ein notwendiger und tröstlicher Zusatz angefügt: „Wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“ Gott hat uns zugesagt, dass wir die Gewissheit haben können, alles sei uns vergeben und geschenkt – sofern wir auch unserm Nächsten vergeben. Denn so wie wir uns an Gott täglich oft versündigen und er uns doch aus Gnade alles vergibt, so müssen auch wir unserm Nächsten, der uns Schaden und Unrecht zufügt und grob und gemein zu uns ist, immer wieder vergeben.

Vergibst du nicht, so meine auch nicht, dass Gott dir vergibt. Vergibst du aber, dann hast
du den Trost und die Gewissheit, dass dir im Himmel vergeben wird, nicht weil du vergibst – denn er vergibt ganz umsonst, aus lauter Gnade, weil er es zugesagt hat, wie es das Evangelium lehrt – ‚ sondern weil er uns damit ein Zeichen der Vergewisserung gegeben hat (an dem wir erkennen können, dass auch Gott uns vergeben hat). Dieses Zeichen der Vergewisserung hat er uns noch zusätzlich zu seiner Zusage, uns zu vergeben, gegeben; seine Zusage aber stimmt mit dem Wort aus Lukas 6 überein: „Vergebet, so wird euch vergeben.“ Darum wiederholt sie auch Christus gleich nach dem Vaterunser und sagt in Matthäus 6: „Denn wenn ihr den Menschen ihre Fehler vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben.“

Darum ist nun dieses „Zeichen“ an diese Bitte angefügt, damit, wenn wir die fünfte Bitte sprechen, wir uns der Zusage erinnern und denken: „Lieber Vater, darum komme ich zu dir, um dich zu bitten, dass du mir vergeben möchtest, nicht als ob ich mit meinem Tun Genugtuung leisten oder die Vergebung verdienen könnte, sondern weil du es zugesagt und dieses Siegel daran gehängt hast, damit ich der Vergebung ganz gewiss wäre, so als hättest du mir selbst die Vergebung zugesprochen. Denn was die Taufe und das Abend- mahl vermögen, die auch als äußerliches Zeichen gegeben sind, vermag auch dieses Zeichen, nämlich unser Gewissen aufzurichten und fröhlich zu machen; und es ist uns außer den andern eben darum gegeben, damit wir es zu jeder Zeit gebrauchen könnten; denn wir haben es immer bei uns.

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus (4+5 Bitte): GK III,82-98

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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Bringet dar dem HERRN, ihr Himmlischen, bringet dar dem HERRN Ehre und Stärke! (Psalm 29)

Bringet dar dem HERRN, ihr Himmlischen, bringet dar dem HERRN Ehre und Stärke! Bringet dar dem HERRN die Ehre seines Namens, betet an den HERRN in heiligem Schmuck! Die Stimme des HERRN erschallt über den Wassern, der Gott der Ehre donnert, der HERR, über großen Wassern. Die Stimme des HERRN ergeht mit Macht, die Stimme des HERRN ergeht herrlich. Die Stimme des HERRN zerbricht Zedern, der HERR zerbricht die Zedern des Libanon. Er lässt hüpfen wie ein Kalb den Libanon, den Sirjon wie einen jungen Wildstier. Die Stimme des HERRN sprüht Feuerflammen;  die Stimme des HERRN lässt die Wüste erbeben; der HERR lässt erbeben die Wüste Kadesch. Die Stimme des HERRN lässt Hirschkühe kreißen / und reißt Wälder kahl. In seinem Tempel ruft alles: »Ehre!« Der HERR thront über der Flut; der HERR bleibt ein König in Ewigkeit. Der HERR wird seinem Volk Kraft geben; der HERR wird sein Volk segnen mit Frieden. 

Psalm 29. Ein Psalm Davids verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.

Johannes 12,32

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch:

Gen Himmel aufgefahren ist, Halleluja, der Ehrenkönig Jesus Christ. Halleluja.

Er sitzt zu Gottes rechter Hand, Halleluja, herrscht über Himml und alle Land. Halleluja.

Nun ist erfüllt, was gschrieben ist, Halleluja, in Psalmen von dem Herren Christ. Halleluja.

Nun sitzt beim Herren Davids Herr, Halleluja, wie zu ihm gsprochen hat der Herr. Halleluja.

Drum jauchzen wir mit großem Schalln, Halleluja, dem Herren Christ zum Wohlgefalln. Halleluja.

Der Heiligen Dreifaltigkeit, Halleluja, sei Lob und Preis in Ewigkeit. Halleluja.

Nach dem “Coelos ascendit hodie” (15.Jhd), Frankfurt/Oder 1601 (LKG 175)

Fortlaufende Lese

Und als man sie hatte gehen lassen, kamen sie zu den Ihren und berichteten, was die Hohenpriester und Ältesten zu ihnen gesagt hatten.  Als sie das hörten, erhoben sie ihre Stimme einmütig zu Gott und sprachen: Herr, du hast Himmel und Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht,  du hast durch den Mund unseres Vaters David, deines Knechtes, durch den Heiligen Geist gesagt: »Warum toben die Heiden, und die Völker nehmen sich vor, was vergeblich ist?  Die Könige der Erde treten zusammen, und die Fürsten versammeln sich wider den Herrn und seinen Christus.«  Wahrhaftig, sie haben sich versammelt in dieser Stadt gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Stämmen Israels,  zu tun, was deine Hand und dein Ratschluss zuvor bestimmt haben, dass es geschehen sollte.  Und nun, Herr, sieh an ihr Drohen und gib deinen Knechten, mit allem Freimut zu reden dein Wort.  Strecke deine Hand aus zur Heilung und lass Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus.  Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren; und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimut. 

Apostelgeschichte 4,23-31

Morgenlese

Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will euch erhören. Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, spricht der HERR, und will.

Jeremia 29,11-14

Abendlese

Ahmt mit mir Christus nach, Brüder, und seht auf die, die so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt. Denn viele wandeln so, dass ich euch oft von ihnen gesagt habe, nun aber sage ich’s auch unter Tränen: Sie sind die Feinde des Kreuzes Christi. Ihr Ende ist die Verdammnis, ihr Gott ist der Bauch und ihre Ehre ist in ihrer Schande; sie sind irdisch gesinnt. Wir aber sind Bürger im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, der unsern geringen Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann. 

Also, meine lieben Brüder, nach denen ich mich sehne, meine Freude und meine Krone, steht fest in dem Herrn, ihr Lieben. 

Philipper 3,17-4,1

Bekenntnislese

Sieh, so haben wir in diesen drei Bitten auf einfachste Weise die Dinge genannt, um deretwillen wir bitten. Sie betreffen alle Gott selbst (Gottes Name, Gottes Reich, Gottes Wille), doch geht es in allem um uns, denn es bezieht sich alles allein auf uns, worum wir bitten, nämlich, wie gesagt, dass auch an uns geschehen möge, was ohne uns ohnehin geschieht. Denn ebenso wie auch ohne unser Bitten sein Name geheiligt wird und sein Reich kommt, so geschieht auch ohne unser Gebet sein Wille und setzt sich durch, auch wenn der Teufel mit seinem Anhang sehr dagegen angeht, zürnt und tobt und versucht, das Evangelium ganz zu vertilgen. Aber um unsertwillen müssen wir bitten, damit sein Wille auch bei uns ungehindert geschehe und sie – mögen sie noch so toben – nichts erreichen können, wir aber gegen alle Macht und Verfolgung fest bleiben und den Willen Gottes an uns geschehen lassen.

Solch ein Gebet soll jetzt unser Schutz und Wehr sein, womit wir alles abwehren und niederlegen, was Teufel, Bischöfe, Tyrannen und Ketzer gegen unser Evangelium ausrichten. Lass sie alle zusammen zürnen und ihr Äußerstes versuchen, planen und beschließen, wie sie uns unterdrücken und ausrotten wollen, damit ihr Wille und Vorhaben sich durchsetze und bestehe – : Dagegen sollen ein oder zwei Christen mit diesem einen Stück (dem Gebet) unsere Mauer sein, gegen die sie vergeblich anlaufen und an der sie scheitern.

Den Trost und die Gewissheit haben wir, dass der Wille und das Vornehmen des Teufels und aller unserer Feinde untergehen und zunichte werden soll und muss, gleich wie stolz, sicher und mächtig sie sich vorkommen. Denn wenn ihr Wille nicht gebrochen und verhindert wird, könnte Gottes Reich auf Erden nicht bestehen bleiben und sein Name nicht geheiligt werden.

Die 4. Bitte: Unser tägliches Brot gib uns heute.

Hier denken wir nun an unsern „armen Brotkorb“, d. h. an das, was unser Leib zum Leben nötig hat. Es ist ein kurzes, schlichtes Wort, aber es schließt vieles in sich. Denn wenn du „tägliches Brot“ sagst und darum bittest, bittest du um alles, was dazugehört, um das tägliche Brot zu haben und zu genießen, und zugleich wendest du dich mit dieser Bitte gegen alles, was dich daran hindert, das tägliche Brot zu haben und zu genießen. Darum musst du deine Gedanken weit umherschweifen lassen und sie auf viele Dinge richten, nicht allein auf den Backofen oder den Mehlsack, sondern du musst an die weiten Felder und das Ackerland denken, die das tägliche Brot und viele Arten von Nahrungsmitteln hervorbringen und tragen. Denn wenn Gott es nicht wachsen ließe, es segnete und auf den Feldern vor Schaden bewahrte, würden wir niemals Brot aus dem Backofen nehmen und auf den Tisch legen können.

Um es kurz zu machen: Diese Bitte will alles mit einschließen, was zu diesem ganzen Leben auf der Welt gehört, denn allein um unsers Lebens willen müssen wir ja das täglich Brot haben. Nun gehört zum Leben nicht allein dies, dass unser Leib Nahrung und Kleidung und andere lebensnotwendigen Dinge hat; sondern auch, dass wir in Ruhe und Frieden mit den Menschen leben können, mit denen wir in unserm täglichen Leben, in Arbeit und Beruf, zusammenleben und Umgang haben. Mit andern Worten: Alles ist mit einbezogen, was unser Leben zu Hause und in der Nachbarschaft, im gesellschaft- lichen Verkehr und im Staat betrifft. Denn wo es an diesen Dingen fehlt, wo sie nicht so sind, wie sie sein sollten, da fehlt etwas, was zum Leben nötig ist, und da kann auf die Dauer das Leben nicht erhalten werden.

Und es ist wohl am allernötigsten, für den Staat und die Regierenden zu beten, denn durch sie erhält uns Gott am allermeisten unser tägliches Brot und ein sicheres Leben in gutem Auskommen. Denn obgleich wir alles in reicher Fülle von Gott bekommen haben, so können wir doch nichts davon behalten und unangefochten und fröhlich gebrauchen, wenn er uns nicht Frieden und ruhige Zeiten geben würde. Denn wo Unfriede, Hader und Krieg ist, da ist uns das tägliche Brot schon genommen oder zumindest gefährdet.

Darum sollte das Wappen eines jeden frommen Fürsten eigentlich mit einem Brot statt mit einem Löwen oder Rautenkranz geschmückt sein; auch die Münzen sollten statt ihrer sonstigen Prägungen eigentlich ein Brot eingeprägt haben, um uns beide – die Regierenden und das Volk – daran zu erinnern, dass wir durch ihr Amt Schutz und Frieden haben und ohne sie das liebe Brot nicht essen und behalten könnten. Darum soll man ihnen auch alle schuldige Ehre erweisen. Was wir ihnen schuldig sind, sollen wir ihnen geben, denn ihnen verdanken wir es, wenn wir alles, was wir haben, in Ruhe und Frieden genießen können. Sonst würden wir keinen Heller behalten. Darum soll man auch für sie beten, damit uns Gott durch sie noch reichlicher Segen und Gutes geben möge.

Damit ist aufs Kürzeste gezeigt und beschrieben, was diese Bitte alles umschließt. Daraus könnte man nun ein langes Gebet machen und mit vielen Worten alle diese Dinge, die hiermit eingeschlossen sind, aufzählen, wie z.B., dass wir bitten, dass uns Gott Essen und Trinken geben möge, Kleidung, Haus und Hof und einen gesunden Leib; außerdem dass Gott das Getreide und die Früchte auf dem Felde wachsen und geraten lassen möge; weiterhin, dass er auch helfe, mit allem gut hauszuhalten; dass er uns Ehepartner, Kinder und Arbeitskräfte geben und erhalten möge, die treu und rechtschaffen sind; dass er unsere Arbeit, unser Handwerk oder was immer wir zu tun haben, geraten und gelingen lasse; dass er uns treue Nachbarn und gute Freunde beschere usf.

Ebenso, dass er dem Kaiser, dem König und allen Verantwortlichen im Staat, insbesondere unserm Landesfürsten, allen Ratsherren, Regierungsvertretern und Beamten Weisheit, Festigkeit und Glück gebe, gut zu regieren und alle Feinde zu besiegen; den Bürgern und dem Volk jedoch Gehorsam, Frieden und Eintracht, um miteinander leben zu können.

Und ferner, dass Gott uns vor allem Schaden an Leib und Leben behüte, auch vor Unwetter, Hagel, Feuer, Wasser, Vergiftung, Pest, Viehsterben, Krieg und Blutvergießen, teurer Zeit, schädlichem Ungeziefer, bösen Menschen usf. Es ist gut, den Menschen dies einzuprägen, dass all die genannten Dinge und dergleichen von Gott gegeben werden und von uns erbeten sein müssen.

Vor allem aber ist diese Bitte auch gegen unsern größten Feind gerichtet, den Teufel. Denn das ist sein ganzes Sinnen und Trachten, dies alles, was wir von Gott haben, zu nehmen oder zu gefährden. Und er begnügt sich nicht damit, allein das „geistliche Regiment“ zu bekämpfen und zu zerstören, indem er die Seelen der Menschen durch seine Lügen verführt und unter seine Herrschaft bringt, sondern er sucht auch zu verhindern, dass geordnete Staatswesen auf Erden bestehen, in denen ein ehrbares und friedliches Leben zu führen möglich ist; er richtet soviel Hader, Mord, Aufruhr und Krieg an, ferner Unwetter und Hagel, das Getreide und Vieh zu verderben, die Luft zu vergiften usf.

Kurz, er kann es nicht leiden, wenn jemand einen Bissen Brot von Gott erhalten hat und mit Frieden isst; wenn es in seiner Macht stünde und unsere Gebete und vor allem Gott dies nicht verhinderte – wir würden gewiss keinen Halm auf dem Feld, keinen Pfennig im Haus, ja nicht eine Stunde das Leben behalten, insbesondere die nicht, die Gottes Wort
haben und gerne Christen sein wollen.

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus (Vaterunser 3-4 Bitte): GK III,68-81.

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken (Ps 92)

Bad Hersfeld (Hessen)

Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen auf dem Psalter mit zehn Saiten, auf der Harfe und zum Klang der Zither. Denn, HERR, du lässest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Taten deiner Hände. 

HERR, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind sehr tief. Ein Törichter glaubt das nicht, und ein Narr begreift es nicht. Die Gottlosen grünen wie das Gras, / und die Übeltäter blühen alle – nur um vertilgt zu werden für immer! Aber du, HERR, bist der Höchste und bleibest ewiglich. Denn siehe, deine Feinde, HERR, siehe, deine Feinde werden umkommen, und alle Übeltäter sollen zerstreut werden. 

Aber du erhöhst mein Horn wie bei einem Wildstier und salbst mich mit frischem Öl. Mit Freude sieht mein Auge auf meine Feinde herab und hört mein Ohr von den Boshaften, die sich gegen mich erheben. Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon. Die gepflanzt sind im Hause des HERRN, werden in den Vorhöfen unsres Gottes grünen. Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein, dass sie verkündigen, dass der HERR gerecht ist; er ist mein Fels und kein Unrecht ist an ihm. 

Psalm 92. Ein Psalm. Ein Lied für den Sabbattag. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. 

Psalm 66,20

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch:

Wir glauben all an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, dass wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren; allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren. Er sorget für uns, hüt’ und wacht; es steht alles in seiner Macht.

Wir glauben auch an Jesus Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren, von Maria, der Jungfrauen, ist ein wahrer Mensch geboren durch den Heilgen Geist im Glauben; für uns, die wir warn verloren,
am Kreuz gestorben und vom Tod wieder auferstanden durch Gott.

Wir glauben an den Heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Schwachen Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne, die ganz Christenheit auf Erden hält in einem Sinn gar eben; hier all Sünd vergeben werden, das Fleisch soll auch wieder leben. Nach diesem Elend ist bereit’ uns ein Leben in Ewigkeit.

Martin Luther 1524 (LKG 4)

Fortlaufende Lese

Sie sahen aber den Freimut des Petrus und Johannes und wunderten sich; denn sie merkten, dass sie ungelehrte und einfache Leute waren, und wussten auch von ihnen, dass sie mit Jesus gewesen waren.  14 Sie sahen aber den Menschen, der gesund geworden war, bei ihnen stehen und wussten nichts dagegen zu sagen.  15 Da hießen sie sie hinausgehen aus dem Hohen Rat und berieten miteinander  16 und sprachen: Was wollen wir mit diesen Menschen tun? Denn dass ein offenkundiges Zeichen durch sie geschehen ist, ist allen bekannt, die in Jerusalem wohnen, und wir können’s nicht leugnen.  17 Aber damit es nicht weiter einreiße unter dem Volk, wollen wir ihnen drohen, dass sie hinfort zu keinem Menschen in diesem Namen reden.  18 Und sie riefen sie und geboten ihnen, keinesfalls zu verkünden oder zu lehren in dem Namen Jesu.  19 Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott.  20 Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.  21 Da drohten sie ihnen und ließen sie gehen um des Volkes willen, weil sie nicht wussten, wie man sie hätte bestrafen können; denn alle lobten Gott für das, was geschehen war.  22 Denn der Mensch war über vierzig Jahre alt, an dem dieses Zeichen der Heilung geschehen war. 

Apostelgeschichte 4,13-22

Morgenlese

Darum, nachdem auch ich gehört habe von dem Glauben bei euch an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen, höre ich nicht auf, zu danken für euch, und gedenke euer in meinem Gebet, dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen. 

Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist und wie überschwänglich groß seine Kraft an uns ist, die wir glauben durch die Wirkung seiner mächtigen Stärke. 

Mit ihr hat er an Christus gewirkt, als er ihn von den Toten auferweckt hat und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und jeden Namen, der angerufen wird, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles, welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt. 

Epheser 1,15-23

Abendlese

Seid ihr nun mit Christus auferweckt, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist. Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott. Wenn aber Christus, euer Leben, offenbar wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit ihm in Herrlichkeit. So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind, Unzucht, Unreinheit, schändliche Leidenschaft, böse Begierde und die Habsucht, die Götzendienst ist. Um solcher Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams. In dem allen seid auch ihr einst gewandelt, als ihr noch darin lebtet. Nun aber legt auch ihr das alles ab: Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde; belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen und den neuen angezogen, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat.

Kolosser 3,1-10

Bekenntnislese

Denn das Reich Gottes kommt auf zweierlei Weise: Einmal hier in dieser Zeit, durch das Wort Gottes und den Glauben, zum andern in der Ewigkeit, durch die Wiederkunft Christi. Nun bitten wir um dies beides: Dass das Reich Gottes zu denen kommen möge, die noch nicht in ihm sind, und auch zu uns komme, zu denen es schon gekommen ist; es kommt aber zu uns durch die tägliche Zunahme im Glauben und christlichen Leben und schließlich durch das Kommen des ewigen Lebens.

Dies alles heißt mit andern Worten soviel wie: „Lieber Vater, wir bitten, gib uns zuallererst dein Wort, damit das Evangelium in rechter Weise in der Welt gepredigt wird; dann aber gib auch, dass es im Glauben angenommen wird, in uns wirkt und lebendig ist, damit dein Reich – durch dein Wort und die Kraft des Heiligen Geistes – sich unter uns ausbreitet und das Reich des Teufels vernichtet wird, sodass er kein Recht und keine Macht mehr über uns hat – solange bis sein Reich schließlich ganz zerstört und Sünde, Tod und Hölle vertilgt werden und wir in vollkommener Gerechtigkeit und Seligkeit ewig leben.“

Daraus kannst du entnehmen, dass wir hier nicht um eine Kleinigkeit oder um ein zeitliches, vergängliches Gut bitten, sondern um einen ewigen, überschwänglich großen Schatz, ja um alles, was Gott selbst sein eigen nennt. Es ist viel zu groß, als dass eines Menschen Herz darauf kommen könnte, dies zu begehren – wenn er nicht selbst geboten hätte, darum zu bitten.

Aber weil er Gott ist, will er sich auch die Ehre nicht nehmen lassen, dass er viel
mehr und reichlicher gibt, als es je einer begreifen kann; er ist ein ewiger, unversiegbarer Quell, der, je mehr er verströmt und überfließt, nur um so mehr von sich gibt; nichts begehrt er so sehr von uns, als dass wir viele und große Dinge von ihm erbitten; andererseits zürnt er, wenn man nicht zuversichtlich bittet und fordert.

Wenn z. B. der reichste und mächtigste Kaiser einem armen Bettler befehlen würde, er möchte bitten, was immer er begehrt, und er bereit wäre, ein großes, kaiserliches Geschenk zu machen, und der Narr nicht mehr als um einen Teller Suppe bettelte – man würde ihn mit Recht für einen Schelm und Bösewicht halten, der mit dem Befehl der kaiserlichen Majestät seinen Spott treibt und ihn verhöhnt und der es nicht wert ist, vor seine Augen zu kommen. Ebenso gereicht es auch Gott zu großer Schmach und Schande, wenn wir, denen er so unaussprechlich große Güter anbietet und zusagt, dies verachten oder uns nicht trauen, etwas von ihm anzunehmen und kaum um ein Stück Brot zu bitten wagen.

Das alles ist Schuld des schändlichen Unglaubens, der nichts Gutes von Gott erwartet,
nicht einmal, dass er ihm den Bauch füllt, geschweige denn, dass er vertrauensvoll jene ewigen Güter von Gott erwartet. Darum sollen wir uns dagegen stark machen und dies die erste Bitte sein lassen; dann werden wir gewiss auch alles andere reichlich haben, wie Christus lehrt: „Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes, so soll euch solches alles zufallen.“ Denn wie sollte Gott uns an zeitlichen Gütern Mangel leiden und darben lassen, wenn er uns ewige und unvergängliche Güter zusagt?

Die 3. Bitte: Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden.

Bisher (in den ersten beiden Bitten) haben wir gebetet, dass Gottes Name von uns geehrt werde und dass sein Reich unter uns sich ausbreite. Darin ist alles inbegriffen, was Gottes Ehre und unsere Seligkeit betrifft; Letztere bedeutet, dass wir Gott und alle seine Güter zu eigen bekommen. Aber das ist nun überaus notwendig, dass wir dies alles festhalten und uns nicht davon trennen lassen. Denn wie es in einem guten Staat nicht allein jene geben muss, die etwas aufbauen und gut regieren, sondern auch jene, die das Böse abwehren, den Staat schützen und sorgsam darüber wachen, dass er nicht zu Schaden kommt, so auch hier: Auch wenn wir um die notwendigsten Dinge gebetet haben – um das Evangelium, den Glauben und um den heiligen Geist, dass er uns regiere und aus der Macht des Teufels erlösen möge – ‚ so müssen wir auch darum bitten, dass Gottes Wille sich (gegen alle gottfeindlichen Mächte) durchsetze. Denn es müsste mit wunderlichen Dingen zugehen, wenn wir beim Glauben bleiben sollten, ohne dass wir viele Angriffe und Anfechtungen von all denen erleiden müssten, die darauf aus sind, die Erfüllung der beiden vorigen Bitten zu verhindern und abzuwehren.

Denn niemand will es wahrhaben, wie sich der Teufel dagegenstellt und sich sträubt; denn er kann es nicht leiden, dass jemand richtig lehrt oder glaubt. Es tut ihm über die Maßen weh, dass seine Lügen und Gräuel, die er mit dem Schein des göttlichen Namens versehen hat, aufgedeckt werden und er nun mit Schande dastehen muss; und dass er darüber hinaus aus den Herzen der Menschen vertrieben wird und er einen solchen Einbruch in seinem Reich geschehen lassen muss. Darum tobt und wütet er mit aller
seiner Macht und Kraft wie ein zorniger Feind.

Er nimmt alles zu Hilfe, was ihm untergeben ist, auch die Welt und unser eigenes Fleisch. Denn unser Fleisch ist von Natur böse und zum Bösen geneigt, auch nachdem wir das
Wort Gottes angenommen haben und glauben. Die Welt aber ist arg und böse. Da hetzt der Teufel alles auf, er entfacht allen Widerstand gegen uns, um uns Hindernisse in den Weg zu legen, uns zu sich zurückzutreiben, zu Boden zu strecken und wieder in seine Gewalt zu bringen.

Das ist sein Wille; danach steht ihm der Sinn und alle seine Gedanken; danach trachtet er Tag und Nacht, und er ruht keinen Augenblick, sondern er gebraucht dazu alle List und Tücke, alle Wege und Möglichkeiten, die er nur immer erdenken kann.

Darum müssen wir uns völlig klar darüber sein, dass, wenn wir Christen sein wollen, wir den Teufel mit all seinen Engeln und die Welt zum Feind haben, die uns alles Unglück und Herzeleid antun. Denn wo Gottes Wort gepredigt, angenommen und geglaubt wird und Frucht bringt, da wird auch das liebe Kreuz nicht ausbleiben. Und niemand denke, dass er Frieden haben werde, sondern er muss bereit sein aufzugeben, was er auf Erden hat, Gut und Ehre, Haus und Hof, Frau und Kind, Leib und Leben. Das tut nun unserm Fleisch, dem alten Adam, weh; denn es heißt am Glauben festhalten und mit Geduld leiden, wenn man uns ergreift, und loslassen, was man uns nimmt.

Darum ist diese Bitte ebenso nötig wie alle andern, und wir haben Grund, unaufhörlich zu bitten: „Lieber Vater, dein Wille geschehe, nicht der Wille des Teufels und der Wille unserer Feinde; nichts möge geschehen, was dein heiliges Wort verfolgen und unter-drücken oder dein Reich hindern will. Und hilf uns, dass wir alles, was wir um deinet-willen erleiden, mit Geduld tragen und überwinden und unser armes Fleisch nicht aus Schwachheit oder Trägheit zurückweiche und von dir abfalle.“

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus: Vaterunser (GK III,53-67)

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Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist, jauchzet dem Gott Jakobs! (Psalm 81)

Singet fröhlich Gott, der unsre Stärke ist, jauchzet dem Gott Jakobs! Stimmt an den Gesang und lasst hören die Pauken, liebliche Zithern und Harfen! Blaset am Neumond die Posaune, am Vollmond, am Tag unsres Festes! Denn das ist eine Satzung für Israel und eine Ordnung des Gottes Jakobs. 

Das hat er zum Zeugnis gesetzt für Josef, als Er auszog wider Ägyptenland. Eine Sprache höre ich, die ich bisher nicht kannte: »Ich habe ihre Schultern von der Last befreit, und ihre Hände wurden den Tragkorb los. Als du mich in der Not anriefst, half ich dir heraus und antwortete dir aus Wolke und Donner und prüfte dich am Haderwasser. Sela.

Höre, mein Volk, ich will dich ermahnen. Israel, du sollst mich hören! Kein andrer Gott sei unter dir, und einen fremden Gott sollst du nicht anbeten! Ich bin der HERR, dein Gott, / der dich aus Ägyptenland geführt hat: Tu deinen Mund weit auf, lass mich ihn füllen! Aber mein Volk gehorcht nicht meiner Stimme, und Israel will mich nicht. So hab ich sie dahingegeben in die Verstocktheit ihres Herzens, dass sie wandeln nach eigenem Rat. 

Wenn doch mein Volk mir gehorsam wäre und Israel auf meinem Wege ginge! Dann wollte ich seine Feinde bald demütigen und meine Hand gegen seine Widersacher wenden! Und die den HERRN hassen, müssten sich vor ihm beugen, aber Israels Zeit würde ewiglich währen, und ich würde es mit dem besten Weizen speisen und mit Honig aus dem Felsen sättigen.« 

Psalm 81

Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen: 

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Apostolische Glaubensbekenntnis 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde. 

Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. 

Psalm 66,20

Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch:

Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum, daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefallen Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlass, all Fehd hat nun ein Ende.

Wir loben, preisn, anbeten Dich; für Deine Ehr wir danken, daß Du, Gott Vater, ewiglich
regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemessn ist Deine Macht, allzeit geschieht, was Du bedacht. Wohl uns des feinen Herren !

O Jesu Christ, Sohn eingeborn des allerhöchsten Vaters,Versöhner derer, die verlorn, Du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott: nimm an die Bitt aus unsrer Not, erbarm Dich unser aller.

O Heilger Geist, Du höchstes Gut, Du allerheilsamst’ Tröster: vor Teufels G’walt fortan behüt, die Jesus Christ erlöset durch große Mart’r und bittern Tod; abwend all unsern Jammr und Not! Dazu wir uns verlassen.

Nikolaus Decius 1525 (LKG 3)

Fortlaufende Lese

Während sie zum Volk redeten, traten zu ihnen die Priester und der Hauptmann der Tempelwache und die Sadduzäer,  2 die verdross, dass sie das Volk lehrten und verkündigten in Jesus die Auferstehung von den Toten.  3 Und sie legten Hand an sie und setzten sie gefangen bis zum Morgen; denn es war schon Abend.  4 Aber viele von denen, die das Wort gehört hatten, wurden gläubig; und die Zahl der Männer stieg auf etwa fünftausend.  5 Als nun der Morgen kam, versammelten sich ihre Oberen und Ältesten und Schriftgelehrten in Jerusalem,  6 auch Hannas, der Hohepriester, und Kaiphas und Johannes und Alexander und alle, die vom Geschlecht der Hohenpriester waren;  7 und sie stellten sie in die Mitte und fragten sie: Aus welcher Kraft oder in welchem Namen habt ihr das getan?  8 Petrus, voll des Heiligen Geistes, sprach zu ihnen: Ihr Oberen des Volkes und ihr Ältesten!  9 Wenn wir heute wegen der Wohltat an dem kranken Menschen verhört werden, wodurch er gesund geworden ist,  10 so sei euch allen und dem ganzen Volk Israel kundgetan: Im Namen Jesu Christi von Nazareth, den ihr gekreuzigt habt, den Gott von den Toten auferweckt hat; durch ihn steht dieser hier gesund vor euch.  11 Das ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zum Eckstein geworden ist.  12 Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden. 

Apostelgeschichte 4,1-12

Morgenlese

 Er sagte ihnen aber ein Gleichnis davon, dass man allezeit beten und nicht nachlassen sollte, und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der fürchtete sich nicht vor Gott und scheute sich vor keinem Menschen. Es war aber eine Witwe in derselben Stadt, die kam immer wieder zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegen meinen Widersacher! Und er wollte lange nicht. Danach aber dachte er bei sich selbst: Wenn ich mich schon vor Gott nicht fürchte noch vor keinem Menschen scheue, will ich doch dieser Witwe, weil sie mir so viel Mühe macht, Recht schaffen, damit sie nicht zuletzt komme und mir ins Gesicht schlage. Da sprach der Herr: Hört, was der ungerechte Richter sagt! Sollte aber Gott nicht Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er bei ihnen lange warten? Ich sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in Kürze. Doch wenn der Menschensohn kommen wird, wird er dann Glauben finden auf Erden? 

Lukas 18,1-8

Abendlese

Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm. Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, auf dass er in allem der Erste sei. Denn es hat Gott gefallen, alle Fülle in ihm wohnen zu lassen und durch ihn alles zu versöhnen zu ihm hin, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz. Auch euch, die ihr einst Fremde wart und feindlich gesinnt in bösen Werken, hat er nun versöhnt durch seinen sterblichen Leib, durch seinen Tod, auf dass er euch heilig und makellos und untadelig vor sein Angesicht stelle; wenn ihr nur bleibt im Glauben, gegründet und fest, und nicht weicht von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt und das gepredigt ist allen Geschöpfen unter dem Himmel. Sein Diener bin ich, Paulus, geworden.

Kolosser 1:17-23

Großer Katechismus

Die 1. Bitte: Geheiligt werde Dein Name.

Das ist eine etwas dunkle Redeweise und kein gutes Deutsch; denn in unserer Muttersprache würden wir sagen: „Himmlischer Vater, hilf, dass allein dein Name heilig sei.“

Was meint nun diese Bitte mit den Worten, dass sein Name „heilig werde“? Ist Gottes Name nicht an sich heilig? Antwort: Ja, seinem Wesen nach ist er immer heilig, aber in unserm Gebrauch ist er nicht heilig. Denn der Name Gottes ist uns gegeben, als wir Christen wurden und wir getauft wurden, damit wir Kinder Gottes heißen und die Sakramente haben sollten, durch die er uns in sich einverleibt, sodass alles, was Gott gehört, auch uns gehören und dienen soll.

Das aber ist nun das große Anliegen, um das wir uns am meisten sorgen sollen, dass der Name Gottes geehrt werde, dass er als unser größter Schatz und unser höchstes Heiligtum, das wir haben, heilig und in Ehren gehalten werde; wir als seine frommen Kinder sollen darum bitten, dass sein Name, der im Himmel ganz und gar heilig ist, auch bei uns auf der Erde und in aller Welt heilig sei und bleibe.

Wie wird nun der Name Gottes unter uns heilig? Die Antwort lautet, um es so klar wie möglich zu sagen: Wenn sowohl unsere Lehre als auch unser Leben Gott gemäß und christlich sind. Denn weil wir in diesem Gebet Gott unsern Vater nennen, so sind wir es auch schuldig, uns stets wie fromme Kinder zu verhalten und ihm nicht Schande, sondern durch unser Leben Ehre und Ruhm zu bereiten.

Nun wird Gott von uns entweder durch Worte oder durch Taten entheiligt (denn was wir auf Erden tun, ist entweder Wort oder Tat, Reden oder Handeln).

Erstens also wird Gottes Name entheiligt, wenn man unter Berufung auf den Namen Gottes etwas Falsches und Verkehrtes predigt, lehrt und redet, sodass sein Name die Unwahrheit bemänteln und beschönigen muss. Hierdurch wird dem göttlichen Namen die größte Schande und Unehre bereitet; außerdem auch da, wo man in grober Weise den heiligen Namen Gottes zum Schwören, Fluchen, Zaubern usf. missbraucht.

Zweitens wird Gottes Name auch durch ein offenkundig böses Leben und Tun entheiligt, wenn jene, die sich Christen und Gottes Volk nennen, Ehebrecher, Säufer, Geizhälse, Neider und Verleumder sind. Da wird gleichfalls Gottes Name unsertwegen in Schande gebracht und gelästert.

Denn ebenso wie es für einen leiblichen Vater eine Schande und Unehre ist, ein böses und ungeratenes Kind zu haben, das mit Wort und Tat ihm zuwiderhandelt, sodass er des Kindes wegen verachtet und geschmäht wird, so gereicht es auch Gott zur Unehre, wenn wir, die wir nach seinem Namen genannt sind und viel Gutes von ihm haben, anders lehren, reden und leben als es fromme Kinder Gottes tun; denn dann muss er hören, dass man von uns sagt, dass wir nicht Kinder Gottes, sondern nur des Teufels Kinder sein
könnten.

So siehst du, dass wir in dieser Bitte genau das erbitten, was Gott im zweiten Gebot fordert, nämlich dass man seinen Namen nicht zum Schwören, Fluchen, Lügen, Betrügen usf. missbrauchen solle, sondern ihn nutzbringend zu Gottes Lob und Ehre gebrauchen solle. Denn wer den Namen Gottes zu irgendetwas Bösem gebraucht, der entheiligt und entweiht diesen heiligen Namen, so wie man früher eine Kirche entweiht nannte, wenn ein Mord oder eine andere Schandtat darin begangen worden war; oder so wie man früher eine Monstranz oder eine Reliquie entehren konnte, die zwar als solche heilig war, aber für den Gebrauch entheiligt werden konnte.

So ist nun diese Bitte leicht und klar verständlich, wenn man nur den Sprachgebrauch versteht, dass „heiligen“ so viel wie loben, preisen und ehren heißt, sowohl durch Worte als auch durch Taten. Da siehst du nun, wie überaus nötig solches Gebet ist; denn wir sehen, dass die Welt voller Sektierer und Irrlehrer ist, die alle mit dem heiligen Namen Gottes ihre teuflische Lehre rechtfertigen; darum sollten wir eigentlich unaufhörlich Gott anrufen und zu ihm schreien, damit jenen gewehrt werde, die sowohl Falsches predigen und glauben als auch das Evangelium und die reine Lehre bekämpfen, verfolgen und unterdrücken, wie es die Bischöfe, Tyrannen, Schwärmer und andere tun. Auch unsertwegen sollten wir Gott anrufen; denn wir haben zwar Gottes Wort, aber sind nicht dankbar dafür und leben nicht danach, wie wir es sollten.

Wenn du nun darum von Herzen bittest, kannst du gewiss sein, dass solches Gebet Gott gefällt. Denn er hört nichts lieber, als wenn seine Ehre und sein Ruhm über alles erhoben und sein Wort rein gelehrt, geehrt und geachtet wird.

Die 2. Bitte: Dein Reich komme.

In der ersten Bitte haben wir darum gebeten, dass Gott es verhindern möge, dass die Welt ihre Lügen und ihre Bosheit mit dem Namen und dem Ansehen Gottes bemäntelt. Stattdessen soll sie den Namen Gottes in Lehre und Leben heilig und in Ehren halten, und wir sollen ihn loben und preisen. Hier beten wir nun darum, dass auch sein Reich kommen möge.

Aber ebenso wie Gottes Name als solcher heilig ist und wir dennoch bitten, dass er auch bei uns heilig sei, so kommt auch sein Reich ohne unser Bitten ganz von selbst. Dennoch bitten wir, dass es auch zu uns kommt, d. h., dass es unter uns und bei uns ist und wir zu denen gehören, bei denen sein Name geheiligt wird und sein Reich gegenwärtig ist.

Was ist nun Gottes Reich? Antwort: Nichts anderes als das, wovon wir eben im Glaubensbekenntnis gehört haben, nämlich dass Gott seinen Sohn, Christus, unsern Herrn, in die Welt geschickt hat, um uns von der Macht des Teufels zu erlösen und zu befreien und uns zu sich zu bringen und als König der Gerechtigkeit, des Lebens und der Seligkeit zu regieren, sodass Sünde, Tod und böses Gewissen uns nicht mehr beherrschen; dazu hat Gott uns auch seinen Heiligen Geist gegeben, der uns durch sein heiliges Wort dies alles zueignet und uns durch seine Kraft im Glauben erleuchtet und stärkt.

Darum bitten wir nun in dieser Bitte zuerst darum, dass dies alles bei uns Wirklichkeit wird; dass sein Name durch die Verkündigung des heiligen Wortes Gottes und durch ein christliches Leben so verherrlicht wird, dass wir, die wir das Wort Gottes angenommen haben, bei ihm bleiben und täglich im christlichen Leben wachsen. Zum andern bitten wir darum, dass das Wort Gottes auch bei andern Menschen Zuspruch und Zustimmung findet und es sich gewaltig in der Welt ausbreitet, damit viele, durch den Heiligen Geist
herzugebracht, in das Gnadenreich kommen und der Erlösung teilhaftig werden und wir alle zusammen ewig in dem Königreich bleiben, das jetzt schon unter uns angefangen hat.

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus: Vateruser (GK III,35-52)

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist  + Friede sei mit Euch +

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Schlagt froh in die Hände, alle Völker, und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall! (Psalm 47)

Schlagt froh in die Hände, alle Völker, und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall!  Denn der HERR, der Allerhöchste, ist zu fürchten, ein großer König über die ganze Erde.  Er zwingt die Völker unter uns und Völkerschaften unter unsere Füße.  Er erwählt uns unser Erbteil, die Herrlichkeit Jakobs, den er liebt. Sela.  

Gott fährt auf unter Jauchzen, der HERR beim Schall der Posaune.  Lobsinget, lobsinget Gott, lobsinget, lobsinget unserm Könige!  Denn Gott ist König über die ganze Erde; lobsinget ihm mit Psalmen!  

Gott ist König über die Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.  10 Die Fürsten der Völker sind versammelt als Volk des Gottes Abrahams; denn Gott gehören die Schilde auf Erden; er ist hoch erhaben. 

Psalm 47. Ein Psalm der Korachiter, vorzusingen. Verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)

Alttestamentliche Lesung

Ich sah auf um der großen Reden willen, die das Horn redete, und ich sah, wie das Tier getötet wurde und sein Leib umkam und in die Feuerflammen geworfen wurde. 12 Und mit der Macht der andern Tiere war es auch aus; denn es war ihnen Zeit und Stunde bestimmt, wie lang ein jedes leben sollte. 13 Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn und gelangte zu dem, der uralt war, und wurde vor ihn gebracht. 14 Ihm wurde gegeben Macht, Ehre und Reich, dass ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten. Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende.

Daniel 7,13-14

Versikel

Alle Zungen sollen bekennen, daß Jesus Christus der Herr ist, Halleluja, zur Ehre Gottes, des Vaters. Halleluja.

Philipper 2,11

Epistolische Lektion

Den ersten Bericht habe ich gegeben, lieber Theophilus, von all dem, was Jesus von Anfang an tat und lehrte bis zu dem Tag, an dem er aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er erwählt hatte, durch den Heiligen Geist Weisung gegeben hatte. Ihnen zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. 

Und als er mit ihnen beim Mahl war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr – so sprach er – von mir gehört habt; denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. 

Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat; aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. 

Und als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen. Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

Apostelgeschichte 1,1-11

Hallelujavers

Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze Dich zu meiner Rechten, bis ich Deine Feinde zum Schemel unter Deine Füße lege.

Die Rechte des Herrn ist erhöht, die Rechte des Herrn behält den Sieg!

Psalm 110,1. Psalm 118,16.

Evangelium

Zuletzt, als die Elf zu Tisch saßen, offenbarte er sich ihnen und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härte, dass sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten als Auferstandenen. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, in neuen Zungen reden, Schlangen mit den Händen hochheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird’s ihnen nicht schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, so wird’s gut mit ihnen. Nachdem der Herr Jesus mit ihnen geredet hatte, wurde er aufgehoben gen Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber zogen aus und predigten an allen Orten. Und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die mitfolgenden Zeichen.

Markus 16,14-20

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an den einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die eine, heilige, christliche, apostolische Kirche. Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänische Glaubensbekenntnis

Graduallied

Auf diesen Tag bedenken wir, dass Christ gen Himmel gfahren, und danken Gott aus höchster Bgier mit Bitt, er woll bewahren uns arme Sünder hie auf Erd, die wir, von wegen mancher Gefährd ohn Hoffnung han kein Troste. Halleluja, Halleluja.

Drum sei Gott Lob, der Weg ist gmacht, uns steht der Himmel offen. Christus schleußt auf mit großer Pracht; vorhin war alls verschlossen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll, dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Halleluja, Halleluja.

Wer nicht folgt und sein’ Willen tut, dem ists nicht Ernst zum Herren; denn Gott wird auch vor Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Am Glauben liegts; wenn der sein echt, so wird gwiß das Leben recht zu Gott im Himmel grichtet. Halleluja, Halleluja.

Solch Himmelfahrt fängt in uns an, bis wir den Vater finden und fliehen stets der Welte Bahn, tun uns zu Gottes Kindern; die sehn hinauf, der Vatr herab, an Treu und Lieb geht ihn’ nichts ab, bis sie zusammenkommen. Halleluja, Halleluja.

Drum wird der Tag erst freudenreich, wenn uns Gott zu sich nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, als wir denn jetzt bekennen. Da wird sich finden Freud und Mut zu ewger Zeit beim höchsten Gut. Gott woll, daß wirs erleben! Halleluja, Halleluja.

Johannes Zwick 1536 (LKG 174)

Bekenntnislese

Das ist das erste und wichtigste Stück, dass der Gehorsam gegen Gott der Grund unsers ganzen Betens ist; – denn an unserer Person liegt nichts, wir seien Sünder oder fromm, würdig oder unwürdig. Und wir sollen wissen, dass Gott nicht will, dass wir sein Gebot in den Wind schlagen, sondern er zürnt und straft, wenn wir nicht zu ihm beten, ebenso wie er auch allen andern Ungehorsam straft. Denn er will unsere Gebete nicht umsonst und vergeblich gesprochen sein lassen. Denn wenn er dich nicht erhören wollte, würde er
dich nicht zum Beten auffordern und ein so strenges Gebot daraus machen.

Als Zweites soll uns noch stärker zum Beten dies bewegen und ermuntern, dass Gott dem Beten eine Zusage gegeben hat; er hat versprochen, dass es „ja und gewiss“ sein soll, was wir beten, so wie er im Psalm 50 spricht: „Rufe mich an zur Zeit der Not, so will ich dich erretten“; und Christus im Evangelium Matthäus 7: „Bittet, so wird euch gegeben… Denn wer da bittet, der empfängt.“

Dies sollte allerdings unser Herz erwecken und entzünden, dass wir mit Lust und Liebe beten, weil er durch sein Wort bezeugt, dass ihm unsere Gebete von Herzen gefallen; und er will sie ganz gewiss erhören und unsere Bitten gewähren. Wir sollen das Beten nur ja nicht verachten noch in den Wind schlagen und aufs Ungewisse beten. Dies kannst du Gott auch vorhalten und sprechen: „Hier komme ich, lieber Vater, und ich bete nicht auf eigenen Wunsch hin, noch unter Berufung auf meine Würdigkeit, sondern auf Grund deines Gebotes und deiner Zusage, die nicht unerfüllt bleiben und lügen kann.“ Wer nun solcher Zusage nicht glaubt, soll nochmals wissen, dass er Gott aufs Höchste erzürnt, denn er versagt ihm die Ehre und stellt ihn als Lügner hin.

Außerdem soll auch das uns zum Beten bewegen und ermuntern, dass Gott außer dem Gebot zu beten und der Zusage, Gebete zu erhören, uns dadurch zuvorkommt, dass er selbst die Art und Weise angibt, wie wir beten sollen, und uns sogar die Worte selbst in den Mund legt, mit denen wir beten sollen; wir sollen erkennen, wie herzlich er sich unserer Not annimmt, und wir sollen ja nicht daran zweifeln, dass ihm solch ein Gebet gefällt und er es gewiss erhören wird.

Das ist ein großer Vorzug vor allen andern Gebeten, die wir uns selber ausdenken. Denn da kann unser Gewissen immer im Zweifel sein und sagen: „Ich habe gebetet, aber wer weiß, ob es Gott gefällt und ob ich auf die rechte Art und Weise gebetet habe.“ Darum gibt es auf Erden kein vorzüglicheres Gebet als das Vaterunser, weil ihm dieses Zeugnis
ausgestellt ist, dass Gott es von Herzen gern hört; alle Güter der Welt sollten wir dafür nicht eintauschen.

Auch darum ist uns das Vaterunser vorgeschrieben, damit wir die Not erkennen und bedenken, die uns unaufhörlich zum Beten bewegen und drängen soll. Denn wer um etwas bitten will, muss das, was er begehrt, vorbringen, vortragen und beim Namen nennen; sonst kann man das nicht Gebet nennen.

Darum haben wir mit Recht die Gebete der Mönche und Priester verworfen, die Tag und Nacht ihre Gebete laut daherleiern und vor sich hinmurmeln, aber keiner denkt daran, auch nur um das Geringste zu bitten. Und wenn man alle Kirchen mitsamt den Geistlichen zusammenbrächte, so müssten sie bekennen, dass sie niemals auch nur um einen Tropfen Wein von Herzen gebetet haben. Denn keiner von ihnen hat sich je vorgenommen, aus Gehorsam gegen Gott oder um seiner Zusage willen zu beten, auch nicht deswegen, um die Not abzuwenden, sondern sie waren – bestenfalls – nur darauf bedacht, mit ihrem Beten ein gutes Werk zu vollbringen, um damit Gott eine schuldige Pflicht abzustatten. Sie wollten Gott etwas geben, statt etwas von ihm zu nehmen.

Wo aber das Beten in rechter Weise geschehen soll, muss man mit Ernst dabeisein. Da muss man seine Not fühlen, jene Not, die uns drückt und uns dazu bewegt, zu Gott zu rufen und zu schreien. Da geht das Beten dann ganz von selbst, so wie es geschehen soll; da braucht man nicht mehr darüber belehrt zu werden, wie man sich auf das Beten vorzubereiten hat und wie man mit Andacht beten soll.

Die Not aber, die uns am Herzen liegen und zum Beten bewegen soll – im Blick auf uns und andere – ‚ wirst du überreichlich im Vaterunser finden. Darum soll das Vaterunser auch dazu dienen, uns an die Not zu erinnern, sie zu bedenken und zu Herzen zu nehmen, damit wir nicht nachlässig im Beten werden. Denn es gibt genug, was uns fehlt, aber es mangelt daran, dass wir es nicht fühlen und sehen. Darum will es Gott auch haben, dass du ihm alle Not klagst und alle Anliegen vorträgst, nicht weil er um sie nicht weiß, sondern damit dein Herz entzündet werde, immer inständiger zu beten und immer mehr von Gott zu begehren, und du deine Hand nur weit ausstreckst und auftust, um viel von ihm zu empfangen.

Darum sollten wir uns von Jugend an daran gewöhnen, alle unsere Not, die wir fühlen und die uns betrifft – auch die Not anderer Menschen, unter denen wir leben – ‚ täglich im Gebet vor Gott zu bringen und so für die Prediger, die Obrigkeit, die Nachbarn und die Untergebenen zu bitten; und dabei sollen wir uns, wie gesagt, Gottes Gebot zu beten und seine Zusage, Gebete zu erhören, vor Augen halten und wissen, dass er beides nicht gering geachtet haben will.

Das sage ich deswegen, weil ich gern möchte, dass man dies wieder in die Leute hineinbringt und sie in rechter Weise beten lernen und nicht mehr so roh und kalt dahingehen. Denn davon werden sie täglich nur ungeschickter zum Beten. Das will der Teufel auch haben, und er hilft dazu mit all seinen Kräften; denn er fühlt sehr wohl, welches Leid und welcher Schaden ihm angetan wird, wenn das Gebet in guter Übung ist.

Denn das sollen sie wissen, dass unser ganzer Schutz und Schirm allein im Gebet besteht. Denn wir sind viel zu schwach gegenüber dem Teufel, der sich mit seiner Macht und seinem Anhang uns entgegenstellt; sie könnten uns wohl mit ihren Füßen zertreten. Darum müssen wir wachsam sein und zu den Waffen greifen, mit denen die Christen gerüstet sein sollen, um gegen den Teufel zu bestehen.

Denn was meinst du, woran es gelegen hat, dass wir die Ratschläge und Pläne, den Mord und Aufruhr unserer Feinde haben abwehren und dämpfen können, mit denen der Teufel versucht hat, uns und das Evangelium zu unterdrücken? Es waren die Gebete etlicher frommer Leute, die wie eine eiserne Mauer auf unserer Seite dazwischengekommen sind und uns geschützt haben. Sie hätten sonst etwas ganz anderes erleben können, nämlich wie der Teufel ganz Deutschland in seinem eigenen Blut ins Verderben gebracht hätte. Sie mögen jetzt nur getrost darüber lachen und spotten, wir jedoch wollen sowohl unsern Feinden als auch dem Teufel gegenüber Manns genug sein – allein mit der Kraft des Gebetes, wenn wir nur fleißig beten und im Gebet nicht nachlässig werden.

Denn wo immer ein frommer Christ betet: „Lieber Vater, lass doch deinen Willen geschehen“, spricht Gott droben: „Ja, liebes Kind, es soll gewiss sein und geschehen, dem Teufel und aller Welt zu Trotz.“

Das sei nun zur Ermahnung gesagt, dass man vor allen Dingen lerne vom Beten große Stücke zu halten und es für wichtig anzusehen und dass man den richtigen Unterschied zu machen wisse zwischen dem Plappern und dem wirklichen Beten. Denn wir verwerfen keineswegs das Beten selbst, sondern allein das ganz unnütze Geheule und Dahinge-murmel verwerfen wir, wie auch Christus selbst langes Gewäsch verwirft und verbietet.

Nun aber wollen wir das Vaterunser in knapper und allgemein verständlicher Weise behandeln. In ihm sind in sieben Artikeln oder Bitten der Reihe nach alle Nöte zusammengefasst, die uns unaufhörlich zu schaffen machen, und eine jede ist so groß, dass sie uns dazu bewegen sollte, unser Leben lang ihretwegen zu bitten.

Dr. Martin Luther, Großer Katechismus (1529): Vaterunser GK III:17-34

Wochengebet

Du Auferstandener,
Jesus Christus, 
du Hoffnungsmacht.
Sende deinen Geist und 
verwandele diese Welt.

Du Friede der Welt.
Wir sind so machtlos.
Mächtige Männer geben Befehle
und Tausende müssen sterben.
Drohnen und Bomben zerstören Orte voller Leben.
Kinder verhungern.
Und alles Verhandeln scheint vergeblich zu sein.
Du Friede der Welt.
wir bitten dich:
Sende deinen Geist und 
verwandele diese Welt.

Du Lebendiger,
Wir sind überfordert.
Deine Schöpfung leidet.
Dürre und Fluten gefährden Mensch und Tier.
Wissenschaftler und Forscherinnen bangen um ihre Arbeit.
Gute Menschen werden verlacht.
Und alles Mahnen scheint sinnlos zu sein. 
Du Lebendiger,
wir bitten dich:
Sende deinen Geist und 
verwandele diese Welt.

Du Barmherziger.
Wir fühlen uns so hilflos.
Menschen, die uns lieb sind, leiden.
Sie sind traurig und verlieren die Hoffnung.
Kranke und viele, die ihnen helfen,
sind erschöpft.
Trauernde warten auf Trost.
Enttäuscht von denen, auf die sie hofften, ziehen sie sich zurück.
Und alle Hilfe scheint zu wenig zu sein.
Du Barmherziger,
wir bitten dich:
Sende deinen Geist und 
verwandele diese Welt.

Du Treuer.
Wir freuen uns.
In aller Welt wirst du gefeiert.
In diesen Tagen lassen sich Menschen taufen.
Jugendliche werden heute konfirmiert. 
Dein Wort macht mutig.
Deine Gemeinschaft begeistert uns. 
Deine Liebe trägt uns.
In Deiner Gegenwart wächst die Hoffnung.
Du Treuer,
du Auferstandener,
du Atem des Lebens und Friede der Welt,
wir bitten dich:
Sende deinen Geist und 
verwandele diese Welt.
Amen.

VELKD für Himmelfahrt

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich.
Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.
Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Seinen Frieden.

4. Mose 6,24-26

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