HERR, mein Gott, Du bist sehr groß; in Hoheit und Pracht bist Du gekleidet. (Psalm 104)

Rudolf Schäfer (1878-1961)

Das walte Gott Vater + Sohn und Heiliger Geist! Amen

Hörversion:

Psalm 104,1-23

Lobe den HERRN, meine Seele! HERR, mein Gott, Du bist sehr groß; in Hoheit und Pracht bist Du gekleidet. Licht ist Dein Kleid, das Du anhast. Du breitest den Himmel aus wie ein Zelt; Du baust Deine Gemächer über den Wassern. Du fährst auf den Wolken wie auf einem Wagen und kommst daher auf den Fittichen des Windes, der Du machst Winde zu Deinen Boten und Feuerflammen zu Deinen Dienern;  der Du das Erdreich gegründet hast auf festen Boden, daß es nicht wankt immer und ewiglich. 

Die Flut der Tiefe deckte es wie ein Kleid, und die Wasser standen über den Bergen, aber vor Deinem Schelten flohen sie, vor Deinem Donner fuhren sie dahin. Sie stiegen hoch empor auf die Berge und sanken herunter in die Täler zum Ort, den Du ihnen gegründet hast. Du hast eine Grenze gesetzt, darüber kommen sie nicht und dürfen nicht wieder das Erdreich bedecken. Du lässest Brunnen quellen in den Tälern, daß sie zwischen den Bergen dahinfließen, daß alle Tiere des Feldes trinken und die Wildesel ihren Durst löschen. Darüber sitzen die Vögel des Himmels und singen in den Zweigen. 

Du tränkst die Berge von oben her, Du machst das Land voll Früchte, die Du schaffest. Du läßest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, daß Du Brot aus der Erde hervorbringst, daß der Wein erfreue des Menschen Herz und sein Antlitz glänze vom Öl und das Brot des Menschen Herz stärke. Die Bäume des HERRN stehen voll Saft, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat. Dort nisten die Vögel, und die Störche wohnen in den Wipfeln. Die hohen Berge geben dem Steinbock Zuflucht und die Felsklüfte dem Klippdachs. 

Du hast den Mond gemacht, das Jahr danach zu teilen; die Sonne weiß ihren Niedergang. Du machst Finsternis, daß es Nacht wird; da regen sich alle Tiere des Waldes, die jungen Löwen, die da brüllen nach Raub und ihre Speise fordern von Gott. Wenn aber die Sonne aufgeht, heben sie sich davon und legen sich in ihre Höhlen. Dann geht der Mensch hinaus an seine Arbeit und an sein Werk bis an den Abend. 

Lutherisches Kirchengesangbuch Nr. 301 (Berlin 1647)

Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet und, was sie soll, auf diesen Tag vollendet; die dunkle Nacht dringt allenthalben zu, bringt Menschen, Vieh und alle Welt zur Ruh.

Ich preise Dich, Du Herr der Nacht und Tage, daß Du mich heut vor aller Not und Plage durch Deine Gnad und hochberühmte Macht hast unverletzt und frei hindurchgebracht.

Vergib, wo ich bei Tage so gelebet, daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet; laß alle Schuld durch Deinen Gnadenschein in Ewigkeit bei Dir verloschen sein.

Schaff, daß mein Geist Dich ungehindert schaue, indem ich mich der trüben Nacht vertraue, und daß der Leib auf diesen schweren Tag sich seiner Kraft fein sanft erholen mag.

Vergönne, daß der lieben Engel Scharen mich vor der Macht der Finsternis bewahren, auf daß ich vor der List und Tyrannei der argen Welt im Schlafen sicher sei.

Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken und in die Ruh des tiefen Grabes stecken, so blicke mich mit Deinen Augen an, daraus ich Licht im Tode nehmen kann,

und laß hernach zugleich mit allen Frommen mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen, da Du uns hast den großen Tag bestimmt, dem keine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt.

1.Johannes 2,1-6

Meine Kinder, dies schreibe ich Euch, damit Ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. Und er selbst ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt. 

Und daran merken wir, daß wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten. Wer sagt: Ich habe ihn erkannt, und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in dem ist die Wahrheit nicht. Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen.

Daran erkennen wir, daß wir in ihm sind. Wer sagt, daß er in ihm bleibt, der soll so leben, wie er gelebt hat. 

Hebräer 10,1-10

Denn das Gesetz hat den Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht die Gestalt der Dinge selbst. Deshalb kann es die, die opfern, niemals vollkommen machen durch die Jahr für Jahr gleichen Opfer, welche man immer wieder darbringt. 

Hätte nicht sonst das Opfern aufgehört, wenn die, die Gott dienen, ein für alle Mal rein geworden wären und kein von Sünden beschwertes Gewissen mehr hätten? Vielmehr geschieht durch die Opfer alle Jahre eine Erinnerung an die Sünden. Denn es ist unmöglich, durch das Blut von Stieren und Böcken Sünden wegzunehmen. 

Darum spricht er, wenn er in die Welt kommt: »Opfer und Gaben hast Du nicht gewollt; einen Leib aber hast Du mir bereitet. Brandopfer und Sündopfer gefallen Dir nicht. Da sprach ich: Siehe, ich komme – im Buch steht von mir geschrieben –, daß ich tue, Gott, Deinen Willen.« 

Zuerst hatte er gesagt: »Opfer und Gaben, Brandopfer und Sündopfer hast Du nicht gewollt und sie gefallen Dir nicht«, welche doch nach dem Gesetz geopfert werden. Dann aber sprach er: »Siehe, ich komme, zu tun Deinen Willen.« Da hebt er das Erste auf, damit er das Zweite einsetze. 

Nach diesem Willen sind wir geheiligt ein für alle Mal durch das Opfer des Leibes Jesu Christi. 

Apologie der CA IV,303-315

Apostolisches Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde.

Und an Jesum Christum, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; sitzend zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Vaterunser

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Willst Du, so kannst Du eines dieser Gebete dazu sprechen

Luthers Morgensegen

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß Dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

Als dann mit Freuden an Dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen oder was Dir Deine Andacht eingibt.

Luthers Abendsegen

Ich danke Dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, Deinen lieben Sohn, daß Du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte Dich, Du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht getan habe, und mich diese Nacht auch gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen.

Alsdann flugs und fröhlich geschlafen.

Der Friede des Herr sei mit Euch +

Es segne und behüte Euch Gott, der allmächtige und barmherzige, der Vater, Sohn + Heiliger Geist. Amen.

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About Wilhelm Weber

Pastor at the Old Latin School in the Lutherstadt Wittenberg
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