21. Sonntag nach Trinitatis: Suchet der Stadt Bestes!

Rudolf Schäfer (1878-1961)

Wochenspruch aus Römer 12,21

Laß Dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

Antiphon aus Jesaja 41:10

Ich bin Dein Gott; ich stärke Dich und helfe Dir, ich halte Dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.

Introitus zum Sonntag Psalm 19,8-14

Die Befehle des HERRN sind richtig und erfreuen das Herz. Die Gebote des HERRN sind lauter und erleuchten die Augen. Die Furcht des HERRN ist rein und bleibt ewiglich. Die Rechte des HERRN sind wahrhaftig, allesamt gerecht.

Sie sind köstlicher als Gold und viel feines Gold, sie sind süßer als Honig und Honigseim. Auch läßt Dein Knecht sich durch sie warnen; und wer sie hält, der hat großen Lohn.

Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Sünden! Bewahre auch Deinen Knecht vor den Stolzen, daß sie nicht über mich herrschen; so werde ich ohne Tadel sein und unschuldig bleiben von großer Missetat.

Laß Dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor Dir, HERR, mein Fels und mein Erlöser.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Kollekte zum 21. Sonntag nach Trinitatis

Ewiger, gütiger Gott, Du allein bist unsre Macht und unser Heil: schaue gnädig auf Deine Kirche und halte uns mit Deiner rechten Hand, daß wir nicht straucheln und fallen, sondern in Deiner Kraft den Sieg behalten. Durch unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Lesung aus dem Alten Testament beim Propheten Jeremia im 29. Kapitel (Predigttext)

Dies sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia von Jerusalem sandte an den Rest der Ältesten, die weggeführt waren, an die Priester und Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar von Jerusalem nach Babel weggeführt hatte – nachdem der König Jechonja und die Königinmutter mit den Kämmerern und Oberen in Juda und Jerusalem samt den Zimmerleuten und Schmieden aus Jerusalem weggeführt waren –, durch Elasa, den Sohn Schafans, und Gemarja, den Sohn Hilkijas, die Zedekia, der König von Juda, nach Babel sandte zu Nebukadnezar, dem König von Babel:

So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu allen Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen:

Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und eßt ihre Früchte; nehmt Euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für Eure Söhne Frauen und gebt Eure Töchter Männern, daß sie Söhne und Töchter gebären; mehrt Euch dort, daß Ihr nicht weniger werdet.

Suchet der Stadt Bestes, dahin ich Euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s Euch auch wohl.

Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Laßt Euch durch die Propheten, die bei Euch sind, und durch die Wahrsager nicht betrügen, und hört nicht auf die Träume, die sie träumen! Denn sie weissagen Euch Lüge in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt, spricht der HERR.

Denn so spricht der HERR: Wenn für Babel siebzig Jahre voll sind, so will ich Euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an Euch erfüllen, daß ich Euch wieder an diesen Ort bringe. Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über Euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, daß ich Euch gebe Zukunft und Hoffnung.

Und Ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten, und ich will Euch erhören. Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn Ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von Euch finden lassen, spricht der HERR, und will Eure Gefangenschaft wenden und Euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, wohin ich Euch verstoßen habe, spricht der HERR, und will Euch wieder an diesen Ort bringen, von wo ich Euch habe wegführen lassen.

Predigttext sind die Verse 1.4-7.10-14)

Epistolische Lektion im Epheserbrief das 6. Kapitel

Zuletzt: Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit Ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels.

Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die über diese Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.

Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit Ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt.

So steht nun fest, umgürtet an Euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit und beschuht an den Füßen, bereit für das Evangelium des Friedens.

Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem Ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen, und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. (10-17)

Das Evangelium von Jesus Christus bei St. Matthäus im 5. Kapitel

Ihr habt gehört, daß gesagt ist: »Auge um Auge, Zahn um Zahn.«

Ich aber sage Euch, daß Ihr nicht widerstreben sollt dem Bösen, sondern: Wenn Dich jemand auf Deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar.

Und wenn jemand mit Dir rechten will und Dir Deinen Rock nehmen, dem laß auch den Mantel.

Und wenn Dich jemand eine Meile nötigt, so geh mit ihm zwei. Gib dem, der Dich bittet, und wende Dich nicht ab von dem, der etwas von Dir borgen will.

Ihr habt gehört, daß gesagt ist: »Du sollst Deinen Nächsten lieben« und Deinen Feind haßen.

Ich aber sage Euch: Liebt Eure Feinde und bittet für die, die Euch verfolgen, auf daß Ihr Kinder seid Eures Vaters im Himmel.

Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte.

Denn wenn Ihr liebt, die Euch lieben, was werdet Ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner?

Und wenn Ihr nur zu Euren Brüdern freundlich seid, was tut Ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden?

Darum sollt Ihr vollkommen sein, wie Euer himmlischer Vater vollkommen ist.

Verse 38-48

Graduallied aus dem Lutherischen Kirchengesangbuch Nr. 49

O König Jesu Christe, ein Fürst, Hauptmann und Held, zu ewiglicher Friste vom Vater auserwählt, ein Sohn Davids geboren: Dein Reich ewig besteht, das Dir Gott hat geschworen, durch seinen Geist geredt.

Dich, Herr, wir wollen bitten, Du edler Herzog wert, nach rechter Kinder Sitten: send uns Dein geistlich’ Schwert, das schneidt zu beiden Seiten, ich mein Dein göttlich Wort, damit wir mögen streiten wider der Höllen Pfort.

Den Harnisch tu uns senden, den Du getragen hast, umgürt uns unsre Lenden mit Deiner Wahrheit Glast, den Panzer tu uns geben Deiner Gerechtigkeit, den Schild des Glaubens eben, damit uns zubereit,

zu kämpfen und zu fechten nach Dir ganz ritterlich und allen Deinen Knechten, die von Anfang in Dich gehoffet und vertrauet in aller Angst und Not, auf Dein Gnad fest gebauet bis in zeitlichen Tod.

O Gott, tu uns erhalten in diesem großen Streit, laß die Lieb nicht erkalten durch Ungerechtigkeit, darin die arge Welte Überhand genommen hat. Hilf uns behaltn das Felde durch Deine große Gnad.

Nach Leonhard Roth 1539 bearbeitet von Wilhelm Thomas 1933.

Glaubensbekenntnis der christlichen Kirche

Der christliche Glaube

Ich glaube an den Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erden, all des, das sichtbar und unsichtbar ist.

Und an den Einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, der vom Vater geboren ist vor aller Zeit und Welt, Gott von Gott, Licht vom Licht,wahrhaftigen Gott vom wahrhaftigen Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alles geschaffen ist; welcher um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel gekommen ist und leibhaft geworden durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und Mensch geworden; auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, gelitten und begraben und am dritten Tage auferstanden nach der Schrift, und ist aufgefahren gen Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Toten; dessen Reich kein Ende haben wird.

Und an den Herrn, den Heiligen Geist, der da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohn ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und zugleich geehret wird, der durch die Propheten geredet hat.

Und die eine, heilige, christliche, apostolische Kirche. Ich bekenne die Eine Taufe zur Vergebung der Sünden Und warte auf die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.

Nizänum

+ Der Herr sei mit Euch +

Der Herr segne und behüte Dich. Der Herr lasse Sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Der Herr erhebe Sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Frieden +

4. Mose 6,24-26

Unknown's avatar

About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
This entry was posted in Trinitatis and tagged , , , , , , , , , , , , , , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.