
Gott, schweige doch nicht! Gott, bleib nicht so still und ruhig! Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das Haupt. Sie machen listige Anschläge wider dein Volk und halten Rat wider die, die bei dir sich bergen. »Wohlan!«, sprechen sie. »Lasst uns sie ausrotten, dass sie kein Volk mehr seien und des Namens Israel nicht mehr gedacht werde!« Ja, sie haben einmütig beraten und haben einen Bund wider dich gemacht: die Zelte Edoms und die Ismaeliter, Moab und die Hagariter, Gebal, Ammon und Amalek, die Philister mit denen von Tyrus; auch Assur hat sich zu ihnen geschlagen, sie helfen den Söhnen Lot. Sela.
Mach’s mit ihnen wie mit Midian, wie mit Sisera, mit Jabin am Bach Kischon, die vertilgt wurden bei En-Dor und wurden zu Mist auf dem Acker. Mache ihre Fürsten wie Oreb und Seeb, alle ihre Edlen wie Sebach und Zalmunna, die auch einmal sagten: Wir wollen Gottes Auen einnehmen. Mein Gott, mache sie wie verwehende Blätter, wie Spreu vor dem Winde. Wie ein Feuer den Wald verbrennt und wie eine Flamme die Berge versengt, so verfolge sie mit deinem Sturm und erschrecke sie mit deinem Ungewitter. Bedecke ihr Angesicht mit Schande, dass sie, HERR, nach deinem Namen fragen müssen. Schämen sollen sie sich und erschrecken für immer und zuschanden werden und umkommen. So werden sie erkennen, dass du allein der Höchste bist über die ganze Erde, HERR ist dein Name.
Psalm 83. Ein Psalm Asafs verdeutscht von Dr. Martin Luther (Revision 2017)
Des Morgens, wenn Du aufstehst, kannst Du Dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sagen:
Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen
Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Willst du, so kannst du dies Gebet dazu sprechen (Luthers Morgensegen)
Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.
Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.
Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.
Johannes 12,32
Lied aus dem lutherischen Kirchengesangbuch
Amen wir fröhlich sprechen, weil Christus, unser Trost, uns hat aus Teufels Rachen vom ewgen Tod erlöst; er ist am Kreuz gestorben für unser Sünde schwer, den Himmel uns erworben: Gott sei Lob, Preis und Ehr!
Johann Walter 1571 (LKG 16)
Fortlaufende Lese
Es erhoben sich aber der Hohepriester und alle, die mit ihm waren, nämlich die Gruppe der Sadduzäer, von Eifer erfüllt, und legten Hand an die Apostel und warfen sie in das öffentliche Gefängnis. Aber der Engel des Herrn tat in der Nacht die Türen des Gefängnisses auf und führte sie heraus und sprach: Geht hin und tretet im Tempel auf und redet zum Volk alle Worte dieses Lebens. Als sie das gehört hatten, gingen sie frühmorgens in den Tempel und lehrten. Der Hohepriester aber und die mit ihm waren, kamen und riefen den Hohen Rat und alle Ältesten in Israel zusammen und sandten hin zum Gefängnis, sie zu holen. Die Diener gingen hin und fanden sie nicht im Gefängnis, kamen zurück und berichteten: Das Gefängnis fanden wir sicher verschlossen und die Wächter vor den Türen stehen; aber als wir öffneten, fanden wir niemanden darin. Als der Hauptmann des Tempels und die Hohenpriester diese Worte hörten, wurden sie ratlos und wussten nicht, was das noch werden sollte. Da kam jemand, der berichtete ihnen: Siehe, die Männer, die ihr ins Gefängnis geworfen habt, stehen im Tempel und lehren das Volk. Da ging der Hauptmann mit den Dienern hin und holte sie, doch nicht mit Gewalt; denn sie fürchteten sich vor dem Volk, dass sie gesteinigt würden. Und sie brachten sie und stellten sie vor den Hohen Rat. Und der Hohepriester fragte sie und sprach: Haben wir euch nicht streng geboten, in diesem Namen nicht zu lehren? Und seht, ihr habt Jerusalem erfüllt mit eurer Lehre und wollt das Blut dieses Menschen über uns bringen. Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Der Gott unsrer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr an das Holz gehängt und getötet habt. Den hat Gott durch seine rechte Hand erhöht zum Fürsten und Heiland, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu geben. Und wir sind Zeugen dieses Geschehens und mit uns der Heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen. Als sie das hörten, ging’s ihnen durchs Herz und sie wollten sie töten.
Apostelgeschichte 5,17-33
Morgenlese
Und was soll ich noch mehr sagen? Die Zeit würde mir zu kurz, wenn ich erzählen sollte von Gideon und Barak und Simson und Jeftah und David und Samuel und den Propheten. Diese haben durch den Glauben Königreiche bezwungen, Gerechtigkeit geübt, Verheißungen erlangt, Löwen den Rachen gestopft, des Feuers Kraft gelöscht, sind der Schärfe des Schwerts entronnen, aus der Schwachheit zu Kräften gekommen, sind stark geworden im Kampf und haben fremde Heere in die Flucht geschlagen. Frauen haben ihre Toten durch Auferstehung wiederbekommen. Andere aber sind gemartert worden und haben die Freilassung nicht angenommen, auf dass sie die Auferstehung, die besser ist, erlangten. Wieder andere haben Spott und Geißelung erlitten, dazu Fesseln und Gefängnis. Sie sind gesteinigt, zersägt, durchs Schwert getötet worden; sie sind umhergezogen in Schafpelzen und Ziegenfellen; sie haben Mangel, Bedrängnis, Misshandlung erlitten. Sie, deren die Welt nicht wert war, sind umhergeirrt in Wüsten, auf Bergen, in Höhlen und Klüften der Erde. Diese alle haben durch den Glauben Gottes Zeugnis empfangen und doch nicht die Verheißung erlangt, weil Gott etwas Besseres für uns vorgesehen hat: dass sie nicht ohne uns vollendet würden.
Hebräer 11,32-40
Abendlese
Also, meine Lieben, – wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit – schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern. Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen. Tut alles ohne Murren und ohne Zweifel, damit ihr ohne Tadel und lauter seid, Gottes Kinder, ohne Makel mitten unter einem verdorbenen und verkehrten Geschlecht, unter dem ihr scheint als Lichter in der Welt, dadurch dass ihr festhaltet am Wort des Lebens, mir zum Ruhm an dem Tage Christi, sodass ich nicht vergeblich gelaufen bin noch vergeblich gearbeitet habe. Und wenn ich auch geopfert werde bei dem Opfer und Gottesdienst eures Glaubens, so freue ich mich und freue mich mit euch allen. Ebenso sollt auch ihr euch freuen und sollt euch mit mir freuen.
Philipper 2,12-18
Bekenntnislese
Darum lehren wir immer, man solle die Sakramente und alle äußerlichen Dinge, die Gott ordnet und einsetzt, nicht ihrer bloßen äußerlichen Erscheinung nach ansehen, so wie man die bloße Schale einer Nuss ansieht ohne diese selbst, sondern man soll erkennen, wie Gottes Wort darin eingeschlossen ist.
In gleicher Weise sprechen wir auch vom Vater- und Mutterstand und von weltlicher Obrigkeit; wenn man diese daraufhin ansehen wollte, was für Nasen und Augen, Haut und Haar, Fleisch und Gebein sie haben, so müsste man urteilen, dass sie den Türken und Heiden gleich sind, und jemand könnte kommen und sagen: „Warum sollte ich mehr von diesen halten als von andern?“ Weil aber das Gebot hinzukommt: „Du sollst Vater und Mutter ehren“, sehe ich einen andern Menschen vor mir, einen, der mit der Majestät und Herrlichkeit Gottes ausgezeichnet ist. Das Gebot, sage ich, ist die goldene Amtskette, die er um den Hals trägt, ja die Krone auf seinem Haupt, die mir anzeigt, wie und warum ich gerade diesen Menschen ehren soll.
So und noch viel mehr sollst du die Taufe ehren und sie um des Wortes Gottes willen für etwas Herrliches halten; denn Gott selbst hat sie durch sein Wort und sein Handeln geehrt, außerdem noch mit einem Wunder vom Himmel her bestätigt. Denn meinst du, es ist zum Spaß geschehen, dass Christus sich taufen ließ, der Himmel sich auftat, der Heilige Geist sichtbar herabfuhr und die Majestät und Herrlichkeit Gottes dort gegenwärtig war?
Deswegen ermahne ich nochmals, ja nicht beides, Wort und Wasser, voneinander zu scheiden und zu trennen. Denn wenn man das Wort fortnimmt, ist das Taufwasser kein anderes Wasser als das, womit die Magd kocht, und die Taufe ist nichts anderes als eine äußerliche Waschung; aber wenn das Wort dabei ist, wie es Gott angeordnet hat, dann ist die Taufe ein Sakrament und sie heißt Christus-Taufe. Soweit zum ersten Punkt – zu Wesen und zur Würde des heiligen Sakramentes.
Zweitens
Da wir nun wissen, was die Taufe ist und was von ihr zu halten ist, müssen wir zweitens auch lernen, warum und wozu sie eingesetzt ist, d. h. welches ihr Nutzen ist, was sie bewirkt und vermittelt. Auch dies kann man nicht besser erkennen als aus den oben angeführten Worten Christi: „Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig.“
Und verstehe es ganz einfach so, dass die Kraft, die Wirkung, der Nutzen, die Frucht und das Ziel der Taufe ist, selig zu machen. Denn man tauft niemand deswegen, damit er ein Fürst werde, sondern, wie die Worte lauten, damit er „selig werde“.
Selig werden aber heißt, wie man weiß, nichts anderes als von Sünde, Tod und
Teufel erlöst sein, in das Reich Christi kommen und mit ihm ewig leben. Da siehst du wieder, wie teuer und wert die Taufe zu halten ist, denn durch sie erlangen wir solch einen unaussprechlich großen Schatz. Das ist auch ein Hinweis darauf, dass sie nicht bloß gewöhnliches Wasser ist. Denn bloßes Wasser könnte dies nicht bewirken, aber das Wort tut es und der Name Gottes, der, wie oben gesagt, in der Taufe wirksam ist.Wo aber Gottes Name ist, da muss auch Leben und Seligkeit sein. Darum heißt das
Taufwasser mit Recht ein göttliches, seliges, wirkungskräftiges und gnadenreiches Wasser. Denn durch das Wort erhält die Taufe die Wirkung, dass sie zum „Bad der Wiedergeburt“ wird; so nennt sie auch Paulus im Brief an Titus im dritten Kapitel.Dass aber unsere neunmalklugen Geister vorgeben, allein der Glaube mache selig, die Werke aber und alles Äußerliche vermögen nichts, darauf antworten wir: Freilich wirkt nichts anderes als der Glaube in uns das Heil, wie wir noch weiter unten hören werden.
Das aber wollen jene blinden Führer nicht wahrhaben, dass der Glaube etwas haben muss, an das er glauben und woran er sich halten und worauf er stehen und fußen kann. So richtet sich der Glaube fest auf das Wasser und glaubt, dass in der Taufe Seligkeit und Leben beschlossen liegen – nicht wegen des bloßen Wassers allein, sondern, wie schon mehrfach gesagt, weil es mit Gottes Wort und Ordnung vereinigt ist und sich Gottes Name daran geheftet hat. Wenn ich nun dieses glaube, was glaube ich anderes als an eben den Gott, der sein Wort in die Taufe hineingegeben und – gepflanzt hat und uns diese äußerliche Handlung, die Taufe, anbietet, damit wir in ihr diesen Schatz ergreifen können?
Nun sind jene so töricht, dass sie den Glauben und die Sache, auf die sich der Glaube richtet und an der er haftet, nämlich die Taufe, voneinander scheiden, weil sie etwas Äußerliches ist. Ja, aber es muss etwas Äußerliches da sein, damit man es mit den Sinnen wahrnehmen und begreifen und dadurch ins Herz hineinbringen kann. Das ganze Evangelium ist ja auch eine äußerliche, mündliche Predigt. Kurz, was Gott in uns wirkt und tut, will er durch solche äußerlichen Dinge und Ordnungen wirken. Wo Gott nun redet, ja wohin oder wodurch er redet – dorthin soll der Glaube hinsehen, und daran
soll er sich halten.Nun haben wir hier die Worte: „Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig.“ Auf nichts anderes beziehen sich diese Worte als auf die Taufe, d. h. auf das in Gottes Ordnung gefasste Wasser. Daraus folgt, dass, wer die Taufe verwirft, der verwirft Gottes Wort, den Glauben und Christus, der uns an die Taufe weist und an sie bindet.
Drittens Nachdem wir von der großen Wirkung und der Kraft der Taufe gesprochen haben, wollen wir nun drittens sehen, welches die Personen sind, die empfangen, was die Taufe gibt und bewirkt.
Das ist gleichfalls aufs Beste und Klarste in jenen Worten ausgedrückt: „Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig“; d. h. der Glaube allein macht die Person würdig, das heilbringende, göttliche Wasser der Taufe wirkungs kräftig zu empfangen. Denn weil der Segen der Taufe in den Worten, die bei der Taufe gesprochen werden, zum Ausdruck gebracht und zugesprochen wird, kann er nicht anders empfangen werden als dadurch, dass wir von Herzen jenen Worten glauben.
Ohne Glauben nützt die Taufe nichts, auch wenn sie als solche ein göttlicher, über- schwänglich großer Schatz ist. Darum schließt dieses eine Wort „Wer da glaubet…“ alles eigene Tun aus, das in der Absicht geschieht, dadurch die Seligkeit zu erlangen und zu verdienen. Denn das steht fest: Wo kein Glaube ist, wird zum Heil des Menschen nichts bewirkt, und er empfängt auch nichts.
Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist + Friede sei mit Euch +