
Komponist Johann Sebastian Bach (* 21. März 1685 in Eisenach; † 28. Juli 1750 in Leipzig) komponierte diese Kantate “Mache Dich, mein Geist, bereit” (BWV 115) 1724 in Leipzig für den 22. Sonntag nach Trinitatis und führte sie am 5. November des Jahres erstmals auf. Hier mehr zu dieser Kantate.
- Coro: Mache Dich, mein Geist, bereit
- Aria (Alt): Ach schläfrige Seele, wie? ruhest Du noch?
- Recitativo (Bass): Gott, so vor Deine Seele wacht
- Aria (Sopran): Bete aber auch dabei
- Recitativo (Tenor): Er sehnet sich nach unserm Schreien
- Choral: Drum so laßt uns immerdar
Der vollständige Text dank Walter F. Bischof (U Alberta, Canada) mit der Aufforderung:
Mache Dich, mein Geist, bereit, wache, fleh und bete,
Daß Dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete;
Denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen.Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten,
Weil die Angst, Not und Gefahr immer näher treten;
Denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten.
| Mache dich, mein Geist, bereit | |
| 1. Coro Flauto traverso, Oboe d’amore, Violino I/II, Viola, Corno col Soprano, Continuo | Mache dich, mein Geist, bereit, Wache, fleh und bete, Dass dich nicht die böse Zeit Unverhofft betrete; Denn es ist Satans List Über viele Frommen Zur Versuchung kommen. |
| 2. Aria A Oboe d’amore, Violino I/II, Viola, Continuo | Ach schläfrige Seele, wie? ruhest du noch? Ermuntre dich doch! Es möchte die Strafe dich plötzlich erwecken Und, wo du nicht wachest, Im Schlafe des ewigen Todes bedecken. |
| 3. Recitativo B Continuo | Gott, so vor deine Seele wacht, Hat Abscheu an der Sünden Nacht; Er sendet dir sein Gnadenlicht Und will vor diese Gaben, Die er so reichlich dir verspricht, Nur offne Geistesaugen haben. Des Satans List ist ohne Grund, Die Sünder zu bestricken; Brichst du nun selbst den Gnadenbund, Wirst du die Hilfe nie erblicken. Die ganze Welt und ihre Glieder Sind nichts als falsche Brüder; Doch macht dein Fleisch und Blut hiebei Sich lauter Schmeichelei. |
| 4. Aria S Flauto traverso, Violoncello piccolo, Continuo | Bete aber auch dabei Mitten in dem Wachen! Bitte bei der großen Schuld Deinen Richter um Geduld, Soll er dich von Sünden frei Und gereinigt machen! |
| 5. Recitativo T Continuo | Er sehnet sich nach unserm Schreien, Er neigt sein gnädig Ohr hierauf; Wenn Feinde sich auf unsern Schaden freuen, So siegen wir in seiner Kraft: Indem sein Sohn, in dem wir beten, Uns Mut und Kräfte schafft Und will als Helfer zu uns treten. |
| 6. Choral Corno e Flauto traverso e Oboe d’amore e Violino I col Soprano, Violino II coll’ Alto, Viola col Tenore, Continuo | Drum so lasst uns immerdar Wachen, flehen, beten, Weil die Angst, Not und Gefahr Immer näher treten; Denn die Zeit Ist nicht weit, Da uns Gott wird richten Und die Welt vernichten. |
| Besetzung | Soli: S A T B, Coro: S A T B, Corno, Flauto traverso, Oboe d’amore, Violino I/II, Viola, Violoncello piccolo, Continuo |
| Entstehungszeit | 5. November 1724 |
| Text | Johann Burchard Freystein 1695; 2-5: Umdichtung eines unbekannten Verfassers |
| Anlass | 22. Sonntag nach Trinitatis |
| Partitur | Melvin Unger’s kommentierte Partitur |
| Diskussion | Aryeh Oron Julian Mincham |
Und hier eine Aufführung mit Karl Richter und dem Münchener Bachchor. Edith Mathis, Sopran; Trudelise Schmidt, Alt; Peter Schreier, Tenor und Dietrich Fischer-Dieskau, Baß.