Mache Dich auf, hilf uns und erlöse uns um Deiner Güte willen! (Psalm 44,26)

Rudolf Schäfer (1878-1961)

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Hörversion:

Wochenspruch aus 2. Timotheus 2,5

Und so jemand auch kämpft, wird er doch nicht gekrönt, er kämpfe denn recht.

Introitus Psalm 44,9-26. Eine Unterweisung der Korachiter, vorzusingen.

Täglich rühmen wir uns Gottes und preisen Deinen Namen ewiglich. Sela. 

Doch nun verstößt Du uns und läßt uns zuschanden werden und ziehst nicht aus mit unserm Heer. Du lässt uns fliehen vor unserm Feind, daß uns berauben, die uns hassen. Du gibst uns dahin wie Schlachtschafe und zerstreust uns unter die Heiden. 

Du verkaufst Dein Volk um ein Nichts und hast keinen Gewinn davon. Du machst uns zur Schmach bei unsern Nachbarn, zu Spott und Hohn bei denen, die um uns her sind. Du machst uns zum Sprichwort unter den Völkern, läßt die Nationen das Haupt über uns schütteln. 

Täglich ist meine Schmach mir vor Augen, und mein Antlitz ist voller Scham, weil ich sie höhnen und lästern höre und die Feinde und Rachgierigen sehen muß. Dies alles ist über uns gekommen; und wir haben doch Dich nicht vergessen noch an Deinem Bund untreu gehandelt. Unser Herz ist nicht abgefallen noch unser Schritt gewichen von Deinem Weg,  daß Du uns so zerschlägst am Ort der Schakale und bedeckst uns mit Finsternis. 

Wenn wir den Namen unsres Gottes vergessen hätten und unsre Hände aufgehoben zum fremden Gott: würde das Gott nicht erforschen? Er kennt ja unsres Herzens Grund. Um Deinetwillen werden wir täglich getötet und sind geachtet wie Schlachtschafe. 

Wach auf, Herr! Warum schläfst Du? Werde wach und verstoß uns nicht für immer! Warum verbirgst Du Dein Antlitz, vergissest unser Elend und unsre Drangsal? Denn unsre Seele ist gebeugt zum Staube, unser Leib klebt am Boden.  Mache Dich auf, hilf uns und erlöse uns um Deiner Güte willen! 

Lutherisches Kirchengesangbuch Nr. 49,1-5 nach Leonhard Roth, 1539 bearbeitet von Wilhelm Thomas, 1933.

O König Jesu Christe, ein Fürst, Hauptmann und Held, zu ewiglicher Friste vom Vater auserwählt, ein Sohn Davids geboren: Dein Reich ewig besteht, das Dir Gott hat geschworen, durch seinen Geist geredt.

Dich, Herr, wir wollen bitten, Du edler Herzog wert, nach rechter Kinder Sitten: send uns Dein geistlich’ Schwert, das schneidt zu beiden Seiten, ich mein Dein göttlich Wort, damit wir mögen streiten wider der Höllen Pfort.

Den Harnisch tu uns senden, den Du getragen hast, umgürt uns unsre Lenden mit Deiner Wahrheit Glast, den Panzer tu uns geben Deiner Gerechtigkeit, den Schild des Glaubens eben, damit uns zubereit,

zu kämpfen und zu fechten nach Dir ganz ritterlich und allen Deinen Knechten, die von Anfang in Dich gehoffet und vertrauet in aller Angst und Not, auf Dein Gnad fest gebauet bis in zeitlichen Tod.

O Gott, tu uns erhalten in diesem großen Streit, laß die Lieb nicht erkalten durch Ungerechtigkeit, darin die arge Welte Überhand genommen hat. Hilf uns behaltn das Felde durch Deine große Gnad.

2. Korinther 10,3-6

Denn obwohl wir im Fleisch wandeln, kämpfen wir doch nicht auf fleischliche Weise. 

Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. Absichten zerstören wir und alles Hohe, das sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und nehmen gefangen alles Denken in den Gehorsam gegen Christus. 

So sind wir bereit, zu strafen allen Ungehorsam, sobald Euer Gehorsam vollkommen geworden ist.

Römer 3,9-24

Was sagen wir denn nun? Haben wir einen Vorzug? Gar keinen. Denn wir haben soeben bewiesen, daß alle, Juden wie Griechen, unter der Sünde sind, wie geschrieben steht: »Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der nach Gott fragt. Alle sind sie abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer. 

Ihr Rachen ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen betrügen sie, Otterngift ist unter ihren Lippen; ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit. Ihre Füße eilen, Blut zu vergießen; auf ihren Wegen ist lauter Zerstörung und Elend, und den Weg des Friedens kennen sie nicht. Es ist keine Gottesfurcht bei ihnen.«

Wir wissen aber: Was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, auf daß jeder Mund gestopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei. Denn durch des Gesetzes Werke wird kein Mensch vor ihm gerecht sein. Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.

Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben.

Denn es ist hier kein Unterschied: Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen,  und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.

Schmalkaldische Artikel 1-2,II,6

Apostolisches Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde.

Und an Jesum Christum, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du eines dieser Gebete dazu sprechen

Luthers Morgensegen

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Luthers Abendsegen

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen.

Der Friede des Herr sei mit Euch +

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist. Amen.

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About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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